Portraits von Autor:innen der bidokbib

Diese Seite sammelt die Autor:innen-Portraits, die in den bidok Newslettern der letzten Jahre erschienen sind. Wir bitten um Rücksichtnahme, dass diese Portrait-Seite erst entsteht und viele unserer Autor:innen daher noch nicht aufgeführt sind.

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A

Abend, Sonja

Sonja Abend setzt sich für eine inklusive Kommunikation in Verwaltung, Wissenschaft und Gesellschaft ein. Sie hat das Konzept der „Leichten Behörden-Sprache“ entwickelt. Dabei sollen Barrieren in der Kommunikation - sowohl sprachlich als auch strukturell - abgebaut werden. Ziel ist die Verständlichkeit für möglichst viele Menschen.

Ihr beruflicher Werdegang begann nach dem Studium zur Diplom-Verwaltungswirtin (Fach-Hochschule) in der Arbeits-Vermittlung. Es folgte die Spezialisierung auf Rehabilitations-Beratung und berufliche Inklusion in der Bundes-Agentur für Arbeit. Dort führte sie unter anderem video-gestützte Beratung für Menschen mit Behinderung ein und war als erste Fachkraft im Bereich „berufliche Inklusion“ tätig.

In ihrer aktuellen Position ist sie Beraterin bei der Familien-Kasse der Bundes-Agentur für Arbeit. Dort entwickelt sie Strategien und Programme mit. Ihr Ziel ist dabei immer Verwaltungs-Strukturen inklusiver und barrierefreier zu gestalten.

Sonja Abends wissenschaftlicher Werdegang ist ebenfalls geprägt von einem konsequenten Fokus auf Inklusion, Kommunikation und Barriere-Freiheit. In mehreren Forschungs-Projekten, etwa "MekoS" oder "AKTIF", war sie Projekt-Leiterin oder wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Neben ihrer Erwerbs-Arbeit lehrt sie an Hoch-Schulen und gibt Seminare zu inklusiver Kommunikatio. Zudem ist sie ehrenamtlich als Mentorin für Akademiker:innen mit Behinderung tätig und ist Gründungsmitglied im Behindertenrat der Stadt Nürnberg.

Ihre Überzeugung ist: Sprache ist der Schlüssel zur Teilhabe.

Zu den Texten von Sonja Abend in der bidokbib



B

Berger, Ernst

Ernst Berger wird 1946 in Wien geboren. 1964 beginnt er mit dem Medizin-Studium an der Universität Wien und promoviert 1970.

Nach ersten Berufs-Erfahrungen als Assistenz-Arzt wechselt er in die Fachrichtung Neurologie und Psychiatrie, spezialisiert sich auf Kinder- und Jugend-Neuro-Psychiatrie. Zwischen 1986 und 2010 ist Berger Berater für den "Psychosozialen Dienst" der Stadt Wien, zuständig für den Bereich Jugend- und Behinderten-Psychiatrie. Lange Zeit arbeitet er an der Universitäts-Klinik Wien, bevor er 1990 Primar-Arzt am Neurologischen Zentrum Rosenhügel wird.

Neben seiner klinischen Tätigkeit ist Ernst Berger Lehr-Beauftragter an verschiedenen Universitäten. 1999 wird er zum außer-ordentlichen Professor ernannt.

2001 ist er einer der Initiatoren des Volksbegehrens „Sozialstaat Österreich“. Er spielt auch eine wichtige Rolle im Team, das sich 2006 um die entführte Natascha Kampusch nach ihrer Befreiung kümmert. Außerdem ist er in verschiedenen Kommissionen (Beiräten) tätig, darunter die Menschenrechts-Kommission der Volks-Anwaltschaft und die Kindeswohl-Kommission des Justiz-Ministeriums.

Berger erhält mehrere Auszeichnungen, darunter das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien und die Julius Tandler-Medaille. Seine Forschungs-Schwerpunkte umfassen Sozial-Medizin, Sozial-Psychiatrie im Kindes- und Jugend-Alter, Entwicklungs-Neurologie sowie Neuro-Rehabilitation und Behinderten-Pädagogik.

