Das behinderte Lächeln und Theoriebezüge integrativer Pädagogik

Themenbereiche: Theoretische Grundlagen
Textsorte: Artikel
Releaseinfo: In einer gekürzten Versionen erschienen in: Gemeinsam Leben. Zeitschrift für integrative Erziehung (Luchterhand Verlag), Nr. 2-01, S. 56-60
Copyright: © Volker Schönwiese 2001

Das behinderte Lächeln und Theoriebezüge integrativer Pädagogik

Integrative Pädagogik bewegt sich im Spannungsverhältnis von Gleichheit und Differenz und bemüht sich dieses Spannungsverhältnis theoretisch und praktisch fruchtbar zu machen. Hier gibt es keinen einheitlichen theoretischen Bezug, weshalb nur ein theoretisch pluraler Ansatz meiner Meinung nach relevante Dimensionen abstecken kann (vgl. SCHÖNWIESE 1997). Grundsätzlich kann soziale Abweichung und Differenz als Ergebnis biographischer, gesellschaftlicher und historischer Typisierungen gesehen werden. Gegen diese Typisierungen wendet sich eine integrative Pädagogik, die theoretisch und praktisch am Prinzip der Heterogenität im Sinne der Vielfalt von Lebenswelten und der personalen Autonomie des Menschen, die im Widerstand zu gesellschaftlichen Normungsversuchen steht, ausgerichtet ist. Integrative Pädagogik orientiert sich nicht an Typisierungen, wie etwa festgestellten Defiziten von "abweichenden" Personen, sondern an deren im personalen Austausch bzw. Dialog sichtbaren Kompetenzen. Dabei ist die basalste Kompetenz diejenige, mit der Umwelt in Austausch treten zu können, was keinem Menschen abgesprochen werden kann.

Die Analyse biographischer, gesellschaftlicher und historischer Typisierungen ist also unverzichtbarer Hintergrund jeglicher integrativer Pädagogik. Dies soll im Folgenden anhand eines Beispieles ausgeführt werden.

Ein Feld für Typisierungen mit hoch ambivalentem Charakter ist das Lächeln der Behinderten. SINASON (2000, S. 94) - bekannte Psychoanalytikern an der Tavistock Klinik in London, die psychotherapeutisch mit geistig behinderten Personen arbeitet - beschreibt typische Beschreibungen von behinderten Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen, die oft so beginnen:

  • "X ist ein liebenswerter junger Mann. Er ist die ganze Zeit fröhlich. Allerdings beißt er die Mitarbeiter" oder

  • "Sie ist sehr fröhlich, nur schlägt sie sich die ganze Zeit vor die Stirn" oder

  • "Seine Schule teilte mit, er sei sehr glücklich, lächle die ganze Zeit, nur masturbiere er in der Öffentlichkeit"

Der "Natur" dieses Lächelns ist bisher noch kaum nachgegangen worden. Ein Ansatz zur Analyse ist, daß unter den Bedingungen der Isolation oder von Gewalt eine Transformation von Affekten stattfindet. Dies kann lebensgeschichtlich sehr früh beginnen. SPITZ (nach SINASON 2000, S.98) sieht in der frühkindlichen Sozialisation das Lächeln als ein strukturierendes Merkmal für die Wahrnehmung und den Beginn einer Ich-Entwicklung. Es wird für den frühkindlichen Dialog eingesetzt, und das "erste Lächeln" ist einer der gemeinhin bekanntesten Meilensteine in der Entwicklung menschlicher Kommunikation. Dieses Lächeln kann aber sehr früh eine Transformation durchmachen und eine Situation der Isolation und Ablehnung symbolisieren. Ablehnung, physische Kränkung und Gewalt können von einem Baby mit einem Lächeln beantwortet werden. Dieses Lächeln stellt dann die verzweifelte Antwort auf eine unkontrollierbare Situation dar, in der kein Dialog möglich ist. Rene SPITZ hat die Wahrnehmung von Babys als "coenästhetisch" beschrieben (SPITZ nach NIEDECKEN 1998, S.60ff). Es handelt sich dabei um eine ausgedehnte innerer Sensitivität des Kindes und eine in der Selbstwahrnehmung "harmonische" Vermischung des Kindes mit der Umwelt. Die Transformation des Lächelns zum verzweifelten Lächeln findet im Übergangsraum der coenästhetischen Wahrnehmung zur Abgrenzung zur Umwelt, zum Umgang mit Objekten und der Dialogaufnahme statt. SPITZ hat schon in den 50er-Jahren gezeigt, daß Babys, bei denen der Dialogaufbau durch Isolation und Kontaktverweigerung verhindert wird, schwer verstört werden können und ihnen sogar der Tod droht. Verzweifeltes Lächeln kann als Ausdruck einer bedeutsamen Zwischenstufe der Angstabwehr vor biographisch bestimmender Kommunikations-Einschränkung gesehen werden.

