Diplomarbeit aus der Studienrichtung Pädagogik eingereicht bei: Gast.- Prof. Dr. Kerstin ZIEMEN Geisteswissenschaftliche Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Dezember 2004
Inhaltsverzeichnis
- 1. Vorwort
- 2. Einleitung
- 3. Was versteht man unter dem Begriff der Integration?
- 4. Modelle der schulischen Integration in Österreich
- 5. Inklusion, ein Wortspiel oder produktive Weiterentwicklung?
- 6. Ein Blick über die eigenen Landesgrenzen
- 7. Das Bild über den Menschen
- 8. Psychoanalytischer Teil
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9. Erhebungsteil
- 9.1 Ziel der Erhebung
- 9.2 Die Durchführung der Erhebung
- 9.3 Erhebungsmethode
- 9.4 Die Auswahl der Interviewpartner
- 9.5 Schematische Darstellung der Interviewpartner
- 9.6 Durchführung der Befragungen
- 9.7 Allgemeine Vorbemerkungen zum Interview
- 9.8 Der Intervieweinstieg
- 9.9 Die Erzählung
- 9.10 Der Schluss
- 10. Aufbereitung u. Auswertung der Interviews
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11. Darstellung der Erhebungsergebnisse
- 11.1 Prinzipielles zur Bildung eines Kategoriensystems
- 11.2 Definition des Merkmalbegriffs
- 11.3 Definition des Kategorienbegriffs
- 11.4 Kriterien der Gruppenbildung
- 11.5 Gruppierte Reduktionen
- 11.6 Zusammenfassung der Reduktionsinhalte
- 11.7 Komprimierte Darstellung der Ergebnisse
- 11.8 Interpretierte Ergebnisse den Ebenen zugeordnet
- 12. Zusammenfassung
- 13. Literaturverzeichnis:
- 14. Anhang
- Lebenslauf
- Danksagung!
"Ihre Grenzen sind unsere Grenzen"...(Malina 1989, 130)
Das Aufspüren, Gewahr- und Bewusstwerden der Grenzen auf individueller u. gesellschaftlicher Ebene, soll Ziel dieser Auseinandersetzung sein. Grenzen, die sich allzu leicht als unüberwindliche Barrieren behinderten Menschen in den Weg stellen bzw. ihre Möglichkeiten auf je individuelle Wege und gleichberechtigter Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verstellen. Der Nährboden dafür ist teils bewusste u. unbewusste, individuelle u. kollektive Angst, Bilder u. das Menschenbild als solches, das durch jede Begegnung u. Handlung repräsentiert wird. Nicht immer erweist es sich als leicht, die persönliche u. gesellschaftliche Beteilung an der konstruierten Begrenzung und die daraus resultierenden Konsequenzen, hier im Speziellen für behinderte Kinder zu erkennen u. in weiterer Folge anzuerkennen.
"Es west fort- unterschwellig, kaum greifbar, mit Fürsorge überdeckt- in den Fantasmen, die unser Denken und Fühlen über das >>Geistigbehindertsein<< beherrschen. (Niedecken 2003, 18)
Aus dem Weißbuch "ungehindert behindert" geht an vielen Stellen hervor, das in Österreich immer noch ungehindert gegen den Willen der Betroffenen behindert wird. (vgl. Weißbuch ungehindert behindert 2004, 6)
Das Anliegen der Verfasserin ist das genaue Hinschauen, Erfassen u. Benennen von individuellen u. gesellschaftlichen Grenzen u. die Suche nach deren Ursachen, die ihren Niederschlag häufig in den Hemmnissen der Integration von behinderten Menschen u. im Besonderen in der schulischen Integration finden. Ein Leben ohne Aussonderung setzt eine Schule ohne Aussonderung zwingend voraus.
Die hier vorgelegte Arbeit verdankt ihre Ergebnisse sowohl der überaus großen Bereitwilligkeit der Eltern als auch der Lehrer, ihre mannigfachen Integrationserfahrungen sehr ausführlich weiterzugeben. Beide Interviewgruppen ließen die Verfasserin in eindrucksvoller Weise an ihren Sichtweisen u. Erlebnisinhalten hinsichtlich aller Facetten u. Aspekten der schulischen Integration teilhaben.
Wissenschaftlichen Einfluss auf die Verfasserin hatte in erster Linie, die psychoanalytische Zugangsweise hinsichtlich geistiger Behinderung von Frau Dr. Dietmut Niedecken, die in nicht verschonender Weise auf die vielfach unbewusste Kultur der Angstabwehr u. deren Auswirkungen auf den Umgang mit Behinderung hinweist u. zu einem besseren Verstehen von Behinderung bzw. behinderten Menschen beiträgt. Sie schafft einen geschärften Blick auf die unzähligen lavierten Formen, in denen sich Abwehr gegenüber behinderten Menschen äußert u. vor allem den Blick auf die Mitbeteiligung jedes einzelnen an der Produktion desgleichen.
Titel von Schriftstücken sind nie davor gefeit, auf den ersten, meist flüchtigen Blick missverstanden zu werden. Da sie unter Umständen Erwartungen wecken, die bei genauerer Lektüre nicht oder nur lückenhaft erfüllt werden, soll ein knapper Abriss über das, was den Leser erwartet, vorab zum Zwecke eines "runderen Bildes" geliefert werden.
Das Erhebungsziel der Verfasserin ist ein versuchter psychoanalytischer Blick auf die Facetten u. Aspekte der schulischen Integration mit Hauptaugenmerk auf eventuelle Hemmnisse, die unter Einbeziehung des psychoanalytischen Fachwissens von Frau Dr. Niedecken reflektiert werden sollen.
Primäres Anliegen ist es, die aus der beruflichen Praxis gesammelten Erfahrungen, die großteils für die Beteiligten, trotz langjähriger Integrationserfahrungen u. gesetzlicher Regelung in hohem Maße unbefriedigend sind, genauer zu erforschen u. zu reflektieren.
Dieses Vorhaben legt den Psychoanalytischen Blick nahe, da das, was sich in der Praxis zeigt, häufig nicht einfach erklär- u. nachvollziehbar ist, in ihrer oft so breit angelegten u. vielfach durch Fürsorge verdeckten Ablehnung. Dies legt die nachhaltige Beteiligung von unbewussten Prozessen nahe.
Das Gewordene soll auf sein Werden, aus dem es hervorgegangen ist, hin begriffen werden.
Der Durchführung dieser Arbeit liegt der Wunsch nach besserem Verstehen der Prozesse zugrunde, die sich, wie es scheint, im Verborgenen abspielen u. in unvermuteter, unkenntlich gemachter Weise ihren Niederschlag im Integrationsalltag finden u. diesen häufig massiv hemmen od. gar zum Scheitern bringen können.
Da Integration vielerorts nicht zur Zufriedenheit aller funktioniert, werden zwangsläufig Schuldige gesucht, Involvierte zu Sündenböcken gemacht. Der Verfasserin geht es jedoch in keinster Weise um die Suche nach Schuldigen, sondern um das Verstehen der zugrunde liegenden Prozesse.
"Nicht bemitleiden, nicht auslachen, nicht verabscheuen, sondern verstehen." (zit. nach Spinoza in Ziemen 2002, 5)
Die gewählten theoretischen Inhalte sollen in erster Linie zu einem umfangreicheren Verstehen beitragen.
Im theoretischen Teil sollen primär die diversen Begrifflichkeiten im engeren u. weiteren Zusammenhang mit schulischer Integration geklärt werden u. anhand der Situation bzw. der gängigen Modelle in Österreich beschrieben werden. Ein Blick über die eigenen Landesgrenzen in den EU- Raum vor der EU- Osterweiterung einschließlich der Länder Schweiz, Island u. Norwegen sollen zu einem besseren, internationalen Verständnis von schulischer Integration u. deren Entwicklung beitragen.
Danach soll eine Auseinandersetzung mit dem Bild über den Menschen stattfinden. Es soll nach geeigneten Definitionen bzw. Interpretationen gesucht werden und seine Funktionen verstanden werden. Außerdem soll den Auswirkungen des Menschenbildes in Bezug auf Menschen mit Behinderung nachgegangen werden. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem behinderten Menschen als der so genannte "Andere".
Im psychoanalytischen Teil soll der Widerstand als Angelpunkt psychoanalytischen Denkens als solcher definiert u. erläutert werden in personeller und kollektiver Hinsicht. Weiters soll der Frage nach gesellschaftlicher Unbewusstheit und ihrer Aufgabe im Dienste der Abwehr nachgegangen werden. Den Abschluss des psychoanalytischen Teils soll die Auseinandersetzung mit den inneren Feinden der Integration, den Fantasmen u. der Institution "Geistigbehindertsein" nach Niedecken bilden.
Die empirische Datenbasis für diese Arbeit liefern 14 narrative Interviews, die einerseits mit Eltern von Integrationskindern, andrerseits mit Lehrern, die in der Integration tätig sind, geführt werden. Die einfühlende u. verstehende Teilhabe an ihren Erfahrungen soll der Verfasserin Aufschluss über die wesentlichen Facetten u. Aspekte der schulischen Integration geben u. Rückschlüsse auf eventuelle Hemmnisse zulassen, die in weiterer Folge mithilfe des psychoanalytischen Blicks verstehbar werden sollen.
Die Datenaufarbeitung soll auf der Basis der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring stattfinden. Die erhobenen Ergebnisse sollen in weiterer Folge der bereits erwähnten Expertenreflexion mit Fr. Dr. Niedecken unterzogen werden, die dabei ein Stück ihrer psychoanalytischen Praxis u. Theorie einfließen lassen wird.
Mit einer ausführlichen Zusammenfassung bzw. Diskussionsteil soll diese Arbeit beendet werden.
Der Verfasserin ist an dieser Stelle noch wichtig darauf hinzuweisen, dass alle wissenschaftlich gewonnen Ergebnisse, ebenso die vorliegenden nicht als neutral bzw. steril erhobene u. gedeutete verstanden werden dürfen, sondern immer aus der je individuellen Auswahl u. Deutung des Forschers hervorgegangen sind u. keinerlei Wahrheitsanspruch im herkömmlichen Sinne haben. Zur Wahrheit hat der Philosoph Ernst Bloch folgendes zu sagen:
"Dass, alle Wahrheit eine Wahrheit wozu ist und es keine um ihrer selbst willen gibt, außer als Selbsttäuschung oder als Spintisiererei." (Bloch 1959, 311)
Da auch Forscher Menschen u. keine Denk- u. Beobachtungsmaschinen sind, muss in jedem Forschungsprozess von einem zentralen Bezug zur jeweiligen Person des Forschers ausgegangen werden, der zwangsläufig seinen Niederschlag im Zustandekommen u. Interpretieren der Ergebnisse findet.
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Bertold Brecht postulierte folgendes zur Funktion von Begriffen:
"Die Begriffe, die man sich von was macht, sind sehr wichtig. Sie sind die Griffe, mit denen man die Dinge bewegen kann." (Firlinger, 2003,1)
Das Wort Integration kommt in den unterschiedlichsten Fachbereichen innerhalb und außerhalb der Erziehungswissenschaft, bis hin in den Alltagsgebrauch, zum Einsatz. Der beinahe inflationäre Gebrauch trägt zu einer gewissen Begriffsunschärfe bei. In der Mathematik war bereits im 17. Jahrhundert durch den Basler Mathematiker Jakob Bernoulli von "Integral" die Rede. Das Verb "integrieren" hält ab dem 18. Jahrhundert und verstärkt ab dem 20. Jahrhundert Einzug in unseren Sprachgebrauch. Es leitet sich vom lateinischen Verbum "integrare" (svw. ergänzen") und vom Adjektiv "integer" (svw. "unberührt", "ganz") ab, diese wiederum haben ihren Ursprung in den. folgenden Stammwörtern: "tangere" womit berühren und "tactus" Berührung "intactus" unberührt bzw. ganz gemeint ist. (vgl. Kobi 1994, 71)
Innerhalb der Pädagogik hat sich der Integrationsbegriff im Laufe der Jahrzehnte stark gewandelt, immer mehr entwickelte er seinen Schwerpunkt auf die Integration von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft, sprich gemeinsamer Kindergarten, Schule, Arbeitsmarkt etc. Dieser Wandel brachte eine weitere Teildisziplin innerhalb der Pädagogik hervor, die sich durch Abgrenzung gegenüber den anderen Nachbardisziplinen, innerhalb eines Faches einer bestimmten Personengruppe bzw. ihrer Integration in die Gesellschaft verpflichtet fühlt. Der Integrationspädagogik geht es in erster Linie um das Vorantreiben der Integrationsidee, jedoch durch die vornehmlich äußere Differenzierung begibt sie sich in ein Dilemma, welches Feuser folgendermaßen beschreibt:
"Das Dilemma der "Integration" als erziehungswissenschaftliche und pädagogisch praktische Frage bleibt bestehen, bis die Frage der Dialektik geklärt ist. Solange die sog. "Integrationspädagogik" Unterricht z. B. durch "Individuelle Curricula" im Sinne der Einhaltung der Lehrpläne für einzelne Schüler entsprechend ihrer denkbaren Sonderschulzuweisung aufrecht erhält und damit an Maßnahmen der "Äußeren Differenzierung" festhält, bleibt sie selektierend und segregierend, mithin kontraproduktiv für die Weiterentwicklung der Integration. Derart kann die "Integrationspädagogik" nur als Artefakt nicht überwundener Segregation verstanden werden" (Feuser 1999, 1ff)
Für Feuser gibt es nur einen Ausweg aus der implizit segregierenden Misere der Integrationspädagogik. Alle Teildisziplinen müssen sich in einer "Allgemeinen Pädagogik" auflösen, die keine äußere, sondern nur innere Differenzierung vornimmt. Im Sinne von alle lernen am gleichen Gegenstand, nach ihren je individuellen Möglichkeiten und Tempi.
Integration darf nicht als antizipierbares und generalisierbares Konzept gesehen werden, sondern als ein immerwährender Prozess, der auf einem Menschenrecht basiert und mit sämtlichen Lebensbereichen, auch außerhalb der Schule korreliert.
Für Gstettner ist gesellschaftliche Integration ein prinzipielles Recht auf nicht Aussonderung und nicht ein Akt der Nächstenliebe gegenüber Menschen mit Behinderung. Diesen Rechtsanspruch sieht er dann erfüllt, wenn alle Menschen inmitten der Gesellschaft leben dürfen und sich dort ihre je eigene, nicht übergestülpte Identität entwickeln können. Identität und Integration schließen sich keineswegs aus, sondern stellen eine besondere Herausforderung aber auch Entwicklungschance für alle Beteiligten dar. (vgl. Gstettner 1990, 6f) Die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderung ...
"...bezieht sich auf die Entwicklung als Mitbürger im Hinblick auf gesetzliche Ansprüche sowie auf Gelegenheiten zu persönlichen Wachstum, Reife und erfülltem Leben durch entsprechende Respektierung persönlicher Wünsche."(Nirje zit. in Feyerer 1998, 16)
Primär politisch orientiert versteht Muth gesellschaftliche Integration als einen Demokratisierungsvorgang, da demokratische Verfassungen und deren Regeln und Gesetze immer den humanen Umgang aller Menschen in den Mittelpunkt stellen müssen. (vgl. Muth 1994, 21ff)
"Dies impliziert den Abbau von Vorrechten einzelner sozialer Gruppen oder Schichten, die Respektierung der Menschenwürde eines jeden einzelnen, die gleichen Rechte für alle Bürger und die brüderliche Verbundenheit. Demokratisierung ist ein andauernder Integrationsprozeß, und Integration ist ein andauernder Demokratisierungsprozeß" (Feyerer, Fragner & Hauer 1992, 52)
Dieser Integrationsprozess muss in erster Linie in Form von sozialer Integration zum Tragen kommen, diese ist gekennzeichnet durch ein interaktives, dialogisches Miteinander zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.
"Durch die dialogische Struktur der Beziehungen, in der sich sowohl der Behinderte als auch der Nichtbehinderte in wechselseitigen Interaktionen auf einen gemeinsamen Lernprozeß einlassen. ...Integration in einem sozialen Kontext bezeichnet also einen permanenten aktiven kreativen dialogischen Lernprozeß zu sich selbst, zur Gruppe, zur Umwelt und zur Gesellschaft, mit dem Ziel gemeinsam sich verändernder Erneuerungen."(Suchard zit. in Feyerer 1998, 17)
Martin Buber hat in seinem dialogischen Prinzip postuliert:
"Der Mensch wird am Du zum Ich" (Buber 1962, 32)
Georg Feuser hat Bubers Postulat ein wenig abgewandelt so wieder gegeben:
"Der Mensch wird zu dem Ich, dessen Du wir ihm sind" (Feuser 1999, 6)
Mit anderen Worten internalisiert der Mensch die Dinge über den Menschen und umgekehrt den Menschen über die Dinge; beides befindet sich in einem unauflöslichen Wechselverhältnis. Erst die wechselseitige Interaktion ist bedeutungs- und sinnstiftend. Sinn und Bedeutung sind nach Feuser die primären Triebmotoren, welche die Motivation dosieren, die hinter Emotionen und Bedürfnissen steht. (vgl. Feuser 1999, 6f)
Integration kann und darf wie eingangs schon erwähnt wurde, nicht an einem einheitlichen Konzept festgemacht werden. Die Qualität von integrativen Prozessen korreliert jedoch in jedem Fall mit der Häufigkeit und Nachhaltigkeit in der interaktiver Austausch stattfindet. Dieser Austauschprozess wird stets neue, nicht von vornherein kalkulier- und quantifizierbare Variablen und Problemstellungen hervorbringen, die einen endgültigen Abschluss der Integrationsprozesse so gesehen verunmöglichen. Dennoch kommen Integrationsprozesse nicht ohne eine gewisse Planung und Lenkung aus. (vgl. Kobi 1997, 75ff)
"Integration kann demgemäß als homöostatisches, labiles Fließgleichgewicht bezeichnet werden, das in jedem Moment durch Interaktion neu hergestellt werden muß."(ebd.)
Integration muss als ein gegenseitiges Geben und Nehmen in Form von adäquater Dialogführung verstanden werden. Die bedingungslose Integrationsbereitschaft der so genannten Professionellen hat der Integrationswilligkeit der Integranden den Weg zu ebnen. Integration darf, so sie keine weiteren segregierenden Momente implizieren will, jegliche Versuche von Einzelintegration nicht forcieren, denn Einzelintegration funktioniert nur auf Kosten eines überbleibenden "Rests", der als nicht integrierbar abgetan wird. Unter dem Deckmantel der Integration dürfen keine halbherzigen Maßnahmen toleriert oder gar forciert werden. Eines der Hauptpostulate von Georg Feuser in diesem Zusammenhang lautet:
"Integration ist unteilbar!" und funktioniert daher nach dem Prinzip: Ganz oder gar nicht!
Kobi weist darauf hin, dass heute zwischen zwei gänzlich differenten Integrationsbegriffen unterschieden werden muss. Er bezeichnet sie "unbedingte und bedingte Integration."
Unbedingte Integration ist nicht nur das Gegenstück am anderen Pol der Segregation, sondern stellt auch das inhaltliche Gegenstück dar. Dabei wird radikal davon ausgegangen, dass eine integrative Erziehung und Bildung dem Wesen jedes Menschen entspricht, wird sie unterlassen oder verhindert, so impliziert dies eine massive Verletzung des existenziellen Grundrechtes auf ein "Mitsein."
"Integration ist die Vorgabe, nicht nur Aufgabe; sie ist nicht bloß Möglichkeit, sondern Notwendigkeit. Das Wesen des Menschen ist unteilbar, nicht sonder - bar. Integration ist Voraussetzung, nicht (mehr oder minder erreichbares) Ziel jeder als menschenwürdig zu bezeichnenden Erziehung." (Kobi 1997, 77)
Im Gegensatz dazu ist die "bedingte Integration" zu sehen, diese leitet sich von einem Ressourcenverhältnis in räumlicher, zeitlicher und personeller Hinsicht ab. Erst wenn dieses in notwendiger Form verfügbar und eine Integrationsfähigkeit und Integrationswilligkeit auf Seiten des Integranden und der Integratoren bzw. involvierten Personen gegeben ist, wird ein Versuch gestartet. Dies steht jedoch in totalem Widerspruch zur absoluten Unteilbarkeit von Integration.
Keinesfalls bedeutet es aber, dass durch die unbedingte Integration Behinderungsmerkmale und Probleme verschleiert, beschönigt oder verharmlost werden, im Gegenteil sie erkennt sie als gegebene Realität an, mit der es gilt, bestmöglich umzugehen. Es muss davon ausgegangen werden, dass diese Form für alle Beteiligten auch leidvolle und schmerzliche Erfahrungen mit sich bringen kann. Durch den adäquaten Umgang mit den realen Gegebenheiten wird eine Weiterentwicklung auf beiden Seiten möglich. Integration darf nicht als eine Methode verstanden werden, sondern vielmehr als eine Lebensform für oder gegen die man sich entscheiden kann. (vgl. Kobi 1997, 77ff) Die Praxis der schulischen Integration in Österreich lässt den Schluss zu, dass große Differenzen zwischen gelebter Praxis und theoretischem Ideal nach wie vor bestehen.
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Nachdem schulische Integration kein einheitliches Konzept verfolgen kann und will, ist es wenig verwunderlich, dass große regionale und inhaltliche Unterschiede in der Umsetzung ein und derselben Idee anzutreffen sind. Im Großen und Ganzen kann von vier Rahmenmodellen ausgegangen werden, nach denen die schulische Integration im Volksschulbereich stattfindet. Im Sekundarbereich partizipiert man an den Erfahrungswerten aus dem Primarbereich und moduliert diese für die jeweiligen Gegebenheiten. Fallstudien aus dem Projekt INTSEK, welches 1994 zum Zwecke der bundesweiten Evaluierung der integrativen Schulversuche im Sekundarstufenbereich installiert wurde, konnten eindrücklich belegen, dass sogar innerhalb eines Bundeslandes sehr unterschiedliche Zugänge verfolgt werden. Die wenigsten Übereinstimmungen sind in der Handhabung bzgl. Leistungsgruppen, Benotung, Zusammensetzung und Größe des Lehrerteams und deren didaktischen Methoden zu finden. (vgl. Feyerer 1998, 28f)
Diese kommt den Vorstellungen der initiierenden Elterngruppen von einst am nächsten. Bei diesem Modell ist Schweregrad und Art der Behinderung kein Ausschlusskriterium. Mittels innerer Differenzierung und den nötigen sonderpädagogischen Förderangeboten versucht man den Bedürfnissen der Integranden im Umfeld einer Regelschulklasse gerecht zu werden. Es kommt zu einer Veränderung der üblichen Rahmenbedingungen. Die Klassenzahl wird vermindert, dies korreliert in der Regel mit der Art und dem Schweregrad der Behinderungen. Meist kommt es auch zu einer Auflösung der Leistungsgruppen oder zumindest ihrer äußeren Differenzierung als solche. In seltenen Fällen wird auf die äußere Differenzierung auch in der Integrationsklasse nicht verzichtet. Die Schüler werden in allen Stunden, in denen die behinderten Kinder anwesend sind, von zwei Lehrern unterrichtet. Gelegentlich kommt es auch zum zusätzlichen temporären Einsatz von Sonderschullehrern oder anderen Kollegen in den Hauptfächern, um die Lernsituation adäquater gestalten zu können. Der Unterricht findet auf der Basis verschiedener Lehrpläne (HS, ASO, usw.) statt. Die Integrationskinder haben meist weniger Wochenstunden als ihre Mitschüler. Die didaktischen Gegebenheiten sind sehr unterschiedlich, häufig wird fächerübergreifender Unterricht mit Projektarbeit, Freiarbeit und oder nach Wochenplan forciert und praktiziert. Die Beurteilung der Gesamtklasse erfolgt nach alternativen Formen, primär mit verbalen Zusätzen. Auf Noten ganz verzichtet, wird so gut wie nie. Natürlich findet sich in der Beurteilung ein Vermerk auf den jeweiligen Lehrplan, nach dem unterrichtet wurde.
Diese Variante trägt lediglich einer räumlichen Integration Rechnung. Sie wird als dislozierte Sonderschulklasse in den Mauern einer Regelschule geführt. Durch die räumliche Nähe erhofft man sich das Zustandekommen von Sozialkontakten zwischen den "Sonderschülern" und den "Regelschülern." Dies wird unterstützt durch gemeinsame Aktionen in den Nebenfächern. Charakteristika für die KOOP sind die Aufrechterhaltung der getrennten Klassen, in denen punktuell gemeinsamer Unterricht stattfindet, jedoch nur in den weniger anerkannten Fächern und in vereinzelten Projekten. Im Grunde ist es ein mehr oder weniger häufiges Zusammentreffen der Schüler unter voller Aufrechterhaltung der äußeren Differenzierung. KOOP muss wohl mehr als Alibiaktion aufgefasst werden, da sie eine Integration im eigentlichen Sinne nicht ermöglicht. (vgl. Feyerer 1998, 28ff)
Specht spricht in diesem Zusammenhang von einem Modell des "kleinsten gemeinsamen Nenners" unter dem Deckmantel der Integration. Sie ist bezeichnend für Standorte an denen man durch das Vorantreiben integrativer Schritte eine massive Gefährdung der gewohnten Strukturen befürchtet und indirekt vermeiden will. (Specht zit. in Feyerer 1998, 30)
Joppich kommt in seiner Fallstudie zum Fazit, dass die fehlende Kontinuität in Bezug auf die Größe der Lerngruppe und ihrer Zusammensetzung eine erhöhte Irritation und vermehrte Störungen impliziere. Leider trägt KOOP nicht im Geringsten zu einem Abbau von Vorurteilen und Diskriminierungen bei, im Gegenteil, durch das Festhalten an den äußeren Differenzierungen werden diese nochmals untermauert und wohl auch legitimiert. Ein weiteres Problem stellt die jahrgangsübergreifende Zusammensetzung der Sonderschulen dar, denn der daraus resultierende Altersunterschied bietet einen guten Nährboden für disziplinäre Schwierigkeiten. Joppich ortet viele Schwächen, die er dem Modell per se und nicht den ausführenden Personen anlastet. (vgl. Joppich 1997, 62f)
Dieses Modell wurde vornehmlich in Oberösterreich und Kärnten erprobt. Das Ziel der Förderklasse ist durch optimale Lernumgebung, die Defizite im Verhaltens- und Lernbereich schnell auszugleichen und aufzuholen, um eine rasche Rückführung, in Regelklassen bzw. den Hauptschulabschluss in der Förderklasse zu ermöglichen. Dieses Modell sieht keine Aufnahme von behinderten Kindern vor. Formal gilt die Förderklasse als Hauptschulklasse, in der zwischen sechs und elf Kinder von einer Sonderpädagogin nach Hauptschullehrplan unterrichtet werden. Ähnlich der KOOP findet in sehr unterschiedlichem Ausmaß gemeinsamer Unterricht mit einer Regelklasse statt. 1991/92 wurde der Versuch gestartet, durch die Förderklasse eine teilweise Integration von behinderten Kindern zu ermöglichen. Dies konnte sich in der Praxis jedoch nicht durchsetzen. Im Übrigen muss auch bei diesem Modell festgehalten werden, dass Integrationsprämissen, wie die der Unteilbarkeit und Individualisierung statt Normierung, im Wesentlichen nicht Rechnung getragen wird und dass dadurch eher die Segregation gefördert wird. In Oberösterreich erachtet man diese Variante seit dem Schuljahr 1997/98 als überholt, zumindest solange die momentanen Rahmenbedingungen für die schulische Integration aufrecht sind.
Dieses Modell kommt eher in ländlichen Regionen zum Einsatz, in denen für die Finanzierung von zwei Pädagogen zu wenige Kinder sind. Die Stützlehrer kommen stundenweise in die wohnortnahe Klasse des behinderten Kindes und versuchen dort das Kind gezielt zu fördern, meist findet dies jedoch in Form von Parallelunterrichtung mit speziellen Programmen statt. Der herkömmliche Unterricht verändert sich dadurch kaum. In den meisten Fällen erwartet sich die Schule vom Stützlehrer, dass sie die Anpassung der behinderten Kinder an die aktuellen Strukturen einleiten und forcieren. Darunter kann nicht Integration im eigentlichen Sinne gemeint sein, denn im Vordergrund steht zweifelsohne die Aufrechterhaltung der konventionellen Strukturen. Erschwerend kommt für die behinderten Kinder hinzu, dass in der Regel nicht alle Stunden von einem Stützlehrer, (meist HS- Lehrer) sondern von mehreren abgedeckt werden, was einem ausgeglichenen, kontinuierlichen Lernklima nicht sehr zuträglich ist. Die Stützlehrer stehen für ein bestimmtes Stundenkontingent zur Verfügung, in den restlichen Stunden werden die Schüler in der dritten Leistungsgruppe mit unterrichtet, was häufig zu Überforderungen der Kinder u. Klassenlehrer führt. (vgl. Feyerer 1998, 28ff)
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Implementierung der quantitativen Integration in den letzten Jahren vielerorts Rechnung getragen wurde, dass jedoch die Implementierung von Qualitätsstandards noch weitgehend offen, bzw. als Herausforderung für die Zukunft gesehen werden muss. Die praktische Umsetzung der theoretischen Idealvorstellungen erweist sich als sehr zögerlich; vielerorts gibt man sich indes lieber mit Kompromisslösungen ab, die oft von Alibihandlungen nicht mehr weit entfernt sind. Es erweckt den Eindruck, dass schulische Integration mittlerweile zu einem "Regenschirmkonstrukt" geworden ist, das allumfassend verwendet wird und unter dem so manches, allerdings nicht im Sinne der Integrationspioniere Platz findet, wie man allein den vier üblichen Modellen in Österreich entnehmen kann. Die Gefahr dabei ist, dass jeder davon spricht, es dadurch immer unklarer und inhaltsleerer wird und förmlich zu einer wenig aussagenden Worthülse verkommt. Vielleicht ist dies der Grund, warum einige aus der Fachwelt dem Begriff der Integration nicht mehr viel Produktives abgewinnen können, und ihn somit gerne durch den der Inklusion erweitert oder sogar ersetzt wissen würden.
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Zu dieser Fragestellung herrscht innerhalb der Fachwelt kein einhelliger Konsens; ein teilweiser, sehr emotionaler Diskurs über die Sinnhaftigkeit des neuen Begriffs ist entbrannt, wie den weiteren Ausführungen zu entnehmen ist.
Das Buch der Begriffe herausgegeben von "Integration: Österreich" mit dem Ziel Diskriminierungen, die durch die unreflektierte Anwendung von Alltagsbegriffen entstehen, zu reduzieren und das Bewusstsein in diese Richtung zu schärfen, definiert Inklusion folgendermaßen: Inklusive Erziehung...
"...ist ein erzieherisch-pädagogischer Ansatz, der einen grundsätzlichen Wandel der selektionsorientierten Pädagogik beansprucht. Im Sinne einer "Pädagogik der Vielfalt" geht der Ansatz über die Diskussion der gemeinsamen (schulischen) Erziehung behinderter und nichtbehinderter Kinder hinaus. Es ist eine Erziehung, die Unterschiedlichkeit willkommen heißt, unabhängig von Geschlechterrollen, ethnischer, religiöser, sprachlicher usw. Zugehörigkeit oder Behinderung. Sie setzt tiefgreifende pädagogische Reformen voraus, die gerade für die gemeinsame (schulische) Erziehung behinderter und nichtbehinderter Kinder bedeutsam ist."(Firlinger 2003, 50)
Feuser bezieht folgende Stellung dazu:
"Bei genauerer Betrachtung kann ich mich oft des Eindrucks nicht erwehren, dass angenommen wird, dass der Begriff der >Inklusion< die richtigere Form der >Integration< beschreibt und die, die ihn fleißig verwenden, die besseren Integrierer sind."(Feuser 2002, 1)
Feuser sagt an anderer Stelle, solange wir von Integration sprechen müssen, ist unser gesellschaftliches Zusammenleben gekennzeichnet durch Selektion und Segregation. Integration im Zusammenhang mit Schule ist seit fast 30 Jahren ein, wenn auch vielfältiger Begriff. Am Beginn gingen die Forderungen der Integrierer radikal in Richtung Überführung des staatlichen Schulsystems in ein integratives; dass es im Zuge dessen, wohl auch aus gewissen Lenkungsgründen lediglich zu Kompromisslösungen gekommen ist, steht auf einem anderen Blatt, was nicht per se auf den Begriff bzw. den Anspruch der Integration zurückgeführt werden kann. Die Intention der beiden Begriffe ist vom Grunde her die Gleiche, nur ist Integration mittlerweile der Begriff, der im Laufe der Zeit eine gewisse Verschleierung erfahren und durch die vielfältigen Interpretationen, Auslegungen und Scheinlösungen nicht mehr so deutlich auf seine ursprünglichen radikalen Forderungen hinzeigt. Beide Begriffe zielen auf die Ablösung der Regelpädagogik durch ein Konzept der Allgemeinbildung im Sinne von kategorialer Bildung ab (wie sie beispielsweise Klafki konzipiert hat), was ein Lernen am gemeinsamen Gegenstand für alle Kinder mit Hilfe innerer Differenzierung sicherstellt. (vgl. Feuser 2002, 1ff)
Hinz, ein starker Vertreter des Inklusionsbegriffs, versteht den Index für Inklusion als gute Möglichkeit zur Selbstevaluierung einer Schule für alle. Seiner Ansicht nach ist die Praxis der Integration gealtert, der Reformschwung von einst ist versiegt, die quantitative Verbreitung hat qualitative Einbußen mit sich gebracht und außerdem haben sich die Arbeitsbedingungen teilweise massiv verschlechtert. (vgl. Hinz 1999, 101ff)
Er sieht in der Inklusion die Chance, das zu erreichen, was die Integrationsbewegung seiner Ansicht nach nicht erreichen konnte. Er stellt die Praxis von Integration und Inklusion wie folgt dar:
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Praxis der Integration |
Praxis der Inklusion |
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Sabine Knauer kritisiert die Praxiszuschreibung von Hinz aufs Äußerste:
"Seine Kritik und seine Ausführungen zur" Inklusion" erwecken allerdings den Eindruck, als habe er die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen und praktischen Integrationspädagogik zumindest der letzten zehn Jahre nicht aufmerksam genug verfolgt; was er nämlich in einer tabellarischen Gegenüberstellung der Inklusion zuschreibt, ist längst Standard des Integrationsdiskurses" (Knauer 2004, 7f)
Sie fürchtet, dass diese internen Positionsstreitigkeiten am ehesten die Integrationsgegner bestätigen und in ihrem Standpunkt bestärken, was unweigerlich die Integrationsbewegung in der Vollziehung der gemeinsamen Ziele schwächt. Das Bemühen um die Umsetzung einer vollständigen Eingeschlossenheit in das gesellschaftliche Miteinander aller Menschen ohne Vorbehalte darf nicht...
"...zur Spielwiese persönlicher Eitelkeiten und verbandspolitischer Gruppeninteressen verkommen."(ebd.)
In vielen europäischen Ländern wird das Konzept der inklusiven Erziehung mittlerweile diskutiert, in einigen wurde die Bezeichnung von Integration durch Inklusion in öffentlichen Schriftstücken bereits abgelöst.
Sander versteht das, aus Nordamerika stammende Konzept der Inklusion in erster Linie als eine Antwort auf die reale Unvollkommenheit des Integrationskonzeptes, vor allem des amerikanischen "mainstreaming" (zit. nach Boudah/McCorkle in Sander 2000, 14f) Beim Konzept des Mainstreaming und der Integration, welches auf Kompromissen basiert, steht das Kind bzw. seine Behinderung, für welches eine individuumsbezogene Förderung, anhand spezieller Förderpläne von speziellen Fachleuten gemacht wird, im Vordergrund. So gesehen impliziert diese Art von Integration auch immer Segregation u. Bevormundung.
In der amerikanischen Sonderpädagogik wird hinsichtlich dessen auf die enge Verbindung des Integrationsgedankens mit dem "Service - Modell" hingewiesen. (vgl. Polloway 1996, 5) Das Service - Modell basierte im Prinzip auf der Grundannahme, behinderte Menschen sind abhängig u. als solche, "belieferungsbedürftige Defizitwesen", die ihre "Lieferung" jedoch oft nicht selbst bestellen durften. Die jeweiligen Maßnahmen waren primär funktional u. verhaltensorientiert. Sie bezogen sich weniger auf individuelle Inhalte, die von den Betroffenen selber kamen u. gingen kaum der Frage nach, ob sie sich in ihrer Lebenswelt sozial integriert fühlten. Da dieser Ansatz Betroffenen, aktiven Elternvereinigungen u. Fachwissenschaftlern längst ein Dorn im Aug war, favorisierten sie das Paradigma der Inklusion u. Unterstützung. (vgl. Theunissen 2002, 6)
Inklusion hat die Normalität der Vielfalt im Fokus und erweitert so den Blick auf sämtliche Formen von Verschiedenheit, egal ob sich diese durch Behinderung, anderen Kulturkreis, andere Muttersprache, unterschiedliches soziales Gefüge, unterschiedliche Ausgangsbedingungen usw. ergeben.
"Inklusive Erziehung akzeptiert die Heterogenität, macht sie für das Schulleben fruchtbar und will sie nicht ausgleichen oder abschleifen."(Sander 2000, 14)
Er ist weiter der Auffassung, dass inklusive Erziehung nicht die Integrationspädagogik entwerten bzw. erübrigen will, sondern sie lediglich in einen neuen Bezugsrahmen setzt und sie dadurch zu neuen Handlungsstrategien kommt. Für ihn ist Inklusion kein primär sonderpädagogisches Thema, sondern ein allgemeinpädagogisches. (vgl. Sander 2000, 14f)
Theunissen verortet in dem zweifelsohne wichtigen Plädoyer für Inklusion, in dem wichtige Anliegen hinsichtlich Sicherung von gleichberechtigten Bürgerrechten für alle Menschen zum Ausdruck kommen, auch eine gewisse Gefahr des Missbrauchs. In den Augen mancher Politiker lassen inklusive Forderungen über kurz od. lang Sondereinrichtungen obsolet werden, was natürlich einen enormen Einsparungsfaktor zur Folge hätte. Die Gefahr des möglicherweise einhergehenden Sozialabbaus gilt es für Betroffene u. deren Vertreter aufmerksam im Auge zu behalten u. dem gezielt u. rechtzeitig entgegenzusteuern. (vgl. Theunissen 2002, 7)
Viele Fachwissenschaftler stellen aber genau den gleichen Anspruch auch an die Integration. Schade wäre es, wenn ein Grossteil der Energien in die gegenseitige Abgrenzung der beiden Begrifflichkeiten münden würde und sich so die Fachwelt vom gemeinsamen Ziel, befruchtendes für die Praxis zu entwickeln, weiter entfernen würde. Ob allein durch neue Begrifflichkeiten bzw. einen neuen Bezugsrahmen alte Probleme lösbar werden, wird wohl erst die Zeit zeigen. Nachdem der Interpretationsrahmen in Sachen Integration ohnedies ein sehr breiter ist, bleibt die Frage offen, ob neue Begriffe auch neue Erfolge bringen, oder zu noch mehr Unklarheiten führen. Dies beschäftigt die Fachwelt auch über den deutschsprachigen Raum hinaus. Wie andere Länder mit den Entwicklungen bzgl. Integration und Inklusion umgehen, soll ein Blick über die eigene Landesgrenze erläutern.
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Der Blick nach außen vermag auch häufig den Blick nach innen zu schärfen. Die Integrationsbewegung hat die Implementierungsfase mehr oder weniger abgeschlossen, dies bestätigt der rasche Anstieg der Integrationsklassen. Der momentane Anspruch ist die Schaffung von Rahmenbedingungen, die eine qualitative Umsetzung gewährleisten, die gegenwärtig noch sehr uneinheitlich von Statten geht. Der folgende Teil soll einen Überblick über die Entwicklungen der schulischen Integration in den Ländern der Europäischen Union vor der Osterweiterung schaffen, außerdem werden die Entwicklungen in der Schweiz, Island und Norwegen beschrieben. Die uneinheitlichen gesetzlichen, historischen, finanziellen, organisatorischen Bedingungen, die in den einzelnen Ländern vorherrschen, erlauben keinen direkten, gegenseitigen Vergleich, jedoch könnte er fruchtbare Impulse bringen und neue Blickwinkel eröffnen.
Belgien legt großen Wert auf die Unabhängigkeit, die zwischen dem flämischen und dem französischen Teil besteht. Die Strukturen des Schulsystems weisen viele Gemeinsamkeiten auf, sie gliedern sich in einen Primar- und einen Sekundarbereich. Die allgemeine Schulpflicht dauert vom 6-15/16. Lebensjahr, anschließend wird eine verpflichtende Teilzeitschule absolviert. Von 1970 bis 1997 gab es für die Sonderschule eine eigene Gesetzgebung, die 1997 mit der Gesetzgebung für die Regelschule, allerdings nur im Primarbereich zu einem einheitlichen Grundschulgesetz fusioniert wurde. Integration findet als temporäre oder dauerhafte Kooperation zwischen Regel- und Sonderschule statt. Die Implementierung des Integrationsgedanken erweist sich als recht schwierig, da die lange Tradition der Sonderschule noch sehr unaufgeweicht ist. Seit 1980 gibt es Schulversuche bezüglich integrativer Maßnahmen. Offiziellen Status bekam 1983 die zielgleiche Integration von sinnesgestörten und körperbehinderten Schülern. Unter Integration versteht man weitläufig noch die gezielte Unterstützung um am Regelunterricht teilnehmen zu können. Integriert wird nur jener, der mit zusätzlicher Hilfe dem Regelschulprogramm folgen kann, für Schüler mit geistiger Behinderung besteht kaum die Möglichkeit auf Integration. Seit 93/94 versucht man die Kompetenzen der Klassenlehrer in Hinblick auf die Unterrichtung von Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarf zu erweitern. Der flämische Bildungsrat verfasste ein Dokument aufgrund der aktuellen Debatte hinsichtlich inklusiver education, indem es um eine Veränderung der Schulgestaltung im Sinne von mehr Bildungsqualität für alle Schüler geht. Das sonderpädagogische System besteht aus drei möglichen Varianten: Sonderunterricht als solcher, integrative sonderpädagogische Förderung meist bestehend aus einer Kooperation zwischen Regel- und Sonderschule, oder in Form von ambulanter sonderpädagogischen Förderung zu Hause. Im flämischen Teil werden 0,1% aller Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (von ca. 3,9%) in Form von kooperativen Modellen integriert. Der französische Teil hat nach wie vor kein einheitliches Schulsystem, daher werden die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (ca. 3,2%) ausschließlich in der Sonderschule unterrichtet. Das in Belgien vorherrschende Finanzierungssystem wirkt sich ebenfalls nicht sehr förderlich auf die Implementierung der Integration aus. (vgl. Hausotter 2000, 45f)
Das Bildungssystem in Deutschland gliedert sich in den Elementar-, Primar- und Sekundarbereich und umfasst weiters den Tertiären Bereich und den der Weiterbildung. In der Regel gilt eine Pflichtschulzeit von 12 Jahren, davon werden neun als Vollzeitschuljahre und drei als Teilzeitschuljahre absolviert. Deutschland ist gekennzeichnet durch eine föderale Struktur, d.h. die 16 Bundesländer haben Staatencharakter, indem sie über ihre eigene Staatsgewalt verfügen. Außerdem trifft sie die Hauptzuständigkeit des Kultur- u. Bildungswesens, d.h. wenn vom Bildungssystem in Deutschland die Rede ist, kann kein einheitliches gemeint sein, sondern die 16 mehr oder weniger verschiedenen Schulgesetze, die aus den 16 unterschiedlichen Bildungsministerien der einzelnen Bundesländer hervorgehen. (vgl. ebd., 47ff)
Hinz sagt in diesem Zusammenhang:
"Allgemeine Aussagen über den gemeinsamen Unterricht in Deutschland machen zu wollen, gleicht nahezu der Quadratur des Kreises"(Hinz 2000, 230)
Die Zusammenarbeit der einzelnen Bundesländer versucht man durch Fachministerkonferenzen zu forcieren. Die Beschlüsse, die in den Fachministerkonferenzen gefasst werden basieren auf Einstimmigkeit und haben Empfehlungscharakter mit der politischen Verpflichtung für die einzelnen Minister, sich für die Einpassung in das jeweilige Landesrecht einzusetzen. Hinsichtlich Integration kam man zur Übereinkunft, dass sie möglich oder im günstigerem Fall Bestandteil ist. Auch die Terminologie wurde einheitlich von "Sonderschulbedürftigkeit" auf "Sonderpädagogischen Förderbedarf" geändert. Es gibt jedoch keine einheitliche Auffassung über die Definition von Integration. 1997 hatten 4,4% aller Schüler sonderpädagogischen Förderbedarf (Varianzbreite beträgt in den einzelnen Ländern zw. 37%), davon wurden zwischen 5-25% in integrativen Formen unterrichtet, jedoch der hauptsächliche Teil wurde segregiert.