Ernst Berger hat über 150 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht und ist bekannt für seine Förderung der Sozial-psychiatrischen Forschung durch einen jährlichen Preis.

Zu den Texten von Ernst Berger in der bidokbib


Boban, Ines & Hinz, Andreas

Ines Boban und Andreas Hinz beginnen ihre pädagogische Arbeit als Praktikantin und Zivildiener Ende der 1970er-Jahre in Hamburg. Dort arbeiten sie mit Kindern mit mehrfachen Behinderungen, die zuvor nicht zur Schule gehen durften.

Während des Studiums der Behinderten-Pädagogik an der Universität Hamburg schließen sie sich der Eltern-Bewegung für Integration an und besuchen oft die Fläming-Grundschule in Berlin. Diese Schule zeichnet sich durch ihre inklusiven Ansätze aus und fördert den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen.

Nach der praktischen Ausbildungs-Phase arbeiten beide viele Jahre als Lehrer beziehungsweise Lehrerin in Hamburger Integrations-Klassen. Außerdem werden integrative Schul-Versuche wissenschaftlich begleitet.

Zusammen mit einer Gruppe von Eltern gründen Ines Boban und Andreas Hinz das Stadthaus-Hotel Hamburg. Es wird 1993 eröffnet und bietet Menschen mit Behinderungen einen Arbeitsplatz mit Sozial-Versicherung und Bezahlung gemäß Erstem Arbeitsmarkt.

1999 wechseln die beiden an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und arbeiten dort als Professor und wissenschaftliche Mitarbeiterin für Rehabilitations- und Integrations-Pädagogik. Dort passen sie unter anderem den englischen "Index für Inklusion" an deutsche Verhältnisse an. Dieser Index ist ein wichtiges Werkzeug und unterstützt Schulen dabei, Barrieren abzubauen und inklusiver zu werden.

2017 verabschieden sich Ines Boban und Andreas Hinz von der Universität. Aber auch nach 40 Jahren ist für die beiden das Thema Inklusion weiterhin ein zentrales Anliegen, daher wird fleißig weiter geschrieben.

Zu den Texten von Ines Boban in der bidokbib

Zu den Texten von Andreas Hinz in der bidokbib

Zu den gemeinsam veröffentlichten Texten von Ines Boban und Andreas Hinz in der bidokbib



C

 


D



E



F

Feyerer, Ewald

Ewald Feyerer wird am 24. März 1958 in Linz geboren.

Nach seiner Ausbildung an einer Schule für Starkstrom-Technik macht er 1980 die Matura. Anschließend absolviert er von 1981 bis 1984 die Ausbildung zum Sonderschul-Lehrer an der Pädagogischen Akademie in Linz (Ober-Österreich). Parallel dazu studiert er Soziologie an der dortigen Johannes Kepler Universität, wo er 1997 zum Doktor der Sozial- und Wirtschafts-Wissenschaften promoviert.

Feyerer arbeitet als Sonderschul-Lehrer und ist ab 1989 als wissenschaftlicher Begleiter integrativer Schul-Versuche im Einsatz. 1990/91 baut er das Zusatz-Studium "IntegrationslehrerIn" an der Pädagogischen Akademie auf und ist als Koordinator und
Lehr-Beauftragter tätig. 1995 übernimmt er dort die Leitung des Instituts für Integrative Pädagogik.

Zwischen 1997 und 2001 ist Feyerer Koordinator eines internationalen Lehrplan-Entwicklungs-Projektes (INTEGER) im Rahmen des Sokrates-Erasmus-Programms. Es kommt zu Lehrtätigkeit an den Universitäten Bremen, Berlin, Köln, Glasgow und Prag.

Von 2001 bis 2005 koordiniert er ein weiteres Projekt (EUMIE), welches einen europäischen Master-Studiengang für inklusive Bildung zum Ziel hat.

