Das Schweigen brechen

AutorIn: Arno Veit
Themenbereiche: Lebensraum
Textsorte: Artikel
Releaseinfo: Erschienen in: Monika Jarosch, Elisabeth Gensluckner, Martin Haselwanter, Elisabeth Hussl, Horst Schreiber (Hrsg.) Gegenstimmen. Gaismair-Jahrbuch 2015. Innsbruck-Wien-Bozen 2014, StudienVerlag, S. 156-161.
Copyright: © Arno Veit 2014

Das Schweigen brechen[1]

In den vergangenen Jahren haben die Berichte über den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen bei Arno Veit Erinnerungen an die eigene Kindheit und Jugend geweckt. Er schreibt: „Es kamen dadurch so viele Erinnerungen, die zum Teil echt sehr, sehr grausig und schockierend sind, in mir hoch! Aus Angst musste ich dies jahrzehntelang in mich so hineinfressen lassen, wie es nur ging! Der Grund: Man könnte es mir nicht glauben! Jetzt erst kann ich darüber reden. Ich muss es von mir rauslassen.“

Arno Veit hat als Kind und Jugendlicher in mehreren Behinderteneinrichtungen jahrelang physische und psychische Gewalt erfahren. Er wurde selbst geschlagen, gedemütigt und psychischer Gewalt ausgesetzt. Außerdem musste er immer wieder beobachten, wie andere Bewohner misshandelt wurden. Viele Erinnerungen sind für ihn bis heute außerordentlich belastend. Mit seinen Berichten möchte er das Schweigen über den Missbrauch in seiner Lebensgeschichte brechen, es ist ihm ein Anliegen, damit an die Öffentlichkeit zu treten, wie dies auch andere Betroffene getan haben. Er meint: „Es wurden viele Jahre über mich Sachen erzählt: Wie schlimm ich als Kind und Jugendlicher war. Aber was diese Personen mit den Kindern, z. B. mit mir, gemacht haben, darüber wurde jahrzehntelang geschwiegen. Das ist so etwas von gemein!“

Arno Veit wurde in der zweiten Hälft e der 1960er-Jahre geboren. Er kam bald nach seiner Geburt in ein Kinderheim, wo er die ersten Lebensjahre verbrachte. Von 1973 bis 1977 lebte er in dem von den Barmherzigen Schwestern geführten St. Josefsinstitut in Mils bei Hall in Tirol. Von 1974 bis 1984 lebte er während der Schulzeit im Elisabethinum in Axams, einer Einrichtung des Seraphischen Liebeswerks, in den Ferien war er entweder im St. Josefsinstitut oder bei einer Pflegefamilie. Nach Aufhalten und Th erapien auf der Kinderbeobachtungsstation des Landeskrankenhauses Innsbruck unter der Leitung von Maria Nowak-Vogl kam er von 1984 bis 1986 in die Landessonderschule Mariatal in Kramsach. Sein letztes Ausbildungsjahr verbrachte er von 1986 bis 1987 im Berufsausbildungszentrum von Rettet das Kind Salzburg in St. Gilgen am Wolfgangsee. In allen genannten Einrichtungen hat Arno Veit Gewalt erlebt. Mit seiner Volljährigkeit endete die institutionelle Unterbringung und Erziehung von Arno Veit. „1987, als ich dann endlich ein freier Mensch wurde, hörten die Gewalttätigkeiten von den Personen, die ich früher hatte, Gott sei Dank auf!“

Arno Veit hat bis jetzt weder bei der Klasnic-Kommission noch beim Land Tirol um Entschädigungszahlungen angesucht. Erstens geht es ihm nicht ums Geld, zweitens waren seine BetreuerInnen nicht immer nur gewalttätig ihm gegenüber, und schließlich betont er, dass er nicht immer brav gewesen sei. Rückblickend meint er: „Ich gebe zu, das bravste Kind war ich nicht, aber so hätten die Personen mit mir und anderen niemals umgehen dürfen.“

Im Jahr 2013 wollte Arno Veit seine Geschichte österreichischen Medien anbieten, aber dieser Versuch scheiterte. Es wurden der österreichische Rundfunk, eine Tageszeitung, eine Wochen- und eine Monatszeitung kontaktiert, aber kein Medium war an einer Veröffentlichung der Berichte oder an deren Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Missbrauch in Heimen interessiert. Mit der Veröffentlichung im Gaismair-Jahrbuch wird dem Wunsch von Arno Veit nun Genüge getan.