"Hinsichtlich der Umsetzung integrativer Maßnahmen gilt es noch einige Barrieren in den Schulgesetzen abzubauen." (Hausotter 2000, 49)
Eltern haben ausschließlich im Bundesland Hessen ein Wahlrecht bezüglich der Beschulung ihrer Kinder. Im internationalen Vergleich stellt Deutschland ein Schlusslicht dar, wenngleich sich doch einiges zum Positiven verändert hat. Die Durch- und Umsetzung der schulischen Integration gelingt häufig nur unter Einschaltung der juristischen Ebene und dies dürfte nach Aussagen von Hinz in Zukunft noch zunehmen. Was den Elementarbereich betrifft, hat sich gemeinsame Erziehung schon vielerorts etabliert. Im Sekundarbereich I sind noch viele Barrieren zu überwinden und im Sekundarbereich II ist schulische Integration noch Neuland, welches bisher sehr spärlich beschritten wurde und wird.
Zur Qualität der Durchführung sagt Hinz folgendes:
"Die leitende Maxime der unteilbaren Integration mit allen Kindern droht in der Praxis verdrängt zu werden von einer Tendenz zur Umformung des gemeinsamen Unterrichts als teilintegratives und damit teilselektives System." (Hinz 2000, 230ff)
Auch wenn einige Studien belegen, dass Integration die deutlich kostengünstigere Variante im Vergleich zur Sonderschule darstellt, bedeutet dies in Konsequenz nicht, dass deshalb der Integration automatisch der Vorzug gegeben wird bzw. sie sich dadurch schneller implementieren lässt; viel zu viele andere Faktoren beeinflussen die Entwicklungen mit. (vgl. Preuss- Lausitz 2000) Ein Hemmnis stellt das zunehmende Vorantreiben des standardisierten Leistungsnachweises, der dem rein ökonomische Denken in eindimensionalen Input - Output Dimensionen auf volkswirtschaftlicher Basis Rechnung tragen muss. Diese gesellschaftlichen Entwicklungen lassen kaum Raum für Vielfalt, geschweige dass es ein Anliegen darstellt, den nötigen Raum zu schaffen. Hier wäre die Pädagogik am Zug diesen eindimensionalen Entwicklungen gegenzusteuern, doch die noch nicht überwundenen Schwierigkeiten in Hinblick auf Professionalisierung und notwendiger Transparenz innerhalb der Pädagogik, erschweren dies beträchtlich. (vgl. Combe/ Helsper in Hinz 2000)
Ein spontanes englisches Schulgebet lautet:
" Please Lord let us not laugh at thoose who are different but let us think about it." (zit. in Bürli, A. 1985)
Unter Margaret Thatcher wurde 1974 ein 50-80 köpfiges Komitee unter dem Vorsitz von Mary Warnock gebildet, dessen Aufgabe die Überprüfung der erzieherischen Versorgung für Kinder und Jugendliche mit körperlichen und geistigen Schädigungen in England, Schottland und Wales war. Der Bericht befasste sich sehr ausführlich mit der Erfassung und Beurteilung von besonderen Erziehungsbedürfnissen und der Aktenführung. Erziehung wurde sehr weit gefächert und über die Schule hinausreichend verstanden. Im Anschluss an den Warnockbericht folgte 1981 ein Erziehungsgesetz, welches im Sonderschulwesen entsprechende Veränderungen vorsah. Die Bezeichnung "Besondere Bedürfnisse" lösten die herkömmlichen Behinderungskategorien ab und wurden so mehr und mehr Gegenstand des pädagogischen Aufgabengebietes. Die Elternrechte wurden erweitert, der Auftrag an die lokalen Erziehungsbehörden und die Erfassung der Special Educational Needs wurde präzisiert. Sonderschule wurde neu definiert. Jede Sonderschule musste speziell eingerichtet sein und den behördlich erlassenen Auflagen nachkommen. Eine Person sollte eigens eingesetzt werden, welche sicherstellt, dass sich die Lehrer für die Erkennung und Befriedung besonderer Bedürfnisse verpflichtet fühlen und dieser Verpflichtung auch nachkommen. Eine umfangreiche gesetzliche Basis ist durch den Warnock- Bericht und der daraus resultierenden Erziehungsgesetze grundgelegt worden. Die Situation sieht heute in England und Wales folgendermaßen aus.
In England schult man in der Regel mit 5 Jahren ein und mit 16 Jahren aus. Das Schulsystem besteht aus einer Primar- und einer Sekundarstufe. Das englische Schulgesetz sieht die schulische Integration als Teil des nationalen Programms an, was eine Auflösung der Spezialschulen nach sich zog. Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf werden nach einem individuellen Förderplan gefördert, dies findet großteils in Regelschulen statt. Jedes betroffene Kind erhält wöchentlich einen Förderplan, der besagt, wie viel Einzelförderung und wie viel Förderung im Klassenverband stattfinden soll; der integrative Anteil sollte mindestens 70% betragen. Die Schulgesetzreformierung von 1988 brachte bzgl. Sonderschule folgende Richtlinien hervor: Die Beschulung in einer Sonderschule ist nur möglich, wenn klar und umfassend beschrieben wird, dass die Regelschule dazu nicht in der Lage ist. Sonderpädagogische Förderung kann in Regel- und Sonderklassen, in kombinierten Maßnahmen außerhalb der Regelschule, in temporären Sondermaßnahmen und in der Sonderschule stattfinden. Jede Schule verfügt über einen Special Educational Needs Coordinator (SENCO), der für die Informationsbeschaffung und Koordination der Art des Förderbedarfes zuständig ist. 58% aller Fördermaßnahmen finden an Regelschulen statt, 1,2 % werden in segregierter Form umgesetzt. Größtmöglichste Autonomie wird durch die Budgetübertragung an Schulen und örtliche Träger angebahnt. (vgl. Hausotter 2000, 52f)
In Finnland erstreckt sich die Pflichtschulzeit über neun Jahre, seit 1999 kann ein freiwilliges zehntes absolviert werden. Die Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf hat seit 1993 in der Bildungspolitik Priorität. Jeder hat das Recht auf eine qualifizierte Lernumgebung, in der eine adäquate Kooperation mit dem häuslichen Umfeld verpflichtend ist. Die Gesetzgebung sieht bei Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf keine Kategorisierung vor. Der Bildungsbedarf ist das Hauptkriterium für die Kategorisierung der sonderpädagogischen Bereiche; es bestehen neun Grundkategorien. Sonderpädagogische Förderung ergeht an 15 % aller Schüler, davon erhalten 2-3% segregierende Förderung in Sonderschulen oder Sonderklassen, ca. 13% temporäre Förderung und weniger als 1% gilt als voll integriert. Ein Grund dafür dürfte die lange Sonderschultradition sein. Die Zahl der Sonderschulen hat sich zwar von 1991 bis 1994 um 60 gesenkt, jedoch kam es zu einem zeitgleichen Anstieg von Sonderklassen in Regelschulen. Von 1995 bis 2000 gab es eine von der Regierung veranlasste Fokussierungsfase, deren Eckpfeiler die Schaffung von Qualitätsstandards, Chancengleichheit und lebenslanges Lernen waren.
Die Pflichtschulzeit dauert 10 Jahre, seit 1989 haben alle Kinder ein generelles Recht auf Schulbildung und alle Kinder ab drei Jahren haben ein Recht auf einen Kindergartenplatz. Seit 1991 ist die Beschulung von behinderten Kindern in die Regelschule in Form von zielgleicher Integration gesetzlich verankert. Der Schwerpunkt auf zielgleiche Integration wird wohl nicht zuletzt aufgrund des einheitlichen nationalen Curriculums favorisiert. In Frankreich wird Behinderung nicht extra definiert. Die Sonderpädagogik ist nicht alleinige Sache des Bildungsministeriums, sondern auch gleichermaßen des Gesundheitsministeriums. Für die Entscheidung bzgl. der finanziellen bzw. unterstützenden Maßnahmen wurde ein örtliches Gremium, die sog. Commission Departementale d´Education Speciale (CDES) eingerichtet, die jedoch keine Entscheidung ohne die Zustimmung der Eltern treffen darf. Die gefällten Entscheidungen gelten nur für einen bestimmten Zeitraum. Ab einem höheren Grad der Behinderung als 50 % ist die CDES für die Bewilligung und Mitfinanzierung der sonderpädagogischen Förderung für die Altersgruppe von 0-20 Jahren zuständig. Bei einer Behinderung unter 50% sind medizinisch- pädagogische Dienste zuständig. Die Kompetenzaufteilung wirkt sich jedoch auf die schulische Integration eher kontraproduktiv aus. 2,6 % aller Pflichtschüler erhalten in unterschiedlicher Form sonderpädagogische Förderung, sie findet hauptsächlich in Form von integrativen Settings oder Klassen innerhalb der Regelschule statt. Erst seit 1987 gibt es eine Zusatzqualifikation zum Sonderschullehrer in Form eines Aufbaustudiums. Für Kinder, bei denen zielgleiche Integration nicht möglich ist, versucht man zumindest teilweise den Unterricht in Regelklassen zu forcieren. (vgl. Hausotter 2000, 54f)
In Griechenland beginnt die Schulpflicht mit fünfeinhalb und endet mit sechzehn Jahren. Es wurde ein neues Gesetz erlassen, welches Unterstützungsmaßnahmen für alle Schulformen vorsieht, dies soll eine rasche Entwicklung und Implementierung neuer Methoden und Hilfsmittel zum Zwecke einer Optimierung der Integrationsidee ermöglichen, denn die Sonderklassen werden in Integrationsklassen umbenannt. Ziel ist es die Integration in Regelklassen so schnell als möglich umzusetzen. Das Bildungsministerium hat in Kooperation mit den Universitäten Programme zur Fort- und Weiterbildung von Sonder- und Regelschulpädagogen und Eltern konstruiert. Das pädagogische Institut ist seit 1998 dabei Pilotprojekte zur Umsetzung von Inklusion zu erarbeiten. Arbeitsschwerpunkte stellen die Ermöglichung der Integration von Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarf bereits mit drei Jahren in die jeweiligen Einrichtungen, Schaffung von Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten für Schüler, Lehrer, Eltern, die in den Integrationsprozess involviert sind (Zentrum für Bewertung, Diagnose und Beratung (KDAY), weiters die Anbahnung u. Forcierung von individualisierten Unterricht in der Regelschule. Die KDAY sind für die Beratung und Unterstützung aller Kinder zuständig, weiters fördern sie die Integration und leisten Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel eine höhere Akzeptanz bei Lehrern, Eltern und der Gesellschaft zu erreichen. Einen Fixpunkt in der Lehrerausbildung stellen bestimmte Kurse bzgl. sonderpädagogischer Förderung für alle Absolventen dar. Zum Sonderschullehrer kann man sich durch ein zweijähriges Aufbaustudium ausbilden lassen. Aufnahmekriterien sind die Teilnahme an der Aufnahmeprüfung und mind. 5 Jahre Berufspraxis. Griechenland hatte 1996/97 200 Sonderschulen und 660 Sonderklassen. Integration wird vornehmlich durch Integrationsgruppen und Kooperationsmodellen zw. Sonder- und Regelschule umgesetzt. Nicht ganz 1% aller Schüler hat sonderpädagogischen Förderbedarf, der größtenteils in der Regelschule durch integrative Maßnahmen umgesetzt wird. (vgl. Hausotter 2000, 56)
Das Grundgerüst des Schulsystems ist deckungsgleich mit dem englischen. Kinder mit leichteren körperlichen und geistigen Behinderungen werden in die Regelschule integriert. Von der Bildungspolitik formuliertes Ziel ist die Integration von Kindern mit besonderem Förderbedarf so gut als möglich in Regelklassen umzusetzen. Dies ging mit der Bereitstellung eines erhöhten Budgets einher. Das Schulgesetz von 1998 delegiert die Sicherstellung von diversen unterstützenden Diensten an das Bundesministerium und macht dieses dafür verantwortlich, dass jedem Kind mit und ohne speziellen Förderbedarf ein adäquates Bildungsangebot gewährleistet wird. Sonderpädagogischer Förderbedarf besteht dann, wenn das Kind aufgrund der gegebenen Umstände bzw. Beeinträchtigungen nicht am altersmäßigen Unterricht adäquat partizipieren kann. (vgl. Meijer 1999, 101) Schulische Integration versteht sich als...
"die Partizipation von behinderten und nicht behinderten Schülern an Schulaktivitäten in einem größtmöglichen Ausmaß - unter Berücksichtigung gemeinsamer Interessen"(ebd.)
Zirka die Hälfte aller Kinder (2,5%) mit speziellem Förderbedarf wird in integrativen Settings unterrichtet.
Die Schulstruktur ist in Island durch eine neunjährige Pflichtschulzeit gekennzeichnet. Alle Kinder mit und ohne besondere Bedürfnisse sollen einen Zugang zu den wohnortnahen Schulen haben. Gleicher Bildungszugang für alle Kinder muss gewährleistet werden. Auch in Island wird großer Wert auf die Zusammenarbeit mit dem häuslichen Umfeld gelegt, der Klassenlehrer erarbeitet gemeinsam mit den Eltern das passende Schulangebot. Aufgabe der Schule ist es, die Kinder zu Persönlichkeiten heranwachsen zu lassen, die sich durch Verantwortungsbewusstsein und demokratisches Denken auszeichnen. Lehrern kommt in der Umsetzung der schulischen Praxis eine Modellfunktion zu, basierend auf Toleranz, christlicher Ethik und demokratischer Kooperation. 1999/2000 trat ein neues nationales Curriculum in Kraft, welches die Zusammenarbeit und Verbindung aller Bildungsbereiche weiterentwickeln soll. Triebmotor dazu ist die Philosophie einer Schule für alle mit gleichen Zielen und Chancen. Das Schulgesetz definiert Sonderpädagogik nicht d.h. es existieren auch keine Kategorisierungen als solche. Man geht von ca. 18% aller Pflichtschüler aus, denen eine besondere Förderung mit unterschiedlicher Dauer zukommt, davon werden ca. 10% in Regelklassen nach einem Bildungsplan, der für diese Gruppe gilt unterrichtet. 0,5% werden außerhalb der Regelklasse nach einem Plan, der individuell angepasst wird gefördert und 0,4 % besuchen eine Sonderschule mit besonderem Schwerpunkt (Gehörlose, Blinde usw.). Ca. 0,9% aller Schüler, erhalten, eine Vollzeitförderung in segregierenden Maßnahmen. Momentanen Schwerpunkt in der Bildungspolitik stellt die Auseinandersetzung mit lebenslangem Lernen für alle dar.
Die Schulpflicht in Italien dauert von 6-14 Jahren. Integration ist seit 1977 gesetzlich verankert, dies hatte die Abschaffung vieler Sonderschulen zur Folge aber nicht unbedingt eine Veränderung in der Einlassbereitschaft und Einstellung per se. (vgl. Brugger-Paggi 2000, 163) Es ist die Aufgabe der Schule, den Bedürfnissen aller Kinder nachzukommen, keines darf aufgrund besonderer Bedürfnisse abgelehnt werden. Eltern haben ein Wahlrecht. Sie müssen auch der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs nicht zustimmen; wenn dies der Fall ist, muss das Kind in die Regelschule ohne sonderpädagogische Unterstützungsmaßnahmen eingeschult werden. Kindern mit besonderen Bedürfnissen steht ein Stützlehrer zur Verfügung, der sie in der Regel die gesamte Schulzeit hindurch begleitet. Durch flexible Organisationsformen von Seiten des Ministeriums und die Bereitstellung eines Integrations- Expertenteams soll die Umsetzung erleichtert werden. Alle Kinder werden bis zur Mittelschule nach einem einheitlichen Lehrplan unterrichtet. Nach der Pflichtschulzeit wird Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf die Möglichkeit des Besuchs einer weiterführenden Schule garantiert. Um die Qualität der Umsetzung zu maximieren, versucht man die Aus- und Weiterbildungsangebote innovativer und effizienter zu gestalten. Vor allem für die Beschulung von Kindern mit einer geistigen oder mehrfachen Behinderung müssen Lehrkräfte durch veränderte Zugänge bereits in der Ausbildung gerüstet werden. Vielerorts ging man davon aus, dass bloßes Dabei sein zur Integration führen könnte. (vgl. Brugger-Paggi 2000, 149ff) Italien kennzeichnet keine besonders ausgeprägte Sonderschultradition, heute gibt es Sonderschulen wahlweise für blinde, gehörlose und sprachgestörte Kinder. 1,3% der Schüler haben sonderpädagogischen Förderbedarf, weniger als 0,5% erhalten diesen in segregierenden Maßnahmen. (vgl. Hausotter 2000, 60f) Integration ist also fixer Bestandteil des italienischen Bildungssystems, wenngleich es durch etwaige Sparmaßnahmen immer wieder in Bedrohung zu geraten scheint. 1992 trat das Rahmengesetz Nr. 104 in Kraft, welches die bisher fragmentarischen Regelungen in Bezug auf die Rechte der Menschen mit Behinderungen neu regelte. Dieses Gesetz postulierte ein Menschenbild...
"das die Förderung der Autonomie und die Rechte des Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt stellt und damit Abschied nimmt vom Menschen mit Behinderung als Objekt von Maßnahmen."(zit. Landesgesetz der autonomen Provinz Südtirol (L.G. Nr. 3/98) in Brugger-Paggi 2000)
Integration ist in Italien kein Außenseiterthema, sondern tangiert in gleichem Maße politische, wirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Belange. Die schulische Integration hat viel zu einer Bewusstseinsveränderung in der Gesellschaft beigetragen, wenngleich von keinem einheitlichen Qualitätsstandard ausgegangen werden kann. Wenn es um die Beschulung von Kindern mit geistiger und mehrfacher Behinderung geht, wird auch heute noch vielerorts die Sonderschule als die bessere Option vertreten. Die gegenwärtige Bildungspolitik versucht diese Tendenzen durch die Erprobung verschiedener Modelle und durch geeignete Ausbildungsformen hintan zu halten, dies kann sich jedoch bei einer Änderung der politischen Machtverhältnisse schnell ändern. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die schulische Integration in Italien auch nach mehr als 20 jähriger Erprobung keineswegs abgeschlossen ist. Viele Ziele wurden erreicht, an Qualitätsstandards muss nach wie vor hart gearbeitet werden, was sich in jedem Falle lohnt, denn es geht dabei immer um die Gestaltung einer besseren Schule für alle Kinder, denn die Integration machte auf viele Ungereimtheiten im allgemeinen Schulsystem aufmerksam.
Luxemburg ist das einzige Land indem die Pflichtschulzeit bereits mit vier Jahren beginnt, welche sich in eine vorschulische, primäre und sekundäre Fase aufgliedert. Die Sekundarstufe I teilt sich in einen allgemeinen und einen technischen Zweig. 1973 wurde per Gesetz jedem Kind das Recht auf Beschulung zugesprochen, was die Errichtung von einigen Sonderschulen zur Folge hatte. Seit 1994 werden die Schüler aus Sonderschulen nicht mehr als Behinderte bezeichnet, sondern als Kinder mit spezifischem Förderbedarf. Zeitgleich erhielten die Eltern ein Wahlrecht über den Schultyp ihrer Kinder. Dieses Gesetz wurde einstimmig beschlossen, jedoch ohne die darin enthaltenen Prinzipien zu überlegen und Schritte in diese Richtung anzubahnen. Auch die Lehrergewerkschaft war aus humanitärer Sicht mit dem Gesetz einverstanden, ohne sich jedoch für die Umsetzung zuständig zu fühlen. Die gegenwärtige Situation ist so, dass Kinder mit spezifischen Bedürfnissen die Sonderschule oder spezielle Einrichtungen zur einen Hälfte besucht und die andere Hälfte von einer ambulanten, eigens dafür geschaffenen Dienststelle betreut werden. Die Betreuung findet in Zusammenarbeit mit den Regellehrern und auch häufig in den gewohnten Klassenräumen statt. Die Dienststelle setzt sich aus einem multiprofessionellen Team, vorwiegend aus div. Therapeuten zusammen. Dieses Angebot führt zu inhärenten Zuständigkeiten, die die Verantwortlichkeit bei den Lehrern, Grundsätzliches zu verändern eher schwinden lässt. Doch auch Luxemburg ist dabei viel Althergebrachtes zu hinterfragen und neue Wege anzubahnen.
"Durch Umänderungen von Schülerzahlen, durch Schaffung von heterogenen und homogenen Gruppen je nach Art der Arbeit, durch differenzierte Einzelhilfen, wobei auch die oben erwähnten Berufssparten einen festen Platz in der Schulorganisation einnehmen. Wird die Schule von morgen es erlauben, den Bedürfnissen aller Kinder gerecht zu werden. Wir sind es den Kindern und der Zukunft schuldig."(Zitat vonDr. Lucien Bertrand, unveröffentlichter Interviewbeitrag Juni 2000 in Hausotter 2000, 64)
Die Schulzeit beginnt hier mit fünf und endet mit 16 Jahren. Dieses Land ist gekennzeichnet durch ein zweigeteiltes Bildungssystem, welches zwischen einem Allgemeinen- und einem Sonderschulwesen unterscheidet. Das sehr weitläufige Sonderschulnetz ist für die Implementierung der Integration ein Hindernis. 1998 wurde eine Bildungskampagne unter dem Motto: Together to School Again gestartet, mit dem Ziel, in Richtung Integration neue Wege zu gehen. Alle Grund- und 70 % der Sonderschulen kooperieren in form von regionalen Clustern. Der Unterricht erfolgt jeweils zur Hälfte in Clustern und speziellen Gruppen. Seit 1999 wird das Kooperationsmodell auch in der Sekundarstufe I praktiziert. Das dortige Sonderschulwesen unterteilt sich in 12 Kategorien und wird von dem Großteil der Kinder mit speziellen Bedürfnissen besucht. Zum Sonderschullehrer kann man sich durch ein zweijähriges Aufbaustudium nach dem Lehrerstudium qualifizieren.
In Norwegen absolviert man eine zehnjährige Pflichtschule, Sonderschulen wurden größtenteils abgeschafft oder in Ressourcenzentren umgewandelt. Das Schulgesetz postuliert das Recht aller Kinder auf einen gemeinsamen Unterricht, der auf die vorhandenen Anlagen und Voraussetzungen eingehen muss. Seit 1994 gibt es ein allgemeines Curriculum für alle Schulen inklusive der Berufsbildenden Schulen, welches folgendes Grundprinzip vorsieht:
"In Schulen sollte Platz für jeden sein, Lehrkräfte müssen deshalb ein Auge und einen Blick für jedes Individuum haben"(zit. Laereplan 1994. 16 in Hausotter 2000, 64)
Es wird großer Wert auf die adäquate Anpassung des Unterrichts auf die individuellen Bedürfnisse gelegt. In Norwegen hat sich eine Reorganisation der Spezialpädagogik vollzogen, aus den meisten Sondereinrichtungen wurden 13 landesweite Kompetenz- und Ressourcenzentren. Deren Aufgabenfelder sind die Beratung und Betreuung von Schulen und die Durchführung von Entwicklungs- und Forschungsarbeit. In Norwegen versucht man die totale Integration in die Gesellschaft umzusetzen. Alle Schüler haben einen gesetzlichen Anspruch nach Beendigung der Pflichtschule auf eine weiterführende dreijährige Vollzeitausbildung in einer Schule oder in Form einer betrieblichen Ausbildung. Auf eine eigene Kategorisierung von Behinderung bzw. besonderen Bedürfnissen wird auf allen Ebenen verzichtet. Eine Beeinträchtigung wird als...
"Diskrepanz zwischen den individuellen Fähigkeiten und den durch die Gesellschaft gestellten Anforderungen, die eine essenzielle Bedeutung für die Unabhängigkeit und das soziale Leben haben. Das bedeutet, dass Veränderungen in der Gesellschaft Einfluss auf den Grad der Behinderung haben."(Hausotter 2000, 66)
Seit den 90er Jahren wird der Integrationsbegriff in offiziellen Dokumenten durch den Inklusionsbegriff ersetzt. (vgl. Haug 2000, 113ff) Rund 0,5% aller Schüler (6,5%)mit sonderpädagogischer Förderung werden in Spezialklassen an Regelschulen oder in Sonderschulen unterrichtet. Auch die Ausbildung für Lehrer wurde hinsichtlich dieser Sichtweisen reformiert. Seit 1998 wird ein zweijähriges Aufbaustudium, gegliedert in vier Module, für den Integrationsbereich angeboten. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine gute Basis für die Idealvorstellung einer demokratischen Teilhabe im Bereich der Bildung geschaffen wurde, jedoch die Umsetzung ist keineswegs eine einheitliche. Die Kooperation zwischen den diversen Unterstützungseinrichtungen muss noch verbessert werden. Auch der Einbezug der Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf in den Klassenverband ist vielerorts noch nicht die Praxis. In manchen Kommunen wird auch heute noch der Spezialunterricht in einer Art und Weise durchgeführt, die sich von der Sonderschulpraxis nicht wesentlich unterscheidet, obwohl theoretisch eigentlich das Gegenteil angestrebt wird. Eine nicht zu vernachlässigende Tendenz der Ausweitung von Sonderschulen und -klassen ist bemerkbar. (vgl. Haug 2000, 121ff) Es existiert eine spürbare Diskrepanz zwischen Ideal und Realität, obwohl das Ideal als politische Intention schon 25 Jahre alt ist, wurde zu dessen Umsetzung nur sehr wenig Unterstützendes beigetragen. Die Lehrer verrichten ihre Arbeit so wie sie sie gelernt haben und diese unterscheidet sich trotz vorgegebener sehr hoher Idealvorstellungen nicht sehr wesentlich von früher. (vgl. ebd.)
Die Schulzeit beträgt neun Jahre. In Portugal gibt es keine staatlichen Sonderschulen, jedoch einige aus privater Initiative. Kindern mit speziellen Bedürfnissen kommt seit 1991 das Recht auf einen Regelschulbesuch zu, sie finden dort durch ein Ambulanzlehrersystem Unterstützung. Allen Kindern sollen die gleichen Chancen zukommen und Integration soll gefördert werden. Prävention stellt einen besonderen Schwerpunkt dar. Auch in Portugal hat ähnlich wie in Norwegen, eine Umstrukturierung der Sondereinrichtungen in Richtung Kompetenz bzw. Ressourcenzentren stattgefunden. Die Ambulanzlehrer sollen die Überbringer der Kompetenzen aus den Zentren in die Schulen sein, ihnen kommen die Aufgaben der Beratung, Unterstützung und die mit den Eltern gemeinsame Erstellung des gesetzlich geforderten Bildungsplans (IEP) zu. Auch dieses Land verzichtet auf die explizite Kategorisierung von Behinderung. Um 1980 herum löste allmählich die pädagogische Sichtweise von Behinderung die medizinische ab. Kriterium für den Erhalt einer sonderpädagogischen Förderung ist der Bedarf besonderer Ressourcen oder Differenzierungsangebote, die ein unterschiedliches Ausmaß haben können. Koordinationsteams organisieren den integrativen Unterricht, der durch eine Kombination aus gemeinsamen Unterricht und speziellen Angeboten in der Schule gekennzeichnet ist. Man kann davon ausgehen, dass ca. 5,4% aller Pflichtschüler (1997) einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben, weniger als 0,4% werden in segregierenden Settings unterrichtet. (vgl. Hausotter 2000, 69f)
Die Schulpflicht dauert neun Jahre. Eltern haben bzgl. der Beschulung ihrer Kinder ein Wahlrecht. Alle Kinder haben das Recht auf eine gleichwertige Ausbildung, ungeachtet ihrer Bedürfnisse. Schüler mit besonderem Förderbedarf werden im Wesentlichen in Regelklassen der Grundschule und des Gymnasiums unterrichtet. Hörgeschädigte und blinde Kinder, sowie entwicklungsverzögerte und mehrfachbehinderte Kinder besuchen in erster Linie die Sonderschule. 1,7 % aller Schüler bekommen sonderpädagogischen Förderbedarf, davon werden rund 0,8 % in einer allgemeinen Schule und 0,9% in besonderen Schulen, Klassen oder Gruppen beschult. Unter dem Deckmantel der Integration werden unterschiedliche Unterstützungsmaßnahmen in Regelklassen, in speziellen Gruppen außerhalb der Klassen und in Sonderschulen für geistig behinderte Schüler umgesetzt. Seit dem Parlamentsbeschluss von 1988 besteht für alle Lehrerstudenten die Pflicht, ein halbes Jahr Pädagogik für die Arbeit mit behinderten Schülern zu studieren. Zum Sonderpädagogen kann man sich durch ein dreijähriges Aufbaustudium ausbilden lassen. Gleiche Richtlinien für alle Grundschularten inklusive der Sonderpädagogik gibt es seit Herbst 1994. Alle Schulen werden angehalten, sich zu überlegen wie alle Kinder effizient und nicht nur räumlich einbezogen werden könnten. Zur Umsetzungserleichterung werden Gelder für eine bessere Qualifizierung der Lehrer bereitgestellt. Die gegenwärtige Situation ist in gewisser Hinsicht paradox, denn einerseits ist eine Zunahme von Sondermaßnahmen in segregierender Form zu bemerken und andrerseits nehmen auch integrierende Maßnahmen zu.
Die Primarschule dauert in der Schweiz je nach Kanton zwischen vier und sechs Jahren und die Sekundarstufe dauert zwischen drei und fünf Jahren. Kennzeichnend für die Schweiz ist das parallel praktizierte Nebeneinander von Integration und Aussonderung; gesetzlich ist diesbezüglich wenig geregelt. Dieser Freiraum wirkt sich teils sehr positiv, teils jedoch in Hinblick auf Integration sehr hemmend aus. Insgesamt muss eine wachsende Sensibilisierung und Bereitschaft hinsichtlich Behinderungen erwähnt werden. (vgl. Müller 2000, 179ff)
Für Kinder mit besonderen Förderbedürfnissen sieht das Schweizer Schulsystem drei Beschulungsformen vor. Die Kinder besuchen entweder die Sonderschule für schwer behinderte Kinder, Kleinklassen für Schüler mit Schulschwierigkeiten oder eine integrative Regelklasse, in der ihnen Unterstützung von heilpädagogischen Fachpersonal bzw. den dafür vorgesehenen Diensten zukommt. Wenngleich die Gesetzgebung eine sehr uneinheitliche ist, existieren bereits in jedem Kanton integrative Schulformen. Im Jahr 2000 hat das Bundesamt für Sozialversicherung die Möglichkeit der Subventionierung von integrativen Maßnahmen für Kinder mit geistiger Behinderung ermöglicht, ungefähr die Hälfte aller Kantone hat dazu Konzepte eingereicht. Trotz allem sind Kinder mit geistiger Behinderung in integrativen Regelklassen kaum anzutreffen. Es gibt nur sehr mangelhafte nationale Statistiken bzgl. der heilpädagogischen Stützmaßnahmen. (vgl. Hausotter 2000, 72f) Am häufigsten in integrativen Maßnahmen anzutreffen sind Kinder mit Hör- u. Sehschädigungen. Integration ist in der Schweiz an folgende Kriterien gebunden; sie darf einerseits nicht mit einem finanziellen Mehraufwand verbunden sein und die zuständige Stützperson muss von einer Sonderschule angestellt sein, die im Falle eines Scheiterns das Kind aufnehmen würde. (vgl. Müller 2000, 181)
In Spanien ist eine neunjährige Schulpflicht einzuhalten, sie gliedert sich in primären und sekundären Bereich. 1985 wurden die ersten integrativen Modellversuche durchgeführt mit der Auflage nicht mehr als zwei Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf in einer Klasse mit max. 25 Schülern zu integrieren. Das Schulgesetz von 1995 verpflichtet alle öffentlichen Schulen für alle Altersklassen Integrationsangebote zu machen. Die Konsequenz daraus, ist eine breite Palette unterschiedlicher Umsetzungsformen. Ein so genannter Integrationsführer gibt Aufschluss über die integrativen Angebote der jeweiligen Schulen und der zur Verfügung stehenden Ressourcen; der Führer wird regelmäßig aktualisiert. Im Zuge des Schulgesetzes von 1995 wurde ein gemeinsames flexibles Curriculum für alle Schulen geschaffen. Einen Schwerpunkt stellt die enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern, Beratungsteams und der gesamten Schule dar. Seit 1997 steht auch hochbegabten Kindern das Recht auf sonderpädagogische Förderung zu. Die Kategorien des sonderpädagogischen Förderbedarfs haben folgende Schwerpunkte: Intellekt, Sehen, Hören, Bewegung, Hochbegabung, Mehrfachbehinderung und schwere persönliche Beeinträchtigung/ Autismus. Die Förderung erfolgt in den Regelklassen; für Kinder mit komplexen Behinderungen stehen private und staatliche Sonderschulen, Internatsschulen und Sonderklassen in Regelschulen zur Verfügung. Man geht davon aus, dass etwa bei 1,7% aller Pflichtschüler sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde, den überwiegenden Teil davon machen Lernbehinderungen (70%) aus. 1,4% besuchen Regelklassen und 0,3% werden durch segregierende Maßnahmen gefördert. (vgl. Hausotter 2000, 73f)
Abbildung 1: Schüler mit SPF in segregierten u. integrierten Settings (Hausotter 2000, 78)
Ein direkter Vergleich der einzelnen Länder ist aufgrund der unterschiedlichen Strukturen nicht zulässig bzw. sinnvoll. Es können aber trotz all der Unterschiedlichkeiten gemeinsame Strömungen wahrgenommen werden. Alle beschriebenen Länder beschäftigen sich in unterschiedlicher Weise und Intensität mit dem Thema der Integration bzw. einer Schule für alle, wenngleich auch vielerorts noch Vorbehalte, Berührungsängste und Ressourcenknappheit als hemmende Faktoren anzutreffen sind. Jedes Land zeigt Bemühungen den sonderpädagogischen Förderbedarf verstärkt in Regelschulen umzusetzen. Vornehmlich in den fünf nordischen Ländern verfolgt man als vorrangiges Ziel die Inklusion zu ermöglichen, da Integration immer auch Segregation impliziert. Bestrebungen hinsichtlich veränderter Lehrerausbildung, die ein Fundament für den Umgang mit Verschiedenheit bilden soll, ist ebenfalls ein europaweites Anliegen. Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten werden in den einzelnen Ländern in unterschiedlicher Weise, jedoch nicht überall kostenlos angeboten. Der medizinische Zugang zum Thema Behinderung wird in allen Ländern immer mehr von dem pädagogischen abgelöst. Im Umgang mit Begriffen ist eine zunehmende Sensibilisierung zu bemerken; beispielsweise wurde der Begriff Special Education durch Special Needs Education ersetzt und Sonderschulen wurden vielerorts zu Kompetenz bzw. Ressourcenzentren umbenannt. Manche Länder (N, DK F; PO) haben von einer expliziten Kategorisierung gänzlich Abstand genommen. Die meisten Unterschiede gibt es in der Definition von sonderpädagogischem Förderbedarf und dessen statistischen Daten. In einigen Ländern geht man von weniger als 2% (I, GR) und in einigen wieder von über 8% (DK, UK, FI) aller Schüler aus; denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf zugesprochen wird. Politische Maßnahmen wurden und werden in jedem Land ergriffen, um die Implementierung der Integration/ Inklusion zu erleichtern. Nötige Mittel werden in unterschiedlichem Ausmaß bereitgestellt. Es hat sich gezeigt, dass der Erfolg von vielen Faktoren abgängig ist. Eine wesentliche Rolle kommt den involvierten Personen, deren Bereitwilligkeit, Flexibilität, Innovationsbereitschaft, Intensität, Kontinuität und Kooperationsbereitschaft zu. Als sehr hilfsreich erweist sich ein transparentes Netzwerk, welches sich durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und stetigen Dialog auf nationaler und internationaler Ebene auszeichnet. Der Weg der Integration und noch mehr der Inklusion ist keiner, der sich von selbst ebnet, er entsteht oft erst indem man in beschreitet und die Hürden überwindet. Es ist ein harter Weg, der oft mit Kampf verbunden ist, jedoch ein Weg der sich lohnt. (vgl. Hausotter 2000, 75ff) Es kann aber nicht so sein, dass es die alleinige Aufgabe der betroffenen Personen ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche.
" Unterricht von Randgruppen, - Funktionsgehemmten, Behinderten, Lerngestörten, Beeinträchtigten, slow learners oder wie man sie sonst noch nennt - liegt in der Verantwortung der Gesellschaft und ist nicht abhängig von privater Wohltätigkeit oder Barmherzigkeit."(Hansen zit. in Hausotter 2000, 81)
Integrative Pädagogik befindet sich permanent in einem Spannungsverhältnis zwischen Gleichheit u. Differenz, diese Tatsache lässt das Bestreben nach einheitliche Zugängen obsolet werden, denn nur ein theoretisch pluraler Ansatz kann einen fruchtbaren Umgang mit dem impliziten Spannungsverhältnis anbahnen u. umsetzen. (vgl. Schönwiese 1997, 93)
Soziale Abweichung u. Differenz basiert auf der Grundlage von biografischen, gesellschaftlichen u. historischen Typisierungen, diese unreflektierten Typisierungen verlangen nach Überwindung bzw. Umlenkung in Richtung anerkannter Vielfalt von Lebenswelten u. personaler Autonomie. (vgl. Schönwiese 2003, 93) Die Typisierungen sind eng verwoben mit den Menschenbildern in einer Gesellschaft. An anderer Stelle wurde schon festgestellt, dass eine Entwicklung hinsichtlich Inklusion nicht ohne einer Reflexion u. Veränderung der vorherrschenden Menschenbilder stattfinden kann. Dieser Thematik soll nun der nächste Teil eingehender Rechnung tragen.
Inhaltsverzeichnis
"Durchschaut
Du führst mir meine Mauern vor Augen.
Doch hast du in Betracht gezogen, dass meine Mauern
vom Rand deiner Mauern besonders gut zu sehen sind?" (Gedicht von Veronika Walch 1992, 51)
Mit diesem Gedicht von Veronika Walch wird klar, dass das, was wir bei unserem Nächsten sehen bzw. was uns ins Bild passt, zunächst etwas mit uns selbst, unseren eigenen Grenzen u. dem davon abgeleiteten Blickwinkel zu tun hat.
Demzufolge ist die Wurzel jedes Menschenbildes erstmal in uns zu suchen.
Auf die ausnehmend hohe Komplexität des Menschenbildes sei mit den beiden Zitaten hingewiesen:
"Die Ameise kennt die Formel ihres Ameisenhaufens, die Biene die Formel ihres Bienenstockes- sie kennen sie zwar nicht auf Menschenart, sondern auf ihre eigene Art, aber mehr brauchen sie nicht. Nur der Mensch kennt seine Formel nicht." (Dostojewski)
"Verabsolutierung eines immer partikulären Erkennens zum Ganzen einer Menschenkenntnis führt zur Verwahrlosung des Menschenbildes. Die Verwahrlosung des Menschenbildes aber führt zur Verwahrlosung des Menschen selber. Denn das Bild des Menschen, das wir für wahr halten, wird selbst ein Faktor unseres Lebens." (Jaspers)
Der Mensch, der über den Menschen nachdenkt, kann sich selber nicht außer Acht lassen, denn jeder Blick, der auf andere geworfen wird, ist gefärbt vom Blick auf sich selbst. Das Eigenbild ist stets eng verwoben mit dem Fremdbild, sie bedingen sich gegenseitig. (vgl. Czuma 1988, 7)
Jede Theorie nährt sich aus einer wie immer gearteten Auffassung von Menschenbildern, denen allen gemein die Fragen nach dem >was ist der Mensch< zugrunde liegt. Da Menschenbilder auch immer Aussagen über Vorstellungen hinsichtlich Verantwortung, Freiheit, Entscheidungsfähigkeit usw. implizieren, was letzten Endes Aussagen über Wertigkeiten sind, ist ihnen auch eine politische Dimension immanent. Dies bedeutet, dass der Begriff des Menschen nicht ohne Berücksichtigung der gesellschaftlichen Dimension gedacht werden kann. (vgl. Geulen 1977, 17)
Der Mensch ist ein Wesen, das beständig mit u. in Bildern lebt. Um das Dasein u. den Menschen als solchen zu verstehen, braucht er Bildentwürfe, ohne die keine Selbstinterpretation des Menschen möglich wäre. Durch Vorstellungen, die sich in weiterer Folge zu konstruierten Bildern verdichten, wird die Basis für die unabdingbare Gestaltgebung des Menschen geschaffen. (vgl. Meinberg 1988, 1)
Ein Menschenbild ist nichts Statisches, sondern dynamisch, es ist in ständigem Wandel begriffen, es ist nicht gottgegeben, sondern immer aufs Neue konstruiert u. kreativ erschaffen. Jede Generation hat sich damit zu beschäftigen u. zeitgemäße Bilder zu konstruieren. Das Menschenbild impliziert stets den Versuch dem Menschen eine Bestimmung zu geben. Der soziale Raum, in dem wir aufwachsen, hält viele solcher Bilder parat, die teilweise übernommen od. auch negiert werden. Menschenbilder sind untrennbar mit einem traditionellen, historischen u. kulturellen Kontext, aus dem sie hervorgegangen sind, verbunden. (vgl. Meinberg 1988, 311)
"Die durch die wissenschaftliche Theorie erzeugten Bilder vom Menschen erfassen niemals die volle Wirklichkeit des Menschen, es sind u. bleiben Modelle, Interpretationskonstrukte, einseitig, überzeichnet, hochstilisiert, unvollständig" (Meinberg 1988, 310ff)
Das Problematische am Menschenbild verortet Czuma in der impliziten Normativität u. Veränderungsträgheit der Bilder, sie vermitteln definitive Maßstäbe, die den Menschen nur die Wahl zwischen weitgehender Anpassung bzw. Entsprechung od. Verurteilung (psychischer od. gesellschaftlicher Natur) lässt. Im Menschenbild überdeckt die vorgegebene Konkretheit des Bildes das Allgemeine des Menschen. (vgl. Czuma 1988, 12)
Da wissenschaftliche Theorien vom Menschen gemacht werden, haben sie immer repräsentierende u. selektierende Funktionen, der Blick wird unter Vernachlässigung anderer Wirklichkeitsbereiche auf einen bestimmten Bereich gelenkt. Bestimmte Gegebenheiten werden als Problem angesehen, andere vernachlässigt. Für bestimmte Gegebenheiten stehen Problemlösestrategien zur Verfügung, für andere nicht. Die Selektion wird größtenteils vom zugrunde liegenden Menschenbild genährt. (vgl. Herzog 1984, 295)
Die Auseinandersetzung mit Menschenbildern hinsichtlich Veränderung bedingt eine Reflexion der eigenen Person, sowie der Gesellschaft respektive Mediengesellschaft, durch die man Prägung erfährt.