2003 gründet Feyerer mit anderen ein Netzwerk, das "durch Erforschen, Entwickeln, Verbreiten und Anwenden von technischen und sozialen Innovationen die Lebenssituation von Menschen mit Beeinträchtigungen und älteren Menschen" verbessern soll (www.ki-i.at).

2004 wird ihm eine Professur für integrative Pädagogik an der Universität zu Köln angeboten, die er nach langen Verhandlungen ablehnt. Ewald Feyerer ist von 2009 bis 2012 Redaktions-Mitglied der Zeitschrift inklusion-online.net und Vorstands-Vorsitzender des Vereins EXIT-Sozial sowie von 2011 bis 2019 Vorstands-Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen (ÖFEB).

2003 erhält Ewald Feyerer die Humanitäts-Medaille des Landes Ober-Österreich.

Zu den Texten von Ewald Feyerer in der bidokbib


Fischer, Manfred W. K.

Manfred W. K. Fischer ist Journalist, Historiker und Sensibilisierungs-Trainer. Er lebt in Ostermiething, einem Ort im ober-österreichischen Innviertel, rund 35 Kilometer nördlich von Salzburg.

Manfred Fischer schreibt über gesellschaftliche Themen, Wissenschaft, Astronomie und über das Leben von Menschen mit Behinderung. Seine Artikel erscheinen in verschiedenen Zeitungen, Magazinen und Online-Plattformen im deutsch-sprachigen Raum. Dazu gehören die „Oberösterreichischen Nachrichten“, das Fachmagazin „behinderte menschen“, das Magazin „INKLUSIV“, „RehaTreff“, „Handicap“ und die Plattform „HandicapX.com“. Auch im astronomischen Magazin „Sterne und
Weltraum“ sind Artikel von Fischer erschienen.

Ein wichtiger Teil seiner Arbeit umfasst Vorträge und Sensibilisierungs-Workshops. In diesen Schulungen spricht er über Barriere-Freiheit, selbstbestimmtes Leben und respektvollen Umgang mit Menschen mit Behinderung – auch in der Sprache. Er arbeitete bereits mit vielen Schulen, Unternehmen, Behörden und Medien zusammen. Zu seinen Auftraggebern zählten unter anderem der ORF (Österreichischer Rundfunk), die Austrian Airlines (Fluglinie), die Diakonie oder die Pädagogische Hochschule Salzburg.

Manfred Fischer studierte Geschichte und Philosophie an der Universität Salzburg und schloss sein Studium im Jahr 1988 ab. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Presse-Referent und Museums-Leiter. Besonders bekannt wird er durch seine Forschungs-Arbeit zum Weihnachts-Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Für seine Beiträge zur Kultur-Geschichte wird er 2007 zum Ehren-Mitglied der Stille-Nacht-Gesellschaft ernannt.

Für seine Arbeit erhält Manfred Fischer zahlreiche Auszeichnungen: Zum Beispiel 2018 den Medienpreis des Bundesverbands für Menschen mit Behinderungen (ÖZIV), oder den Dr.-Elisabeth-Wundsam-Hartig-Preis für selbstbestimmtes Leben. Auch im bekannten Benimm-Ratgeber von Thomas Schäfer-Elmayer erklärt er, wie ein wertschätzender Umgang mit Menschen mit Behinderung aussehen sollte.

Fischer ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Söhne. In seiner Freizeit begeistert er sich für Astronomie und Geschichte. Mit dem lokalen astronomischen Verein werden regelmäßig öffentliche Beobachtungs-Abende organisiert.

Durch seine vielseitige Expertise und seinen Einsatz für eine inklusive Gesellschaft ist Manfred Fischer ein wichtiger Impuls-Geber und eine bedeutende Stimme für die Barriere-Freiheit.

