Seelische Misshandlungen

Emotionale Gewaltformen / Psychische Gewaltformen

„Ich werde oftmals geärgert von den anderen mitschülern. Wegen meines ausehen und darunter leide ich sehr.“ (GIESLER 2002)

„Mit seinen [ihren] perversen Machenschaften geht es ihm [ihr] darum, den anderen [die andere] zu destabilisieren, ihn [sie] an sich selbst und den anderen zweifeln zu lassen oder ihn [sie] zugrunde zu richten, ohne dass die Umgebung eingreift. Zu diesem Zweck ist jedes Mittel recht: scheinbar harmlose Worte, Einflüsterungen oder Nichtausgesprochenes, hinterhältige Anspielungen, Lügen, Ungeheuerlichkeiten. Und die bevorzugte Waffe der Perversen ist die Verweigerung der unmittelbaren Kommunikation.“ (SCHMID 2002)

„Und Vor Allen Dingen Muß Man Sich Darum Kümmern
Wenn Man Sich Nicht Zu Wehr Setzen Kann
Das Man Ihm Auch Hilfe Leisten Kann
Ich wünsche mir einen Gruppenleiter und der es gut mit mir meint
Ich wünsche mir eine Gruppenleiterin und die keine Drohungen sagt“
(WOLF 2000)

In unserer Gesellschaft sind subtile Formen von Gewalt, die wenig beachtet und oft völlig heruntergespielt oder ignoriert werden, sehr stark verbreitet. Psychische Gewalt ist schwieriger zu erfassen als direkte körperliche Gewalt. Psychische Gewalt ist seelisches Quälen über einen langen Zeitraum. Sie kommt zwischen Paaren, innerhalb von Familien, in Betrieben, an Schulen, in Institutionen und im politischen sowie sozialen Leben vor. Das Ziel der Täter_innen seelischer Gewalt ist, zur Macht zu gelangen oder sich dort zu halten.

Körperliche Gewalt, Vernachlässigungen, finanzielle Ausbeutung und sexuelle Gewalt werden meist gemeinsam mit seelischer Gewalt ausgeführt. Sie hat das Ziel das Opfer zu demütigen, zu destabilisierten, einzuschüchtern, einzuschränken, zu erniedrigen, zu kontrollieren, zu schädigen, zu schwächen und zu verletzen.

Indikatoren

  • Schimpfwörter
  • Drohungen
  • Kraftausdrücke
  • Gezeter
  • Hohn
  • Gefühle kritisieren
  • Einstellungen kritisieren
  • Zwang
  • zu illegalen Handlungen zwingen
  • zu entwürdigendem Verhalten zwingen
  • Degradierung
  • körperliche Gewalt androhen
  • Verlust der Kinder oder Verlust der Obsorge für Kinder androhen
  • Zerstörung von Eigentum
  • mit Waffen oder verletzenden Gegenständen drohen oder herumspielen
  • mit Trennung drohen
  • mit "keine Unterstützung mehr zu geben" drohen
  • mit "Wegnehmen von Hilfsmitteln" drohen
  • ...
    (FITZSIMONS 2009, S. 55)

Quellen und weiterführende Literatur

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Überblick: Indikatoren für Gewalterfahrungen
Gewalt und Sprache
Gewaltformen in der Kommunikation

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