Um das Überleben der Babys zu sichern, ist es für die primären Bezugspersonen nötig, eine "mimetische Kompetenz" des Eintauchens in die coenästhetische Wahrnehmung zu entwickeln, eine emotionale und soziale Verstehensleistung, die in unserer westlich aufgeklärten Welt nur mit reduzierenden Rollenzuschreibungen in Zusammenhang mit Weiblichkeit und Mutterschaft ertrag- und ausgrenzbar ist, ansonsten aber dem Bereich der Kunst überantwortet ist (NIEDECKEN 1998, S.63f). Dennoch wird ganz allgemein verlangt, daß die Mutter oder erste Bezugsperson, wie WINNICOTT formuliert, "ausreichend gut" sein muß. Kommt ein Kind auf die Welt, das als behindert gekennzeichnet wird und unter Umständen intensive unterstützende Maßnahmen benötigt, so wird die nötige mimetische Wahrnehmung der ersten Bezugspersonen gestört oder auch zerstört. Mütter bzw. die ersten Bezugspersonen können kaum mehr "ausreichend gut" sein. NIEDECKEN (S. 69ff) spricht in diesem Zusammenhang von einer Vorenthaltung oder Zertrümmerung des Spielraums und einer Invasion gesellschaftlicher Phantasmen. Das Kind entwickelt ein "behindertes Selbst", wie es ELBERT (1986) in Anlehnung an WINNICOTTSs Beitrag "Ich-Verzerrung in Form des wahren und falschen Selbst" (1984, S. 182ff) benannt hat. Das verzweifelte Lächeln wird zu einem "behindertenLächeln" (SINASON S.89ff) und zum Teil eines "behindertenSelbst".

Die eingangs erwähnten Zitate der Beschreibung von behinderten Menschen zeigen, daß es beim behindertenLächeln, dem affirmativem Symbolisieren der Zerstörung, nicht bleibt. Die Kinder reagieren mit Widerstand. Der Widerstand behinderter Menschen erscheint u.a. in Form von Dummheit, (Auto-) Aggression und provokanter Unangepaßtheit. Damit ist sog. geistigeBehinderung vielfach in dem konstituiert, was SINASON mit "aus Kummer dumm werden" benennt. SINASON hat in ihrem Buch gezeigt, wie sehr hier sexueller Mißbrauch bedeutsam sein kann, und Dummheit als verzweifelter Versuch des Verdrängens und des Vergessens gesehen werden kann. Daß diese Form des Widerstands genau das weiter mit-erzeugt, was der biographische Ursprung der geistigen Einschränkung oder Behinderung war, ist ein Dilemma, das als Verursachung für vielfältigste Störungen bekannt ist. Die traditionelle Psychiatrie und Sonderpädagogik mit ihren institutionellen Verankerungen leben davon, daß Behinderung, die als Effekt von Dialogabbruch und Isolation gesehen werden kann, individualisiert wird. Behandlung, Therapie und Pädagogik setzen primär am einzelnen Kind an, die sozialen Bezüge werden nachgereiht oder ausgeblendet (vgl. SCHÖNWIESE 1998). Es kann fast von einer Förderaggression gesprochen werden. Verzweifelte Eltern schaffen es verständlicherweise meist nicht, diesem Vorgang zu entrinnen. Eine Studentin berichtete von einem Besuch bei einer Familie mit einem behinderten Kind, wo die Mutter unter Anleitung von ÄrztInnen und PhysiotherapeutInnen mit dem Kind eine hoch manipulative und derzeit sehr populäre Therapie - die VOJTA-Therapie (vgl. ALY 1999, S 132) - durchführte:

"Ein Foto von dem Mädchen, unmittelbar nach einer Vojtabehandlung, wo sie besonders gut ihren Oberkörper abstützen konnte, hing wie eine bildlich festgehaltene Siegertrophäe ... über dem Esszimmertisch. An der Wand hängen viele gerahmte Kinderfotos, aber dieses bestimmte Bild sticht für mich besonders heraus; vielleicht ist es der Versuch, vermitteln zu wollen, daß mittels intensivstem Üben - nach der Vojtatherapie sei sie immer besonders zufrieden und ausgeglichen und vor allem von oben bis unten durchgelockert - doch noch ein bestimmter Grad an Normalität zu erreichen ist (aber trotz allem ist die rote Druckstelle auf dem Brustbein unübersehbar). Ich war abgeschreckt von dieser Behandlungsmethode, zu sehen, wie dieses ‚krebsrote Kind in Froschstellung' versuchte, sich aus bestimmten Positionen zu befreien. Nach einer bestimmten Übung sah man anschließend den Abdruck des Fingernagels auf dem Brustbein des Kindes ...." (MURNIG 1998)

