Vom transformatorischen Blick zur Selbstdarstellung

Über die Schwierigkeit der Entwicklung von Beurteilungskategorien zur Darstellung von behinderten Menschen in Medien

Themenbereiche: Kultur, Disability Studies
Textsorte: Artikel
Releaseinfo: Petra Flieger, Volker Schönwiese (Hrsg.): Das Bildnis eines behinderten Mannes. Bildkultur der Behinderung vom 16. bis ins 21. Jahrhundert. Wissenschaftlicher Sammelband. AG SPAK Bücher, Neu Ulm 2007, Seite 43-64
Copyright: © Volker Schönwiese 2007

Vom transformatorischen Blick zur Selbstdarstellung

Die Analyse medialer Darstellungen behinderter Menschen ist durch ein Interesse an jenen Strukturen geprägt, die die Bilder zu einer alltagswirksamen Sprache werden lassen. Diese Strukturen sind notwendigerweise latent angelegt, der leitende Sinn muss in einem interpretativen, ikonographischen Verfahren entschlüsselt werden. Dies ist anspruchsvoll, "es umfasst das Erkennen von Strukturen der Objekte und ihrer Kontexte ebenso wie deren individuell Besonderes, und es muss sich auf das Andere, das Fremde ebenso beziehen wie (selbstreflexiv) auf das Eigene des Interpreten" (Mollenhauer 1997, 249).

Dieser komplexe Interpretationsvorgang ist methodisch nicht leicht zu fassen, findet aber einen Rahmen in der Entwicklung von Kategorien, im Versuch eine Typologie - in diesem Fall der Darstellung von Behinderung - zu entwickeln. Sowohl die Analyseobjekte als auch die Kontexte der Darstellungen und die Interessenslage der Analysierenden können hier einfließen.

1. Drei Darstellungsmuster

Drei bedeutsame Versuche aus dem Bereich der internationalen Bürgerrechtsbewegung "Selbstbestimmt Leben (independent living)" und der damit im Zusammenhang entstandenen Forschungsrichtung "Disability Studies", Darstellungsformen von behinderten Menschen in Medien zu kategorisieren, sollen im Weiteren kurz vorgestellt werden, bevor einige Überlegungen formuliert werden.

1. Lothar Sandfort einer der Begründer der Selbstbestimmt Leben Bewegung in Deutschland fordert 1982 (208) eine "realistische" Darstellung von behinderten Menschen in den Medien, die die Sichtweise der Betroffenen selbst präsentiert. Er analysiert, dass unter dem Zwang des medialen "Verkaufs" von behinderten Personen folgende Darstellungsformen üblich sind (ebd. 209), die hier mit den angebotenen Interpretationen kurz dargestellt werden sollen:

  • Das Elend der "Behinderten": Die Darstellungsstruktur ist folgende: LeserInnen von Presseprodukten wird die Botschaft übermittelt, dass ihre eigene Lage erträglich ist, weil es andere Personen gibt, denen es wesentlich schlechter geht.

  • Behinderte Menschen bedauerlich aber nicht hoffnungslos: Hier ist die Mitteilung enthalten, dass für behinderte Menschen alles, was möglich ist, getan wird. Vorwiegend Prominente und PolitikerInnen sind hier als Handelnde bedeutsam, die ihre persönliche PR mit dieser Darstellungsform verbinden. Die medienstrategische Wirksamkeit liegt in diesem Vorgehen darin, sich den Medienkonsumenten stellvertretend handelnd zu präsentieren und anzubieten, deren diffus schlechtes Gewissen gegenüber behinderten Menschen zu reduzieren.

  • Dynamische Elitebehinderte: Es geht hier um behinderte Personen, die nach dieser Darstellung ihr ‚schweres Schicksal' gemeistert haben. Es ist die Mitteilung enthalten, behinderte Menschen müssen nur wollen, dann können sie auch leisten. Im Mittelpunkt steht wieder die Entlastung der RezipientInnen, die Verantwortung liegt bei den behinderten Personen selbst. Überanpassung wird positiv dargestellt und von allen behinderten Personen eingefordert.

  • Koppelung an einen Skandal: Bei Veröffentlichung einer skandalösen Behandlung einer behinderten Person oder Aufdeckung eines Skandals bekommen die Verantwortlichen manchmal eine "schlechte Presse", Gegenaktionen eine gute. Medienstrategisch wirksam ist diese Berichterstattung, weil die potentielle Mitschuld der RezipientInnen, deren Vorurteile sowie Ausgrenzungstendenzen nicht berührt werden und dadurch eine Abgrenzungsreaktion ermöglicht wird.

2. Cornelia Renggli (2006, 100-102) fasst vier Dimensionen der Darstellung behinderter Menschen in Medien nach einer Argumentation von Garland Thomson (2001) zusammen:

  • Die außerordentliche Repräsentationsweise von Behinderung geht davon aus, dass Behinderung als etwas Außerordentliches zu betrachten ist. Dies kann durch die Geschichte hindurch nachvollzogen werden, von den neuzeitlichen "Wundermenschen" bis zur heldenhaften Darstellung von behinderten Menschen, die im Behindertensport Außergewöhnliches leisten oder ihr Leben heldenhaft meistern.

  • Die rührselige Repräsentationsweise von Behinderung arbeitet mit Mitleid, es werden hilflose, leidende behinderte Personen gezeigt, die wohlwollenden Gebenden gegenüberstehen. In Werbung und (vorweihnachtlichen) Spendenaktionen finden diese Darstellungen ihren Umsetzungsrahmen.

  • Die exotische Repräsentationsweise von Behinderung sieht behinderte Menschen als Sensation und als Objekt der Neugier, behinderte Menschen werden als verkörperter Widerspruch präsentiert. Der darin enthaltene ambivalente Umgang mit Normen gibt dieser Darstellungsweise Wirksamkeit.

  • Die alltagsnahe Repräsentationsweise von Behinderung zeigt das Gewöhnliche an Behinderung, schafft normalisierte Nähe; Distanz wird reduziert.

3. Eine umfangreiche Typologie des Blickes auf behinderte Menschen wurde im Rahmen der Ausstellung "Der [Im-] perfekte Mensch" formuliert (Deutsches Hygiene Museum 2003, 186-198) und soll hier kurz nachvollzogen werden:

  • Der staunende Blick verweist auf "wunderhafte Wesen ‚Prodigien' mit zeichenhaftem Charakter" (ebd. 186), die im Mittelalter beschrieben und dargestellt wurden und auf die Sammlung und Klassifizierung von "Monstren" als Entwicklung mittelalterlicher und früh-neuzeitlicher Wissenssysteme. Dieser Blick mit entsprechenden Darstellungen und Inszenierungen hat sich bis ins 19. und 20. Jh. in Schaustellerei und Freakshows gehalten.

  • Der medizinische Blick, die wissenschaftliche Analyse von Krankheiten und Deformationen, entwickelte eine Strategie der "nüchternen" Sektion und der Suche nach Gesetzmäßigkeiten. Kennzeichnend ist ein objektivierender Blick, der z.B. über medizinische Lexika in bildlichen Darstellungen allgemein bekannt ist.

