Zur Analyse der Behindertenpolitik in Österreich aus dem Blickwinkel der Disability Studies

AutorIn: Ursula Naue
Themenbereiche: Disability Studies
Textsorte: Zeitschrift
Releaseinfo: erschienen in: Zeitschrift "Behinderte in Familie Schule und Gesellschaft", Heft 5/05, September 2005, Schwerpunkt: Disability Studies (82-91) Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft (5/2005)
Copyright: © Ursula Naue 2005

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Im Jahre 1997 stellte Lennard J. Davis in der Einleitung eines Buches fest: "Disability studies is a field of study whose time has come." (Davis 1997:[1]). Betrachtet man allerdings die gegenwärtige Situation in Österreich, so lässt sich kurz und prägnant formulieren: Weder konnten sich die Disability Studies1 bisher in Österreich als Forschungsrichtung etablieren, noch zählt der Bereich der Behindertenpolitik in Österreich bereits zu jenen Policyfeldern, die intensiv erforscht werden.

Jedoch bieten gerade die heute in der Politikwissenschaft diskutierten Macht-Verschiebungen von Government hin zu Governance, in deren Zuge sich die Rollen bestimmter politischer Akteure - wie auch des Staates selbst - im Rahmen des Policy Making Prozesses ändern (vgl. Pierre 2000: 1-3; Rhodes 1997: 15), die Möglichkeit, sich Fragen neuer, politisch aktiv partizipierender Akteure und ihres Einflusses auf Behindertenpolitik zu widmen. Im Kontext dieser sich wandelnden politischen Räume bezieht sich Governance als ein neues Feld der politischen Analyse (Rose 1999: 15) auf das Ergebnis der Interaktionen und Interdependenzen zwischen einer Anzahl unterschiedlicher politischer Akteure, wobei der Staat nur einen unter anderen Akteuren darstellt (Rose 1999: 16 f). Dieser Perspektivenwechsel im Rahmen politischer Analysen bietet einen idealen Ansatzpunkt für die Überlappung mit den Zugängen der Disability Studies zu Fragen von Behindertenpolitik, denn im Kontext der Disability Studies werden behinderte Menschen[2] (vgl. Priestley 2003: 25; Shakespeare 1999: 686) nicht mehr als Objekte, sondern als Subjekte von Wissenschaft und Forschung wahrgenommen (vgl. Hermes und Köbsell 2003: 7). Behinderte Menschen werden also von Seiten der Disability Studies als auch aus politikwissenschaftlicher Sicht als aktive politische Akteure verstanden und dem entsprechend verändert sich die Perspektive und der Blickwinkel auf das Thema Behindertenpolitik[3].

Indem das soziale Modell von Behinderung[4] die Grundlage der Disability Studies bildet, wird Behinderung als sozial konstruierte Kategorie betrachtet (vgl. Hermes und Köbsell 2003: 7; Waldschmidt 2003: 12; Wendell 1996: 45), was eine wesentliche Voraussetzung für einen neuen gesellschaftlichen und politischen Zugang zum Thema bildet. Zugleich mit der Einbeziehung der wissenschaftlichen Untersuchung neuer politischer Akteure sind es also jene Akteure (nämlich behinderte Menschen selbst), die einen Wandel des Verständnisses von Behinderung als etwas, was im Bereich gesellschaftlicher Verantwortung liegt, durch ihre aktive politische Teilhabe herbei führen können.

Was ändert sich durch einen Disability Studies-Zugang zum Thema Behindertenpolitik?

Ausgehend von einer sozialen Konstruktion von Behinderung (vgl. Wendell 1996: 35, 45) ist es möglich, etliche wesentliche Aspekte von Behindertenpolitik zu analysieren. So können etwa Formierungen und Auswirkungen von Normvorstellungen hinterfragt (vgl. Tervooren 2003: 417) und Schwerpunktsetzungen wie beispielsweise Zugänglichkeit beziehungsweise Barrierefreiheit[5] als wesentlicher Punkt der Dekonstruktion von Behinderung (vgl. Wendell 1996: 56) diskutiert werden. Insgesamt ergibt sich ein neuer Blickwinkel auf Behindertenpolitik, wodurch die Problematik "alt hergebrachter" Behindertenpolitik sowie auch deren wissenschaftlicher Untersuchung deutlich aufgezeigt werden kann: Die Mechanismen, Strategien und Praktiken des gesellschaftlichen Ein- und Ausschließens können aus dem Blickwinkel der Disability Studies analysiert werden, da die Disability Studies die Perspektive auf die Gesellschaft umkehren und die Mehrheitsgesellschaft aus der Sicht von Behinderung - und nicht umgekehrt - untersuchen (Waldschmidt 2003: 16).

