Berühmte behinderte Frauen. Audre Lorde. Schriftstellerin

AutorIn: Anneliese Mayer
Schlagwörter: Diskriminierung, Gleichberechtigung, Frauen, Rassismus
Textsorte: Zeitschriftenartikel
Releaseinfo: Erschienen in: WeiberZEIT einfach gesagt, Ausgabe 14/ Dezember 2007, Seite 9-10. Übersetzung: Sabine Martini.
Copyright: © Verein Weibernetz e.V. 2007

Inhaltsverzeichnis

Audre Lorde. Schriftstellerin

Audre Lorde wurde 1934 geboren und ist 1992 gestorben.

Audre Lorde war eine Außenseiterin und kämpfte für die Rechte von Frauen.

Ihr ganzer Name ist: Audre Geraldine Lorde.

Sie wurde am 18. Februar 1934 in New York geboren.

New York ist eine Stadt in Amerika.

Audre hatte zwei ältere Schwestern.

Die Mutter war stark und sehr streng.

Die Kinder mussten immer gehorchen, sie durften nicht nein sagen.

In dieser Zeit waren schwarze Menschen in Amerika benachteiligt.

Sie wurden wegen ihrer dunklen Hautfarbe abgelehnt.

Das nennt man Rassen-Diskriminierung.

Die Eltern dachten, die Kinder sollen nicht auffallen.

Dann werden sie nicht schlechter behandelt als weiße Menschen.

Zuhause bei Audre wurde nicht über Rassen-Diskriminierung gesprochen.

Audre war aber ein auffälliges Mädchen.

Sie hatte eine Seh-Behinderung.

Sie kam mit fünf Jahren in eine Schule für Seh-Behinderte.

Sie bekam auch ihre erste Brille.

Nun konnte sie zum Beispiel zum ersten Mal Bäume richtig sehen.

Sie konnte bis zu dieser Zeit auch nicht sprechen.

Sie wurde an der Zunge operiert.

Dann lernte sie zur gleichen Zeit sprechen und lesen.

Audre las dann sehr gerne und viel.

Sie wunderte sich, weil die Menschen in den Büchern anders waren als sie.

Sie waren weiß und hatten blondes Haar.

Sie lebten in Häusern.

Drum herum standen Bäume und sie hatten Hunde.

Audre lebte anders.

Sie wurde ein schwieriges Kind.

In der Schule unterrichteten Nonnen.

Sie behandelten Audre nicht gut.

Als erwachsene Frau schrieb Audre ein Buch.

In dem Buch wollte Audre ihre Erlebnisse aus der Kindheit verarbeiten.

Als junge Frau schrieb sie ihre ersten Gedichte.

Sie wollte dadurch zeigen was sie fühlte.

Und zeigen, dass sie einsam war.

Dass sie anders war.

Nach der Schule studierte sie in New York.

Ein Jahr lang studierte Audre in Mexiko.

In diesem Jahr merkte sie, dass sie Dichterin sein möchte.

Sie merkte auch, dass sie lesbisch ist.

Lesbisch nennt man Frauen, die Frauen lieben.

Sie zog zurück nach New York.

Da lernte sie viele Schwule und Lesben kennen.

Dort lebten auch viele Künstler.

Es gab da mehr weiße als schwarze Menschen.

Sie fühlte sich wieder als Außenseiterin.

Nach dem Studium heiratete sie einen Rechtsanwalt und bekam zwei Kinder.

Die Ehe wurde nach ein paar Jahren wieder geschieden.

Ab 1970 hatte sie eine Partnerin.

Die beiden Frauen erzogen zusammen die beiden Kinder.

Audre und ihre Partnerin lebten 22 Jahre zusammen.

In dieser Zeit schrieb Audre Gedichte.

1978 wurde an der rechten Brust Krebs gefunden.

Die rechte Brust musste weg operiert werden.

Fünf Jahre später wurde wieder Krebs gefunden.

Die Ärzte sagten, sie soll sich noch mal operieren lassen.

Audre wollte keine Operation mehr.

Audre hat acht Jahre mit dem Leber-Krebs gelebt.

Sie hat über ihre Wut, Verzweiflung und das Aufgeben berichtet.

Bis zuletzt hat sie für Selbst-Bestimmung gekämpft.

Gegen die Unterdrückung von: schwarzen Frauen, lesbischen Frauen, behinderten Frauen.

Die letzten Jahre ihres Lebens war Audre Lorde in St.Croix.

Da wurden ihre Eltern geboren.

Da hatte sie sich einen neuen Namen gegeben, den afrikanischen Namen:

Gamba Adisa, das heißt "Kriegerin: Sie die ihre Meinung sagt."

Sie starb da am 17.11.1992.

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Quelle:

Anneliese Mayer: Berühmte behinderte Frauen. Audre Lorde. Schriftstellerin

Erschienen in: WeiberZEIT einfach gesagt, Ausgabe 14/ Dezember 2007, Seite 9-10. Übersetzung: Sabine Martini.

Original: http://www.weibernetz.de/download/WZ_Nr_14_Dez_2007_einfach.pdfbidok - Internetvolltextbibliothek. Wiederveröffentlichung im Internet.

Stand: 22.05.2013

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