  • Der vernichtende Blick ist über Propagandabilder der Nationalsozialistischen Rassenpolitik bekannt. Es wurde dabei auch mit dokumentarischem Material, das im Rahmen der Euthanasiepraxis erstellt wurde, gearbeitet. Es wird bildlich stark ein Vergleich zwischen athletisch Gesundem und rassisch Minderwertigem, fast Tierischem, produziert.

  • Der mitleidige Blick ist ein über vielfältigste Spendenaktionen im 20. Jh. vertrauter Blick, der Distanz schafft.

  • Der bewundernde Blick ist eine affirmative Betrachtungsweise, in der die Überwindung von körperlichen oder geistigen Einschränkungen bewundert wird. Behinderte Menschen beteiligen sich immer wieder an der Produktion dieses Blicks, indem sie irgendwelchen Leistungen und Rekorden nachjagen und sich medial damit präsentieren (lassen).

  • Der instrumentalisierende Blick inszeniert nicht nur Mitleid, sondern auch Abschreckung. Kampagnen zur Finanzierung von Kriegsanleihen, Anti-Atom-Kampagnen, gesundheitspolitische Aufklärung (Schutzimpfungen) arbeiten mit derartigen Schreck-Bildern von behinderten Menschen.

  • Der ausschließende Blick findet sich sowohl in Darstellungen zu "Erbanlage und Umwelt" von 1939 als auch in aktuellen Ratgebern und Zeitschriften für werdende Mütter, in denen Kinder, die den Wünschen nach "Normalität" nicht entsprechen, nicht vorkommen. Diese Tendenz zum Ausschluss ist in allen Medien präsent.

  • Der fremde Blick verwendet körperliche und geistige Besonderheiten auf der Grundlage mythologischer oder religiöser Interpretationen, sie können Wesenzüge von Gottheiten annehmen. Dies war von den ägyptischen Kulturen bis zur Antike und abendländischen Kulturen der Fall.

  • Das Portrait wird anhand von Beispielen vom 18. bis ins 20. Jh. als eine an Personen und inneren Prozessen orientierte Darstellungsweise beschrieben.

  • Der Eigenblick beschreibt Bilder, die von behinderten Personen geschaffen wurden und die vor allem als persönlich-biografisch bedeutsam geschildert werden.

2. Bild-Beurteilungskategorien im Rahmen des Projektes Das Bildnis eines behinderten Mannes

Im Rahmen des Projektes Das Bildnis eines behinderten Mannes wurde versucht, einen neuerlichen Anlauf zu nehmen, Darstellungsweisen zu ordnen. Es wurde so vorgegangen, dass zuerst allgemeine oder theoretische Annahmen formuliert wurden, von denen dann deduktiv Kategorien abgeleitet werden konnten. Diese sollten als Elemente eines praktischen Manuals zur Sichtung und Beurteilung größerer Mengen von bildlichen Darstellungen, wie wir sie heute vorfinden, dienlich sein und eine leichtere Erarbeitung von Bildbeurteilungen und Bildinterpretationen ermöglichen:

1. Die erste Annahme geht davon aus, dass als "behindert" bezeichnet werden kann, wer Hilfe benötigt.

Dieses Hilfe zu benötigen, bezieht sich darauf, dass behinderte Menschen vielfachen gesellschaftlichen Forderungen nach Leistungsfähigkeit, der Fähigkeit, sich beruflich zu betätigen und damit ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, nicht entsprechen, dass behinderte Personen persönliche Hilfeleistungen und Assistenz zur Abwicklung des Alltags und der persönlichen Pflege benötigen, im Gegensatz zu anderen sog. nichtbehinderten Personen. Diese Definition wurde zu Beginn der 80er-Jahre von Selbsthilfegruppen von behinderten Personen und ambulanten Diensten (vgl. VIF 1982) zur Abgrenzung gegenüber defektologischen Definitionen entwickelt. Hier wird gesagt, dass nicht die Behinderung wichtig ist, sondern die je individuelle Hilfe. Hilfe durch mobile Dienste und später durch persönliche Assistenz sollten mit dieser Definition begründet/unterstützt werden.

Kommentar: Die Definition ist so offen, dass sie sowohl Sondermaßnahmen als auch Unterstützung der Selbstbestimmung umfassen kann.

Konsequenzen für die Kategorisierung bildlicher Darstellungen im Sinne des Autonomieanspruchs der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung:

Negativ:

- Bilder, die behinderte Menschen als abhängig von Hilfe zeigen

- Bilder, die die Dominanz helfender Personen in den Vordergrund stellen

Positiv:

- Bilder, die die Kontrolle der Betroffenen über Hilfeleistungen zeigen

- Bilder, die Aushandlungsprozesse in Hilfssituationen zeigen

Zwiespältig:

- Bilder, die Hilfstechniken oder technische Hilfen zeigen: Sie können Informationswert haben, aber auch behinderte Menschen entpersönlichen und auf eine Rolle als Hilfeempfänger reduzieren.

2. In einer zweiten Dimension kann argumentiert werden, dass als "behindert" bezeichnet werden kann, wer keinen gleichen Zugang zu allen gesellschaftlichen Institutionen und Einrichtungen hat, wie er anderen Bürgerinnen und Bürgern selbstverständlich ist.

Diesem Fehlen von BürgerInnenrechten, die Behinderung bestimmen und auch erzeugen können bzw. konstituieren, steht der Kampf von behinderten Menschen aus der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung zur Durchsetzung eines allgemeinen Diskriminierungsschutzes und für den Abbau von Diskriminierungen im Rahmen von Rechten auf Bildung, Rechten im Arbeitsleben, Baurechtsregelungen, Rechten auf Mobilität, Rechten auf Kommunikation, Gleichstellung behinderter Frauen usw. entgegen. Dem entspricht die Forderung nach einem Gleichstellungsgesetz.

Konsequenzen für bildliche Darstellungen im Sinne des Autonomieanspruchs der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung:

Negativ:

- Bilder, die behinderte Menschen als unselbständig, arm und/oder abhängig von Institutionen darstellen und dies mit der Behinderung erklären (Individualisierung des Problems)

- Bilder, die behinderte Menschen als heilungs-, erziehungs- und therapiebedürftig hinstellen

- Bilder, die behinderte Personen innerhalb oder als Teil von aussondernden Institutionen zeigen, ohne dass die Institution hinterfragt wird/ hinterfragt werden kann

- Bilder, die aussondernde Institutionen produzieren, um ihren Zweck zu legitimieren und zu würdigen, insbesondere wenn dieser Zweck im Bild nicht direkt entschlüsselbar ist

- Bilder entsprechend der Einteilung (Typologie) des Blickes auf behinderte Menschen der Ausstellung "Der [Im-] perfekte Mensch":

- Der medizinische Blick

- der instrumentalisierende Blick

- der ausschließende Blick

Positiv:

- Bilder, die den Protest gegen behindernde gesellschaftliche Bedingungen verdeutlichen

- Bilder, die die selbstverständliche Teilnahme von behinderten Personen am gesellschaftlichen Alltag ohne Aussonderung deutlich symbolisieren können - Integration/ Inklusion in Kindergarten, Schule, Arbeitswelt, Wohnwelt, Beziehungs- und Lebensalltag

- Besonders positiv sind diese Bilder wie im Punkt davor, wenn sie mit Darstellungen von Dialogen und gemeinsamen Tätigkeiten verbunden sind.