Letztendlich kann es nicht um die Suche bzw. Schaffung eines "wahren" Menschenbildes gehen, sondern um die Anerkennung der Pluralität von Menschenbildern, die eine Bereitschaft zur Relativierung des eigenen Standpunktes voraussetzt. (vgl. Capurro 1989)
"Vielleicht ist die Kenntnis anderer Menschen erst möglich wenn man sich selber etwas kennen zu lernen versucht hat."(www.muellersience.de 1984, 1ff)
Niedecken sagt in diesem Zusammenhang:
"Ich meine die entscheidende Rolle spielt, was wir selbst glauben sein zu müssen und darstellen zu müssen." (Int. im Anhang Textst.240-241)
Wie kommen wir aber zu dem, was wir glauben selbst darstellen zu müssen, also zu unserem Selbstbild?
Es handelt sich dabei ja nicht um eine persönliche, individuelle Kreation, sondern vielmehr um ein Selbstbild, das durch bewusste, unbewusste, individuelle u. kollektive Prozesse Prägung erfährt u. in weiterer Folge zur Verdichtung des bzw. der Bilder führt. Das repräsentierende Selbstbild ist die Basis für das Menschenbild, welches seinerseits wieder die bewussten, unbewussten, individuellen u. kollektiven Prozesse beeinflusst bzw. absichert. Deutlich wird dies im Umgang mit behinderten Menschen. Niedecken sagt zum Menschenbild hinsichtlich der Auswirkung auf behinderte Menschen im Interview:
"All das, was wir an uns selbst ausschließen, dafür müssen wir uns dann Behinderte zur Projektionsfläche einrichten."(ebd. 242-243)
Natürlich ist damit nicht gemeint, dass nur behinderte Menschen als Projektionsfläche in Frage kommen, sondern dies natürlich auf all jene, die den vorgegebenen Normen nicht entsprechen, gleichermaßen zutrifft. Je weiter sich jemand von den allgemeinen Normvorstellungen bzw. Normvorgaben entfernt u. dementsprechend verhält, desto eher u. nachhaltiger wird er zur Projektionsfigur, die immer ihren Niederschlag im entgegengebrachten Menschenbild findet. (vgl. Int. Textst. 253-263)
Die nachstehende Abbildung soll die Wechselwirkung zwischen Selbst- u. Menschenbild verdeutlichen sowie auf die partielle Beteiligung von unbewussten Prozessen u. Bildern auf individueller u. kollektiver Ebene hinweisen.
Abbildung 2: Darstellung der Wechselwirkung von Selbst- u. Menschenbild
Behinderte Menschen müssen aus mehrerlei Hinsicht, auf das wird später noch eingegangen, häufig als Projektionsfläche herhalten, was unweigerlich prägender Faktor für ihr eigenes Selbstbild ist.
Je massiver die Behinderung, desto mehr Projektionen beinhaltet das Bild über ihn u. desto massiver sind die Auswirkungen auf das Selbstbild des jeweiligen Menschen mit Behinderung. Winnicott spricht in diesem Zusammenhang vom behinderten Selbst, welches sich dann konstituiert, wenn das unmittelbare Umfeld d.h. meist die Mutter "nicht ausreichend gut ist" u. die mimetische Wahrnehmung aufgrund des Behindertenbildes (vgl. Winnicott 1984, 182ff) bzw. durch die Invasion gesellschaftlicher Fantasmen (vgl. Niedecken 2003, 69ff), die unmittelbare Auswirkung auf die Bezugsperson hat, gestört ist.
"My Problem is not how I look, but how you see me", so lautet der Titel auf einem Plakat der Down Syndrom Society of Rhode Island. (Wilken 1997, 108f)
Schönwiese verortet die Geschichte von Behinderung als historisch gebildetes Bewusstsein von Behinderung.
"Der Versuch, die Geschichte von Behinderung zu schreiben, verschiedene historische Bilder von Behinderung nachzuvollziehen und die Bedeutung für die heutige Konstruktion von Behinderung zu zeigen , ist in der Behindertenpädagogik noch zu wenig systematisch verfolgt worden." (Schönwiese 2004, 16)
Bilder, die über Menschen entworfen werden, sagen in diesem Sinne mehr über den Konstrukteur u. dessen Hintergrund aus u. weniger über den, den sie gelten. Entworfene Bilder sind nicht isolierte, konsequenzenlose Konstruktionen, sondern nachhaltige, teils bewusste, teils unbewusste Einflussfaktoren auf Handeln u. Verhalten.
"In jedem Augenblick der Begegnung- bei jedem Anschauen, Berühren, Füttern, Wickeln....- wird das Handeln stets vom internalisierten Menschenbild geleitet." (Theunissen 1996, 177)
Bewusstmachung des Bildes von sich selbst, ist die Grundlage für eine Hinterfragung der großteils unreflektiert einverleibten Bilder, dadurch könnte sich eine Veränderung hin zu mehr Menschlichkeit u. Sozialität anbahnen. (vgl. ebd.)
Menschen mit Behinderungen gab es zu allen Zeiten. Die Sozialgeschichte ist auch eine Geschichte der diversen Bilder, die die Gesellschaft zurück bis zu Platon über behinderte Menschen entwarf. Die Bilderpalette reichte von animalistisch- vegatabilistischen Bildern über idealistische, magische, religiöse, mechanistische bis hin zu infantilistischen Bildern.
Mit dem Verweis auf das Buch: Kultur u. Mediengeschichte behinderter Menschen von Christian Mürner, worin diese Thematik eingehend beschrieben wird, möchte ich nicht näher auf die unterschiedlichen historischen Sichtweisen gegenüber behinderten Menschen eingehen, sondern mich auf den nicht zu unterschätzenden Einfluss der Medien beziehen.
Luhmann sagt dazu folgendes:
"Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt in der wir leben, wissen wir durch die Massenmedien." (zit. nach Luhmann in Mürner 2003, 12)
Lloyd deMause ein New Yorker Psychohistoriker hat mit der sog. fantasy analysis eine durchaus originelle Methode zur Analyse von Gruppenfantasien (darunter werden kollektive Fantasien beispielsweise von ganzen Nationen verstanden) entwickelt, anhand denen er in gemeinsamer Präzisionsarbeit mit anderen Psychohistorikern versucht hat, unbewusste Motive in der durch Massenmedien vermittelten Bildersprache zu finden. Was auf den ersten Eindruck sehr kurios u. unglaubwürdig klingt, vermag jedoch mit erstaunlichen Ergebnissen zu punkten. So konnten etwa schon mehrere Wochen vor Hinckleys geplantem Attentat auf Ronald Reagen massive Anzeichen für kollektive (unbewusste) Mordwünsche gegen den Präsidenten, die ihren Niederschlag in der Bildersprache der US- Medien fanden, geortet werden. Wenn man diesem auf psychoanalytischer Grundkonzeption basierenden Ansatz, im Detail Glauben schenkt, muss davon ausgegangen werden, dass in den Massenmedien relevante, eine ganze Gesellschaft betreffende Tiefenstimmungen ihren Ausdruck finden. (vgl. Lloyd deMause in Berghold 2002, 81f)
Die Medien sind tatsächlich, wie ihr Name sagt, weitgehend "Vermittler" von vorherrschenden, wie das obige Beispiel zeigt, auch unbewussten kollektiven Welt- Gesellschafts- u. Menschenbildern. Medien zeigen den Trend auf, den sie selber mitbestimmen. Rund 70% vom dem, was über die Welt erfahren wird, transportieren Medien. Diese Tatsache impliziert ein massives Machtpotential der Medien hinsichtlich der Menschenbilder. (vgl. www.muellersience.de 1984, 1ff)
Medien reduzieren behinderte Menschen häufig auf ein Merkmal oder Stigma, das zugleich Faszination u. Verunsicherung ausübt.
"Die Strategie der Schockbilder und die Individualisierung können nicht verdecken, dass Behinderungszustände auch >> Zeichen und Zeichnungen unserer Zeit<< sind."(zit. nach Kobi in Mürner 2003, 12)
Behinderten Menschen kommt in den Medien bei der Darstellung von außergewöhnlichen Leistungen, Bizarrem, Besonderem od. Schicksalhaftem eine zentrale Rolle zu. Allerdings nur solange der Reiz aufrecht ist, denn beim Abflauen desselben, geraten sie schnell wieder in Vergessenheit. Behinderte Menschen werden, in die für sie bestimmten Rollen förmlich gedrängt, eine Ambivalenz zwischen Sachlichkeit u. Schaulust ist dabei nicht zu übersehen. In der Darstellung von behinderten Menschen überwiegt immer noch das Seltsame u. nicht das Selbstverständliche. Ein offener, aufgeschlossener Umgang mit Behinderung wird gleichermaßen durch Vorurteile, Verklärung, Bedrohung u. Bewunderung gebremst u. verhindert. (vgl. Mürner 2003, 15)
Fredi Saal, ein behinderter Mann, der nur knapp der Mordmaschinerie des Nationalsozialismus entgangen ist, bezieht hinsichtlich Bildern folgende Stellung:
"Nein, nicht der Behinderte erlebt sich wegen seiner Behinderung als unnormal- er wird von anderen als unnormal erlebt, weil ein ganzer Ausschnitt menschlichen Lebens ausgesondert wird. Dadurch bekommt seine Existenz etwas Bedrohliches." (Saal 1992, 8)
Bei der Bewertung von Behinderung bleibt die Eigenperspektive des Betroffenen weitgehend unberücksichtigt, primär wird vom eigenen Erleben u. von eigenen Maßstäben ausgegangen u. auf den behinderten Menschen geschlossen. Die Folge ist ein völlig verzerrtes, eindimensionales Bild, das lediglich eigene Anteile u. nicht Anteile des Anderen repräsentiert. Die paradoxe Folgewirkung ist meist das Vermeiden des anderen, da er die eigenen, unbewussten Projektionsinhalte verkörpert. (vgl. ebd.)
Nicht selten wird das Nichtaushalten können durch Mitleid abgewehrt, Saal spricht in diesem Zusammenhang von Behinderung als "Leid-Bild."
Quer durch die Bevölkerungsschicht wird ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass der von Behinderung Betroffene ein außerordentliches Maß an Mitleid verdiene, da Behinderung vielerorts als Schicksalsschlag, als Last aufgefasst wird. Das Leid-Bild Behinderung scheint ein fest verankerter, unabdingbarer Mechanismus zu sein, dem eine gewisse abwehrende Funktion zukommt. (vgl. Saal 1994, 69)
Stefan Zweig schreibt (1939) in Ungeduld des Herzens:
"Es gibt eben zweierlei Mitleid. Das eine, das schwachmütige und sentimentale, das eigentlich nur Ungeduld des Herzens ist, sich möglichst schnell freizumachen von der peinlichen Ergriffenheit vor einem fremden Unglück, jenes Mitleid, das gar nicht Mit- Leiden ist, sondern nur instinktive Abwehr des fremden Leidens von der eigenen Seele. Und das andere, das einzig zählt, das unsentimentale, aber schöpferische Mitleid, das weiß, was es will, und entschlossen ist, geduldig und mitduldend alles durchzustehen bis zum Letzten seiner Kraft und noch über dies Letzte hinaus. (Zweig 1939)
Letzterem steht meist die Angst als das alles entscheidende Phänomen, das es abzuwehren gilt, im Weg.
Behinderte Menschen werden allgemein als Menschen typisiert, die durch ihre Andersartigkeit Angst machen. (vgl. Schönwiese 2003, 96)
"Das Unglück der Behinderung muss beseitigt werden"! Die Frage ist nur wessen Unglück es im Grunde ist. Niemand macht sich Gedanken inwieweit ein behindertes Kind durch die deutlichen Signale in Richtung, wir wollen dich eigentlich anders, als du bist, zutiefst verunsichert wird. (vgl. Niedecken 2003, 19)
Rousseau beschreibt eine konstitutive Abhängigkeit des Einzelnen vom Anderen, indem er sagt:
"Unser süßestes Dasein... relativ und kollektiv, und unser wahres Ich ist nicht ganz in uns. Kurz, der Mensch in diesem Leben ist so eingerichtet, dass man nie zum rechten Genuß seiner selbst ohne Zutun anderer gelangen kann."(Rousseau zit. in Wulf 1999, 13)
Der Andere dient uns als Spiegel, um uns selbst zu erblicken u. zu erforschen. Er ermöglicht Wahrnehmung unseres Selbst im Inneren u. dadurch Bewusstseinsentwicklung. Der Andere ist somit nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb des Individuums. Der im Ich implizierte Andere, bestimmt u. lenkt den Umgang mit den Anderen außen. Die Annahme, dass Anderes auch immer Eigenes u. umgekehrt enthält, weist darauf hin, dass Verständigung zwischen Fremden u. Eigenem immer auch als Prozess der Selbstthematisierung u. Selbstbildung gesehen werden muss. Die Verarbeitung vom Anderen konstituiert Individuelles. Fehlt die Auseinandersetzung mit dem Fremden, bedeutet dies somit einen Verlust von Individualität. (vgl. Wulf 1999, 13ff)
Behinderte Menschen werden durch das Hervorheben der Andersartigkeit den "Anderen" zugeordnet. Fredi Saal weist in diesem Zusammenhang auf die Tatsache hin, dass behinderte Menschen, ungeachtet ihres Behindertengrades vollkommen anders empfunden werden.
"Wenn ich Andere sage, so meine ich damit die Tatsache, dass diese Anderen weniger als beseelte Wesen angesehen werden, sondern als dinghafte Objekte. Der Andere als Mitmensch wird das Andere- ein unzugängliches, nicht zum "Normalen" zählendes Ding. (Saal 1994, 150ff)
Der behinderte Mensch gesehen als der befremdende Andere, gilt nicht als Mensch, zu dem man menschliche Beziehungen aufbauen kann, er wird vielmehr mit einem Gegenstand in Verbindung gesetzt, dem man in Verwahrung gibt bzw. nimmt. Diese Tatsache beschneidet behinderte Menschen in der Möglichkeit des gegenseitigen persönlichen Austausches. Beide Teile brauchen zu ihrer Entwicklung den jeweils Anderen. (vgl. ebd.) Soziale Ausgrenzung ähnelt körperlichem Schmerz. Soziale Missachtung aktiviert ähnliche Gehirnareale wie es körperlich zugefügter Schmerz tut, dies berichteten amerikanische Forscher. (vgl. Magazin "Sience" Bd. 302, 290)
"Die Abwehr in der Betonung des Anders- Seins gründet also in der Angst, durch das Siebmaß der Normalität durchzufallen; beim gesellschaftlichen Rechnen ausgesondert zu werden, nicht dazuzuzählen." (Niedecken 2003, 21)
Behinderte Menschen gelten als unbequem u. werden lieber vermieden, da die damit verbundene Fremdheit zu unangenehmer Berührtheit führt und Verunsicherung u. Überforderung resultieren. Diese Tatsache betrifft nicht ausschließlich behinderte Menschen, sondern auch deren Umfeld. (vgl. Saal 1994, 153)
Der Andere als das Fremde:
"Das ist der Mitmensch, dem ich am liebsten mit seiner ganzen Umwelt den Zutritt zu meinem Lebensbereich verwehren möchte, um ihn auf eine Welt zu verweisen, die meine Kreise nicht stört." (ebd.)
Das durch die Außenwelt perpetuierte Bewusstsein vom Nichtsoseinsollen frisst sich in die jeweilige Identitätsentwicklung des behinderten Menschen ein u. hinterlässt dort seine Spuren. Der weit verbreitete Reparaturanspruch bei Behinderung muss ebenfalls als Zeichen der Nichtakzeptanz u. des Nichtumgehen können mit dem Sosein gedeutet werden.
Durch Aktionen, letztlich gegen Behinderung, die nicht selten in eine blinde Förderaggression ausarten, wird versucht, individuelle u. gesellschaftliche Angst abzuwehren. (vgl. Schönwiese 2003, 96) Im nächsten Teil soll eine Auseinandersetzung über individuelle u. gesellschaftliche Bezüge im Hinblick auf psychische Abwehr unter zu Hilfenahme Psychoanalytischer Ansätze stattfinden.
Inhaltsverzeichnis
"Ethnologie und Psychologie haben in unserem Wissen einen privilegierten Platz inne, weil sie an den Grenzen aller Erkenntnisse über den Menschen einen unerschöpflichen Schatz von Erfahrungen und Begriffen, aber vor allem ein ständiges Prinzip der Unruhe, des Infragestellens...bilden." (Foucault zit. in Krög 1993, 2)
Der Widerstand, Angelpunkt psychoanalytischen Denkens, so lautet ein Postulat von Berghold, indem er Freuds Erkenntnisse hinsichtlich des Widerstands als richtungweisend bezeichnet.
"Sigmund Freuds bahnbrechende Erkenntnis vom Widerstand, das heißt vom tief emotionsgeladenen Sträuben gegen das Bewusstwerden unseres Unbewussten, bildet zweifelsohne eine der großen historischen Wasserscheiden in der Entwicklung der menschlichen Selbstreflexion." (Berghold 2002, 24)
So banal die Aussage im Grunde klingt, so mannigfach u. mehrdimensional sind die Konsequenzen, die sie in sich birgt. Häufig ist die implizite emotionale Schwere der Auslöser von Missachtung u. Missverständnissen, was indirekt nur eine Bestätigung der Grundannahme ist. Eine der unmittelbarsten u. gewichtigsten Konsequenzen ergibt sich daraus,
"... dass es uns- wenn überhaupt nur um den Preis emotionalen Schmerzes u. tiefer innerer Verunsicherung möglich ist, einem großen Teil unserer wirklichen Motive ins Auge zu blicken." (ebd.)
Die Angst ist meist das unüberwindliche Hindernis, das davon abhält, genauer nachzuforschen, was den Triebmotor am Seelengrund ausmacht, der uns zu unseren sichtbaren, bewussten oft all zu klaren Zielsetzungen veranlasst. Diese lassen keinen direkten Rückschluss auf den Triebmotor zu, der sie hervorbringt.
Der Widerstand kann als zentralster Punkt im psychoanalytischen Denken gesehen werden. (vgl. Berghold 2002, 24)
Im Anschluss soll auf die 9 Thesen von Berghold, die an der Konzeption von Widerstand Beteiligung finden, eingegangen werden.
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These 1: Übergroße innere Ängste veranlassen einen zentralen Motivationsteil dazu unbewusst zu bleiben, da aus der Konfrontation nicht verschmerzbare Empfindungen resultieren würden.
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These 2: Nur eine lückenhaft aufgedeckte verschobene, verfremdete Weise der unbewussten Motive ist aufgrund der mit Unbewusstheit verbundenen Angst zuträglich.
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These 3: Das traumatische Erleben, das zur teilweisen Abspaltung des Seelenlebens führt, ist als fundamentalste Ursache der Unbewusstheit anzusehen.
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These 4: In einem bildhaft- körpersprachlichen Gedächtnis wird das abgespaltene traumatische Erleben unbewusst gespeichert.
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These 5: Eine Kombination aus drei unentwegten Auswirkungen ist die Folge der traumatischen Spaltung. Die Kombination besteht aus einer partiellen Regression u. Blockade der psychischen Entwicklung, unbewusste Schuldgefühle, die zwingend an Teile der Umwelt abgegeben werden müssen u. weiters aus unbewussten ähnlichen Neuinszenierungen der traumatischen Gehalte, die den Charakter von Wiederholungszwängen haben.
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These 6: Folgewirkungen aus traumatischem Erleben finden ihren primären Niederschlag in den individuellen Einstellungen zu gesellschaftlichen Belangen u. erst sekundär in zwischenmenschlichen- privaten Belangen.
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These 7: Wenn eine lebensgeschichtliche Gemeinsamkeit der verschiedenen Traumen gegeben ist, wird sie ihren stärksten Niederschlag mit den meisten Auswirkungen im unbewussten, irrationalen Anteil des öffentlichen Agierens finden.
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These 8: Gemeinsame Traumen u. deren Folgerungen werden sich zwangsläufig in allen Medien, die als Sprachrohre öffentlichen Ausdrucks gelten, in codierter, unbewusster Weise darstellen.
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These 9: Eine gewisse Oberflächlichkeit u. Beliebigkeit wie sie die Unterhaltungsangebote der Medien signalisieren, soll der schmerzhaften, schwer ertragbaren Bewusstmachung gemeinsamer Traumen u. der in Konsequenz entstehenden Notwendigkeit von Trauerarbeit entgegenwirken.
Die an anderer Stelle bereits erwähnte "fantasy analysis" zählt unter vielen anderen psychoanalytisch orientierten Ansätzen, zu jenen, die den Zugang zu den von Widerständen überdeckten Arealen suchen, um einer blinden Beherrschung derselbigen entgegenzuwirken. In Anbetracht der mannigfachen existentiellen Herausforderungen vor denen die Gesellschaft von heute steht, wird die Notwendigkeit von Trauerarbeit auf individueller als auch auf breiter kollektiver Ebene zu einem Überlebenssichernden Element: (vgl. Berghold 2002, 82ff)
"...unser aller tiefen, pathologischen Ängsten, Schuld- u. Beschämungsgefühlen, Wahnvorstellungen auf den Grund zu gehen, die uns daran hindern, eine tragfähige Kultur globaler Zusammengehörigkeit, Verantwortlichkeit und Solidarität zu verwirklichen." (Berghold 2002, 106)
" Das ethische Bewusstsein eines Individuums ist jener Teil seines gesamten Unbewußten, den er gemeinsam mit der Mehrzahl der Mitglieder seiner Kultur besitzt. Es setzt sich aus dem zusammen, was jede Generation, entsprechend den fundamentalen Anforderungen ihrer Kultur, selbst zu verdrängen lernt und dann ihrerseits die folgende Generation zu verdrängen zwingt. Es verändert sich ebenso wie die Kultur und wird ebenso wie diese durch eine Art >Unterweisung < überliefert... Jede Kultur gestattet gewissen Phantasien, Trieben und anderen Manifestationen des Psychischen den Zutritt und das Verweilen auf psychischem Niveau und verlangt, daß andere verdrängt werden. Dies ist der Grund, warum allen Mitgliedern ein und derselben Kultur eine gewisse Anzahl unbewusster Konflikte gemeinsam ist." (Devereux zit. in Erdheim 1982, 220)
Erdheim ersetzt bei der Version von Devereux, das von ihm als das "ethische Unbewusste" bezeichnete, zum Zwecke der besseren Differenzierbarkeit durch das "gesellschaftliche Unbewusste." Da seiner Ansicht nach das Ethische zu einer vorgetäuschten Homogenität führt, die den Dimensionen des Kulturwandels u. zugespitzten Machtkämpfen nicht gerecht wird.
Außerdem ergänzt er die Anführungen bzgl. Fantasien, Trieben u. anderen Manifestationen um die Dimension der Wahrnehmungen, stammend aus der äußeren Realität.
Das gesellschaftliche Unbewusste kann somit als der Ausschnitt des Unbewussten aufgefasst werden, den ein Mitglied einer Klasse, im Sinne eines Machtsystems, mit der Mitgliedermehrzahl gemein hat. All jenes, wodurch sich die Stabilität der Kultur gefährdet sieht, muss durch Unbewusstwerdung entschärft werden. Bildlich gesprochen wird das Unbewusste zu einem Auffangbehälter für all jenes, dass eine gesellschaftliche Veränderung gegen ihren Willen herbeiführen könnte.
Der von Freud als Primärprozess definierte Begriff spielt bei der Verbindung u. Trennung des Unbewussten die Hauptrolle, dabei werden Vorstellungen u. Fantasien, ohne mit Aggression od. Sexualität per se zu tun zu haben, mit deren Strebungen inklusive dazugehöriger Repräsentanzen verknüpft. (vgl. Erdheim 1982, 221)
Im Eigentlichen stellen Primärprozesse eine Fiktion dar u. doch haben sie ihre Berechtigung in der zeitlichen Vorrangstellung, denn Sekundärprozesse entwickeln sich erst im Laufe der Zeit, dadurch erfahren die primären Hemmung u. Überlappung. (vgl. Freud 1900, 609)
Das Nebeneinander von Primär- u. Sekundärprozessen darf man sich um Freuds Worte zu verwenden nicht als "friedlichen Grenzverkehr" (Freud 1936, 10) vorstellen, sondern als Akt des Unkenntlichmachens der Ursprungsinhalte u. verschobene Aufbereitung dergleichen. Es muss so lange angeglichen werden, bis sie den ethischen u. moralischen Ansprüchen der Realität entsprechen u. Aufnahme, in die, dem Vorbewussten zugeordneten Sekundärprozesse finden.
Erdheim bezeichnet die durch Aufbereitung der Sekundärprozesse veränderten aus den Primärprozessen stammenden Produkte, welche durch ihre Veränderung wieder bewusstseinsfähig wurden, als Fantasmen. Welche Auswirkungen Fantasmen auf unser Wirken haben, soll anhand geistiger Behinderung im nächsten Teil dargestellt werden.
Alles Neue, was nicht in den Akzeptanzbereich der jeweiligen Kultur gehört, ist unweigerlich mit Ängsten, Schuldgefühlen, Verunsicherungen verknüpft, die sich aufgrund der unbewussten Verbindungen ergeben. (vgl. Erdheim 1982, 221)
"Somit kann das, was die Stabilität einer Gesellschaft in Gefahr bringen könnte, nicht im eigentlichen Sinn zerstört, sondern nur bewusst gemacht werden, wobei die früheren Ängste, wie Wachhunde, diese Inhalte davon abhalten, als solche wieder ins Bewusstsein zu treten." (ebd.)
So bezeichnet Dietmut Niedecken die unbewussten, nicht nur auf individueller Ebene, sondern vielmehr gesellschaftlich organisierten Abwehrmechanismen, die in der sog. "Institution Geistigbehindertsein" hinterrücks gegen den bewussten Willen der Individuen ihren Niederschlag finden u. integrative Ansätze massiv gefährden, od. sogar zum Erliegen bringen. (vgl. Niedecken 6/99, 1)
"Der Anblick von Schädigung, von etwas, das sich fehl entwickelt hat, setzt eine erregte Verstörtheit bei solchen Betrachtern in Gang. Mitunter gibt es ein Abwenden, eine Angst u. eine Feindseligkeit, einen zuweilen ausgesprochenen Wunsch, dass solch ein Anblick vor dem Auge der Öffentlichkeit verborgen werden sollte; es gibt eine Angst, sich diese Schädigung einzufangen, oder Angst, erkennen zu müssen, dass so etwas überhaupt vorkommen kann." (Sinason 2000, 32)
Valerie Sinason ebenfalls Psychoanalytikerin an einer Klinik in London hat in dem von ihr verfassten Buch "Geistige Behinderung u. die Grundlagen menschlichen Seins" versucht, die Verbindungen zwischen Trauma, Verkrüppelung u. behindernden Prozessen aufzuzeigen. Sie benennt eindrücklich wie oft zu primärer Behinderung (od. Unfähigkeit) durch Prozesse, die im Dienste der Abwehr stehen, sekundäre Behinderung hinzukommt. (vgl. Sinason 2000, 11ff)
Maud Mannoni, eine französische Psychoanalytikerin macht darauf aufmerksam, dass wenn ein behinderter Mensch nicht ausgeschlossen wird, wird er um jeden Preis in die so genannte, von der Gesellschaft definierte Normalität integriert, ohne jemals danach zu fragen, welchen Sinn die Zurückgebliebenheit od. Andersartigkeit für den jeweiligen Menschen haben kann. Die Krankheit u. Behinderung erfährt dadurch den Charakter einer Institution. (vgl. Mannoni in Niedecken 2003, 17) Was Mannoni mit Institution meint, soll nachfolgendes Zitat verdeutlichen.
"Institutionen sind zu festen Regelsystemen verdinglichte hierarchische Interaktionsstrukturen, die nicht mehr in ihrer interaktiven Bedeutung gesehen werden, sondern sich vielmehr naturhaft unabänderlich darstellen." (ebd.)
Institution "Geistigbehindertsein" ist gekennzeichnet durch eine immanente Spaltung, die sich zwischen Euphorie u. Hoffnungslosigkeit bewegt u. deren Manifestation nicht primär auf individueller Ebene, sondern auf gesamtgesellschaftlicher Ebene stattfindet. Beispielhaft dafür ist das Nebeneinander von Institutionen, in denen einerseits das beklemmende Gefühl eines Ghettos durch massive Rückständigkeit aufkommt. Diesem Gefühl kann jedoch aufgrund seiner Bedrohlichkeit kein langer Aufenthalt gewährt werden; Totschweigen soll Entschärfung bringen, da es die Frage zwangsläufig aufwirft, ob diese Menschen überhaupt etwas vom Leben haben u. eine gedankliche Beförderung ins Jenseits nicht lange auf sich warten lässt. Andererseits die als überaus fortschrittlich geltenden Einrichtungen u. ambulanten Stellen, die im Gegensatz zu den depressiv anmutenden, rückständigen Großanstalten einladend wirken u. in denen rege Tätigkeit unter Einsatz von unzähligen Materialien, Experten u. neuesten Errungenschaften herrscht. Der Einsatz impliziert immer ein Bestreben, durch möglichst frühe, kompetente u. umfangreiche Förderung eine weitgehende Annäherung an die "Normalität" zu erreichen. Sie verkörpern einen hohen Erfolgszwang u. wenig bis gar keinen Platz für Misserfolge. Dadurch schließt sich der Kreis zwischen beiden Extremen, einerseits charakterisiert durch Hoffnung, ausgehend von fördernder Allmacht u. andrerseits durch Hoffnungslosigkeit genährt von verwahrender Ohnmacht. Beide gemeinsam schüren in Wahrheit die Angst der Betroffenen vor der Endstation im Abgeschoben od. Totgeschwiegen werden.
"Geistigbehinderte" sind bis heute vorwiegend Sache der Frauen bzw. der Mütter. Diese erleben sich bis heute bei der Geburt eines behinderten Kindes in erster Linie als Versagerinnen u. Schuldtragende, immer noch gerne wird ihnen diese Rolle von den Männern, jedoch nicht nur von ihnen, sondern von der gesamten Gesellschaft überlassen u. förmlich aufgebürdet. Die Frau, die selbst jahrhunderte lang "geistig behindert" wurde, hat gelernt, dass sie eine Legitimation zum Dasein, in der sich durch Leistung auszeichnenden Gesellschaft braucht u. diese in erster Linie durch die Geburt von leistungstauglichen Söhnen erfährt. Durch die Geburt eines nicht leistungsfähigen Kindes, stellt sich keine Daseinsberechtigung bei der Mutter ein, sondern das Gefühl des Versagens u. der Schuld. Das Kind als Grund ihrer Schuld muss verborgen od. besser noch beseitigt werden.
Betroffene Eltern haben oft aufgrund des Diagnoseschocks reale Todeswünsche gegenüber ihren behinderten Kindern. Diese dürfen jedoch nicht als individuelle Verwerflichkeit abgetan werden, sondern als zwangsläufiger Reflex auf das gesellschaftliche Fantasma gewertet werden. Dieses Fantasma nährt sich aus einem Abschieben ungeheuerlicher Kollektivschuld an einzelne und stellt somit wohl den wesentlichsten Punkt in der Haltung gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung u. speziell, deren Mütter dar. (vgl. Niedecken 2003, 14ff)
"So gründet also die Institution >>Geistigbehindertsein<< auf der Abschiebung kollektiver Tötungstendenzen auf einzelne. Solche Tendenzen manifestieren sich heute nicht mehr wie vor 45 Jahren. Eher ließe sich wohl von Seelenmord sprechen." (ebd.)
Allzu gern unterstellen wir den behinderten Kindern, den innigen Wunsch nach weniger od. gar keiner Behinderung, bevor der Wunsch im Stigmatisierungsprozess förmlich aufgedrängt wird.
Der bereits zitierte Fredi Saal bestätigt dies als Betroffener, indem er sagt, dass niemand auf die Idee kommt, dass seine spastische Lähmung von ihm nicht als Übel empfunden wird u. er deshalb auch nicht rehabilitiert werden muss. (vgl. Saal in Niedecken 2003, 19)
Geistig behinderten Menschen bleibt diese offenkundige Darstellung ihrer subjektiven Sachlage weitgehend verwehrt. Verwehrt bleibt ihnen meist auch der Hinweis darauf, dass wir, auch wenn wir es noch so sehr glauben, uns nicht mit dem behinderten Kind u. seinem durch die Behinderung bevorstehenden gesellschaftsgeprägten Leiden solidarisieren, sondern viel mehr mit der Gesellschaft u. ihren hervorgebrachten Normen. Mannoni verdeutlicht unsere unreflektierte Bereitschaft uns den gesellschaftlichen Normen gegen geistige Behinderung anzuschließen, aus der Angst, die diese Menschen bei uns auslösen mit nachfolgendem Zitat. (vgl. Niedecken 2003, 14ff)
"Das Agieren der Behandelnden ist in jeder Hinsicht defensiver Natur. (...) So haben Reedukation, Beratung und jede Art von Fürsorge erst einmal die Aufgabe, die Angst des Pflegepersonals zu verdecken." (Mannoni zit. in Niedecken 2003, 20)
Die Angst des Pflegepersonals kann nur stellvertretend für unser aller Angst gemeint sein. Offensichtlich geht es in erster Linie um die Angst, selbst durch die Auseinandersetzung mit (in der Gesellschaft, wenn nicht explizit, dann zumindest implizit) deklarierten "Versagern" selbst zum "Versager" degradiert zu werden. Wenn die Rede von "diesen Menschen" ist, dann wohl nicht zuletzt deswegen, weil große Angst besteht, ihnen zugerechnet zu werden. Die Betonung auf "diese" schafft Distanz u. den Hinweis auf vorhandene Unterschiede, denn "diesen" u. uns ist nur der menschliche Ursprung, darüber hinaus nichts gemein. Das Verhältnis zu geistig Behinderten ist gekennzeichnet durch die Hervorhebung des Andersseins. (vgl. ebd.)
Warum uns die klare Trennung zwischen "ihnen" und "uns" für unsere Psyche so wichtig ist, soll in der Funktion der Institution "Geistigbehindertsein" im nächsten Teil erläutert werden.
Geistig behinderte Menschen werden oft mit Unbändigkeit, Triebhaftigkeit, Maßlosigkeit, Spontaneität etc. in Verbindung gebracht. Sie lassen all das zu, was wir im Zuge der Sozialisierung gelernt haben zu verbergen u. anzupassen. Einerseits rütteln sie dadurch an unseren kindlichen u. triebgeleiteten Sehnsüchten, die längst verdrängt werden mussten, andrerseits fungieren sie als Schreckbild dessen, was wir bei Annäherung an die verborgenen Sehnsüchte in uns als Strafe fürchten, nämlich Ohnmächtigkeit u. Abhängigkeit. (vgl. Niedecken 2003, 22)
"So lassen wir uns von ihnen nicht gerne an eigene, unerfüllt auf der Strecke gebliebene Kindersehnsüchte erinnern und müssen uns vor >>Ansteckung<< mit aussondernden oder rehabilitierenden Abwehren schützen." (Niedecken 2003, 22)
Demzufolge ist es uns nicht gelungen die Sehnsucht nach Liebe, die keine Bedingungen stellt, nach unmittelbarer Trieberfüllung u. sicherem Gehaltensein, wie wir es vermutlich in unseren Kindheitstagen erlebt haben, vollkommen aufzugeben. In geistig behinderten Menschen begegnet uns das vergessene Menschliche in uns. Sie sind aber zugleich Mahnmal für das, was wir als Strafe fürchten, wenn wir uns den triebhaften bedingungslosen Sehnsüchten in uns hingeben. Somit ist die mahnende Aufforderung, kindliche Sehnsüchte u. Triebwünsche endgültig hinter uns zulassen, wohl die erste Funktion die, die Institution "Geistigbehindertsein" zu erfüllen hat.
Damit wir durch sie nicht die permanente Konfrontation mit dem Aufzugebenden in uns erfahren, versuchen wir sie um jeden Preis an unsere genormte Realität anzupassen, womit wir auch schon bei der zweiten Funktion wären. All das, was wir an uns selber nicht mehr wahrhaben dürfen, nicht ausleben dürfen, nehmen wir an ihnen wahr, jedoch als Versagen, als Defizit, als Störung, die nach unserer Behandlung verlangt.
Der Umgang mit ihnen ist allerdings nur eine Wiederholung des eigenen Abwehrkampfes, der, wenn er nach außen verlegt wird weniger schmerzhaft ist. Der Austragungsort außerhalb ist weniger gefährlich für das unreflektierte Fortbestehen all dessen, an dem wir leiden u. das nach Absicherung verlangt.
Unbewusste Konflikte u. Traumata, die aus unserer Kindheit herrühren, werden durch bestimmte Auslöser in unserer Umwelt dazu veranlasst sich stets aufs Neue in Szene zu setzen. Unbewusste Gefühle u. Sehnsüchte werden somit von uns auf andere übertragen, die in der Regel mit ebenfalls unbewusster Gegenübertragung darauf eingehen, daraus ergibt sich ein Kreislauf zw. Übertragung u. Gegenübertragung. Aussichtslos erscheint ein Durchbrechen des Kreislaufes wenn die Gegenübertragung institutionell im Rollenverhalten fixiert ist, wie es bei der Institution "Geistigbehindertsein" zuhauf der Fall ist. Beispiele für institutionelle Gegenübertragung sind Diagnosestellung, Betreuung, Förderung, Therapie etc. sie alle bieten Rollenmuster, die genau dazu führen, dass die Institution "Geistigbehindertsein" als unabänderliche, naturgegebene Tatsache erscheint u. nicht weiter hinterfragt werden muss.
Niedecken versteht institutionelle Gegenübertragung als die Summe von Reaktionsmuster, die die Institution festlegt, als Entgegnung auf das Unvollkommene, nicht Übereinstimmende, schwer fass- u. integrierbare derer, die nicht in den Normenraster passen.
Diese Entgegnungen schlagen sich in der Interaktion nieder und beschädigen diese, was wiederum mit Unbewusstheit einhergeht.
Da niemand geistig behindert geboren wird, sondern viel mehr durch die beschädigten Interaktionsformen geistig behindert wird, ohne dabei die organischen Gegebenheiten verleugnen zu wollen, liegt die nachhaltige Beteiligung der institutionellen Übertragung auf der Hand. Institutionen implizieren immer ein gewisses Machtpotential, welches in Konsequenz zur schnelleren Internalisierung der im Grunde beschädigten Interaktionsformen führt. Eltern u. noch mehr Mütter sind der Macht der Institutionen oft hilflos ausgeliefert, was wiederum dazu führt, dass sie zu Überbringern der institutionellen Übertragung werden ohne es zu merken u. so zum Adressat von gesellschaftlichen Mordtendenzen werden, was sich in Folge mit absoluter Nachhaltigkeit auf die Interaktion zw. Kind u. Bezugspersonen auswirkt. (vgl. Niedecken 2003, 22ff)
"Die Diagnose, die gesellschaftlichen Fantasmen vom >>Geistigbehindertsein<<, sowie die institutionalisierten Techniken der Rehabilitation und Integration spielen die Rolle von Organisatoren der Institution >>Geistigbehindertsein<<"(ebd.)
Inhaltsverzeichnis
- 9.1 Ziel der Erhebung
- 9.2 Die Durchführung der Erhebung
- 9.3 Erhebungsmethode
- 9.4 Die Auswahl der Interviewpartner
- 9.5 Schematische Darstellung der Interviewpartner
- 9.6 Durchführung der Befragungen
- 9.7 Allgemeine Vorbemerkungen zum Interview
- 9.8 Der Intervieweinstieg
- 9.9 Die Erzählung
- 9.10 Der Schluss
Die erhobenen Daten sollen Aufschluss über die Kernthemen aus der Sicht der direkt involvierten Personen hinsichtlich schulischer Integration liefern. Sie stellen die Basis für die Erlangung der formulierten Erhebungsziele unter Berücksichtigung abgestimmter Zugänge dar.
Erfahrungsgeprägte Daten gewonnen aus Interviews, einerseits von betroffenen Eltern u. andrerseits von integrationserfahrenen Lehrern sollen Aufschluss über die Bandbreite der beteiligten Facetten u. Aspekte an der schulischen Integration liefern. Anhand der erhobenen Daten sollen mögliche Rückschlüsse auf explizite u. implizite Hemmnisse erfolgen. Die extrahierten Hemmnisse sollen mittels psychoanalytischen Blicks gedeutet werden, bzw. Übereinstimmungen zu bereits in diesem Zusammenhang postulierten Hypothesen von namhaften Psychoanalytikern gesucht werden. Das Erhebungsziel soll über das Reduzieren, Generalisieren u. Kategorisieren der transkribierten Daten erreicht werden. Die Erhebungsergebnisse sollen in weiterer Folge einer Expertenreflexion mit Fr. Dr. Niedecken unterzogen werden.
Für die Durchführung der oben genannten Zielstellung war es wichtig eine Methode zu wählen, die es den ausgewählten Interviewpartnern erlaubt ohne vorgegebene Schwerpunktsetzung, die persönlichen Erfahrungen u. Sichtweisen offen zu schildern. Dazu schien mir die Durchführung von Interviews am besten geeignet, zumal diese Datenerhebungsmethode eine geeignete Basis für die Generierung von Hypothesen darstellt. Außerdem kann man davon ausgehen, dass durch die gezielte Auswahl der Interviewpartner gewährleistet wird, dass die erhebungsrelevanten Elemente im subjektiven Erleben der Befragten repräsentiert ist u. dadurch der kognitive Aufwand für die Wiedergabe zumutbar erscheint. (vgl. Bortz 1995, 232f)
Zur Durchführung der Datenerhebung schreibt Lamnek, dass sich der Forscher möglichst offen d.h. ohne konkrete Hypothesen u. Kategorienvorstellungen dem Untersuchungsfeld nähern soll, um so möglichst neutral die entgegengebrachten Datenangebote auf sich wirken lassen zu können um erst in weiterer Folge nötige Systematisierungen bzgl. Durchführung vorzunehmen. (vgl. Lamnek 1988, 112)
Aufgrund der Relevanz des gewählten Untersuchungsfeldes in der Praxis, bestehen bereits Hypothesenvorannahmen, die einen völlig neutralen Zugang einschränken. Durch das Existenzbewusstsein von angenommenen Hypothesen fällt es jedoch leichter, sich davon auch zu distanzieren. Auf weitgehend neutrale Haltung wird bei der Durchführung aufgrund der Vorannahmen besonders zu achten sein. Zu diesem Zweck sind am Beginn nur 3 Interviews geplant, die Aufschluss über die weitere Interviewführung hinsichtlich nötiger Veränderungen u. sinnvoller Interviewanzahl geben sollen.