Zu den Texten von Manfred W. K. Fischer in der bidokbib


Flieger, Petra

Petra Flieger wird 1965 geboren. Nach der Matura absolviert sie ein Lehramts-Studium für Sonder-Schulen, danach studiert sie Psychologie an der Universität Wien. Während ihrer Studien arbeitet sie nebenbei immer wieder mit Kindern und erwachsenen
Personen mit Behinderungen.

Bereits in den 1980er-Jahren unterrichtet Flieger integrativ in einer Wiener Alternativ-Schule. Prägend für ihr politisches Engagement sind Erfahrungen, die sie Ende der 80er-Jahre im sogenannten Kinderhaus im Landes-Krankenhaus für Psychiatrie in Gugging (Nieder-Österreich) macht. Dort sind erwachsene Menschen mit Behinderungen nach Geschlechtern getrennt und menschen-unwürdig auf Stationen untergebracht und eingesperrt. Rückblickend sagt sie: "Mich hat es damals zutiefst empört und wütend gemacht, dass mit behinderten Menschen in Österreich so umgegangen wurde." (Initiative Minderheiten)

In den 1990er-Jahren arbeitet Flieger als Integrations-Lehrerin in einer Wiener Volksschule. Zu dieser Zeit entstehen auch erste Kontakte zur Selbstbestimmt Leben Bewegung in Österreich, der sie sich schnell solidarisch verbunden fühlt.

Seit 1998 ist Petra Flieger als freie Sozial-Wissenschaftlerin für unterschiedliche Auftrag-Geber:innen national und international tätig. Dabei sind ihr die aktive Einbeziehung von und die konsequente Kooperation mit behinderten Kindern und Erwachsenen ein großes Anliegen. Als langjähriges Vorstands-Mitglied von Integration Tirol engagiert sie sich nicht nur politisch, sondern betreut dort inhaltlich auch einen Schwerpunkt zur Gewalt-Prävention. Flieger hat im Lauf der Zeit zu vielfältigen Themen publiziert, besonders zufrieden ist sie immer noch mit dem im Jahr 2016 erschienenen Fachbuch „Basale Lernbedürfnisse im
inklusiven Unterricht“ (Verlag Julius Klinkhardt).

(Quellen: Initiative Minderheiten, Land Tirol, bidok)

Zu den Texten von Petra Flieger in der bidokbib 



G



H

 


I

 


J

Jantzen, Wolfgang

Wolfgang Jantzen wurde 1941 geboren und machte 1963 sein Abitur (Matura). Er studierte an den Universitäten Gießen und Marburg in Deutschland. Seine Abschlüsse waren das Lehramt und ein Diplom in Psychologie. Bereits ab Mitte der 1960er-Jahre arbeitete er als Lehrer an einer Schule für Menschen mit Lern-Behinderungen.

1972 promovierte er in Marburg in Erziehungs-Wissenschaft. 1974 wurde er Professor für Behinderten-Pädagogik an der Universität Bremen. Dort baute er den Lehramts-Studiengang und ab 1985 den Diplom-Studiengang Behinderten-Pädagogik auf. Er hatte Lehr-Aufträge an verschiedenen Universitäten, etwa 1987/88 an der damaligen Karl-Marx-Universität in
Leipzig (zu dieser Zeit DDR).

Seit August 2006 war Wolfgang Jantzen im Ruhestand, aber weiterhin wissenschaftlich und gesellschafts-politisch aktiv. Etwa hatte er 2010 eine Forschungs-Professur in Brasilien, wo er ein Projekt mit indigenen Gemeinschaften leitete und Gast-Vorträge hielt.

Jantzen war ein Pionier der Disability Studies und der Behinderten-Pädagogik. Er entwickelte innovative Konzepte und trug wesentlich zur Theorie und Praxis der Behinderten-Pädagogik bei. Sein Werk "Allgemeine Behindertenpädagogik" gilt als zentraler Beitrag zu diesem Feld. (Das Buch kann bei uns im bidok-Büro ausgeliehen werden!)