3. Eine weitere These: Als "behindert" kann bezeichnet werden, wer gesellschaftlichen Projektionen ausgesetzt ist, die sie/ihn zum symbolischen Träger allgemeiner, gesellschaftlicher oder existentieller Probleme macht.

Es ist im Rahmen dieser These zu fragen, wie abwertende und vorurteilshafte Gefühle gegenüber behinderten Menschen in politischen Systemen entstanden sind und entstehen. Der Regelkreis von abwertenden und diskriminierenden Gefühlen gegenüber behinderten Menschen - die den Alltag von behinderten Menschen dominieren - und politisch strukturellen Entscheidungen ist zu erklären. Es soll in diesem Zusammenhang die Bedeutsamkeit von Angst gegenüber und vor Behinderungen und von Projektionen hervorgehoben werden. Projektion meint, dass in andere Menschen das hineingelegt wird, wovor alle Menschen die größte Angst haben. Das betrifft vor allem das, was Menschen an sich selbst ablehnen, oder das, was bedrohlich erscheint: Niemand will unschön/Ekel erregend aussehen, niemand will unglücklich oder arm sein, niemand will verletzt werden, niemand will krank werden, alle Menschen haben Angst vor dem Tod. Diese angstbesetzten Themen, die in der Alltagswelt mit schwer erreichbaren Ansprüchen an den perfekten, arbeits- und konsumfähigen Menschen verbunden sind, werden leicht verdrängt und persönlich von sich fern gehalten. Ein Mechanismus der Leidensprojektion ist hier wirksam, aus dem sich das übliche gesellschaftliche Bewusstsein im Sinne von Verdrängung von Behinderung ableiten lässt. Klassische Folge ist Isolation und institutionelle Absonderung; im Weiteren leitet sich auch der Wunsch daraus ab, dass behinderte Personen als prinzipiell Unglückliche nicht existieren sollen (Vernichtungswunsch).

Konsequenz für bildliche Darstellungen im Sinne des Autonomieanspruchs der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung:

Negativ:

- Bilder, die bewusste oder unbewusste Tendenzen der Abwertung von behinderten Personen beinhalten

- Bilder, die dazu verführen, Projektionen mächtig werden zu lassen: Eigene Ängste vor Krankheit, Hilflosigkeit, ästhetischen Einschränkungen, Leistungsverlust, sozialem Statusverlust, Tod.

- Bilder, die Projektionen über Mitleid mächtig werden lassen

- Bilder mit dem Inhalt: "Trotz Behinderung ...."

- Die Darstellung dynamisch-erfolgreicher Elitebehinderter, die bewusst oder unbewusst von anderen behinderten Personen abgegrenzt werden oder ihnen als Vorbild vorgehalten werden.

- Bilder, die das "Rehabilitationsparadigma" symbolisieren, z.B. "wenn sich behinderte Menschen genügend anstrengen, können sie alles erreichen", oder Therapie ist der größte Lebenszweck von behinderten Menschen

- Bilder entsprechen der Typologie des Blickes auf behinderte Menschen der Ausstellung "Der [Im-] perfekte Mensch":

- Der staunende Blick

- der vernichtende Blick

- der mitleidige Blick

- der bewundernde Blick

Positiv:

- Bilder, die einfühlendes Verstehen unterstützen und Projektionen vermindern können, die Dialog symbolisieren können

- Bilder aus dem Alltag von Selbstbestimmung und Integration/Inklusion, die die Eigentätigkeit, das Selbstbewusstsein und die eigene Identität von behinderten Personen symbolisieren können.

- Bilder, die eine Kultur der Anerkennung zum Ausdruck bringen

Die hier vorgeschlagene Kategorienbildung geht von der Struktur des Bildes selbst aus. Damit gibt es ein prinzipielles Problem: Sinn und Symbolik von Bildern lassen sich oft erst durch das Wissen, unter welchen Bedingungen und in welchem inhaltlichen Zusammenhang das Bild entstanden ist (Kontextwissen), erschließen. Wenn Bilder mit Texten verbunden sind, kann der Kontext eines Bildes, z.B. durch die Analyse des Kontrastes zwischen Bild und begleitendem Text, ermittelt werden.

Jenseits eines erkennbaren allgemeinen kulturellen Sinns von Bildern ist die Interpretation von Bildern durch die Interessen und das Vorwissen (sozial, kulturell, biographisch geprägtes Kontextwissen) der Personen- und Personengruppen, die Bilder betrachten (RezipientInnen und RezipientInnengruppen), beeinflusst. Die Frage ist z.B.

  • wie interpretieren behinderte oder nichtbehinderte Personen Bilder

  • wie interpretieren Männer oder Frauen Bilder

  • wie interpretieren Personen von unterschiedlicher sozialer Herkunft (Status) Bilder

  • wie interpretieren Personen mit unterschiedlicher Bildung Bilder

  • wie interpretieren Personen aus ihrem persönlichen Wissen über verschiedene Kulturen Bilder

  • wie interpretieren Personen aus eigenen und beruflichen Interessen Bilder

Dies führt dazu, der Analyse des Gesamtmediums, aus dem das Bilddokument stammt, einen wichtigen Stellenwert beizumessen. Die inhaltliche und formale Ausrichtung des Mediums und der angesprochene RezipientInnenkreis sind zu berücksichtigen. Es ergibt sich z.B. ein wichtiger Unterschied, ob ein Bild in einer Fachzeitschrift oder in der Boulevardpresse veröffentlicht wird.

3. Der transformatorische Blick

Auch bei den Bild-Beurteilungskategorien, die im Rahmen des Projektes Das Bildnis eines behinderten Mannes als Hilfestellung in der Bildanalyse entwickelt wurden, bleibt die Schwierigkeit, Kategorisierungen und die genauere Rekonstruktion von Sinn von Bilddokumenten zu verbinden. Dies führt dazu, der tieferen Interpretation einzelner Bilder einen wichtigen Stellenwert zu geben. Die Gültigkeit von Kategoriesystemen wird in dem Maße steigen, wie anhand der Tiefenanalyse von einzelnen Bildern Kategorien erstellt, differenziert oder bestätigt werden können. Sonst bleiben Bildbeurteilungen und auch die Einschätzung des Kontextwissens an Oberflächenphänomenen hängen. Anhand von Beispielen möchte ich mich nochmals auf die Suche nach dem Sinn und die Struktur bildlicher Darstellungen von behinderten Menschen machen.

