Praxis 1/2001

Themenbereiche: Kultur
Textsorte: Zeitschriftenartikel
Releaseinfo: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft Nr. 1/2001 ; Thema: Geschlecht: behindert Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft (1/2001)
Copyright: © Astrid Baumgartner 2001

Einleitung

"Gibt es auch einen behinderten Nikolaus?" Diese Frage stellte mir ein Vierjähriger bei den Vorbereitungen für ein Nikolausfest in einem integrativen Kindergarten, in dem ich während meiner Ausbildung zur Kindergärtnerin ein Praktikum absolvierte. Für den nichtbehinderten Jungen war diese Frage naheliegend. Es war für ihn nicht nur selbstverständlich, dass behinderte Kinder mit ihm den Kindergarten besuchten, sondern er lebte mit seiner Familie auch in einer Dienstwohnung einer Einrichtung für stark geistig- und mehrfachbehinderte Personen. Für den Jungen war die Begegnung mit Behinderten etwas Alltägliches. Das trifft nicht auf viele Kinder zu. Ein integratives Zusammenleben von Behinderten und Nichtbehinderten ist (immer noch) nicht selbstverständlich. Unsicherheit im Umgang miteinander, Ausgrenzung und Vorurteile können die Folge sein. Auch die Einstellung Behinderter gegenüber anderen Behinderten ist nicht unbeeinflusst von diesen Phänomenen. Da es "die Behinderten" als geschlossenen Gruppe nicht gibt, werden Personen mit anderen Behinderungen als der eigenen, oft so "anders" erlebt wie von Nichtbehinderten. Bei der Bildung von Einstellungen gegenüber Menschen mit einer Behinderung bzw. einer anderen Behinderung als der eigenen, ist gerade das Vorschulalter und frühe Schulalter sehr bedeutend. Während Kinder bis zum dritten oder vierten Lebensjahr noch unbefangen und neugierig auf alles Fremde zugehen und in ihrer Einstellung gegenüber Behinderten unvoreingenommen sind, finden im Kindergarten- bzw. jüngeren Schulalter die entscheidenden Prozesse der Verarbeitung von Behinderung statt. (CLOERKES, 1997, 86f und KRON, 1988, 20f)

Ein beliebtes Medium von Kindern dieses Alters ist das Bilderbuch. So stellte ich mir in meiner Diplomarbeit (BAUMGARTNER, 2000) am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Salzburg die Frage, ob und in welcher Weise das Thema Behinderung in Bilderbüchern angesprochen wird. Die Suche nach entsprechenden Werken gestaltete sich aufwendig. Insbesondere BuchhändlerInnen, die als kompetente AnsprechpartnerInnen angesehen werden, waren teilweise erschreckend schlecht informiert. Aussagen wie "Zu diesem Thema gibt es kein Bilderbuch. Es hat einmal ein Bilderbuch über Behinderung gegeben, aber das ist schon lange her" bekam ich mehrmals zu hören. Es ist nicht verwunderlich, wenn potentielle Käufer infolgedessen weitere Recherchen unterlassen. Das ist zu bedauern, weil es 1. zwar eine kleine (ich fand bei meiner Suche 20 Titel) aber keine Auswahl an entsprechenden Bilderbüchern gibt und 2. Bilderbücher im Allgemeinen und Bilderbücher zum Thema Behinderung im Speziellen einen positiven Einfluss auf die Entwicklung behinderter und nichtbehinderter Kinder ausüben können.

Im Bilderbuch kann das Kind sowohl ihm Bekanntes wieder erkennen, als auch Neues erfahren (DIETSCHI KELLER; 1996, 75 u. 93 und SCHMITZ, 1993, 50f):

Das Bilderbuch als Spiegel eigener Erfahrungen

Das Kind kann in Geschehnissen des Bilderbuchs Situationen, Bedürfnisse, Sorgen und Probleme erkennen, mit denen es sich auch in seinem alltäglichen Leben auseinanderzusetzen hat. Das Kind erfährt, dass es mit seinen Schwierigkeiten und Problemen nicht alleine ist. Die Erkenntnis, dass es anderen ähnlich ergeht wie ihm, kann für das Kind sehr entlastend sein. Zudem kann sich das Kind in seinem eigenen Verhalten bestätigt fühlen oder zu alternativen Verhaltensweisen angeregt werden.