Seine Arbeit war geprägt von einem tiefen Engagement für soziale Gerechtigkeit. Er war ein Verfechter der uneingeschränkten Teilhabe aller Menschen an gesellschaftlichen Prozessen. Er kritisierte Heime und Anstalten für Menschen mit Behinderungen und setzte sich für ein inklusives Bildungs-System ein. Dabei kämpfte er auch gegen konservative und reaktionäre Ideologien, die sich gegen die Inklusion von Menschen mit Behinderungen aussprachen. Sein Wirken und seine Ideen beeinflussen die heutigen Debatten über Inklusion.

Wolfgang Jantzen starb am 22. November 2020.

Zu den Texten von Wolfgang Jantzen in der bidokbib



K

Köbsell, Swantje

Swantje Köbsell wurde am 29. Dezember 1958 in Baden-Württemberg (Süd-West-Deutschland) geboren. Sie ist Wissenschaftlerin und Aktivistin der Behinderten-Bewegung.

Köbsell beginnt 1980 in Bremen Behinderten-Pädagogik zu studieren. Dort wird sie auch Mitglied der sogenannten "Bremer Krüppelgruppe". Das ist eine Gruppe, die für die Chancen-Gleichheit von Menschen mit Behinderung kämpft. Außerdem baut Köbsell eine Beratungs-Stelle der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung vor Ort mit auf.

2010 bekommt Köbsell den Doktor:innen-Titel für ihre Arbeit "Besondere Körper - Körper und Geschlecht im Diskurs der deutschen Behindertenbewegung". 2014 erhält sie eine Professur für Disability Studies in Berlin.

Durch ihre Forschung und ihre aktivistische Arbeit hat sie wesentlich dazu beigetragen, dass die Themen-Bereiche Behinderung und Geschlecht einen höheren Stellenwert an deutsch-sprachigen Hochschulen bekommen haben.

Außerdem ist Swantje Köbsell Mit-Herausgeberin der Zeitschrift für Disability Studies [ZDS].

Zu den Texten von Swantje Köbsell in der bidokbib



L



M

Maskos, Rebecca

Rebecca Maskos ist 1975 in Bremen (Deutschland) geboren und wächst im nahegelegenen Delmenhorst auf. Maskos ist studierte Psychologin, Fach-Journalistin und hat seit 2024 die Professur für Disability Studies an der ASH Berlin (Alice Salomon Hochschule) inne. Sie nutzt aufgrund ihrer angeborenen "Glasknochen-Krankheit" (Osteogenesis imperfecta) einen Rollstuhl.

1981 beginnt Maskos trotz vieler Bedenken und Widerstände von Lehrer:innen und Schul-Rät:innen die Regel-Schule zu besuchen. Bis zum Abitur (Matura) bleibt sie "auf Probe" im Regel-Schulsystem. Während ihrer Schulzeit hat sie zeitweise mit "ganz herben Mobbing-Situationen" zu kämpfen. Aufgrund dieser Erfahrungen macht sie sich bereits früh Gedanken über die Gesellschaft in der sie lebt: Warum werden manche Menschen ausgegrenzt? Und wie kann man an der eigenen Situation etwas verändern? Sie beginnt sich für das Schreiben und die Psychologie zu interessieren.

Nach dem Abitur macht Rebecca Maskos die ersten Praktika bei der Lokal-Zeitung. Da sie sich mit dem Wunsch Journalistin zu werden unsicher ist, beginnt sie ein Psychologie-Studium. Nebenher macht sie weiter Praktika, unter anderem bei Radio Bremen. Dort wirkt sie freiberuflich seit 1995.

Mit 22 Jahren wird sie Mitglied der "Randschau"-Redaktion (Anmerkung: "Die Randschau - Zeitschrift für Behindertenpolitik" war ein autonomes Medien-Projekt der emanzipatorischen deutschen Behinderten-Bewegung. Sie erschien von 1986 bis 1999).