3.1 Sonnenblumen

Abbildung 1: Titelblatt des Benetton - Katalogs "Sonnenblumen" 1998

Garland Thomson hat das Titelbild des Benetton-Katalogs "the sunflowers" der oben beschriebenen Kategorie "Behinderte Personen bedauerlich aber nicht hoffnungslos" zugeordnet. Sie schreibt dazu:

The rhetoric of sentiment has migrated from charity to retail in late capitalism's scramble to capture markets. For example, the cover of a 1998 Benetton public relations brochure distributetd in stores employs a chic sentimentality in documenting a school for developmentally disabled children that Benetton supports and outfits" (Garland Thomson 2001, 356) An anderer Stelle wird formuliert: "Sentimental cuteness and high fashion come together in this public relations brochure's presentation ... (ebd. 357)

So wichtig der angesprochene Aspekt der Verschiebung von Caritas in Richtung kommerzieller Werbung ist, die eingesetzten Mittel werden nicht analysiert, die übergreifende Zuordnung zu "Behinderte Personen bedauerlich aber nicht hoffnungslos" entspricht einer Analyse manifester Inhalte. Was von Garland Thomson nicht näher betrachtet wird, sind die Dominanz des Lächelns der behinderten Person auf dem Bild, die mit "sentimental cuteness" unzureichend erfasst ist, und der Bedeutungsinhalt des Titels "Die Sonnenblumen", der den ganzen Katalog charakterisiert.

Zuerst zum Lächeln, das als ein Feld für Typisierungen mit hoch ambivalentem Charakter gesehen werden muss: Sinason (2000, 94) - bekannte Psychoanalytikerin an der Tavistock Klinik in London, die psychotherapeutisch mit geistig behinderten Personen arbeitet - berichtet von typischen Beschreibungen von behinderten Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen, die oft so beginnen:

  • "X ist ein liebenswerter junger Mann. Er ist die ganze Zeit fröhlich. Allerdings beißt er die Mitarbeiter" (ebd. 94) oder

  • "Sie ist sehr fröhlich, nur schlägt sie sich die ganze Zeit vor die Stirn" (ebd. 94) oder

  • "Seine Schule teilte mit, er sei sehr glücklich, lächle die ganze Zeit, nur masturbiere er in der Öffentlichkeit" (ebd. 94)

Der Natur dieses Lächelns ist bisher noch kaum nachgegangen worden. Ein Ansatz zur Analyse ist, dass unter den Bedingungen der Isolation oder Gewalt eine Transformation von Affekten stattfindet. Dies kann lebensgeschichtlich sehr früh beginnen. Spitz (nach ebd. 98) sieht in der frühkindlichen Sozialisation das Lächeln als ein strukturierendes Merkmal für die Wahrnehmung und den Beginn einer Ich-Entwicklung. Es wird für den frühkindlichen Dialog eingesetzt und das "erste Lächeln" ist einer der gemeinhin bekanntesten Meilensteine in der Entwicklung menschlicher Kommunikation. Dieses Lächeln kann aber sehr früh eine Transformation durchmachen und eine Situation der Isolation und Ablehnung symbolisieren. Ablehnung, physische Kränkung und Gewalt können von einem Baby mit einem Lächeln beantwortet werden. Dieses Lächeln stellt dann die verzweifelte Antwort auf eine unkontrollierbare Situation dar, in der kein Dialog möglich ist. Rene Spitz hat die Wahrnehmung von Babys als "coenästhetisch" beschrieben (Spitz nach Niedecken 1998, 60ff). Es handelt sich dabei um eine ausgedehnte innere Sensitivität des Kindes und um eine in der Selbstwahrnehmung "harmonische" Vermischung des Kindes mit der Umwelt. Die Transformation des Lächelns zum verzweifelten Lächeln findet im Übergangsraum der coenästhetischen Wahrnehmung zur Abgrenzung zur Umwelt, zum Umgang mit Objekten und der Dialogaufnahme statt. Spitz hat schon in den 50er-Jahren gezeigt, dass Babys, bei denen der Dialogaufbau durch Isolation und Kontaktverweigerung verhindert wird, schwer verstört werden können und ihnen sogar der Tod droht. Verzweifeltes Lächeln kann als Ausdruck einer bedeutsamen Zwischenstufe der Angstabwehr vor biographisch bestimmender Kommunikations-Einschränkung gesehen werden.

Die eingangs erwähnten Zitate der Beschreibung von behinderten Menschen zeigen, dass es beim "behinderten Lächeln", dem affirmativen Symbolisieren der Zerstörung, nicht bleibt. Die Kinder reagieren mit Widerstand. Der Widerstand behinderter Menschen erscheint u.a. in Form von Dummheit, (Auto-) Aggression und provokanter Unangepasstheit. Damit ist sog. geistige Behinderung vielfach in dem konstituiert, was Sinason mit "aus Kummer benommen sein" (Sinason 2000, 36) benennt. Sinason hat in ihrem Buch gezeigt, wie sehr hier sexueller Missbrauch bedeutsam sein kann und Dummheit als verzweifelter Versuch des Verdrängens und des Vergessens gesehen werden kann. Dass diese Form des Widerstands genau das weiter mit-erzeugt, was der biographische Ursprung der geistigen Einschränkung oder Behinderung war, ist ein Dilemma, das als Verursachung für vielfältigste Störungen bekannt ist. Die traditionelle Psychiatrie und Sonderpädagogik mit ihren institutionellen Verankerungen leben davon, dass Behinderung, die als Effekt von Dialogabbruch und Isolation gesehen werden kann, individualisiert wird. Behandlung, Therapie und Pädagogik setzen primär am einzelnen Kind an, die sozialen Bezüge werden nachgereiht oder ausgeblendet. Es kann von einer individualisierenden Förderaggression gesprochen werden.

Individualisierung als Kennzeichen moderner (aber auch postmoderner) politischer Strategien der Entsolidarisierung und Verfügbar-Machung von Menschen (vgl. Beck 1986) benötigt abweichende, als unproduktiv typisierte Personen, die zur Legitimation von gesellschaftlichen Strukturierungen in Sinne von Machtinteressen zu verwenden sind. Die Wirksamkeit der Individualisierungsstrategie zeigt sich daran, dass sie bei uns unbewusst gut abgesichert ist. Niedecken bezeichnet dieses Phänomen als "Phantasma Behinderung", wobei Phantasma als eine kollektive psychische Konfiguration beschrieben wird, in der Gesellschaften ihre Herrschaftssysteme in den Individuen gesellschaftlich unbewusst absichern, sie wie unabänderlich und naturgegeben erscheinen lassen (vgl. Niedecken 1998, 103). Der individualisierte Blick auf behinderte Menschen wird gesellschaftlich benötigt und durch vielfältige gesellschaftliche Inszenierungen, wie Spendensammlungen, immer wieder errichtet. Wie selbstverständlich Behinderung unter solchen Bedingungen im gesellschaftlichen Alltag identifiziert wird und wie schwierig sich Versuche der Dekonstruktion von Behinderung im Rahmen von Integration/Inklusion gestalten, spricht für die Massivität der gefühlsmäßigen Absicherung des "Phantasmas Behinderung" in unserer aufgeklärten westlichen Gesellschaft.

Eine Zertrümmerung von Spielräumen und die Invasion von Phantasmen finden unter gesellschaftlichen Abwertungs-, Verdrängungs- und Vernichtungstendenzen statt, die davon betroffene Personen manchmal auch direkt formulieren können. Eine behinderte Frau berichtet:

Eine Botschaft drängt sich klar und unmißverständlich in mein Unbewußtes, nämlich daß es den Leuten lieber wäre, wenn ich stürbe ... Ich bin jetzt 30 Jahre alt. Erst jetzt fange ich an zu merken, dass ich nicht die ganze Zeit lächeln muß und dass ich durchaus mittelmäßig sein kann, ohne daß ich das Gefühl habe, jemand würde daherkommen und ‚mich aus meinem Elend befreien' (Mason nach Sinason 2000, 96).

