"Integration und Erinnerungskultur - der Schatten und die Ausleuchtung"

AutorIn: Peter Stöger
Themenbereiche: Eugenik
Textsorte: Vortrag
Releaseinfo: Vortrag am 19. 12. 2003 im New Orleans-Saal der Universität Innsbruck
Copyright: © Peter Stöger 2003

"Integration und Erinnerungskultur - der Schatten und die Ausleuchtung"

Es war vor gut 500 Jahren, als Heinrich Isaac, Hofkapellmeister bei Kaiser Maximilian, ein Lied vertont hat Abschiedslied (zit. in: Hermann Holzmann, o.J. <1962>, S. 46):

"Ynnsbrugg - ich muess dich lassen,

Ich fahr dahin mein strassen,

In frembde land dahin.

Mein freud ist mir genommen,

die ich nit kann bekommen

wo ich im elend bin..."

Im Elend... Die Fremde steht für Ersehntes gleichermaßen wie für Feindesland. Jemanden in die Fremde stoßen hieß ihn, hieß sie "ins Elend stoßen" (vgl. a. Hermann Holzmann, 1966, S. 77 ff.).

Sobald der Mensch aus der Heimat herausfiel, war er ein "Elender". So hieß das Wort für einen Fremden im Mittelalter. "Elend" hat eine althochdeutsche Wurzel: eli-lenti.Das bedeutete "ausgewiesen" aus dem Frieden, der angeborenen Rechtsgenossenschaft. Im Altsächsischen taucht es auf als "Ausland", "Verbannung", "Not". Das war im Sprachverständnis der Zeit, aus dem das Innsbrucklied stammt, noch lebendig. "Eli-lanti" beziehungsweise "ali-lanti", das "andere Land", das Ausland.

Im fremden Land sind alle, die nicht glatt, nicht eben-, sondern schiefgebürtig sind, alle, die "elendiglich" sind.

Im Elend waren zum Beispiel die Aussätzigen im Siechenhaus in St. Nikolaus-Innsbruck. Im 15. Jahrhundert gab es eine Synode, die, anordnete, jeden Verdächtigen zu untersuchen, um den Missbrauch, "unliebsame Verwandte loszuwerden, auszuschließen" (Paul Spielmann, 1986, S. 11).

Unliebsame auszusetzen, sie "in die Fremde" zu schicken, auch wenn diese geographisch nahe verbleibt, wird ja seit langen Zeiten praktiziert. Der Fremde kann der Nachbar sein. Hier in Tirol - und anderswo. Er muss nur fremd genug sein, dann kann es auch der nächste Verwandte sein.

Unbequem sein heißt, in diesem Sinne, "aussätzig" sein.

Dieses Thema betrifft alle Randgruppen, nicht nur Juden oder Behinderte, es betrifft DIE DIFFERENZ, die kulturelle, soziale, medizinische, religiöse - was immer das dann im Einzelnen bedeutet.

"Wer konnte, verließ (...) so schnell wie möglich Tirol (...)", notiert Gad Hugo Sella in seinem in Tel Aviv erschienenen Buch. "'Innsbruck, ich muss Dich lassen, wurde bittere Wirklichkeit" (1979, S. 37, Hervorh. PS)..

Auch für die 802 geistig Behinderten Nord- und Südtiroler, die über Innsbruck, Hall nach Hartheim oder über Pergine nach Zwiefalten kamen. An sie erinnert das Denkmal neben der Innsbrucker Kinderklinik "Wider das Vergessen" von Oswald Tschirtner, Patient aus Gugging, Überlebender.

1. Der Schatten und die Ausleuchtung

Beim Umgang mit den Randständigen haben wir es allemal mit Schatten auf der memoria zu tun, mit Fakten, die im Dunkel bleiben sollen. Seltsam zählt zu den Verschleierungstaktiken auch die grelle Ausleuchtung: Ich denke an die blendenden Scheinwerfer bei Behinderten-Benefizveranstaltungen. Sie beleuchten Gesichter aus einer "terra incognita".

Zu einer Zeit als weiße Flecken auf Landkarten noch randfigural von Seeungeheuern umgeben waren, wirkten die Eingeborenen ungeheuerlich, anziehend, abstoßend. Heute treten andere, "veredelte Wilde", Marginalisierte an ihre Stelle.

Die Rampe in Auschwitz war nachts taghell beleuchtet. Bloeme Evers-Emden, Zeugin Anne Franks in Auschwitz, erinnert sich.

Sie erinnert sich an die quarzhelle Ausleuchtung: "Wir wurden (...) zu einem großen Platz geführt, (...) von unheimlich starken Lampen angestrahlt (...), so stark, dass ich das Gefühl hatte, sie wären Monde. Ich dachte, wir sind auf einem anderen Planeten" (in: W. Lindwer, 1990, S. 155 f.). Bei dieser Beleuchtungstechnik ist die gemeinsame Qualität Menschsein SO ausgeblendet, wie für das geblendete Auge die schattenlosen Gesichter flach, wie anonymisiert wirken. Die definitionsmächtige Einteilung in Leben und Tod auf der Rampe geschieht so "menschen-blind", wie das, was Primar Grosz am Spiegelgrund an über 700 Behinderten anstellte. Was heute pränatale Diagnostik von Behinderung ermöglicht, nennt Doris Helmberger "Großfahndung bis zur Geburt" (Doris Helmberger, 2003, S. 7). Das ist wie eine Fortschreibung des kolonialen Gestus, als man diskutierte, ob die Entdeckten" überhaupt eine Seele haben. Mit Ferrares wäre auch zu fragen, was "eine flächendeckende Pränataldiagnostik im Vergleich zu einer besseren schulischen Integration kostet" (zit. in: Helmberger, ebd.).