2000 erhält Maskos ein Fulbright Stipendium und geht für ein Jahr in die USA. Sie studiert "Disability Studies" in Chicago. Der Aufenthalt prägt sie nachhaltig. Nach ihrer Rückkehr ist sie 2002 Gründungs-Mitglied der AG Disability Studies Deutschland. Sie verfolgt damit das Ziel die Disability Studies auch im deutsch-sprachigen Raum bekannter zu machen und zu etablieren.

2005 wird sie Volontärin bei Radio Bremen und arbeitet ein paar Jahre als Redakteurin. 2012 wirkt Rebecca Maskos beim Projekt Leidmedien.de der SOZIALHELDEN rund um Raúl Krauthausen mit. Ziel ist es Journalist:innen Tipps für die Bericht-Erstattung über behinderte Menschen auf Augenhöhe zu geben. 2013 erhält das Projekt eine Nominierung zum Grimme Online Award.

2023 promoviert Maskos an der Universität Bremen und erhält 2024 die Professur für Disability Studies an der ASH Berlin. Ein wichtiger Forschungs-Bereich für sie ist der Ableismus.

Rebecca Maskos ist außerdem Co-Herausgeberin der Zeitschrift für Disability Studies (ZDS). Sie liebt das Reisen, die Musik und den Austausch mit anderen Menschen.
Quellen: rebecca-maskos.net, Bifos

Zu den Texten von Rebecca Maskos in der bidokbib


Miles-Paul, Ottmar

Ottmar Miles-Paul ist 1964 in Baden-Württemberg in Deutschland geboren. Er studiert von 1985 bis 1990 in Kassel und kommt während eines Aufenthaltes in Berkeley (bei San Francisco, USA) in Kontakt mit der Behinderten-Politik der USA.

"Ottmar Miles-Paul engagiert sich seit über vierzig Jahren für die Rechte behinderter Menschen. Als Redakteur des Online-Nachrichtendienstes zu Behindertenfragen, den kobinet-nachrichten, berichtet der selbst Seh- und Hörbehinderte fast täglich über Aktivitäten der Behindertenpolitik und Behindertenarbeit.

Bisher hat er hauptsächlich Fachbücher und Fachartikel veröffentlicht. Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion über die Beschäftigung in Werkstätten für behinderte Menschen weit unter dem Mindestlohn hat er diesen Roman verfasst.

In seinem Nachwort ordnet der langjährig aktive Streiter für die Menschenrechte behinderter Menschen die Entstehung des Buches und die aktuellen Entwicklungen für menschenrechtsorientierte Arbeitsmöglichkeiten für behinderte Menschen ein."

Ottmar Miles-Paul war Landes-Behindertenbeauftragter von Rheinland-Pfalz in Deutschland und ist seit vielen Jahren Vorsitzender des Vereins kobinet. 2018 erhielt er die Carl-von-Ossietzky-Medaille vom Berliner Verein Internationale Liga für Menschenrechte.

(Quellen: kobinet-Nachrichten, Internationale Liga für Menschenrechte)

Zu den Texten von Ottmar Miles-Paul in der bidokbib


N

 


O

 


P

 


Q

 


R

Rödler, Peter

Peter Rödler ist 1953 in Frankfurt am Main, Deutschland, geboren. Er studiert ab 1974 Sonder- und Heilpädagogik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Rödler promoviert 1983, der Titel seiner Doktor-Arbeit lautet: "Diagnose Autismus - ein Problem der Sonderpädagogik".

Peter Rödler hat Lehraufträge an verschiedenen Universitäten und wird 1993 Professor. Der Titel seiner wissenschaftlichen Arbeit lautet: "Menschen, lebenslang auf Hilfe anderer angewiesen. Grundlgen einer allgemeinen basalen Pädagogik". Die Arbeit beschäftigt sich mit der Grundlage einer allgemeinen Pädagogik, die unabhängig von den Fähigkeiten der Lernenden ist. Rödler kritisiert darin einige sonderpädagogische Veröffentlichungen und entwickelt ein Modell des "Sprachraums". Er liefert einen innovativen Ansatz für die Pädagogik, der die Idee der Inklusion vorwegnimmt.