Angst ist das entscheidende Phänomen, das hier wirksam wird. Gesellschaftliche Phantasmen können sich nur mit Hilfe von Angst in der Psyche festigen.

Das oberste Ziel einer assimilierenden Pädagogik, die unbewusst gut abgesichert Widersprüche auslöschen möchte, ist, dass die betroffenen Personen selbst Strategien erlernen, die Angst der anderen zu reduzieren. Das behinderte Lächeln ist das Symbol der Selbstauslöschung, das die Angst der Gesellschaft vor dem unbeherrschbaren Anderen reduzieren soll.

Hier ist der Bezug zur oben genannten Werbebroschüre von 1998 der bekannten internationalen Bekleidungsfirma Benetton unter dem Titel "Sonnenblumen" herzustellen. Mit den "Sonnenblumen" sind metaphorisch die dargestellten, geistig behinderten Personen gemeint. Die Bestsellerautorin Susanna Tamaro schreibt im Leittext zum Benetton-Katalog:

Von meinem Fenster aus sehe ich Hügel, Felder und Wälder, und im Hintergrund die Umrisse eines erloschenen Vulkans. Die Kornfelder wechseln sich mit Sonnenblumenfeldern ab. Diese Blumen habe ich immer geliebt wegen ihrer eigensinnigen Fröhlichkeit, wegen der Fügsamkeit, mit der sie der Sonne folgen. Neben mir am Tisch das Lächeln dieser Kinder, dieser jungen Menschen. Noch mehr Sonnen, die mein Zimmer erleuchten. Freude liegt in diesen Blicken, eine einfache, unleugbare Freude. Auf diesen Bildern gibt es keine Form von Gewalt, keinerlei Übergriff, keinen Zwang zum Lächeln ...

Oder ein weiteres Zitat aus dem Katalog:

‚Ich glaube, dass die behinderten Kinder und Erwachsenen in Wirklichkeit Engel sind' sagt Paola, die Mutter von Stefano (und Marketing-Leiterin von Benetton), ‚denn sie kennen keine Bosheit, keine Lügen, keine Falschheit.' Das glaube ich auch. Nicht wir opfern uns für diese Kinder auf - wie eine bestimmte, angeblich menschenfreundliche Rhetorik behauptet - sondern sie opfern sich für uns. Mit strahlenden Augen kommen sie auf die Erde, um die Panzer um unsere Herzen zu sprengen und sie für das größte Geschenk zu öffnen, das am schwierigsten anzunehmen ist: die Unentgeltlichkeit der Liebe.

Dieser Text könnte als kitschiger Text weggelegt werden. Doch Benetton folgt mit seinen Plakaten einer Werbestrategie, die sehr erfolgreich ist. Das kann wohl nur daran liegen, dass sie auf herrschendes Bewusstsein oder besser Unbewusstes und seine Transformation als Werbe-Botschaft aufbaut. Benetton will provokativ authentisch sein und Realität zeigen (vgl. Heinze-Prause 2001, 266). Die Plakate zu HIV, Sterben im Krieg oder Sexualität von Nonnen und Priestern folgen dieser Linie. Welche Realität soll aber mit der Präsentation von lächelnden behinderten Kindern und Jugendlichen so bedeutsam hervorgehoben werden? Dass sie existieren und als Personen öffentlich dargestellt werden können? Dies könnte bedeuten, dass damit Isolation und ein Tabu durchbrochen wird. Nur wie die Darstellung erfolgt, bedient und verstärkt sie traditionelle Typisierungen. Die Herstellung einer Analogie zu Pflanzen, zu Sonnenblumen, ist die Naturmetapher, die zur Entmenschlichung von behinderten Personen führt. Dies hat seit Beginn des 19. Jahrhunderts Tradition als reale wissenschaftlich legitimierte Zuschreibung Tradition und führte direkt in Richtung Eugenik. Dazu folgendes Zitat zur medizinisch/naturwissenschaftlichen Erforschung der "Fexen", wie landläufig Personen mit Lernschwierigkeiten zu Ende des 18. Jh.s genannt wurden:

Ist der Fex aber nicht Mensch, so ist er Tier, was man schon [entsprechend der >Physischen Anthropologie<] an seinem Gesicht sehe, das >größtentheils zum Fraßwerkzeuge, zum Kiefer und zur Schnauze geworden< sei.... Die Fexen seien noch weiter >in die Classe tiefstehender Thiere hinabgestoßen<, ihre enorme Verdauungskraft deute daraufhin, daß sie >an die Thierclassen, in denen noch außer den Baucheingeweiden kaum ein anderes Eingeweide erwacht ist, an die sogenannten Pflanzenthiere< grenzten.... >Der Glaube an die Pflanzennatur der Cretinen (wird) immer zudringlicher. Denn bey ihnen, wie bey den Pflanzen, ist die Entwicklung der Genitalien die höchste Entfaltung.< Die Fexen haben den Pflanzen nur voraus, >daß sie nicht wie diese unmittelbar darauf, wenn sie den Samen haben fallen lassen, sterben müssen.> (Dr. Johann von Knolz 1821 nach Schmitten 1985, 63)

Tier- und Pflanzenmetaphern wurden auch seit den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts im Rahmen der neuen Euthanasiedebatte aufgegriffen - es sei nur an die viel zitierte Formulierung "human vegetable" im Rahmen der neuen Bio-Ethik-Debatte (vgl. Paul 1997) erinnert. In dieser Lebenswertdebatte wird versucht, Personen zu definieren, die getötet werden können. Ein realer Hintergrund ist die konsequente Abtreibung von Föten, wenn Down-Syndrom oder eine andere Behinderung nachgewiesen wird. Es ist die Frage, ob die Pflanzenmetapher auf dem Benetton-Plakat nicht auch diese Realität symbolisiert und damit verstärkt. Der fast existenziell-esoterische Tonfall der Beschreibung legt dies jedenfalls nahe. Wenn hier behauptet wird, dass behinderte Personen Engel sind, die keine Bosheit, keine Lügen, keine Falschheit kennen, ist das derart irreal, dass zu fragen ist, was damit bedeutet wird. Im Grunde kann niemand Mensch sein, wer so ist, vielmehr eben ein Engel, auf das Jenseits bezogen, oder eine Pflanze. Behinderte Menschen sind hier ein Transformationssymbol. Es wird auch betont, dass die behinderte Person sich für uns aufopfern, uns erlösen soll von den Übeln unserer Panzer. Es entsteht eine pseudoreligiöse Metaphorik, die damit endet, dass behinderte Menschen uns auf die Unentgeltlichkeit der Liebe verweisen. Diese Mischung aus Pflanzlichkeit und Jenseitsbezogenheit - im Grunde eine Sterbemetapher - wird über das Lächeln symbolisiert. Ein bestimmtes gesellschaftliches, unbewusstes Wissen über die verzweifelt ambivalente Bedeutung des "behinderten Lächelns" wird aufgegriffen und reproduziert. Im Grunde geht es bei der Plakat-Kampagne um eine affirmative "Kolonialisierung der Köpfe über visuelle Wahrnehmung", wie es Roswitha Heinze-Prause (2001, 266) formuliert, die die Benetton-Werbeplakate analysiert hat (vgl. zu dem ganzen Kapitel: Schönwiese 2001)