Von Indien gekommen, erzählte mir eine Studierende, dass sich dort durch das screening demographische Verschiebungen abzeichnen, weil viele Mädchen einfach abgetrieben werden (Buben ziehen vor, Mädchen kommen teuer: Mitgift, Heiratsmarkt etc.).

Am andern Rand des Lebens randständig: die Alten - alle diejenigen, deren Leben zu lange gelebt scheint. Sie geraten unter dem Titel der Ökonomisierung von Behandlungskosten Gefahr, ihr Leben verwirkt zu haben.

All das ist gesellschaftspolitisch äußerst brisant, auch die Diskussionen um das Klonen, um Organspender für Geschwister zu haben.

Also am Anfang des Lebens und zum Ende des Lebens droht Gefahr, dass neue Rampen auftauchen.

Eine Auseinandersetzung mit diesen Themen muss eine Auseinandersetzung mit der eigenen Blindheit sein: mit dem was C. G. Jung, politisch selbst nicht frei davon, "den Schatten" nannte, das eigene Fremde, das tief Verdrängte. Auch dabei ist Ausleuchtung: scheint der "perfekte Schatten" blendender Helligkeit. Igor Caruso nennt ihn Engelskomplex. Wer sich nur noch "licht" sieht, dass er dasteht wie im Engelsgewand, hat seine natürliche Finsternis weggezaubert.

"Terra incognita", Weißer Fleck auf der Landkarte - und blinder Fleck in der eigenen Seele - zwischen diesen Themen gibt's auch Berührungsflächen.

Bohleber spricht von Vermischungsängsten, das Fremde im Eigenen wahrzunehmen (s. 1992, S. 705). Die äußeren Fremden wecken die eigenen "Fremden" im Innern. Deshalb lösen sie enorme Ängste aus, sogar Phantasien zu töten. Die Annäherung an das Fremden-Problem ist, genau wie die an die Behindertenfrage, ganz wesentlich eine Annäherung an dies fremdeste Wesen in nächster Nähe - an mich selbst. So wie Julia Kristeva es nennt: "Fremde sind wir uns selbst"

Integrative Pädagogik bedeutet vernetzendes Denken und Handeln, bedeutet einerseits das Zusammen-lesen verschiedenster Theorie- und Praxisfelder, andererseits aber auch ein Zusammenführen von Innen und Außen, ein Wecken der Neugier und Vermindern der Angst vor dem Unbekannten. Etymologisch steckt darin "unversehrt, ganz", aber auch das "tangere", das Berühren. Das "Integratum" ist das Ergänzte. In "integrativ" finden sich also Berühren und Ergänzen. Und um das muss sich integrative Pädagogik denn auch wesentlich bemühen und darf beim Bedenken des Gestern, das, was in die Zukunft weist, nicht vergessen.

2. Erinnerungskultur

Allen Ausgrenzungsproblemen gemeinsam ist einmal die Frage:

  • Wie werden Sündenböcke gefunden, präziser gesagt konstruiert? - - und dann das Thema "Stigmatisierung"

  • und das Thema "Vorurteile".

Die Bewertung von Behinderung als Stigma, als böses Omen entsteht aus dieser Trias - oder der Ausdruck Brunnenvergifter: Juden wurden bezichtigt, die Pest durch das Vergiften von Brunnen verbreitet zu haben.

Sartres "Gäbe es keine Juden, müsste man sie erfinden" (zit. in: Gabriele Pircher, 1996 (o. P.), bündelt diese drei Stränge in einem Brennpunkt. Er zeigt die Notwendigkeit von Erinnerungskultur - als einem Kern pädagogisch verantwortlichen Handelns - erkennbar: Die Bemühung um gerechtes Erinnern hilft nämlich Aufhebungen der Verblendungen zu ermöglichen:

  • Was ist wirklich geschehen?

  • Wie kam's dazu?

  • Und: Was ist wirklich zu sehen

(wenn man

genau genug,

weitgefasst genug,

so unvoreingenommen wie möglich,

hinschaut)?

Auf dieser Grundlage wird gegenseitiger Respekt, wird Achtung möglich.

Inklusiver Unterricht ist ein Instrument, um jene Pädagogik der Solidarität umzusetzen, von der beispielsweise Paulo Freire als dem Zentrum aller pädagogischen Prinzipien spricht. Konkret vermittelt solcher Unterricht Solidarität zwischen den Kindern, so dass ihre je spezifischen Bedürfnisse in und außerhalb von Klassenräumen, in Schritten um-sichtig, eben re-spektiert, werden dürfen.

Das ist Arbeit an der "Verantwortung für den Anruf des Andern" (Buber, Lévinas). Sie haben den Subjektanspruch auf absolute Freiheit, absolute Autonomie und absolute Selbst-Verwirklichung kritisiert. Beide traten für ein Primat der Ethik ein.