Das Bilderbuch als Möglichkeit zur Erweiterung der eigenen Erfahrungswelt

Das Bilderbuch kann dem Kind Einsichten und Erfahrungen vermitteln, die es im alltäglichen Leben (noch) nicht gewonnen hat. Bilderbücher mit (anders)behinderten Protagonisten veranschaulichen etwa, wie sich die konkrete Behinderung auswirkt, welche Einschränkungen sie mit sich bringt und welche Probleme sich im Alltag dadurch für die behinderte Person ergeben können. Daneben sollen die Bilderbücher jedoch vor allem zeigen, dass trotz einiger Unterschiede die Ähnlichkeiten zwischen (unterschiedlich) Behinderten und Nichtbehinderten bei weitem überwiegen.

Die Darstellung der behinderten Person im Bilderbuch

Wie sollen die Informationen in den Bilderbüchern dargeboten werden, um eine positive Entwicklung der Einstellung zu erzielen?

  1. Die behinderte Person wird so dargestellt, dass man sich mit ihr identifizieren kann. Wichtig ist es, die Ähnlichkeit der behinderten und nichtbehinderten Personen in ihren Bedürfnissen, Gefühlen und Rollen in Familie, Ausbildung, Beruf und Freizeit hervorzuheben. Gelegenheit zur Identifikation findet das Kind vorzugsweise in solchen Bilderbüchern, die ihm ein Gefühl von Ähnlichkeit vermitteln ("Ein Mädchen/Junge wie ich!").

  2. Die Behinderung wird sachlich als eines von vielen Merkmalen des betroffenen Menschen angesprochen. Nicht behinderungsspezifische persönliche Qualitäten werden betont.

  3. Zu vermeiden ist alles, was Unsicherheit und Angst erzeugen oder bestehende Vorurteile verstärken könnte.

  4. Text und Bild im Bilderbuch stehen oft im Spannungsverhältnis zwischen dem Anspruch auf Kindgemäßheit und jenem auf sachliche Richtigkeit. Es ist oftmals notwendig, Inhalte zu vereinfachen. Sie dürfen jedoch keinesfalls so verkindlicht werden, dass sie nur mehr teilweise oder überhaupt nicht mehr richtig sind. Zudem müssen die dargebrachten Fakten auch dem aktuellen Stand des jeweiligen Wissensgebietes entsprechen. Insbesondere bei älteren Bilderbüchern besteht die Gefahr, dass sie aufgrund des zeitlichen Wandels an Sachrichtigkeit einbüßen.

  5. Information durch Bilderbücher als alleinige Maßnahme zur positiven Einstellungsbildung ist wenig effizient. Eine Kombination mit anderen Strategien (z.B. Kontakt mit Behinderten, Simulation von Behindertsein, Rollenspiele) ist am wirksamsten. (CLOERKES, 1997, 119; GÜTTLER, 1996, 222f ; TRÖSTER, 1990, 119)

Auch wenn Einstellungen und Sichtweisen der Kinder nicht alleine durch den Erwerb von "Weisheiten" aus Bilderbüchern gewonnen werden, so ist doch der Einfluss von Information und Aufklärung nicht zu unterschätzen. Ein Verständnis des anderen setzt voraus, dass man über die Situation der betreffenden Person genau informiert ist. Nur so kann man sich in ihre Lage versetzen, um ihre Bedürfnisse und Gefühle, die ihr Denken und Handeln beeinflussen, nachzuempfinden. (PETRI, 1998, 62)

Gerade darin ist die Chance des themenspezifischen Bilderbuchs zu sehen.

Der Erwachsene als Vermittler zwischen Bilderbuch und Kind

Das Vorschulkind ist meist noch leseunkundig und darauf angewiesen, dass ihm ein Erwachsener oder ein älteres Kind den Text des Bilderbuchs vorliest oder erzählt. Und auch das lesekundige Schulkind braucht jemanden, der mit ihm das Bilderbuch betrachtet und als Gesprächspartner präsent ist, wenn das Kind über die Bilder, den Inhalt, seine Eindrücke und Empfindungen reden will. Der Erwachsene als Vermittler zwischen Bilderbuch und Kind beeinflusst so auch die Wirkung, die das Bilderbuch auf das Kind hat bzw. haben kann.

a. Die Wirkung des Bilderbuchs ist abhängig von aktivierenden Impulsen des Vermittlers

Die meisten Kinder haben von sich aus das Bedürfnis, sich beim Betrachten eines Bilderbuchs aktiv einzubringen. Sie unterbrechen den Vermittler beim Vorlesen durch spontane Äußerungen und Fragen, sie erteilen den Bilderbuch-Akteuren Ratschläge, oder wünschen bei ihnen bereits bekannten Bilderbüchern gewisse Seiten zu überblättern.