Fallbeispiel Österreich: Das Projekt Behinderung, Identität und Politik

Als empirisches Beispiel, an dem gezeigt werden soll, welche Möglichkeiten der Analyse von Behindertenpolitik sich aus einem Zugang über die Disability Studies ergeben, dient vor dem Hintergrund des österreichischen Gesundheitssystems, des bereits oben angesprochenen Wandels von Government hin zu Governance sowie auch des Rückzugs des Sozialstaates als Garant sozialer Sicherheit im folgenden Text die Herangehensweise[6] und Forschungsstrategie eines Projekts, das vom Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank gefördert wird[7]. Im Rahmen dieses Projekts wird versucht - wie bereits eingangs ausgeführt - eine Analyse der Praktiken und Strategien der österreichischen Behindertenpolitik aus dem Blickwinkel der Disability Studies in Verbindung mit politikwissenschaftlichen Forschungsansätzen[8] durchzuführen, wobei dieser "politische Schwerpunkt" sowie auch die Herangehensweise und Forschungsstrategie der Untersuchung jedenfalls den Disability Studies entspricht, geht es dabei doch um die Untersuchung der sozialen und politischen Kräfte, die die gesellschaftlichen Verhältnisse und Beziehungen formen (vgl. Johnstone 2002: 2) und um die Machtverhältnisse, die diese Beziehungen bestimmen.

Zum Forschungsansatz: Der Heterogenität politischer Akteure gerecht werden

Entsprechend den eingangs angesprochenen Macht-Verschiebungen hin zu Governance wurde der Forschungsansatz, der die theoretische wie auch methodische Basis der Analyse der österreichischen Behindertenpolitik bildet, so gewählt, dass er auf die Heterogenität der politischen Akteure sowie auf die Veränderungen der politischen Praktiken und Strategien Bezug nimmt und deren Analyse ermöglicht. Ausgehend von Konzepten der Partizipation, Inklusion, Chancengleichheit, sozialer Gerechtigkeit und Nicht-Diskriminierung (vgl. Barnes and Mercer 2004; Miller 2003; Oliver 1996; Rioux 2002; Silvers et al. 1998; Stone 2002; Young 1990; Young 2000) werden Überlegungen zu Macht(verhältnissen) im Kontext gegenwärtiger Biopolitik (vgl. Naue 2005) angestellt, die im Zusammenhang mit Fragen der Formierung von Diskursen[9] und Narrativen betrachtet werden. Als Ausgangspunkt und Makrotheorie dienen hierbei Michel Foucaults Überlegungen zu Aspekten von Macht(verhältnissen), zu Widerstand gegen Machtverhältnisse, zu Diskursen, zu Normen etc. (vgl. Foucault 1994; Foucault 1999). Die mikrokonzeptuale Herangehensweise wird durch eine Analyse der Narrative gebildet, wobei Diskurse sowie auf diskursive Möglichkeiten bezogene Narrative und Praktiken als mit Dimensionen der Macht in Zusammenhang stehend aufgefasst werden und als Artikulationen von Macht zu verstehen sind (Gottweis 1998: 35, 330; Gottweis 2003: 254 f). Das Datenmaterial, welches im Rahmen des Projekts ausgewertet wird, stammt aus teilstrukturierten Interviews sowie aus einer Dokumenten- und Literaturanalyse.