Daß sich diese individualisierende Sichtweise praktisch so hartnäckig erhält - gegen das inzwischen schon in Fachkreisen populäre und fast selbstverständliche Wissen von systemischen Zusammenhängen - muß einen Grund haben. Er könnte darin liegen, daß Individualisierung als Kennzeichen moderner (aber auch postmoderner) politischer Strategien der Entsolidarisierung und Verfügbarmachung von Menschen (vgl. BECK 1986) abweichende, als unproduktiv typisierte Personen benötigt, die zur Legitimation von gesellschaftlichen Strukturierungen in Sinne von Machtinteressen zu verwenden sind. Die Wirksamkeit der Individualisierungsstrategie zeigt sich daran, daß sie bei uns unbewußt gut abgesichert ist. In Anlehnung an ERDHEIM bezeichnet NIEDECKEN dieses Phänomen im Zusammenhang mit Behinderung als das "PhantasmaBehinderung".Phantasma wird als eine kollektive psychische Konfiguration beschrieben, in der Gesellschaften ihre Herrschaftssysteme in den Individuen gesellschaftlich unbewußt absichern, sie wie unabänderlich und naturgegeben erscheinen lassen (NIEDECKEN 1989, S. 113). Der individualisierte Blick auf behinderte Menschen ist gesellschaftlich benötigt und wird durch vielfältige gesellschaftliche Inszenierungen, wie Spendensammlungen, immer wieder errichtet. Wie selbstverständlich Behinderung unter solchen Bedingungen im gesellschaftlichen Alltag identifiziert wird und wie schwierig sich Versuche der Dekonstruktion von Behinderung im Rahmen von Integration gestalten, spricht für die Massivität der gefühlsmäßigen Absicherung des PhantasmasBehinderung in unserer aufgeklärten westlichen Gesellschaft.

Der zertrümmerte Spielraum und die Invasion der Phantasmen findet unter gesellschaftlichen Abwertungs-, Verdrängungs- und Vernichtungstendenzen statt, die davon betroffene Personen manchmal auch direkt formulieren können. Eine behinderte Frau berichtet (MASON nach SINASON S.96): "Eine Botschaft drängt sich klar und unmißverständlich in mein Unbewußtes, nämlich daß es den Leuten lieber wäre, wenn ich stürbe ... Ich bin jetzt 30 Jahre alt. Erst jetzt fange ich an zu merken, daß ich nicht die ganze Zeit lächeln muß und daß ich durchaus mittelmäßig sein kann, ohne daß ich das Gefühl habe, jemand würde daherkommen und 'mich aus meinem Elend befreien' "

Die projektive Unterstellung des Leidens, des Elends ist unverzichtbar Teil des Phantasmas Behinderung. Fredi SAAL, ein behinderter Mann, der nur aus Zufall der Mordmaschinerie der Nationalsozialisten entkommen ist, schreibt: "Nein, nicht der Behinderte erlebt sich wegen seiner Behinderung als unnormal - er wird von anderen als unnormal erlebt, weil ein ganzer Ausschnitt menschlichen Lebens ausgesondert wird. Dadurch bekommt seine Existenz etwas Bedrohliches. Man geht dabei nicht von den behinderten Menschen selbst aus, sondern vom Erlebnis der eigenen Person. Man fragt sich, wie man selbst reagieren würde, schlüge jetzt eine Behinderung zu - und überträgt das Ergebnis auf den Behinderten. So bekommt man ein völlig verzerrtes Bild. Denn man sieht nicht den anderen, sondern sich selbst. Das hat ein paradoxes Verhalten zur Folge: Man sieht in den anderen das Leid geradezu hinein - und meidet deshalb seine Gegenwart" (SAAL 1992, S. 8).

Angst ist das entscheidende Phänomen, das hier wirksam wird. Gesellschaftliche Phantasmen können sich nur mit Hilfe von Angst in der Psyche festigen. Zygmunt BAUMANN (1995, S. 32) weist auf den Kern der Argumentation in der "Dialektik der Aufklärung" von ADORNO und HORKHEIMER hin, die die angeführte Argumentation verstärkt:

"Sie (ADORNO und HORKHEIMER) waren die ersten, die laut und deutlich zum Ausdruck brachten, daß Aufklärung [...] radikal gewordene mythische Angst [ist] ... Es darf überhaupt nichts mehr draußen sein, weil die bloße Vorstellung des Draußen die eigentliche Quelle der Angst ist; daß, was die modernen Menschen von der Natur lernen wollen, ist, sie anzuwenden, um sie und die Menschen vollends zu beherrschen".

