Braucht der Mensch eine personale Identität?

AutorIn: Peter Prechtl
Themenbereiche: Schule
Textsorte: Zeitschrift
Releaseinfo: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft Nr. 3/99. Thema: Zumutungen im pädagogischen Feld Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft (3/1999)
Copyright: © Peter Prechtl 1999

Braucht der Mensch eine personale Identität?

Die Frage nach der personalen Identität wird dort virulent, wo die Person im zeitlichen Verlauf bestimmten Veränderungsprozessen unterliegt. Die These, daß die personale Identität konstitutiv für den Menschen ist, wird mit Bezug auf phänomenologisch-psychologische Untersuchungen zur identitätsbildenden Funktion des leiblichen Mitvollzugs erörtert. Identität ist demnach nicht als normatives Konstrukt, sondern als Prozeß der Identitätsbildung zu verstehen. Personale Identität kristallisiert sich zu einem Begriff der narrativen Identität, der dem Umstand Rechnung trägt, daß sich die Kontinuität der Person in der narrativ eingeholten Verbindung von Sinnzusammenhängen darstellt.

Die Frage ist zunächst polemisch gemeint, zumal in manchen gegenwärtigen Diskussionen die Vorstellung einer personalen Identität mit negativen Assoziationen belegt wird. Nicht selten wird dazu das Horrorgemälde entworfen, solche Überlegungen der Philosophischen Anthropologie führten dazu, den Menschen auf eine bestimmte Identität festschreiben zu wollen. Von anderer Seite wird der Einwand vorgebracht, eine solche Annahme einer personalen Identität würde gerade jene Personen aus dem Bereich des Menschen ausgliedern, die keine personale Identität entwickeln können. Dabei wird unterstellt, bei dem Konzept der personalen Identität handle es sich um einen Kriterienkatalog, den es zu erfüllen gilt, wenn man als ein vollwertiger Mensch angesehen werden soll. Beide Einwände halte ich nicht für stichhaltig, im Tenor ihrer Argumentation sogar für abwegig. Deren Vertreter haben nicht hinreichend bedacht, welche Konsequenzen das hätte, keine personale Identität zu haben.

Ich vertrete demgegenüber die These, daß eine personale Identität konstitutiv ist für jede Person. Eine rudimentäre Form von Identität zeigt sich schon in den Formen von Erinnerung. Nur insofern ich es bin, der dies und jenes erlebt habe, kann ich die verschiedenen Ereignisse zu einer Erinnerungskette verbinden. Man könnte das damit ausdrücken, daß ein unausgesprochenes "ich denke" meine einzelnen erinnerten Erlebnisse begleiten können muß, damit ich sie als meine Erinnerungen in einen Zusammenhang bringen kann. Dieses Beispiel bleibt noch relativ formal. Mein Interesse gilt vielmehr jener Form der personalen Identität als einer Form des Sich-Gleich-Bleibens trotz aller Wandlungen und Veränderungen. Wie wollte ich für mich und an mir Veränderungen feststellen, wenn ich nicht gleichzeitig von einer personalen Identität ausgehen könnte?

Bevor ich zum Kern meiner Ausführungen komme, in dem die Notwendigkeit einer personalen Identität erörtert werden soll, will ich zunächst meine Vorgehensweise darlegen. In einem ersten Schritt steht die Frage im Vordergrund, wie ich den Begriff der personalen Identität bestimmen kann. Danach werde ich das Augenmerk auf jene Prozesse lenken, in denen sich Grundstrukturen der Identität in Gestalt einer leiblichen Identität entwickeln. Auf dieser Grundlage kann ich dann die Strukturen der Identitätsbildung näher erörtern.

1. Personale Identität als Konstrukt

Wenn von personaler Identität die Rede ist, muß man zunächst genauer bestimmen, aus welcher Perspektive danach gefragt wird. Die ontologische Dimension der Frage läßt sich in folgender Frage formulieren: Wann können wir zurecht von derselben Person sprechen? - Was macht ihre Identität aus? Dabei ist in Rechnung zu stellen, daß eine Person im zeitlichen Verlauf bestimmten Veränderungsprozessen unterliegt wie bspw. dem Wachstum, Reifeprozessen (Stichwort: von der Kindheit zur Pubertät), Altern, aber auch im Hinblick auf den Verlust von irgendwelchen Fähigkeiten oder Körperteilen. Unter welchen Bedingungen können wir davon sprechen, daß die Identität eines Individuums solche Veränderungsprozesse überdauert. Eine mögliche Antwort beschränkt sich auf die raumzeitliche Bestimmung: Der Körper ist über die Veränderungen hinweg immer noch als ein in einem Raum-Zeit-Koordinatensystem identifizierbarer zu begreifen. Damit wird der Körper (einer Person) in eine gegenständliche Bestimmung eingeordnet. Für eine veränderte Betrachtungsweise haben John Lockes[1] Ausführungen stilbildend gewirkt. Er charakterisiert "Person" als "ein denkendes, verständiges Wesen, das Vernunft und Überlegung besitzt und sich selbst als sich selbst betrachten kann. Das heißt, er erfaßt sich als dasselbe Ding, das zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten denkt. Das geschieht lediglich durch das Bewußtsein, das vom Denken untrennbar ist, und wie mir scheint, zu dessen Wesen gehört... Denn da das Bewußtsein das Denken stets begleitet und jeden zu dem macht, was er sein selbst nennt und wodurch er sich von allen anderen denkenden Wesen unterscheidet, so besteht hierin allein die Identität der Person, das heißt, das Sich-Selbst-Gleich-Bleiben eines vernünftigen Wesens". Personale Identität wird so auf die Kontinuität des Bewußtseins reduziert. Als grundlegender Einwand drängt sich dabei auf, ob Lockes Bezug auf das sog. vernünftige Wesen und seine Annahme eines Gedächtnisses nicht allein für erwachsene Person geltend gemacht werden kann.