Ein derartiger Forschungsansatz bietet die Möglichkeit, einerseits eine Vielzahl relevanter politischer Akteure und deren Bedeutung für die Formulierung[10] von Behindertenpolitik zu untersuchen und damit andererseits zugleich sich ändernde Strukturen im Bereich der Behindertenpolitik nachzeichnen zu können. Anders ausgedrückt würde eine Herangehensweise, die Behindertenpolitik als von staatlichen Akteuren alleine bestimmtes Policyfeld versteht und analysiert, schon von vornherein bestimmte Akteure aus der Untersuchung ausschließen und nicht berücksichtigen - mit dem Effekt, dass die Darstellung des Policyfeldes Behindertenpolitik dann auch anders ausfallen würde, nämlich ohne eine ausführliche Analyse der Bedeutung verschiedener politischer Akteure abseits staatlicher Institutionen.

Es ist daher ein wesentliches Anliegen des Projekts, sowohl in der Interview- als auch in der Dokumenten- und Literaturanalysephase jene Menschen zu Wort kommen zu lassen, die einerseits von den Auswirkungen der Formulierung von Behindertenpolitik selbst betroffen sind, andererseits und zugleich zunehmend Behindertenpolitik mitformulieren und aktiv mitgestalten.

Kontexte berücksichtigen: Sich wandelnde politische Räume

Will man sich der österreichischen Behindertenpolitik in adäquater Weise nähern, so muss man die relevanten Diskurse (vgl. Thomas and Corker 2002: 30) im Kontext einer Anzahl wesentlicher nationaler sowie auch internationaler beziehungsweise globaler Kontexte betrachten (vgl. Priestley 2001: 3). Entwicklungen des österreichischen Gesundheitssystems, der bereits mehrfach angesprochene Wandel der Bedeutung bestimmter politischer Akteure sowie das Auftreten neuer politischer Akteure als auch der Rückzug des Sozialstaates als Garant sozialer Sicherheit sind im Zusammenhang mit einer gegenwärtigen Biopolitik zu betrachten, wobei ein zunehmender Einfluss biomedizinischen und genetischen Wissens auf das politische Feld (vgl. Rabinow and Rose 2003: 35) festzustellen ist.

Biopolitik umfasst spezifische Strategien, die sich auf die menschliche Gesundheit und Krankheit beziehen und in deren Rahmen bestimmte Formen von Wissen, bestimmte Autoritäten und Interventionen sowie Praktiken relevant sind beziehungsweise eingesetzt werden (vgl. Rabinow and Rose 2003: 3). Im sich gegenwärtig verändernden biopolitischen Kontext müssen Strategien, die sich auf Gesundheit und Krankheit - wobei Behinderung immer in diesem Kontext diskutiert wird - im Zusammenhang mit neuen Konfigurationen von Wissen, Macht und Subjektivität diskutiert werden (vgl. Rabinow and Rose 2003: 28, 30).

Im Zusammenhang mit der diskursiven Verbindung von Gesundheit, Krankheit und Behinderung werden etwa die Auswirkungen der Reform des österreichischen Gesundheitssystems deutlich, das auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung in einem bestimmten, ökonomisch als vertretbar angesehenen, Rahmen mit dem Ziel fokussiert, die Arbeitskraft zu steigern: Bestimmte Vorstellungen über Körperlichkeit[11] und ein bestimmten Verständnis von Normen laufen parallel zu einer schwindenden Akzeptanz Menschen gegenüber, die diese Erwartungen nicht erfüllen. Macht und Machtverhältnisse sind auf diese Weise an Normvorstellungen gekoppelt, diese wiederum an ein bestimmtes Verständnis von Behinderung (Naue 2005). Werden bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten zur Norm erklärt und das Vorhandensein bestimmter Beeinträchtigungen als Abweichung von der Norm gesehen, wird die Frage der Ausgrenzung und des Ausschließens im Sinne von Nicht-Abweichung beziehungsweise Abweichung von diesen Fähigkeiten, Eigenschaften und Beeinträchtigungen verstanden (Bohn 2003: 40 f), wobei Normen in diesem Kontext mehrfach als "Träger von Machtansprüchen" (vgl. Foucault 2003: 72; Naue 2005) wirken.