Die sorgfältige Ausleuchtung all dieser Schattenbereiche schärft den Blick für eine Kultur des Erinnerns wie Metz sie versteht: "Der empfindliche Umgang mit der eigenen Geschichte ist nicht ein Zeichen der Schwäche und der zerfallenden Identität, so wie ein besinnungsloser Fremdenhaß niemals die Signatur einer gefestigten nationalen Identität ist. Wer in der eigenen Geschichte ausgrenzt und verdrängt, wird auch in der Gegenwart leicht zum Ausgrenzer und Verdränger. Nur wer die früheren Pogrome nicht vergißt, wird auch den gegenwärtigen rechtzeitig widerstehen" (Metz, zit. in: Gstettner, 1999, S. 183).

Es gilt mit Böll zu sagen: "Wir sind geboren, uns zu erinnern. Nicht vergessen, sondern erinnern ist unsere Aufgabe". Aber vielleicht stammt ja unsere heimliche Bundeshymne aus der Fledermaus:

"Drum vergiß, drum vergiß, was doch nicht zu ändern ist".

Ziegler/Kannonier-Finster (2000) und Gstettner (1997, S. 9) schreiben vom "Österreichischen Gedächtnis" und seiner "Rückholung".

Vielen klingt das Erinnern wie etwas, das nur mit Vergangenem zu tun hat und dort stecken bleibt. Es wäre fatal, Erinnerungskulturen vom Gegenwärtigem abzuspalten. Die abgerissene Verbindung zur eigenen Geschichtlichkeit wie zum eigenen Fremden in sich verstärkt ja Tendenzen zur Auslagerung der Anderen nach dorthin, wo sie zu sein haben, nämlich "weit weg". Dadurch eben kann der/die Fremdeste auch der/die Nächste sein.

Ionesco hatte wohl recht: "Die Welt der Konzentrationslager war keine besonders entsetzliche Gesellschaft. Was wir dort sahen, war das Bild, in gewissem Sinne die Quintessenz der höllischen Gesellschaft, in der wir jeden Tag stecken" (zit. in: H. Marcuse, 1980, S. 99).

3. Schritt: Briefwechsel

Diesmal geht es um einen schneeblindhellen Wanderschatten. Schon vor über 100 Jahren wurden "rassenhygienische" Vorstellungen kolportiert: Sterilisierung, Euthanasie. Auch in Tirol war der Boden für NS-Gedankengut vorbereitet, wie es später am Erbbiologischen Institut in Innsbrucks Müllerstraße betrieben wurde. Zuzüglich zum "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" ('33) kam '39 ein Führererlass.

Der Text vom 1.9. an Bouhler und Brandt (Faks. in: Hinterhuber, 1995, 23):

"(...) sind unter Verantwortung beauftragt, die Befugnisse namentlich zu bestimmender Ärzte so zu erweitern, dass nach menschhlichem Ermessen unheilbar Kranken bei kritischster Beurteilung ihres Krankheitszustabdes der Gnadentod gewährt werden kann.

A. Hitler."

Burgstallers "Rassenkunde (...) für den Schulgebrauch", warb für "Ausmerze".

Ein Skizze zeigt einen Milchtopf:

20 % : Rahm (...), Führerschicht,

56.4 % Magermilch, Durchschnitt

20 % asozial, 3.6 % erbkrank: Bodensatz (vgl. Hinterhuber, 1995, S. 16)

"Minderwertige" waren "Ballastexistenzen". Konkret: Der "Halbierungserlaß" - die Hälfte ist die Hälfte, führte, so Hinterhuber, "jenseits der 'Euthanasie(...) - zum Hungertod Tausender (...)" (ebd., 1997, S. 56; s. a. 1995, S. 22).

In Brandenburg wurden 1940 erste 'Probetötungen' durchgeführt" (ebd.). Hartheim kondolierte mit gesundheitspolizeilichem Zusatz: "Verurnungsnotwendigkeit".

Ein Briefwechsel zwischen Primar Lonauer, Heilanstalt Niedernhart, und Dr. Czermak, Leiter des Gauamtes Volksgesundheit für Tirol-Vorarlberg. Original im DÖW, die Kopie erhielt ich vom DÖW-Vorstandsmitglied Franz Mayer (+ 1999), einem Innsbrucker Buchenwald-Selbsbefreier. Abdruck auch in Gretl Köfler: Widerstand und Verfolgung in Tirol.

Lonauer an Czermak: 5. 11. 1942: "Mit dem von Hall nach Niedernhart übernommenen Patienten hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, und ist die Abwicklung vollkommen reibungslos verlaufen".

Czermak an Lonauer: "befriedigt, daß Ihre Behandlungsmethode so erfolgreich. Auch hier hat sich gar kein Anstand ergeben, hoffe, daß Dr. Renno bald in der Lage ist, die Methode in Hall einzuführen, wodurch sich Transportkosten, Kraftstoffaufwand, einsparen ließen" (LG Linz, 8 Vr 3298/46, Dokumentationsarchiv d. Österr. Widerstandes: DÖW - Dokument E 18.370/2, zit. in: Gretl Köfler, 1984 b, S. 495).