Behinderte Menschen sind allgemein als Menschen typisiert, die draußen sind, die anders sind und die Angst machen. "Beherrschung des Draußen" lautet das aufgeklärte Ziel, und da ist Gewalt gegen sich und andere angebracht. ADORNO und HORKHEIMER (a.a.O) meinen: "Rücksichtslos gegen sich selbst, hat die Aufklärung noch den letzten Rest ihres eigenen Selbstbewußtseins ausgebrannt. Nur solches Denken ist hart genug, die Mythen zu zerbrechen, das sich selbst Gewalt antut."

Das oberste Ziel einer assimilierenden Pädagogik, die den Widerspruch auslöschen möchte, ist, daß die betroffenen Personen selbst Strategien erlernen, die Angst der anderen zu reduzieren. Das behinderte Lächeln ist das Symbol der Selbstauslöschung, das die Angst der Gesellschaft vor dem unbeherrschbar Anderen reduzieren soll.

Im Herbst 1998 wurden von der bekannten internationalen Bekleidungsfirma BENETTON unter dem Titel "Sonnenblumen" Werbeplakate mit behinderten Menschen hergestellt. Mit den "Sonnenblumen" sind die dargestellten geistig behinderten Personen gemeint.

(BILD "Die Sonnenblumen" - zu finden im Internet in: http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=362&suchhigh=Sonnenblumen )

Die Bestsellerautorin Susanna TAMARO schreibt im Leittext zu dem BENETTON-Katalog: Von meinem Fenster aus sehe ich Hügel, Felder und Wälder, und im Hintergrund die Umrisse eines erloschenen Vulkans. Die Kornfelder wechseln sich mit Sonnenblumenfeldern ab. Diese Blumen habe ich immer geliebt wegen ihrer eigensinnigen Fröhlichkeit, mit der Fügsamkeit, mit der sie der Sonne folgen. Neben mir am Tisch das Lächeln dieser Kinder, dieser jungen Menschen. Noch mehr Sonnen, die mein Zimmer erleuchten. Freude liegt in diesen Blicken, eine einfache, unleugbare Freude. Auf diesen Bildern gibt es keine Form von Gewalt, keinerlei Übergriff, keinen Zwang zum Lächeln....

oder ein anders Zitat aus dem Katalog

'ich glaube, daß die behinderten Kinder und Erwachsenen in Wirklichkeit Engel sind' sagt Paola, die Mutter von Stefano (und Marketing-Leiterin von BENETTON), 'denn sie kennen keine Bosheit, keine Lügen, keine Falschheit.' Das glaube ich auch. Nicht wir opfern uns für diese Kinder auf - wie eine bestimmte, angeblich menschenfreundliche Rhetorik behauptet - sondern sie opfern sich für uns. Mit strahlenden Augen kommen sie auf die Erde, um die Panzer um unsere Herzen zu sprengen und sie für das größte Geschenk zu öffnen, das am schwierigsten anzunehmen ist: die Unentgeltlichkeit der Liebe.

Dieser Text könnte als kitschiger Text weggelegt werden. Doch BENETTON hat mit seinen Plakaten eine Werbestrategie, die sehr erfolgreich ist. Das kann meiner Meinung nach nur daran liegen, daß sie auf herrschendes Bewußtsein oder besser Unbewußtes und seine Transformation als Werbe-Botschaft aufbaut. BENETTON will provokativ authentisch sein und Realität zeigen. Die Plakate zu HIV, Sterben im Krieg oder Sexualität von Nonnen und Priestern folgen dieser Linie. BENETTON will aufklären (vgl. HEINZE-PRAUSE 2000). Doch worin liegt bei den lächelnden behinderten Kindern und Jugendlichen die gesellschaftliche Aufklärung? Offensichtlich darin, daß sie existieren und als Personen öffentlich dargestellt werden können. Dies könnte bedeuten, daß damit Isolation durchbrochen wird. Nur wie die Darstellung erfolgt, bedient und verstärkt die üblichen Typisierungen. Die Herstellung einer Analogie zu Pflanzen, zu Sonnenblumen, ist die Naturmetapher, die zur Entmenschlichung von behinderten Personen führt. Dies hat seit Beginn des 19. Jahrhunderts Tradition als reale wissenschaftlich legitimierte Zuschreibung und führte direkt in Richtung Eugenik. Dazu ein Zitat von 1821 (Johann von KNOLZ nach SCHMITTEN 1985, S. 63) bezogen auf im heutigen Sinne geistig behinderte Personen, die damals landläufig Fexen und wissenschaftlich Cretinen genannt wurden:

"Ist der Fex aber nicht Mensch, so ist er Tier, was man schon [entsprechend der >Physischen Anthropologie<] an seinem Gesicht sehe, das >größtentheils zum Fraßwerkzeuge, zum Kiefer und zur Schnauze geworden< sei.... Die Fexen seien noch weiter >in die Classe tiefstehender Thiere hinabgestoßen<, ihre enorme Verdauungskraft deute daraufhin, daß sie >an die Thierclassen, in denen noch außer den Baucheingeweiden kaum ein anderes Eingeweide erwacht ist, an die sogenannten Pflanzenthiere< grenzten.... >Der Glaube an die Pflanzennatur der Cretinen (wird) immer zudringlicher. Denn bey ihnen, wie bey den Pflanzen, ist die Entwicklung der Genitalien die höchste Entfaltung.< Die Fexen haben den Pflanzen nur voraus, >daß sie nicht wie diese unmittelbar darauf, wenn sie den Samen haben fallen lassen, sterben müssen.>"

Diese Tier- und Pflanzenmetapher wurde auch seit den 80er-Jahren des 20. Jahrhundert im Rahmen der neuen Euthanasiedebatte aufgegriffen - es sei nur an die Formulierung "human vegetable" von Peter SINGER erinnert. In dieser Lebenswertdebatte wird versucht, Personen zu definieren, die getötet werden können. Ein realer Hintergrund ist die konsequente Abtreibung von Föten, wenn Down-Syndrom oder eine andere Behinderung nachgewiesen wird. Es ist die Frage, ob die Pflanzenmetapher in dem BENETTON -Plakat, nicht auch diese Realität symbolisiert und damit verstärkt. Der fast existenziell-esoterische Tonfall der Beschreibung legt dies jedenfalls nahe. Wenn hier behauptet wird, daß behinderte Personen Engel sind, die keine Bosheit, keine Lügen, keine Falschheit kennen, ist das derart irreal, daß zu fragen ist, was damit bedeutet (vgl. BARTHES 1964) wird. Im Grunde kann niemand Mensch sein, wer so ist, vielmehr eben ein Engel, auf das Jenseits bezogen, oder eine Pflanze. Es wird auch betont, daß die geistig Behinderten sich für uns aufopfern, uns erlösen von den Übeln unserer Panzer. Es entsteht eine pseudoreligiöse Metaphorik, die damit endet, daß die geistig Behinderten uns auf die Unentgeltlichkeit der Liebe verweisen. Diese Mischung aus Pflanzlichkeit und Jenseitsbezogenheit - im Grunde eine Sterbemetapher - wird über das Lächeln symbolisiert. Verbunden werden diese Hinweise in den Plakaten mit dem Versuch des Tabubruchs, der direkt emotionalisieren soll und nicht vom Text sondern von den Bildern getragen wird, eben dem öffentlichen Vorzeigen von geistig Behinderten. BENETTON hat sich aber nicht getraut ältere Personen zu zeigen, es mußten offensichtlich Kinder, Jugendliche und junge Menschen sein. Kinder auf Plakaten sind als Sympathieträger natürlich immer besser, als alte Menschen. Hier wird offensichtlich mit dem Bild des ewig Kind-Seins von geistig behinderten Personen gespielt - die nächste Wahrheit, die hier offensichtlich gesagt werden will. Wenn auch in den meisten Einrichtungen der Behindertenhilfe nicht mehr "von unseren Kindern" gesprochen wird, auch wenn es sich um Erwachsene handelt, so ist doch die Frage, ob nicht bei behinderten Personen eine historische Kind-Vorstellung überlebt hat. Mit der Aufklärung entstanden Konzepte der Vernunft, der technischen Rationalität, des Fortschritts und es wurden in Funktion gesellschaftlicher Ordnung und Disziplinierung Diskurse der Abspaltung des Unvernünftigen, des Nicht-Rationalen, des Abweichenden, des den Fortschritt hemmenden Un-Sozialen initiiert. Das Bild von Kindern als noch nicht ausgebildeten Erwachsenen, Kindheit als linear gedachtes Entwicklungsdefizit, wurde abgelöst von einem fast unendlichen Erziehungsoptimismus. Über medizinisch-psychiatrische Diagnosemodelle könnte eine Abspaltung erfolgt sein, daß die per Definitionem nur beschränkt erziehbaren behinderten Personen Kinder im Sinne von kleinen Erwachsenen bleiben müssen, ewig abhängig und unselbständig. Merkwürdig berührt mich in diesem Zusammenhang das BENETTON-Plakat, auf dem ein behinderter junger Mann von 21 Jahren mit einem Gefährt, das einem Kinderwagen nachgebaut ist, gefahren wird (der behinderte Mann und sein Helfer lächeln).

Ein Rollstuhl würde die Chance der eigenen Fortbewegung geben, warum der Kinderwagen? Rollstühle sind allgemein negativ bewertet - dem entspricht das Bild "an den Rollstuhl gefesselt". Im Alltag emanzipierte Behinderte wie ich benutzen Rollstühle als Mittel zur Unabhängigkeit. Je mehr behinderte Personen im gesellschaftlichem Alltag im Rollstuhl zu sehen sind, desto mehr verliert der Rollstuhl den Geruch des Elends. Kinderwägen für erwachsene Behinderte stellen die Perspektive der Abhängigkeit und Hilflosigkeit wieder her.