3.2 Lächeln im 16. Jh.?

Die bisherigen Ausführungen können vielleicht einen Betrag zur Interpretation des Lächelns des behinderten Mannes im Portrait aus dem 16. Jh. leisten (vgl. Schönwiese/ Mürner 2005 und Mürner/Schönwiese 2006). Das Lächeln wird ja von vielen Betrachtern als überlegen, intelligent und selbstbewusst bezeichnet. Inzwischen gehe ich aber von einem ambivalenten Ausdruck aus, der erlangtes Selbstbewusstsein, deprivierte Sozialisation und Abhängigkeit symbolisiert. Diese Darstellungsweise ist sehr wirksam. Das psychische und kulturell sublimierte Hintergrundphänomen dabei ist Angst und Angstbewältigung. Das Bild schafft einen Übergangsraum, der in diesem Zusammenhang Distanzierung und Staunen ermöglicht und den behinderten Mann zum Objekt macht.

Der vorgegebene Raum ermöglicht den Sieg über die Furcht. Nach Bachtin handelt es sich dabei jedoch nicht um deren abstrakte Beseitigung. Der Furcht wird vielmehr der Nimbus genommen; sie wird in Fröhlichkeit umgewandelt. Bachtin verankert die Lachkultur als Ausdruck der nicht-offiziellen Wahrheit des Volkes hauptsächlich im Mittelalter und sieht ihren Höhepunkt im 16. Jahrhundert. Der Rückzug der Lachkultur fällt dann in das absolutistische und rationalistische 17. Jahrhundert, obwohl Bachtin einräumt, dass sie auf der Volksbühne und auf den Jahrmärkten - wenn auch auf veränderte Weise - fortlebt. Die Ausstellung der Monstrositäten auf Jahrmärkten und Wanderbühnen ist ein Beispiel für solche Verschiebungen. Im 16. Jahrhundert tauchen sie überhaupt erst in größerem Umfang auf solchen Veranstaltungen auf; und in der Folgezeit werden Haarmenschen, Zwerge, Menschen ohne Beine und viele andere ungewöhnliche Erscheinungen zum festen Bestandteil der populären Kultur des Staunens. Die Bewältigung der Furcht und die neugierige Lust am Spektakel sind nicht voneinander zu trennen. (Hagner 2003, 48)

Das Bild schildert aber auch einen kompetenten Ausweg für die behinderte Person, die als eine bestimmte Form der Charakterisierung von behinderten Menschen bekannt ist: Einen intelligenten Zynismus zu pflegen, der zu einem befreienden Lachen reizt. Dies passt gut zur beschriebenen Lachkultur der Renaissance. Dankbar greifen die BetrachterInnen des Bildes das Lächeln auf, es entspannt die durchaus dramatische Szene der Lüftung des Tuches, das das Bild abdeckt. Die Dramaturgie des Bildes beinhaltet ein Spiel mit der Ambivalenz des Lächelns. Das durchaus selbstbewusste und herausfordernde Lächeln des behinderten Mannes, das kein herzhaftes und ansteckendes Lachen als Hintergrund hat, ist auch behindertes Lächeln und wird in diesem doppelten Sinn medial dazu eingesetzt, den BetrachterInnen zu helfen, ihre Angst zu überwinden.

Die als "stulta" charakterisierte Elisabeth lächelt nicht, was schwierig zu interpretieren ist. Ist hier ein Teil von realistischem Bewusstsein einer Frau mit Lernschwierigkeiten symbolisiert, die sich nicht über Lächeln soziale Akzeptanz erkaufen muss? Wenn dies so interpretiert werden könnte, wäre dies ein möglicher Hinweis darauf, dass die personale Anerkennung von Elisabeth als Person mit Lernschwierigkeiten ohne die vermittelnde Inszenierung des behinderten Lächelns möglich war bzw. andere Symbole verwendet wurden, wie die Embleme an der Kleidung der Elisabeth.

3.3 Löwenzahn

Abbildung 2: Frühlingserwachen. In: Ja zum Leben. 1998, 35

Dieses Bild, einer "festlichen Bedenkschrift" zum 100-jährigen Jubiläum eines traditionell strukturierten Behindertenheimes entnommen, ist auf den ersten Blick nicht besonders auffällig. Eine Gruppe von Personen mit Lernschwierigkeiten mit Begleitpersonen, aufgestellt vor einer Frühlings-Löwenzahnwiese.

Auffällig am ehesten, dass behinderte Personen wieder mal als Groß-Gruppenwesen Lebens- und Freizeit verbringen müssen. Daneben aber ein Text "Ver-Wandlung - Ein Gleichnis" (Kosicki 1998, 34), der einen unvermuteten Kontext und die Verbindung zu einer Metapher herstellt. Das Gleichnis beginnt damit, dass ein Löwenzahnpflänzchen in einer Wiese die Nährstoffe im Boden fragt, ob sie zu einem Löwenzahn werden wollen. Sie sollten sich schmerzlos auflösen und aufsaugen lassen. So wurden die Nährstoffe zu Pflanzen. Ein vorbeikommender Hase fragt einen Löwenzahn, ob er zum Hasen werden möchte. Er müsse sich zwar fressen lassen, könnte sich dann aber frei bewegen. Und so wurde der Löwenzahn Hase. Da kam ein Jäger vorbei, der den Hasen fragt, ob er nicht Menschwerden wolle, da könne er auch "Geschichten erfinden, zum Mond fliegen". Er müsse sich aber totschießen, abhäuten, braten und essen lassen. Unter Tränen sagt der Hase ja. Das Gleichnis endet mit: "Da kam Gott vorbei und sagte zu Menschen: ‚Möchtest du nicht...?' Möchten wir?", einem Bibelzitat und "Die Verwandlung, auf die wir und hier einlassen, kostet uns alles." (alles ebd., 34).

Die Metapher des Löwenzahns, die im Logo des Heimes verankert ist, stellt sich hier deutlich als mit behinderten Personen verbundene Transformationsmetapher dar. Warum löst der Blick auf behinderte Personen so beispielhaft einen Wunsch nach Verwandlung und nach jenem des Opfers aus? Als theologisch ungebildete Person kann ich nur erkennen, dass hier behinderte Personen als Symbol für Leiden, Opferung und Jenseits verwendet werden, die mit dem Begriff der imitatio christi verbunden werden kann. Jenseits der direkten Verbindung in diesem Fall mit der religiösen Grundhaltung der Heimträgerschaft erscheint es mir, dass mit der Löwenzahn-Metapher behinderte Personen als Zwischenwesen charakterisiert werden, was übergreifende Bedeutung haben könnte. Das Menschsein wird nicht automatisch wie in einem Grundrecht postuliert, sondern mit der Forderung des Wandels auf ein größeres Glück hin verbunden, behinderte Menschen werden nur in einer Funktion akzeptiert - in der Funktion, als Transformationssymbol zur Verfügung zu stehen. Merkwürdig berührt mich, dass ich hier auf der Phänomenoberfläche eine Parallele zur neuen und international extensiv gepflegten utilitaristischen Lebenswert-Debatte erkennen kann, in der das größtmögliche Glück die entscheidende Bezugskategorie ist (vgl. Singer 1984). In keiner Weise sind in diesen Ausdrucksformen die Stimmen der betroffenen Personen selbst, die - wie im Fall der Personen auf dem Bild oben - in einem totalen Abhängigkeitsverhältnis zu einer Institution (vgl. die Struktur der totalen Institution nach Goffman 1973) leben, zu erkennen.