Untersuchungsbefunde aus der Lern- und Einstellungsforschung zeigen, dass eine solche aktive Beteiligung größere und längerfristigere Einstellungsänderungen bewirkt als eine passive Teilnahme. Als solche aktivierende Verfahren wirken Gespräche, gestalterische (z.B. malerische Umsetzung eines Inhalts) und spielerische (z.B. improvisiertes Rollenspiel) Auseinandersetzung mit dem Bilderbuch.

b. Die Wirkung des Bilderbuchs ist abhängig von didaktischen Hilfen und organisatorischen Maßnahmen des Vermittlers

  • Aus der Lernforschung wissen wir, dass ein mittleres emotionales Erregungsniveau für den Lerngewinn am günstigsten ist. Es ist Aufgabe des Vermittlers, für diese günstige Bedingung zu sorgen. Er kann durch Wechsel von Tonfall und Sprachmelodie zusätzliche Spannung erzeugen oder bestehende Spannung lindern und durch Körperkontakt dem Kind das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit vermitteln.

  • Durch Gespräche kann der Vermittler das Kind bei der Verarbeitung des Bilderbuchs unterstützen. Fragen des Erwachsenen können das Kind anregen, das Gehörte distanzierter zu betrachten (z.B. "Hätte die Geschichte auch anders ausgehen können?" oder "Hätte man auch anders handeln können?"). Hier kann man auch das Transferieren von der abstrakten Ebene des Bilderbuchs zur persönlichen Ebene des Kindes fördern (z.B. durch die Frage "Angenommen, dir ginge es so. Was würdest du tun?")

Dabei ist es wichtig, behutsam und auf die konkreten Bedürfnisse des Kindes bezogen vorzugehen. Beispielsweise haben manche Kinder unmittelbar nach der Betrachtung des Bilderbuchs ein großes Redebedürfnis, andere wollen das Gehörte und Gesehene erst für sich verarbeiten, bevor sie sich mit anderen austauschen.

  • Die Wirkung eines Bilderbuchs wird verstärkt, wenn auch andere Bilderbücher oder andere Informationsquellen (z.B. mündliche Mitteilungen) in ihren inhaltlichen Aussagen übereinstimmen.

c. Beeinflussungsaspekt vs. Immunisierungsaspekt

Bei all den vorangegangenen Überlegungen soll nicht übersehen werden, dass es pädagogisch unzureichend ist, sich nur über den Beeinflussungsaspekt (Wie kann ich durch das Bilderbuch die Einstellung des Kindes wirksam verändern?) Gedanken zu machen und den Immunisierungsaspekt (Wie kann man das Kind vor unerwünschten Text- und Bildeinflüssen schützen?) außer acht zu lassen.

Der Vermittler soll sich im Klaren sein, dass der Wirkungsbegriff positiv und negativ gesehen werden muss. Gerade darin bekräftigt sich die Notwendigkeit, mit Hilfe pädagogischer Kriterien zu entscheiden, welche Bilderbücher einschließlich ihrer möglichen Wirkungen, der Entwicklung der Kinder förderlich sind.

(SAHR, 1981, 153-159)

Vorstellung themenspezifischer Bilderbücher

Um ihnen das Aufspüren und die Wahl eines themenspezifischen Bilderbuchs zu erleichtern, möchte ich einige gelungene Bilderbücher, die sich derzeit am deutschsprachigen Buchmarkt befinden, vorstellen:

Meine Schwester ist behindert

Achilles, Ilse & Schliehe Karin

1993 (3.Aufl.). Marburg: Lebenshilfe Verlag.

Peter, ein Junge im Kindergartenalter, erzählt über das Zusammenleben mit seiner älteren Schwester Sophie, die mehrfach behindert ist. Er berichtet dabei über Sophies Stärken und Schwächen, aber auch über konkrete Probleme, die seine Eltern und insbesondere er, bewältigen müssen. Manchmal ist Peter auch auf seine Schwester böse. Etwa, wenn sie von den Eltern gelobt wird, weil sie sich gut benommen hat, aber niemand bemerkt, wie tüchtig Peter war. Oder er ist traurig, wenn sein Turm aus Legosteinen von Sophie zerstört wird. Ab und zu streiten Peter und Sophie. Es gibt aber auch Momente, wo sie gemeinsam krabbelnd Fußballspielen oder heimlich in Sophies Bett naschen.

Ein Bilderbuch, das nicht nur Geschwister behinderter Kinder ansprechen wird.

Sei nett zu Eddie

Flemming, Virgina & Cooper, Floyd

1997 (2.Aufl). Oldenburg: Lappan Verlag.