Das hätte dann zur Folge, daß darüber ein Streit um das Lebensalter beginnt, ab dem man einer Person eine personale Identität zuschreiben dürfte. Ich werde in meiner weiteren Ausführung die These vertreten, daß diese reduktive Annahme der erwachsenen Person nicht haltbar ist. Es gilt zu zeigen, daß die Entwicklung des Kindes sich vollzieht entlang den Stadien der Entwicklung einer personalen Identität.

Lockes Bestimmung und die an ihn anknüpfenden Deutungsversuche[2] einer solche Identität lassen allerdings das Spezifische einer personalen Identität außer acht - und lassen damit die eigentliche Frage unbeantwortet. Wir bekommen die weiterreichende Frage erst dann in den Blick, wenn wir uns vergegenwärtigen, daß die Frage der personalen Identität gerade subjektiv für die "betroffene" Person und besonders in Fällen (aber nicht nur) von einschneidenden Veränderungen körperlicher oder seelischer Art virulent wird[3]. Diese an psychologische Fragen heranreichenden Überlegungen zielen auf die Bestimmung ab, wie die personale Identität aus der "Innenperspektive", d.h. der Perspektive des Erlebenden zu erklären ist.

Aber nicht nur die Erklärungsart steht dabei zur Diskussion, sondern auch die Frage, ob eine solche personale Identität notwendig angenommen werden muß. Eine befriedigende Antwort darauf finden wir, wenn wir uns auf phänomenologische und psychologische Studien zur Leibidentität beziehen. Bevor ich dazu komme, erscheint es mir angezeigt, näher auf Positionen einzugehen, die "personale Identität" als "Ideal der Personalität" zu bestimmen versuchen. Für die gegenwärtige Diskussion mögen dafür Dennetts[4] Erläuterungen stellvertretend stehen: Personalität verlangt verschiedene Kompetenzen wie Rationalität, intentionale Zustände, die Fähigkeit, andere als intentionale Systeme zu erkennen, Fähigkeit zur Kommunikation oder eine Art von Selbstbewußtsein. Damit wird gleichsam ein "interner Aufbau" der Identität einer Person beschrieben. Mit personaler Identität sind dann nicht nur jene genannten Kompetenzen verknüpft, sondern auch das Vermögen einer Person, ihre personale Identität als eigenes Projekt bewußt zum Gegenstand ihrer Reflexion und ihres Wollens machen zu können. Diese idealtytische Bestimmung muß mit einem ähnlichen Vorbehalt wie die von Locke rechnen: Ab welchem Zeitpunkt der Entwicklung kann man von solchen Kompetenzen ausgehen? Einmal abgesehen von der Schwierigkeit, genau bestimmen zu können, wann eine Person solche Kompetenzen erreicht hat, bleibt die Frage, auf welche Weise jene davor liegenden Stadien der Personalität dann zu interpretieren ist. Auf der Grundlage solcher Festschreibungen gelangen wir offensichtlich zu keinem befriedigenden Resultat.



[1] John Locke: Versuch über den menschlichen Verstand. 2 Bde. Hamburg 1981; hier: Bd. 2, S. 154; vgl. dazu: Udo Thiel: Lockes Theorie der personalen Identität. Bonn 1983.

[2] vgl. dazu: Michael Quante: Die Identität der Person: Facetten eines Problems. In. Philosophische Rundschau 42. Jg. 1995, S. 35 ff.

[3] vgl. für eine eingehende Kritik: Paul Riceour: Das Selbst als ein Anderer. München 1996. S. S. 155 ff.

[4] Daniel C. Dennett: Bedingungen der Personalität. In: L. Siep (Hrg.): Identität der Person. Basel 1983. S. 21 ff.

2. Die leibliche Identität

Bisher wurde nur andeutungsweise davon gesprochen, daß personale Identität grundlegend ist für das Menschsein. Dabei ist darauf hinzuweisen, daß damit nicht eine gleichsam normativ bestimmte Form voll entwickelter Identität gemeint sein kann. Wir müssen deshalb den umgekehrten Weg beschreiten und zeigen, wie in der Entwicklung (d.h. über die verschiedenen Entwicklungsschritte hinweg) der Person das Konzept personaler Identität zum Tragen kommt. Dabei muß auch ersichtlich werden, worin die konstitutive Rolle bestehen soll.

