Ich arbeite im STADTHAUS-HOTEL Hamburg natürlich

AutorIn: Jens Lüttensee
Themenbereiche: Kultur, Arbeitswelt
Textsorte: Referat
Releaseinfo: Referat am 11. Österreichischen Symposium für die Integration behinderter Menschen "Es ist normal, verschieden zu sein". Veranstaltungszeitraum: 6. - 8. Juni 1996 in Innsbruck. Veranstalter: "Tafie - Tiroler Arbeitskreis für integrative Erziehung" in Zusammenarbeit mit der "Tiroler Vereinigung zugunsten behinderter Kinder" und dem "Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck".
Copyright: © Jens Lüttensee 1996

Ich arbeite im STADTHAUS-HOTEL Hamburg natürlich

Ich heiße Jens Lüttensee aus dem STADTHAUS-HOTEL Hamburg-Altona zusammen mit Andreas Hinz von Beruf Schulgruppe. Ich bin 22 Jahre alt. Mein Traumberuf ist Musiker, Dirigent. Die in Wirklichkeit ist, ich arbeite im Hotel: Waschbecken und Klo putzen und Dusche, das Bett abziehen und im Bad feudeln, saugen auch und Wäschereipflege.

In der Wäscherei muß ich Wäsche waschen, 45 Minuten zum Trockner tun, an die Mangel und bügeln, erst die Kleinteile und dann die großen Teile. Die Mangelwäsche nur zehn Minuten zum Trockner. Dann Wäsche zusammenlegen.

An der Rezeption sage ich: "Herzlich Willkommen im Stadthaushotel!" Im Service mache ich Kaffeedienen, den Gästen dienen, den Frühstücksbuffet aufbauen mit Wurst und Käse, Joghurt, Milch und schön Saft, Cornflakes, Obst und Marmelade, auch Honig. In Service für die Gäste bekomme ich das Trinkgeld, für Danke für Frühstück. Das Trinkgeld kommt in die Kasse für alle.

Chef Thorsten Schönrock stellt Dienstplan auf. Morgens um 9 bis halb 2, Frühdienst ist ab 7 Uhr. Drei Tage in der Woche frei und dann kommt Frühdienst. Im Jahr sind 35 Tage Urlaub. Fünf nehme ich im Dezember zu mein Geburtstag.

Im Dienst trage ich die Fliege, die gute Hose und das grüne Jackett. Sonst Jeans und Schlips auch gerne. Chef Herr Krim paßt auf saubere Hände auf - immer erst Hände waschen. Und die Haare sauber duschen in der Wohngruppe.

Am wichtigsten im Hotel ist Herr Thorsten Schönrock mit allen Kollegen auch, keinen nerven, das geht. Die unsere Gäste sind nett. Die Spülmaschine einräumen, Buffet und Tische aufräumen. Das war's. Danach zur Pause. Alle zusammen trinken Selter und Kaffee, im Sommer auf der Terrasse. Noch Wäscherei und Feierabend.

Am Feierabend alle gut essen, und kuschel ich mit Zivi Sascha, der alte Freund und auch Karsten mein Freund beruflich ist der Wohngruppe arbeiten natürlich. Das war schon lange, bei Mirco so klein war schon, immer gekuschelt und auch Britta Born. Annalena lieber nicht, und Dirk Becker auch ein alter Kumpel. Dann in der Tanzschule, da erst Walzer, Rumba, Chachacha und noch Discofox, Foxtrott und Hacke-Spitze-Polka. Wir tanzen die Tanzgruppe. Außerdem mein Hobby ist die Musik, nämlich Dirigent gelernt mein Kopf am Klavier. Orgel und Flöte nicht mehr so, aber schön laut Schlagzeug gut. Ich dirigiere die CD Mozart, Strauß, Jaques Offenbach, Joseph Haydn, Hohann Sebastian Bach Flötenkonzert, Carl Orff Carmina Burana und Sieben-Schwäne-Tanz, Tschaikowski auch.

Bei Schule Uferstraße gewesen mit acht Leuten Schülergruppe. Bei Schule gelernt bei Karsten Kühl, unserm Lehrer, täglich Berufsschule. Bei ihm gelernt Rechnen, bei Frau Timbeck Wäschereipfleger, bei Frau Kindt, die machte die Kochen. Da Brötchen geschmiert, für ganze Schule verkauft in Kiosk zum Pause, die anschließend.

Vorher Robbe-Institut-Schule mit zehn Leute ein Gruppe. Da Schreiben, Eurhythmie gelernt, viele Feste gefeiert: St. Michaelfest am Herbst, der was noch Erntedankfest, St. Martinfest für Frühling. Immer ganz schön.

Schon lange gewesen der Bürger auch mit Andreas Hinz in Kongress in Duisburg mit von Lebenshilfe und noch im Harz auch mit Ines, und mit Gesa und ich in Hannover Tagung und mit René Herr Horn im Hamburger Spaß-Verein in Borgweg. Auch in Österreich Innsbruck Congress, nä, mit Musik und Theater, die Kabarett ganz toll auch noch getanzt und hinterher Peter und der Wolf Prokoffief. Auch später mal Wien vielleicht ein Referent ich, und Zauberflöte in Oper oder London Konzert, alle einladen in zu wohnen in STADTHAUSHOTEL gerne. Verteilt die Prospekte, vorgestellt mich und STADTHAUSHOTEL mit Video, und sage ich: "Jetzt kommt Andreas!"

(SchreibmediatorInnen: Ines Boban & Andreas Hinz)

Quelle:

Jens Lüttensee: Ich arbeite im STADTHAUS-HOTEL Hamburg natürlich

Referat am: 11. Österreichischen Symposium für die Integration behinderter Menschen "Es ist normal, verschieden zu sein", Innsbruck, 6.-8. Juni 1996

bidok - Volltextbibliothek: Wiederveröffentlichung im Internet

Stand: 15.02.2005

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