Aufgrund der vielen zur Auswahl stehenden Interviewtechniken für die Erhebung von verbalen Daten, musste ein geeignetes Auswahlverfahren getroffen werden. Bortz schlägt zur Differenzierung die Beachtung von sechs Dimensionen vor. (vgl. Bortz 1995, 284)
Realitätsbezug (Da die erhobenen Daten Erfahrungswerte, Sichtweisen, Beobachtungen aus dem Leben der Interviewpartner sind, kann auf einen hohen Realitätsbezug geschlossen werden.)
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Zeitdimension (Die Datenerhebung soll den Interviewpartnern die Möglichkeit bieten sowohl Erlebtes aus der Vergangenheit als auch Perspektiven für die Zukunft einbringen zu können.)
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Reichweite (Diese ist primär von der Erfahrung bzw. von der Dauer der jeweiligen Rollenbekleidung u. vom Alter der Interviewpartner abhängig.)
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Komplexität (Da nicht direktiv in das Interviewgeschehen eingegriffen wird, muss von einer individuellen Komplexität der Beschreibungen ausgegangen werden.)
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Gewissheit (Sie wird vornehmlich durch erlebte Fakten u. Beobachtungen geprägt sein u. zu einem geringeren Teil aus daraus abgeleiteten Vermutungen.)
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Strukturierungsgrad (Im Hinblick auf die Zielstellung der Arbeit ist es besonders wichtig keine direktive Strukturierung vorzunehmen. Die Interviewpartner sollen ihre Assoziationen hinsichtlich der vorgegebenen Thematik frei u. offen erzählen können ohne Lenkungsversuche des Interviewers. Dieser soll lediglich fallweise Verständnisfragen stellen u. auf einen "roten Faden" bei der Durchführung achten.)
In Anbetracht der sechs Dimensionen schien mir das narrative Interview als geeignetes Mittel der Wahl. Fritz Schütze, ein Bielefelder Soziologe, war maßgeblich an der Entwicklung dieser Interviewart beteiligt. Der Verzicht auf standardisierte Fragen soll den Interviewpartner zum freien Erzählen anregen. Die Grundidee dahinter ist die, dass sich durch das freie Erzählen über bestimmte Ereignisse, dahinter liegende, subjektive Bedeutungsstrukturen extrahieren lassen, die sich jedoch einem systematischen Abfragen verschließen würden.
"Das narrative Interview ist ein sozialwissenschaftliches Erhebungsverfahren, welches den Informanten zu einer umfassenden u. detaillierten Stegreiferzählungen persönlicher Ereignisverwicklungen u. entsprechender Erlebnisse im vorgegebenen Themenbereich veranlasst."(Schütze zit. in Heinze 2000, 94)
Die Interviewpartner werden aufgefordert, in Anlehnung an das Thema bedeutende Geschichten aus ihrem Leben preiszugeben. Der Interviewer verharrt dabei in seiner aufmerksamen jedoch nicht eingreifenden Rolle, außer es kommt zu großen Themenabweichungen, die eine Zurückführung zum Ausgangsthema verlangen. (vgl. Mayring 1995, 50)
In Anbetracht der Zielformulierung lag es für die Interviewerin nahe, betroffene Eltern u. in der Integration eingesetzte Lehrer zu interviewen. Wichtig war, dass es Eltern u. Lehrer aus dem städtischen als auch ländlichen Bereich Tirols waren u. dass eine gewisse Geschlechteraufteilung gegeben war. Nicht in die Erhebung aufgenommen wurden Eltern, die aufgrund einer anderen Herkunft mit der Situation in Österreich bzgl. schulischer Integration noch nicht so vertraut sind. Bei einem Interviewpartner u. zwei Interviewpartnerinnen waren beide Rollen in einer Person vereint, wobei sich die Interviewpartnerinnen primär in der Mutterrolle Gehör verschaffen wollten u. die Lehrerinnenrolle dabei kaum eine Rolle spielte. Der Interviewpartner hat versucht aus beiden Rollen heraus Stellung zu beziehen. Bei zwei Interviews haben sich beide Eltern dazu bereiterklärt. Einer der interviewten Väter ist außerdem noch in einer Integrationsberatungsstelle tätig u. konnte dadurch die Erfahrungen vieler anderer Eltern mit einbringen. Bei der Auswahl wurde auf eine gewisse Bandbreite an Behinderungen bzw. Behinderungsgraden geachtet, wobei dies kaum eine objektive Relevanz hat, da Zuschreibungen diesbezüglich anhand subjektiver Maßstäbe gemacht werden. Der Interviewerin war es wichtig nicht nur Interviews mit Eltern zu führen, deren Kinder als lernbehindert gelten, sondern auch Zuschreibungen in Richtung schwere od. mehrfach- bzw. kombinierte Behinderungen mit zu berücksichtigen. Bei Lehrern erwies sich dieser Anspruch als etwas schwieriger, da die größte Anzahl der Integrationskinder als lernbehindert gilt. So genannte schwer behinderte Kinder sind kaum in Integrationsklassen, sondern vornehmlich in Sonderschulen zu finden. Alle der Interviewpartner verfügen über mehrjährige Erfahrungen mit schulischer Integration.
Abbildung 3: Schematische Darstellung der Interviewpartner
∗ = Kinder die als "schwerbehindert" gelten.
∇ = Kinder die als "lernbehindert" gelten.
= Kinder die aufgrund inadäquater Rahmenbedingungen aus der Integration in die ASO gedrängt wurden.
14 Interviews schienen für die Zielstellung der Arbeit entsprechend zu sein, diese wurden im Zeitraum von April bis Juli 2004 durchgeführt, die Dauer betrug durchschnittlich 2 Stunden. Mit Einverständnis der Interviewpartner wurden die Interviews mit Tonband aufgenommen. 11 Interviews fanden in den Wohnungen der Interinterviewpartner statt, ein Interview in einer Schule u. eines an einem neutralen Ort. Die Durchführung fand in Anlehnung an das Ablaufschema des narrativen Interviews nach Hugl statt.
Abbildung 4: Ablaufschema narratives Interview (vgl. Hugl 1995, 56)
Hier wurde darauf geachtet durch gegenseitiges Vorstellen u. ein wenig "small Talk" für eine entspannte Atmosphäre zu sorgen. Weiters wurden folgende Themen angesprochen:
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Es wurde darauf hingewiesen, dass die Informationen zur Gänze streng vertraulich behandelt werden u. selbstverständlich dem Datenschutz unterliegen. Dem Großteil der Interviewpartner war dies kein großes Anliegen, da sie gerade deshalb das Interview gaben, um sich bei einer möglichst großen Menge mit ihren Anliegen Gehör zu verschaffen.
-
Den Interviewpartnern wurde auch der Zweck der Datenerhebung genannt, es wurde jedoch, um die Schwerpunktsetzung nicht vorwegzunehmen, auf die Erwähnung verzichtet, dass der Inhalt zur Extraktion von eventuellen Hemmnissen dienen soll.
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Es wurde auch darauf hingewiesen, dass es hinsichtlich der Erzählungen kein richtig od. falsch, vollständig od. unvollständig geben kann.
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Relevanz haben alle Erfahrungen, Beobachtungen u. Sichtweisen etc., die den Interviewpartner bzgl. der Thematik einfallen.
Die Interviewerin legte bereits beim Einstieg auf größtmögliche Offenheit wert, distanzierte sich deshalb von der Formulierung einer Einstiegsfrage u. ersetzte diese durch eine Erhebungseinleitung, die wie folgt formuliert wurde:
Während der Erzählung hielt sich die Interviewerin im Hintergrund, selbst dann wenn Pausen entstanden. Die Aktivität der Interviewerin beschränkte sich lediglich darauf der Erzählung aufmerksam zu folgen u. dem Interviewpartner das Gewahr sein durch Kopfnicken u. knappen verbalen Äußerungen wie ja od. mhm zu bekunden. Gelegentlich verloren die Interviewpartner den Faden, dann bestand die Aufgabe darin ihn wieder aufzugreifen.
Inhaltsverzeichnis
Die anschließende Abbildung soll die einzelnen Schritte, verdeutlichen nach denen die verbalen Daten verarbeitet wurden. Im nächsten Teil soll ausführlicher darauf eingegangen werden.
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Experten interviewen |
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Transkription der Interviews |
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Originaltext paraphrasieren |
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Reduktionen formulieren |
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Reduktionen gruppieren: Zusammenfassen nach festgelegten inhaltlichen Kriterien |
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Merkmale finden: für die Gruppen von Reduktionen |
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Kategorisieren der Merkmale: Die Merkmale nach inhaltlichen Kriterien zusammenfassen u. Überbegriffe dafür finden. |
Dieser Teil der Arbeit soll dazu dienen die einzelnen Arbeitsschritte nach denen vorgegangen wurde so präzise wie möglich zu beschreiben, um dem Leser ein möglichst transparentes Bild der Vorgangsweise anzubieten.
Mit dieser Erhebung wird versucht ein Stück Realität, das sich in den gemachten Erfahrungen u. Beobachtungen widerspiegelt, zu erfassen u. zu analysieren. Deshalb kommt bereits der exakten Transkription der verbalen Daten eine wesentliche Bedeutung zu. Mayring postuliert in diesem Zusammenhang, dass die Erhebung durch unexaktes Arbeiten an dieser Stelle vollkommen entwertet werden kann. Die Weichen für eine qualitative Arbeit werden demnach bereits bei der Transkriptionsvorgehensweise gestellt. (vgl. Mayring 1990, 60) Ursprünglich ging die Verfasserin davon aus, ihrer Fragestellung durch tiefenhermeneutische Auswertung am ehesten gerecht werden zu können, diese setzt die absolute Ursprungsform der Daten, Idealerweise in auditiver u. visueller Form voraus. Da die wörtliche Transkription die einzige Form ist, die die Daten ihrer Ursprungsform am ähnlichsten wiederzugeben vermag, hat sich die Verfasserin für diese Variante entschlossen. Die verbalen Daten wurden also 1:1 in Standardsprache zu Papier gebracht, einige Mundartausdrücke wurden original übernommen, da keine entsprechenden Standardausdrücke gefunden werden konnten. Nach eingehender Auseinandersetzung mit tiefenhermeneutischen Zugängen wurde jedoch klar, dass der Verfasserin die nötigen Voraussetzungen wie Expertenreflexionsgruppen u. vertiefte psychoanalytische Kenntnisse u. Erfahrungen zur erfolgreichen Umsetzung fehlten. Die wörtlichen Transkriptionen, die einen Umfang von 270 Seiten erreichten, wurden in weiterer Folge einer qualitativen Inhaltsanalyse unterzogen.
Die Auswertung der transkribierten Daten erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring. Ihr Ziel ist die Bereitstellung einer Methodik zur systematischen Interpretation, der in jeder Inhaltsanalyse implizierten qualitativen Bestandteile. Durch Einhaltung systematischer Analyseschritte u. Regeln soll eine gewisse Überprüfbarkeit gewährleistet werden. Die Bezeichnung qualitative Inhaltsanalyse soll lediglich auf den
Schwerpunkt der Methodik hinweisen; damit ist nicht der Ausschluss quantitativer Elemente gemeint. Drei speziell entwickelte Varianten der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring stehen zur Auswahl. (vgl. Hugl 1995, 98f)
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Die Zusammenfassung
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Die Explikation
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Die Strukturierung
Die Auswertung dieser Arbeit basiert auf den Grundlagen der zusammenfassenden Inhaltsanalyse, die Mayring wie folgt beschreibt:
"Ziel der Analyse ist es, das Material so zu reduzieren, dass die wesentlichen Inhalte erhalten bleiben, durch Abstraktion einen überschaubaren Corpus zu schaffen, der immer noch Abbild des Grundmaterials ist." (Mayring 1995, 54)
Bei der systematisch zusammenfassenden Inhaltsanalyse wird das Allgemeinheitsniveau des Materials vereinheitlicht u. schrittweise höher gesetzt. Diese Technik sollte bereits in der Aufbereitungsfase eine erste Reduktion der Materialfülle zulassen. (vgl. Mayring 1995, 68)
Die zusammenfassende Inhaltsanalyse fußt auf dem Grundprinzip der genauen Definition des angestrebten Abstraktionsniveaus, auf das die Daten anhand reduktiver Prozesse gebracht werden sollen. Das Abstraktionsniveau wird mittels Zusammenfassung somit immer höher gesetzt. (vgl. Hugl 1995, 112)
Die Absicht dieses Abschnitts ist die Extrahierung aller inhaltstragenden Elemente, die für die Zielerreichung von Relevanz sind.
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Alle Passagen in denen Lehrer od. Eltern explizite od. implizite Hemmnisse hinsichtlich schulischer Integration äußern.
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Alle Passagen in denen Lehrer od. Eltern zu gegenseitigen Erwartungen u. Vorstellungen u. Grenzen bzgl. Integration Stellung beziehen.
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Alle Passagen in denen Lehrer od. Eltern beschreiben, welche Hürden im Integrationsprozess zu überwinden sind u. waren.
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Alle Passagen, die Aufschluss über den Umgang mit Behinderung, im Besonderen mit schwerer Behinderung geben.
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Alle Passagen, die explizit od. implizit Aussagen über Ängste, Menschenbilder u. Bilder im Umgang mit Behinderung beinhalten.
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Alle Passagen, die Äußerungen bzgl. Bewältigungsstrategien im Integrationsprozess von Lehrern u. Eltern beinhalten.
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Alle Passagen, die Veränderungswünsche, Zukunftsvisionen hinsichtlich schulischer Integration von Eltern u. Lehrern beinhalten.
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Alle Passagen, die Aufschluss über die Wertigkeit von in der Integration tätigen Lehrern im Kollegium u. von betroffenen Eltern im Elternplenum beinhalten.
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Alle Passagen, die Argumente für u. gegen Integration liefern.
Anhand dieser Analysekriterien wurde das Datenmaterial paraphrasiert, generalisiert u. reduziert. Nachdem es bei großen Datenmengen nach Mayring legitim ist, wurde der Schritt der Generalisierung in weiterer Folge nicht eigens ausgeführt, sondern mit dem Schritt des Paraphrasierens u. Reduzierens abgedeckt. Das Ergebnis aus 14 Interviews waren anhand der beschriebenen Analyse 1677 gebildete Reduktionen.
Durch die nachstehende Darstellung soll der durchgeführte Prozess verdeutlicht werden.
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Originaltext |
Paraphrase |
Reduktion |
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Ganz generell kann man sagen, dass es diese gesetzliche Regelung, die es seit 93 zwar gibt u. gut ausschaut, die Eltern das Wahlrecht zwischen ASO u. I. haben. Praktisch ist es so, dass es von selber überhaupt nicht funktioniert, also, dass es zwar Glücksfälle gibt, wo es anders ist. |
Seit 93 generelles theoretisches I.- Wahlrecht für Eltern, praktisch jedoch vom Glück abhängig. |
I. abhängig vom Glück, gesetzliches Recht kein Garant. |
Inhaltsverzeichnis
- 11.1 Prinzipielles zur Bildung eines Kategoriensystems
- 11.2 Definition des Merkmalbegriffs
- 11.3 Definition des Kategorienbegriffs
- 11.4 Kriterien der Gruppenbildung
- 11.5 Gruppierte Reduktionen
- 11.6 Zusammenfassung der Reduktionsinhalte
- 11.7 Komprimierte Darstellung der Ergebnisse
- 11.8 Interpretierte Ergebnisse den Ebenen zugeordnet
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Interview Nr. |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
11 |
12 |
13 |
14 |
|
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Anzahl der Reduktionen |
116 |
116 |
116 |
96 |
71 |
133 |
175 |
92 |
147 |
173 |
92 |
134 |
84 |
132 |
1677 |
Der folgende Abschnitt dient nun dazu, die gewonnen Reduktionen in Form von sog. Merkmalen zu gruppieren u. in weiterer Folge klar von einander abgegrenzt zu kategorisieren.
Basierend auf der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring bildet ein Kategoriensystem den Kern, der festlegt, welche Texteigenschaften durch Auszählen quantifiziert werden sollen.
Nach Bortz haben sich Versuche, allgemeingültige Kategorien zu erstellen, die für die Verschlüsselung beliebiger Texte geeignet sind, als wenig fruchtbar erwiesen. Sein Zugang verlangt auf Fragestellung u. Untersuchungsmaterial angepasste Kategoriensysteme.
Grundsätzlich stehen für die Auswertung verbaler Daten zwei Verfahrensweisen zur Auswahl. Entweder man geht deduktiv, d.h. theoriegeleitet vor, indem man ein ausgearbeitetes Kategoriensystem, an das Untersuchungsmaterial heranträgt od. induktiv verfährt, indem man das Material zuerst sichtet u. dann in weiterer Folge geeignete Kategorien bildet, die zusammenfassende Bedeutungseinheiten darstellen sollen. (vgl. Bortz 1995, 141)
Bei dieser Arbeit wurde auf beide Zugänge zurückgegriffen, die Generierung der Merkmale erfolgte induktiv u. die Bildung von Kategorien deduktiv.
Bevor die weitere Vorgangsweise beschrieben wird, soll im Vorfeld der Merkmal- u. Kategorienbegriff im Kontext dieser Arbeit erläutert werden.
Der Begriff Merkmal wird in dieser Erhebung für die Beschreibung von gruppierten Reduktionen verwendet, die anhand inhaltlicher Kriterien gebildet werden. Inhaltliche Kriterien sind Themen u. Bereichen, die aus den Reduktionen hervorgehen. In dieser Erhebung wurde bei diesem Schritt induktiv vorgegangen, d.h. die Basis für die weitere Verarbeitung stellen ausschließlich aus dem Material gewonnene Datenextraktionen dar.
Die erhobenen Merkmale werden erneut nach inhaltsimmanenten Themen u. Bereichen zusammengefasst. Der die Gruppe von Merkmalen charakterisierende Überbegriff wird in weiterer Folge als Kategorie bezeichnet.
Die Kernaussagen aus den 1677 gewonnen Reduktionen wurden nach Themen u. Bereichen sortiert u. in inhaltliche Gruppen zusammengefasst. Die Merkmale waren am Beginn der Auswertung noch keine feststehende Größe, sondern entwickelten sich parallel zu den Reduktionen. Die Bildung von Gruppen hatte Prozesscharakter, bei dem fortwährend Merkmale für Reduktionsgruppen gewonnen u. teilweise verworfen, bzw. durch neue ersetzt wurden. Der Prozess dauerte solange an, bis alle Reduktionen in eine durch ein Merkmal repräsentierte Gruppe passten.
Merkmal 1: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die darauf hinweisen, dass schulische Integration trotz Recht kein Selbstverständnis ist, sondern Kampf, Glück u. Erfüllung diverser Kriterien voraussetzt u. keine Rückschlüsse auf Durchführungsqualität zulässt.
(Verwendete Abkürzungen siehe Anhang)
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1. |
1 |
11/2 Eltern am Land von Integrationsbereitschaft der Kindergärtnerin bei Kindern mit Wahrnehmungsproblemen abhängig. |
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2. |
1 |
11/59 Hauptschulintegration für Eltern angstbesetzt. |
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3. |
1 |
4/60 Integration funktioniert nur mit intensiver Unterstützung der Kinder durch die Eltern. |
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4. |
1 |
4/62 Eltern fürchten nach jahrelanger Integration noch die Versetzung der Kinder in die Sonderschule, bei Wegfall ihrer Unterstützung. |
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5. |
1 |
4/118 Kinder, die man in der Integration nicht haben will, werden ohne Kampf der Eltern zum Fall für die Sonderschule. |
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6. |
1 |
4/170 Ohne Kampf der Eltern geht gar nichts. |
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7. |
1 |
4/171 Um Details müssen Eltern in der Integration immer kämpfen. |
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8. |
1 |
4/273 Wenn Eltern sich nicht einsetzen landen Kinder in der Sonderschule. |
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9. |
1 |
4/341 Funktionieren von Integration großteils vom Glück abhängig. |
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10. |
1 |
4/355 Informelle Kontakte häufig integrationsfördernd. |
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11. |
1 |
4/356 Kämpfergeist u. informelle Kontakte erleichtern Integration. |
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12. |
1 |
8/6 Für Eltern impliziert Integration intensiven Einsatz u. Kampf. |
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13. |
1 |
8/35 Große Ängste vor Hauptschulintegration hält Eltern nach Volksschulintegration davon ab. |
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14. |
1 |
8/56 Eltern müssen sich um Integration kümmern, von allein geht gar nichts. |
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15. |
1 |
8/87 Integrations- Unwillen vieler Lehrer macht I.- Recht der Eltern total wichtig. |
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16. |
1 |
8/88 Freiwillig machen Lehrer nicht mehr Arbeit daher I.- Recht der Eltern wichtig. |
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17. |
1 |
8/89 Durchsetzung der Eltern durch I.- Recht erleichtert. |
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18. |
1 |
8/130 Adäquate I. verlangt Eltern hohen Infostand u. Durchsetzungsvermögen ab. |
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19. |
1 |
8/160 Funktionierende I. für Eltern ein Privileg. |
|
20. |
1 |
8/162 Trotz Rechtsanspruch Privileg für Eltern wenn K. in I.- Klasse darf. |
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21. |
1 |
8/178 Eltern brauchen bei I.- Forderungen starkes Selbstbewusstsein. |
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22. |
1 |
9/92 I. für Eltern klar mit Kampf verbunden. |
|
23. |
1 |
9/176 I. anfangs nur von sehr hartnäckigen Eltern durchgekämpft. |
|
24. |
1 |
9/315-316 Integrationserfolge implizieren harte Arbeit aller Beteiligten. |
|
25. |
1 |
9/344 I. funktioniert nur wenn Eltern intensiv mitarbeiten. |
|
26. |
1 |
9/348 Optimale I. setzt aktive Eltern voraus. |
|
27. |
1 |
9/356 Sobald sich Eltern aus dem I.- Prozess zurücknehmen, ist er in Gefahr. |
|
28. |
1 |
6/15 Wenn Kraft u. Mut zum Kämpfen fehlt, K. in ASO. |
|
29. |
1 |
6/16 I. ist nichts Natürliches, es muss erkämpft werden. |
|
30. |
1 |
6/16 Gelingen von I. von diversesten Faktoren abhängig. |
|
31. |
1 |
6/20 Sonderkindergärtnerin stellt klar, dass sie bestimmt ob I. u. kein anderer. |
|
32. |
1 |
6/82-83 Eltern, die I. wollen erwartet intensive Auseinandersetzung. |
|
33. |
1 |
6/84 Eltern müssen für I. kämpfen. |
|
34. |
1 |
6/96 I.- Kampf nur für Eltern mit innerer Stärke u. Festigkeit durchzustehen. |
|
35. |
1 |
6/96 Fehlende Kampferkraft der Eltern nimmt Chance auf I. |
|
36. |
1 |
6/100 Ohne Kampf geht I. nicht. |
|
37. |
1 |
6/102 I. impliziert Kampf, der nicht allen möglich ist. |
|
38. |
1 |
6/105 I. trotz langer Praxis kein Selbstverständnis. |
|
39. |
1 |
6/457 Eltern müssen für nötige I.- Infos viel Zeit u. Energie aufbringen. |
|
40. |
1 |
6/468 Eltern einziger Triebmotor in der I. |
|
41. |
1 |
6/469 Ohne Engagement der Eltern geht gar nichts. |
|
42. |
1 |
6/516 HS- I. für Eltern sehr angstbesetzt. |
|
43. |
1 |
1/23 I. läuft nur durch Kampf. |
|
44. |
1 |
1/125 Eltern müssen für I.- Platz im Kindergarten kämpfen. |
|
45. |
1 |
1/280 Eltern von behinderten Kindern müssen wahnsinnig kämpfen. |
|
46. |
1 |
1/415 I. ist personenabhängig ohne Wille nützt auch Gesetz nichts. |
|
47. |
1 |
1/479 I. von vielen Faktoren abhängig, primär vom Glück. |
|
48. |
1 |
13/105 Gesicherte I.- Kindergarten- Finanzierung von Eltern erkämpft. |
|
49. |
1 |
13/572 Radikale Forderer treiben I.- Entwicklung voran. |
|
50. |
1 |
13/584 Erfolg der I. ist personenabhängig. |
|
51. |
1 |
13/587 I. noch immer kein Selbstverständnis. |
|
52. |
1 |
10/249 Speziell HS oft keine Bereitschaft zur I. von lernschwachen Kindern. |
|
53. |
1 |
10/434 Eltern erwarten bei der I. in die HS meist große Schwierigkeiten. |
|
54. |
1 |
10/448 I. für Eltern Spießrutenlauf. |
|
55. |
1 |
10/544 Eltern, die I. unbedingt wollen, erwartet Kampf. |
|
56. |
1 |
10/544 Wer nicht kämpft bekommt auch nichts. |
|
57. |
1 |
10/549 I. ist nichts Selbstverständliches, es ist Glücksache. |
|
58. |
1 |
12/190 Für Eltern I. ein Kampf. |
|
59. |
1 |
12/245-246 Erfolg der Integrationskinder nur durch Üben. |
|
60. |
1 |
5/100 Wenn Chemie zwischen Lehrer u. Kinder stimmt funktioniert es auch ohne besonderes Material. |
|
61. |
1 |
12/264 I. verlangt Eltern u. Kindern meiste Anstrengung ab. |
|
62. |
1 |
12/531 Funktionierende I. impliziert intensive Förderung durch Eltern. |
Merkmal 2: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die belegen, dass schulische Integration nichts Einheitliches ist, sondern unterschiedlich definiert, interpretiert u. praktiziert wird.
|
1. |
2 |
11/17 I. funktioniert nicht. |
|
2. |
2 |
11/182 I. am Land mit Stadt nicht vergleichbar. |
|
3. |
2 |
11/183-184 Eltern am Land müssen um jede Stützstunde feilschen. |
|
4. |
2 |
11/226 I.- Recht gesetzlich geregelt, Umsetzung jedoch geldabhängig. |
|
5. |
2 |
11/375 Fast niemand weiß was mit I. gemeint ist. |
|
6. |
2 |
4/124-125 Ziel der I. muss schulische u. soziale I. sein. |
|
7. |
2 |
4/172 I.- Bereitschaft in der Hauptschule größer. |
|
8. |
2 |
4/188 Begriff von I. sehr unterschiedlich. |
|
9. |
2 |
4/193 Wenig bekannt was unter I. verstanden wird. |
|
10. |
2 |
4/197 I.- Begriff unter den Lehrern nicht einheitlich. |
|
11. |
2 |
8/15 Entscheidung bezüglich I. kann nicht global getroffen werden. |
|
12. |
2 |
9/40-41 Teils konträre I.- Ansichten der Experten für Eltern oft verwirrend. |
|
13. |
2 |
9/222 Kooperative Klasse ist dislozierte ASO- Klasse, unter Deckmantel der I. |
|
14. |
2 |
9/225-226 Kooperative Klassen unterstreichen Unterschiede u. nicht Gemeinsamkeiten der Kinder. |
|
15. |
2 |
9/229 Kooperative Klasse hat nichts mit I. zu tun. |
|
16. |
2 |
9/380 I. ist gegenseitiges Geben u. Nehmen. |
|
17. |
2 |
6/159 Manche sehen I. bereits gescheitert. |
|
18. |
2 |
6/180 Lehrer definiert I. als soziales Dabei sein, wo es nicht um Lernen geht. |
|
19. |
2 |
6/183 Eltern erwarten von I. soziales u. kognitives Lernen. |
|
20. |
2 |
6/184 Lehrer versteht unter I. vorwiegend soziale I. |
|
21. |
2 |
6/301 Eltern kaum Veränderungschancen, wenn Lernmethoden der Integrationslehrer. nicht entsprechen. |
|
22. |
2 |
6/328 Eltern oft höhere Ziele in I. als Lehrer. |
|
23. |
2 |
6/368 I. ist vielschichtig. |
|
24. |
2 |
6/473 I. muss immer individuell überlegt werden. |
|
25. |
2 |
6/520 Erfolgreiche HS- I. selten. |
|
26. |
2 |
6/522 Auffassung von I. sehr unterschiedlich. |
|
27. |
2 |
6/523 I. geprägt durch unterschiedliche Vorstellungen u. Erfahrungen. |
|
28. |
2 |
6/524 I. ist nichts Statisches, sondern dynamisches. |
|
29. |
2 |
13/125 I. heißt nicht pausenloses Beieinandersein, sondern auf individuelle Bedürfnisse eingehen. |
|
30. |
2 |
13/126 I. schließt teilweisen, Rückzug für manche Kinder nicht aus. |
|
31. |
2 |
13/435 Eltern geben HS-I. wegen I.- ungeeignetem Lehrer auf. |
|
32. |
2 |
7/374 Recht auf I. ist keine Gewähr für Qualität. |
|
33. |
2 |
2/96 I. wird in der Bevölkerung ganz falsch verstanden auch unter den Lehrern. |
|
34. |
2 |
2/97 Viele verstehen I. darin, dass Integrationslehrer seine Kinder u. Klassenlehrer andere Kinder unterrichtet. |
|
35. |
2 |
2/200 I. ist nichts Einheitliches. |
|
36. |
2 |
3/325 I. läuft in manchen Bereichen falsch. |
|
37. |
2 |
10/301 In der Stadt wählen Eltern von Regelkinder freiwillig I. |
|
38. |
2 |
10/305 Regelkindereltern am Land keine freie Wahl bezüglich Integrationsklassen. |
|
39. |
2 |
10/430-431 I. wird von sehr vielen Faktoren beeinflusst, Empfehlungen sehr schwierig. |
|
40. |
2 |
10/433 HS- I. schwieriger als VS-I. |
|
41. |
2 |
10/554 HS-I. inhaltlich wesentlich schwieriger. |
|
42. |
2 |
14/9 I. ist Stiefkind im Schulsystem, speziell im HS-Bereich. |
|
43. |
2 |
14/11 Mangel an Räumen u. Materialien für I. in der HS größer. |
|
44. |
2 |
14/19 In der I. alles sehr schwammig. |
|
45. |
2 |
14/43 I. in SPZ optimal aufgrund der Ressourcenvielfalt. |
|
46. |
2 |
14/45 SPZ alle möglichen Fachleute zur Verfügung. |
|
47. |
2 |
14/ 54 Sonderschullehrer ziehen I. an SPZ wegen guten Rahmenbedingungen vor. |
|
48. |
2 |
14/57 I. in HS durch unterschiedliche Lehrpläne erschwert. |
|
49. |
2 |
14/59-60 Niederes Klassenniveau Vorteil für Integrationskinder; Unterschiede kleiner. |
|
50. |
2 |
14/203 Für Integrationskind 1 Leistungsgruppe (LG) unpassend, 3 LG geeignet. |
|
51. |
2 |
14/205 Fachleute noch keine optimale Richtung für I. entwickelt. |
|
52. |
2 |
14/206 I. in jeder Schule anders. |
|
53. |
2 |
14/381 I. in der Praxis nicht positiv. |
|
54. |
2 |
12/98-100 In Täler müssen leider alle Kinder integriert werden, da ASO zu weit entfernt. |
|
55. |
2 |
12/116 I. in die HS noch schwieriger. |
|
56. |
2 |
7/374 Recht auf I. ist keine Gewähr für Qualität. |
|
57. |
2 |
6/365 Lernen der anderen Kinder durch I. oft im Vordergrund. |
|
58. |
2 |
6/366 Oft Wohlbefinden u. Erfahrungen der anderen Kinder bei I. im Vordergrund. |
|
59. |
2 |
6/367 In der I. geht es oft nicht primär um Integrationskinder. |
|
60. |
2 |
6/391 Oft geht es nicht um Integrationskinder sondern um Wohlbefinden der anderen Kinder. |
|
61. |
2 |
5/116 I. Erfahrungen aus der VS prägen die Elternerwartungen gegenüber der HS. |
Merkmal 3: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die Rückschlüsse auf Integrationshemmnisse zulassen, die sich durch die Doppelfunktion u. einseitige Beratung der Sonderpädagogischen Zentren (SPZ) ergeben.
|
1. |
3 |
11/79 Elternberatung primär in Richtung ASO. |
|
2. |
3 |
11/136-137 Integrationsengagement der Eltern oft durch Schuldgefühle von Expertenseite gebremst. |
|
3. |
3 |
11/138 Umstimmung der Eltern auf ASO oft durch unter Drucksetzung. |
|
4. |
3 |
4/143-144 SPZ- Leiterin schlägt basale Förderung in ASO- S. vor, bei Kind das in der 4.VS nur mehr in Mathe u. Werken nach ASO- Lehrplan unterrichtet wurde. |
|
5. |
3 |
4/157 Bei Kind, das in VS in Mathe u. Werken nach ASO- Lehrplan unterrichtet wurde, stellt SPZ- Leitung trotz Widerstand der Eltern HS - Bescheid für ASO- Lehrplan in allen Fächern aus. |
|
6. |
3 |
4/158 SPZ- Leitung vertritt Standpunkt SPF in einzelnen Fächern nicht möglich, obwohl Kind es in VS hatte. |
|
7. |
3 |
4/160 Höhere Instanz bewilligt gegen SPZ- Aussage, problemlos SPF in einzelnen Fächern. |
|
8. |
3 |
4/323 I.- Beratung steht bei SPZ- Leitung im Widerspruch zu eigentlichem Job. |
|
9. |
3 |
4/324 ASO- Direktorin u. I.- Beraterin unvereinbar. |
|
10. |
3 |
4/330 ASO- Direktorin kann nicht objektiv über I. reden, muss gleichzeitig eigenes Haus füllen. |
|
11. |
3 |
4/334 SPZ- Leitung stimmt Fokus mit eigenen Bedürfnissen bzw. Schülerzahlen ab. |
|
12. |
3 |
8/48 Eltern erfahren Unterstützungsmöglichkeiten oft nur über Umwegen. |
|
13. |
3 |
8/153 Eltern wird primär ASO empfohlen. |
|
14. |
3 |
8/167 SPZ berät Eltern in erster Linie in Richtung ASO. |
|
15. |
3 |
8/167 SPZ achtet bei Beratung primär auf Füllung des eigenen Hauses. |
|
16. |
3 |
8/169 SPZ- Leitung verdient mit ASO ihr Brot, warum soll sie für I. sein. |
|
17. |
3 |
8/170 Mangelnde u. einseitige SPZ- Aufklärung bringt Eltern in Zwiespalt. |
|
18. |
3 |
8/171 SPZ- Werbung für I. widersinnig u. unglaubwürdig. |
|
19. |
3 |
8/172 SPZ parteiisch, keine objektive I.- Aufklärung möglich. |
|
20. |
3 |
8/173 Bei der Elternaufklärung kein Wert auf Unparteilichkeit. |
|
21. |
3 |
9/179-180 Eltern wird ASO als bessere Förderung propagiert, Beurteilungsmaßstäbe subjektiv. |
|
22. |
3 |
9/194 SPZ- Leitung durch Doppelrolle nicht neutral. |
|
23. |
3 |
9/195-196 SPZ- Leitung durch Doppelrolle Hauptaugenmerk auf ASO. |
|
24. |
3 |
9/197 SPZ blockiert I. |
|
25. |
3 |
9/198 Füllung des eigenen Hauses mit objektiver I.- Aufklärung unvereinbar. |
|
26. |
3 |
9/200 SPZ- Leiter primär eigenen Kinder- Bedarf im Blick. |
|
27. |
3 |
9/218 SPZ- Leiter macht Eltern nach positiver I. schlechtes Gewissen, indem er sagt, dass sie nicht wissen, was sie durch I. den anderen Eltern angetan haben. |
|
28. |
3 |
9/219 SPZ fehlt Gegenpol u. Kontrollinstanz. |
|
29. |
3 |
9/220 SPZ- Leitung lässt I.- Weg nicht offen. |
|
30. |
3 |
9/221 SPZ - Leitung signalisiert theoretische Offenheit, Handlungen I.- blockierend. |
|
31. |
3 |
9/350 Eltern werden bei Beratung mit I.- Wunsch oft in Zwickmühle gebracht. |
|
32. |
3 |
9/351 Eltern die I. wollen, werden bei Beratung durch ASO- Empfehlung des Fachmanns verunsichert. |
|
33. |
3 |
6/59-61 ASO- Direktorin legt bei Gutachtenanfechtung Inspektor abgeändertes Gutachten vor, nicht identisch mit Ursprungsgutachten. |
|
34. |
3 |
6/90-91 ASO wird Eltern als der beste Ort für ihr K. vorgeschlagen. |
|
35. |
3 |
6/91 Kind bekommt laut Beratung in ASO alle Hilfen u. Materialien, die es braucht. |
|
36. |
3 |
6/92 I. wird als nicht ideale Variante dargestellt. |
|
37. |
3 |
6/459 Ohne Engagement der Eltern ASO- Weg vorgezeichnet. |
|
38. |
3 |
6/460 ASO immer als das Beste dargestellt. |
|
39. |
3 |
10/427 Eltern sollten in der Beratung alle Anlaufstellen u. Möglichkeiten erfahren. |
|
40. |
3 |
10/449 Eltern häufig einseitig informiert od. I.- Möglichkeit verschwiegen, damit Entscheidung auf ASO fällt. |
|
41. |
3 |
10/543 Eltern werden primär in Richtung ASO beraten. |
|
42. |
3 |
14/401 Vor I.- Entscheidung Eltern genaue Infos über Bedingungen einholen. |
|
43. |
3 |
12/152-153 SPZ keine Unterstützung für Integrationslehrer. |
|
44. |
3 |
12/210 Kampfhemmungen der Eltern oft für Lenkung in Richtung ASO genützt. |
|
45. |
3 |
12/211-213 Mangelnde Informiertheit erleichtert ASO -Empfehlungen. |
|
46. |
3 |
12/444-445 SPZ -Leiter keine Hilfe bei I.- Fragen. |
Merkmal 4: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die belegen, dass Eltern vor u. im Integrationsprozess nicht würdig behandelt werden u. massiven Kränkungen ausgesetzt sind.
|
1. |
4 |
11/11 Direktor verweist bei I.- Hartnäckigkeit der Eltern; nicht Pädagogik studiert um behinderte Kinder zu unterrichten. |
|
2. |
4 |
11/16 Eltern bei Integrationsprozess viele Steine in den Weg gelegt. |
|
3. |
4 |
11/18 Konfrontation mit vielen Problemen bei I.- Wunsch der Eltern. |
|
4. |
4 |
11/20 Eltern mit Problemen allein gelassen. |
|
5. |
4 |
11/22-24 Eltern im I.- Kampf oft auf externe Hilfe angewiesen. |
|
6. |
4 |
11/132 Eltern müssen sich mit I.- Wunsch oft gegen Expertenmaschinerie durchsetzen. |
|
7. |
4 |
11/134 Eltern fühlen sich als Bittsteller. |
|
8. |
4 |
11/135 Eltern haben Recht, jedoch Interpretationsrahmen desgleichen ist sehr breit. |
|
9. |
4 |
8/10 Durch Umwandlung des I.- Kindergartens in Sonderpädagogische Gruppe, Eltern zwangsbeglückt. |
|
10. |
4 |
9/86 Schulinspektor beschimpft Eltern, weil sie integrationserfahrene Lehrer zu Aufklärungszwecken zum Elternabend eingeladen haben. |
|
11. |
4 |
6/17 I.- Erfahrungen für Eltern oftmals traurig. |
|
12. |
4 |
6/21 Sonderkindergärtnerin signalisiert Eltern die Macht über I. zu entscheiden liegt bei ihr. |
|
13. |
4 |
6/22 Eltern haben I.- Wahlrecht, Sonderkindergärtnerin negiert es. |
|
14. |
4 |
6/25 ASO- Direktorin verweigert Eltern widerrechtlich Einblick in Gutachten. |
|
15. |
4 |
6/29 Mutter erkennt eigenes Kind im defizitorientierten Gutachten nicht wieder. |
|
16. |
4 |
6/36 Sonderpädagogisches Gutachten beinhaltet unwahre Dinge. |
|
17. |
4 |
6/44 Sonderkindergärtnerin befürwortete gegen Willen der Eltern ASO nach Schwerstbehindertenlehrplan. |
|
18. |
4 |
6/50-51 Bescheidanfechtungstreffen mit Gutachterin, ASO- Direktorin u. Inspektor wird zur Machtfraktion gegen Eltern. |
|
19. |
4 |
6/84 Eltern geht es im I.- Prozess oft schlecht. |
|
20. |
4 |
6/85-86 Schlechter Umgang mit Eltern, die I. wollen, oft nicht mehr erträglich. |
|
21. |
4 |
6/88 Eltern bekommen im I.- Prozess häufig Signal Kind ist nicht gesellschaftsfähig. |
|
22. |
4 |
6/160-161 I. für Eltern oft durch viel Traurigkeit u. Verletzungen gekennzeichnet. |
|
23. |
4 |
6/165 Darstellungen u. Beschreibungen der Integrationskinder durch Lehrer für Eltern oft sehr kränkend. |
|
24. |
4 |
6/464 Eltern u. ihre Rechte oft übergangen. |
|
25. |
4 |
6/527 Eltern müssen trotz Verletzungen in der I. einlassbereit bleiben. |
|
26. |
4 |
6/528 Eltern müssen sich trotz Tiefschläge um Kommunikation bemühen. |
|
27. |
4 |
6/532 Oktroyiertes schlechtes Gewissen für Eltern bei I.- Einsatz häufig. |
|
28. |
4 |
6/533 Mehr Unterstützung u. Wahrnehmen der I.- Eltern nötig. |
|
29. |
4 |
6/534 Rechte der Eltern müssen respektiert werden. |
|
30. |
4 |
6/328 Wenn Ziele der Eltern höher sind als die der Lehrer müssen Eltern zurücktreten. |
|
31. |
4 |
1/140 Diskriminierender Umgang des Direktors mit Eltern von behinderten Kindern. |
|
32. |
4 |
1/303 Eltern von behinderten Kindern oft am Rande ihrer Kräfte. |
|
33. |
4 |
1/317-318 Erschöpfung durch permanentes Kämpfen der Eltern zieht häufig Verweis auf Sondereinrichtungen nach sich. |
|
34. |
4 |
1/337 Mutter wird für Artikel über behindertes Kind scharf kritisiert, Verfasser sehr gelobt. |
|
35. |
4 |
1/340 Leute üben Kritik an Mutter, sie erwarten sich schöne Zeitungsartikel, nicht über Behinderung u. Krankheit. |
|
36. |
4 |
13/317 I. für Eltern oft kaum durchstehbar. |
|
37. |
4 |
13/342 I.- Eltern oft Anfeindungen u. Ignoranz von Regeleltern ausgesetzt. |
|
38. |
4 |
13/393 Intrigenspiel der Regeleltern verhindert gemeinsame weiterführende HS-I. von autistischem Kind. |
|
39. |
4 |
13/497 Eltern von verhaltensauffälligen Kindern oft mit massiven Kränkungen u. Diskriminierungen konfrontiert. |
|
40. |
4 |
7/2 Eltern fühlen sich als Bittsteller. |
|
41. |
4 |
7/15 Schule entscheidet ob sie I. machen obwohl Ablehnung der I. nicht erlaubt. |
|
42. |
4 |
7/27 Unsicherheiten für Eltern u. Kinder unerträglich. |
|
43. |
4 |
7/159 Druck wird nicht nach oben gemacht bis das gewährleistet wird, was das Kind braucht, sondern wird an Eltern u. Kinder weitergegeben. |
|
44. |
4 |
7/177 Wenn Mutter sich für I. entscheidet, braucht man über ASO nicht mehr reden. |
|
45. |
4 |
7/246 Eltern müssen sich um bürokratische Belange allein kümmern. |
|
46. |
4 |
7/264-266 Unterschriftenlisten gegen Kinder gibt es dort wo zur Aufklärung die Haltung des Direktors fehlt. |
|
47. |
4 |
7/275-276 Es werden Rahmenbedingungen geschaffen, die nur ein Scheitern nach sich ziehen können. Schuld haben die Eltern, denn die haben sich I. eingebildet, es geht halt nur ASO. |
|
48. |
4 |
7/316 Eltern werden gerne unter Druck gesetzt, denn wenn sie für ihr Kind mehr Stunden also Qualität wollen, nehmen sie es einem anderen Kind weg. Stundenproblem ist nicht Sache der Eltern, sondern des Inspektors. |
|
49. |
4 |
7/318-319 Eltern versucht man gegenseitig auszuspielen, Stundenproblem wird speziell bei Eltern von schwerer behinderten Kindern ausgetragen. |
|
50. |
4 |
5/77-78 Wenn Eltern auf biegen u. brechen I. wollen gibt es legale Mittel I. durch Stundenkürzung unattraktiv zu machen. |
|
51. |
4 |
5/82 Stundengekürzte Integrationskinder haben viel weniger Stunden u. Eltern ziehen deshalb doch ASO vor. |
|
52. |
4 |
10/436 Entwürdigender Umgang mit Eltern von Integrationskindern. |
|
53. |
4 |
10/439-440 Schlechte Behandlung für Eltern, die ein bisschen auf I. drängen. |
|
54. |
4 |
10/445 Wenig Transparenz bei Entscheidungen bezüglich I. Eltern vor vollendete Tatsachen. |
|
55. |
4 |
10/550 Eltern ohne nötige Kampfkraft kommen zu kurz. |
Merkmal 5: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die Rückschlüsse zulassen, dass die Elternberatung u. Beeinflussung hinsichtlich Allgemeiner Sonderschule (ASO) variiert je nach Herkunft, Schichtzugehörigkeit u. Wissensstand.
