Sterbehilfe - ein schwieriges Thema

AutorIn: Brigitte Faber
Schlagwörter: Politik, Selbstbestimmung, Sterbehilfe
Textsorte: Zeitschriftenartikel
Releaseinfo: Erschienen in: WeiberZEIT einfach gesagt, Ausgabe 10/ April 2006, Seite 4 - 5. Übersetzt von Martina Puschke
Copyright: © Verein Weibernetz e.V. 2006

Sterbehilfe - ein schwieriges Thema

(Hinweis: Dies ist ein Artikel über ein Thema, dass manchen Menschen sehr nah gehen kann oder welches Angst machen kann. Es geht um das Thema Sterbehilfe. Wenn Ihnen das Thema Angst macht, schlagen wir Ihnen vor, diesen Artikel mit einer Person zu lesen, mit der Sie darüber sprechen können.)

Seit einigen Jahren wird über die Sterbehilfe geredet. Es gibt Menschen, die sehr krank sind. Sie sind vielleicht im Krankenhaus an verschiedene Maschinen angeschlossen, ohne die sie nicht leben können. Oder sie sind schon sehr alt und leben in einem Pflegeheim. Sie brauchen sehr viel Pflege und können vielleicht nicht mehr alleine essen.

Manche dieser Menschen wollen nicht mehr leben. Sie wollen lieber sterben. Deshalb bitten Sie darum, dass die Maschinen abgestellt werden. Oder dass sie keine Nahrung mehr über eine Sonde bekommen. Das nennt man Sterbehilfe.

Es gibt verschiedene Arten von Sterbehilfe. manche ist in Deutschland erlaubt, andere ist verboten.

Verboten ist es, Menschen zum Beispiel eine Spritze zu geben, damit sie sterben.

Jetzt soll ein Gesetz gemacht werden, in dem beschrieben ist, wann Sterbehilfe erlaubt oder verboten ist. Es wird überlegt, ob in Zukunft auch Menschen, die eigentlich noch nicht im Sterben liegen, aber krank sind, eine Behandlung ablehnen dürfen. Das müssten Patientinnen und Patienten dann vorher aufschreiben.

Es gibt zum Beispiel Menschen, die wollen nicht operiert werden. Oder andere, die wollen auf keinen Fall an eine Maschine angeschlossen werden, damit sie leben können. Vielleicht wollen diese Menschen ja eine andere ganz bestimmte Behandlung haben. Aber danach sollen sie nicht gefragt werden. Das ist schade.

Es ist noch unklar, wie Menschen behandelt werden sollen, die vorher nicht aufgeschrieben haben, welche Behandlung sie auf keinen Fall wollen. Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung nicht sprechen oder aufschreiben können, um zu sagen, was sie wollen, betrifft dieses Thema besonders. Im Falle einer schweren Krankheit überlegen dann Ärzte und Ärztinnen und Angehörige, was der Wille des Menschen sein kann. Das ist sehr schwierig, denn manche Ärzte oder Verwandte können sich vielleicht nicht vorstellen, dass ein Leben mit schwerer Behinderung schön sein kann.

Deshalb kümmern sich Behindertenorganisationen auch sehr um dieses Thema. Sie wollen, dass niemand über das Lebensrecht von anderen entscheiden darf!

Wir vom Weibernetz fänden es gut, wenn wir alle mal darüber nachdenken würden, warum viele Menschen lieber sterben wollen, statt in Pflegeheimen zu leben. Oder warum so viele Menschen Angst vor der Zeit des Sterbens haben und diesen Zeitraum deshalb schnell hinter sich bringen wollen. Vielleicht müssen wir viel mehr Lösungen suchen, dass Sterben wieder normaler wird und zum Leben dazu gehört.

Brigitte Faber

Übersetzung: Martina Puschke

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Kontakt:

Weibernetz e.V.

Projekt "Politische Interessensvertretung behinderter Frauen"

Kölnische Str. 99, 34119 Kassel

Tel.: 0049 / 561 / 72885 - 85

Fax: 0049 / 561 / 72885 - 53

E-Mail: info@weibernetz.de

www.weibernetz.de

Quelle:

Brigitte Faber: Sterbehilfe - ein schwieriges Thema

Erschienen in: WeiberZEIT einfach gesagt, Ausgabe 10/ April 2006, Seite 4 - 5. Übersetzt von Martina Puschke

© Verein Weibernetz e.V. 2006

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Stand: 22.04.2009

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