Inklusion – Integration - Verschiedenheit

AutorIn: Rudolf Leiprecht
Schlagwörter: Diskriminierung, Forschung, Behinderung, Migration, Dekonstruktion, Rassismus
Textsorte: Artikel
Releaseinfo: Aus dem Tagungsband in Leichter Sprache zur 25. Jahrestagung der Integrations-/Inklusionsforscher_innen in Bremen 2011. Themenschwerpunkt: „Inklusiv gleich gerecht? Inklusion und Bildungsgerechtigkeit“.
Copyright: © Lebenshilfe-Verlag Marburg 2013

Information von bidok

Das ist 1 Text aus dem Buch: Ist Inklusion gerecht?

Weitere Texte aus dem Buch finden Sie hier:

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Das ganze Buch können Sie hier bestellen:

www.lebenshilfe.de/de/buecher-zeitschriften/buecher/dateien/Ist-Inklusion-gerecht.php

Inklusion – Integration - Verschiedenheit

Den Text in Schwerer Sprache hat Rudolf Leiprecht geschrieben.

In Schwerer Sprache heißt der Text:

Integrativ – inklusiv – diversitätsbewusst : Fachdiskurse und Praxisformen in Bewegung.

Hier ist die Zusammenfassung in Leichter Sprache von:

Nina-Kathrin Finnern, Natascha Korff und Kerstin Hazibar.

Viele Forscher und Forscherinnen interessieren sich für Menschen mit Besonderheiten.

Die Forscher und Forscherinnen schauen oft nur auf eine Besonderheit.

Zum Beispiel:

Einige Forscher und Forscherinnen interessieren sich für Menschen mit Behinderungen.

Andere Forscher und Forscherinnen interessieren sich für Menschen, die nicht in Deutschland geboren sind.

Oder Menschen, deren Eltern aus einem anderen Land kommen.

Man nennt das: Migrations-Hintergrund.

In dem Text geht es um die Frage, wie man die Forschung zu Behinderung und zu Migrations-Hintergrund verbinden kann.

Denn sie haben einiges gemeinsam.

Das Wort Behinderung und das Wort Migrations-Hintergrund sagen, dass Menschen zu einer bestimmten Gruppe gehören.

Sie sind „Menschen mit Behinderung“ oder sie sind „Menschen mit Migrations-Hintergrund“.

Wenn man Menschen so in eine Gruppe einteilt, nennt man das Kategorie.

Die Forscher und Forscherinnen haben herausgefunden, dass es schwierig ist, Menschen in solche Kategorien einzuteilen.

Denn ein Mensch ist nicht nur ein Mensch mit Behinderung

oder ein Mensch mit Migrations-Hintergrund.

Menschen in einer Kategorie sind verschieden.

Zum Beispiel gibt es ganz verschiedene Menschen mit Behinderungen.

Sie sind nicht alle gleich, nur weil sie eine Behinderung haben.

Ein Mensch kann außerdem in viele Kategorien passen.

Zum Beispiel kann auch ein Mensch mit Behinderung

aus einem anderen Land kommen.

Und ein Mensch mit Behinderung ist auch ein Mann oder eine Frau.

Alle Menschen sind gleich, sie haben die gleichen Rechte,

weil jeder Mensch ein Mensch ist.

Aber alle Menschen sind auch verschieden.

Jeder Mensch gehört zu vielen verschiedenen Gruppen.

Deshalb kann man keinen Menschen nur in eine Kategorie einordnen.

Das ist nicht gerecht.

Man kann Menschen nach bestimmten Merkmalen unterscheiden.

Und nach den Merkmalen in Gruppen einteilen.

Zum Beispiel:

Alle Menschen in einer Gruppe tragen eine Brille

und in einer anderen Gruppe tragen die Menschen keine Brille.

Viele Unterscheidungen haben keine Auswirkungen für die Menschen in den Gruppen.

Aber manche Unterscheidungen sind mit Vorteilen für eine Gruppe verbunden

und für die andere Gruppe mit Nachteilen.

Das bedeutet:

Wenn Menschen in Gruppen eingeteilt werden, werden manche Menschen ausgeschlossen und haben weniger Rechte.

Zum Beispiel:

Manche Menschen haben eine dunkle Haut-Farbe.

Sie werden oft schlechter behandelt, weil Menschen mit heller Haut-Farbe sagen:

Die sind anders.

Das nennt man: Rassismus.

Rassismus teilt Menschen in Gruppen ein.

Rassismus sagt: Diese Gruppe ist besser und die andere Gruppe ist schlechter.

In der Forschung zu Menschen mit Migrations-Hintergrund spricht man viel von Integration.

Das ist zu einfach.

Weil das oft heißt:

Menschen, die nicht hier geboren sind, müssen sich anpassen.

Integration teilt Menschen auch in Gruppen ein.

Das hat nichts mit Inklusion und Vielfalt zu tun.

Denn alle Menschen sind verschieden.

Und niemand kann bestimmen:

so müssen Menschen sein

und so müssen Menschen leben.

Wichtig ist:

für gleiche Rechte und für Gerechtigkeit zu kämpfen.

Aber dabei soll man nicht nur auf eine Kategorie schauen.

Weil Menschen oft aus vielen verschiedenen Gründen ausgeschlossen werden.

Menschen sind verschieden.

Deshalb kann man Menschen nicht in Gruppen einteilen.

Quelle

Rudolf Leiprecht: Inklusion – Integration – Verschiedenheit. In: Simone Seitz, Nina-Kathrin Finnern, Lisa Pfahl, Katja Scheidt (Hg.): Ist Inklusion gerecht? Inklusions-Forschung in leichter Sprache. Marburg: Lebenshilfe-Verlag, 2013.ISBN 978-3-88617-541-3

bidok - Volltextbibliothek: Wiederveröffentlichung im Internet

Stand: 21.01.2014

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