Die Stimmung zu Kriegsende im Briefwechsel zwischen diesen selben:

Lonauer, Linz, 9. 3. 1945: "(...) daran, meine Familie in eine ruhigere Gegend zu verlegen. Da ich Ihnen seinerzeit geholfen habe, die Anstalten des Gaues zu entleeren, so hoffe ich, dass Sie wenigstens in einer dieser Anstalten nunmehr Platz finden, notfalls meine Frau mit den beiden Kindern dort unterkommen könnte. Ich selbst habe Niedernhart fast restlos geräumt" (Die Unterschrift ist teilweise leserlich, darunter die dreizeilige Stampiglie: Primarius <1. Zeile> Dr. Rudolf Lonauer <2. Zeile>, Facharzt für Nerven- u. Geisteskranke <leicht verwischt, aber noch leserlich>).

Czermak an Lonauer. 17. April (in zwei Wochen ist Innsbruck befreit): "Möchte ich Ihnen einen etwas abenteuerlichen Vorschlag machen, dessen Durchführung unseren beiderseitigen Interesse(n) dienen könnte: ‚Treten Sie <inkognito> vorübergehend als Oberarzt in unsere Heilanstalt Solbad Hall ein und organisieren Sie dort die Reduzierung des Krankenstandes, denn die Anstalt ist zum Bersten voll. Bei dieser Gelegenheit könnten Sie ihre Familie ganz bestimmt in geeigneter Weise unterbringen. Was würden Sie dazu sagen?" (Unterschrift: teilw. leserlich). (Die Fotokopien beider Briefe habe ich von Heinz Mayr, Präsident des Bundes der Opfer des politischen Freiheitskampfes in Tirol, Vorstandsmitglied des Dokumentationsarchives des Österreichischen Widerstandes, erhalten. Abdruck auch in Gretl Köfler, 1984 b: DÖW - Dokument E 18.370/2, in: Widerstand und Verfolgung in Tirol Bd. 1, 1984, S. 496 <dortselbst ohne Schlußsatz> und S. 497; beide Briefe im Abdruck mit geringstfügigen Interpunktionsunterschieden).

Manche entkamen den Wirrnissen: Gretl Köfler merkt in "Widerstand und Verfolgung" an: "In Tirol wurden nicht alle angeforderten Pfleglinge überstellt, manche Transporte gar nicht durchgeführt. Weder aus den Innsbrucker Pflegeheimen noch aus dem Kinderheim Scharnitz wurden Patienten abgegeben. Dank des Widerstandes entgingen ca. 300 Pfleglinge dem Tod" (1984b, S. 485).

Wenn von Unrechtsbewusstsein in weiteren Bevölkerungskreisen gesprochen werden soll, so gibt es zweifelsohne eine Abstufung. Das Unrecht an Juden, Roma ... ließ einen Großteil der Bevölkerung gleichgültig. Nürnberger-Gesetze setzten um, was "gängigen Vorurteilen" entsprach. Das Unrecht an Behinderten hingegen irritierte (vgl. a. Steurer/Verdorfer, 1996, S. 66).

So manche hatten Bekannte, Verwandte, bei denen Familienmitglieder umgebracht wurden. Wichtig ist, dass Proteste gegen das Verschwinden doch gewisse Wirkung hatten. Allein 300 Pfleglinge sind durch Interventionen gerettet worden. 1941 war ja der Euthanasieerlass sogar zurückgenommen worden, die Ideologie ging jedoch "todbringend" weiter.

Rektor Prof. Christian Smekal wies in "Universitäten im Dienste menschenverachtender Ideologien" auf die Mitschuld der Innsbrucker Universität in der NS-Zeit hin (zit. in: Denkmal für die Opfer..., 1997, S. 12). Die Mahnung bleibt.

Es ist Auftrag pädagogischer Ausbildung, ein Menschenbild zu vermitteln, das gegen die Verführungskraft unmenschlicher Ideologien immun macht - Beziehungswachheit und persönlicher Mut können im Umgang mit einander gefördert werden. Ziel ist, dass Urteilsklarheit und Kraft zum Entgegentreten gewonnen wird. Wie gesagt: "Proteste hatteneine gewisse Wirkung!"

Niemand unserer Studierenden soll weggehen, ohne die Chance erhalten zu haben einmal in dem Standardwerk "Widerstand und Verfolgung in Tirol" (1984) nach seinem Heimatort oder nach Namen aus seiner Umgebung nachgesehen zu haben. Sie können dann selbst solchen Schriftstücken nachgehen und manches, für Schul- Jugend- oder Erwachsenenbildung, allein oder in Gruppen didaktisch aufbereiten.

Tamara Grundstein, Integrationspädagogin, erzählte mir von ihrem Opa und ich bekam die Erlaubnis das zu sagen. Wir blätterten in dem Buch "Zeugen des Widerstandes" und wir fanden das Bild von ihrem Opa, "wegen abfälliger Äußerungen über das NS-Regime" zum Tod verurteilt.