Ich habe nachgeforscht. Das Heim in der Nähe von München, in dem die Fotos für BENETTON gemacht wurden, ist keine außergewöhnliche Anstalt, weder im Schlechten noch im Guten. Sie repräsentiert den Durchschnitt von großen Behindertenheimen im deutschsprachigem Raum. Das macht die Bilder noch bedeutsamer. Daß die Veröffentlichung der Bilder kaum im Zusammenhang der Integration gedacht sind, zeigt folgendes Zitat von Paola Gräfin BALBO DI VINADIO, der oben schon erwähnten italienischen Mutter eines geistig behinderten Sohnes, die offensichtlich die Marketing-Leiterin von BENETTON ist. Sie schreibt im Katalog: "In Deutschland gibt es eine soziale Struktur für die behinderten Menschen, in der sie verstanden werden, sich wohlfühlen und glücklich sind. In anderen Ländern will man ihnen unsere "normale" Welt aufzwingen, in der sie sich nicht zurechtfinden können."

Nun ist Italien, zumindest was die schulische Integration betrifft, ein in der Integration sehr fortgeschrittenes Land. Die Zuschreibung, daß sich geistig behinderte Personen in einer "normalen" Welt nicht zurechtfinden können, sieht von allen integrativen Unterstützungsformen ab, individualisiert das Problem und fordert Sonderwelten. Daß ausgerechnet die Mutter eines behinderten Kindes diese Botschaft überbringt, zeigt, in welcher für Mütter von behinderten Kindern typischen, prekären Lage sie ist. Sie muß sich als Trägerin gesellschaftlicher Aussonderungswünsche gegen das eigene Kind wenden und es isolieren oder in ungelöster Symbiose als ewiges Kind behalten. Die Dramen, die sich dabei abspielen, sind der familiär privatisierte Hintergrund der Konstitution von Behinderung.

Im Grunde geht es bei der ganzen Plakat-Kampagne um eine affirmative "Kolonialisierung der Köpfe über visuelle Wahrnehmung", wie es Roswitha HEINZE-PRAUSE (2000) formuliert, die Benetton-Werbeplakate analysiert hat. Die Dialektik derartiger Versuche bringt es aber mit sich, daß durch die mögliche öffentliche Diskussion, die durch das Zurschaustellen ausgelöst ist, Situationsdefinitionen durchschaubar gemacht werden können und damit emanzipatorische Effekte ebenso wenig ausgeschlossen werden können, wie die Verstärkung von Verdinglichung und damit Vernichtung.

Wie ist nun dem behinderten Lächeln zu begegnen? In der Integrationsdiskussion als wissenschaftlichen Diskurs geht es immer wieder um zwei Grunddimensionen: Um die Autonomie des Menschen einerseits und die Konstitution von Entwicklung im Sozialen Bezug andererseits. Psychoanalytische Konzepte werden in diesem Zusammenhang viel zu wenig herangezogen - ich halte das im Rahmen eines pluralen Theorieverständnisses von Integration für einen bedeutsamen "blinden Fleck". Oft wird in der Integrationsdiskussion in irgend einer Weise systemtheoretisch argumentiert, wie es z.B. Georg FEUSER macht.

FEUSER (1989, S. 27f) definiert behinderte Menschen z.B. so:

"Der schwerstbehinderte Mensch ist .... ein sich unter seinen individuellen Lebensbedingungen vollwertig selbstorganisierendes System, dem keine menschliche Eigenschaft abgeht. Er ist ein an subjektiven und persönlichen Sinn- und Bedeutungsfindung orientierter, wahrnehmender, denkender und handelnder Mensch und nicht ein Automat oder Reflexwesen, das mit Informationen gefüttert werden muß, sondern dem darin geholfen werden muß, daß ihm die auf ihn einströmenden und von ihm rezeptorisch aufnehmbaren Eindrücke zur Information werden können, und er darauf bezogen adäquat handeln kann, wobei die Betonung auf "Handeln" liegt".

Die Frage der Autonomie wird damit in den Mittelpunkt der Integrationsdiskussion gestellt. So wie die Forderung nach "Selbstbestimmung" - menschenrechtlich begründet - in den Forderungen der aktuellen Behindertenbewegung an erster Stelle steht. Demgegenüber formuliert FEUSER aber auch einen Primat des sozialen Bezugs in der Integration so (FEUSER 1995, S. 128):

"Entwicklung ist für den einen wie für den anderen Menschen jeweils primär abhängig vom Komplexitätsgrad des jeweils anderen und erst in zweiter Linie von den Mitteln und Fähigkeiten des eigenen Systems ...."