Christinas Mutter will, dass Christina zum Nachbarsjungen Eddi nett ist. Eddi hat Down-Syndrom. Christina mag Eddi nicht besonders. Und als Robert und Christina zum See gehen, möchten beide nicht, dass Eddi sie begleitet. Als Eddi ihnen trotzdem folgt, beschimpft Robert ihn. Während Robert zurück bleibt, führt Eddi Christina zu einem Teich mit Seerosen und Froschlaich. Das Bilderbuch thematisiert den Ausschluss und die Vorurteile gegenüber Eddi, ohne Christinas und Roberts Verhalten zu verurteilen. Durch Eddies Ausdauer im Kontaktstreben und seine Naturverbundenheit gelingt es ihm, Christinas Achtung und Zuwendung zu gewinnen.

Ein Fest für Merle.

Verstehen eines hörgeschädigten Kindes.

Gänger, Elisabeth & Severin, Karin

1996. Ebmatingen: Adonia-Verlag.

Merle ist seit ihrer Geburt hörbehindert und trägt ein Cochlear-Implantat. Gerade im Kindergarten, auf den sie sich so gefreut hat, bereitet es ihr aufgrund der vielen Nebengeräusche Schwierigkeiten, die anderen Kinder und die Kindergärtnerin zu verstehen. Auftretende Interaktionsschwierigkeiten und Gründe für die Vorurteile gegenüber Merle werden aus der Sicht aller Beteiligten dargelegt. Mit Hilfe von Merles Eltern gewinnt die Kindergruppe Verständnis für Merles Hörbehinderung. Doch vor allem finden sie in Merle eine Spielkameradin und Freundin.

Besonders hervorzuheben ist der ausführliche Fachanhang für den erwachsenen Vermittler. Wobei in diesem sehr einseitig für den Erwerb der Lautsprache mit Hilfe des Cochlear-Implantats geworben wird. Dem Erwerb der Gebärdensprache wird kein positiver Wert zugeschrieben.

Albin Jonathan unser Bruder mit Down-Syndrom

Halder, Cora, Lange-Hofmayer, Barbara & Wurm, Christian

1995 (2.Aufl.). Erlangen: Verlag Seubert.

Aus der Perspektive der elfjährigen Lena wird über das Zusammenleben mit ihrem fünfjährigen Bruder Albin Jonathan berichtet. Albin Jonathan hat das Down-Syndrom. Lena beschreibt seine Besonderheiten, die genetische Ursache, Reaktionen der Mitmenschen, die anfänglichen Sorgen der Eltern und auch welche Geduld von seinen Geschwistern gefordert wird. Vor allem betonen die zahlreichen Farbfotos (46!) und der Text jedoch Albin Jonathans Ähnlichkeit mit anderen Kindern. Für Lena ist Albin Jonathan ein Bruder wie die anderen, mit dem man lachen, spielen, toben und streiten kann.

Meine Füße sind der Rollstuhl

Huanigg, Franz-Joseph & Ritter, Annegret

1999 (7.Aufl.). München: Ellermann.

Im Bilderbuch begleiten wir Margit, wie sie das erste mal alleine mit ihrem Rollstuhl zum Einkaufen fährt. Dabei werden typische negative Verhaltensmuster gegenüber Behinderten wie Anstarren, Mitleid, unerwünschte Hilfe u.a. thematisiert. Margit fühlt sich gekränkt. Sie versteht nicht, warum sie anders behandelt wird als andere Kinder. Doch dann lernt sie den rothaarigen Sigi kennen. Sigi meint, dass er mit seinen roten Haaren und sie mit ihrem Rollstuhl etwas besonderes sind. Diese neue Freundschaft hilft ihr, auf die Verhaltensweisen der Mitmenschen selbstbewusst und humorvoll zu reagieren.

Max malt Gedanken

Huanigg, Franz-Joseph & Ritter, Annegret

1999. Wien: Gabriel Verlag

Max besucht eine integrative Vorschulklasse. Max redet nicht viel, aber zeichnet gerne. Auch Bernadette, die im Rollstuhl sitzt, geht in Max' Klasse. Auftretende Probleme und Vorurteile, mit denen Max und Bernadette umzugehen haben, werden angesprochen. Als Max versehentlich einen Turm von Bernhard umstoßt, wird Bernhard wütend und beginnt Max zu beschimpfen. Er sagt, dass Max nicht zu ihnen in die Klasse gehört, sondern in eine Behindertengruppe, weil er anders ist. Die anderen Kinder sind betroffen. Was tut Max? Er zeigt ihnen eine Zeichnung, auf der er alle Kinder der Klasse gemalt hat. Florian versteht: "Das sind wir. Und jeder ist anders." Und Max gehört dazu.

