Wie war die große Frauentagung vom Weibernetz?

AutorIn: Brigitte Faber
Schlagwörter: People First, Recht, Geschlechterdifferenz, Frauen
Textsorte: Zeitschriftenartikel
Releaseinfo: Erschienen in: WeiberZEIT einfach gesagt, Ausgabe 2/ Januar 2004, Seite 5-6. Übersetzt von Andrea Tischner.
Copyright: © Verein Weibernetz e.V. 2004

Wie war die große Frauentagung vom Weibernetz?

Am 31. Oktober 2003 fand in Bonn eine Tagung für behinderte und nicht behinderte Frauen statt. Diese Tagung hatte das Weibernetz organisiert. Es sind viele Frauen gekommen. Am Vormittag wurden erst einmal Reden gehalten. Es wurde berichtet, was sich in den letzten Jahren für Frauen mit Behinderung geändert hat.

Frau Christel Riemann-Hanewinckel aus dem Ministerium für Frauen hat auch eine Rede gehalten. In einem Ministerium arbeiten Menschen, die das tun, was in der Politik beschlossen wurde. Frau Riemann-Hanewinckel hat zum Beispiel über die Zukunft geredet. Sie hat gesagt, dass besonders die Probleme behinderter Frauen beachtet werden müssen.

Danach haben zwei behinderte Frauen aus ihrem Leben berichtet. Eine der beiden Frauen hat in der früheren DDR gelebt. Sie haben uns erzählt wie sie angefangen haben sich für die Rechte behinderter Frauen einzusetzen. Das war sehr spannend. Nachmittags haben die Frauen in verschiedenen Gruppen gearbeitet.

Das ist bei der Tagung rausgekommen:

  • Es wäre schön, wenn wir mehr Angebote für Mädchen mit Behinderung hätten. Dazu müssen wir aber erst mal raus finden was Mädchen mit Behinderungen wollen.

  • Frauen mit Behinderung haben Wünsche und Träume wie sie leben möchten wenn sie alt sind. Leider haben die meisten behinderten Frauen nicht genug Geld. Sie können sich ihre Wünsche nicht erfüllen. Es ist aber wichtig darüber nachzudenken wie ich leben will.

  • Es gibt zu wenig Räume, in denen sich behinderte und nicht behinderte Frauen treffen können. Wenn die Räume Stufen haben, können Frauen im Rollstuhl nicht rein. Oder die Frauen sprechen zu schwer. Dann können Frauen mit Lernschwierigkeiten nicht verstehen, was sie sagen. Das ist sehr schade. Behinderte und nicht behinderte Frauen sollten viel mehr zusammen machen.

  • Es wurde auch überlegt, was in neuen Gesetzen gut ist für behinderte Frauen. Nach dem Gesetz muss es jetzt in jeder Stadt Beratungsstellen für behinderte Menschen geben. Sie heißen Servicestellen. Dort können behinderte Frauen hingehen, wenn sie Fragen haben. Zum Beispiel über ihren Beruf oder ihre Ausbildung. Leider wissen die Berater und Beraterinnen oft gar nicht, was Frauen brauchen.

Das ist sehr schlecht. Viele behinderte Frauen würden gerne um ihr Recht kämpfen. Sie haben aber nicht genug Geld um das zu bezahlen. Es wurden auch noch mehr Rechte und Regeln für behinderte Frauen gefordert.

  • Viele Dinge müssen für behinderte Menschen noch verändert werden. Kinderwagen müssen auch von Rollstuhlfahrerinnen benutz werden können. Wickelräume für Babys müssen auch Menschen mit Behinderung ohne Hilfe nutzen können. Dafür müssen wir mit großen Firmen verhandeln. Alles was uns noch auffällt müssen wir aufschreiben. Das können wir den großen Firmen dann vorlegen.

Es war eine sehr schöne Tagung und es wurden viele Pläne für die Zukunft gemacht. "Wünsche, Träume und Wunschbilder" sind ganz wichtig für jeden Menschen. Sie helfen uns, Dinge zu verändern.

Was ist für Frauen mit Lernschwierigkeiten wichtig? Fallen Ihnen Dinge ein, die große Firmen ändern müssen? Wenn Sie dazu Ideen haben, schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an!

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Kontakt:

Weibernetz e.V.

Projekt "Politische Interessensvertretung behinderter Frauen"

Kölnische Str. 99, 34119 Kassel

Tel.: 0049 / 561 / 72885 - 85

Fax: 0049 / 561 / 72885 - 53

E-Mail: info@weibernetz.de

www.weibernetz.de

Quelle:

Brigitte Faber: Wie war die große Frauentagung vom Weibernetz?

Erschienen in: WeiberZEIT einfach gesagt, Ausgabe 2/ Januar 2004, Seite 5-6. Übersetzt von Andrea Tischner.

© Verein Weibernetz e.V.

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Stand: 25.06.2009

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