Ich durfte den Abschiedsbrief ihres Opas, wieder veröffentlichen und zitiere daraus:

"Meine liebe Frau!, Heute den 26. 2. 1945 um 4 Uhr nachmittags, bin ich nicht mehr am Leben, verzeih mir, meine liebe Frau, was auch immer gewesen. Meine letzte Sorge galt Dir und unseren Kindern (darunter der Vater Tamaras). Erziehe sie gut, sei nicht zu streng, aber achte auf sie, dass sie auf dem rechten Weg bleiben. Bleibt alle gesund und betet für Euren Papa" (für die Erlaubnis zum Abdruck danke ich Grundsteins Enkelin Tamara Grundstein <Axams-Wien>, die mir - mit Einwilligung der Witwe Grundstein - eine Ablichtung des Originals überließ; auszugsweise ist der Brief auch in "Zeugen des Widerstandes", 1977, S. 38 f. abgedruckt; s. a. Stöger, 32002, S. 381 f.).

Die ganze Bandbreite von Werteerziehung und religiöser Erziehung lässt sich an diesem Beispiel erarbeiten.

Was uns fehlt ist eine Stätte pädagogischen Arbeitens, Forschens, Sich-Treffens, ähnlich zur Initiative Minderheiten, ein - unter Anführungszeichen - Museum-Werkraum der kulturellen Differenz. Und zwar ein Raum zur, wieder Anführungszeichen, Geschichte der Pädagogik im alten Tirol plus Vorarlberg unter dem TitelExlusion und Inklusion.

Da hätte alles Platz von Damals und von Heute: eine kleine Dokumentations- und Forschungsstelle interkorreliert mit Regional-, und Zeitgeschichte. Zentral wäre das Partiturlesen all dieser Felder im breiten Bogen von Ex- und Inklusion:

Schwabenkinder,

Wanderhändler,

Jenische,

italienische Gastarbeiter beim Bau der Arlbergbahn,

Roma etc.,

von Austreibungen und Verfolgungen,

Katakombenschulen,

von Zeugen Jehovas,

Adventisten,

da waren und sind ja immer auch Kinderschicksale dabei,

bis herauf zu Flüchtlingskindern,

herauf zu Migrantenkindern der Dritten Generation... das alles,

um zu einer lebendigen, nicht verstaubten, "Kultur des Erinnerns" zu gelangen.

Platz für viele - kleinere und wenn's sein darf größere - Projekt- und Forschungsarbeiten.

4. "Entwerdung" (Grünewald)

Erinnern ist nicht nur Kopf-, es ist auch Herzensarbeit. Eingedenk bleiben, heißt, "im Herzen bewahren".

Die jüdische Tradition entwickelte eine Kunst des Memorierens: Schaukelnd, halblaut gesprochen und so zugleich gehört wurden die Texte verinnerlicht. Leiblich sind die Erinnerungsspuren eingeschrieben. Die Tefillin, die Gebetsschnüre mit ihren Spruchkapseln, eine am Kopf und eine am Oberarm, angepresst beim Herzen, verweisen auf die Integrationsarbeit Kopf und Herz beisammen.

Geht es um die Rückführung der Memoria, um das Eingedenksein, hat das auch viel mit Trauern zu tun. Wer trauert schon gerne und freiwillig, wenn es um das erINNERLICHE Rückholen von Verlorenem, von Verlusterfahrung und Schmerzen geht. Die Annäherung an solche "Schattenthemen" geht über die Reflexion: Nachdenken über andere, Fremde - aber auch über sich selbst. (Wenigstens hinweisen möchte ich auf die enorme psychische Belastung, die mit einem solchen Erkenntnisprozess verbunden ist. Da kann sehr wohl ein äußerster Rand innerer Randständigkeit erreicht werden.)

Ein Verlust der Kultur des Eingedenk-Seins hat mit den "hellen Schatten" zu tun, die von der NS-Zeit bis in die Gegenwart reichen.

Kaltlicht kommt nicht zuletzt von Strömungen, die das Subjekt in Patchworkstückchen aufgelöst und zum freien Baukastensystem erklärt haben. Prof. Eduard Grünewald, der schon als 18jähriger in der Widerstandsgruppe Molden war, im Gestapo-Auffanglager Reichenau inhaftiert, spricht rechtens von der Gefahr der "Entwerdung". Er kennt "den Widerstand" ja zweifach:

psychoanalytisch, als Widerstand gegen das Erinnern eigener Konflikte, gegen Selbsteinsichten -

und politisch, als Widerstand gegen äußere Gewalt-Macht. (Vgl. Eduard Grünewald, 1996 a, S. 112f).

Wenn die memoria nicht mitleben darf, wenn sie nicht gelebt, nicht erINERRT wird, ist die Gefahr für Opfer wie für Täter gleichermaßen groß (auf das Moment von Opfer-Täter- und Täter-Opferschaft kann ich nur hinweisen).

Das Sprechen über all dieses Dunkel darf aber das Prinzip Hoffnung nicht ausklammern (s.a. Erich Fromm, 1980 a).

Jenes Prinzip, das den Landtag der Jugend beflügelte, im Gedenken an die Reichskristallnacht, mit der HTL-Fulpmes beim Landhausplatz eine Menorah (auf Kristallsplitter gesetzt) zu errichten.