Diese Formulierung des Primates des sozialen Bezuges, so sehr ich sie teile - letztlich ist die Gesellschaft strukturierend, letztlich entscheidet der soziale Bezug - , verführt unter Umständen dazu, Integration auf äußere Strukturierung zu reduzieren, z.B. ausschließlich lerntheoretisch legitimierbare Settings zu schaffen, die die betroffenen Personen in eine Situation bringen, wo sie kaum mehr anders als nur mehr Reagieren können. Gemeinsames Handeln hat nur dann eine entwicklungsfördernde Dimension, wenn die von FEUSER genannte individuelle Sinnproduktion der gemeinsam Handelnden gleichwertig behandelt wird und nicht die - üblicherweise kognitiv gedachten - unterschiedlichen Fähigkeiten und "Komplexitätsgrade" in den Mittelpunkt gerückt werden. FEUSER ist meiner Meinung nach - wie viele andere IntegrationspädagogInnen - selbst nicht frei von dem beschriebenen Zwiespalt. Die oft zitierte BUBER´sche Formel "Der Mensch wird am Du zum Ich" kann nur dann integrativ verwendet werden, wenn damit gemeint ist, Autonomie und soziale Situation balancierend im Gleichgewicht zu halten. Auf eine kurze Formel gebracht: Integration hat mehr mit Demokratie denn mit Förderung zu tun.

Ich war immer begeistert, wie Adriano MILANI-COMPARETTI - Arzt in Florenz und einer der wichtigsten Begründer der Integration in Italien von den 60er-Jahren bis zu seinem Tod 1986 - systemtheoretische und psychoanalytische Theorieelemente mit einer sehr praktischen Kritik an institutionellen Vorgehensweisen verbunden hat (vgl. MILANI-COMPARETTI 1986, 1987). Anna GIDONI, die wichtigste Mitarbeiterin von MILANI-COMPARETTI, hat nach französischen Vorbildern ein Konzept des begleitendenIchs entwickelt. Es handelt sich dabei um ein Beziehungsangebot z.B. für Familien mit behinderten Kindern, um das Erbe gesellschaftlicher "Phantasmen" und Ausschließungen in manchmal jahrzehntelanger Begleitung abzuarbeiten.

Beim "begleitenden Ich" geht es darum, behinderten Personen in kritischen Entwicklungssituationen eine nicht zur Familie gehörige Begleiterperson anzubieten. Diese außerhalb der Familie stehende, selbstreflexiv qualifizierte Person "kann also ihr Ich herleihen ... und dem behinderten Kind Verhaltensweisen und Funktionen zur Verfügung stellen, die seine Entwicklung zu erleichtern vermögen .... So agiert diese Maßnahme ... im Rahmen eines Prozesses der Verselbständigung und Abkoppelung, der in der symbiotischen Dimension blockiert blieb, und bringt ... eine individualisierte Unterstützung für beide Partner im Beziehungsgefüge: für die Mutter und für das behinderte Kind" (GIDONI/ LANDI 1990, S.91).

Dieses Konzept des begleitendenIchs als gemeinwesenorientierte psychosoziale Begleitung - und durchaus von allgemeiner Bedeutung für psychosoziale Strategien - ist für behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene als eine mögliche Umsetzung eines theoretisch pluralen Verständnisses von Integration begreifbar.

Die Elemente sind

  • Achtung der persönlichen Schritte und der Entwicklungsgeschwindigkeit der betroffenen Person - die Autonomie bzw. Selbstbestimmung im Rahmen nichtlinearer Entwicklungskonzepte akzeptiert

  • Eintritt in einen Dialog durch Aufgreifen und Beantworten der Vorschläge der betroffenen Person und durch die Erbringung von offenen Angeboten, die Wahlmöglichkeiten zwischen akzeptablen Alternativen ermöglicht

  • Die Entwicklung von Beziehungssicherheit im Dialog und die Ablehnung trügerischer Sicherheit, die durch die Übernahme der an die begleitende Person gestellten Allmachtserwartungen entsteht, was Arbeit im Rahmen des Modells von Übertragung und Gegenübertragung bedeutet

  • Schaffung von integrativen Rahmenbedingungen, die die unabdingbaren Voraussetzungen für den Abbau der Angst der Gesellschaft vor dem Fremden schafft.

Wenn diese Dimensionen beachtet sind, wird von vielen behinderten Menschen das behinderte Lächeln nicht mehr benötigt werden, es können realere Beziehungen und das in letzter Zeit viel gebrauchte Wort von Empowerment als professionelle Strategie könnte sich verwirklichen.