Es zeigt sich also, dass der Wandel politischer Strategien und Praktiken ermöglicht, dass behinderte Menschen politisch aktiv an der Formulierung von Behindertenpolitik partizipieren können und Widerstand[12] gegen unhinterfragte und lange Zeit angewendete Praktiken, die Behindertenpolitik betreffen, formulieren und durchsetzen können. Jedoch ist dies in den Kontext der Machtwirksamkeit von Normvorstellungen zu setzen, die wesentliche (negative) Auswirkungen auf die positiven, neuen politischen Möglichkeiten - nämlich der Entstehung allgemeiner, neuer politischer Räume - haben können. Denn Normvorstellungen zeigen Auswirkungen auf den notwendigen Wandel des Verständnisses von Behinderung - hin zu einem Verständnis, das Behinderung als etwas versteht, was im Bereich gesellschaftlicher Verantwortung liegt und nicht als etwas, was ein persönliches Schicksal ist und damit im Bereich persönlicher Verantwortung[13] (vgl. Thomas 2002 a: 50) liegt. Erst aus diesem Wandel kann sich Behindertenpolitik ändern und es kann zu einem neuen gesellschaftlichen und politischen Zugang zum Thema kommen.

Zwei Schritte vor - einer zurück? Oder umgekehrt?

Analysiert man die bisher durchgeführten Interviews im Rahmen des Projekts Behinderung, Identität und Politik, so zeigt sich auf den ersten Blick ein deutlich bemerkbarer Wandel des Verständnisses von Behinderung. Zwar wird der Bevölkerung durch die meisten der befragten politischen Akteure im Policyfeld Behindertenpolitik insgesamt eher abgesprochen, sich mit einem sozialen Modell von Behinderung auseinander zu setzen beziehungsweise sich den Bedeutungsverschiebungen des Wandels vom medizinischen zum sozialen Modell von Behinderung bewusst zu sein. Zugleich nehmen die interviewten Personen für sich in Anspruch, sich nicht nur mit dem sozialen Modell von Behinderung auseinander zu setzen, sondern - soweit es in ihrem Rahmen möglich ist - auch danach zu handeln. Wesentlich hierbei ist die gerade angeführte Einschränkung: Der "mögliche Rahmen", also die Eingrenzung dessen, behinderte Menschen eben nicht auf Beeinträchtigungen zu reduzieren, erweist sich als sehr "vielfältig", wobei es im Kontext gesetzlicher Vorgaben bei einigen Interviews zu einem Anwenden einer recht ausgeprägten medizinischen Argumentation kommt[14]. Es werden unter anderem die Auswirkungen der Feststellung des Grades der Behinderung unter Berücksichtigung der Richtsatzverordnung[15] und damit einer medizinischen Argumentation deutlich, wenn etwa in einigen Interviews festgestellt wird, dass die Funktionalitätsstörung im Vordergrund steht und stehen muss, wenn es um die Einschätzung der Frage der Anspruchsberechtigung und die Feststellung der Art der Behinderung geht. Es wird argumentiert, dass es in der Praxis sehr schwer sei, auf die Behinderung durch den sozialen Kontext zu fokussieren, da man die vorgegebenen gesetzlichen Aufgaben und Leistungen zu erfüllen habe, wobei dies nur über die medizinische Definition der Behinderung möglich sei.

Trotz der Kenntnis des sozialen Modells von Behinderung der befragten Personen zeigen einige Interviews, dass der Diskurs um Behinderung - eingebettet in die gegenwärtige gesetzliche Situation in Österreich - nach wie vor großteils von medizinischen Argumenten und bestimmten Normvorstellungen[16] (vgl. Thomas 2002 a: 50) getragen wird, weil man meint, Behinderung als solches auf keinem anderen Weg feststellen zu können. Wiewohl man den Grad der Behinderung im Sinne eines sozialen Modells von Behinderung definieren und feststellen könnte - gemessen am Ausmaß der Diskriminierung, der Beeinträchtigungen und Behinderungen durch den gesellschaftlichen Kontext - wird die medizinische Definition nicht hinterfragt beziehungsweise als einzige Möglichkeit betrachtet, eine Handlungsbasis zu bieten, und es wird an alt hergebrachten Argumentationslinien festgehalten. Der Effekt davon ist, dass Behinderung nach wie vor individualisiert wird, einerseits durch das nicht vorhandene Einbeziehen der Aspekte von Behinderungen durch die Gesellschaft und den kollektiven Kontext, andererseits nach wie vor durch den Bezug auf die Beeinträchtigung des einzelnen Individuums, durch die Abweichung von der Norm[17]. Das Narrativ der alleinigen medizinischen Bedingtheit von Behinderung überlagert also nach wie vor jenes Narrativ der gesellschaftlichen Bedingtheit von Behinderung.