Wenn wir den Fehler zahlreicher Abhandlungen, immer schon eine fertig ausgebildete Person zu unterstellen umgehen wollen, müssen wir auf jene Phasen der Entwicklung zurückgehen, in denen das Kind in einer grundlegenden Weise geprägt wird. Dazu hat der französische Philosoph Merleau-Ponty entscheidende Vorarbeit geleistet. Er hatte mit dem Begriff der "Zwischenleiblichkeit" das Augenmerk darauf gelenkt, daß der Leib das Medium ist, mit der Welt wie mit den anderen Personen in Beziehung zu treten. Ich erfahre diese erst über meine leiblichen Eindrücke, noch bevor ich sprachliches Vermögen entwickelt habe. Eine veränderte Sichtweise tut sich dadurch auf: Der Körper des Menschen ist mehr als nur ein biologischer Organismus, denn mit allen körperlichen Eindrücken verbunden ist eine bestimmte Form des Erlebens. Mit dem Berühren verbunden ist der Eindruck des Berührtwerdens, mit der Umarmung nicht nur der körperliche Eindruck des Umfaßtwerdens, sondern auch der emotionale Eindruck des Gehaltenwerdens. So gesehen wird der Leib zum Medium zwischenmenschlicher Begegnung, wobei die sich leibhaft Begegnenden wechselseitig berühren und spüren.

Ich werde zunächst die mit der Zwischenleiblichkeit verbundenen Aspekte darstellen, um dann in einem zweiten Schritt auf jene Aspekte hinzuweisen, die für personale Identität von Bedeutung sind. Wir haben davon auszugehen, daß wir in dem leiblichen Erleben des Kleinkindes die früheste Form des Erlebens sehen können. Der Leib eröffnet dem Säugling dadurch eine Welt, daß er sich mit einem leiblichen Anderen (d.i. die Mutter) befindet, diesen betastet, befühlt. Seinen eigenen Leib erfährt er in den spontanen Berührungen, Blicken, Stimmen, Bewegungen und Gefühlen der anderen Person. Die Empfindungen des Säuglings erhalten ihre Bedeutung aus der leiblichen Resonanz der anderen Person.

Was heißt leiblicher Mitvollzug? Solange seine eigenen Möglichkeiten, sich verständlich zu machen, noch unzureichend entwickelt sind, ist der Säugling angewiesen auf das Verständnis der Mutter. Da sie imstande ist, seine leisen Regungen instinktiv zu deuten, legt sie durch ihren Verständnishorizont den Sinn der leiblichen Zeichen fest[5].

Worin ist identitätsbildende Funktion des leiblichen Mitvollzugs zu sehen? Die Gefühle des Anderen, die sich dem Kind leiblich mitteilen, beeinflussen maßgeblich das Selbstgefühl des Kindes. Was ihm als Vertrauen, Liebe und Achtung entgegengebracht wird, schlägt sich bei ihm als Selbstvertrauen, Selbstliebe und Selbstachtung nieder. Nur wenn dies dem Kind leiblich vermittelt wird, kann es als leibliches Selbstgefühl einverleibt werden und zum Teil seiner eigenen Person werden[6].

Als besondere Voraussetzung für die Entwicklung des affektiven Selbstempfindens ist eine relative Kontinuität des Erlebens zu sehen. Da sich der Säugling diese nicht selbst verschaffen kann, muß diese Kontinuität in Form von Wiederholungen seitens der Mutter sichergestellt sein. Diese Kontinuität wird von außen gewährleistet, nur so entwickelt sich eine Kontinuität des eigenen Erlebens und der eigenen Gefühlswelt. Aus diesem regelmäßigen Erleben erwachsen darüber hinaus Vertrauen und Geborgenheit, Sicherheit und Sichwohlfühlen. Das Vertrauen als Grundlage eines tragenden Gefühlslebens kann sich nur auf der Grundlage des geglückten leiblichen Dialogs mit der Mutter entwickeln. Dem regelmäßigen Erleben korrespondiert ein Bindungsverhalten des Säuglings[7].

Für die Frage der personalen Identität ergibt sich aus diesen Ausführungen folgendes Resultat: Die erste Stufe der Identitätsbildung vollzieht sich als Entwicklung zu einer leiblichen Identität. Durch die Strukturierung des eigenen Selbsterlebens durch den bedeutungsvollen Anderen wird die Voraussetzung geschaffen, daß der Säugling seine leiblichen Erlebnisse sich integriert. Integration bedeutet in diesem Zusammenhang, daß auf der Grundlage des Vertrauens auch die schmerzlichen leiblichen Empfindungen als ihm zugehörig erfahren werden. Wenn diese Atmosphäre des Vertrauens fehlt, kommt es zu einem Abwehrmechanismus, d.h. diese Empfindungen werden von dem Säugling als nicht ihm zugehörig eingeordnet. Diese als "archaische Spaltung" [8] beschriebene Abwehr führt zu einer Fragmentierung des Selbst, d.h. die leibliche Identität wird brüchig. Das besondere Problem der leiblichen Identität besteht darin, daß eine einheitliche, integrierte Struktur des Leiberlebens sich erst im Dialog mit anderen entwickelt und nicht schon von vornherein gegeben ist.