Rödler argumentiert, dass Menschen ihr ganzes Leben lang auf einen Austausch von Bedeutungen angewiesen sind und dass daher eine inklusive Gesellschaft und eine Pädagogik, die niemanden ausschließt, wichtig sind.

Zu den Texten von Peter Rödler in der bidokbib


S

Schöler, Jutta

Jutta Schöler ist 1940 in Berlin geboren und eine der bekanntesten Expertinnen für inklusive Bildung im deutsch-sprachigen Raum.

Ihre pädagogische Laufbahn beginnt Schöler 1964 als Lehrerin an einer Haupt-Schule. Schon bald darauf wird sie Mitglied einer Planungs-Gruppe, die ein Konzept für Gesamt-Schulen entwickelt. Die Organisation von Schule ist bereits damals ihr zentrales Interesse. Die Integration von Kindern mit Behinderung spielt in der Planungs-Phase der Gesamt-Schulen Mitte der 1970er-Jahre aber noch keine Rolle.

Von 1972 bis 1980 lehrt sie an der Pädagogischen Hochschule Berlin (PH Berlin), wo sie angehende Lehrkräfte für Gesamt-Schulen ausbildet. Nach der Auflösung der PH Berlin im Jahr 1980 werden die Fachbereiche auf die Berliner Universitäten verteilt.

Anfang der 1980er-Jahre liest Schöler den Aufsatz "Wo es keine Behinderungen mehr gibt: Schule ohne Aussonderung in Italien" von Ludwig-Otto Roser. Sie lädt Roser zu einem Vortrag nach Berlin ein, der sie nachhaltig prägt. Daraufhin lernt sie Italienisch und hospitiert in italienischen Schulen, um sich das dortige Schul-System (ohne Sonder-Schulen) anzusehen. In Italien lernt sie auch Adriano Milani-Comparetti kennen, einen Vorkämpfer der Auflösung von Sonder-Institutionen. Seit dieser Zeit setzt sich auch Schöler dafür ein, dass in Deutschland Kinder mit Behinderung Regel-Schulen besuchen können.

Von 1980 bis 2006 ist sie als Professorin für Erziehungs-Wissenschaft an der Technischen Universität Berlin tätig.

Jutta Schöler legt großen Wert darauf, dass ihre Texte und Bücher gut verständlich sind. Sie betont die Bedeutung direkter Kontakte zu Schulen und Menschen, da diese Begegnungen zu einem besseren Verständnis führen. Auch für Kinder mit Behinderung sei der Kontakt zu gleich-altrigen Kindern eine wesentliche Ressource für ihre Entwicklung.

2013 erhält Schöler das Bundes-Verdienstkreuz der Bundes-Republik Deutschland für ihren Einsatz für inklusive Bildung. Darüber hinaus ist sie dir "Erfinderin" des Jakob-Muth-Preises für inklusive Schule, der von 2009 bis 2019 Schulen für herausragende Leistungen in der Umsetzung inklusiver Bildung auszeichnete.

Zu den Texten von Jutta Schöler in der bidokbib


Schönwiese, Volker

Volker Schönwiese wird am 20. Jänner 1948 in Graz geboren und verbringt seine Kindheit in Graz, Windischgarsten und Kufstein.

Er besucht das Realgymnasium Kufstein als "integrierter Externist" und studiert ab 1968 an der Universität Innsbruck Psychologie und Pädagogik. Nach der Promotion (1980) wird Volker Schönwiese ab 1983 Universitäts-Assistent am Institut für Erziehungs-Wissenschaft der Universität Innsbruck und beginnt ab da den Arbeitbereich zu integrativer Pädagogik aufzubauen (später den "Lehr- und Forschungsbereich Inklusive Pädagogik und Disability Studies"). 1993 habilitiert er, der Titel der Habilitations-Schrift lautet "Integrationspädagogik als nichtaussondernde und aktivierende Behindertenpädagogik". 2013 tritt Volker Schönwiese an der Universität in den Ruhestand.