Das Bilderbuch wird ergänzt durch einen Fotobericht über Mario, der eine "echte" Integrationsklasse besucht.

Kathrin spricht mit den Augen

Lemle, Kathrin & Gemmler, Stefan

1997. Kevelaer: Butzon & Bercker.

Die zehnjährige Autorin Kathrin Lemler erzählt selbst aus ihrem Leben. Kathrin sitzt in einem elektrischen Rollstuhl. Sie kann ihre Arme und Beine nicht so bewegen, wie sie das möchte. Kathrin kann nur wenige Wörter sprechen. Wenn sie etwas sagen möchte, schaut sie auf den jeweiligen Buchstaben auf ihrer Buchstabenkarte, oder sie blickt direkt auf den konkreten Gegenstand, wenn dieser in der Nähe ist. Kathrin berichtet über ihren Alltag, ihre Freuden und Sorgen. Obwohl sich Kathrin oft einsam fühlt, weil sie keinen Kontakt zu den Nachbarskindern hat und die Schulkollegen weit weg wohnen, strahlt sie ein große Zuversicht und Lebensfreude aus. Kathrin hat sich einen tröstenden Satz ausgedacht: "Nicht lachen können ist schlimmer als nicht sprechen können."

Vielleicht gibt ihnen dieser Artikel die eine oder andere Anregung für die Wahl und die Vermittlung eines themenspezifischen Bilderbuchs. Es würde mich freuen! Ihnen und dem Kind, mit dem sie das Bilderbuch betrachten, wünsche ich auf jeden Fall viel Freude und anregende Gespräche. Und machen sie sich auf Fragen, wie jene nach dem behinderten Nikolaus gefasst.

Literatur

Baumgartner, A. 2000. Und lachen kann ich gut. Behindert-sein und Behindert-werden als Thema in Bilderbüchern. Eine inhaltsanalytische Untersuchung. Diplomarbeit an der Universität Salzburg.

Cloerkes, G. 1997. Soziologie der Behinderten. Eine Einführung. Heidelberg: Winter, Ed. Schinderle.

Dietschi Keller, U. 1996. Bilderbücher für Vorschulkinder. Bedeutung und Auswahl. Zürich: Verlag pro juventute.

Güttler, P. 1996. Sozialpsychologie. Soziale Einstellungen, Vorurteile, Einstellungsänderungen. München, Wien: Oldenbourg.

Petri, G. 1998. Schulung des kritischen Denkens. Der Forschungsstand im Überblick und neue Entwicklungsansätze. Graz: Zentrum für Schulentwicklung.

Sahr, M. 1981. Wirkung von Kinderliteratur. Lesen aus kommunikations- und lerntheoretischer Sicht. Baltmannsweiler: Burgbücherei Schneider.

Schmitz, U. 1993. Das Bilderbuch in der Erziehung. Ein Ratgeber für Erzieher/innen, Unterrichtende und alle, die Kinder und Bilderbücher lieben. Donauwörth: Auer.

Tröster, H. 1990. Einstellungen und Verhalten gegenüber Behinderten. Konzepte, Ergebnisse und Perspektiven sozialpsychologischer Forschung. Bern: Huber.

Autorin

Mag. Astrid Baumgartner

geb. 1976. Ausbildung zur Kindergärtnerin an der Bundesbildungsanstalt für Kindergartenpädagogik Linz-Honauerstraße. Danach Studium der Studienrichtungen Pädagogik und Gewählte Fächer aus Psychologie und Soziologie an der Universität Salzburg. Während des Studiums vielfältige Praktiumsstellen in sozialpädagogischen und integrativen Einrichtungen. Von 1997 bis 1999 Studienassistentin und Tutorin am Institut für Erziehungswissenschaften mit den Tätigkeitsbereichen Einführung in die Erziehungswissenschaften und Kommunikationstraining. Abschluss des Studiums im Jänner 2000 und Beginn der Anstellung am Krisenpflegeplatz Mogli des Vereins für Pflege- und Adoptiveltern.

Thürnau 29

4062 Thening

Astrid.Baumgartner@gmx.at

Quelle:

Astrid Baumgartner: Praxis 1/2001

Erschienen in: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft. Nr. 1/2001; Reha Druck Graz

bidok - Volltextbibliothek: Wiederveröffentlichung im Internet

Stand: 20.06.2005

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