In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass das Narrativ der tatsächlichen, expliziten Barrieren immer noch dem Narrativ der sozialen, impliziten Barrieren[18] an Wirkungsmächtigkeit überlegen ist, wobei dies an das soeben beschriebene Festhalten an einer rein medizinischen Definition und Herangehensweise an Behinderung gekoppelt zu sein scheint. Wenn auch in den Interviews soziale Barrieren, also Barrieren im Umgang mit behinderten Menschen, zum Teil als wichtigstes Ziel in Bezug auf Behindertenpolitik angesprochen werden, endet die Argumentation teilweise bei den tatsächlichen Barrieren[19], deren Abbau selbstverständlich große Bedeutung für ein sich änderndes gesellschaftliches Umfeld von behinderten Menschen hat, jedoch den nächsten, wichtigen Schritt des Um- und Überdenkens gegenwärtiger Behindertenpolitik im Sinne der Theorie des sozialen Modells und im Sinne von Nicht-Diskriminierung nicht mit einschließt.

Es zeigt sich im Zuge der vorläufigen Analyse der Interviews eine gewisse Ambiguität des Verhaltens bestimmter Akteure beziehungsweise Akteursgruppen, wobei der unterschiedliche Zugang zu Behindertenpolitik und Behinderung vor allem entlang der Linie einer mehr oder weniger unmittelbaren eigenen Betroffenheit von Behindertenpolitik verläuft. Diese Situation mag im ersten Augenblick selbstverständlich erscheinen, man mag davon ausgehen, dass es nahe liegt, dass behinderte Menschen eher dem sozialen Modell nahe stehen und es umsetzen wollen als nicht behinderte Menschen. Jedoch wird dies dadurch relativiert, dass neben unterschiedlichen Modellen, die zur Anwendung kommen, sehr wohl auch das gleiche, nämlich das soziale Modell angewendet wird - und zwar in einem recht großen Ausmaß, also von einer großen Anzahl von Akteuren - dieses jedoch unterschiedlich ausgelegt und danach unterschiedlich gehandelt wird. Und hier beginnen die oben angesprochene Linie oder "Grenze" zwischen unterschiedlichen Zugängen der einzelnen Akteursgruppen zu verschwimmen - seien es nun etwa Akteure auf Bundes- oder Landesebene, NGOs, Behindertenorganisationen oder Selbsthilfegruppen, seien es behinderte oder nicht behinderte Menschen, die interviewt wurden. Man kann feststellen, dass die Kontextualisierung des sozialen Modells von Behinderung in den Gesamtrahmen österreichischer Behindertenpolitik unterschiedlich ist, je nachdem, wer das Modell zur Argumentation heran zieht, wobei die Argumentationslinien keineswegs so eindeutig bestimmten Akteuren zugeschrieben werden können, wie man das vermuten würde. Was das für eine Änderung der gegenwärtigen Behindertenpolitik bedeuten kann, liegt auf der Hand: Obwohl das soziale Modell von Behinderung zwar gedacht, aber gewissermaßen nicht im eigentlichen Sinne umgesetzt wird, zeichnet sich bei den "klassischen" politischen Akteuren doch ein Umdenken ab. Wenn auch die Praktiken und Strategien immer noch sehr stark den alten Haltungen verhaftet sind, löst man sich allmählich von diesen Vorstellungen, was die Grundlage für ein Überdenken und Neuformulieren von Behindertenpolitik bilden kann. Bezogen auf die Frage möglicher Entwicklungen der österreichischen Behindertenpolitik kann also trotz des noch wesentlich am medizinischen Modell verhafteten gesetzlichen Rahmenwerks angenommen werden, dass dieses Umdenken zu einer Veränderung der Behindertenpolitik führen kann, wobei die tatsächlich langfristigen Auswirkungen dieser Entwicklung noch nicht abgeschätzt werden können.

