"Meine Familie"

Schlagwörter: Biografie, Familie, Assistenz
Textsorte: Zeitschriftenartikel
Releaseinfo: Erschienen in: impulse Ausgabe 34/ Juli 2005, Reihe Lebenswege, Seite 29.
Copyright: © Impulse 2005

Inhaltsverzeichnis

"Meine Familie"

Ich wohne in Marburg und heiße Ulrike und mein Mann heißt Robert und wir haben noch einen Sohn, der heißt Jannik. Der ist schon fünf Jahre alt und der geht in den Kindergarten. Der wird jeden Tag mit dem Bus abgeholt und wieder nach Hause gebracht. Ich arbeite in der Küche von der Blindenstudienanstalt und da helfe ich in bei den Sachen vorbereiten und manchmal beim Abwaschen. Ich bin da dreimal die Woche in der Küche von 8:30 Uhr bis 12:30 Uhr, am Montag, Dienstag und Donnerstag. Die anderen zwei Tage bin ich zu Hause, mache meine Sachen und gehe mit meinem Sohn zweimal die Woche zur Spieltherapie und danach bringe ich ihn in den Kindergarten.

Wir sind in eine neue Wohnung gezogen. Es ist eine schöne Wohnung. Die ist in der Nähe der Stadtmitte, aber man kann von dort aus auch schnell in den Wald gehen.

Ich bin mit drei Jahren zu einer Pflegefamilie gekommen und habe zuerst eine normale Schule besucht. Da kam ich aber nicht mit und dann bin ich in eine Sonderschule gegangen bis zu der zwölften Klasse. Dann habe ich in der Lebenshilfe in Marburg eine Ausbildung gemacht, die hat drei Jahre gedauert und die Ausbildung heißt Helferin in der Hauswirtschaft.

Wir (Robbi, Jannik und ich) wurden erst von einem Wohnbetreuungs-Verein betreut und das hat manchmal gut geklappt und manchmal nicht gut. Es gab dann Ärger und wir haben nach einer Zeit überlegt, was wir machen und wir haben dann zu spectrum gewechselt. So sind wir jetzt ab dem 1.5.2005 bei dem Verein spectrum.

Da arbeitet jetzt die Esther und am Wochenende ist die Tinka, die Beate oder die Silke da, von 14:30 Uhr bis 18 Uhr.

Die haben dann den Jannik und wir können etwas machen: Hobbies, Fahrradfahren, schwimmen gehen, Musik hören, Essen gehen und manchmal mit anderen Freunden in das Kino gehen. Abends, wenn wir weggehen wollen, müssen wir für den kleinen Jannik einen Babysitter haben, der ihn ins Bett bringt. Das ist manchmal meine Mutter oder Robbis Mutter. Wir müssen vorher wissen, wann wir am Wochenende abends weggehen wollen und dann können wir Freunde fragen, ob sie auf Jannik aufpassen, ihn ins Bett bringen und warten bis wir wieder da sind. Wenn die Tinka das macht, dann kann die bei uns schlafen oder sie fährt mit dem Bus nach Hause.

Das ist ein kleiner Bericht von der Ulrike und dem Jannik und dem Robert für dieses Heft.

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Quelle:

Ulrike Gießelmann: "Meine Familie"

Erschienen in: impulse Ausgabe 34/ Juli 2005, Reihe Lebenswege, Seite 29.

© Impulse 2005

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Stand: 24.03.2009

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