Die Kontinuität der Zuwendung durch den Anderen ermöglicht zudem etwas, was wir als Geschichte des leiblichen Erlebens bezeichnen können. Von Geschichte ist nicht in dem Sinne die Rede, als ob eine Abfolge von Ereignissen in einem Gedächtnis abgespeichert würde. Vielmehr ist darunter eine Synthese unserer emotionalen Erfahrungen zu sehen, die sich zu einem Erfahrungsbild vom eigenen Körper verdichtet[9]. Die Kontinuität ist bedingt durch den bruchlosen Wandel des Erlebens. "Nur insofern Neu-Erlebtes anschlußfähig an bestehende Strukturen angegliedert werden kann, ist die Kontinuität der Identität gesichert." [10] Neue Erfahrungen dürfen also nicht von der Art sein, daß sie sich bestehenden Mustern nicht mehr einfügen können.

Die Ausbildung einer leiblichen Identität ist andererseits die Voraussetzung dafür, daß das Kind (etwa ab dem 7. Monat) die Entdeckung machen kann, daß es die Gefühle mit anderen teilen und kommunizieren kann. Darin ist ein Schritt von der leiblichen Interaktion hin zu einer neuen Ebene der Intersubjektivität vollzogen. Zur Erfahrung des Säuglings gehört es, daß der Andere durch seinen Leib bestimmte Gefühle ausdrückt, die er zu verstehen sucht. Erst von da aus kann sich die Fähigkeit entwickeln, die Reaktionen der Anderen mit seinem Verhalten in Verbindung zu bringen. Auf der Ebene des Vertrauens entwickelt sich ein Leib-Selbst als Voraussetzung für ein soziales Selbst, das sich in Beziehung zu anderen setzt. Dieser Schritt stellt einen Wechsel von der Innenbeziehung (von Leib und Ich) hin zu einer Außenbeziehung dar. War für das Selbsterleben zunächst bestimmend, was vom Anderen unmittelbar leiblich gespürt wurde, so spielt jetzt eine zusätzliche Rolle, was andere in mir sehen. Der Blick der Bezugspersonen erhält seinen besonderen Stellenwert für die Selbsteinschätzung. Der Blick kann Anerkennung und liebevolle Bewunderung des kindlichen Leibes zum Ausdruck bringen. Entsprechend lernt das Kind sich selbst zu schätzen und findet so zur Bildung eines positiv besetzten leiblichen Selbst. Die Entwicklung eines positiven Selbstbildes steht in Abhängigkeit vom Blick des Anderen. Darin kann sich Bewunderung und Anerkennung ebenso spiegeln wie Mißachtung und Enttäuschung.

Die leibliche Identität als erlebter Leib ist der umgreifende Horizont, der alles einschließt, was in einer leiblich gefühlten Weise mir angehört - vergleichbar dem "ich denke" für die Erinnerung. Wenn die Entwicklung einer leiblichen personalen Identität die Voraussetzung für ein Selbstbewußtsein des Kindes ist, dann ist dieses Selbstbewußtseins getragen vom Selbsterleben und dem Entwurf eines Selbstkonzeptes ("was kann ich?" - "was traue ich mir zu?"). Diese Strukturen leiblicher Identität sind die Voraussetzung für jede weitere Erfahrung.



[5] René Spitz hat aufgezeigt, zu welchen pathologischen Konsequenzen führen kann, wenn die Mutter ihren Säugling nicht hinreichend oft richtig versteht - in: Vom Dialog. Stuttgart 1988, S. 98 ff.

[6] vgl. Björn Haneberg: Leib und Identität. Die Bedeutung der Leiblichkeit für die Bildung der sozialen Identität. Würzburg 1995, S. 40 ff.

[7] M. Ainsworth u.a.: Patterns of attachement. Hillsdale 1978

[8] H. Petzold: Die modernen Verfahren der Bewegungs- und Leibtherapie und die "integrative Bewegunstherapie". In: Leiblichkeit. Paderborn 1985, S. 386

[9] vgl. Haneberg, a.a.O., S. 68 f.

[10] ebd., S. 86

3. Vom Konstrukt der "Identität" zur Identitätsbildung

Die eingangs zitierten Reflexionen zur personalen Identität waren von der Frage angeleitet, welche konstitutiven Merkmale der Identität zum Begriff der Person zu rechnen sind. Unausgesprochen ist dabei von dem sog. voll entwickelten Subjekt die Rede. Eine solche Sichtweise läßt allerdings außer Acht, welche Bildungsprozesse dem vorausliegen. Um zu einer veränderten und auch angemesseneren Sichtweise zu gelangen, ist es erforderlich, jene psychologischen Theorien zu Rate zu ziehen, die solche Prozesse eingehender untersuchen. Dazu bietet Bohleber[11] eine detaillierte Beschreibung einer Theorie der Identität, die auf die unterschiedlichen Ansätze innerhalb der Säuglingsforschung und der psychoanalytisch orientierten Erklärungsansätze eingeht.