Zur Analyse der Behindertenpolitik in Österreich aus dem Blickwinkel der Disability Studies - Zur Notwendigkeit neuer Perspektiven

Im vorliegenden Beitrag wurde der Versuch unternommen, anhand eines empirischen Beispiels und dessen kurzer Darstellung zu zeigen, welche Möglichkeiten und Schwerpunktsetzungen sich ergeben, wenn man eine Analyse der österreichischen Behindertenpolitik aus dem Blickwinkel der Disability Studies[20] angeht. Eine Darstellung der vorhandenen sowie der wirkungsmächtigen Diskurse, Narrative und Argumentationslinien ist im Kontext gesamtgesellschaftlicher, sozio-politischer Verhältnisse und damit im Kontext von Macht und Machtverhältnissen zu analysieren, was letztendlich Aussagen über Möglichkeiten des Widerstands gegen bestehende Machtverhältnisse ermöglicht[21]. Im Kontext des Wandels politischer Strategien und Praktiken zeigt sich, dass Normvorstellungen sowie Narrative, die von bestimmten Normvorstellungen ausgehen, nach wie vor ausgesprochen wirkungsmächtig sind, was einerseits die positiven Aspekte neuer politischer Räume überlagert, andererseits Widerstand gegen soziale Unterdrückung, Exklusion und Diskriminierung dadurch erschwert wird, da Normen als Begründung und Legitimation einer bestimmten Machtausübung (vgl. Foucault 2003: 72) sowie deren Fortsetzung wirksam sind. Daraus ergibt sich eine einigermaßen komplexe Situation, in der es tatsächlich schwierig ist, Widerstand gegen bestehende Machtverhältnisse zu formulieren und umzusetzen. Allerdings scheint der Wandel der Modelle von Behinderung, die im Kontext österreichischer Behindertenpolitik angewendet werden, insofern eine Überwindung bestehender Machtverhältnisse zu ermöglichen, als dass dieser Wandel direkt auf den Aspekt der Bedeutung von Normen und Normvorstellungen abzielt.

Schon die kurzen Ausführungen zu neuen politischen Akteuren und der Frage des möglichen Widerstandes gegen Machtverhältnisse, die sich im konkreten Fall in einem Wandel der Behindertenpolitik in Österreich auswirken, zeigen die Notwendigkeit eines Perspektivenwechsels und eines anderen Blickwinkels auf das Thema auf, denn in einem top-down-orientierten[22] Ansatz und eines Ansatzes, der die Vorstellungen und Haltungen von neuen Akteuren nicht einbezieht, würden die Bedürfnisse und Einstellungen behinderter Menschen jedenfalls nicht in dem Maße im Vordergrund stehen. Die teilweise feststellbaren "Irritationen" einzelner politischer Akteursgruppen in Bezug auf die intensivere Einbeziehung von Behindertenorganisationen etwa im Zuge der Verhandlungen und Diskussionen zum Behindertengleichstellungsgesetz machen deutlich, dass diese "klassischen" politischen Akteure mit den Machtumverteilungen beziehungsweise mit der Neuverteilung der Macht im Rahmen von Policy Prozessen gewisse Probleme haben. Trotzdem wurde jedoch in den Interviews betont, dass sich durch die Einbeziehung der NGOs ein wesentlicher Fortschritt ergeben hat.

Um also in Zukunft den Veränderungen im Bereich der österreichischen Behindertenpolitik auch im Kontext der wissenschaftlichen Analyse in adäquater Form gerecht werden zu können und die Veränderungen fassen und untersuchen zu können, wird es notwendig sein, sowohl die Disability Studies an sich als auch den in der vorliegenden Arbeit betonten politikwissenschaftlichen Schwerpunkt zum Thema Behindertenpolitik voranzutreiben und zu forcieren.



[1] Simi Linton stellt über Disability Studies fest: " It is the socio-political-cultural model of disability incarnate. It provides an epistemological basis for inquiries and actions that could not have been imagined from the restrictive thresholds of the traditional curriculum." (Linton 1998: 133). Colin Barnes und Geof Mercer argumentieren, dass die neue, gegenwärtige Disability Studies Literatur " ... is now building alternative perspectives to the established, individualistic approach to disability." (Barnes and Mercer 2004: 18).