Dieses Beispiel kann als ein Beleg dafür gesehen werden, aus welchem Fundus traditioneller Metaphern Benetton geschöpft haben kann, und dass im Wandel von Caritas zu Kommerz wesentlich mehr latente Inhalte übernommen werden, als beim ersten analytischen Blick auf das schöne Benetton-Design und die freundlich/niedlich lächelnden behinderten Personen erkennbar ist. Es kann allerdings davon ausgegangen werden, dass der latente Sinn der Werbebroschüre von den RezipientInnen un- oder nebenbewusst wahrgenommen und im Sinne der Reproduktion von Sinnstrukturen verarbeitet wird.

4. Die Triade und das Zwischen

Das bisher Gesagte kann im Sinne einer Ikonographie der Darstellungen von behinderten Menschen inhaltlich in folgender Weise zusammengefasst werden: Der transformatorische Blick ist dadurch charakterisiert, dass behinderte Personen als Zwischenwesen gesehen werden, die Identität nur darüber erhalten, dass sie für bestimmte (alltags-) kulturelle Zwecke zur Verfügung stehen. Der medialen Inszenierungen des Zwischen ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Garland Thomsen analysiert die Triade Betrachter, betrachtetes Objekt und vermittelnde Inszenierung (wohl unter Bezug auf die Semiotik von Peirce - vgl. Roeck 2004, 50f) am Beispiel von Schönheitskonkurrenzen und Freak-Shows:

Spectacles such as beauty pageants and freak shows entail structured seeing. Unlike participatory rites such as Carnival, these visual spectacles enact what Susan Steward calls 'the pornography of distance', by founding a triangle composed of the viewer, the object viewed, and the mediating that regulate the encounter. The display's particulary intense capacity to signify facilitates a kind of cultural didacticism where an array of scripts, roles, and positions can be writ large. Although political, ideological, and economic forces ultimately determine the relationship between spectator and spectacle, the mediators appropriate the power of the ritual by choreographing the relationship and manipulating its conventions for their own ends, which were almost always commercial (Garland Thomson, 2000, 185).

Es ist zu fragen, ob behinderte Menschen kulturell als fragiles Zwischen gesehen werden können, die durch eine ewig angekündigte und nie erreichbare endgültige Transformation als nicht wirklich menschlich fixiert werden. Der/die BetrachterIn tritt zurück, die beobachtete Person verschwindet, übrig bleibt die Inszenierung, das Medium, das Ritual, der Mythos Behinderung (die Bedeutung im 2. semiologischen System nach Roland Barth 2003). Symbolisiert wird dies inhaltlich z.B. über Vorstellungen der Notwendigkeit von Heilung, Legitimierung von Distanz, Verarbeitung von Angst, religiöse Motive (Gott nahe) oder eugenische Motive (Pflanzen nahe). Die Beschreibung des WIE der Inszenierungen ist ein wichtiger Schritt zum Verständnis der sozialen und kulturellen Konstitution von Behinderung, der über die Katalogisierung von Blicken auf behinderte Menschen hinausgeht. Das bedeutet konkret u.a. die Analyse von Zwischen-Objekten, wie der Rollstuhl, das Lächeln, die Pflanze, die Abdeckung (wie beim behinderten Mann), die Embleme (bei der Elisabeth - siehe die Beträge von Rauch und Oberhöller im vorliegenden Buch) usw., die sich zwischen die direkte personale Auseinandersetzung (den Dialog) plazieren, kulturelle Distanz über Zwischenräume schaffen, das Verschwinden der Personalität von behinderten Personen inszenieren. Oder es ist zu fragen, wo das Zwischen sich verlieren und durchlässig werden, Räume der Anerkennung und Spielräume, flexible Übergangsräume und Symbole der Anerkennung schaffen kann. Erforderlich dazu ist sicher die Ermöglichung der Selbstrepräsentanz behinderter Personen, die Behinderung sozial relativiert, indem sie personaler Identität Raum gibt, der "Sieg über die Angst" (siehe das Zitat von Hagner oben) in direkter Auseinandersetzung erfolgt.

Was die oben dargestellten Kategoriensysteme von Bilddokumenten und deren Gültigkeit betrifft, kann an diesem Punkt nicht gesagt werden, welche den größten Erklärungs- und Aufklärungswert haben. Als Analyse-Hilfen sind sie allemal bedeutsam. Der Versuch, Sinnstrukturen in der bildlichen Darstellung von behinderten Menschen zu finden, hat dazu geführt, die allgemeinere Kategorie des transformatorischen Blicks zu beschreiben und damit einen Kern der gesellschaftlichen Inszenierung von Behinderung, die über die Analyse von Zwischen-Objekten zugänglich wird.

5. Ausblick

Sandfort forderte 1982 in einem Medienmanifest die Beachtung der Perspektive von behinderten Menschen selbst ein und formulierte:

Wir fordern, die Voraussetzungen zu schaffen, die uns die Hoffnung auf ein menschenwürdiges gleichberechtigtes Leben in einer demokratischen Gesellschaft geben. In einer Gesellschaft, die uns nicht zwingt, unsere Fähigkeiten als minderwertig zu betrachten und die uns nicht unserer positiven Qualitäten entfremdet, eine humane Gesellschaft, die uns achtet. (Sandfort 1982, 212)

Inzwischen ist dies aber nicht mehr ausschließlich eine Forderung an nicht-behinderte JournalistInnen und VertreterInnen der Medien- und Werbewirtschaft, sondern auch ein Anspruch an die Beteiligung und den Eigenausdruck der Betroffenen selbst. Für Personen mit Lernschwierigkeiten hat dafür z.B. die internationale People First-Bewegung Räume eröffnet. Selbst-Darstellungen von behinderten Personen, die geeignet sind, den transformatorischen Blick zu durchbrechen, sind inzwischen vereinzelt schon in traditionellen Medien zu finden.

Ein Beispiel dafür ist das im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des People First-Projektes "Ohrenkuss" entstandene Portrait von Veronika Hammel, das in Brigitte-women (Nr. 2/2006) mit einem durchaus verständnisvollen Begleittext als Kontext erschienen ist. Das Foto wurde auch in der Ausstellung Das Bildnis eines behinderten Mannes (Mürner/Schönwiese 2006, 35) gezeigt.