Der weiße Fleck in der Landkarte individueller wie kollektiver Erinnerung blendet, ver-blendet, wie die Quarzlichtschatten auf der Rampe. Wie die modernen Techniken schattenlose Aufnahmen erlauben, produziert auch manche Kultur des Nichterinnerns schattenlose Ausleuchtung: blendendes Nichts von allem was war. Die langen hellen Schatten reichen bis in die Freizeitindustrie: "KZ-Manager-Spiel" und "Türkentötungs-Spiel" als fun-Produkte am elektronischen Graumarkt.

Wie kann so etwas "unterhalten"?

Da fehlt etwas:

  • Einfühlung

  • Vorstellungskraft von der "guten Gestalt",

  • memoria.

Folgen dieses Fehlens sind an eienm Beispiel ablesbar. Die Tiroler Tageszeitung (Innsbruck) zeigte am 4. 3. 2003 ein Photo von einer Unterführung in Breitenwang. Der Mauerspruch: "Wir hassen Menschen mit Türken Blut und andere Kanacken." Darunter das Wort "Tirol" und neben Tirol das "Hackenkreuz"

An der Stelle vergessener Erinnerung ist "blendende Leere". Psychisch gesehen, ist das Vakuum die existentielle Lüge vom Fehlen der eigenen Finsternisse. Je heller das angemaßte Licht, desto furchtbarer finster der Schatten. Das macht zugleich unbewusste Angst, die gar nicht bewusst werden darf, aus Angst vor der Angst und vor der verleugneten Dunkelheit: Immer noch schattenloser hell muss ausgeleuchtet werden. DANN "bin ich" schattenlos helle Existenz - kein Mensch mehr und nicht menschlich.

5. "Wir sind geboren, uns zu erinnern..."

Wir sollten der heutigen Enkelkindergeneration deutlich machen, wie weit die langen blendenden Schatten von Auschwitz in unsere Zeit reichen. Nichts von den brennenden heutigen Problemen, nicht rechtsradikale Tendenzen, nicht die Schaffung von Sündenböcken, nicht die Mechanismen unausrottbarer Vorurteile können wir ohne das Wissen um Vergangenes aufklären. Immer geht es um Ambivalenz, um Schuld-Verdrängung, um "Neid- und Eifersucht", Inferiorität, Ich-Schwäche "In Wahrheit sind jedoch", so Freire, "die Unterdrückten keineswegs Randerscheinungen, keineswegs Menschen, die außerhalb der Gesellschaft leben" (1973, S. 59). "Die Lösung" sieht er - zitiere - "nicht darin, sie in die Struktur der Unterdrückung zu ‚integrieren', sondern diese Struktur so zu verändern, dass sie ‚Wesen für sich selbst' werden können". Hier liegt sie auf, die Inklusive Pädagogik: "Wesen für sich selbst werden". Das muss auch erkämpft. Das muss auch erkämpft werden, rechtlich, politisch, in allen Bezügen, auf allen Ebenen, auch auf der eigenen, auch im Reflexiven.

Um die Struktur in diesem Sinn zu verändern, muss man der Hoffnung Raum und Wege bereiten.

Was heißt das? "Man muss dem Leben zur Seite stehen" sagte, verschmitzt und gütig eine betagte Jüdin einem Kamerateam.

Eine Studentin schrieb mir von ihren ihr anvertrauten behinderten Frauen zwischen 19 und 83 Jahren. Sie schreibt von Frohsinn, einem Badeausflug - und... von einem großen Problem.

Viele Badegäste zeigten "zum Teil heftig, wie bedrohlich der Anblick war. Einige packten ihre Sachen zusammen und breiteten sie mit ‚Sicherheitsabstand' wieder aus."

Eine Mutter kam angerannt: "'Ihr wollt wohl, dass sich mein Kind bei der da (einer Mongoloiden) ansteckt!."

Mutter verließ mit Töchterchen das Schwimmbad.

"Ein älterer Mann regte sich fürchterlich auf und sagte zum Schluß: ‚Der Hitler hat euch wohl vergessen als es ums Vergasen ging!' Da drehte sich Hedwig, eine 72jährige Patientin, welche fast nie sprach zu ihm um, blickte ihm fest in die Augen und sagte mit ruhiger Stimme: ‚Wir sind gar nicht so dumm wie du glaubst - aber wir haben uns im Kohlenkeller versteckt, als so böse Leute wie du kamen um uns zu holen. Leider haben sie sehr viele gefunden!! Uns aber nicht" (Prüfungsarbeit M.: im Archiv d. Verf.).

Hedwig lernte das "Elend" kennen - und überlebte. Das erinnert uns an den Anfang, ans Innsbrucklied, ans Aussätzigsein.

Nun berichtet die Studentin, dass der Mann tatsächlich - berührt - war, sich wirklich geschämt habe. Ich möchte nicht verheimlichen, wie dankbar ich für diesen Schluss bin. Der Bericht zeigt mir, welch hohes Potential an Hoffnungsfähigkeit, Idealismus und gutem Willen unsere Studierenden mitbringen. Vielleicht haben sie auch einen Vorsprung an Beziehungswissen, das ihnen einfach als ein Geschenk ihrer späten Geburt in die Wiege gelegt ist.