Geschlagen werden und andere Formen körperlicher Gewalt

St. Josefsinstitut: Mich schlug Cordula M.,[2] auch wenn ich nicht ganz brav war, so wie sie es wollte. Es war für mich immer ängstigend, dort zu sein!

Eines Morgens in der Früh war ich im Bad. Es kann sein, dass ich am Hintern irgendeine Entzündung hatte o. Ä. Cordula M. packte dann so fest zu und drückte mir am Hintern mit so hoher und fester Gewalt von der Haut etwas heraus, dass der ganze Boden an mir herum voller Blutfl ecken war. Ich schrie nur noch vor lauter Schmerzen! Eines Abends war ich wieder mal im Badezimmer. Ich wusch mir die Füße. Plötzlich kam Annemarie Z. zu mir und drückte mich so sehr in die Fußwanne hinein, dass ich mich nicht mehr rühren konnte. Dies war ein schreckliches Gefühl! Sie lächelte noch zu mir. Mir war überhaupt nicht mehr wohl!

Einmal am Vormittag verstopfe ich ein Zylinderschloss. Ich wusste damals noch nicht, was da passieren kann. Am nächsten Morgen kam Cordula M. ins Zimmer, riss mich aus dem Bett und ging mit mir zum Gartentor. Sie packte mich so sehr, dass ich weinte! Ich hatte nicht einmal die Gelegenheit gehabt, mir Schuhe anzuziehen. Nein, ganz im Gegenteil. Barfuß auf dem harten Asphalt im Hof musste ich laufen, so gewaltsam war sie mit mir!

Zu Weihnachten 1976/1977 bekam ich etwas geschenkt. Leider machte ich dies ein paar Tage später kaputt. Am selben Abend wurde Cordula M. so wütend und ging in mein Zimmer. Sie nahm mir alle Süßigkeiten usw. weg. Als ich sie sah, merkte ich, dass sie voller Hass war! Daher war es für mich fortan immer ängstigend, in Mils dort zu sein!

Elisabethinum: Sonja H. schlug mich zum allerersten Mal im August 1981 tief in der Nacht, als mein Bett nass war. In späterer Zeit drohte sie mir: „Arno, wenn du nicht tust, ich schlage dich so zusammen! Es ist mir ganz egal, wenn ich ins Gefängnis komme!“

Eines Vormittags machte ich den Boden schmutzig. Sonja H. schimpft e: „Arno, i wix di so durch, dass es nur so kracht!“

Wenn schon ein kleiner Anlass war, bekam ich schon eine Feste ins Gesicht geschmiert, sodass ich weinte. Dann sagte sie noch zu mir: „Arno, mit dem Alter brauchst du aber nicht mehr weinen!“ Susanne O. war auch nicht viel besser. Auch sie hatte mir manchmal eine ins Gesicht geschlagen! Im Juli 1982 schlug sie mir wieder einmal eine ins Gesicht. Wir waren gerade beim Abendessen. Als ich weinte, sagte sie noch frech zu mir: „Ach Arno, wein nur, ist mir ganz egal! Es sind ja alles nur Krokodilstränen!“

Als da das Bett nass war, weckte mich Sonja H. mit Gewalt auf! Sie schlug mir ein paar Mal so fest ins Gesicht, dass es nur noch rauschte! Sie packte mich und ging mit mir ins Bad. Zog mich aus und duschte mich mit kaltem Wasser ab! Dann sagte sie noch zu mir: „Arno, da tue ich dich auch noch duschen.“ Sie hielt mich bei der Nase fest und fuhr mit der Brause auf mein Gesicht, sodass ich mit den Füßen in der Badewanne nur noch wild herum tat.“

Einmal sagte Sonja H. zu mir: „Arno, wir müssen das ganze Jahr aufpassen, dass das Bett nicht nass ist! Auch du musst aufpassen!“ Das Duschen mit dem kalten Wasser wiederholte sich im Herbst 1981 öfter. Wenn es so war, kam sie und duschte mich wieder ab und fuhr auch auf mein Gesicht! Dann sagte sie noch frech zu mir: „Arno, nur so merkst du es dir, dass dein Bett trocken sein muss!“