Die Rede ist dann nicht mehr von einer voll ausgebildeten Identität, sondern von der Identitätsbildung als Prozeß. Zum Verständnis der seelischen Entwicklung hat sich das interaktive Paradigma der Kleinkindforschung als äußerst fruchtbar erwiesen. Dabei wird unterstellt, daß das sich entwickelnde Selbst des Kleinkindes in einen aktiven affektiven Austausch mit der Bezugsperson eingebunden ist. - Wenn sich die einzelnen Darstellungen dieses Austauschs als plausibel erweisen, kann man in einem Umkehrschluß die normative Feststellung vertreten, daß für die Identitätsentwicklung ein affektiver Austausch unabdingbar notwendig ist. Dabei muß nicht die zusätzliche Annahme eines fest umrissenen Resultats aufgestellt werden. Vorausgesetzt ist, daß Mutter und Kind als Partner der Interaktion gewisse Formen sozialer Reaktionsbereitschaft besitzen. Beim Säugling wäre die Befähigung vorauszusetzen, eine interaktionelle Synchronizität mit der Pflegeperson herzustellen. Besser läßt sich dies erläutern als reziprokes Zusammenspiel. Die sich entwickelnde Individualität des Kindes ist ein Ergebnis des Zueinanderpassens ("matching") von Säugling und Umwelt. Daß die Vorleistungen seitens der Bezugsperson dabei eine tragende Rolle spielen, versteht sich von selbst. Gleichsam die grundlegendste Form der Intersubjektivität wird ermöglicht, wenn das Kind entdeckt, daß innere Zustände mit einem anderen gemeinsam erlebbar sind. "Wünsche und Absichten können nun mit der Mutter im Rahmen von gepaarter Aufmerksamkeit und gemeinsam erlebten Gefühlen abgestimmt werden. Dies findet alles auf vorsprachlicher Ebene statt. Solche Gemeinsamkeiten in der Wahrnehmung und im Erleben von Gefühlen, Absichten und Wünschen fördern das Entstehen eines "executive sense of we", das sich zu einem autonomen "sense of we" weiterentwickelt" [12].

Eine weitere Erklärungsperspektive bieten die Untersuchungen von Stern[13]: Er geht von einem Selbstgefühl als primären Organisationsprinzip aus. Dabei zeigt er auf, wie der Säugling von Geburt an auf die Wahrnehmung von Vorgängen der Selbst-Organisation angelegt ist.

Von Bedeutung ist dabei, daß Identität als Prozeß begriffen wird, gleichsam als Weg zur Entfaltung der Individualität. Nur so kann vermieden werden, von einem Selbst zu sprechen, das in einem bestimmten Alter erworben wird und von diesem Zeitpunkt an vorhanden ist. Das Selbst markiert dabei jenen Aspekt der Identität, der sich so umschreiben läßt: Wir fühlen uns, während wir uns im Wandel und in einer Reihe von Veränderungen befinden, als dieselben. Dies erfordert zunächst nicht eine explizite bewußthafte Selbstvergewisserung, wie wir sie aus der Tradition der Philosophie kennen. Ein zweiter bedeutsamer Aspekt kommt zum Vorschein, wenn man genauer betrachtet, welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit sich dieses Selbst - als Identitätsstruktur entwickeln kann: Das Selbst kann sich nie unvermittelt erfahren, vielmehr bedarf es dazu eines bedeutungsvollen anderen. Die Erfahrung des Selbst wird vermittelt in sich widerspiegelnden Interaktionssequenzen zwischen Mutter und Kind im ersten Lebensjahr. Solche Interaktionen, die sich unzählige Male zwischen Mutter und Kind abspielen, werden zu allgemeinen Mustern und als solche als Bedeutungsmuster abgespeichert (als Interaktionsstrukturen). Winnicott beschreibt es eindrucksvoll auf folgende Weise: Die Mutter schaut das Kind an, und wie sie schaut, hängt davon ab, was sie selbst erblickt. Entsprechend erblickt das Kind im Gesicht der Mutter das, was es in sich selbst erblickt[14]. Das Kind kann demnach sein Selbst nur wahrnehmen, wenn dieses durch die Mutter zurückgespiegelt wird, und zwar so, wie die Mutter das Kind sieht. Diese Wechselseitigkeit ist gemeint, wenn man davon spricht, daß das Selbst nur vermittelt gegeben ist. Das Kind sucht im anderen sich selbst. Winnicott betont, daß bei dieser Suche es auch um das Gefühl geht, in dieser Suche zu existieren. d.h. das Gefühl zu haben, zu existieren. Die Bedeutung dieser Form von Reziprozität kann man nicht stark genug herausstreichen. Denn es ist ersichtlich, wie viel von der widerspiegelnden Zuwendung der Mutter abhängt für das Selbstgefühl des Kindes. Diese in der psychoanalytischen Theorie als "mirroring" bezeichnete Struktur nimmt auch deshalb eine zentrale Stellung ein, da die Mutter einen Gefühlszustand des Kindes zurückspiegelt und so diesem dazu hilft, seine eigene Affektivität kennenzulernen und ein Selbstgefühl zu entwickeln.