|
1. |
5 |
4/137 Mangelnde Unterstützung vom Elternhaus oft Grund genug für ASO. |
|
2. |
5 |
4/182 I.- Bereitschaft allgemein von der sozialen Schicht mit beeinflusst. |
|
3. |
5 |
4/183 Bei Kindern aus niedriger sozialer Schicht ist ganz klar ASO Mittel der Wahl. |
|
4. |
5 |
4/184 Machtmittel ASO drängt sozial Schwächere noch weiter an den Rand. |
|
5. |
5 |
4/185 I. eher akzeptiert wenn Umfeld ein normales ist. |
|
6. |
5 |
4/186 Kinder aus Sozialmilieu kommen primär in die ASO. |
|
7. |
5 |
8/31 Integrationsklasse am SPZ von Akademikereltern sehr begehrt, da Ausländeranteil minimal. |
|
8. |
5 |
8/131 Akademikereltern weniger leicht einzuschüchtern u. Infobeschaffung leichter. |
|
9. |
5 |
8/131 I.- Kämpfe für Akademikereltern etwas leichter. |
|
10. |
5 |
1/33 Ausländer mit I. noch größere Probleme. |
|
11. |
5 |
1/216 Ausländische Eltern werden oft nicht ernst genommen. |
|
12. |
5 |
13/562-563 Erwartungshaltung der Lehrer bezüglich Lernerfolge der Kinder häufig von sozialer Umfeldsituation abgeleitet. |
|
13. |
5 |
7/350 SPZ -Beratung spiegelt Schichtendenken wieder. Eltern aus der unteren Schicht informiert man primär in Richtung ASO. |
|
14. |
5 |
7/351 Aufklärungsunterschiede zw. Akademikereltern u. Eltern mit niedriger Bildung. |
|
15. |
5 |
7/352 SPZ - Leitung sagt I. funktioniert nur wenn Kinder von daheim gut gefördert werden. Bei gewissen Stadtteilkindern u. bei Ausländern geht es sowieso nicht, da Unterstützung von daheim fehlt. |
|
16. |
5 |
7/353 Mangelnde Sprachkenntnisse Grund genug für SPF. |
|
17. |
5 |
7/354 Kinder nicht deutscher Muttersprache u. Kinder aus sozialen Randgruppen werden eindeutig u. schnell in die ASO verwiesen. |
|
18. |
5 |
7/359-360 Direktoren schieben ausländische Mütter u. Mütter, die nicht kämpfen wollen, schnell in die ASO. Allen Eltern sollte das Recht eingeräumt werden, unbeeinflusst ihr eigenes Bild zu machen u. eigene Entscheidung zu treffen. |
|
19. |
5 |
7/362 Gebildete Eltern sind kritischer u. fordern SPZ- Leitung mehr. |
|
20. |
5 |
7/363 Der Anteil der Kinder mit nicht deutscher Muttersprache ist in den ASO wesentlich höher. |
|
21. |
5 |
7/364-366 Bei ausländischen Eltern versucht man mitunter Sprachproblem für die ASO- Zustimmung auszunutzen, wenn da nicht rechtzeitig eine Beratungsstelle interveniert, landen sie ungewollt in der ASO. Annullierung fast unmöglich. |
|
22. |
5 |
12/214 Gut informierte Eltern erschweren Abschiebung in ASO. |
Merkmal 6: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die darauf hinweisen, dass Eltern von Schule u. Umfeld nicht zugetraut wird, für ihre behinderten Kinder richtige Entscheidungen treffen zu können u. sich oft mit Vorwürfen u. Sündenbockrolle konfrontiert sehen.
|
1. |
6 |
11/165 Lehrer u. Direktor gestehen Eltern oft nicht Gefühl für richtige Entscheidung zu. |
|
2. |
6 |
8/16 Mütter wissen um die Bedürfnisse der Kinder u. treffen richtige Wahl. |
|
3. |
6 |
8/17 Entscheidung der Eltern muss wertfrei akzeptiert werden. |
|
4. |
6 |
9/72 Entscheidungsrecht bezüglich Schule muss bei Eltern bleiben. |
|
5. |
6 |
9/183 Ausschlaggebendes Kriterium für Schulwahl sollte Wohlbefinden des behinderten Kindes sein, Beurteilung muss Eltern zugestanden werden. |
|
6. |
6 |
9/261-262 Entscheidungen über die Zukunft der behinderten Kinder häufig über Eltern hinweg getroffen. |
|
7. |
6 |
9/351 Eltern wird oft vorgeworfen, sie wollen I., denn für Kind ist ASO besser. |
|
8. |
6 |
6/93 Eltern wird vermittelt, dass sie I. wollen, für Kind wäre ASO besser. |
|
9. |
6 |
6/463 Entscheidung wird Eltern gerne durch ASO- Lenkung abgenommen. |
|
10. |
6 |
6/474 I. darf kein absolutes Muss, sondern Möglichkeit sein. |
|
11. |
6 |
6/530 Eltern häufig mit Vorwurf der Selbstverwirklichung auf Kosten der Kinder konfrontiert. |
|
12. |
6 |
6/531 Eltern wird I. oft als Eigenzweck vorgeworfen. |
|
13. |
6 |
1/129 Kindergarten- Inspektorin bezeichnet Anspruch auf I.- Kindergartenplatz für behindertes Kind als Sturheit der Eltern. |
|
14. |
6 |
1/209 Schulentscheidung der Eltern muss zugestanden u. akzeptiert werden. |
|
15. |
6 |
1/256 Eltern, die I. wollen oft mit Vorwurf der Behinderungsnegierung konfrontiert. |
|
16. |
6 |
1/257 Eltern kennen genau Bedürfnisse u. Grenzen ihrer behinderten Kinder. |
|
17. |
6 |
1/482 Eltern häufig mit Schuldzuweisungen auch von Unterstützersystemen konfrontiert. |
|
18. |
6 |
7/239 Wenn man die Abtreibung ablehnt erwartet man Rechtfertigung, denn so eine Entscheidung wird nicht einfach akzeptiert. |
|
19. |
6 |
7/466-467 Wenn Eltern sich trotz Pränataldiagnostik für die Geburt des behinderten Kindes entscheiden, stoßen sie auf wenig Verständnis u. müssen sich dafür rechtfertigen. |
|
20. |
6 |
5/26 Manche Eltern bilden sich I. ein u. negieren die viel besseren Fördermöglichkeiten der ASO. |
|
21. |
6 |
5/28 Manche Eltern bilden sich I. ein auch wenn sie aus der Sicht des Lehrer nicht sinnvoll erscheint. |
|
22. |
6 |
5/111 Wenn Eltern I. absolut wollen, ist man als Lehrer machtlos. |
|
23. |
6 |
5/199 Eltern lehnen ASO oft deswegen ab, weil Regelschule besser klingt u. I. muss nicht erwähnt werden. |
|
24. |
6 |
2/16 Eltern von so genannten Grenzfällen müssten besser aufgeklärt werden u. die Angst vor ASO genommen werden. |
|
25. |
6 |
2/17-18 Medien schaukeln Eltern auf, ihr Recht auf I. wahrzunehmen. |
|
26. |
6 |
2/20 Eltern sehen oft nicht die Untragbarkeit ihres Kindes in der I. ein. |
|
27. |
6 |
7/446 Entscheidung ob ASO od. I. soll bei den Eltern bleiben, denn die überlegen sich ja etwas für ihre Kinder. |
|
28. |
6 |
2/72-73 Eltern pochen auf ihr Recht, obwohl Mütter es oft falsch sehen. |
|
29. |
6 |
2/74 Vernageltheit der Mütter lässt Beratungsgespräch häufig zu Streitgespräch werden. |
|
30. |
6 |
2/143 Eltern haben unrealistische Erwartungshaltungen gegenüber L. |
|
31. |
6 |
2/139 Lehrer werden zur Projektionsfläche der Eltern, wenn Kind nicht in die I. passt. |
|
32. |
6 |
2/145 Lehrer müssen sich gegen die hohen Ansprüche der Eltern wehren. |
|
33. |
6 |
2/159 Mütter, die falsch aufgeklärt wurden, versteifen sich auf I. |
|
34. |
6 |
3/247 Macht liegt in der I. bei den Eltern, die oft wollen, dass ihr Sonderschulkind in die I. kommt. |
|
35. |
6 |
3/307 Anfrage der Eltern bezüglich Aufstufung wird mit nicht geschafften HS- Tests abgelehnt. |
|
36. |
6 |
10/429 Entscheidung zw. ASO od. I. muss bei Eltern bleiben. |
|
37. |
6 |
10/443 Eltern werden in ihrem I. Anliegen nicht ernst genommen. |
|
38. |
6 |
14/408 Wenn Eltern auf I. bestehen, Behörden keine Chance. |
|
39. |
6 |
12/141-143 Häufig keine Elternunterstützung bei Integrationskindern gegeben. |
|
40. |
6 |
12/241 Mütter wollen oft Behinderung nicht wahrhaben. |
|
41. |
6 |
12/243 Mütter sehen schwere Behinderung des Kindes oft nicht. |
|
42. |
6 |
12/227 Mangelnde Übungsbereitschaft der Eltern stagniert Weiterentwicklung der Integrationskinder. |
|
43. |
6 |
12/231 Mangelnde Verantwortung der Eltern oft auf Schule abgewälzt. |
|
44. |
6 |
12/233-236 Elternentscheidung für I. primär aus Statusgründen. |
|
45. |
6 |
12/255 Bildungswunsch der Eltern für behindertes Kind darf nicht verwehrt werden. |
|
46. |
6 |
12/285-287 Eltern reagieren oft erst durch Hinweis von Lehrer u. Schulpsychologen auf Lernverwahrlosung. |
|
47. |
6 |
12/288 Bei Entscheidung der Eltern für I. häufig Vorwurf der Überforderung. |
|
48. |
6 |
12/530 Unbedingtes Bestehen der Eltern auf I. schadet oft Kinder. |
|
49. |
6 |
12/546-549 Manche Eltern bestehen auf I., da sie glauben Kind bekommt Regelzeugnis in der I. |
|
50. |
6 |
12/555-556 Eltern treffen von sich aus oft nicht richtige Entscheidung, Inspektor muss oft nachhelfen. |
|
51. |
6 |
12/563 Von manchen Eltern keine nötige Zusammenarbeit zu erwarten, da sie mit Situation rundherum überfordert sind. |
|
52. |
6 |
12/566-567 Bei Eltern, die sich selbst nicht leicht tun, entscheidet oft Schule gegen ihren Willen über die Zukunft des Kindes. |
|
53. |
6 |
12/573 I. oft auf Biegen u. Brechen, ohne nach Sinn zu fragen. |
|
54. |
6 |
2/81-83 Medien informieren einseitig, nur an Schlagworten, nicht am Inhalt interessiert. |
|
55. |
6 |
2/158 Medien reißen alles aus dem Zusammenhang u. klären bezüglich I. falsch auf. |
Merkmal 7: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Elternaussagen zugeordnet, die dem derzeitigen Stand der schulischen Integration nicht zur Weiterentwicklung verhelfen, sondern ihn als gegeben hinnehmen.
|
1. |
7 |
11/75 Eltern gehen von Mehrbelastung für Lehrer in der I. aus. |
|
2. |
7 |
11/82 Eltern fürchten bei Kritikausübung Schaden für Integrationskinder. |
|
3. |
7 |
11/127-128 Eltern sind für ASO bei Kind mit schweren Behinderungen. |
|
4. |
7 |
11/142 ASO sollte es aus Elternsicht für schwere Fälle geben. |
|
5. |
7 |
11/143 I. ist aus Elternsicht nichts für schwer behinderte Kind. |
|
6. |
7 |
11/150-151 Betroffene Eltern würden Kind aus der I. entfernen, wenn es Störfaktor für andere wäre. |
|
7. |
7 |
11/274 Eltern zufrieden wenn Kind in Einzelintegration mitgezerrt wird. |
|
8. |
7 |
11/275-277 Eltern oft mit Anwesenheit des Kindes in der I. zufrieden, keine besonderen Lernansprüche. |
|
9. |
7 |
4/130 Eltern keine Einwände gegen ASO für Kinder die Anpassungsleistungen in I. nicht erbringen können. |
|
10. |
7 |
4/131 Räumliche Trennung der Sonderschulkinder aus Elternsicht nötig. Angliederung der ASO an Regelschule wünschenswert. |
|
11. |
7 |
4/132-134 Getrennter Unterricht der Sonderschulkinder sollte in der Heimatschule stattfinden. |
|
12. |
7 |
8/13-14 Nicht alle betroffenen Eltern wollen I. für ihr Kinder. |
|
13. |
7 |
8/19 Nicht alle betroffenen Eltern legen gleich viel Wert auf I. |
|
14. |
7 |
8/90 Für Eltern sozialer Anschluss wichtiger als kognitive Förderung. |
|
15. |
7 |
8/113 Betroffene Eltern mit 4. Leistungsgruppe durch die Integrationskinder einverstanden. |
|
16. |
7 |
9/79 Eltern bewerten soz. Lernen u. Verbleib in der Umgebung höher als kognitives Lernen. |
|
17. |
7 |
9/232 I. bedeutet aus Elternsicht für Lehrer nicht honorierte Mehrarbeit. |
|
18. |
7 |
6/558 Eltern unsicher ob Kind mit Verhaltensproblemen in I. tragbar ist. |
|
19. |
7 |
1/1-2 Sehr viel Konkurrenz zwischen Eltern behinderter Kinder. |
|
20. |
7 |
1/16 Durch bessere Zusammenarbeit der Eltern mehr erreichbar. |
|
21. |
7 |
1/43 I.- Eltern oft wenig Verständnis für I.- Wunsch der Elternkollegen von schwer behindertem Kind. |
|
22. |
7 |
1/321 Eltern verweigern Interview aus Angst HS- I. nimmt Schaden. |
|
23. |
7 |
7/1 Erreichten Stand der I. nicht riskieren. |
|
24. |
7 |
7/320 Eltern schwerer behinderter Kinder sehen sich häufig mit dem Vorwurf anderer betroffener Eltern konfrontiert, dass man für die 20ig Stunden, die ihr Kind allein braucht, 3 von ihren fördern könnte. |
|
25. |
7 |
7/321 Das Ausspielen der betroffenen Eltern gegenseitig wird gefördert u. hat System. |
|
26. |
7 |
7/504 Eltern wollten durch Solidarisierung mit engagierten Vereinen u. zu hohen Forderungen nicht das Erreichte riskieren. |
Merkmal 8: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die Hinweise liefern bezüglich der Erwartungshaltung u. persönlichen Integrationsprämissen von Eltern gegenüber Integrationslehrern.
|
1. |
8 |
11/191 Eltern wünschen bessere Zusammenarbeit mit Lehrer u. Direktor. |
|
2. |
8 |
11/236 Junge Lehrer oft mehr Engagement u. Motivation für I. |
|
3. |
8 |
11/344 Lehrer müssten lernen mit Vielfalt umzugehen. |
|
4. |
8 |
4/24 Guter Kontakt u. Zusammenarbeit zw. Eltern u. Lehrer in I. sehr wichtig. |
|
5. |
8 |
4/72 Lehrer können sich oft nur ASO für Integrationskinder vorstellen, weil Erfahrung fehlt. |
|
6. |
8 |
4/176 Toleranz u. Wille der Lehrer ist Um u. Auf in der I. |
|
7. |
8 |
4/240 Einstellung der Lehrer in der I. ausschlaggebender als Alter. |
|
8. |
8 |
4/241 Wichtig ist Einlassbereitschaft trotz Berührungsängste. |
|
9. |
8 |
4/294 Wünschenswert wären Lehrer mit großem Angebotsrepertoire, das individuellen Einsatz zulässt. |
|
10. |
8 |
8/102 I.- Bereitschaft hängt primär von Einstellung u. weniger von Ausbildung ab. |
|
11. |
8 |
8/123 Gegenseitiger Respekt der Lehrer in der I. ausschlaggebend. |
|
12. |
8 |
8/151 Generelle I.- Bereitschaft primär willenabhängig u. weniger ressourcenabhängig. |
|
13. |
8 |
8/264 Wille u. Bereitschaft müssen primär vorhanden sein, Wissen kann angeeignet werden. |
|
14. |
8 |
9/60 I. funktioniert nur wenn Lehrer dahinter steht. |
|
15. |
8 |
9/63 I.- Grundmotivation muss bei Lehrern gegeben sein, Druck u. Zwang contraproduktiv. |
|
16. |
8 |
9/67 Einstellung u. Einlassbereitschaft in der I. wichtiger als Ausbildung. |
|
17. |
8 |
9/154 Fachliches Wissen kann richtiges Gespür u. Flexibilität nicht ersetzen. |
|
18. |
8 |
9/156 Erfahrung erleichtert Flexibilität. |
|
19. |
8 |
9/157 Ausbildung kombiniert mit Haltung u. Flexibilität ideal für I. |
|
20. |
8 |
9/166-168 Konsequenz in der I. wichtig, sie bietet Orientierung. |
|
21. |
8 |
9/235 Lehrer müssen sich darauf einstellen, dass es normal ist ein behindertes Kind in der Klasse zu haben. |
|
22. |
8 |
6/126 Lehrer fehlen Erfahrungswerte im Umgang mit Behinderung. |
|
23. |
8 |
6/236-239 Erprobte Lernmethoden der Eltern oft von Lehrer nicht übernommen, Integrationskinder u. Eltern müssen sich umstellen. |
|
24. |
8 |
6/247 Gemeinsamer Nenner für Eltern oft in der Zusammenarbeit mit Lehrer schwierig. |
|
25. |
8 |
1/429 I. hängt von Bereitschaft u. Kenntnis der Lehrer ab. |
|
26. |
8 |
13/149 I. ist viel Aufwand für Lehrer. |
|
27. |
8 |
13/165 I. impliziert Loslösung vom Frontalunterricht. |
|
28. |
8 |
13/243 I. bedingt veränderten Unterricht. |
|
29. |
8 |
13/9 Lehrer große Ablehnung gegen Neues. |
|
30. |
8 |
13/247 I. setzt Offenheit gegenüber neuen Zugängen voraus. |
|
31. |
8 |
13/409 Lehrer oft für I. ungeeigneten Unterrichtsstil. |
|
32. |
8 |
13/413 Lehrer oft Fokus auf Defizite. |
|
33. |
8 |
13/585 I. für flexible Lehrer leichter. |
Merkmal 9: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die Hinweise über freiwillige Maßnahmen u. Haltungen von Lehrer u. Direktoren liefern, die sie unabhängig von Systemvorgaben erbringen können u. so integrationsförderlichen, od. bei Unterlassung integrationshemmenden Einfluss bewirken.
|
1. |
9 |
4/104 Positives Klassenklima, überträgt sich auf Eltern, gegenseitiges Interesse wird mehr, Kritik u. Zweifel weniger. |
|
2. |
9 |
4/307 Direktoren können I. positiv durch Ressourcenbeschaffung beeinflussen. |
|
3. |
9 |
4/308 Direktoren können vorhandene Spielräume wie Stützlehrer für Integrationskinder ohne ASO- Lehrplan zugunsten der I. nützen. |
|
4. |
9 |
4/348-349 Günstig für I. ist rechtzeitige Vernetzung von VS u. HS durch die Lehrer. |
|
5. |
9 |
8/112 Klassenlehrerin keinesfalls bereit Leistungsgruppen wegen I. aufzulassen. |
|
6. |
9 |
8/125 Ziel der I. ist höchstmögliches Maß an gemeinsamen Unterricht. |
|
7. |
9 |
9/214 Durch schlechte Rahmenbedingungen I. blockiert. |
|
8. |
9 |
9/239 Kritik der Lehrer bzgl. Haltung des Direktors bewirkt negative Konsequenzen. |
|
9. |
9 |
6/284 Wenn I. läuft Lehrer häufig kein Anspruch auf Verbesserung u. Weiterentwicklung. |
|
10. |
9 |
6/285 Eltern von mehr od. weniger breiten Förderangebot der Lehrer abhängig. |
|
11. |
9 |
1/57-59 Schule kein Interesse an Übernahme u. Weiterführung erprobter Zugänge. (Gebärdenkommunikation bei Down Syndrom) |
|
12. |
9 |
13/272 I. von schwer autistischen K. durch außerordentliches Engagement der Lehrer ermöglicht. |
|
13. |
9 |
5/45-46 Direktor kann durchdacht Stunden vergeben u. so gute Basis für I. schaffen. |
|
14. |
9 |
7/160-162 Geschlossene Forderungen von Lehrern, Direktoren u. Inspektoren könnten Ministerin zu Änderungen zwingen. |
|
15. |
9 |
5/45-46 Direktor kann durchdacht Stunden vergeben u. so gute Basis für I. schaffen. |
|
16. |
9 |
7/396 Auch in der Regelschule können Bedingungen für diverse Bedürfnisse geschaffen werden, z. B. kleine Gruppe durch offene Strukturen. |
|
17. |
9 |
2/147-148 Kind mit künstlichem Ausgang kann nicht in die I. weil Pflegemaßnahmen für Lehrer Zumutung sind. |
|
18. |
9 |
2/150 Geistig normales Kind kommt in die ASO, da Pflegeaufwand Lehrer nicht zumutbar ist. |
|
19. |
9 |
3/175 Flexibilität ist Voraussetzung für Integrationslehrer. Wenn Kollegen Flexibilität auszunützen beginnen, muss Abgrenzung gelernt werden. |
|
20. |
9 |
3/316 Aufstufungsentscheidung abhängig ob Lehrer- od. Kindeswohl im Vordergrund steht. |
|
21. |
9 |
3/317 Viele Schulen wollen keine Posten verlieren deshalb keine SPF- Aufhebung. |
|
22. |
9 |
10/142 Trotz starrem System kann man gewisse Dinge in der I. fordern. |
|
23. |
9 |
10/342 Traditionelle Unterrichtsformen in der I. unbrauchbar, Integrationskinder kommen in die Rolle des Hemmschuhs. |
|
24. |
9 |
14/18 Direktor hat keine Ahnung wie I. funktionieren soll. |
|
25. |
9 |
14/215 Kleines Integrationslehrerteam beeinflusst I. positiv. |
|
26. |
9 |
14/439 Direktoren stehen oft nicht hinter I. |
|
27. |
9 |
12/197 HS oft kein VS- Erfahrungswertinteresse bei Integrationskindern. |
|
28. |
9 |
12/294-295 Haltung des Direktors großen Einfluss auf Ressourcen für I. |
|
29. |
9 |
5/122 Hintergrundwissen aus der VS hilfreich, kann jedoch eigene Erfahrung nicht ersparen. |
Merkmal 10: Diesem Merkmal wurden Reduktionen zugeordnet, die Hinweise auf individuelle Persönlichkeitsmerkmale u. Lehrverhalten (von Direktoren, Integrationslehrer u. in Integration eingesetzten Klassen- u. Fachlehrer), u. deren Auswirkungen auf die Integration beinhalten.
|
1. |
10 |
11/12-13 Ohne Einverständnis des Direktors I.- bereiter Lehrer chancenlos. |
|
2. |
10 |
11/15 Direktor kann durch Druck im Lehrkörper I. verhindern. |
|
3. |
10 |
11/73 I. steht u. fällt mit dem Lehrer. |
|
4. |
10 |
11/74 Eltern bezüglich I.- Umsetzung auf Lehrer angewiesen. |
|
5. |
10 |
11/171 I.- abwehrender Direktor schüchtert I.- bereite Lehrer ein. |
|
6. |
10 |
11/174 Engagierte Lehrer keine Chance wenn Direktor I. verhindern will. |
|
7. |
10 |
4/90 Klassenlehrer prägt durch I.- Haltung Klassenklima. |
|
8. |
10 |
4/179Viele Lehrer schieben Arbeit u. Verantwortung lieber an ASO ab. |
|
9. |
10 |
4/242 Charakter des Lehrers ausschlaggebend in der I. |
|
10. |
10 |
4/281 I.- Erfolge primär von Lehrerpersönlichkeit u. weniger von Ausbildung abhängig. |
|
11. |
10 |
4/301 I. abhängig von Einstellung u. Lehrer- Persönlichkeit. |
|
12. |
10 |
8/66 Sonderschullehrer richten Blick eher auf Defizite. |
|
13. |
10 |
8/68-69 Defizitorientierter Zugang mancher Sonderschullehrer bedingt primär Abstufungen der Kinder, HS-L. eher für Aufstufung offen. |
|
14. |
10 |
8/70 Lehrplaneinstufungen der Integrationskinder häufig vom Blickwinkel des Lehrers abhängig. |
|
15. |
10 |
8/71-72 Ressourcen- od. Defizitblick der Lehrer ausschlaggebend für Leistungsbeurteilung der Integrationskinder. |
|
16. |
10 |
9/158 Ältere Lehrerin lehnt Integrationskind offen ab, Regelschule nicht richtiger Platz. |
|
17. |
10 |
6/174-175 Lehrer bewerten Verhaltensweisen der Integrationskinder vorschnell ohne Grund dafür zu suchen u. zu kennen. |
|
18. |
10 |
6/263 Wenn I. läuft, Lehrer wenig Interesse an Erfolgsmaximierung. |
|
19. |
10 |
13/338-340 I.- befürwortende Haltung des Direktors nimmt Regeleltern Boykottchancen. |
|
20. |
10 |
13/586 Lehrerpersönlichkeit ausschlaggebend für I. |
|
21. |
10 |
7/56-57 Offener Direktor ermöglicht guten Unterricht auch ohne I.I. ist kein Garant für guten Unterricht, der hängt vom Direktor bzw. Schule an sich ab. |
|
22. |
10 |
7/303 Lehrer die sich für I. stark machen, werden von Kollegen belächelt u. mit Unverständnis nach dem Grund des Einsatzes gefragt. |
|
23. |
10 |
7/304 Wenn Lehrer gegen den Willen der Schulleitung I. will, hat er keine Unterstützung, sondern Mehrarbeit zu erwarten. |
|
24. |
10 |
7/311 Revoluzzer sein als Lehrer hat keinen Sinn, außer in Zusammenarbeit mit den Eltern. |
|
25. |
10 |
5/242 Lehrerhaltung hat Modellcharakter für Kinder wenn Lehrer Gruppen klar trennen, tun es Kinder auch. |
|
26. |
10 |
2/31 Sozialverhalten des Lehrers wird in der I. von Kinder übernommen. |
|
27. |
10 |
2/32-33 Nicht jeder Lehrer kann soziale Formen vermitteln. |
|
28. |
10 |
2/155 Lehrer sind gewöhnt wenn Kinder brechen od. wenn sie zu verarzten sind, Aufwende darüber hinaus verlangen extra Ausbildung. |
|
29. |
10 |
2/165 Nicht jeder Lehrer u. Direktor hat Verständnis für I. |
|
30. |
10 |
2/291 Jeder Lehrer akzeptiert I. jedoch nicht jeder kann sie umsetzen. |
|
31. |
10 |
2/371 Lehrer. Denen Erfahrung mit Behinderung u. I. fehlt haben größere Zweifel bzgl. I. |
|
32. |
10 |
2/373-374 Die ältere Lehrergeneration wird sich nicht mehr umstellen, es wird eine Generation dauern bis neue Zugänge möglich werden. |
|
33. |
10 |
3/76 Grenzen der Sonderschulkinder für Regellehrer ein Problem. |
|
34. |
10 |
3/93 Konkurrenzkampf zwischen Lehrer ist groß. |
|
35. |
10 |
3/97 Lehrer wollen den anderen beweisen, dass sie bessere Lehrer sind. |
|
36. |
10 |
3/101 Zuständigkeit für 5 Kinder erweckt Neid bei Kollegen. |
|
37. |
10 |
3/103 Kollegen können Freiarbeit u. Spiele im Unterricht oft nicht akzeptieren. |
|
38. |
10 |
3/136-137 Lehrer sind Individualisten u. lassen sich nicht gerne auf die Finger schauen. |
|
39. |
10 |
3/158 Lehrer empfinden zweiten Lehrer häufig als Kontrollfaktor. |
|
40. |
10 |
3/186 Langgediente Lehrer wollen sich nicht mehr ändern. |
|
41. |
10 |
3/383 Regellehrer wünschen keine Einmischung der Integrationslehrer in ihre Zuständigkeiten. |
|
42. |
10 |
10/62 Lehrer autonomes Arbeiten gewohnt, holen sich keine Hilfe. |
|
43. |
10 |
10/85 Lehrer fühlen sich für Unterricht allein verantwortlich, Hilfe holen od. Nachfragen wird als Versagen interpretiert. |
|
44. |
10 |
10/96 I. erschwert durch enges Denken der Lehrer. |
|
45. |
10 |
10/201 Lehrer wurschteln häufig vor sich hin, anstatt Bedingungen zu stellen. |
|
46. |
10 |
10/235 Nicht alle Lehrer verlieren Skepsis aufgrund positiver Erfahrungswerte. |
|
47. |
10 |
10/319 Integrationskinder werden oft wichtiger genommen als Regelkinder. |
|
48. |
10 |
10/326-326 I. Gedanken verschwindet bei Bildung zweier Blöcke in der I. |
|
49. |
10 |
10/339 Streng gegliederter Unterricht macht I. viel schwieriger. |
|
50. |
10 |
10/407-408 Lehrer legen wenig bis gar keinen Wert auf regelmäßigen Austausch. |
|
51. |
10 |
10/460 I. ist ein Grundgedanke, den man hat od. nicht, bzw. den man versteht od. nicht. |
|
52. |
10 |
14/4 I.- Umstellung für VS-Lehrer leichter. |
|
53. |
10 |
14/5 VS-Lehrer niedrigen Wissenstand u. Einsatz div. Materialien gewöhnt. |
|
54. |
10 |
14/7 HS- Lehrer tun sicht mit Umstellung auf I. schwer. |
|
55. |
10 |
14/93 Ältere Kollegen machen seit Jahren das Gleiche. |
|
56. |
10 |
14/136 Erfolge der Kinder hängt sehr vom Lehrer ab. |
|
57. |
10 |
14/276 Vieles in der I. lehrerabhängig. |
|
58. |
10 |
14/339 3. Leistungsgruppe von Lehrer häufig abgelehnt, da neue Zugänge erforderlich. |
|
59. |
10 |
14/418 Aufgrund besserer Kompetenzen finden viele Kollegen ASO besser. |
|
60. |
10 |
14/429 VS- Lehrer meist größeres Angebotsrepertoire. |
|
61. |
10 |
14/465 Viele Kollegen keine Offenheit für Neues. |
|
62. |
10 |
14/484 Lehrer halten an gewohnten Methoden fest. |
|
63 |
10 |
12/76 Kinder oft ohne gravierende Behinderung SPF, Lehrer häufig zur Erleichterung für SPF. |
|
64 |
10 |
12/91-92 Differenzierungsfauler Lehrer sucht SPF für Turnen an. |
|
65 |
10 |
12/96 Viele Lehrer über Lehrpläne nicht informiert. |
|
66 |
10 |
12/176 Größtes Problem in der I. ist I.- Unwillen der Lehrer. |
|
67 |
10 |
12/192-193 Abschieben in die ASO oft provoziert durch Arbeits- u. Verantwortungsunwillen der Lehrer. |
|
68 |
10 |
12/449-451 Erfolg der Kinder abhängig von Haltung u. Einsatz des Lehrers. |
|
69 |
10 |
12/472 Zweigruppendenken mancher Lehrer wird von Kindern 1:1 übernommen. |
|
70 |
10 |
12/480 Viele Lehrer wollen Verantwortung in der I. nicht übernehmen. |
|
71 |
10 |
12/510 Lehrer mit Haltung immer seltener. |
|
72 |
10 |
2/6 Kollegenbeschreibung der Kinder mit Eigenwahrnehmung nicht immer identisch. |
Merkmal 11: Diesem Merkmal wurden Reduktionen zugeordnet, die Hinweise auf Erwartungen von Seiten des Direktors u. der Lehrer gegenüber Eltern von Integrationskindern beinhalten.
|
1. |
11 |
9/112 Bereitschaft zur Zusammenarbeit u. Unterstützung von Seiten der Eltern für Lehrer wichtig. |
|
2. |
11 |
9/112 Für Lehrer I.- erleichternd wenn I.- Eltern hinter ihnen stehen. |
|
3. |
11 |
9/113 Mitarbeitsbereitschaft der Eltern für Lehrer I.- erleichternd. |
|
4. |
11 |
9/185-186 Integrationszwang von Elternseite für Lehrer sehr belastend. |
|
5. |
11 |
6/224 Eltern müssen in der I. kompromissbereit sein. |
|
6. |
11 |
2/78-80 Mangelhaftes Verständnis der Eltern, wenn I. nicht geht. Medien verpassen Eltern Scheuklappen. |
|
7. |
11 |
14/37 Mangelnde Zusammenarbeit mit Eltern überfordert Integrationslehrer. |
|
8. |
11 |
12/30 Gute Zusammenarbeit mit Eltern, erleichtert I. |
|
9. |
11 |
12/139-140 Funktionierende Kommunikation mit Elternhaus maximiert I. Erfolge. |
|
10. |
11 |
5/87 Lehrer sehr erleichtert, wenn Eltern nach Stundenkürzung einsehen, dass ASO der bessere Weg ist. |
Merkmal 12: Diesem Merkmal wurden Reduktionen, von Aussagen über den Stellenwert von Team- teaching u. der Wichtigkeit von Zusammenarbeit in der Integration zugeordnet.
|
1. |
12 |
4/32-33 Gute Zusammenarbeit der Lehrer sehr positiv für Integrationskinder. |
|
2. |
12 |
8/124 Zusammenarbeit der Lehrer muss in der I. klappen. |
|
3. |
12 |
9/96 Gute Zusammenarbeit der beiden Lehrer ist Glückssache. |
|
4. |
12 |
9/97 Gute Zusammenarbeit der Lehrer ist Basis für I. |
|
5. |
12 |
6/69 Lehrer verstehen unter I. gemeinsame Zuständigkeit für alle Kinder. |
|
6. |
12 |
13/268 Gemeinsame Vorbereitung der Lehrer Gewinn für I. |
|
7. |
12 |
5/49 Zusammenarbeit in der I. wird verunmöglicht wenn Bereitschaft von einzelnem Lehrer nicht gegeben ist. |
|
8. |
12 |
5/50-52 Kinder bekommen gespanntes Klima mit, das durch mangelnde Zusammenarbeit in der I. entsteht. |
|
9. |
12 |
5/53 I. funktioniert auch ohne viel Material, wenn Zusammenarbeit passt. |
|
10. |
12 |
5/54 Wesentlichster Faktor ist die Zusammenarbeit. |
|
11. |
12 |
5/60 I. muss ein Miteinander zwischen Lehrern u. Schülern sein. |
|
12. |
12 |
5/68 Team- teaching großer Vorteil speziell in der Pubertät. |
|
13. |
12 |
5/69 Team -teaching ermöglicht intensiveres Eingehen auf die Kinder. |
|
14. |
12 |
5/72 Geteilte Verantwortung durch Team - teaching erleichternd. |
|
15. |
12 |
2/9 I.- Teamzusammensetzung soll gute Zusammenarbeit ermöglichen. |
|
16. |
12 |
2/58 Kollegen würden sich Team- teaching wünschen aber ohne I. |
|
17. |
12 |
2/103-104 Beide Lehrer müssen für alle Kinder zuständig sein. |
|
18. |
12 |
2/121 Team- teaching ermöglicht gegenseitige Befruchtung. |
|
19. |
12 |
2/124 I. setzt gemeinsame Planung voraus. |
|
20. |
12 |
2/125 Wesentliches Kriterium ist Zusammenarbeit in der I. |
|
21. |
12 |
2/128-129 Sparmaßnahmen bezüglich Bildung verunmöglichen Team- teaching. |
|
22. |
12 |
2/183-184 Team- teaching baut auf guter Zusammenarbeit auf, Praxis berücksichtigt dies zu wenig. |
|
23. |
12 |
2/186 In der Praxis sind auch Lehrer in der I. wo Zusammenarbeit nicht gegeben ist, Konsequenz kann Teamauflösung sein. |
|
24. |
12 |
2/196 Wenn Team- teaching nicht funktioniert ist I. für Kinder unglaubwürdig. |
|
25. |
12 |
2/409 Voraussetzung für Team- teaching ist passende Chemie. |
|
26. |
12 |
2/411 Bereitschaft Team- teaching zu lehren nicht bei allen PÄDAK- Lehrern gegeben. |
|
27. |
12 |
3/3-4 Wenn Zusammenarbeit in der I.- funktioniert, Profit für Lehrer. |
|
28. |
12 |
3/5 Funktionierende Zusammenarbeit ist Um u. Auf in der I. |
|
29. |
12 |
3/10 Gelungene Zusammenarbeit, Profit für alle. |
|
30. |
12 |
3/20 Zusammenarbeit ermöglicht Rollentausch, Integrationslehrer muss nicht immer basal arbeiten. |
|
31. |
12 |
3/27 Basis für I. ist Team- teaching. |
|
32. |
12 |
3/48 Integrationslehrer profitiert bei gelungener Zusammenarbeit von den Zugängen der Kollegen. |
|
33. |
12 |
3/49 Zusammenarbeit lehrreich für die Praxis. |
|
34. |
12 |
3/52 Integrationslehrer kein Kontrollorgan für Kollegen. |
|
35. |
12 |
3/55 Umgang der Lehrer ausschlaggebend für Umgang der Kinder. |
|
36. |
12 |
3/66 Nicht alle Lehrer zur Zusammenarbeit bereit. |
|
37. |
12 |
3/67-68 Lehrer die Bereitschaft zur Zusammenarbeit haben, sind oft positiv überrascht. |
|
38. |
12 |
3/70 Zusammenarbeit wird abgelehnt, weil zweiter Lehrer als Kontrollorgan gesehen wird. |
|
39. |
12 |
3/71-72 Regellehrer oft wenig Verständnis für basale Zugänge der Integrationslehrer. |
|
40. |
12 |
3/131-133 Team- teaching wird häufig noch als Handlangertätigkeit des Integrationslehrers (Overhead bedienen, Tafel putzen) missinterpretiert. |
|
41. |
12 |
3/135 Mangelnde Erfahrung erschwert älteren Lehrern an der PÄDAK Vermittlung von Team- teaching. |
|
42. |
12 |
3/148 Lehrerpersönlichkeit ausschlaggebend für Team- teachingqualität. |
|
43. |
12 |
3/152 Gemeinsame Arbeit für viele Lehrer fremd. |
|
44. |
12 |
3/182 Team- teaching verbinden männliche Lehrer eher mit Kontrollfaktor, u. lehnen es eher ab. |
|
45. |
12 |
3/184 Viele Lehrer lehnen Kooperation u. Koordination mit Kollegen ab. |
|
46. |
12 |
3/336 Geringe Präsenz des Stützlehrers erhöht Abhängigkeit zum Klassenlehrer. |
|
47. |
12 |
3/338 Stützlehrersystem abhängig vom Engagement des Klassenlehrers. |
|
48. |
12 |
3/344-345 Initiative für Planung u. Zusammenarbeit wird vom Integrationslehrer erwartet. |
|
49. |
12 |
3/363 Bei Wegfallen der Zusammenarbeit I. für Integrationslehrer nicht machbar. |
|
50. |
12 |
3/385 Offene Konflikte werden nonverbal ausgetragen, Kinder merken es. |
|
51. |
12 |
10/21 I. klappt wenn Zusammenarbeit möglich. |
|
52. |
12 |
10/22 I. scheitert an mangelnder Zusammenarbeit. |
|
53. |
12 |
10/24 I. bedingt persönliche u. berufliche Einigkeit zw. L. |
|
54. |
12 |
10/27-28 Zusammenarbeit für Studenten leichter als für routinierte L. |
|
55. |
12 |
10/29 Umstellung auf Team- teaching für viele problematisch. |
|
56. |
12 |
10/31 Team- teaching geht ohne Einigkeit nicht. |
|
57. |
12 |
10/32 Team- teaching geht leichter wenn es von jung auf gemacht wird. |
|
58. |
12 |
10/125-126 Geteilte Verantwortung erleichtert Umstellung auf zweiten Lehrer. |
|
59. |
12 |
10/327-329 Mangelnde Teamfähigkeit der Lehrer führt häufig zu Nebeneinander unter dem Deckmantel der I. |
|
60. |
12 |
10/379-380 I. ist Mehrarbeit am Anfang u. wenn Team- teaching nicht funktioniert. |
|
61. |
12 |
10/381-382 Team- teaching Voraussetzung für machbare I. |
|
62 |
12 |
10/400-401 Kollegen nehmen Einladungen in die I. nie wahr. Entweder folgt sofortiges Abblocken od. unendliches Hinausschieben. Kein Interesse an Kooperation. |
|
63 |
12 |
10/556 Fachlehrersystem erschwert Teamarbeit in HS. |
|
64 |
12 |
10/565 Bei nicht funktionierendem Team I. nicht machbar. |
|
65 |
12 |
14/24 Umstellung auf zweiten Lehrer für ältere Lehrer schwieriger. |
|
66 |
12 |
14/28 Mit Fachlehrern Team- teaching teilweise möglich. |
|
67 |
12 |
14/80-81 Ältere Lehrer oft keine Bereitschaft zur Zusammenarbeit. |
|
68 |
12 |
14/89 Gemeinsamer Unterricht, verhindert Auffallen der Integrationskinder. |
|
69 |
12 |
14/92 Team- teaching mit vielen Kollegen unmöglich. |
|
70 |
12 |
14/199 Gleichgesinnte Kollegen in der I. sind Glücksfälle. |
|
71 |
12 |
14/247 Zusammenarbeit in der I. teilweise durch Ignoranz blockiert. |
|
72 |
12 |
14/297 Kinder merken nicht funktionierende Zusammenarbeit. |
|
73 |
12 |
14/328 Gelungene I. bedingt gemeinsame Vorbereitung der Lehrer. |
|
74 |
12 |
14/362 In I. Zusammenarbeit großteils mühsam. |
|
75 |
12 |
14/391 Mehr Spielraum für Lehrer durch gemeinsamen Unterricht. |
|
76 |
12 |
12/42 Erfolg durch Team- teaching maximiert. |
|
77 |
12 |
12/57-58 Klassenlehrer verweigern häufig Unterrichtsverantwortung bei Integrationskindern in Abwesenheit des Stützlehrers. |
|
78 |
12 |
12/68-69 Stützlehrer oft durch mangelnde Zusammenarbeit frustriert. |
|
79 |
12 |
12/183 Lehrer eigene Persönlichkeiten, Angst vor Kontrolle durch Zusammenarbeit. |
|
80 |
12 |
12/184-185 Team- teaching als Vorteil aller Lehrer noch kaum etabliert. |
|
81 |
12 |
12/277 Stützlehrer von Kollegenkooperation abhängig. |
|
82 |
12 |
12/278 Häufig fehlendes Verständnis der Kollegen bzgl. Bedürfnisse der Integrationskinder. |
|
83 |
12 |
12/438 Hohe Fluktuation u. niedrige Motivation der Integrationslehrer nimmt I.- bereiten Klassenlehrern Willen zur Zusammenarbeit. |
|
84 |
12 |
12/461 Fehlendes Miteinander der Lehrer spüren Kinder. |
|
85 |
12 |
12/458-459 Viele Stützlehrer nicht um Zusammenarbeit bemüht. |
|
86 |
12 |
12/513 Optimale Zusammenarbeit in der I. selten. |
Merkmal 13: Diesem Merkmal wurden Reduktionen von Aussagen bzgl. Wertigkeit der Integrationslehrer innerhalb des Kollegiums u. unter den Regelschülern zugeordnet.