[2] In Großbritannien wird der Begriff "disabled people" (behinderte Menschen) jenem, in den USA verwendetem, Begriff der "people with disabilities" (Menschen mit Behinderungen) vorgezogen und ich schließe mich der Argumentation Tom Shakespeares an: "... "disabled people", signifying that people with impairments are disabled by an exclusionary society. ... "people with disabilities may put the individual first, but it still defines them by their impairment." (Shakespeare 1999: 686).

[3] Indem die Bedürfnisse, Haltungen und Einstellungen behinderter Menschen im Vordergrund stehen (vgl. Hermes und Köbsell 2003: 8) und dies im Kontext politischer Partizipation Einfluss auf die Neu-Formulierung und die Praktiken von Behindertenpolitik hat.

[4] Das medizinische Modell hebt den medizinischen Aspekt hervor und fasst Behinderung als Minderung der Funktionsfähigkeit auf (Hirschberg 2003: 15 f; Wolbring 2003). Während also dieses Modell Behinderung individualisiert und Behinderung primär als medizinisch-körperliches Phänomen eines Individuums betrachtet, nimmt das soziale Modell von Behinderung das Umfeld von Menschen mit Behinderungen in den Blickpunkt der Diskussion von Behinderung: Das soziale Modell von Behinderung betont die Bedeutung des behindernden Kontextes, in dem Menschen mit Behinderungen leben. Behinderung wird weniger als Attribut eines Individuums als viel mehr eine komplexe Ansammlung von Bedingungen verstanden, die durch das Umfeld von Menschen mit Behinderungen erzeugt wird (Corker and French 2002: 2 ff; Hirschberg 2003: 16 f; Thomas 2002: 39 f; Wolbring 2003). Simi Linton argumentiert, dass "The field of disability studies arose, in part, as counterpart to the medicalized perspectives on disability ..." (Linton 1998: 132 f).

[5] "When I imagine a society without disabilities ... I imagine a fully accessible society." (Wendell 1996: 55).

[6] Damit ist unter anderem die Zusammensetzung der Gruppe der Interviewten, die Formulierung der Fragen oder auch eine bestimmte Art der Interpretation - ausgehend von einem anderen als dem üblicherweise angewendeten Blickwinkel - gemeint.

[7] Das Projekt, das als vergleichende Studie (Österreich, Schweden, USA) angelegt ist, läuft von Juli 2004 bis Juli 2006 und ist am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien in die TIPP (Transformations in Public Policy)-Research Gruppe von Univ. Prof. Dr. Herbert Gottweis eingebunden. Die Autorin ist die einzige Mitarbeiterin des Projekts.

[8] Zur Frage der Abgrenzung der Disability Studies siehe unter anderem: Linton 1998: 132 ff.

[9] Wobei eben Diskurse nicht per se interessant sind, sondern im Konnex von alltäglichen gesellschaftlichen Verhältnissen und Macht(verhältnissen) (siehe etwa auch Grossberg 1998, zit. in Corker and French 2002: 1).

[10] Es geht hierbei um die Untersuchung der Diskurse sowie Narrative und Praktiken, die die Diskussionen, Ansichten, Haltungen etc. im Bereich der Behindertenpolitik betreffen.

[11] "... "the impaired body" is both a site of discourse production and a site onto which cultural discourses are projected ..." (Corker and French 2002: 4).

[12] Im Sinne Michel Foucaults und Judith Butlers: Widerstand und Machtverhältnisse sind in unmittelbarem Zusammenhang zu sehen und müssen in diesem Konnex betrachtet werden. Widerstand schließt bestehende Machtverhältnisse in sich ein, im Versuch der Überwindung der Machtverhältnisse werden diese zugleich fortgesetzt, was bewirkt, dass sich jeder Oppositionsversuch schwierig gestaltet (vgl. Butler 2001: 16, 21; Foucault 1999: 194, 199 f). - Hier sei - nur ganz kurz - auf die Diskussion um die konzeptuale Verbindung von Behinderung und Beeinträchtigung (disability/impairment) hingewiesen. Wenn man Behinderung als Form der sozialen Unterdrückung versteht - so stellen Corker und French hierzu fest - kann man Fragen der Unterdrückung (und damit auch des Widerstandes) nur adäquat beantworten, wenn man Beeinträchtigung mit einbezieht (Corker and French 2002: 2).