Allerdings spielen in diesen Prozeß der Identitätsentwicklung auch unbewußte Wünsche und Bedürfnisse der Mutter hinein. Damit wird dem Kind gleichsam ein Identitätsthema eingeprägt, das sich im günstigen Fall im Laufe des Lebens in einer Vielfalt von Variationen entfalten kann. Für diesen Kontext lassen sich Studien von Laing zur Illustration heranziehen, in denen er einen pathologischen Fall beschreibt: Ein junger Mann wird durch die Erwartungshaltung der Mutter auf eine Form der Persönlichkeit festgelegt, die mit seinem "eigenen Selbst" nicht zur Deckung zu bringen war. Seine Handlungsweisen waren "fremdgesteuert", so wurde auch sein Selbst niemals unmittelbar in und durch seine Aktionen enthüllt. Es entwickelte sich eine Dichotomie zwischen seinen Vorstellungen von sich und seinen Aktivitäten. Der pathologische Fall besteht darin, daß das, was dieses Individuum als sein wahres Selbst ansieht, mehr oder weniger unverkörpert erfahren wird und daß die körperlichen Erfahrungen als Teile des falschen Selbst empfunden werden. Aufgrund der bisherigen Ausführungen zeichnet sich ab, daß die Entwicklung des falschen Selbst durch die Konformität mit den Intentionen oder Erwartungen des anderen hervorgerufen wird[15].

Wir können in einem Zwischenresümee als Antwort auf die eingangs gestellte Frage, was die Identität einer Person über die Zeit und die Reihe der Veränderungen hinweg ausmacht, Folgendes festhalten: Im Rahmen der Austauschprozesse der Mutter mit dem Kind und deren regulierenden Aktivitäten entwickelt sich eine erste Erfahrung von Konstanz. Diese ist nicht mit einem kognitiven Konstrukt gleichzusetzen, sondern ist vielmehr als ein Gefühl, das durch die Erfahrung der Interaktionsprozesse entsteht, zu deuten. Die von Stern dafür eingeführte Bezeichnung "prärepräsentationales Kern-Selbstgefühl" bringt zum Ausdruck, daß es sich dabei noch nicht um ausgebildete kognitive Bewußtseinsstrukturen handeln kann. "Dieses vorrepräsentationale Kern-Selbstgefühl bildet die Basis und die Verankerung unseres Identitätsgefühls und trägt dazu bei, daß wir in aller Veränderung uns stets als die gleichen fühlen. Es gründet in den triebhaften Befriedigungserfahrungen und Verschmelzungserlebnissen mit der Mutter." [16] Grundlegend für die Identität und das Identitätsgefühl ist das Empfinden von Kontinuität. Über die Ereignisstruktur im Gefolge wiederkehrender Muster bei Mutter und Kind entwickeln sich spezifische Erwartungskonfigurationen. Vorausgesetzt für solche regelmäßige Erfahrungen sind stabil wiederkehrende Ereignisse. Ein weiterführender Entwicklungsschritt zeichnet sich ab, wenn der Säugling in diesem Interaktionszusammenhang das Gefühl bekommt, daß die eigenen Handlungen unmittelbar die eigenen Zustände in die gewünschte Richtung beeinflussen können. Dadurch wird die Selbst-Regulation des Kleinkindes zu einer interpersonalen Fähigkeit. Im Zuge der weiteren Entwicklung kann der Säugling zunehmend die Selbst-Erfahrung machen über seine Autorschaft von Empfindungen, Gefühlen, Vorstellung und Reaktionen - so erwirbt er sich das Gefühl eines eigenen psychischen Raumes[17]. Wir hätten damit als weiteren Aspekt von Identität neben dem Gefühl des Zugehörigseins (und einem Gefühl von Wir-Einheit mit der Mutter) das Gefühl der (allmählichen) Getrenntheit von dieser Einheit (mit der Mutter) festzuhalten. Bezugnehmend auf die eingangs zitierte Annahme, das Gedächtnis bilde die Grundlage der personalen Identität, können wir dies näher erläutern. Es handelt sich dabei nicht um eine Abfolge von Ereignissen, die gleichsam nur abgespeichert werden. Vielmehr zeigt es sich, daß das Selbstgefühl in Form von episodic memories gespeichert wird. Es handelt sich dabei um Speicherungen von Interaktionen, die mit zunehmender Erfahrung generalisiert werden. "Selbst, Objekt, die Art der Interaktion und die Situationen werden zusammen mit den beteiligten Affekten zu Bestandteilen der Erinnerung. Diese Erinnerungen können um jedes ihrer Elemente jeweils neu gruppiert und mit anderen Erinnerungen zusammengeschlossen werden." [18]