|
1. |
13 |
5/56 Akzeptanz aller Lehrer ist viel wichtiger als tolle Materialien. |
|
2. |
13 |
3/9 Teilweises Missverständnis der Integrationslehrer- Rolle, Integrationslehrer macht die Arbeit, Klassenlehrer hat Pause. |
|
3. |
13 |
3/28-29 Wertigkeit des Integrationslehrers für Regelkinder nicht klar. |
|
4. |
13 |
3/34-35 Sanktionen vom Integrationslehrer überrascht Kinder, da er nicht gleichen Stellenwert wie Regellehrer hat. |
|
5. |
13 |
3/38 Unterschiedliche Lehrer -Wertigkeit basiert auf getrenntem Stoff u. Erarbeitung. |
|
6. |
13 |
3/56 Lehrer- Kollegen sehen Integrationslehrer häufig nicht als gleichwertigen Lehrer. |
|
7. |
13 |
3/57-58 Kinder spüren mangelnde Akzeptanz unter den Lehrern. |
|
8. |
13 |
3/59-60 Integrationslehrer nicht immer als gleichwertiger Lehrer akzeptiert. |
|
9. |
13 |
3/61-62 Ohne Regelschullehramt ist der Integrationslehrer "Depp" für das schwache Kind. |
|
10. |
13 |
3/63 Differenzierung zwischen Regel- u. Integrationslehrer sehr stark. |
|
11. |
13 |
3/73 Integrationslehrer muss sich für seine Arbeit oft bei Kollegen rechtfertigen. |
|
12. |
13 |
3/85-86 Kollegen erwarten Rechtfertigung über die Zugänge des Integrationslehrers. |
|
13. |
13 |
3/106 Verbreiteter Irrglaube unter den Lehrer ist, dass I- Lehrer weniger Arbeit hat. |
|
14. |
13 |
3/133 Zusammenarbeit erschwert durch nicht vermittelte Gleichwertigkeit aller Lehrer in der Ausbildung. |
|
15. |
13 |
3/166 Höhere Akzeptanz in der I. wenn Lehrer als Team auftreten. |
|
16. |
13 |
3/167 Gemeinsame Linie des I.- Teams steigert Akzeptanz der Kollegen. |
|
17. |
13 |
3/181 Männliche Kollegen stellen Integrationslehrer- Tätigkeit häufiger in Frage. |
|
18. |
13 |
3/327-328 Vermeidung von Einzelintegration durch Zusammenfassung der Kinder macht Lehrer zu Integrationslehrer u. nicht zu negativ behafteten Stützlehrer. |
|
19. |
13 |
3/329 Stützlehrer niedere Wertigkeit. Bezeichnung impliziert Abwertung. |
|
20. |
13 |
3/331-332 Stützlehrerbezeichnung nichts aussagend u. beleidigend. Wort beinhaltet Unterschied zu normalen Lehrern. |
|
21. |
13 |
3/333 Integrationslehrer verschafft sich durch Dauerpräsenz leichter Gleichwertigkeit, bei Stützlehrer unmöglich. |
|
22. |
13 |
3/351-352 Regellehrer erwarten Initiative vom Integrationslehrer. |
|
23. |
13 |
3/357 Andere Wertigkeit des Integrationslehrers in der Zusammenarbeit oft spürbar. |
|
24. |
13 |
3/381 Lehrer akzeptieren oft nicht wenn Sonderschullehrer Regelkinder benoten wollen. |
|
25. |
13 |
10/393 Integrationslehrer ins Kollegium kaum integriert, Sonderstellung. |
|
26. |
13 |
10/404 Kein Interesse für Integrationslehrer, im Lehrkörper Sonderstellung. |
|
27. |
13 |
14/74 Zusammenarbeit durch Abwertung der Integrationslehrer erschwert. |
|
28. |
13 |
14/96 Für Zusammenarbeit muss Initiative immer vom Integrationslehrer kommen. |
|
29. |
13 |
14/193 Unterricht in der I. kein richtiger Unterricht. |
|
30. |
13 |
14/322 Integrationslehrer ständigen Kampf um Anerkennung als gleichwertiger Lehrer. |
|
31. |
13 |
14/326 Kollegen sehen Integrationslehrer oft als "Beiwagerl." |
|
32. |
13 |
14/334 Auf Gleichwertigkeit u. gemeinsame Zuständigkeit in I. zu achten. |
|
33. |
13 |
14/361 Durch Unterricht der "Außenseiter" wird Integrationslehrer selbst zum Außenseiter. |
|
34. |
13 |
14/360 In der HS Integrationslehrer kein gleichwertiger Kollege, Gruppenzugehörigkeit fehlt. |
|
35. |
13 |
14/431.Integrationslehrer, die sich nicht behaupten, gehen unter. |
|
36. |
13 |
12/43 Lehrer müssen für alle Kinder gleiche Wertigkeit haben. |
|
37. |
13 |
12/81 Nicht alle SPF Stunden Integrationslehrer zugeteilt, da Direktor der Meinung, integrieren kann jeder. |
Merkmal 14: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen von Textstellen zugeordnet, die Hinweise liefern ob u. inwiefern Lehrer sich durch die Arbeit in der Integration verändern.
|
1. |
14 |
4/272 Skepsis u. Nichtbereitschaft der Direktors unbeeinflusst von den positiven I.- Erfolgen an der Schule. |
|
|
2. |
14 |
4/274 Gute I.- Erfahrungen dezimieren Vorbehalte gegen I. nicht. |
|
|
3. |
14 |
13/148 Lehrer nach I. ausgebrannt. |
|
|
4. |
14 |
10/4 I. verändert Arbeitsweise der Lehrer. |
|
|
5. |
14 |
10/309-312 I.- Erfahrungen prägen Lehrer Fokus, verändert sich weg von der Gesamtheit zum Individuellen. |
|
|
6. |
14 |
10/479 I. regt wenn man an Grenzen stößt zur Reflexion an, Frage nach dem Warum stellt sich. |
Merkmal 15: Diesem Merkmal wurden Reduktionen von Aussagen zugeordnet, aus denen hervorgeht was ein Integrationslehrer aus subjektiver Sicht für die Integration an Erfahrungen, Bereitschaft, Sichtweisen u. Fähigkeiten mitbringen soll; was als zweckdienlich erachtet u. genützt wird.
|
1. |
15 |
2/61 Integrationskinder werden oft zusätzlich therapiert, Vernetzung bedeutet Mehrarbeit für Lehrer. |
|
2. |
15 |
2/62-63 I. impliziert für Lehrer Mehrarbeit, Medien u. Eltern sehen dies oft nicht. |
|
3. |
15 |
2/270-271 I. hat weniger mit Ausbildung u. mehr mit Bereitschaft zu tun. |
|
4. |
15 |
2/272 Jüngere Lehrer zeichnen sich durch mehr Einlassbereitschaft u. fundiertere Ausbildung aus. |
|
5. |
15 |
2/354-355 Reflexionsfähigkeit erleichtert Lehrer das Hinterfragen von Dingen u. verhindert unreflektierte Introjektion. |
|
6. |
15 |
3/7-8 Integrationslehrer muss sich auf viele diverse Charaktere einlassen können. |
|
7. |
15 |
3/144 Einlassbereitschaft ist primär nicht altersabhängig. |
|
8. |
15 |
3/146 I. hängt primär von Einlass- u. Kompromissbereitschaft u. weniger von Alter u. Ausbildung ab. |
|
9. |
15 |
3/392 Austausch mit Integrationslehrer- Kollegen anderer Schulen sehr wichtig |
|
10. |
15 |
10/5 I. ohne Einlassbereitschaft nicht möglich. |
|
11. |
15 |
10/8-9 I. funktioniert bei mangelnder Ausbildung wenn Einlassbereitschaft gegeben ist. |
|
12. |
15 |
10/23 I. ist belastend fordert Flexibilität u. Mut zur Innovation. |
|
13. |
15 |
10/82 Berufsbegleitender I.- Lehrgang für Praxis hilfreich. |
|
14. |
15 |
10/99 Junglehrer nehmen eher Hilfe in Anspruch ohne schlechtes Gewissen. |
|
15. |
15 |
10/320 Gleichbehandlung verhindert Aufspaltung in zwei Gruppen. |
|
16. |
15 |
10/347 Umstellung auf offenen Unterricht am Anfang schwierig u. Mehrarbeit. |
|
17. |
15 |
10/461 Thematik unterscheidet sich bei I. von behinderten Kindern, ausländischen Kindern u. hochbegabten Kindern nicht. In jedem Fall bedingt I. Bereitschaft zur Veränderung u. Neuem. |
|
18. |
15 |
10/533 I. fordert neue Wege u. individuelle Ansätze. |
|
19. |
15 |
14/13 I. fordert Flexibilität u. Zusammenarbeit mit diversen Charakteren. |
|
20. |
15 |
14/20 I. Verantwortung muss nicht allein getragen werden, mehr Kreativität möglich. |
|
21. |
15 |
14/21 I. wenig Feststehendes, Integrationslehrer muss viel erkämpfen. |
|
22. |
15 |
14/23 I. setzt Teamfähigkeit, Flexibilität u. Zusammenarbeit mit diversen Persönlichkeiten voraus. |
|
23. |
15 |
14/46 In der I. alle Infos selber verschaffen. |
|
24. |
15 |
14/218-219 Erfahrungsaustausch, interne Fortbildungen u. längere Vorbereitungsfasen vor I.- Beginn von Lehrern gewünscht. |
|
25. |
15 |
14/238-239 I.- Team setzt Anliegen besser durch als einzelner. |
|
26. |
15 |
14/245 Integrationslehrer muss Kämpfernatur u. Kompromissfähigkeit vereinen können. |
|
27. |
15 |
14/296 I. erfordert viel Diplomatie im Umgang mit Kollegen. |
|
28. |
15 |
14/321 Vorteil für I., VS-Lehrer Abteilungsunterricht aus Praxis gewohnt. |
|
29. |
15 |
14/332 Materialleihstelle für I. wünschenswert. |
|
30. |
15 |
14/438 I. verlangt nötige Diplomatie. |
|
31. |
15 |
12/97 Jeder Lehrer muss sich mit I. auseinandersetzen, denn I. ist Tatsache. |
|
32. |
15 |
5/170 In der gesamten Klasse muss thematisiert werden, dass es eine Untergruppe gibt, die manchmal etwas Besonderes braucht. |
|
33. |
15 |
5/178 Es muss thematisiert werden, dass jeder Stärken u. Schwächen hat. |
|
34. |
15 |
3/160 Supervision hilfreich in der I. |
Merkmal 16: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen von Aussagen zugeordnet, die auf Überforderungen u. fehlende Unterstützung von Lehrern u. Direktoren hinweisen.
|
1. |
16 |
10/74 Mangelnde Unterstützung der L. lässt Engagement im Burnout enden. |
|
|
2. |
16 |
11/264 Direktor bei 25 Schülern u. einem Integrationskind überfordert. |
|
|
3. |
16 |
4/27 Klassenlehrer häufig mit behinderten Kindern überfordert. |
|
|
4. |
16 |
4/163 Turnlehrer fordert bei Integrationskind mit SPF in Werken u. Mathe, das sämtliche Sportarten beherrscht SPF für Turnen an. |
|
|
5. |
16 |
4/221 Lehrer fühlt sich mit Integrationskind bei Schullandwochen überfordert. |
|
|
6. |
16 |
4/299 Vielen Lehrern fehlen Erfahrungen, dadurch massive Überforderung. |
|
|
7. |
16 |
9/59 Direktorin lehnt aus Überforderung I. ab. |
|
|
8. |
16 |
6/129 Lehrer im Umgang mit Behinderung oft hilflos. |
|
|
9. |
16 |
13/255 Lehrer in der I. überfordert. |
|
|
10. |
16 |
13/406 Lehrer in I. absolut überfordert. |
|
|
11. |
16 |
13/442 Autistischem Kind werden Nebenfächer zur Gänze vorenthalten, da es wegen angenommener Überforderung nur 3 Stunden täglich in HS bleiben darf. |
|
|
12. |
16 |
2/75 Rollstuhlkind das gewickelt werden muss, kann nicht einmal einem Sonderschullehrer in der I. zugemutet werden. |
|
|
13. |
16 |
2/87 I. stößt an Grenzen, wenn Verhalten des Kindes Lehrer überfordert. |
|
|
14. |
16 |
2/91-92 Kinder die nett lachen u. mitsingen überfordern weniger als solche, die ungeteilte Aufmerksamkeit brauchen. |
|
|
15. |
16 |
2/235 Wenn Lehrer gegen I. sind, sind sie nicht böse, sondern überfordert. |
|
|
16. |
16 |
2/244 Wenn Lehrer wegen Überforderung K. für die I. ablehnen, werden Eltern uneinsichtig u. böse. |
|
|
17. |
16 |
10/59 Lehrer fühlen sich alleingelassen in der I. |
|
|
18. |
16 |
10/84 Lehrer fühlen sich mit der Verantwortung in der I. allein gelassen. |
|
|
19. |
16 |
10/114-116 Am Ende der I. häufig Gefühl der Übernommenheit. |
|
|
20. |
16 |
10/227-228 Lehrer lehnen I. aus Überforderung u. Versagensängsten ab, Unterstützung fehlt. |
|
|
21. |
16 |
10/238 Lehrer lehnen I. aus Überforderung nicht aus Überzeugung ab. |
|
|
22. |
16 |
10/565 Doppelbelastung durch Teamkonflikte u. Integrationskind für Lehrer zu viel. |
|
|
23. |
16 |
14/352-353 Integrationslehrer oft mit Schwerbehinderte überfordert. |
|
|
24. |
16 |
12/4 Viele Integrationslehrer fühlen sich im Stich gelassen. |
|
|
25. |
16 |
12/114 Klassenlehrer ohne Stützlehrer mit Integrationskind häufig überfordert. |
|
|
26. |
16 |
12/443 Integrationslehrer fühlen sich im Regen stehen gelassen. |
|
|
27. |
16 |
14/379 I. ist nicht einfach. |
Merkmal 17: Diesem Merkmal wurden Reduktionen von Aussagen zugeordnet, die Aufschluss geben über den Wunsch u. die Bereitschaft von Lehrern in die Integration zu gehen u. die vorstellbare Verweildauer thematisieren.
|
1. |
17 |
3/177-178 Integrationslehrer werden um gute Rahmenbedingungen beneidet, an Tausch kein Kollege interessiert. |
|
2. |
17 |
3/179 Viele Kollegen weigern sich in die I. zu gehen. |
|
3. |
17 |
10/18 Jüngere Lehrer stellen sich leichter auf I. ein. |
|
4. |
17 |
10/77-78 Engagierte Lehrer packen Belastungen nur temporär u. kippen häufig ins Gegenteil. |
|
5. |
17 |
10/79 Hohe Belastungen in der I. führen häufig zu Sparten od. Berufswechsel od. zu konventionellem Unterricht. |
|
6. |
17 |
10/392 I. wird gerne anderen Lehrern abgegeben. |
|
7. |
17 |
10/562 Viele Lehrer probieren I. ein Jahr u. lassen sich dann versetzen. |
|
8. |
17 |
14/192 Viele Integrationslehrer wollen nicht zeitlebens in der I. bleiben. |
|
9. |
17 |
14/343 Ältere Kollegen überlassen I. gerne jüngeren. |
|
10. |
17 |
14/356 I. lebenslang meist für Lehrer unvorstellbar. |
|
11. |
17 |
14/490 Lehrer reißen sich nicht um I. |
|
12. |
17 |
12/514 Viele Lehrer, die I. machen müssen ausgelaugt u. frustriert. |
Merkmal 18: Diesem Merkmal wurden Reduktionen aus Aussagen über die Beurteilung der Pädagogischen Akademie (PÄDAK) allgemein, Ausbildungsbeurteilung u. Ausbildungswünsche der Lehrer u. Eltern zugeordnet.
|
1. |
18 |
11/234 Lehrer für I. nicht adäquat ausgebildet. |
|
|
2. |
18 |
11/235 In I. meist junge, unerfahrene Lehrer ohne Zusatzausbildung. |
|
|
3. |
18 |
11/268 Mangelnde Ausbildung überfordert Lehrer in der I. |
|
|
4. |
18 |
11/336 Lehrerausbildung sollte besser werden. |
|
|
5. |
18 |
11/340 Bessere Schulung der Lehrer für alle von Vorteil. |
|
|
6. |
18 |
11/364 Lehrer sollten zu jährlichen Fortbildungen verpflichtet werden. |
|
|
7. |
18 |
4/16 Regellehrern fehlt Know-how für Förderung von behinderten Kindern. |
|
|
8. |
18 |
4/21 Normalen Lehrer fehlt Know-how, ASO- Ausbildung in I. ein Vorteil. |
|
|
9. |
18 |
4/245 Ausbildung müsste mehr praktische Erfahrungswerte beinhalten. |
|
|
10. |
18 |
4/246-247 Integrationsvorlesungen sollten für alle PÄDAK- Studenten verpflichtend sein. |
|
|
11. |
18 |
4/249 Alle Lehrer sollten gemeinsame Grundausbildung haben. |
|
|
12. |
18 |
4/261-263 Engagierte, fortbildungsfreudige Lehrer stoßen seltener an Grenzen, die u. U aufs Kind projiziert werden. |
|
|
13. |
18 |
8/137-138 ASO- Ausbildung meist kein Vorteil in der I. Schulung, bestimmt Blick. |
|
|
14. |
18 |
8/212 Ausbildung müsste reflexive Fähigkeiten berücksichtigen. |
|
|
15. |
18 |
8/213 Umgang mit Ängsten sollte Thema der Ausbildung sein. |
|
|
16. |
18 |
8/223 PÄDAK keine Bereitschaft Sonderpädagogik durch I.- Pädagogik im Studienplan zu ersetzen. |
|
|
17. |
18 |
8/230 Ziel jeder Pädagogik muss die I. von behinderten Menschen ins Leben sein. |
|
|
18. |
18 |
8/233 Sonder- inkludiert Touch von Aussonderung. |
|
|
19. |
18 |
9/234 Alle Lehrer sollten für I. ausgebildet werden. |
|
|
20. |
18 |
6/115 Ausbildung müsste mehr über Umgang mit behinderten Kindern beinhalten. |
|
|
21. |
18 |
6/116 Sonderpädagogikausbildungsinhalte teilweise veraltet. |
|
|
22. |
18 |
6/122 Sonderpädagogik viel Erfahrung jedoch nicht neuester Stand. |
|
|
23. |
18 |
6/123 Sonderpädagogikentwicklung stagniert. |
|
|
24. |
18 |
6/130 Hilflosigkeit durch mehr Kontakt in Ausbildung dezimierbar. |
|
|
25. |
18 |
6/134 Keine speziell ausgebildeten Lehrer für I. |
|
|
26. |
18 |
6/149-151 ASO Ausbildung birgt größere Gefahr der Schubladisierung u. fehlenden Blick auf Individuelles. |
|
|
27. |
18 |
1/426 Lehrer nicht für Vielfalt ausgebildet. |
|
|
28. |
18 |
13/418-419 Erfolgreiche I. nicht primär ausbildungsabhängig. |
|
|
29. |
18 |
13/458 Sonderschullehrerin größere I.- Gegnerin als Regelkollegen. |
|
|
30. |
18 |
13/588 Ausbildung muss Lehrer besser auf I. vorbereiten. |
|
|
31. |
18 |
13/590 Lehrern fehlt oft nötiges Know-how. |
|
|
32. |
18 |
13/595 Lehrern fehlt für spezielle Bereiche Hintergrundwissen. |
|
|
33. |
18 |
7/89-92 Ausbildung stellt keine gute Basis dar. Ausbildung für I. wünschenswert, ASO- Ausbildung kann Halt geben. |
|
|
34. |
18 |
7/115-117 Da es Wahlrecht gibt kann jeder Lehrer mit I. konfrontiert werden. PÄDAK reagiert in der Ausbildung nur ansatzweise mit einzelnen Modulen darauf, kein fixer Ausbildungsbestandteil. |
|
|
35. |
18 |
7/126-129 I. braucht kreative Ansätze, die nicht jedem Lehrer liegen, jedoch die Basis zur Arbeit mit behinderten Kindern muss geschaffen werden. |
|
|
36. |
18 |
7/510 Menschenbild müsste in der Ausbildung thematisiert werden u. bedürfnisorientiertes Denken sollte das Konzeptdenken ersetzen. |
|
|
37. |
18 |
7/511 Reflexive Fähigkeiten müssten in der Ausbildung vermittelt werden, wenn eigene Grenzen sichtbar u. verstehbar werden, wird der Umgang erleichtert. |
|
|
38. |
18 |
2/167-169 Ausbildung sollte bessere Basis für I. schaffen. |
|
|
39. |
18 |
2/170-172 I.- Wahrscheinlichkeit für jeden Lehrer gegeben. Ausbildung sollte darauf vorbereiten. |
|
|
40. |
18 |
2/277-278 Ausbildung muss bei Junglehrern I.- Basis schaffen, bestehende Lehrerschaft kann nicht geändert werden. |
|
|
41. |
18 |
3/131-133 PÄDAK reagiert allmählich in der Ausbildung bzgl. Team- teaching. |
|
|
42. |
18 |
10/12 PÄDAK schafft keine Basis für I. |
|
|
43. |
18 |
10/14 PÄDAK- Studenten hören kaum etwas von I. |
|
|
44. |
18 |
10/15 I. in der PÄDAK nur Randthema. |
|
|
45. |
18 |
10/16 I.- Modul nicht verpflichtend für PÄDAK- Studenten. |
|
|
46. |
18 |
10/70-72 Soziale I. gelingt leichter; Kognitive I. ohne Ausbildung schwierig. |
|
|
47. |
18 |
10/229-232 Lehrer lehnen Neues von Vornherein ab, Begründung ist mangelnde Ausbildung. |
|
|
48. |
18 |
10/250 Keine Möglichkeit der I. eines lernschwachen Kindes an der Übungshauptschule der PÄDAK. |
|
|
49. |
18 |
10/252 Übungshauptschule der PÄDAK lehnt I. von leicht lernbehindertem Kind ab. |
|
|
50. |
18 |
10/269 Gerade Übungshauptschule der PÄDAK müsste Integrationsklassen führen. |
|
|
51. |
18 |
14/335 I. wird von Lehrer häufig mit Verweis auf mangelnde Ausbildung abgelehnt. |
|
|
52. |
18 |
14/350 Integrationslehrer wünschen mehr didaktische Impulse. |
|
|
53. |
18 |
14/394 Ausbildung soll Praxis besser vorbereiten. |
|
|
54. |
18 |
14/448-449 Aufgrund hoher Anforderungen mehrere Ausbildungen für Lehrer vorteilhaft. |
|
|
55. |
18 |
14/450 Vermehrte Implementierung praxisrelevanter Dinge in Ausbildung erforderlich. |
|
|
56. |
18 |
12/10 Mangelnde Ausbildung häufig I.- Ablehnungsgrund der Lehrer. |
|
|
57. |
18 |
12/130 Stützlehrerwahrscheinlichkeit für alle PÄDAK- Absolventen groß. |
|
|
58. |
18 |
12/166-168 Integrationslehrern fehlt oft nötiges Know-how. |
|
|
59. |
18 |
12/30 Bedürfnisorientierte Angebote für Integrationskinder fehlen oft wegen mangelnder Kenntnis der Lehrer. |
|
|
60. |
18 |
12/479 Ausbildung nicht sehr befriedigend für Praxis. |
|
|
61. |
18 |
10/102-103 Junge Kollegen mit I. vertrauter. |
Merkmal 19: Diesem Merkmal wurden Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die Integrationshemmnisse durch Haltungen u. nicht Bereitstellung von adäquaten Rahmenbedingungen ausgehend vom System beschreiben. Unter System werden alle Instanzen von der Direktorenebene aufsteigend verstanden. (Direktoren, Bezirks u. Landesinspektoren, Ministerium, Politiker etc.)
|
1. |
19 |
11/180 Bei Stützstundenfestlegung geht es nicht um Bedürfnisse der Kinder. |
|
2. |
19 |
11/216 Viele Schulen machen I. aus Zwang nicht aus Überzeugung. |
|
3. |
19 |
11/348 Schule geht häufig an Bedürfnissen der Kinder vorbei. |
|
4. |
19 |
11/354 Schulsystem produziert durch Vorgangsweise immer mehr Außenseiter. |
|
5. |
19 |
4/295-296 Einheitsausbildung der Lehrer geht von theoretischer Homogenität aus, dadurch immer mehr Außenseiter produziert. |
|
6. |
19 |
4/316 I. wird von diversen Mächten nicht nur von Lehrer beeinflusst. |
|
7. |
19 |
4/331-332 I.- Beratung durch SPZ vom System falsch organisiert. |
|
8. |
19 |
4/333. I.- Beratung muss eigene unabhängige Person machen. |
|
9. |
19 |
4/338-340 Für System nicht primär Bedürfnisse der Kinder, sondern organisatorische Belange ausschlaggebend. |
|
10. |
19 |
4/351 Wünschenswert wäre ein flexibleres System mit individuellen Spielräumen. |
|
11. |
19 |
9/53 Ohne gesetzliche Rahmenbedingungen kein Entgegenkommen von Behördenseite. |
|
12. |
19 |
9/199 Objektive I.- Beratung setzt neutrale Person ohne Doppelfunktion voraus. |
|
13. |
19 |
9/215 Lehrer, der sich über schlechte I.- Rahmenbedingungen äußert hat mit Problemen zu rechnen. |
|
14. |
19 |
9/216 Nichtaufgabe der SPZ- Schlüsselposition, soll kontrollierte I.- Dosierung gewährleisten. |
|
15. |
19 |
9/242-243 System primär Rahmenbedingungen im Blick nicht Kind u. Recht auf Bildung. |
|
16. |
19 |
9/251 Führenden Personen fehlt es an Grundeinstellung. |
|
17. |
19 |
9/388 Eltern dürfen nicht von oben her zur Abtreibung eines behinderten Kindes genötigt werden. |
|
18. |
19 |
6/114 I. braucht geeignete Voraussetzungen u. geschulte Leute, die es machen wollen. |
|
19. |
19 |
6/536 Auch Regelkinder Probleme mit Schulsystem. |
|
20. |
19 |
1/29 System Angst vor I.- Kämpfern. |
|
21. |
19 |
1/109 Behinderte für Politik nur interessant, wenn sie Geld bringen. |
|
22. |
19 |
13/589 Lehrer oft nicht nötige Unterstützung für I. |
|
23. |
19 |
7/23Definitiven Schulort erfährt behindertes Kind bei Einschreibung nicht. |
|
24. |
19 |
7/25-26 Schulbehörde an keiner enttäuschungsabwehrenden Lösung interessiert. |
|
25. |
19 |
7/28 5 Stützstunden reichen für ein Kind nie. |
|
26. |
19 |
7/31 Es heißt dann immer ich würde mehr Stützstunden geben aber es gibt nicht mehr. Integration wird dadurch von vornherein abgebrochen, außer es entwickelt sich zufällig was. |
|
27. |
19 |
2/35-39 Andere Regelung machbar, jedoch Schulbehörde u. Politik sieht dadurch ihre konservativen Strukturen gefährdet u. forciert I. deswegen nicht. |
|
28. |
19 |
7/40 Schulbehörde ist gegen jede Neuerung. Lehnt auch alternative Lehrmethoden trotz guter Ergebnisse ab. |
|
29. |
19 |
7/50 Schulbehörde lässt sich durch gute Erfolgsnachweise nicht umstimmen u. bleibt strukturkonservativ. |
|
30. |
19 |
7/51 Entscheidungsträger nicht reformfreudig. Jetzige Ministerin verhindert I. |
|
31. |
19 |
7/54-55 Ministerin ignoriert Kommissionsergebnisse. Es scheitert nicht nur an ihrer Person allein. |
|
32. |
19 |
7/63 Gesamtes Schulsystem krankt, jedoch die Konsequenzen für behinderte Kinder sind fataler. |
|
33. |
19 |
7/94-98 System schafft ungünstige Ausgangslage. Viele Lehrer erfahren erst im Herbst, von der I. Kein rechtzeitiges Kennen lernen u. Vorbereiten möglich. |
|
34. |
19 |
7/100-101 Schulbehörde lässt bessere Planung bzgl. formaler Belange missen. |
|
35. |
19 |
7/103-104 Kennen lernen von Kindern impliziert intensive Auseinandersetzung, Schulamt gibt nötige Zeit nicht. Mangelnde Vorinformationen bzgl. Biografie, Verhalten, Fähigkeiten wirken sich erschwerend aus. |
|
36. |
19 |
7/130-131 Behördenseite zeigt keine Bereitschaft zur Umstrukturierung, es wird weiterhin in Normal- u. ASO- Plänen gedacht u. keine gem. Basis gesucht. |
|
37. |
19 |
7/132 Behörde lässt Eltern gerne in Bittstellerrolle. |
|
38. |
19 |
7/137-138 SPZ- Leiter in Rollenkonflikt, einerseits müssen sie objektiv über I. aufklären andrerseits eigenes Haus füllen. |
|
39. |
19 |
7/144 Bei adäquaten Rahmenbedingungen gebe es genug Direktoren u. Lehrer die I. als positive Herausforderung sehen u. umsetzen würden. |
|
40. |
19 |
7/168 Abwehr bei Direktor entsteht durch I.- Zwang durch Inspektor. |
|
41. |
19 |
7/173 Hierarchisch ist die SPZ- Leitung für die I. Aufklärung zuständig. Inhaltlich besteht ein Widerspruch, denn sie kommt aus segregierendem Feld u. soll über I. objektiv aufklären. |
|
42. |
19 |
7/203 Uneinige Haltung der Behörden u. Experten, die oft Argumente für ASO liefern, bestätigen die Zweifel der I.- Gegner. |
|
43. |
19 |
7/249 Mangelnde Strukturen schränken den Spielraum der Eltern ein. |
|
44. |
19 |
7/294-296 Zu wenig Stunden, sind vergleichbar mit einem Koch der Schnitzel machen soll u. nur Fleischkäse hat, er wird beim Chef Fleisch fordern müssen u. genauso muss ein Insp. passende Möglichkeiten für qualitative Arbeit einfordern. |
|
45. |
19 |
7/297-299 Bedingungen ändern sich hartnäckig nicht, weil nur Lehrer mit systemerhaltender, konservativer Gesinnung Chance auf höhere Posten bekommen. |
|
46. |
19 |
7/306-307 Unpragmatisierte Lehrer dürfen keine Kritik bzgl. Schulbedingungen üben, sonst droht zw. den Zeilen Kündigung. Sie werden zur Überlegung angehalten, ob Schule schon der richtige Arbeitsplatz für sie ist. |
|
47. |
19 |
7/312-314 Schulbehörde reagiert schneller, wenn Eltern sich über zu wenig Stunden beschweren u. auf ihr Recht pochen, als wenn Hinweis vom Lehrer kommt. |
|
48. |
19 |
7/315 Stundenmangel wird gerne als Argument vorgeschoben, denn jedes Mal wo Integration Tirol Eltern zum Inspektor begleitet, gibt es mehr Stunden. |
|
49. |
19 |
7/322 Die Grundhaltung ist teilweise bewusst u. teilweise unbewusst, es ist keine Verschwörungstheorie des Unterrichtsministeriums aber es gibt klare Weisungen. |
|
50. |
19 |
7/323-324 SPZ- Leitung bekommt Weisung, ungeachtet der Gutachtenergebnisse keinen SPF mehr auszustellen. |
|
51. |
19 |
7/329-332 Möglichkeit zum Stunden sparen, wäre die Aufhebung der Leistungsgruppen. Die Zuständigen sind gefordert weitere Möglichkeiten zu suchen u. damit Stundenproblem zu lösen. |
|
52. |
19 |
7/370-372 Bei Problemen wendet sich der Direktor an den Inspektor der schlägt Eltern Lösung vor, er kann sie zur ASO nicht zwingen, außer massive Gewalt ist gegeben, dann wird Passus "nicht integrierbar" wirksam. |
|
53. |
19 |
7/418-420 ASO u. I. parallel ist teuerste Variante, die man sich leisten will. |
|
54. |
19 |
7/522 Systemschwächen werden häufig am Rücken der Kinder ausgetragen. |
|
55. |
19 |
5/138 SPF aufheben birgt Risiko der Überforderung, da Kind allein mit dem Stoff fertig werden muss. |
|
56. |
19 |
5/247 Stundenkürzungen aufgrund Einsparungen sind nur verkraftbar, wenn Defizite der K. nicht zu hoch u. Kollegen bereit sind, z.B. Turnstunde ohne Stützlehrer zu halten. |
|
57. |
19 |
2/14 Politiker haben sich zu wenig bzgl. I. überlegt. |
|
58. |
19 |
2/98-102 Schulamt u. Ministerium hat sich I. zu wenig überlegt. |
|
59. |
19 |
2/131 Politiker sind offen gegenüber neue Ideen, Geld für die Umsetzung wird nicht bereitgestellt. |
|
60. |
19 |
2/229 Ideen finden Anklang, Geld für Umsetzung wird nicht bereitgestellt. |
|
61. |
19 |
2/292 Chance der Weiterentwicklung der I. durch neue Zugänge nur gegeben, wenn finanzielle Mittel bereit sind. |
|
62 |
19 |
2/306 Geld ist ausreichend vorhanden nur bei Kinder u. Bildung wird immer gespart. |
|
63 |
19 |
2/330 Ideen u. Ansätze gut, Durchführung mangelhaft. |
|
64 |
19 |
2/377-378 Wenn die Ministerin mit I. ein Lebenswerk schaffen will, ohne inhaltlichem Interesse wird I. verschwinden. |
|
65 |
19 |
2/388 Eltern haben das Recht, Umsetzungsbedingungen fehlen. |
|
66 |
19 |
2/406 Lehrer wünschen vom Amt Rahmenbedingungen zur autarken Teamzusammensetzung. |
|
67 |
19 |
2/408 Große Unsicherheiten bei Lehrer durch willkürliche Teamzusammensetzung. |
|
68 |
19 |
2/452 Gesetzgeber falsches Verständnis von I. |
|
69 |
19 |
2/454-455 Lehrer die I. positiv, kritisch u. selbstkritisch sehen, sollten öfter zu Wort kommen. |
|
70 |
19 |
3/42 Unterschiedliche Einstufungen verhindern gemeinsame Basis in Mathe. |
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71 |
19 |
3/117 Lehrerkonkurrenz entsteht durch Druck von außen. |
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72 |
19 |
3/310 Durch Aufstufung riskiert Integrationslehrer Job. |
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73 |
19 |
3/324 Lücke im System gefährdet SPF- Aufhebung. |
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74 |
19 |
3/326 5 Stunden pro Kind reichen speziell bei Einzelintegration nie aus. |
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75 |
19 |
4/168 Nach langem Kampf der Eltern Einstufung auf Normallehrplan ohne Verlust der Stützstunden plötzlich möglich. |
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76 |
19 |
10/143 Unflexible Handhabe der Stunden Nerv tötend. |
|
77 |
19 |
10/144 Bewilligte Stützstunden zuviel od. zuwenig, individuelle Abstimmung nicht möglich. |
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78 |
19 |
10/156-157 Individuelle Bedürfnisse im Gesetz nicht berücksichtigt, bringt Lehrer in Zwickmühle. |
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79 |
19 |
10/160 System sollte mehr Individualität zulassen. |
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80 |
19 |
10/161 Lehrer sollte vom System individuelle Bedürfniseinschätzung der Kinder zugetraut werden. |
|
81 |
19 |
10/162-163 System traut Lehrer individuelle Stützstundeneinschätzung nicht zu, fürchtet Stützstundenmissbrauch. |
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82 |
19 |
10/172 System verhindert mit ganz od. gar nicht- Prinzip sinnvollen Einsatz von Stützstunden. |
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83 |
19 |
10/189-190 Stützstundenvergabe nach Kopf, nicht nach Bedürfnis. |
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84 |
19 |
10/206-207 I.- Team wird bei gemeinsamen Versetzungsantrag nicht als Team berücksichtigt. |
|
85 |
19 |
10/222 Logik nicht erkennbar, Schulen die I. wollen bekommen keine u. andere müssen ohne zu wollen. |
|
86 |
19 |
10/297 Notengebung insgesamt ungünstig, in der I. besonders. |
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87 |
19 |
10/416 I.- Klassen für I.-Lehrer angenehmer als Einzelintegration. |
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88 |
19 |
10/417 Einzelintegration von schwer behindertem Kind geht immer auf Kosten der Regelkinder. |
|
89 |
19 |
10/434 Regelkinder erfahren im Mai ihren Schulort, Integrationskinder bleiben bis Herbst im Ungewissen. |
|
90 |
19 |
10/446 Bürokratische Hürden werden Eltern nicht erklärt u. keine Bereitschaft sie am laufenden zu halten. |
|
91 |
19 |
10/453 ASO u. I. parallel teuerste Variante. |
|
92 |
19 |
10/457 Kostenfrage berücksichtigt Nachhaltigkeit von I. nicht, argumentiert nur mit momentanen Kosten. |
|
93 |
19 |
10/522 I.-Klassen oft als Auffangnetz für Schwächere missbraucht. Niederes Klassenniveau aufgrund der Zusammensetzung wird I. angelastet. |
|
94 |
19 |
10/523 In der Stadt häufig I. zu Auffangklassen für schwierige Kinder gemacht. |
|
95 |
19 |
10/524 Heterogene Klassenzusammensetzung in der I. von Vorteil. |
|
96 |
19 |
14/3 Viele Integrationslehrer gleiche Probleme mit unpassenden Rahmenbedingungen. |
|
97 |
19 |
14/14 Integrationslehrer- Treffen weisen auf ähnliche Problematik aller hin. |
|
98 |
19 |
14/156 ASO u. HS- Lehrplan nicht kompatibel. |
|
99 |
19 |
14/231 Integrationslehrer wünschen mehr Zeit für Vorbereitung u. Anbahnung. |
|
100 |
19 |
14/283 Eingriff in bestehende Systeme immer schwierig. |
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101 |
19 |
14/287 Integrationslehrer erfahren erst im Herbst von bevorstehender I. |
|
102 |
19 |
14/288 Rahmenbedingungen sollten vor I. geklärt werden. |
|
103 |
19 |
14/357 Hartnäckige Unveränderbarkeit der Bedingungen u. ständiger Kampf lassen Integrationslehrer Handtuch werfen. |
|
104 |
19 |
14/380 Grundzüge der I. positiv, Umsetzung nicht. |
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105 |
19 |
14/388 Stützstunden bei Einzelintegration häufig zu wenig. |
|
106 |
19 |
14/456-457 Weiterbildung für Lehrer wichtig zur Unterrichtsoptimierung u. Psychohygiene jedoch zu wenig Angebote. |
|
107 |
19 |
14/495 Gesetzgeber von Praxis keine Ahnung. |
|
108 |
19 |
14/497 Fortbildungen tröstlich, alle Lehrer ähnliche I.- Probleme. |
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109 |
19 |
12/8 Kinder haben Recht auf I., Lehrer kein Recht sich zu weigern. |
|
110 |
19 |
12/46 Integrationslehrer meist PÄDAK- Abgänger ohne Erfahrung. |
|
111 |
19 |
12/49-50 Lehrplan für ASO-S setzt Schwerpunkt auf Lebenspraktisches u. bei ASO eine Stufe unter VS-Lehrplan. |
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112 |
19 |
12/66 I- Bedingungen nicht optimal. |
|
113 |
19 |
12/71-72 Kinder mit leichteren Defiziten, früher Normalschüler heute durch SPF Sonderschüler. |
|
114 |
19 |
12/75 Normal intelligente Kinder aufgrund Konzentrationsstörungen in der I. |
|
115 |
19 |
12/80 Je mehr SPF angesucht, desto schlechter Stundenbedingungen. |
|
116 |
19 |
12/83 Mit SPF- Stunden häufig Schindluder getrieben. |
|
117 |
19 |
12/87-90 Noten in der I. oft nicht stimmig, bei 1er u. 2er braucht es keinen SPF. |
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118 |
19 |
12/154-155 Gemeinsamer Unterricht in I. durch unterschiedliche Bücher erschwert. |
|
119 |
19 |
12/237-238 I.- Recht per se, berücksichtigt eigentliche Bedürfnisse oft nicht. |
|
120 |
19 |
12/291 Rahmenbedingungen stimmen nicht wenn VS-Lehrer wegen Sonderschullehrer- Mangel in die ASO muss. |
|
121 |
19 |
12/331 Sparkurs bei Bildung verbaut Zukunftschancen. |
|
122 |
19 |
12/44 I. läuft vom System her falsch. |
|
123 |
19 |
12/527 System voller Paradoxien. |
|
124 |
19 |
14/291 Wenn integriert wird dann sinnvoll durch adäquate Rahmenbedingungen. |
|
125 |
19 |
14/64-65 I. durch verschiedene Lehrpläne erschwert. |
Merkmal 20: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, aus denen hervorgeht, dass Integration per se verhindert wird.
