Die Fotografin Dorothea Lange (1895-1965)

AutorIn: Anneliese Mayer
Schlagwörter: Biografie, Selbstbestimmung, Frauen
Textsorte: Zeitschriftenartikel
Releaseinfo: Erschienen in: WeiberZEIT einfach gesagt, Ausgabe 5/ Januar 2004, im Teil berühmte behinderte Frauen, Seite 8-9. Übersetzt von Angelika Reitz.
Copyright: © Verein Weibernetz e.V. 2004

Die Fotografin Dorothea Lange (1895-1965)

"Keiner, der nicht als halber Krüppel durchs Leben gegangen ist, weiß, was das bedeutet..." Dieser Satz ist von Dorothea Lange. Dorothea Lange ist eine gehbehinderte Frau und hat in ihrem Leben viele besonders gute Fotos von Menschen gemacht.

Dorothea Lange wurde vor fast 110 Jahren in einem Ort in der Nähe der Großstadt New York in Amerika geboren.

Mit 7 Jahren bekam Dorothea Kinderlähmung. Seitdem war ihr rechtes Bein vom Knie ab gelähmt und sie hinkte. Die anderen Kinder nannten sie "Hinkebein". Doch Dorothea ließ sich nicht unterkriegen. Sie sagte, dass das Hinken kein Grund ist, Nachteile im Leben zu haben.

Schon als Mädchen interessierte sie sich sehr für Menschen und wie sie leben.

Mit 18 Jahren will sie Fotografin werden. Ihre Familie ist dagegen, und sie macht erst eine Ausbildung als Lehrerin. Ihre freie Zeit verbringt sie damit, Fotos zu machen. Bald bekommt sie bei einem Fotografen eine Stelle angeboten. Und bekommt damit die Möglichkeit, alles über das Fotografieren zu lernen.

1917 ist sie mit ihrer Ausbildung fertig und macht ein eigenes Fotostudio auf, wo sie reiche Männer und Frauen und ihre Familien fotografiert. Sie verdient damit viel Geld.

Dann wurde es in Amerika schwierig als Fotografin Geld zu verdienen. Es war für fast alle Menschen in Amerika eine schwere Zeit. Viele wurden arbeitslos und arm. Sie hatten kein Geld mehr, um sich fotografieren zu lassen.

Dorothea Lange hat damals angefangen auf den Straßen Fotos von Menschen zu machen. Von Menschen, die traurig waren, von Menschen, die hungrig waren. Oder von Menschen, die arbeitslos waren und keine Wohnung mehr hatten.

Ihre Fotos wurden ausgestellt und viele Leute lernten ihre Bilder kennen. Sie war bald für ihre guten Fotos sehr bekannt.

Auch heute noch werden ihre Fotos von vielen Menschen angeschaut. Ein sehr bekanntes Foto heißt Migrant Mother. Das heißt soviel wie Mutter ohne Heimat. Dieses Foto kann man sich auch im Internet anschauen: http://foto-it.de/sonstiges/buchbesprechung.htm

Dorothea Lange hat sehr viel gearbeitet. Sie hat nur für ihren Beruf gelebt. Ihre 2 Söhne aus ihrer ersten Ehe und die 3 Kinder, die ihr zweiter Mann mit in die Ehe gebracht hat, mussten fast immer in Pflegefamilien leben.

Die letzten 20 Jahre ihres Lebens ist Dorothea Lange oft schwer krank. Am Anfang arbeitet sie trotzdem weiter, doch dann muss sie immer länger Pausen machen.

Am 11. Oktober 1965 stirbt Dorothea Lange an Krebs.

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Quelle:

Anneliese Mayer: Die Fotografin Dorothea Lange (1895-1965).

Erschienen in: WeiberZEIT einfach gesagt, Ausgabe 5/ Januar 2004, im Teil berühmte behinderte Frauen, Seite 8-9. Übersetzt von Angelika Reitz.

© Verein Weibernetz e.V.

bidok - Internetvolltextbibliothek. Wiederveröffentlichung im Internet.

Stand: 07.04.2009

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