Daß diese skizzierten Strukturen ihre Gültigkeit auch für die Erfahrung des eigenen Selbst für die Zeit des Erwachsenenalters besitzen, zeigen die Untersuchungen von Laing. Auch er setzt die ursprüngliche Erfahrung des Selbst dabei in Beziehung zum anderen. Dabei wird das Selbst aus einer doppelten Perspektive zum Thema gemacht: als sehende und als gesehene Person. Die sehende Person nimmt dabei nicht allein sein Gegenüber wahr, sondern gerade auch die Art und Weise der Aufmerksamkeit durch den anderen in Bezug auf die sehende Person. Allerdings handelt die psychologische Beschreibung nicht von expliziten Prozessen der Reflexion, sondern von solchen Formen der Wahrnehmung, die man als Gefühl oder als vorreflexive Formen des Bewußtseins beschreiben kann. Das besondere Interesse an den vorliegenden Untersuchungen gilt der Tatsache, daß die personale Identität aufgrund ihrer Einbettung in interpersonale Prozesse eine Doppelstruktur aufweist: Für jede Person stellt einerseits das In-Beziehung-sein zu anderen Personen einen wesentlichen Aspekt des Seins dar, gleichzeitig ist auch eine Form des Getrennt-seins eine unerläßliche Voraussetzung der Entwicklung einer personalen Identität. Diese Selbständigkeit kann auch als eine vorreflexive Form der Autonomie verstanden werden. Laing beschreibt es als das autonome Gefühl der Identität, das mit der Vorstellung, die jeder von sich hat, verbunden ist[19]. Die Vorstellungen davon, wer ich bin, können demnach nicht unabhängig von den vorgängigen Prozessen der Interaktion und losgelöst von dem eigenen kulturellen Kontext gedacht werden. Entscheidend dabei ist, ob ich in meiner Wahrnehmung des Anderen diesen so erfahre, daß sich seine Vorstellungen von mir mit meinen eigenen hinreichend decken. Denn nur dann erfahre ich in meiner Hinwendung auf die andere Person gleichzeitig das Gefühl der eigenen Selbständigkeit. Für die Entwicklung einer personalen Autonomie ist es also Voraussetzung, daß der einzelne ein Gefühl von sich selbst als Person und damit auch ein Gefühl des eigenen Seins aufrechterhalten kann. Der Mangel an Autonomie artikuliert sich in dem Glauben, das eigene Sein sei an den anderen gebunden. Dieser Glaube ist vergleichbar mit dem Gefühl, nur dann jemand zu sein, wenn man die Vorstellungen der anderen Person erfüllt, d.h. nur in konformen Verhaltensweisen überhaupt von Bedeutung für den anderen zu sein. Die personale Autonomie entwickelt sich also einerseits aus der Bestätigung durch andere und bedeutet andererseits die Vorstellung, eine von anderen getrennte Person zu sein. Als grundlegendes Merkmal personaler Identität ist von daher diese Form des Autonomiegefühls anzusehen, Identität bedeutet dann durch das Gefühl der Getrenntheit in der gleichzeitigen Bezogenheit auf andere vermittelt. Laing belegt dies an Fallbeispielen psychischer Erkrankungen bei Personen, die in den Interaktionen mit ihren Bezugspersonen eine solche Form der Bestätigung nicht erfahren haben.

Ein zweiter Aspekt, der daraus für den Begriff personaler Identität abgeleitet werden kann, ist in dem Verhältnis von Selbstheit und Selbigkeit begründet. Der Aspekt der Selbigkeit besagt, daß ich von anderen als jemand identifiziert werde. Dabei handelt es sich nicht um jene simple Form der Identifikation in Raum und Zeit. Denn in diesem Modell wird nur eine Form der Vergegenständlichung erläutert, ohne daß dabei die Perspektive des Individuums, das identifiziert wird, in den Blick kommt und ebensowenig dasjenige, als was es identifizierend bestätigt wird. Wäre der identifizierende Andere allein der ausschlaggebende Teil, könnte daraus kein Gefühl der Kontinuität für die betroffene Person erwachsen. Erst die Innenperspektive der Selbstheit ermöglicht jene Form der Identität, die sowohl Konstanz wie Veränderung (der Selbsteinschätzung) als Kontinuität begreifbar macht. Bereits Locke war sich des Problems bewußt, daß in Bezug auf die Person nicht in derselben Weise von Identität gesprochen werden kann, wie in Bezug auf leblose Gegenstände. Deshalb schlägt er vor, die Identität des fortdauernden Bewußtseins als dasjenige anzusehen, was dasselbe Selbst begründet[20]. Der Name für das Selbst ist bei ihm das Wort 'Person'. Diese Einheit kann bestenfalls als Erinnerung an Erlebnisse oder Handlungen festgehalten werden. Ricoeur[21] hat eindrücklich darauf hingewiesen, daß diese Form der personalen Identität die zeitliche Dimension des Selbst nur unzulänglich begreift. Vielmehr muß in Rechnung gestellt werden, daß es für die personale Identität konstitutiv ist, daß sich das menschliche Dasein in der zeitlichen Dimension artikulieren kann. Deshalb schlägt er ergänzend den Ausdruck "narrative Identität" vor. Dadurch wird dem Umstand Rechnung getragen, daß die Erinnerung nicht im Festhalten wahrgenommener Ereignisse und vollzogener Handlungen bestehen kann, sondern die Kontinuität der Person in der narrativ eingeholten Verbindung von Sinnzusammenhängen der Person besteht. Das setzt seinerseits voraus, daß sich jene Form der Autonomie herausbilden konnte, so daß die eigenen Erfahrungen nicht als ein äußeres und von anderen diktiertes Geschehen aufgefaßt werden.