|
1. |
20 |
11/8 Eltern wird bei Einschreibung bewusst Möglichkeit auf I. vorenthalten. |
|
|
2. |
20 |
11/10 Direktor fordert Eltern auf Kind in die ASO zu geben. |
|
|
3. |
20 |
11/68 Direktor wollte I. verhindern. |
|
|
4. |
20 |
11/69 Ohne I.- Recht viele Kinder in ASO. |
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|
5. |
20 |
11/156 Direktor keine Bereitschaft mit behinderten Kindern zu arbeiten. |
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|
6. |
20 |
11/157 Direktor auf Elternanfrage bewusst I.- Möglichkeit verschwiegen. |
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|
7. |
20 |
11/218 I.- Wunsch der Eltern oft mit viel Widerstand der Schule negiert. |
|
|
8. |
20 |
11/221 I.- Wunsch der Eltern wollen Schulen häufig durch Verbreitung von Unwahrheiten entkräften. |
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|
9. |
20 |
8/154 ASO wollen Lehrerposten halten u. keine Kinder der I. abgeben. |
|
|
10. |
20 |
9/18-19 Pädagogische Leiterin des Landes gibt Eltern trotz laufender Schulversuche Auskunft, offiziell über I. nichts zu wissen. |
|
|
11. |
20 |
9/85 Behörde verlangte I.- Zustimmungserklärung aller Regeleltern. |
|
|
12. |
20 |
9/86 Schulinspektor wollte I.- Zustimmung der Eltern verhindern. |
|
|
13. |
20 |
9/176 Schulbehörde sehr negative Einstellung gegenüber der I. |
|
|
14. |
20 |
9/177 Veränderungsresistenz des Systems soll durch ASO- Plädoyer bzgl. besserer Förderung verdeckt werden. |
|
|
15. |
20 |
9/191 System nach außen I.- bereit, nach innen keine nötige Ressourcenbereitstellung. |
|
|
16. |
20 |
9/192 I.- Umsetzinteresse des Systems nicht gegeben. |
|
|
17. |
20 |
9/201 I. wird von oben her nicht gewollt. |
|
|
18. |
20 |
9/202 Gesetzgeber nicht wirklich für I. |
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|
19. |
20 |
9/203-204 Trotz positiver Erfahrungswerte I. vom System her nicht gewollt. |
|
|
20. |
20 |
9/236 I. wird von oben her blockiert. |
|
|
21. |
20 |
9/237 Von oben her I. systematisch blockiert. |
|
|
22. |
20 |
9/238 Direktoren meist keine I.- Befürworter. |
|
|
23. |
20 |
9/240 Ganz viele, speziell einflussreiche Personen stehen nicht hinter I. |
|
|
24. |
20 |
9/255-256 Inspektor negiert I.- Wunsch der Eltern, da I. nur ein Hinausschieben der Probleme ist. |
|
|
25. |
20 |
9/355 Eltern müssen sehr standhaft sein, dauernder Versuch sie von ASO zu überzeugen. |
|
|
26. |
20 |
6/465 Eltern im I. - Prozess mit vielen oppositionellen Mächten konfrontiert. |
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|
27. |
20 |
1/21 I.- Vorreiter u. Kämpfer unpopulär. |
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|
28. |
20 |
1/22 Leute, die in der I. zu viel fordern unerwünscht. |
|
|
29. |
20 |
1/139 I.- ablehnender Direktor verwendet eventuelles Nichteinverständnis der Regeleltern als Vorwand. |
|
|
30. |
20 |
1/222 Direktor verlangt widerrechtlich von Eltern schriftliches Einverständnis für ASO wenn I. nicht geht. |
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|
31. |
20 |
1/234 System gibt sich nach außen offen für I. jedoch Scheitern provoziert durch passive Haltung. |
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|
32. |
20 |
1/235 I. wird nicht offen verhindert, sondern verdeckt durch mangelnde Rahmenbedingungen. |
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|
33. |
20 |
1/400-401 I.- Rahmenbedingungen so schlecht, dass Eltern sich zwangsläufig für ASO entscheiden. |
|
|
34. |
20 |
1/415 Eltern durch viele Abstriche in der I. in ASO gedrängt. |
|
|
35. |
20 |
7/133-134 Laut Integration Tirol begehen SPZ Gesetzesbrüche, indem sie falsch informieren u. bei der Begutachtung eine mögliche I., aufgrund fehlender Plätze ausschließt, dies ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. |
|
|
36. |
20 |
7/135 Aufgabe der SPZ - Leitung ist objektive Beratung, die nicht der Fall ist, soll auch nicht geändert werden. |
|
|
37. |
20 |
7/141-142 Beispiel Reutte u. Längenfeld zeigen, dass das Schulamt Auflösung der ASO verhindern will. ASO- System soll nicht bedroht werden. |
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|
38. |
20 |
7/145-146 Engagierte Lehrer u. Direktoren lassen die I. nach einiger Zeit, da Druck vom Amt bei Engagement zunimmt. |
|
|
39. |
20 |
7/147 Schulamt duldet keine öffentliche I.- Befürwortung der Lehrer, Befürworter müssen mit Problemen rechnen. |
|
|
40. |
20 |
7/148 Mit den wenigen Stunden, die bereitgestellt werden, schafft man Bedingungen wo I. nicht gehen kann. |
|
|
41. |
20 |
7/154-158 Unpassende Rahmenbedingungen verursachen Reaktionen, die primär der Diagnose des Kindes zugeschrieben werden u. nicht den fehlenden Rahmenbedingungen. Konsequenz der hausgemachten Probleme ist Stress für alle, behindertes Kind wird zum Problem, das beseitigt werden muss. Diese Vorgangsweise hat System, der Druck wird nach unten gemacht. |
|
|
42. |
20 |
7/163-165 I. wäre mit Aufstockung der Lehrerposten leicht durchführbar. Lehrer sind nicht gegen I., wenn Rahmenbedingungen passen. |
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|
43. |
20 |
7/170-172 Direktorin die I. nicht will, verhindert mit Zustimmung des Inspektors die Unterstützung der betroffenen u. als befangen geltenden Eltern durch Integration Tirol, zugelassen wird die Aufklärung der SPZ- Leitung. |
|
|
44. |
20 |
7/174 SPZ- Widerspruch soll nicht aufgelöst werden, denn man will nicht, dass es klappt. |
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|
45. |
20 |
7/175 Wenn man wollte, dass I. klappt, müsste man ganz anders umgehen. |
|
|
46. |
20 |
7/207 Mit allen Mitteln versucht man die Aufweichung u. den Abbau von Hemmschwellen zu verhindern. |
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|
47. |
20 |
7/212 Heute traut sich kein Politiker mehr offen gegen I. sein. Es sind alle nach außen sehr dafür, die Ablehnung findet auf verdeckter Ebene statt. Man formuliert Gesetze, verzögert ihre Umsetzung bei vorgetäuschter Offenheit. |
|
|
48. |
20 |
7/216-217 Das Vermeiden wird strukturell gestützt, I. soll nicht wirksam werden. |
|
|
49. |
20 |
7/281 Gute Miene zum bösen Spiel wird vorgetäuscht, man gibt sich offen, jedoch gezielte Dosierung primäres Anliegen. |
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|
50. |
20 |
7/282 Man will nicht zu viele I.- Erfolgserlebnisse. |
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|
51. |
20 |
7/285 Vom Gesetz her keine formulierten Unterschiede, sondern Kann- Bestimmungen, auf die man nicht pochen kann. Gezielt verhinderte u. verzögerte Umsetzung. |
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|
52. |
20 |
7/300 Lehrer die öffentlich für I. von behinderten u. ausländischen Kindern sind, haben keine Chance auf höhere Posten. |
|
|
53. |
20 |
7/302 Engagement der Lehrer für I. od. bessere Bedingungen wird nicht goutiert, sondern mit riesigen Problemen, die gemacht werden reguliert. |
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|
54. |
20 |
7/305 Mehr für I. fordern ist unmöglich, man darf sich als Lehrer nicht zu sehr exponieren. |
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|
55. |
20 |
7/348-349 Kostenfaktor soll Eltern einschüchtern u. von I.- Umsetzung abhalten. |
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|
56. |
20 |
7/358 Förderanspruch gegenüber den Eltern wird vom SPZ der gewünschten Dezimierung von I. vorgeschoben. |
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|
57. |
20 |
7/361 Primär möchte man nicht zu viele Kinder in der I. |
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|
58. |
20 |
7/394-395 Kostenfaktor wird gerne als Argument gegen I. gebracht. Faktum ist Kind braucht gewisses Angebot u. das kostet in der ASO genauso. |
|
|
59. |
20 |
7/423 ASO muss auch sparen, nur I. scheitert am Geld. |
|
|
60. |
20 |
7/424-425 Keine ASO ist von Schließung aufgrund der unfinanzierbaren Personalkosten bedroht, I. hingegen scheitert daran. |
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|
61. |
20 |
7/428 Auf ASO - Seite läuft es immer, in der I. wenn überhaupt, nur in Verbindung mit starkem Druck. |
|
|
62 |
20 |
2/295 Zukunft der I. unsicher, für Geldgeber keine Priorität. |
|
|
63 |
20 |
2/386-387 Eltern durch manipulative Vorgehensweise zum Abstandnehmen von I. angehalten. |
|
|
64 |
20 |
10/217-218 Manche Schulen wehren sich strikt gegen I. |
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|
65 |
20 |
10/219-220 In der Stadt leichter Integrationskinder an andere Schulen abzuschieben. |
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|
66 |
20 |
10/413-414 Integrationslehrer selten Unterstützung vom Direktor, Glücksfall ist wenn keine Steine in den Weg gelegt werden, meist muss alles erkämpft werden. |
|
|
67 |
20 |
10/437 Technisch überdurchschnittlich begabtes Integrationskind keine Chance auf I. in technischer HS. |
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|
68 |
20 |
10/447 I. von Vornherein abgeblockt, Angst vor zu hohen Kosten schwingt mit. |
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|
69 |
20 |
10/450 I.- Möglichkeit wird Eltern oft bewusst verschwiegen. |
|
|
70 |
20 |
10/452 Hauptablehnungsfaktor der I. sind hohe Kosten. |
|
|
71 |
20 |
10/454 Eltern werden durch unattraktive I.- Rahmenbedingungen in ASO gedrängt. |
|
|
72 |
20 |
10/455 I. für Eltern ungewiss u. schwierig damit Wahl auf gewisse ASO fällt. |
|
|
73 |
20 |
10/537 Amt fördert I. nicht. |
|
|
74 |
20 |
10/538 Eltern müssen I. vorantreiben, Amt tut es nicht. |
|
|
75 |
20 |
10/539 Versuch von Amtsseite I. rückgängig zu machen. |
|
|
76 |
20 |
10/541 Abschaffungstendenzen von Amtsseite, I.- Organisation zu aufwändig. |
|
|
77 |
20 |
14/33 I. erweist sich vielerorts als nicht optimale Form, daher rückläufig. |
|
|
78 |
20 |
14/253-254 I. wegen Kosten rückläufig. |
|
|
79 |
20 |
14/477-478 Positive I. - Beispiele ändern häufig nichts an Grundeinstellung der Skeptiker. |
|
|
80 |
20 |
14/499 In anderen Bundesländern vermehrt Kinder aus Kostengründen in ASO. |
|
|
81 |
20 |
12/109 I. funktioniert wegen fehlender Voraussetzungen oft nicht. |
|
|
82 |
20 |
12/110 Bewilligte Stützstunden immer weniger. |
|
|
83 |
20 |
12/147 I.- Rahmenbedingungen lange nicht mehr stimmig. |
|
|
84 |
20 |
12/161 ASO besseres Materialbudget, I. so gut wie keines. |
|
|
85 |
20 |
12/191 SPF -Stempel erleichtert Abschiebung der Kinder. |
|
|
86 |
20 |
12/268 Besonderer Förderbedarf im Widerspruch zu 4-5 bewilligte Stunden. |
|
|
87 |
20 |
12/402 I. ist nicht mehr finanzierbar. |
|
|
88 |
20 |
12/419 Momentane Stützstundenzahl verhindert I. bei Kindern mit generellem Förderbedarf. |
|
|
89 |
20 |
12/421 Ständige Stundenkürzungen nehmen Lehrern I. - Motivation. |
Merkmal 21: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die auf Grenzen u. Grenzfälle der Integration hinweisen.
|
1. |
21 |
11/145 Schwer behindertes Kind in Normalschule störend. |
|
|
2. |
21 |
4/118 I. hat Grenzen, Direktor bestimmt für welches Kind Schule zuständig ist. |
|
|
3. |
21 |
1/124 Eltern bekommen schriftliche Mitteilung, dass hyperaktives Kind in I.- Kindergarten nicht tragbar ist. |
|
|
4. |
21 |
2/71 Fachleute müssen für I.- Kriterienentwicklung autorisiert werden. |
|
|
5. |
21 |
13/368 Nicht ganzer Stoff integrativ aufbereitbar. |
|
|
6. |
21 |
13/478 I. hat Grenzen. |
|
|
7. |
21 |
7/149-151 VS- A. macht qualitative I., sie sind verpflichtet die Klassen mit den ersten 5 beh. K. zu füllen. Primär geht es um die 5 Köpfe u. nicht um Bedürfnisse. Kinder die mehr brauchen, sind theoretisch nicht tragbar. |
|
|
8. |
21 |
7/152-153 Trotz Ausschöpfung der schulbegleitenden Hilfskräfte kommen Kinder zu kurz u. Zumutung für Lehrer. |
|
|
9. |
21 |
5/1 L. kritische Haltung da I. auf Biegen u. Brechen nicht sinnvoll ist. |
|
|
10. |
21 |
5/3 Grenze der I. ist erreicht wenn Unterrichten von 4/5 Kinder auch außerhalb der Klasse nicht möglich ist. |
|
|
11. |
21 |
5/6 Sinnfrage in der I. stellt sich wenn ein Kind innerhalb der I. einen eigenen Lehrer braucht? |
|
|
12. |
2 |
5/4 I. scheiterte, da behindertes Kind auf Frauen fixiert war u. I. - Lehrer keine Beziehung aufbauen konnte. |
|
|
13. |
21 |
5/8-9 Zeitintensivere Kinder in der I. nicht tragbar, da sie andere I.- Kinder zu kurz kommen lassen. |
|
|
14. |
21 |
5/11-12 I.- Kinder sind im Klassenverband nur tragbar, wenn sie nicht stören, sonst macht I. keinen Sinn. |
|
|
15. |
21 |
5/13-15 I. ist gut machbar bei 5 lernbehinderten Kindern wo Verhalten u. Leistung passt. |
|
|
16. |
21 |
5/19-20 Wenn ein Kind ständig Aufmerksamkeit braucht, kommen andere Kinder zu kurz u. I. ist nicht mehr sinnvoll. |
|
|
17. |
21 |
5/31 Verstärkter Unterstützungsbedarf muss durch externe Hilfskräfte abgedeckt werden, 3 Personen in der Klasse störend, da wird I. obsolet. |
|
|
18. |
21 |
5/32 I. setzt gemeinsames Lernen voraus, Unterschiede dürfen nicht zu groß sein. |
|
|
19. |
21 |
5/34 Zu große Verhaltens- u. Kognitive Unterschiede machen I. sinnlos. |
|
|
20. |
21 |
5/79 Kinder die aus der Sicht der Lehrer nicht in die I. passen, werden durch Stundenkürzung in Richtung ASO gedrängt. |
|
|
21. |
21 |
5/110 Wenn I. auf Kosten der anderen I. Kinder geht, ist sie nicht mehr sinnvoll. |
|
|
22. |
21 |
5/194-195 Entscheidung liegt grundsätzlich bei den Eltern, bei leistungsschwachen Kindern kann eher noch I. empfohlen werden. |
|
|
23. |
21 |
2/5 I. mit lernschwachen Kindern ist machbar. |
|
|
24. |
21 |
2/23 Kinder die verzögert lernen sind schon Grenzfälle in der I. |
|
|
25. |
21 |
2/48 I.- Klassen geeignet für Lernschwache u. manche Behinderte. |
|
|
26. |
21 |
2/65-66 Propaganda für I. ist zu viel u. falsch, I. geht nicht in jedem Fall. |
|
|
27. |
21 |
2/67-69 I. hat Grenzen. |
|
|
28. |
21 |
2/133-135 I. braucht Aufnahmekriterien, nicht jedes Kind ist integrierbar. |
|
|
29. |
21 |
2/149 Angst besteht, dass I. ausufern würde, wenn Lehrer sich nicht abgrenzen u. wehren. |
|
|
30. |
21 |
2/202 Begriffsklärung wäre nötig bzgl. was ist I. u. wer passt hinein. |
|
|
31. |
21 |
2/219 Eltern bekommen durch das falsche Bild der Medien den Eindruck I. ist ein Recht u. geht in jedem Fall. |
|
|
32. |
21 |
2/285 Idealfall wäre an jeder Schule I.- u. Kooperationsklassen. |
|
|
33. |
21 |
2/323 Unterrichtsstörende Kinder in der I. würden von den anderen Eltern nicht akzeptiert werden. |
|
|
34. |
21 |
2/324 I. von schwer behinderten Kindern ist unmöglich. |
|
|
35. |
21 |
2/358 Kind dem man ständig hinterher rennen muss ist in der I. fast nicht tragbar. |
|
|
36. |
21 |
2/363 Trotz diverser Behinderungen können einheitliche Kriterien für I. geschaffen werden, jeder Lehrer kann beurteilen, wer hinein passt u. wer nicht. |
|
|
37. |
21 |
2/365 In der I. müssen klare Grenzen gezogen werden zw. denen die hineinpassen od. eben nicht. |
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|
38. |
21 |
2/382 Kinder, die Kriterien erfüllen sollen in der I. gefördert werden, alle erfüllen sie nicht. |
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39. |
21 |
2/397 Schulpsychologe könnte Eltern kompetent erklären, warum I. nicht geht. Eltern nutzen Angebot zu wenig u. stehen unter Einfluss anderer Psychologen mit weniger Erfahrung. |
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40. |
21 |
2/399-400 Kontakt zu Schulpsychologen würde Eltern Einblick verschaffen, warum I. bei ihrem Kind nicht geht, sie würden sich Recht einklagen über die Medien ersparen. |
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41. |
21 |
3/230 I. passt wenn es Kind gut geht u. Förderung stattfindet. |
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42. |
21 |
3/231 I. hat aber auch Grenzen. |
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43. |
21 |
3/257 I. um jeden Preis macht keinen Sinn. |
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44. |
21 |
3/273 Beim Einsatz diverser Materialien für geistig behinderte Kinder Störfaktor für Regelkinder. gegeben. |
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45. |
21 |
3/274 Wohlbefinden der gesunden Kinder muss in der I. gegeben sein. |
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46. |
21 |
14/34 Glück für Integrationslehrer, wenn sich Kinder gut für I. eignen. |
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47. |
21 |
14/300 Jeder profitiert wenn passende Kinder in der I. sind. |
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48. |
21 |
12/290 Fehlendes Interesse der Lehrer macht I. zwecklos. |
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49. |
21 |
12/528 I. darf nicht als einzig Wahres definiert werden. |
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50. |
21 |
12/544 Manche Kinder passen nicht in die I. |
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|
51. |
21 |
12/545 I. oft für Integrations-. u. Regelkinder nicht passend. |
|
|
52. |
21 |
12/575 I. nicht für alle Kinder passend. |
Merkmal 22: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die Aussagen über persönliche Erfahrungen, Sichtweisen, Copingstrategien u. Unterstützungshilfen der Eltern von behinderten Kindern beinhalteten.
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1. |
22 |
11/48 Manche Eltern fühlen sich durch behindertes Kind gestraft. |
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2. |
22 |
11/51 Zur Vorwurfsabwendung probieren Eltern jegliche Therapien mit Kind. |
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3. |
22 |
11/52 Eltern fühlen sich zu Therapien verpflichtet. |
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4. |
22 |
11/63 Eltern erwarten durch Therapie Kompensation der Behinderung. |
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5. |
22 |
11/103 Eltern oft unsicher im Umgang mit behindertem Kind. |
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6. |
22 |
11/106-109 Eltern Ratschlägen diversen Therapeuten hilflos ausgeliefert. |
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7. |
22 |
11/110-111 Expertenglauben der Eltern verstellt Blick auf Bedürfnisse des Kindes. |
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8. |
22 |
11/115-116 Eltern ganz oft Hoffnung, dass Therapie Kind gesunden lässt. |
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9. |
22 |
11/ 288-297 Eltern sehr große Rehabilitationserwartungen durch Therapien, Kinder übernehmen diese. |
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10. |
22 |
4/353 Wichtig für Eltern Austausch mit Betroffenen u. mit I.- Beratungsstelle. |
|
|
11. |
22 |
8/21-22 I. der Kinder trägt zur I. der Eltern u. umgekehrt bei. |
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|
12. |
22 |
8/50 I.- Beratungsstellen für Eltern sehr hilfreich. |
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|
13. |
22 |
8/192 I. der behinderten Kinder beginnt in der eigenen Familie. |
|
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14. |
22 |
8/205 Der familieninterne Umgang mit Behinderung beeinflusst den externen. |
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|
15. |
22 |
8/206 Offener Umgang mit Behinderung in der Familie ermöglicht offen Umgang im Umfeld. |
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|
16. |
22 |
9/5 Eltern müssen Kind schon vor Kindergarten u. Schule in Umgebung integrieren. |
|
|
17. |
22 |
9/10 Wichtiger Faktor für Eltern ist Erfahrungsaustausch mit Betroffenen. |
|
|
18. |
22 |
9/11-13 Frühförderung große Hilfe für Eltern u. I.- Anbahnung. |
|
|
19. |
22 |
9/24-27 Unterstützendes Familiensystem u. Freunde erleichtern I. |
|
|
20. |
22 |
9/28-29 Beispielgebendes Vorleben der I. durch Eltern erleichtert Umfeld den Zugang. |
|
|
21. |
22 |
9/29 I. beginnt im kleinen Kreis u. zieht immer weitere Kreise. |
|
|
22. |
22 |
9/30 Abwehr des Umfelds größer bei behinderten Kindern, wo I. in Familie nicht gut funktioniert. |
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|
23. |
22 |
9/45-47 Beherrschen diverser Sportarten, starkes Bindeglied zum Dorfleben u. Horizonterweiterung. |
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|
24. |
22 |
9/346 Eltern brauchen oft Begleitung u. Unterstützung vor u. im I.- Prozess. |
|
|
25. |
22 |
9/360 Alleingelassenwerden der Eltern mit behindertem Kind beginnt bereits in der Klinik. |
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|
26. |
22 |
9/362 Eltern werden mit behindertem Kind aus der Klinik ohne Perspektive entlassen. |
|
|
27. |
22 |
9/372 Behinderungsdiagnose impliziert oft vereinheitlichte antizipierte Prognose. |
|
|
28. |
22 |
9/376 Integrieren heißt Wiederherstellen des Ganzen, wenn behinderte Kinder nicht mehr zu Welt kommen dürfen, fehlt ein Teil des Ganzen. |
|
|
29. |
22 |
9/375 Behinderte Menschen repräsentieren Wesenszüge, die in der rationalen Gesellschaft unterentwickelt sind. |
|
|
30. |
22 |
9/379 Behinderte Menschen erfahren Legitimation durch ihre Herzlichkeit, Sonnenschein u. Liebe. |
|
|
31. |
22 |
9/381 Behinderte Menschen haben andere Maßstäbe, freuen sich auch über Kleinigkeiten, was in Gesellschaft nicht mehr üblich ist. |
|
|
32. |
22 |
6/103 I. scheitert manchmal weil Eltern nötige Unterstützung fehlt. |
|
|
33. |
22 |
6/104 Eltern fehlt oft für I. nötige Kraft u. Wissen. |
|
|
34. |
22 |
6/207 Trotz allen Hindernissen I. für Eltern erstrebenswert. |
|
|
35. |
22 |
1/78 Eltern wissen oft nicht, wo sie Hilfe für sich u. ihr Kind bekommen. |
|
|
36. |
22 |
1/82-83 Eltern brauchen jemanden, der sie stark macht u. nicht hinunterdrückt. |
|
|
37. |
22 |
1/485 Eltern brauchen Professionelle, die sie stärken, nicht mit Schulgefühlen überhäufen. |
|
|
38. |
22 |
13/506 Erklärungsgelegenheit erhöht Offenheit bei Verhaltensauffälligkeit. |
|
|
39. |
22 |
13/516 Verständnis u. Hilfsbereitschaft für behinderte Menschen oft aus Dankbarkeit nicht betroffen zu sein. |
|
|
40. |
22 |
13/517 Aufklärung birgt Chance der Sichtweisenänderung. |
|
|
41. |
22 |
12/189 Eltern von Integrationskindern oft allein gelassen. |
|
|
42. |
22 |
12/208 Oft Unterstützung der Eltern im unerbittlichem Kampf für I. nötig. |
Merkmal 23: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die darauf hinweisen, dass in der Integration Segregation praktiziert wird.
|
1. |
23 |
11/17 In I. wird segregiert. |
|
|
2. |
23 |
11/81 Direktor für separaten Unterricht des Integrationskindes. |
|
|
3. |
23 |
4/202 Durch Segregation in der I. nimmt man Integrationskindern Chance auf kognitiven Anschluss. |
|
|
4. |
23 |
13/251 In nicht gelungener I. überwiegt Segregation. |
|
|
5. |
23 |
5/16 Nebenfächer werden in der Klasse, Hauptfächer aufgrund des großen Unterschieds segregiert unterrichtet. |
|
|
6. |
23 |
5/37 Ohne Unterricht außerhalb der Klasse kommt I. nicht aus. |
|
|
7. |
23 |
5/38 Innerhalb der Integrationslehrer herrscht keine Einigkeit ob u. wie viel in der I. außerhalb der Klasse unterrichtet werden darf. |
|
|
8. |
23 |
5/232 I.- Bereitschaft der Fachlehrer steigt mit der Bereitschaft des Integrationslehrers gewisse Dinge außerhalb der Klasse zu lehren. |
|
|
9. |
23 |
2/108 Leistungsunterschied bedingt Segregation in der I. |
|
|
10. |
23 |
3/255 I. muss passende Rahmenbedingungen für Kinder schaffen, oft liegen sie außerhalb der Klasse. |
|
|
11. |
23 |
14/25 Viele Integrationslehrer praktizieren I. außerhalb der Klasse. |
|
|
12. |
23 |
14/271 In I. ab 3.Klasse HS zunehmend separater Unterricht. |
|
|
13. |
23 |
14/292 I. in getrennten Räumen leichter u. weniger Arbeit. |
|
|
14. |
23 |
12/399 Viele Lehrer machen I. in einem anderen Klassenraum. |
|
|
15. |
23 |
12/406 Viele Lehrer ziehen Kooperations- Modelle I. vor. |
|
|
16. |
23 |
5/166-167 Wenn Integrationskinder nicht wissen, warum sie gewisse Dinge extra lernen, bringt die Konfrontation mit dem Klassenstoff die Antwort. |
Merkmal 24: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die sich auf die Nichterfüllung des Bildungsauftrages in der Integration beziehen.
|
1. |
24 |
4/65 Integrationskinder in der I. oft keine adäquate Förderung. |
|
|
2. |
24 |
9/244 Viele glauben insgeheim an Bildungsfähigkeit behinderter Menschen nicht. |
|
|
3. |
24 |
9/245 Behinderten Kindern häufig Bildungsfähigkeit aberkannt. |
|
|
4. |
24 |
6/322 Für Lehrer I. primär soziales Lernen, nicht kognitives Lernen. |
|
|
5. |
24 |
6/337 Integrationskind im Unterricht nicht involviert, sondern anders beschäftigt. |
|
|
6. |
24 |
6/342 Integrationskindern oft Anstrengungen erspart u. zugleich Entwicklungschancen genommen. |
|
|
7. |
24 |
7/196-199 Bei Menschen mit schwerer Behinderung wird das Recht auf Bildung, was ein Menschenrecht ist aberkannt. Man geht davon aus, dass sie nichts mitbekommen, also wozu I.? Dieses Bild wird durch das Verhalten der Politiker offiziell bestätigt. Wenn Bildung ein Menschenrecht ist, steht sie allen Menschen zu u. Politiker haben dafür zu sorgen. |
|
|
8. |
24 |
7/201 Vorenthalten von Bildung ist Menschrechtsverletzung. |
|
|
9. |
24 |
7/333-338 Schulbehörde versucht über Umwegen Geld zu sparen, indem sie in den Zeiten wo Rehageld finanzierte Hilfskräfte anwesend sind, die Stützlehrer abzieht. Hilfskräfte sind jedoch für Hilfstätigkeiten zuständig u. sind keine Lehrer d.h., Bildungsauftrag wird nicht ernst genommen u. bestätigt das allgemeine Vorurteil, dass schwer behinderte Kinder nichts lernen können. |
|
|
10. |
24 |
5/94 Mitgeschleppt werden Kinder von Eltern, die trotz aller Einwände auf I. bestehen. |
|
|
11. |
24 |
3/170 Bildungsauftrag gegenüber Integrationskindern wird nicht ernst genommen, wenn die Subliernotwendigkeit angezweifelt wird. |
|
|
12. |
24 |
3/173 Zweifel ob 5 Kinder eigenen Lehrer brauchen, tauchen immer wieder auf. |
|
|
13. |
24 |
14/41 Für mache Integrationskinder Schule nur Aufbewahrungsort. |
|
|
14. |
24 |
12/13 Integrationskinder in Abwesenheit des Integrationslehrers oft nur anwesend. |
|
|
15. |
24 |
12/35-36 Lehrplanunterschiede bedingen für ASO- Kinder oft nur soziale I. |
|
|
16. |
24 |
12/250 Lernkapazität bei keinem Kind prognostizierbar. |
|
|
17. |
24 |
12/254 Niemand hat Recht Bildung zu verwehren. |
|
|
18. |
24 |
12/276 Bedürfnisrücksichtnahme auf Integrationskinder muss Stützlehrer bei Kollegen oft erkämpfen. |
|
|
19. |
24 |
12/428 Stützlehrer missbräuchlich vielerorts als Vertreter fehlender Kollegen eingeteilt. |
|
|
20. |
24 |
12/452 I.- Kinder oft nur physisch anwesend; Bildungsauftrag nicht ernst genommen. |
Merkmal 25: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die die Situation von Menschen mit schwerer, geistiger bzw. kombinierter Behinderung, beschreiben.
|
1. |
25 |
11/304 Ganz schwer behinderte Kinder aus Elternsicht in ASO bessere Förderung. |
|
|
2. |
25 |
11/312 Schwerstbehinderten Kindern sollte "Schulplagerei" durch ambulante Hilfe erspart bleiben. |
|
|
3. |
25 |
8/106-107 Schwer behindertes Kind ängstigt mehr. |
|
|
4. |
25 |
8/118 Schwerstbehindertes Kind kein Recht auf Englisch. |
|
|
5. |
25 |
8/119 Schwerstbehindertes Kind trotz Spaß kein Recht auf Englisch. |
|
|
6. |
25 |
8/133 Kind mit schwerstbehinderten Stempel kein Recht auf Schulbücher. |
|
|
7. |
25 |
8/135 Schwerstbehindertem Kind, das Kinderbücher bereits auswendig kann, stehen keine Schulbücher zu. |
|
|
8. |
25 |
8/135-136 Lehrer verstehen bei Kind, das nicht frei stehen kann, Aufregung der Mutter bzgl. nicht vorhandener Schulbücher nicht. |
|
|
9. |
25 |
8/140 Schwerstbehinderte Kinder von Eltern, die nicht kämpfen können, landen in ASO. |
|
|
10. |
25 |
8/260 Kinder, die nicht sprechen können u. Sinnesbehinderungen haben verunsichern u. überfordern Lehrer mehr. |
|
|
11. |
25 |
9/326 Bei schwerer Behinderung Widerstand größer. |
|
|
12. |
25 |
6/30-33 Kind mit diagnostizierten mäßigem Entwicklungsrückstand wird durch sonderpädagogisches Gutachten als Schwerstbehindert dargestellt. |
|
|
13. |
25 |
1/127 Kindergarten- Inspektorin verlangt bei schwer behindertem Kind Aufnahmeprüfung für I.- Kindergarten. |
|
|
14. |
25 |
1/136 VS lehnt I.- Kind wegen zu hohem Behinderungsgrad u. fehlender Sprachfähigkeit ab. |
|
|
15. |
25 |
1/144 Schwer behindertes Kind in der I. sozial nicht akzeptiert. |
|
|
16. |
25 |
1/145-146 Eltern bereuen Kampf für I. da schwer behindertes K. immer Außenseiter war. |
|
|
17. |
25 |
1/149 Schwer behindertes Integrationskind. als Hemmschuh der Klasse dargestellt. |
|
|
18. |
25 |
1/151 Lehrer beschreiben schwer behindertes Integrationskind als Last. |
|
|
19. |
25 |
1/158 Schwerbehindertes. Kind isoliert u. einsam. |
|
|
20. |
25 |
1/239 Geistig Behinderten häufig Recht auf Lernen aberkannt. |
|
|
21. |
25 |
1/241 Gebärdensprachenotwendigkeit bei geistiger Behinderung von Direktor aberkannt. |
|
|
22. |
25 |
1/264 Direktorin erachtet Gebärdensprache für geistig behindertes K. als unnötig. |
|
|
23. |
25 |
1/266 Geistig behindertes Kind nicht gleiches Recht auf Bildung. |
|
|
24. |
25 |
1/266 Bei geistig behindertem Kind Kostenfaktor nicht Bedürfnis vordergründig. |
|
|
25. |
25 |
1/271 Geistig behinderte Menschen bekommen zuallerletzt Geld. |
|
|
26. |
25 |
1/323 Viele Eltern, speziell von schwer behinderten Kindern haben Gefühl permanent dankbar sein zu müssen. |
|
|
27. |
25 |
1/324 Mutter ist dankbar dafür, dass schwer behindertes Kind in die Klinik kommen darf. |
|
|
28. |
25 |
1/361 Geistig behinderte Menschen innerhalb der "Behindertenwelt" benachteiligt. |
|
|
29. |
25 |
1/361 Geistig behinderte Menschen oft weniger finanzielle Unterstützung, da Förderung weniger bringt. |
|
|
30. |
25 |
1/417 Eltern von geistig behinderten Kindern oft keine Kampfenergie mehr. |
|
|
31. |
25 |
13/318 Eltern schwer behinderten Kindern oft Anfeindungen durch Regeleltern in I. ausgesetzt. |
|
|
32. |
25 |
13/323-324 Widerstand gegen autistisches Integrationskind bei Elternabend groß. |
|
|
33. |
25 |
13/337 Regeleltern gegen I.- Weiterführung von schwer behindertem Kind. |
|
|
34. |
25 |
13/357-358 Massivere Ablehnung bei schwerer Behinderung. |
|
|
35. |
25 |
13/494 Verhaltensauffälligkeit u. Behinderung große Herausforderung für I. |
|
|
36. |
25 |
13/507 Verhaltensauffälligkeiten von behinderten Kindern birgt Isolationsgefahr für Eltern u. Kinder. |
|
|
37. |
25 |
13/508 Kontaktvermeidung bei Behinderung mit Verhaltensauffälligkeit sehr hoch. |
|
|
38. |
25 |
13/509-510 Behinderung mit Verhaltensauffälligkeit erfordert permanenten Schutz des Kindes u. Umgebung durch Eltern. |
|
|
39. |
25 |
13/513 Ohne Aufklärung kein Verständnis für Behinderung u. Verhaltenauffälligkeit. |
|
|
40. |
25 |
13/522 Behindertes Kind mit Verhaltensproblemen auch unter K. ausgegrenzt. |
|
|
41. |
25 |
13/545 Anblick von schwer behinderten Menschen häufig überfordernd. |
|
|
42. |
25 |
13/553 Komplexe Behinderung macht mehr Angst. |
|
|
43. |
25 |
13/583 Akzeptanz gegenüber Behinderungen mit Verhaltensaufälligkeit kaum gegeben. |
|
|
44. |
25 |
7/188-190 Schwere Behinderung lässt andere Bilder entstehen u. macht hilfloser. Sichtlich nicht so schwer behinderte Kinder, die nett lächeln, machen weniger hilflos. |
|
|
45. |
25 |
7/192 Erfahrung mit schwerer Behinderung fehlt aufgrund mangelnder Kontakte, sie gehören noch nicht zum Alltagsbild. |
|
|
46. |
25 |
7/475-476 In Reutte verändert sich langsam die Haltung gegenüber Menschen mit schwerer Behinderung insgesamt sind jedoch noch viele Probleme trotz Abschaffung der ASO gegeben. |
|
|
47. |
25 |
5/211 ASO bietet aus Lehrersicht Kinder mit schwerer Beh. bessere Förderung. |
|
|
48. |
25 |
5/212 ASO hat für schwere Behinderung bessere Fördermittel. |
|
|
49. |
25 |
2/315 Für Kinder die schwerer behindert sind od. nicht sprechen, kein Platz in der I. |
|
|
50. |
25 |
2/319-322 Kinder die nur 2 Buchstaben lernen können, od. Anfälle bekommen, würden in der I. nur den Unterricht stören. |
|
|
51. |
25 |
2/324 Gemeinsame Aktivitäten mit schwer behinderten Kinder sind O. K. |
|
|
52. |
25 |
2/381 I. muss vom Ministerium so definiert werden, dass Eltern von schwer behinderten Kindern sich nicht angesprochen fühlen. |
|
|
53. |
25 |
2/382 Menschen, die mit Schwerbehinderten umgehen können, verdienen Hochachtung. |
|
|
54. |
25 |
2/385 ASO für Schwerstbehinderte sollte wegen gelegentlichem Kontakt in der Nähe der Normalschulen gebaut werden. |
|
|
55. |
25 |
3/232 Schwer geistig behinderte Kinder, das gefühlsmäßig 7-8 K. nicht aushält, wird in I. geschadet. |
|
|
56. |
25 |
3/233 Geistig behindertes Kind nimmt in der I. Schaden. |
|
|
57. |
25 |
3/250 ASO- S. Kinder Störfaktor in der I. |
|
|
58. |
25 |
3/251 ASO- S. Kinder stoßen in der I. irgendwann auf Ablehnung. |
|
|
59. |
25 |
3/253 I. von geistig behindertem Kind ist Zumutung für Kind u. Klasse. |
|
|
60. |
25 |
3/256 Soziale I. kann weder in der Schule noch privat hergestellt werden. Kaum Einladungen für geistig behinderte K. |
|
|
61. |
25 |
3/264 Geistig behinderte K. können viel lernen, Reaktionen der anderen Kinder tun nicht immer gut. |
|
|
62 |
25 |
3/265 Lernerfolg bei geistig behinderten Kindern gegeben. Mitschülerreaktionen halten jedoch Andersartigkeit präsent. |
|
|
63 |
25 |
3/270 Bessere Förderung für geistig behinderte Kinder in der ASO. |
|
|
64 |
25 |
3/272 Rahmenbedingungen für geistig behinderte K. in der ASO viel besser. |
|
|
65 |
25 |
10/244 Schwere Behinderung am Anfang abschreckender. |
|
|
66 |
25 |
10/245 Überforderung u. Verunsicherung bei schwerer Behinderung massiver. |
|
|
67 |
25 |
10/247-248 Lernbehinderung überfordert viel weniger als schwere Behinderung. |
|
|
68 |
25 |
10/282 Kinder haben mit Sonderbehandlung der Integrationskinder bei sichtbarer Behinderung kein Problem. |
|
|
69 |
25 |
10/331 Soziale Berührungspunkte immer möglich, kognitive werden mit Zunahme des Alters u. Grad der Behinderung schwieriger. |
|
|
70 |
25 |
10/556 Bei schwerer Behinderung keine inhaltlichen Gemeinsamkeiten in der HS. |
|
|
71 |
25 |
14/35-36 Bei mehrfach schwerstbehinderten Kindern stellt sich die Frage wie u. wo I. möglich ist. |
|
|
72 |
25 |
14/182 I. von Schwerbehinderten ohne Elternunterstützung nicht möglich. |
|
|
73 |
25 |
14/301 Bei schwerstbehinderten Kind stellt sich die Frage wo da I. ist. |
|
|
74 |
25 |
12/102 Schwer behinderte Kinder haben nicht viel von I. |
Merkmal 26: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die sich auf die Beschreibung der Allgemeinen Sonderschule (ASO) als solche beziehen u. auf Pro u. Contra eingehen.