Für sie und ihre Zukunft sollten wir trachten, mit aller Aufmerksamkeit, Geduld und Kraft das, Caruso, "zerrissene Lebensgewebe zu flicken" (1972, 142). Das ist auch Erinnerungsarbeit und allerdringlichste.

Ich erinnere mich an eine Kinderzeichnung. EineSüdtiroler Lehrerin hat mit ihren Kindern den Bruch einer Brieffreundschaft zwischen einer deutschen Klasse und ihrer Klasse refektiert.

Die Zeichnung zeigte eine Brücke, die sich von der untergehenden Sonne anhebt. Danerben und darüber sehr viel Schwarz. Neben der Brücke links und rechts je ein Mädchen, beide fröhlich. Ein Mädchen schaut in Richtung des anderen Mädchens, das andere nicht. Das Schwarz des Himmels ist durch einge Blumen unterbrochen. Mädchen, Licht, lumen und Schatten.

Caruso und die Kinderzeichnung deuten auf andere, oft unerwartete Ausleuchtungen und das Dunkle darin wirft Licht mit Schatten, ein humanes Licht, nicht grell, ein mahnendes, stilles Licht, das uns ernst und behutsam werden lässt.

Ernst und behutsam angesichts der politischen wie körperlich-seelischen Schutzlosigkeiten von uns Menschen.

Wir sind angewiesen auf Gemeinschaft - und begabt, Gemeinschaft zu leben. Diese Begabung zu fördern und reich zu entfalten, scheint mir das höchste pädagogische Ziel zu sein.

Literatur (auch weiterführend):

Anna Aluffi-Pentini, Peter Gstettner, Walter Lorenz, Vladimir Wakounig (Hg.): Antirassistische Pädagogik in Europa. Theorie und Praxis, Klagenfurt/Celovec, 1999 (Drava Verlag)

W. Bohleber: Nationalismus, Fremdenhaß und Antisemitismus. Psychoanalytische Überlegungen, in: Psyche (Frankfurt/M.), XLVI (1992), August, S. 689-709

Ingeborg Breuer/Peter Leusch/Dieter Mersch: Welten im Kopf. Profile der Gegenwartsphilosophie. Deutschland, Berlin, 1996 (Rotbuch)

Igor Alexander Caruso: Soziale Aspekte der Psychoanalyse, Reinbek bei Hamburg, 1972 (Rowohlt)

Denkmal für die Opfer der Nazi-Massenschlachtungen, ungez. Artikel, in: Kurier (Tirol-Ausgabe) (Wien-Innsbruck) vom 27. Juni 1997, S. 12

Mario Erdheim: Psychoanalyse und Unbewußtheit in der Kultur, Frankfurt/M. 1988 (Suhrkamp)

Mario Erdheim: Das Eigene und das Fremde, in: Psyche (Frankfurt), XLVI, August 1992, S. 730 - 744

Paulo Freire: Die "wirkliche" bedeutung kulturellen handelns, in: Schravesande Joke, Mendes Candido, de Boer Jaap, Sanders Thomas G., Freire Paulo, Zandee Pieter (Hg.): Die Methode Paulo Freire, a.a.O., 1973 (S. 59 - 70)

Paulo Freire: Pädagogik der Unterdrückten. Bildung als Praxis der Freiheit, Reinbek bei Hamburg, 1974 (1973) (Rowohlt).

Sigmund Freud (1930 <1929>): Das Unbehagen in der Kultur; Studienausgabe Bd. IX; Frankfurt am Main, 1982, (S. 191 - 286) (Fischer) (GW XIV, S. 419 - 506).

Erich Fromm (1964): Die Seele des Menschen. Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen, in: GA, Bd. II, S. 159 - 268 (Stuttgart, 1980) (darin: Die Liebe zum Toten und die Liebe zum Lebendigen, S. 179 - 198).

Erich Fromm (1968): Die Revolution der Hoffnung. Für eine Humanisierung der Technik, in: Erich Fromm: Gesamtausgabe (GA). Herausgegeben von Rainer Funk, Bd. 4, Stuttgart, 1980 (Deutsche Verlagsanstalt), S. 255 - 377, (1980 a).

Eduard Grünewald: Ja zum Widerstand, in: Ansichtssachen..., a.a.O., 1996, S. 109 - 114, (1996 a).

Eduard Grünewald: Aus einem Interview mit Prof. Eduard Grünewald, in: 50 Jahre Innsbrucker Arbeitskreis für Psychoanalyse, hrsgg. v. Hans Jörg Walter, Innsbruck-Wien (Studien Verlag), S. 19 - 26 (Das Interview führten Eva Sporschill und Hans Jörg Walter) (1996 b).

Peter Gstettner: Lernort Mauthausen? Oder: Gelingt am Ort der Täter und Opfer die Rückholung des österreichischen Gedächtnisses?, in: Elke Renner/Josef Seiter/Johannes Zuber (Hg.) Erinnerungskultur. Zur Rückholung des österreichischen Gedächtnisses, Schulheft Nr. 86-1996 (S. 9 - 25)

Peter Gstettner: Subjektivität im interkulturellen Lernprozeß, in: A. Aluffi-Pentini et al. (Hg.): Antirassistische Pädagogik in Europa..., a.a.O., 1999, S. 183 - 200.