Wir kommen damit zu einem dritten Aspekt personaler Identität, den Laing als das verkörperte und unverkörperte Selbst thematisiert[22]. Mit "Verkörperung" meint er, daß sich jeder als mit seinem Körper unlösbar verbunden erfährt. Man empfindet sich real in dem Maße, in dem man den eigenen Körper als lebendig erfährt. Damit geht auch ein Gefühl für personale Kontinuität in der Zeit einher. In dem pathologischen Fall des unverkörperten Selbst erfährt das Individuum sein Selbst als mehr oder weniger geschieden von seinem Körper. Der Körper wird mehr als ein Objekt unter anderen Objekten in der Welt gesehen, nicht so sehr als Kern des eigenen Seins. Dadurch wird das Selbst von jenen Aspekten des Lebens, die ausschließlich durch die Perzeptionen, Empfindungen und Bewegungen des Körpers vermittelt werden, abgetrennt. "Das unverkörperte Selbst, als Beobachter all dessen, was der Körper tut, engagiert sich nicht unmittelbar. Seine Funktionen sind Beobachtung, Kontrolle und Kritik dessen, was der Körper erfährt und tut und diejenigen Operationen, die man gewöhnlich als rein "geistige" definiert." [23]

Die eingangs formulierte These, daß personale Identität konstitutiv für den Menschen sei, kristallisiert sich zu einem Begriff der narrativen Identität. Damit soll dem Rechnung getragen werden, daß ich als Person mich in einem Prozeß von Erfahrungen befinde, aber in diesem Prozeß das Bewußtsein meiner selbst als identischer Person behalten können muß. Nicht allein die von mir initiierten Handlungen, sondern auch die mir zustoßenden Ereignisse müssen von mir integriert werden. Nur wenn ich mich als Identisches im Verlauf der Veränderungen weiß (oder fühle), kann ich die Veränderungen als meine Wandlungen fassen. Was ich selbst bin, d.i. meine Identität, ist wesentlich durch die Art und Weise definiert, in der mir die Dinge bedeutsam erscheinen. Zu dieser Form des Selbstverstehens gehört, daß wir das eigene Leben im Sinne einer narrativen Darstellung begreifen müssen: ein Empfinden für das, was ich geworden bin, das nur durch eine erzählte Geschichte vermittelt werden kann[24].



[11] Werner Bohleber: Zur Bedeutung der neueren Säuglingsforschung für die psychoanalytische Theorie der Identität. In: Identitätsarbeit heute. Klassische und aktuelle Perspektiven der Identitätsforschung. Hg. H. Keupp / R. Höfer. Frankfurt/M. 1997, S. 93 ff.

[12] ebd., S. 95 f.

[13] Daniel Stern: Die Lebenserfahrung des Säuglings. Stuttgart 1992

[14] Donald W. Winnicott: Vom Spiel zur Kreativität. Stuttgart 1973, S. 129

[15] Ronald Laing: Das Selbst und die Anderen, Köln 1973; ders., Das geteilte Selbst, Köln 1994, S. 43 ff.

[16] Werner Bohleber, a.a.O., S. 104

[17] ebd., S. 107

[18] ebd., S. 114

[19] Laing: Das geteilte Selbst, a.a.O., S. 43

[20] John Locke: Über Identität und Verschiedenheit. In: Ders., Versuch über den menschlichen Verstand, Bd. I., XXVII. Kapitel, Hamburg 1981, S. 410 ff., hier S. 434

[21] Paul Ricoeur: Das Selbst als ein Anderer, München 1996, S. 143 ff.

[22] Laing, Das geteilte Selbst, a.a.O., S. 79 ff.

[23] ebd., S. 84

[24] s. Charles Taylor: Quellen des Selbst. Frankfurt/M. 1996, S. 94 ff.

Der Autor

Prof. Dr. Peter Prechtl, Studium der Philosophie, Politischen Wissenschaften und Pädagogik in München, Promotion und Habilitation in Philosophie; 1994-96 Gastprofessur an der Humboldt-Universität zu Berlin; Lehrstuhlvertretungen in Düsseldorf und Würzburg; Veröffentlichungen zur Phänomenologie, Sprachphilosophie, Philosophischen Anthropologie, Sozialphilosophie und Ethik; Hrg. des Metzler-Philosophie-Lexikons, Stuttgart/Weimar 2. Aufl. 1999.

Julius-Kreis-Straße 39A

D-81245 München

Quelle:

Peter Prechtl: Braucht der Mensch eine personale Identität?

Erschienen in: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft Nr. 3/99; Reha Druck Graz

bidok - Volltextbibliothek: Wiederveröffentlichung im Internet

Stand: 18.05.2005

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