Abbildung 3: Veronika Hammel. Foto: Mathias Bothor. In: Mürner/Schönwiese 2006, 35

Die im Detail konventionelle Symbolik (z.B. die Rose) bekommt in Gesamtkomposition und Kontext eine Bedeutung gegen die herrschenden entpersönlichenden und entgeschlechtlichenden Darstellungsweisen von Behinderung. Es gilt zwar immer noch: "Die Beherrschten sind kaum in der Lage, die gesellschaftlichen Repräsentationen über sie zu kontrollieren" (Champagne 1997, 78). Aber, die Existenz von Selbstpräsentationen wie die von Veronika Hammel kann eine Kontraststruktur zu den gegenüber der gesellschaftlichen Angstabwehrabwehr affirmativen Medienprodukten bilden und damit Verarbeitungsmöglichkeiten anbieten, die bei "Aufklärung" über den latenten Sinn der medialen Repräsentanzen von behinderten Menschen nicht möglich zu sein scheinen. Nicht umsonst ist ein Leitspruch der Selbstbestimmt Leben Bewegung: "Nichts über uns ohne uns".

Literatur

Barthes, Roland: Mythen des Alltags. Frankfurt: Suhrkamp, 2003.

Beck, Ulrich: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt: Suhrkamp, 1986.

Benetton: Katalog "Sonnenblumen", 1998.

Champagne, Patrick: Die Sicht der Medien. In: Bourdieu, Pierre et.al: Das Elend der Welt. Zeugnisse und Diagnosen alltäglichen Leidens an der Gesellschaft. Konstanz: UVK, 1997, 75-86.

Deutsches Hygiene Museum Dresden/ Aktion Mensch (Hrsg.): Der [im-]perfekte Mensch - vom Recht auf Unvollkommenheit. Ostfildern-Ruit: Hatje Cantz, 2001.

Garland Thomson, Rosmarie: The beauty and the freak. In: Chrutchfield, Susan/ Epstein, Marcy (Ed.): Points of Contact. Disability, Art, and Culture. Michigan: University of Michigan Press, 2000, 181-196.

Garland Thomson, Rosmarie: Seeing the Disabled. Visual Rhetorics of Disability in Popular Photography. In: Longmore, Paul K./ Umansky, Lauri (Hg.): The new disability history - American Perspectives. New York: New York university press, 2001, 335-374.

Goffman, Erving: Asyle. Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen. Frankfurt: Suhrkamp, 1973.

Hagner, Michael: Monstrositäten in gelehrten Räumen. In: Lutz, Petra u.a. (Hg.): Der [Im-]perfekte Mensch. Metamorphosen von Normalität und Abweichung. Köln: Böhlau Verlag, 2003, 43-61.

Heinze-Prause, Roswitha: Authentizität als Massenbetrug. Strukturale Analyse des Benetton-"Friedensplakats" von Oliviero Toscani. In: Heinze, Thomas: Qualitative Sozialforschung. Einführung, Methodologie und Forschungspraxis. München: Oldenbourg, 2001, 257-269.

Ja zum Leben. 100 Jahre St.-Josef-Institut. Eine festliche Bedenkschrift. Mils: Eigenverlag, 1998.

Kosicki, P. Georg W.: Ver-Wandlung - Ein Gleichnis. In: Ja zum Leben. 100 Jahre St.-Josef-Institut. Eine festliche Bedenkschrift. Mils: Eigenverlag, 1998, 34.

Mollenhauer, Klaus: Methoden der erziehungswissenschaftlichen Bildinterpretation. In: Friebertshäuser, Barbara; Prengel, Annedore (Hrsg.): Handbuch Qualitative Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft. Weinheim: Juventa, 1997, 247-264.

Mürner, Christian; Schönwiese, Volker (Hg.): Das Bildnis eines behinderten Mannes. Blicke, Ansichten, Analysen. Bildkultur der Behinderung vom 16. bis ins 21. Jahrhundert. Ausstellungskatalog und Wörterbuch. Neu-Ulm: AG Spak, 2006.

Niedecken, Dietmut: Namenlos. Geistig Behinderte verstehen. Berlin: Luchterhand, 1998.

Paul, Jobst: Der Begriff, die Ideologie und zur Geschichte der "Bioethik", 1997. Im Internet: http://bidok.uibk.ac.at/library/jobst-begriff_bioethik.html 28.12.06

Renggli, Cornelia: Nur Mitleid oder Bewunderung? Medien und Behinderung. In: Gisela Hermes, Gisela; Rohrmann, Eckhard (Hrsg.): Nichts über uns - ohne uns! Disability Studies als neuer Ansatz emanzipatorischer und interdisziplinärer Forschung über Behinderung. Neu-Ulm: AG SPAK 2006, 97-109.

Roeck, Bernd: Das historische Auge. Kunstwerke als Zeugen ihrer Zeit. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2004.

Sandfort, Lothar: Medien Manifest. In: H. J. Kagelmann, H. J.; Zimmermann, R. (Hrsg.): Massenmedien und Behinderte. Weinheim: Beltz, 1982, 207-213.

Schmitten, Inghwio aus der: Schwachsinnig in Salzburg. Zur Geschichte einer Aussonderung. Salzburg: Umbruch, 1985. Im Internet: http://bidok.uibk.ac.at/ 28.12.06

Schönwiese, Volker: Das behinderte Lächeln und Theoriebezüge integrativer Pädagogik, 2001. Im Internet: http://bidok.uibk.ac.at/library/schoenwiese-laecheln.html 28.12.06

Schönwiese, Volker; Mürner, Christian: Das Bildnis eines behinderten Mannes. Kulturgeschichtliche Studie zu Behinderung und ihre Aktualität. Mit Beiträgen von Andreas Zieger und Margot Rauch. In: Psychologie & Gesellschaftskritik, Nr. 1/2005 (Nr. 113), 95-125. Im Internet: http://bidok.uibk.ac.at/library/schoenwiese-bildnis.html 28.12.06

Sinason, Valerie: Geistige Behinderung und die Grundlagen menschlichen Seins. Berlin: Luchterhand, 2000.

Singer, Peter: Praktische Ethik. Stuttgart: Reclam, 1984.

Vereinigung Integrationsförderung e.V. (VIF) (Hrsg.): Behindernde Hilfe oder Selbstbestimmung der Behinderten. Neue Wege gemeindenaher Hilfen zum selbständigen Leben. Kongressbericht der internationalen Tagung: "Leben, Lernen, Arbeiten in der Gemeinschaft". München: Eigenverlag, 1982. Im Internet: http://bidok.uibk.ac.at/library/vif-selbstbestimmung.html 28.12.06

Quelle:

Volker Schönwiese: Vom transformatorischen Blick zur Selbstdarstellung. Über die Schwierigkeit der Entwicklung von Beurteilungskategorien zur Darstellungen von behinderten Menschen in Medien

Aus: Petra Flieger, Volker Schönwiese (Hrsg.): Das Bildnis eines behinderten Mannes. Bildkultur der Behinderung vom 16. bis ins 21. Jahrhundert. Wissenschaftlicher Sammelband. AG SPAK Bücher, Neu Ulm 2007, Seite 43-64

bidok - Volltextbibliothek: Erstveröffentlichung im Internet

Stand: 06.12.2011

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