Václav Havel: Moral in Zeiten der Globalisierung, Reinbek bei Hamburg, 1998 (Rowohlt TB)

Doris Helmberger: Großfahndung bis zur Geburt, in: Die Furche (Wien) Nr. 44 vom 30. Oktober 2003, S. 7

Hartmann Hinterhuber: Ermordet und Vergessen. Nationalsozialistische Verbrechen an psychisch Kranken und Behinderten in Nord- und Südtirol, Innsbruck, 1995 (VIP-Verlag, Verlag Integrative Psychiatrie).

Hartmann Hinterhuber: Ermordet und Vergessen. Nationalsozialistische Verbrechen an psychisch Kranken und Behinderten in Nord- und Südtirol, in: Christian Smekal, Hartmann Hinterhuber, Ullrich Meise: Wider das Vergessen, a.a.O., 1997, S. 55 - 65.

Hermann Holzmann: Ynnsprugg ich muess dich lassen, Innsbruck, o.J. (1962) (Universitätsverlag Wagner)

Helmwart Hierdeis: Interkulturelle Kommunikation. Freiheit als Ressource, dem Autor übergebenes unv. Manuskript für die Fernuniversität Hagen (2003)

Gretl Köfler: Die Verfolgung der Juden, in: Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 - 1945. Eine Dokumentation, Bd. 1, a.a.O., S. 420 - 482 (Dokumentenanhang: 426 - 482) (1984 a).

Gretl Köfler: "Euthanasie" und Zwangssterilisierung, in: Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 - 1945. Eine Dokumentation, Bd. 1, a.a.O., S. 483 - 519 (Dokumentenanhang: 486 - 519) (1984 b).

Willy Lindwer: Anne Frank. Die letzten sieben Monate Augenzeuginnen berichten, Übers. Aus d. Niederl. Von Mirjam Pressler, Frankfurt/Main, 1990 (Fischer)

Jacques Lusseyran: Das Leben beginnt heute. Erinnerungen und Begegnungen eines Blinden, Stuttgart, 1996 (dtv)

Herbert Marcuse: Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft, Darmstadt-Neuwied, 1980 (1967) (Luchterhand)

Annekatrein Mendel: Zwangsarbeit im Kinderzimmer. "Ostarbeiterinnen" in deutschen Familien von 1939 bis 1945. Gespräche mit Polinnen und Deutschen, Frankfurt am Main, 1994 (Dipa)

Gabriele Pircher: Antisemitismus in Vorarlberg nach dem I. Weltkrieg, Prüfungsarbeit zur Lehrveranstaltung "Das Fremde und das Ich" (Stöger, Sommersemester 1995), eingereicht am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck (1996) (unv.).

Christian Smekal: Universitäten im Dienste menschenverachtender Ideologien, in: Christian Smekal, Hartmann Hinterhuber, Ullrich Meise: Wider das Vergessen, a.a.O., 1997, S. 43 - 53

Christian Smekal/Hartmann Hinterhuber/Ullrich Meise: "Ermordet und Vergessen" (ersch. als Bd. 8 der Reihe "Universitätsleben"), Innsbruck, 1997 (VIP-Verlag Integrative Psychiatrie)

Leopold Steurer/Martha Verdorfer: Ein Zeitbild, in: Sprechen über Südtirol - Zeugen eines Jahrhunderts (Begleittext zu einer TV Dokumentation der RAI-Bozen von Karl Prosslinger), Wien - Bozen 1996 (Folio Verlag)

Peter Stöger: Zeugnis geben und erinnern... Ansprache zur Ausstellungseröffnung "Vergessene Opfer der NS-Zeit" am 28. 2. 2000 im Kleinen Rathaussaal Telfs, in: Kontakte (Stams), XVIII (2000), 2, S. 33 - 53

Peter Stöger: Eingegrenzt und Ausgegrenzt. Tirol und das Fremde. Mit einem Vorwort von Bischof Reinhold Stecher, Frankfurt et al., 32002 (1998) (Peter Lang)

Isa Vermehren: Reise durch den letzten Akt. Ravensbrück, Buchenwald, Dachau: Eine Frau berichtet, Reinbek bei Hamburg, 1990 (Rowohlt)

Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 - 1945. Eine Dokumentation, 2 Bände. (Hg. Dokumentations-archiv des Österreichischen Widerstandes), Wien - München (1984) (Österr. Bundesverlag: Wien und Jugend und Volk: Wien - München)

Zeugen des Widerstandes. Eine Dokumentation über die Opfer des Nationalsozialismus in Nord-, Ost- und Südtirol von 1938 - 1945, bearbeitet von Dr. Johann Holzner, P. Anton Pinsker SJ, P. Johann Reiter SJ und Dr. Helmut Tschol, Innsbruck, 1977 (Tyrolia)

Meinrad Ziegler/Waltraud Kannonier-Finster: Österreichisches Gedächtnis. Über Erinnern und Vergesssen der NS-Vergangenheit, Wien 21997 (Böhlau)

Quelle

Peter Stöger: "Integration und Erinnerungskultur - der Schatten und die Ausleuchtung"

Vortrag am 19.12.2003 im New Orleans-Saal der Universität Innsbruck

bidok - Volltextbibliothek: Wiederveröffentlichung im Internet

Stand: 02.05.2006

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