[13] Also weg vom Narrativ der "persönlichen Tragödie" und Verantwortung (vgl. Thomas 2002 a: 50), hin zu einem Narrativ gesellschaftlicher Verantwortung.

[14] Corker und French stellen fest, dass Behinderung und Beeinträchtigung an sich diskursiv verbunden sind; ihrer Ansicht nach ist es in der Praxis schwer, über Behinderung zu sprechen, ohne sich zugleich auf die Beeinträchtigung zu beziehen (Corker and French 2002: 4). Das angeführte Beispiel im Text zeigt, dass diese diskursive Verbindung tatsächlich stark ausgeprägt ist, wobei im Beispiel der Schwerpunkt auf der Hervorhebung einer Beeinträchtigung liegt.

[15] Siehe etwa auch im Zusammenhang mit der Ausstellung eines Behindertenpasses: "Er/Sie [ein Arzt/eine Ärztin] führt jedoch nach Möglichkeit keine Untersuchung durch, sondern beurteilt lediglich auf Grund der Krankenbefunde und unter Berücksichtigung der Richtsatzverordnung den Grad der Behinderung." (Behindertenpass. Verfügbar unter http://www.help.gv.at/Content.Node/114/Seite.1140000.html (15.6.2005). Sowie auch: Richtsätze für die Einschätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE.) gemäß § 7 KOVG, 1965.

[16] Entsprechend einem medizinischen Narrativ der "Abnormität" (vgl. Thomas 2002 a: 50).

[17] François Ewald hält fest, dass die Norm individualisiert und zugleich vergleichbar macht (Ewald 1991: 168), was wesentliche Auswirkungen auf das Verständnis von Behinderung hat. Die hinter der Ausgrenzung verborgenen Vorstellungen von Normalität, Norm und deren Grenzen sind hier jedenfalls im Sinne Michel Foucaults als Machtstrategie zu verstehen, als Gesamtheit der Mittel, " ... die aufgeboten werden, um ein Machtdispositiv funktionieren zu lassen oder aufrechtzuerhalten" (Foucault 1999: 199), Macht wirkt also auf diese Weise über die Norm auf den Körper.

[18] Welches in seiner Argumentation natürlich auch explizite Barrieren beinhaltet.

[19] Ein Eindruck, der sich im Übrigen verstärkt, wenn man an die Diskussionen um das Behindertengleichstellungsgesetz denkt.

[20] Beziehungsweise im vorliegenden Fall aus einem Disability Studies-Blickwinkel mit besonderem Schwerpunkt auf einer politikwissenschaftlichen Analyse. Siehe dazu weiter oben.

[21] Im Sinne Colin Barnes' und Geof Mercers ermöglicht dies nicht nur Aussagen über Widerstand, sondern " ... the emergence of analyses of disability as a form of social oppression has triggered new demands for political action." (Barnes and Mercer 2004: 18).

[22] Gemeint im Sinne der Auswirkungen von Handlungen staatlicher Akteure auf die Gesellschaft (im Gegensatz zu bottom-up als Einfluss neuer Akteure aus dem Bereich der Gesellschaft und nicht aus jenem "klassischer" politischer Akteure).

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Young, Iris Marion (2000). Inclusion and Democracy. Oxford.

Autorin:

Dr. Ursula Naue

Institut für Politikwissenschaft

Universität Wien

Universitätsstraße 7 /2. Stock

A-1010 Wien

e-mail: ursula.naue@univie.ac.at

Quelle:

Ursula Naue: Zur Analyse der Behindertenpolitik in Österreich aus dem Blickwinkel der Disability Studies

erschienen in: Zeitschrift "Behinderte in Familie Schule und Gesellschaft", Heft 5/05, September 2005, Schwerpunkt: Disability Studies (82-91)

bidok - Volltextbibliothek: Wiederveröffentlichung im Internet

Stand: 25.02.2008

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