Parallel zu seiner wissenschaftlichen Karriere, ist Volker Schönwiese ab den 1970er-Jahren Teil der Gründungsgeneration der Behindertenrechts-Bewegung  "Selbstbestimmt Leben Bewegung" (Independent Living Movement) und bis heute aktivistisch tätig. Franz-Joseph Huainigg schreibt über ihn: "In der Behindertenbewegung kennt ihn jeder [...]. Er [...] wird von den einen wegen seiner Kompromißlosigkeit gefürchtet von den anderen wegen seiner Hartnäckigkeit, dem analytischen Hinterfragen und der Erstellung von wichtigen theoretischen Grundlagen geschätzt".

Zum Internet-Auftritt von Volker Schönwiese bei bidok

Zu den Texten von Volker Schönwiese in der bidokbib



T

 


U

 


V

von Lüpke, Hans

Hans von Lüpke wird 1937 in Berlin (Deutschland) geboren.

Er ist deutscher Kinderarzt und Psycho-Therapeut und arbeitet ab 1990 in eigener Praxis. Nach seinem Medizin-Studium war er viele Jahre als niedergelassener Kinderarzt tätig und beschäftigte sich intensiv mit der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Darüber hinaus war er Lehrbeauftragter an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und hatte auch Lehrtätigkeiten an weiteren Hochschulen, unter anderem in Mainz, Erfurt und Innsbruck.

Von Lüpke arbeitete als Supervisor, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Sigmund-Freud-Institut Frankfurt am Main im Projekt „Starthilfe“. In seinen Veröffentlichungen, Vorträgen und Seminaren beschäftigt er sich mit Entwicklungs- und Therapiekonzepten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Wechselwirkungen zwischen körperlichen (organischen), psychischen und sozialen Faktoren in der Entwicklung von Menschen über die gesamte Lebensspanne.

Seine Arbeiten sind für das Feld von Inklusion und Behinderung wichtig, weil er Entwicklung nicht nur medizinisch betrachtet, sondern immer auch die psychischen und sozialen Bedingungen einbezieht. Er zeigt, wie Diagnosen, Umwelt und Beziehungen die Lebenswege von Menschen mit Behinderungen mitprägen. Diese ganzheitliche Sicht unterstützt ein inklusives Verständnis, das den Menschen in seinem Lebens-Umfeld in den Mittelpunkt stellt.

Zu den Texten von Hans von Lüpke in der bidokbib



W

Wibs Tirol

Wibs ist eine Abkürzung und bedeutet "Wir informieren beraten bestimmen selbst".

Wibs ist eine Beratungs-Stelle von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten in Innsbruck. Sie unterstützt die Menschen dabei, selbstbestimmt zu leben und ihre Rechte wahrzunehmen.

Was macht Wibs?

Wibs:

  • informiert Menschen über ihre Rechte,
  • berät bei Problemen und Fragen,
  • macht Menschen Mut,
  • unterstützt ein selbstbestimmtes Leben,
  • hilft bei Themen wie Arbeit, Wohnen, Freizeit und Beziehungen,
  • organisiert Gruppen zum Austausch mit anderen Menschen.
Wer berät bei Wibs?

Bei Wibs beraten Menschen mit Lernschwierigkeiten andere Menschen mit Lernschwierigkeiten. Das nennt man Peer-Beratung. Die Berater:innen kennen viele Situationen aus eigener Erfahrung.

Wibs möchte, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten:

  • selbst Entscheidungen treffen,
  • eine gute Arbeit finden,
  • selbst wohnen können,
  • ernst genommen werden,
  • die gleichen Rechte haben wie alle anderen Menschen.

Quelle: Wibs Tirol

Zu den Texten von Wibs in der bidokbib



XYZ

 

 

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