Dorothy Hodgkin-Crowfoot - eine kluge Frau

AutorIn: Anneliese Mayer
Schlagwörter: Biografie, Forschung, Frauen
Textsorte: Zeitschriftenartikel
Releaseinfo: Erschienen in: WeiberZEIT einfach gesagt, Ausgabe 3/ Januar 2004, im Teil berühmte behinderte Frauen, Seite 10-11. Übersetzt von Angelika Reitz.
Copyright: © Verein Weibernetz e.V. 2004

Dorothy Hodgkin-Crowfoot - eine kluge Frau

Dorothy Hodgkin-Crowfoot war Nobel-Preisträgerin für Chemie. Der Nobelpreis für Chemie ist ein ganz besonderer Preis.

Diesen Nobelpreis bekommen Chemiker und Chemikerinnen nur, wenn sie ganz wichtige Dinge herausfinden. Chemiker und Chemikerinnen sind Forscher. Sie machen Versuche und wollen wissen, woraus etwas besteht und warum es so ist wie es ist. Zum Beispiel darüber, woraus Vitamine oder Luft bestehen oder wie man das herausfinden kann.

Bis heute haben nur drei Frauen einen Nobelpreis für Chemie bekommen. Eine von ihnen war Dorothy.

Dorothy wurde 1910 in Ägypten geboren. Kurz vor dem ersten Weltkrieg zogen ihre Eltern mit ihr und ihren 3 Schwestern nach England.

Dorothy interessierte sich schon als Mädchen für Chemie. In der Schule durften damals nur Jungen am Chemieunterricht teilnehmen. Doch Dorothy war so gut, dass sie zusammen mit einer Mitschülerin am Chemieunterricht teilnehmen durfte.

Sogar zu Hause auf dem Dachboden richtete sich Dorothy ein eigenes Labor ein. Das ist ein Raum, in dem Versuche gemacht werden, durch die etwas entdeckt werden kann.

Später studierte Dorothy Chemie. Damals studierten nur ganz wenige Frauen dieses Fach. Nachdem sie das Studium abgeschlossen hatte, forschte sie sehr viel. Schon mit 27 Jahren bekam Dorothy für ihre Arbeit einen Doktortitel.

Dann heiratete sie. Ein Jahr später, nach der Geburt ihres ersten Sohnes Luke, erkrankte sie an Rheuma. Rheuma ist eine sehr schmerzhafte Krankheit. Gelenke, Muskeln und die Sehnen verändern sich durch Rheuma. So kommt es, dass Menschen mit Rheuma steife Gelenke bekommen und ihnen auch leichte Handgriffe schwer fallen.

Auch bei Dorothy war das so. Sie konnte bald den Schalter eines wichtigen Gerätes nicht mehr selbst herunterdrücken. Dorothy war aber eine praktische Frau. Sie ließ einfach einen langen Hebel anbringen und konnte so selbständig weiter arbeiten.

Nach ihrem Sohn Luke brachte sie noch eine Tochter und einen weiteren Sohn auf die Welt. Sie und ihr Mann hatten viel Geld.

So konnten sie ein Kindermädchen, einen Koch und eine Reinigungsfrau anstellen und bezahlen.

Dorothy hatte dadurch genug Zeit für ihre Arbeit und auch für ihre Kinder.

Dorothy war eine sehr erfolgreiche Frau. Sie entdeckte wie ein wichtiges Medikament, das Penicillin, aufgebaut ist. Sie unterrichtete Studentinnen. Sie wurde Mitglied in einer wichtigen Vereinigung für Forscher. Und sie bekam von der Königin von England einen Orden.

Es war der höchste englische Orden überhaupt. Die letzten Jahre arbeitete sie als Professorin an einer Universität in England.

Aber Dorothy war auch an vielen anderen Dingen interessiert, die das Zusammenleben in einem Land regeln. Zum Beispiel kämpfte sie für den Frieden und arbeitete mit vielen anderen Menschen gegen die Forschung für neue Waffen zusammen.

1977 hörte sie auf, zu arbeiten und am 29. Juli 1994 starb sie mit 84 Jahren.

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Quelle:

Anneliese Mayer: Dorothy Hodgkin-Crowfoot - eine kluge Frau.

Erschienen in: WeiberZEIT einfach gesagt, Ausgabe 3/ Januar 2004, im Teil berühmte behinderte Frauen, Seite 10-11. Übersetzt von Angelika Reitz.

© Verein Weibernetz e.V.

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Stand: 21.4.2009

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