Kurz vor Weihnachten 1981 oder 1982 sagte sie: „Arno, wenn morgen das Bett nass ist, dann gibt es so ein Theater!“ Es war nass. Ich hatte sehr große Angst vor Sonja H. gehabt und wollte es vor ihr noch verheimlichen, aber sie kam drauf. Sie schrie dann. „Arno, ausziehen und duschen geh’n!“

Bei einem Gebet lachte ich. Plötzlich bekam ich von Sonja H. so eine ins Gesicht geschlagen, dass meine Nase blutete Eines Nachmitttags wollte ich mir vom Kasten etwas zum Naschen holen, da ich selbst nichts mehr hatte. Plötzlich kam Josefa U., eine andere Person, und schmierte mir eine ins Gesicht! Darauf sagte sie noch: „Arno, heut kein Abendessen!“ Ich bekam dann Gott sei Dank doch noch was zum Essen am Abend!

Landessonderschule Mariatal: Dort wurde ich von zwei Personen geschlagen: Anfangs, wenn ich nicht brav war, schlug mich Martin I. so her, dass ich glaubte, er sei die zweite Sonja H.! März 1985, als wir am Schilager waren, wurde ich von Michaela S. gezwungen, Schi zu fahren. Es ging nicht gut, daher wollte ich nicht. Aber Michaela S. war an diesem Vormittag so gemein und schmierte mir x-mal eine ins Gesicht, weil ich einfach nicht Schi fahren wollte. Das ist doch auch Missbrauch, ein Kind gegen seinen Willen zum Schi fahren zu zwingen!

Berufsbildungszentrum St. Gilgen: Wenn da nicht gleich aufs Wort gefolgt wurde, konnte es sein, dass man da auch schon eine ins Gesicht geschlagen bekam. Einmal, wie ich beim Spazieren gehen ein bisschen langsam war und später zur Gruppe kam, kam Franz T. unbemerkt hinten zu mir und schlug mir fest auf dem Kopf drauf. Es tat mir weh! Die Betreuer dort wurden sofort handgreiflich, wenn ein Bewohner nicht ganz genau das tat, was sie wollten.

Einmal beim Frühstück rauft en zwei Burschen. Plötzlich fiel der Kaffee um. Wir wurden alle nass. Plötzlich kam Hubert F. auch zu mir und packte mich volle beim Genick und drückte mich zu Boden, obwohl ich überhaupt nichts gemacht hatte!

Einmal war in der Tischlerei irgendetwas bei einer Maschine verstellt. Ich hab da ganz gewiss nichts getan! Plötzlich kam Hubert zu mir. Er hielt mich bei den Haaren fest und schmierte volle eine links und eine rechts, sodass ich weinte. Ich lief dann einfach davon.

Einmal beim Abendessen lachte ich. Da wurde Franz T. so böse und ließ mich lange Zeit im Keller in einem Winkel stehen! Danach fragte er mich noch frech: „Arno, war es für dich jetzt eine Lehre, dass man beim Tisch richtig tut?“ Wir hatten nicht einmal beim Essen eine Ruhe, ohne dass diese unguten Betreuer was auszusetzen hatten.

Psychische Gewalt

Gedemütigt werden

St. Josefsinstitut: Cordula M. sagte manchmal zu mir, wenn ich mit der Windelhose herum lief: „Arno, wie ein Baby bist du.“

Eines Morgens in der Früh, als es nass war, kam Cordula M. mit dem nassen Leintuch in den Speiseraum. Sie hielt mich fest und schlug mich mit dem Leintuch vor allen anderen Leuten im Raum so her, dass ich weinte! Sie schrie noch laut: „Arno, schau, wie du ins Bett gemacht hast!“ Sie war voller Hass. Als Kind nicht weinen dürfen und immer stark sein müssen

Elisabethinum: Als ich aber 1981 zur Sonja H. kam, war es ganz aus! Ich musste vor ihr immer so stark sein, als wäre nie was gewesen. An einem Abend weinte ich vor lauter Heimweh! Plötzlich schimpft e Sonja H.: „Arno, hörst sofort auf zu weinen!“

Sie sagte es mehrere Male. Ich musste mich so zusammenreißen, denn sonst hätte sie mir eine geschlagen.