Literatur:

ALY, Monika: Das Sorgenkind im ersten Lebensjahr. Frühgeboren, entwicklungsverzögert, behindert - oder einfach anders? Berlin (Springer Verlag) 1999

BECK, Ulrich: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt (Suhrkamp) 1986

BENETTON - Katalog "Sonnenblumen" 1998

BAUMANN, Zygmunt: Moderne und Ambivalenz. Das Ende der Eindeutigkeit. Frankfurt, Fischer 1995

BARTHES, Roland: Mythen des Alltags. Frankfurt (Suhrkamp) 1964

ELBERT, Johannes: Geistige Behinderung - Formierungsprozesse und Akte der Gegenwehr, in: KASZTANTOWICZ , Ulrich (Hg.): Wege aus der Isolation. Konzepte und Analysen der Integration Behinderter in Dänemark, Norwegen, Italien, Frankreich und Schweden. Heidelberg (Edition Schindele) 1986, S. 56-105. Im Internet: http://bidok.uibk.ac.at/library/elbert-formierungsprozesse.html (Link aktualisiert durch bidok, am 06.12.2011)

FEUSER, Georg: Allgemeine integrative Pädagogik und entwicklungslogische Didaktik, in: Behindertenpädagogik, 1/1989, S. 27-28. Im Internet: http://bidok.uibk.ac.at/library/feuser-didaktik.html (Link aktualisiert durch bidok, am 06.12.2011)

FEUSER, Georg: Behinderte Kinder und Jugendliche zwischen Integration und Aussonderung. Darmstadt, (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 1995

GIDONI, Anna / LANDI, Nerina: Therapie und Pädagogik ohne Aussonderung. Italienische Erfahrungen, in: Tiroler Arbeitskreis für integrative Erziehung TAFIE (Hg.) 1990, S. 77-94. Im Internet: http://bidok.uibk.ac.at/library/gidoni-italien.html (Link aktualisiert durch bidok, am 06.12.2011)

HEINZE-PRAUSE, Roswitha: Authentizität als Massenbetrug. Strukturale Analyse des Benetton-"Friedensplakats" von Oliviero Toscani. In: HEINZE, Thomas: Qualitative Sozialforschung. Methodologie und Forschungspraxis. Innsbruck und Hagen (Studia) 2000, S.154-164.

MILANI-COMPARETTI, Adriano: Von der Behandlung der Krankheit zur Sorge um Gesundheit. Konzept einer am Kind orientierten Gesundheitsförderung, in: PARITÄTISCHES BILDUNGSWERK (Hg.) 1986, S. 9-18. Im Internet: http://bidok.uibk.ac.at/library/comparetti-milani_medizin.html (Link aktualisiert durch bidok, am 06.12.2011)

MILANI-COMPARETTI, Adriano / Ludwig O. ROSER: Förderung der Normalität und der Gesundheit in der Rehabilitation - Voraussetzung für die reale Anpassung Behinderter, in: WUNDER/ SIERK (Hg.) 1987, S. 77-88. Im Internet: http://bidok.uibk.ac.at/library/mabuse_milani-normalitaet.html (Link aktualisiert durch bidok, am 06.12.2011)

MURNIG, Julia: Seminararbeit am Institut für Erziehungswissenschaften, Innsbruck 1998

NIEDECKEN, Dietmut: Namenlos. Geistig Behinderte verstehen. Berlin (Luchterhand) 1998

SAAL, Fredi: Behinderung = Selbstgelebte Normalität. Überlegungen eines Betroffenen, in: Miteinander (Mitteilungen des Vereins Miteinander, Linz), 1/92

SCHMITTEN, Inghwio: Schwachsinnig in Salzburg. Zur Geschichte einer Aussonderung. Salzburg (Umbruch) 1985

SCHÖNWIESE, Volker: Behinderung und Pädagogik - Eine Einführung aus der Sicht behinderter Menschen. Studienbrief für die Fernuniversität Hagen, Hagen 1997

SCHÖNWIESE, Volker: Problemfeld Therapie. In: betrifft: Integration 4/98, Seite 6-9, nachgedruckt in: Gemeinsam leben. Zeitschrift für integrative Erziehung, Luchterhand Verlag, Nr. 2/99, S. 60-63; http://bidok.uibk.ac.at/library/bi-4-98.html

SINASON, Valerie: Geistige Behinderung und die Grundlagen menschlichen Seins. Berlin (Luchterhand) 2000

SINGER, Peter: Praktische Ethik. Stuttgart (Reclam) 1984

WINNICOTT, Donald W.: Reifungsprozesse und fördernde Umwelt. Frankfurt (Fischer) 1984

Quelle:

Volker Schönwiese: Das behinderte Lächeln und Theoriebezüge integrativer Pädagogik

In einer gekürzten Versionen erschienen in: Gemeinsam Leben. Zeitschrift für integrative Erziehung (Luchterhand Verlag), Nr. 2-01, S. 56-60

bidok - Volltextbibliothek: Wiederveröffentlichung im Internet

Stand: 07.12.2011

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