Behinderte Frauen aus der ganzen Welt trafen sich in Kanada

AutorIn: Martina Puschke
Schlagwörter: International, Politik, Netzwerk, Frauen
Textsorte: Zeitschriftenartikel
Releaseinfo: Erschienen in: WeiberZEIT einfach gesagt, Ausgabe 5/ Januar 2004, im Teil Politik International, Seite 2-3. Übersetzt von Angelika Reitz.
Copyright: © Verein Weibernetz e.V. 2004

Behinderte Frauen aus der ganzen Welt trafen sich in Kanada

Im September sind Frauen und Männer mit Behinderung aus der ganzen Welt nach Kanada gereist. Sie haben sich vom 8. - 10. September zu einer großen Tagung getroffen. Es waren etwa 800 Menschen mit Behinderungen da.

Es gab sehr viele verschiedene Menschen mit Behinderungen dort zu sehen: Frauen aus Afrika und Indien in bunten Kleidern. Und viele andere in schicken Anzügen oder auch in ganz einfacher Kleidung. Und es wurden viele verschiedene Sprachen gesprochen. Es war für viele aufregend und neu. Andere kannten sich schon gut und freuten sich über ein Wiedersehen mit anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen.

Zu der Tagung hatte eine Organisation eingeladen, die Disabled Peoples' International heißt (abgekürzt: DPI). Das ist ein englischer Name und heißt auf deutsch: Behinderte Menschen International. DPI vertritt die Interessen von Frauen und Männern mit verschiedenen Behinderungen auf der ganzen Welt.

Das ist das Zeichen der Tagung in Kanada

Vier Frauen vom Weibernetz e.V. konnten auch in Kanada dabei sein. Das war möglich, weil das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Reise bezahlt hat.

So konnten die Frauen vom Verein Weibernetz den anderen erzählen, wie es für behinderte Menschen in Deutschland ist.

Sie haben von wichtigen Gesetzen berichtet. Und davon, dass bei uns viele behinderte Menschen in Einrichtungen leben. Das ist nicht überall auf der Welt so. Und natürlich haben sie viel über das Leben von behinderten Frauen in Deutschland erzählt.

Auf der ganzen Welt haben behinderte Frauen gleiche Probleme:

  • Behinderte Frauen erleben häufig sexuelle Gewalt.

  • Frauenhäuser helfen Frauen, wenn sie Schutz brauchen. Sie können von behinderten Frauen oft nicht genutzt werden.

  • Behinderte Frauen können sich nicht gut genug um ihre Gesundheit kümmern. Da Ärzte und Ärztinnen oft in Gebäuden arbeiten, in die behinderte Frauen nicht hineinkommen. Und auch die Räume dort sind nicht so, wie es für behinderte Frauen nötig wäre.

  • In einigen Ländern werden behinderte Frauen überredet oder sogar gezwungen, eine Sterilisation machen zu lassen. Eine Sterilisation ist eine Operation, damit Frauen keine Kinder mehr bekommen können.

  • In Ländern, in denen sehr viele Menschen arm sind, dürfen behinderte Mädchen und Frauen oft nicht zur Schule gehen. In diesen Ländern haben meistens alle Frauen wenig Rechte.

Frauen mit Behinderungen auf der ganzen Welt schließen sich immer häufiger zusammen. Sie gründen überall auf der Welt Netzwerke.

Es gibt zum Beispiel Frauennetzwerke in Australien, Korea, Kanada, Nigeria und im Kosovo. Sie arbeiten so wie das Weibernetz und die Landesnetzwerke behinderter Frauen hier in Deutschland.

Am Ende der Tagung fuhren alle wieder zurück nach Hause. Sie hatten vorher noch gemeinsam wichtige Forderungen erarbeitet, damit sich das Leben für behinderte Frauen auf der ganzen Welt verbessert.

Und natürlich wollen sich die Frauen wieder treffen!

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Kontakt:

Weibernetz e.V.

Projekt "Politische Interessensvertretung behinderter Frauen"

Kölnische Str. 99, 34119 Kassel

Tel.: 0049 / 561 / 72885 - 85

Fax: 0049 / 561 / 72885 - 53

E-Mail: info@weibernetz.de

www.weibernetz.de

Quelle:

Martina Puschke: Behinderte Frauen aus der ganzen Welt trafen sich in Kanada.

Erschienen in: WeiberZEIT einfach gesagt, Ausgabe 5/ Januar 2004, im Teil Politik International, Seite 2-3. Übersetzt von Angelika Reitz.

© Verein Weibernetz e.V.

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Stand: 07.04.2009

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