Als wir von einem Wochenendausflug am nächsten Tag zurück fuhren, hatte ich zuvor alle Kraft gesammelt, um ja nicht zu weinen, wenn ich wieder bei Sonja H. bin. Ich hab es durch eine solch extrem starke Unterdrückung geschafft.

Als es wieder soweit war, dass ich wieder zur Pflegefamilie fahren durfte, sagte beim Mittagessen Sonja H. plötzlich so ernst: „Arno, wenn du wieder kommst, wird ja nicht geweint!“

Mit der Hölle drohen

Elisabethinum: Ich weiß, dass ich nicht das bravste Kind war. Aber geht man so mit einem Kind um? Immer mit der Hölle und dem Teufel drohen. Mir wurde ständig eine furchtbare Angst eingejagt! Die Sonja H. sagte ständig zu mir, wenn was war: „Arno, ich glaub, du willst den Weg zur Hölle bauen!“ Eines Nachmittags sagte sie: „Arno, wenn du einmal dort bist, bleibst du dort. Du kommst dann in einen Kessel, wo Feuer ist und haltest es nicht mehr aus vor lauter Schmerzen!“ Dann lachte sie! Monika A. sagte einmal: „Ja, Arno, in der Hölle ist es ganz schrecklich! Es gibt dort Heulen und Zähneknirschen.“ Das machte mir auch Angst! Einmal sagte Fransika H.: „Arno, der Teufel ist groß und mächtig, da kannst du nicht davonlaufen!“ Sie sagte auch mehrere Male zu mir: „Arno, wenn du einmal stirbst, sieht du deine ganzen Sünden. Wenn noch was off en ist, wirst du so lange im Fegefeuer sein, wie du auf Erden gelebt hast. Du wirst dort traurig sein, weil du Gott schon gesehen hast.“

Keine Information über die Herkunftsfamilie erhalten

Im Winter 1982/1983 erfuhr ich eines Tages beim Essen, ich hätte einen Bruder in Seefeld. Es kam mir nur sehr komisch vor, weil ich vorher nie was gehört hatte! Am selben Abend beim Gebet lachte ich kurz. Plötzlich sagte Sonja H. so ernst zu mir. „Arno, i tät g’scheider für dein Bruder beten, der sich’s Leben g’nommen hat!“ Mir war dann das Lachen so vergangen!

Im Sommer 1989 war ich im Josefsinstitut zu Besuch. Plötzlich sah ich, wie Cordula M. ein Fotoalbum hatte. Sie zeigte es mir und noch einer anderen Person. Dann sagte sie: „Das war die Adelheid Veit. Sie ist ganz früh gestorben, weil sie schwer krank war.“ Ich sah auf dem Foto nur ein Baby.

1987, als ich ein freier Mensch war, bekam ich alle Dokumente von mir. Ich schaute eines Tages in meine ex off o Geburtsurkunde und Taufurkunde und sah plötzlich zum allerersten Mal die Namen von meinen richtigen Eltern! Ich erfuhr, dass ich acht Schwestern haben sollte. Mir wurde schlecht und ich glaubte, ich falle um!

Beobachtungen von Gewalt an anderen Bewohnern

St. Josefsinstitut: Wie ich dort war, sah ich einmal, wie Otto, ein schwer geistig behinderter Mensch, irgendetwas machte. Plötzlich kam Cordula M. ins Spielzimmer und riss ihn aus dem Rollstuhl heraus. Sie packte ihn bei den Haaren und schlug ihn mit dem Kopf so fest auf den Boden, dass er nur noch laut weinte vor lauter Schmerzen! Ich sah es, weil ich daneben war.

Einmal beim Mittagessen sah ich, wie jemand in die Hose gemacht hatte. Plötzlich kam Cordula M. und ging voller Hass mit demjenigen hinaus. Zog ihn sogar fest bei den Haaren!

Einmal im Spielzimmer am Nachmittag sah ich, wie Cordula M. beim Toni einen ganzen Fingernagel mit richtig hoher Gewalt herunter riss. Echt wahnsinnig! Er bekam dann ein Pflaster drauf. Sie versuchte es sogar bei mir, aber es gelang ihr Gott sei Dank nicht!

