Missbrauch

AutorIn: Wibs
Schlagwörter: Politik, Gesellschaft, Recht, Missbrauch
Textsorte: Artikel
Copyright: © Wibs 2010

Information zu diesem Text (von bidok)

Diesen Text haben wir aus einem Newsletter von Wibs.

Ein Newsletter ist eine Mail, die man an eine Gruppe von Menschen schickt.

Damit man sie über etwas Wichtiges informieren kann.

Dieser Newsletter ist vom Mai 2010.

Das Thema ist: Missbrauch

Missbrauch

Liebe Freundinnen,

liebe Freunde!

Liebe Damen und Herren!

In letzter Zeit wird im Radio,

im Fernsehen und in der Zeitung

sehr oft über Missbrauch berichtet.

Missbrauch ist vor allem für uns Menschen mit

Lernschwierigkeiten ein wichtiges Thema.

Deshalb schreibe ich einen Text über Missbrauch.

Missbrauch ist deshalb für uns Menschen mit Lernschwierigkeit ein sehr wichtiges Thema,

weil wir oft von anderen Menschen Unterstützung brauchen.

Sehr oft sind wir von den Menschen die uns unterstützen abhängig.

Zum Beispiel:

Wenn ich beim Essen Unterstützung brauche,

dann muss mir der oder die BetreuerIn helfen.

Oder wenn jemand wegen der Behinderung nicht

alleine ins Bett gehen kann,

dann ist sie oder er auch von den BetreuerInnen

abhängig.

Die BetreuerInnen wissen, dass wir auf sie angewiesen sind.

Menschen mit Lernschwierigkeiten die in Heimen leben,

können sich die BetreuerInnen nicht selber aussuchen.

BetreuerInnen werden von den Einrichtungen angestellt und auch bezahlt.

Viele Menschen die in Einrichtungen leben oder arbeiten haben

Angst.

Sie haben Angst davor, sich zu beschweren wenn etwas nicht passt oder sie ungerecht behandelt werden.

Missbrauch kann es überall geben.

Im Heimen, in der Familie, in der Schule und auch in der Öffentlichkeit.

Was ist Missbrauch?

Missbrauch ist etwas ganz Schreckliches und Furchtbares.

Wenn jemand etwas mit Ihnen tut das Sie nicht wollen,

dann ist das Missbrauch,

Das nennt man auch Gewalt.

Zum Beispiel:

Wenn Sie jemand ungerecht behandelt.

Oder wenn Sie jemand so behandelt,

als ob Sie blöd oder dumm wären.

Oder wenn Sie jemand erpresst.

Oder wenn Ihnen jemand weh tut.

Oder wenn Sie jemand einsperrt.

Oder wenn Sie jemand nicht mehr los lässt.

Das alles sind Beispiele für Missbrauch.

Menschen mit Behinderungen die in Einrichtungen leben oder

arbeiten werden oft bestraft.

Auch ich habe in Einrichtungen gelebt und gearbeitet.

Auch ich wurde in den Einrichtungen missbraucht.

Ich wurde zum Beispiel bestraft,

wenn ich in die Hose oder ins Bett gemacht habe.

Dann habe ich Schläge am Hintern bekommen.

Und ich musste ohne Essen ins Bett gehen.

Wenn ich jemanden ausgelacht habe,

dann hat mich eine Betreuerin an den Haaren oder bei den Ohren gezogen.

Manchmal habe ich auch einen Schlag ins Gesicht bekommen.

Wenn ich etwas nicht essen wollte,

dann haben mir die BetreuerInnen das Essen in den Mund gestopft.

Wenn ich erbrochen haben, haben mir die

BetreuerInnen das Erbrochene wieder in den Mund

gestopft.

Im Heim gab es 2 mal in der Woche einen Badetag.

Da wurden alle in der Badewanne gebadet.

Wir mussten alle im selben Wasser baden.

Der oder die Letzte hatte dann ein ganz dreckiges Wasser.

Jemanden zu missbrauchen ist verboten.

Das heißt, wenn eine Person einen anderen Menschen missbraucht, dann kann und muss diese Person bestraft werden.

Es kann auch sein, dass die Person dafür ins Gefängnis muss.

Auch heute gibt es noch Missbrauch.

Es kann sein, dass heute weniger Menschen geschlagen werden als früher.

Aber Menschen die in Einrichtungen leben oder arbeiten

werden immer noch ungerecht behandelt und fremdbestimmt.

Das heißt, Missbrauch gibt es auch heute noch.

Es ist wichtig, dass wir uns gegen Missbrauch wehren.

Wir brauchen keine Angst davor zu haben,

dass uns etwas passiert wenn wir uns gegen Missbrauch wehren.

Missbrauch ist nämlich verboten!

Und muss bestraft werden.

Es ist wichtig,

dass Sie mit jemandem reden, wenn man Sie missbraucht hat.

Denn nur wenn Sie darüber sprechen, kann sich etwas verändern.

Mit freundlichen Grüßen

Monika Rauchberger

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Quelle:

Wibs Newsletter Mai 2010, Innsbruck

Original: http://www.selbstbestimmt-leben.net/wibs/imgupload2/file/Mai_MIssbrauch.pdf

bidok - Internetvolltextbibliothek. Wiederveröffentlichung im Internet.

Stand: 14.12.2010

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