IfS-Spagat

Geschichte und Entstehung

Themenbereiche: Arbeitswelt
Textsorte: Artikel
Releaseinfo: erschienen in der Zeitschrift des Insituts für Sozialdienste Vorarlberg, Nr. 3/Juni 2010, S. 4
Copyright: © IfS Vorarlberg 2010

IfS Spagat - Geschichte und Entstehung

"Ich möchte arbeiten." Diesen Wunsch formulierten Jugendliche mit schweren Behinderungen gegen Ende ihrer Schulzeit genauso selbstverständlich wie ihre nichtbehinderten MitschülerInnen. Damit war der Auftrag an die Erwachsenen klar definiert. Doch wie entwickelt sich dieser Wunsch, wie kann er realisiert werden?

Die ersten Jugendlichen aus Integrationsklassen in Vorarlberg sollten im Sommer 1998 die Schule beenden. In diesen Klassen wurden auch Jugendliche mit schweren Behinderungen unterrichtet und es stellte sich die Frage, ob und wie die integrativen Prozesse in der nachschulischen Welt fortgesetzt werden können. Auf Initiative von "Integration Vorarlberg", einer Elterninitiative zur schulischen Integration von Kindern mit Behinderung, entwickelte das Institut für Sozialdienste im Frühjahr 1997 das Pilotprojekts "Spagat" mit dem Ziel, die berufliche Eingliederung von SchulabängerInnen mit schweren Behinderungen zu erproben. In dieser Phase wurden die Vorstellungen von "Integration Vorarlberg" und des IfS in einem gemeinsamen Konzept beschrieben, die Schulbehörde (LSI Günther Gorbach) unterstützte das Projekt und war bereit, als Partner mitzuarbeiten.

Die eigentliche Projektarbeit begann dann im September 1997. Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln des Landes Vorarlberg und des Europäischen Sozialfonds, bei der Umsetzung und Entwicklung arbeiten das Institut für Sozialdienste, die Schulbehörde, "Integration Vorarlberg", das Land Vorarlberg sowie die LehrerInnnen und Eltern der Jugendlichen mit Behinderung eng zusammen.

Damit schaffte das Land Vorarlberg einen Rahmen, die integrativen Prozesse auch nach der Schule fortzuführen und zu erproben, ob, wie und unter welchen Bedingungen eine Eingliederung von Menschen auch mit schweren Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt stattfinden kann. Dass dies möglich ist, wird in Fachkreisen längst nicht mehr in Frage gestellt. Theoretisch sind die Konzepte überzeugend, auch gibt es immer wieder ermutigende Beispiele gelungener Integration von Menschen mit schwerer Behinderung. Dennoch ist die Umsetzung der Theorie in die Praxis eine große Herausforderung.

Mag. Elisabeth Tschann (Leiterin IfS-Assistenz, tschann.elisabeth@ifs.at)

Elisabeth Tschann ist im Rahmen der Assistenz-Leitung für die konzeptionelle Arbeit rund um IfS-Spagat verantwortlich

Quelle:

Elisabeth Tschann: IfS Spagat - Geschichte und Entstehung

Erschienen in der Zeitschrift des Insituts für Sozialdienste Vorarlberg, Nr. 3/Juni 2010

bidok - Volltextbibliothek: Wiederveröffentlichung im Internet

zum Textanfang | zum Seitenanfang | zur Navigation