Elisabethinum: Peter K. hatte körperlich Probleme mit seinen Nerven und war daher inkontinent. Aber Ursula V. wollte ihn unbedingt trockenlegen und gab ihm keine Einlagen. Als es aber nass war, bekam er einmal volle eine links und eine rechts ins Gesicht geschmiert, sodass er auf den Boden hinfiel! Ein anderes Mal schlug Ursula V. ihm volle die nasse Unterhose ins Gesicht.

Andreas S. hatte auch immer wieder Angst gehabt! Weil er ins Bett gemacht hatte, hatte Susanne O. ihm am diesem Tag das Leben zur Hölle gemacht. War hautnah dabei! Oder wenn was war, wurde er so sehr bei den Haaren gezogen, dass er schrie.

Klaus H., auch ein schwerstbehinderter Mensch: Wenn er mal nicht essen wollte, bekam er von Sonja H. einfach eine ins Gesicht geschmiert, sodass er weinte! Oder sie streckte ihm den Arm soweit zurück, dass er schrie und weinte! Echt furchtbar! Er tat mir sehr leid!

Es trug sich zu, dass Sebastian P., auch ein schwerbehinderter Mensch, in die Klinik musste. Als er aber wieder kam, weinte er beim Frühstück. Ich wusste genau, weshalb: Weil die Leute in der Klinik ganz sicher netter waren als die Leute von der Gruppe. Plötzlich bekam er einfach eine Feste ins Gesicht geschmiert! Sonja H. sagte noch so frech: „So Sebastian, jetzt hast du einen Grund zum Weinen!

1984 kam der perverseste Missbrauch, den ich je bei einem Kind erlebt hatte: Noel Y., auch ein schwerbehinderter Mensch, hatte immer wieder Schwierigkeiten mit dem Stuhlgang. Er bekam schon Mittel, dass es dann immer wieder ging. Aber eines Abends im Vier-Bettzimmer verlor Sonja H. die Geduld. Noel Y. lag im Bett und bekam ein Mittel, aber es ging leider nichts. Plötzlich fuhr sie dann mit Gewalt bei ihm hinten rein und holte den Kot heraus! Echt grausig! Er schrie vor lauter Schmerzen und weinte! Alle anderen Kinder im Zimmer schauten zu, während Sonja H. beim Noel Y. so etwas Fürchterliches machte!

Berufsbildungszentrum St. Gilgen: Einmal hat Lukas U. irgendetwas gemacht im Duschraum im Keller. Was es war, weiß ich nicht! Plötzlich kam Franz T. herein und packte den Lukas U. bei beiden Seiten am Hals und zog so ihn bei der Tür hinaus, bis er die Hände vom Türstock nahm. Er schrie nur noch vor lauter Schmerzen!

Verschenkt werden

Auf einer Internetseite entdeckt Arno Veit im Herbst 2012 den Bericht einer Therapeutin, die schreibt: „Ein Kind mußte ich von der Männerstation abholen (wo ich mich immer ein wenig gefürchtet habe): es war ein geistig normales (!) Kind mit einer Bewegungsstörung (ohne Familie, deshalb war es in Mils gelandet) – und weil die Schwester der Männerstation dieses Kind besonders liebte, bekam sie es zum Namenstag „geschenkt“.[3] Arno Veit ist davon überzeugt, dass er dieses Kind war, er erinnert sich an die Therapeutin.

Quelle

Arno Veit: Das Schweigen brechen

Erschienen in: Monika Jarosch, Elisabeth Gensluckner, Martin Haselwanter, Elisabeth Hussl, Horst Schreiber (Hrsg.) Gegenstimmen. Gaismair-Jahrbuch 2015. Innsbruck-Wien-Bozen 2014, StudienVerlag, ISBN: 978-3-7065-5393-3, S. 156-161.

bidok - Volltextbibliothek: Wiederveröffentlichung im Internet

Stand: 02.03.2016



[1] Zum Schutz vor negativen Reaktionen hat der Autor einen fingierten Namen für die Veröffentlichung gewählt. Sein Name ist den HerausgeberInnen bekannt. Beim Verfassen dieses Beitrags erhielt Arno Veit Unterstützung von Petra Flieger. Alle wörtlichen Zitate stammen aus Mails, die Arno Veit selbst verfasst und an verschiedene Leute geschickt hat.

[2] Alle Namen wurden anonymisiert.

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