|
1. |
26 |
11/117 Therapeuten auch oft für ASO. |
|
|
2. |
26 |
11/123 Eltern sehen ASO oft als künstlichen Schonraum ohne Realitätsbezug. |
|
|
3. |
26 |
11/125 In ASO kein Motivationsfaktor für lernbehinderte K. |
|
|
4. |
26 |
11/130 Sozialkontakte im Umfeld durch ASO erschwert. |
|
|
5. |
26 |
11/324-326 Durch ASO Stempel fürs Leben. |
|
|
6. |
26 |
11/328 Schüler zur Entlastung der Lehrer in die ASO abgeschoben. |
|
|
7. |
26 |
4/87-88 ASO fehlen durch Vielfalt bedingte Anreize, Problemkinder unter sich. |
|
|
8. |
26 |
4/139 ASO für Kinder Ghetto, wo sie Stempel fürs Leben bekommen. |
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9. |
26 |
8/24-26 ASO verhindert weitgehend soziale Kontakte durch unterschiedliche Wohnorte der K. außerhalb. |
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10. |
26 |
8/40 Sondereinrichtungen bedingen meist andere Örtlichkeiten, dadurch Verlust von Sozialkontakten. |
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11. |
26 |
8/41 Durch weite Entfernung der Sondereinrichtungen Busdienste nötig, kaum Bewegung, Turnunterricht durch Physiotherapie ersetzt. |
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12. |
26 |
8/48 Sondereinrichtungen durch Zusammenfassung sämtlicher Behinderungen unheimlich. |
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13. |
26 |
8/92-93 Wider Erwarten der Eltern in HS bessere Förderung des Integrationskindes als in ASO- Einrichtung. |
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14. |
26 |
8/140 Schwerbehindertes Kind bekommt in ASO-S kein adäquates kognitives Angebot. |
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15. |
26 |
8/141 ASO verhindert Anschluss am Leben u. dem Umfeld. |
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16. |
26 |
8/143 Segregierendes System der ASO überholt. |
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17. |
26 |
8/166 Schulische Betreuung in I. besser als in Sondereinrichtung. Lehrer schreibt für Integrationskind mit; im Sondersystem war es nicht möglich. |
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18. |
26 |
8/196 Sondereinrichtungen sind eine künstliche Welt. |
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19. |
26 |
8/198-199 Kinder in Sondereinrichtungen sind in ihrer eigenen Umgebung Fremde. |
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20. |
26 |
9/122 ASO meist mit anderen Ort u. anderen Gruppen außerhalb des Ortes verbunden. |
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21. |
26 |
9/126 Regelmäßiger Kontakt zum Umfeld durch ASO- Besuch erschwert. |
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22. |
26 |
9/283 ASO- Niveau ist mit I. nicht vergleichbar. |
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23. |
26 |
9/288-291 Fehlende Vorbilder in ASO od. 3. Leistungsgruppe lassen Lernerfolge stagnieren. |
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24. |
26 |
6/11 ASO inkludiert Ghettogefahr. |
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25. |
26 |
6/483 ASO ist keine Alternative zur I. |
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26. |
26 |
6/485 ASO führt zur Lebensweltentkoppelung. |
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27. |
26 |
6/493 ASO gleicht Ghetto. |
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28. |
26 |
6/504 ASO ist Aussonderung. |
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29. |
26 |
6/509-510 Kinder lernen viel am Modell, in ASO fehlt die Modellvielfalt. |
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30. |
26 |
1/177 ASO bringt Integrationskinder kognitiv nichts. |
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31. |
26 |
1/435 ASO kein adäquates Lernangebot für behinderte Kinder. |
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32. |
26 |
5/7 Eltern sind nicht weiter auf I. bestanden u. haben Kind auf Anraten der Schule, aufgrund besserer Fördermöglichkeiten in die ASO gegeben. |
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33. |
26 |
5/89-90 Aus Lehrersicht ist ASO für Eltern eine Erleichterung da es Mittagstisch u. Nachmittagsbetreuung gibt. |
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34. |
26 |
5/97 ASO aufgrund der vermehrten Ressourcen der geeignetere Ort für manche Kinder. |
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35. |
26 |
5/201-202 ASO konnte negatives Image nicht verlieren, trotz optimaler Ressourcen u. Förderung. |
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36. |
26 |
2/38-39 Eltern werden durch Medien verunsichert u. wehren sich total gegen ASO obwohl es für ihre Kinder geeigneter wäre. |
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37. |
26 |
2/42 Ideal wären VS- Zentren mit angeschlossenen ASO- Klassen, die Bezugspunkte trotz getrenntem Unterricht ermöglichen. |
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38. |
26 |
2/224 ASO sollte Regelschule angegliedert sein, damit Kontakt trotz getrenntem Unterricht stattfindet. |
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39. |
26 |
2/314 ASO muss es aufgrund der vielen Syndrome immer geben. |
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40. |
26 |
3/248-249 ASO behaftet mit schlechtem Ruf, zeichnet sich im S- Bereich durch besondere Kompetenzen aus. |
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41. |
26 |
10/454 Eltern wird erklärt Kind ist in ASO besser aufgehoben. |
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42. |
26 |
14/140 ASO hat negativen Beigeschmack. |
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43. |
26 |
14/169 Geschaffene Schulform für behinderte Kinder ist ASO. |
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44. |
26 |
14/171 ASO- Lehrplan ist individuellen Bedürfnissen angepasst. |
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45. |
26 |
14/255-256 ASO fürchtet durch I. um Geld u. Kinder. |
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46. |
26 |
14/257 ASO führt verbitterten Kampf um Kinderzahlen. |
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47. |
26 |
14/403 ASO bietet geschützte Atmosphäre u. adäquate Förderung ohne Mehraufwand für Eltern. |
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48. |
26 |
14/426 Verwahrlosung u. Verhaltensprobleme oft Grund für ASO. |
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49. |
26 |
12/54-55 Mangelnde ASO- Kenntnis führt zu allgemeinem Irrglauben, dass keine Leistung gefordert wird. |
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50. |
26 |
12/104-105 Schlechter Ruf der ASO ungerechtfertigt, in ASO auch Regelschulabschluss möglich. |
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51. |
26 |
12/106 ASO bemüht sich sehr um Lehrstellen für Kinder. |
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52. |
26 |
12/151 Kleinere ASO`s durch I. von Auflösung bedroht. |
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53. |
26 |
12/282 Kinder mit sozialen Problemen schnell als ASO- Kind eingestuft. |
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|
54. |
26 |
12/542 ASO gleich wichtig wie I. |
Merkmal 27: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die auf die Wichtigkeit u. Chancen der Integration u. ihre Folgewirkungen eingehen.
|
1. |
27 |
11/80 Stützlehrer Gewinn für ganze Klasse. |
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2. |
27 |
11/164 Betroffene Kinder erleben durch I. Akzeptanz. |
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3. |
27 |
11/166 Behindertes Kind lernt durch I. normale Regeln des Lebens. |
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4. |
27 |
4/117 I. lohnt sich in jedem Fall. |
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5. |
27 |
4/181 Betroffenheit u. Erfahrung verändert Sichtweisen. |
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6. |
27 |
4/196 Alle schwachen Kinder profitieren vom Integrationslehrer.. |
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7. |
27 |
4/198 Alle Kinder profitieren von I. |
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8. |
27 |
4/204-205 I. fördert gegenseitige Anpassung. |
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9. |
27 |
4/337 Gegenseitige Motivation u. Umgang durch I. gefördert. |
|
|
10. |
27 |
4/357 I. ist ein langer beschwerlicher Weg, der sich lohnt. |
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11. |
27 |
8/44 Gemischte Lernumgebung für alle Kinder wegen Lernen am Modell wichtig. |
|
|
12. |
27 |
8/97-98 Hauptlernmotivator der Integrationskinder ist Orientierung an anderen Kindern. |
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13. |
27 |
8/142 Soziale Teilhabe der behinderten Kinder wichtiger als tolle Sonderschullehrer u. Materialien. |
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|
14. |
27 |
8/142 Behinderte Kinder brauchen keine tolle, sondern Gesellschaftsdurchschnittsumgebung. |
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15. |
27 |
8/127-128 Schwerstbehindertes Integrationskind mit Sonder- u. I.- Erfahrung, erfährt in HS erstmals adäquate Rahmenbedingungen. |
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16. |
27 |
9/6 Kennen lernen dezimiert Umgangsschwierigkeiten, Aufnahmebereitschaft der Umgebung erhöht. |
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17. |
27 |
9/7 Ohne Präsenz des behinderten Kindes kann keine Aufnahme ins Umfeld erreicht werden. |
|
|
18. |
27 |
9/48 Nachahmung durch viele unterschiedliche Kontakte für behinderte Kinder erleichtert. |
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19. |
27 |
9/52 Alle Kinder lernen durch Nachahmung, Down Syndrom im Speziellen. |
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|
20. |
27 |
9/53 Nachahmungslernen macht I. besonders wichtig. |
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|
21. |
27 |
9/137 Kinder lernen sich durch Kontakt kennen u. akzeptieren. |
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22. |
27 |
9/140-141 Lern- u. Entwicklungsmotivation der Integrationskinder steigt durch Kontakt zu Regelkindern. |
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23. |
27 |
9/292 I. ist bei adäquaten Rahmenbedingungen für alle Kinder der bessere Weg. |
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24. |
27 |
9/294 In der I. wird Fremdes zu Bekanntem. |
|
|
25. |
27 |
9/298 Regelmäßiger Kontakt mit behinderten Menschen verändert Sichtweise. |
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26. |
27 |
6/315 Integrationskind freut sich auf Klassenkameraden. |
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|
27. |
27 |
6/392 Durch I. eher verändertes Denken bzgl. Behinderung. |
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|
28. |
27 |
6/393 Kinder können in I. Ängste im Umgang mit Behinderung abbauen. |
|
|
29. |
27 |
6/399 Durch I. Prozess der Auseinandersetzung gegeben. |
|
|
30. |
27 |
6/415 Durch I. Kontakte über die Schule hinaus angebahnt. |
|
|
31. |
27 |
6/501 Kinder lernen viel von Kindern. |
|
|
32. |
27 |
1/98 Kinder profitieren vom Umgang mit behinderten Kindern. |
|
|
33. |
27 |
1/250 Früchte der I. in nächsten Generation sichtbar. |
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|
34. |
27 |
1/443 Schulische I. könnte zu neuem Menschenbild beitragen. |
|
|
35. |
27 |
1/443 Schulische I. könnte Fremdes zu Bekanntem werden lassen. |
|
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36. |
27 |
1/440 Außerschulische Freundschaften durch I. angebahnt. |
|
|
37. |
27 |
1/472 Von I. könnten alle profitieren. |
|
|
38. |
27 |
13/85 Autistisches Kind bekommt in I. Impulse durch andere Kinder. |
|
|
39. |
27 |
13/86 Autistisches Kind probiert durch Vorbild der anderen Kinder Dinge aus. |
|
|
40. |
27 |
13/91 Andere Kinder liefern wichtige Impulse für Integrationskinder. |
|
|
41. |
27 |
13/134 Durch schulische I. Kontakte darüber hinaus angebahnt. |
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|
42. |
27 |
13/309 Kinder bewirken Dinge bei behinderten Kindern, die Erwachsene nicht schaffen. |
|
|
43. |
27 |
13/465 I. eine Chance für alle Kinder. |
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|
44. |
27 |
13/476-477 Widerstand u. Ablehnung durch positive I.- Erfahrungen aufgeweicht. |
|
|
45. |
27 |
13/500 I. kann Offenheit für Andersartigkeit erhöhen. |
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|
46. |
27 |
13/527 Erfolgreiche I. meistens Einstellungsveränderung bei ursprünglichen Skeptikern. |
|
|
47. |
27 |
7/41-43 In der I. profitieren alle Kinder von den Lehrmethoden, wenn sie gut sind. Jedes Kind bekommt abgestimmtes Angebot. |
|
|
48. |
27 |
7/44-46 Integrationskinder brauchen nichts anderes, sie brauchen das, was alle Kinder brauchen, in der I. bessere Möglichkeiten es umzusetzen. |
|
|
49. |
27 |
7/48 Individueller Ansatz, wenn er für alle Kinder gilt, umgeht die Unterscheidung zwischen behindert u. nicht behindert. |
|
|
50. |
27 |
7/484 Wenn Lehrer u. Stützlehrer es schaffen ein Wir-Gefühl ohne Grenzen in der Klasse zu installieren, wird nicht mehr zw. behindert u. nicht behindert unterschieden. |
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|
51. |
27 |
7/486-490 Grundhaltungen aus der I. bleiben. Erfahrungen von klein auf erleichtern Umgang. |
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|
52. |
27 |
7/500 Die I. wird immer mehr selbstbewusstere u. kritischere Abgänger hervorbringen, die die I. in anderen Lebensbereichen fordern u. forcieren werden. |
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|
53. |
27 |
7/507 I. hinterlässt langsam bei Lehrer u. Kinder neue Haltungen, vieles wird selbstverständlicher. |
|
|
54. |
27 |
5/63-64 Alle Kinder profitieren in der I. von den zwei Lehrern. |
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|
55. |
27 |
5/214 I. baut Berührungsängste zwischen den Kindern ab. |
|
|
56. |
27 |
5/216-217 Durch die I. werden die Kinder die Angst im Umgang mit Behinderung verlieren. |
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|
57. |
27 |
5/221 I. beinhaltet die Chance SPF aufzuheben u. normalen Abschluss zu machen. |
|
|
58. |
27 |
5/222 I. ändert in erster Linie das Bild von Behinderung. |
|
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59. |
27 |
2/57 I. bietet wertvolle Erfahrung u. ändert Sichtweisen. |
|
|
60. |
27 |
2/86 Auch Regelkinder sollen Umgang mit Behinderung lernen. |
|
|
61. |
27 |
2/286 In I. machen auch die anderen Kinder wichtige soziale Erfahrungen. |
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|
62 |
27 |
2/339-340 Chance der I. ist der stetige Angstabbau durch Begegnung. |
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|
63 |
27 |
2/443-444 I. ist anstrengend aber befruchtend. |
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64 |
27 |
3/45 Bei ASO- Kinder stellt sich kognitiver Erfolg in I. später ein, dafür nachhaltiger. |
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|
65 |
27 |
3/190 Durch Kontakt mit I. passieren gelegentlich einstellungsverändernde AHA-Erlebnisse. |
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|
66 |
27 |
3/233 Geistig behinderte Kinder in der I. für andere Kinder Chance Berührungsängste abzubauen. |
|
|
67 |
27 |
10/304 Viele Eltern wollen bewusst I. damit Kind mit Behinderung umgehen lernt. |
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68 |
27 |
10/316 Individuelle Behandlung soll Regelkinder in der I. gleichermaßen betreffen. |
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|
69 |
27 |
10/317 In der I. müssen alle Kinder gleich wichtig genommen werden. |
|
|
70 |
27 |
10/332 I. verlangt andere Ansätze, Profit für alle Kinder. |
|
|
71 |
27 |
10/336-337 Durch individuelle Ansätze bei jedem in der I. wird Verschiedenheit normal. |
|
|
72 |
27 |
10/ 471 K. aus I.- Klassen werden im Umgang mit ihnen bekannten Behinderungen keine Probleme haben. |
|
|
73 |
27 |
10/473 Kinder aus I.- Klassen werden im Umgang mit Behinderung weniger Probleme haben. |
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|
74 |
27 |
10/474 Sinn der I. ist der Abbau von Hürden durch Begegnung. |
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|
75 |
27 |
10/520 In der I. sollte jedes Kind besonders sein u. deshalb Sonderbehandlung für jedes Kind. |
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|
76 |
27 |
14/122 Unterschiede zwischen Regel- u. Integrationskinder für Kinder kaum Thema. |
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|
77 |
27 |
14/190 I. lässt viel Kreativität zu. |
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|
78 |
27 |
14/303 Beide Teile müssen gegenseitigen Umgang in der I. lernen. |
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79 |
27 |
14/415 I. immer Versuch wert, Änderung immer möglich. |
|
|
80 |
27 |
12/332 Integrationsklassen sehr soziale Klassen. |
|
|
81 |
27 |
12/333 Soziale Kompetenzen in Integrationsklassen sehr hoch. |
|
|
82 |
27 |
12/334-335 Akzeptanz für Anderssein in Integrationsklassen gefördert. |
|
|
83 |
27 |
12/341-342 I. soll Teilhabe am Leben über Schule hinaus ermöglichen. |
|
|
84 |
27 |
12/336 Kinder Sprachrohre ihrer Umgebung. |
Merkmal 28: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, aus denen hervorgeht, dass der Umgang mit behinderten Menschen u. deren Umfeld durch Unsicherheiten, Fremdheit u. Ängsten geprägt ist.
|
1. |
28 |
11/251 Kontakt zu Behinderten aus Unsicherheit häufig vermieden. |
|
2. |
28 |
4/239 Angst der Lehrer steigt in der I. wenn Erfahrungen fehlen. |
|
3. |
28 |
4/286 Ungewisse neue Situation in der I. überfordert u. macht Lehrer Angst. |
|
4. |
28 |
4/287 Lehrer Angst vor Fremden. |
|
5. |
28 |
4/290-291 Einlassbereitschaft lässt Skepsis u. Ängste aufweichen. Wege entstehen indem man sie geht. |
|
6. |
28 |
8/185-186 Unbekanntes erzeugt Furcht. |
|
7. |
28 |
8/207 Fremdes macht Angst. |
|
8. |
28 |
8/209 Fremdes wird durch Kontakt zu Vertrautem. |
|
9. |
28 |
8/212 Persönliche Anteile bestimmen den Umgang mit dem Fremden. |
|
10. |
28 |
9/293 Hemmschwellen u. Berührungsängste vorrangig durch I.- Kontakt abbaubar. |
|
11. |
28 |
9/304 Unbekannte Kinder reagieren auf behinderte Kinder gehemmter. |
|
12. |
28 |
6/125 Lehrer haben bezüglich I. Ängste. |
|
13. |
28 |
6/374 Behinderte sind unpraktisch u. machen Angst. |
|
14. |
28 |
6/378 Mitleid überdeckt oft Ängste vor eigener Betroffenheit. |
|
15. |
28 |
1/312-313 Berührungsängste aus mangelndem Kontakt mit behinderten Menschen. |
|
16. |
28 |
1/348 Hemmschwelle zu Direktbetroffenen sehr hoch. |
|
17. |
28 |
1/348 Für Viele Kontakt mit Direktbetroffenen peinlich u. zu nahe. |
|
18. |
28 |
1/359 Angst steigt mit zunehmender Behinderung. |
|
19. |
28 |
1/359 Besonders große Angst vor beh. Menschen, die nicht sprechen können. |
|
20. |
28 |
1/467 Fremd sein schließt Recht auf Veränderung aus. |
|
21. |
28 |
13/132 Schule lehnt I. aus Angst ab. |
|
22. |
28 |
13/508 Verhaltenauffälligkeit schürt Ängste. |
|
23. |
28 |
13/545 Schwer behinderte Menschen selten erlebbar, dadurch mehr Ängste. |
|
24. |
28 |
13/602 Mehr Verständnis u. weniger Angst durch Kontakt u. Konfrontation. |
|
25. |
28 |
7/71-76 Eltern haben Grundangst, dass bei I. von behinderten od. ausländischen Kindern, die Klasse weniger lernt. Diese Angst ließe sich leicht zerstreuen, dahinter verbirgt sich jedoch Berührungsangst. |
|
26. |
28 |
7/77 Eltern von nicht behinderten Kindern wissen nicht, wie sie sich Mütter von behinderten Kindern gegenüber verhalten sollen. |
|
27. |
28 |
7/78 Nicht Umgehen können entsteht durch mangelnde Kontakte zu behinderten Menschen, Kontakte verringern die Angst. |
|
28. |
28 |
7/79 Eltern behinderter Kinder wünschen unterschiedliches Verhalten. Sicherheit im Umgang ermöglicht Fragen u. dadurch ist Problem gelöst. |
|
29. |
28 |
7/93 Lehrer haben Ängste den Umgang betreffend. |
|
30. |
28 |
7/204 Gründe für die Ablehnung von I. ist Angst u. Überforderung, die verständlich ist, wenn ich nie was damit zu tun gehabt habe. |
|
31. |
28 |
7/216-217 Schwere Behinderung löst Ängste aus, die man lieber vermeidet. |
|
32. |
28 |
7/229-232 Durch Geburt eines behinderten Kindes entsteht Hilflosigkeit u. Ängste rundherum, Freunde verliert man u. die Familie rückt ins Abseits, weil das Tragische nicht auszuhalten ist, geeignete Strukturen könnten dem entgegenwirken. |
|
33. |
28 |
7/250 Ängste u. Ohnmacht vor Fremdheit u. Andersartigkeit spielen eine große Rolle. |
|
34. |
28 |
7/268 Die Art der Beschreibung eines Kindes gegenüber den anderen Eltern, vermag die diffusen Ängste zu schüren od. zu entkräften. |
|
35. |
28 |
5/47 I. beinhaltet Neues u. die Angst davor. |
|
36. |
28 |
5/216-217 Erwachsene haben aus Mangel an Erfahrung massive Berührungsängste. |
|
37. |
28 |
3/189 Ablehnung von Team- teaching ergibt sich aus der Angst vor Macht u. Prestigeverlust, Angst vor Veränderung u. unreflektierten Bildern. |
|
38. |
28 |
3/221 Umgang mit behinderten Menschen geprägt durch Berührungsängste. |
|
39. |
28 |
3/222 Trotz Erfahrung immer wieder Unsicherheiten im Umgang mit Behinderten. |
|
40. |
28 |
3/275 Regelkindern muss Gefühl der Ablehnung wegen Andersartigkeit zugestanden werden. |
|
41. |
28 |
3/280 Alle Regelkinder wissen, 5 Integrationskinder sind anders. |
|
42. |
28 |
10/225-226 I.- Ablehnung meist aus Angst vor Neuem. |
|
43. |
28 |
10/233 Veränderungs- u. Versagensängste bei Lehrern häufig. |
|
44. |
28 |
10/239-240 Lehrer finden I. sinnvoll, mangelnde Kompetenzen u. Ängste verhindern Umsetzung. |
|
45. |
28 |
10/355-356 Umstellung auf offenen Unterricht immer begleitet von Angst ob es funktioniert u. ob Elternzufriedenheit gegeben ist. |
|
46. |
28 |
10/466 Kontakt baut Ängste ab u. ändert Einstellung. |
|
47. |
28 |
10/472 Fremdes wird durch Kontakt normal. |
|
48. |
28 |
10/475-477 Trotz Erfahrung Unsicherheiten im Umgang mit Behinderung ohne Erfahrung noch viel schwieriger. |
|
49. |
28 |
10/480 Berührungsängste häufig durch Wegschauen kompensiert. |
|
50. |
28 |
10/481 Behinderung macht betroffen u. verunsichert. |
|
51. |
28 |
10/487 I. von behinderten Kindern u. Ausländer gleiche Ängste. |
|
52. |
28 |
10/509 Scheu vor Ansprache von Behinderung, passende Worte fehlen. |
|
53. |
28 |
14/342 Lehrer Angst vor ungewohntem Terrain. |
|
54. |
28 |
14/406 Umgang der Eltern mit Behinderung maßgeblich beteiligt an Entscheidung für od. gegen ASO. |
|
55. |
28 |
12/343-344 I. endet oft in der Schule, kaum Einladungen für Integrationskinder. |
|
56. |
28 |
2/336-337 Anfängliche Skepsis u. Ängste bei den nicht betroffenen Eltern kann durch Aufklärungsarbeit reduziert werden. |
Merkmal 29: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die explizit od. implizit auf Menschenbilder eingegangen sind. Unter Menschenbild wird in diesem Zusammenhang ein vorgefertigtes, unreflektiertes Bild von einem Menschen verstanden, durch das eine gewisse Erwartungshaltung bezüglich Verhalten, Handeln, Ressourcen u. Grenzen des jeweiligen Menschen, bzw. Gruppe entsteht.
|
1. |
29 |
9/66 Einstellung u. Menschenbild in der I. ausschlaggebend. |
|
2. |
29 |
6/153 Speziell Down Syndrom werden vereinheitlichte Verhaltensweisen u. Wesenarten zugeschrieben. |
|
3. |
29 |
6/154 Down Syndrom wird häufig undifferenzierte Freundlichkeit, Gutmütigkeit u. stetes Lächeln zugeschrieben. |
|
4. |
29 |
6/154-155 Merkmal eines Menschen mit Down Syndrom wird auf alle generalisiert. |
|
5. |
29 |
6/156-157 Generalisierungen im Zusammenhang mit Behinderung häufig. |
|
6. |
29 |
6/187 Lehrer bezeichnet Kind mit Down Syndrom als Krankheit. |
|
7. |
29 |
6/334 Jedes Kind muss wert sein etwas zu lernen. |
|
8. |
29 |
6/349 Zuerst kommt der Mensch dann Behinderung. |
|
9. |
29 |
6/352 Menschenbild u. Bilder der Lehrer spielen bei I. große Rolle. |
|
10. |
29 |
6/354 Behinderter Mensch im Kopf der anderen oft Sozialfall. |
|
11. |
29 |
6/355 Behinderung häufig mit arm, krank u. hilflos assoziiert. |
|
12. |
29 |
6/356 Inadäquate Hilfestellungen bei behinderten Kindern häufig durch projizierte Hilflosigkeit. |
|
13. |
29 |
6/376 Durch Behinderung ausgelöstes Mitleid bringt Menschen zum Weinen. |
|
14. |
29 |
1/449 Medien prägen Menschenbild bzgl. Behinderung negativ mit. |
|
15. |
29 |
1/450 Medien unterstreichen Unterschiede zw. behindert u. nicht behindert. |
|
16. |
29 |
1/452 Von Behinderten viel Dankbarkeit erwartet. |
|
17. |
29 |
13/605-606 Leben von Behinderten wird oft sehr einseitig u. pessimistisch gesehen. |
|
18. |
29 |
7/513 In der I. geht es vor allem um Haltung u. Menschenbild. |
|
19. |
29 |
5/102-103 Kinder speziell mit Down- Syndrom können sehr empfindsam sein u. sich daher auf gewisse Dinge, z.B. dunklen Bart nicht einstellen. |
|
20. |
29 |
5/147-148 Für Schüler aus 3. Leistungsgruppe wird Schule kein großes Thema sein, sie werden gute Handwerker werden. |
|
21. |
29 |
2/289 Ausschlaggebend für I. sind Menschenbild u. Erfahrung. |
|
22. |
29 |
3/219-220 Behinderte Menschen zeichnen sich durch feines Gespür u. Ehrlichkeit aus. |
|
23. |
29 |
10/512 Vereinheitlichende Verwendung von Behinderung. Behinderung wird rasch Haupteigenschaft des Betroffenen u. impliziert gewisse Schuldzuweisung. |
|
24. |
29 |
14/177 Entwicklungsprognose bei Kindern mit Down Syndrom möglich. |
|
25. |
29 |
12/216 Therapiewahn signalisiert Reparaturanspruch. |
Merkmal 30: Diesem Merkmal wurden Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die paradoxe Inhalte transportieren bzw. im Widerspruch zu sich selbst stehen.
|
1. |
30 |
9/369 Einerseits wird I. Wille gezeigt, andererseits erstickt man beh. Menschen im Keim. |
|
2. |
30 |
9/370 Medizin versucht Behinderungen durch Pränataldiagnostik auszuschalten, Frühgeburten mit oft sehr schlechter Prognose werden mit allen Mitteln am Leben erhalten. |
|
3. |
30 |
1/448 Fruchtwasseruntersuchungsvorschrift durch Mutter-Kindpass steht im Widerspruch zu signalisierter Offenheit gegenüber Behinderung. |
|
4. |
30 |
7/289-290 Bei I. Wahlrecht, jedoch bei den Bedingungen keine Mitsprache. Wenn Kind mehr als 5 Stunden braucht, hat man die Wahl zw. 5 Stunden, die nicht reichen u. ASO. |
|
5. |
30 |
10/197-198 System erwartet von I. individuellen, kindgerechten Ansatz, stellt selbst jedoch rigide Rahmenbedingungen bereit. |
|
6. |
30 |
10/385-386 Neid der Kollegen entsteht bei gelungener I. obwohl sie keine I.- Bereitschaft haben. |
|
7. |
30 |
10/397 Ambivalentes Verhalten der Lehrer gegenüber Integrationslehrern, einerseits Neid, andrerseits Erleichterung, dass sie I. nicht trifft. |
|
8. |
30 |
10/415 Direktoren, die I. wollen, bekommen keine, andere werden gezwungen. |
|
9. |
30 |
14/260-261 ASO gegen I. SPZ- Leiterin theoretisch für I. zuständig, praktisch nie Zeit. |
|
10. |
30 |
14/264 ASO gegen I. SPZ- Leiterin theoretisch für I. zuständig, praktisch kein Interesse. |
Merkmal 31: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die, die Wirksamkeit von Bildern beschreiben u. implizieren.
|
1. |
31 |
11/250 Assoziationen beim Anblick von Behinderung erschweren Umgang. |
|
2. |
31 |
11/257 Bestimmte Bilder von Menschen erweisen sich in der Auseinandersetzung als falsch. |
|
3. |
31 |
11/258 Gespeicherte Bilder müssen reflektiert werden. |
|
4. |
31 |
11/259 Lehrer vermeiden Auseinandersetzung mit eigenen Bildern oft, indem sie gegen I. sind. |
|
5. |
31 |
4/235 Lehrer bringen erfahrungsgeprägte Bilder in die I. mit, die mit den individuellen Bedürfnissen nicht immer kompatibel sind. |
|
6. |
31 |
4/236 Oftmals Distanzierung von alten Bildern nötig. |
|
7. |
31 |
8/180-181 Kontakt u. positive Erfahrungen mit schwerstbehinderten Kindern verändern das Bild in den Köpfen der Lehrer. |
|
8. |
31 |
8/183 Begegnung entschärft vorgefertigte Bilder. |
|
9. |
31 |
9/210 Bilder über Behinderte primär negativ. |
|
10. |
31 |
9/211 Menschen mit Behinderung schnell schubladisiert. |
|
11. |
31 |
9/312 Bei Behinderung stehen erwartete Defizite im Vordergrund, AHA-Erlebnisse wenn es doch funktioniert. |
|
12. |
31 |
9/372 Diagnose bzgl. Behinderung lässt bestimmte, sehr verallgemeinernde Bilder entstehen. |
|
13. |
31 |
6/279 Integrationslehrer häufig überrascht von den Fähigkeiten u. Fortschritten der Integrationskinder. |
|
14. |
31 |
1/344 Politik will Behindertenbild nicht verändern. |
|
15. |
31 |
1/451 Behinderte in Medien häufig in Bittstellerrolle. |
|
16. |
31 |
1/455 Erst Einklagbarkeit des Antidiskriminierungsgesetzes wird Bild verändern. |
|
17. |
31 |
1/458 Licht ins Dunkel transportiert kein I.- förderliches Bild. |
|
18. |
31 |
13/493 Lehrer Angst vor negativem Bild der VS durch Kontakt mit ASO. |
|
19. |
31 |
13/556-557 Behindertenbild impliziert häufig Mitleid u. Hilfsbedürftigkeit. |
|
20. |
31 |
13/604 Bild von Behinderung oft sehr einseitig. |
|
21. |
31 |
13/611Häufiger Blickwinkel auf Behinderte, sie haben es nett, da kein Leistungsdruck. |
|
22. |
31 |
13/617 Behindertenbild impliziert häufig Bedauern u. Mitleid. |
|
23. |
31 |
7/67 Sobald das Bild der lieben u. netten Behinderten durch Aggression od. Lautstärke bedroht wird, erfolgen Sanktionen, denn gewisse Anpassung wird erwartet. |
|
24. |
31 |
7/68 Gesamtbild von Behinderung ist nicht gut, Licht ins Dunkel prägt ein Bild, das nicht gut tut. |
|
25. |
31 |
7/70 Angst, Bilder; Menschenbilder beteiligt an I. teilweise Zerstreuung möglich. |
|
26. |
31 |
7/82-83 Wirksame Bilder sind hinderlich. Neue Bilder dürfen entstehen, jedoch Behinderung muss sichtbar bleiben, sonst finden Kritiker die Kampagne von Integration Österreich zur Veränderung der Bilder von Menschen mit Behinderung sinnlos. |
|
27. |
31 |
7/85 Bilder überdecken Hilflosigkeit. Lehrer, Eltern usw. sind nicht ausgenommen. |
|
28. |
31 |
7/105 Bei normalen Kindern weiß man im Groben, was einem erwartet, bei behinderten Kindern jedoch oft nicht. |
|
29. |
31 |
7/106 Vermeintliche Sicherheit u. Antizipierbarkeit ist gefährlich. Individuelle Zugänge erforderlich. |
|
30. |
31 |
7/193 Öffentlich wirksame, positiv konnotierte Bilder führen zur Reduktion von Angst wie man am Beispiel von Down Syndrom Kindern sieht, für erwachsene Menschen mit Down -Syndrom gilt das Bild nur beschränkt. |
|
31. |
31 |
7/202 Einhaltung des Menschenrechtes allein würde Bild verändern. |
|
32. |
31 |
7/208-211 I. -Bewegung findet heute schwerer Unterstützung, da sich Ton u. Bild geändert haben u. es den Anschein hat, dass sehr viel für I. getan wird. |
|
33. |
31 |
7/213-215 Positive Formulierungen der Politiker vermitteln bei der Bevölkerung das Bild, dass sehr viel für beh. Menschen getan wird u. überdecken die nicht so positive Realität. |
|
34. |
31 |
7/255 Bilder haben Funktion u. sollen gar nicht entkräftet werden. |
|
35. |
31 |
7/260 Das Bild über Behinderte u. Ausländer soll nicht entkräftet werden, es hat eine gesamtgesellschaftliche Funktion. |
|
36. |
31 |
7/263 Bilder könnten ganz leicht entkräftet werden u. Ängsten könnte man begegnen. |
|
37. |
31 |
7/479-481 Eltern haben oft große Vorbehalte gegenüber ihren Kindern mit Behinderung. Das Bild, das Eltern von ihren Kindern haben, wird sehr stark durch die Umwelt geprägt. |
|
38. |
31 |
7/482 Bilder in den Köpfen verändern sich durch Erfahrung u. Kontakt u. das ist die Chance der I. |
|
39. |
31 |
5/115 Vorstellungen u. Bilder bzgl. I. sehr divers. |
|
40. |
31 |
2/214 Medien produzieren falsche Bilder. |
|
41. |
31 |
2/343 Bilder müssen verändert werden, zwischen den diversen Behinderungen muss differenziert werden. |
|
42. |
31 |
2/348-349 Vereinheitlichung von Behinderung. Eltern haben oft ein konkretes Bild von Behinderung im Kopf u. fürchten, dass so jemand gemeinsam mit ihrem Kind die Schule besucht. |
|
43. |
31 |
3/69 Negatives I.- Bild der Lehrer kann durch gute Zusammenarbeit verändert werden. |
|
44. |
31 |
3/187 Lehrer halten gerne am Gewohnten fest. Bilder ändern sich schwer. |
|
45. |
31 |
3/217 Kontakt kann Bilder verändern. |
|
46. |
31 |
3/259 Unterschied zwischen Integrations- u. Regelkind kaum sicht- u. merkbar. |
|
47. |
31 |
3/267-268 ASO der bessere Weg für Kinder, die nach außen hin anders sind. |
|
48. |
31 |
10/242 Nicht sehr sichtbare Behinderungen erleichtern den Einstieg, Umsetzung schwieriger. |
|
49. |
31 |
10/246 Hemmschwelle wird erhöht durch ungewöhnliches Aussehen. |
|
50. |
31 |
10/273-274 Nicht sichtbare Behinderung löst weniger Befremdung u. Angst aus. |
|
51. |
31 |
10/275 Unsichtbar vorhandene Defizite machen Arbeit schwieriger. |
|
52. |
31 |
10/297-281 Wenn Behinderung sichtbar ist, wird Sonderbehandlung zugestanden. |
|
53. |
31 |
10/284 Andere Eltern u. Kinder akzeptieren andere Regeln für nach außen hin gleiches Kind schwer. |
|
54. |
31 |
10/289 Wenig erfahrene Eltern u. Kinder orientieren sich am Erscheinungsbild. |
|
55. |
31 |
10/500 Kinder fragen freier, Erwachsene oft durch Bilder im Hinterkopf gehemmt. |
|
56. |
31 |
14/111 Kinder, die nicht behinderte ausschauen, werden von Kollegen oft überfordert bzw. Bedürfnisse ignoriert. |
|
57. |
31 |
12/239-240 Behindertes Kind lässt aus Lehrer- Sicht für Eltern Welt zusammenbrechen. |
Merkmal 32: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die belegen, dass jede neue Integration Lehrer einen neuen, individuellen Prozess abverlangt.
|
1. |
32 |
4/292 Jede I. ist durch neue Kinder neue Herausforderung. |
|
2. |
32 |
5/229-230 Große Unbekannte macht jede neue I. spannend. |
|
3. |
32 |
5/231 Gemachte Erfahrung verkleinert die Spannung vor neuer I. |
|
4. |
32 |
10/481-482 Jedes neue behinderte Kind verunsichert aufs Neue. |
|
5. |
32 |
10/484 Jedes neue Kind impliziert neue fremde Anteile. |
Merkmal 33: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die auf gesellschaftliche Maßstäbe u. Normvorstellungen u. Erwartungshaltungen hinweisen.
|
1. |
33 |
4/187 Speziell bei I. am Land spielen Vorurteile u. gesellschaftliche Komponenten große Rolle. |
|
2. |
33 |
9/212-213 Leistung bestimmt den Wert des Menschen. |
|
3. |
33 |
9/383 Behinderte müssen gesellschaftliche Funktion erfüllen, um Legitimation zu erfahren. |
|
4. |
33 |
9/386 Durch gezielte Lebensverhinderung behinderter Menschen fehlt wichtiger gesellschaftlicher Part vom Ganzen. |
|
5. |
33 |
9/389 Pränataldiagnostik muss Gesellschaftsanliegen werden, Eltern müssen neutrale Beratung u. Perspektiven gewährleistet werden. |
|
6. |
33 |
9/390 Die Weichen über Umgang mit Behinderung stellt die Gesellschaft. |
|
7. |
33 |
9/391 Freiwillige Entscheidung der Eltern für das Leben mit behinderten Kindern, darf nicht zu ihrem persönlichen u. alleinigen Problem werden. |
|
8. |
33 |
9/392-393 Selektive gesellschaftliche, über Funktion legitimierte Tendenzen, beängstigend. |
|
9. |
33 |
9/398 Ob Leben lebenswert ist od. nicht, darf nicht von außen bestimmt werden. |
|
10. |
33 |
6/369 Behinderte Kinder keinen Platz in unserer Gesellschaft. |
|
11. |
33 |
6/372 Behinderung keinen Platz im Denken u. in der Gesellschaft. |
|
12. |
33 |
6/373 Menschen möchten nicht durch Behinderte am eigenen Leben behindert werden. |
|
13. |
33 |
1/276-277 Politikereinsatz bei behinderten Menschen nicht medienwirksam. |
|
14. |
33 |
1/276-277 Behinderte zu unwichtig, um als Politiker damit zu punkten. |
|
15. |
33 |
1/286 Gesellschaft denkt in zwei Gruppen u. will diese auch nicht aufgeben. |
|
16. |
33 |
1/311 Behinderte u. Ausländer Sündenböcke in unserer Gesellschaft. |
|
17. |
33 |
1/353 Viele mit Vorgangsweise bzgl. Behinderung nicht einverstanden, jedoch kaum jemand bezieht öffentlich Stellung. |
|
18. |
33 |
1/377-378 I. ist in aller Munde, Umsetzung lässt auf sich warten. |
|
19. |
33 |
1/399 I. ist ein Wort, das in Österreich nicht funktioniert. |
|
20. |
33 |
1/414 Viel über I. gesprochen, jedoch wenig gemacht. |
|
21. |
33 |
1/437-438 I. darf nicht länger Einzelanliegen bleiben, sondern muss gesellschaftliches Anliegen werden. |
|
22. |
33 |
13/544 Bei Behinderung mit Verhaltensauffälligkeiten wenig Akzeptanz in der Öffentlichkeit. |
|
23. |
33 |
13/562-563 Nicht gesellschaftliche Maßstäbe in Frage gestellt, sondern die die sie nicht erreichen. |
|
24. |
33 |
13/571 Durch I. steigt Chance auf gesellschaftliche Werteänderung. |
|
25. |
33 |
13/581 Breite Akzeptanz für Körperbehinderte. |
|
26. |
33 |
7/495 Aggressive Leistungsgesellschaft soll nicht aufgegeben werden. |
|
27. |
33 |
7/514-516 Wer brave Befehlsempfänger produzieren will, kann nicht für I. sein. Selbstbestimmtes Leben macht kritischer u. autonomer. Zu viel Autonomie will man vermeiden, denn es ginge mit gewissem Kontrollverlust einher. |
|
28. |
33 |
3/120 Gesellschaft gibt Leistungsmaß vor. |
|
29. |
33 |
3/121 Schule muss Gesellschaftsauftrag bzgl. Leistungen der Kinder erfüllen. |
|
30. |
33 |
3/216 Menschenbild bzgl. Behinderten müsste verändert werden, Gesellschaft noch nicht bereit. |
|
31. |
33 |
12/219 Leistungsgesellschaft nur Platz für gut funktionierende Menschen. |
|
32. |
33 |
12/220-222 Abgelehnte Therapiefinanzierungen für Eltern oft unerträglich aufgrund gesell. Funktionsanspruchs. |
|
33. |
33 |
12/404-405 Gesellschaftsüberlegungen nötig, ob I. wegen Schulnamen od. wegen Kind gemacht wird. |
Merkmal 34: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die sich auf die Bereitschaft versus Nichtbereitschaft, Freiwilligkeit versus Unfreiwilligkeit der Lehrer, in die Integration zu gehen beziehen.
|
1. |
34 |
11/208 Viele Lehrer kein Interesse an I. |
|
2. |
34 |
8/82 Lehrer mittels Los für I. bestimmt. |
|
3. |
34 |
9/184 I. mit Gewalt erzwingen ist sinnlos. |
|
4. |
34 |
9/231 Wenige Lehrer sind I.- Befürworter. |
|
5. |
34 |
9/233 I.- Recht der Kinder impliziert I.- Pflicht der Lehrer. |
|
6. |
34 |
13/154 Ohne gesetzliche Bestimmung keine Lehrer- Bereitschaft für I. |
|
7. |
34 |
7/88 Nicht alle Lehrer freiwillig in der I. |
|
8. |
34 |
7/114 Genügend bereitwillige Lehrer, sie kommen oft nicht zum Zug. |
|
9. |
34 |
5/44 Formierung des I. -Teams sollte freiwillig stattfinden. |
|
10. |
34 |
2/34 Durch den Druck der Medien aufs Schulamt besteht Gefahr, dass Lehrer widersinnigerweise unfreiwillig zur I. verdammt werden. |
|
11. |
34 |
2/241 Niemand darf zur I. gezwungen werden. |
|
12. |
34 |
2/266-267 In der Praxis haben Lehrer oft nicht die Wahl, sie werden mit I. zwangsbeglückt. |
|
13. |
34 |
2/269 Lehrer sie sich weigern, werden als schlechte L. dargestellt, obwohl sie I. nie gelernt haben. |
|
14. |
34 |
2/292 Wahlfreiheit für Lehrer muss erhalten bleiben. |
|
15. |
34 |
10/6-7 In der I. auch Lehrer ohne Bereitschaft, die mangelnde Ausbildung vorschieben. |
|
16. |
34 |
10/37 Zusammenwürfeln von Teams erschwert Team- teaching. |
|
17. |
34 |
10/40 Geringe Wahrscheinlich von guter Zusammenarbeit in zusammengewürfelten Teams. |
|
18. |
34 |
10/216 Wenn keiner I. machen will, wird der mit geringstem Widerstand zwangsbeglückt. |
|
19. |
34 |
10/377 In der I. häufig Junglehrer, meist mehr Offenheit, ältere weigern sich mehr. |
|
20. |
34 |
14/208 I. wird vielen Lehrern aufgezwungen. |
|
21. |
34 |
14/214 Lehrer für I. häufig bestimmt od. gewürfelt. |
|
22. |
34 |
14/232 Freiwilligkeit verbessert Akzeptanz u. Vorgehen der Lehrer in I. |
|
23. |
34 |
14/281 I. schwierig für Lehrer, die hineingeworfen werden. |
|
24. |
34 |
14/392-393 I. ist Unterbringung von sonst arbeitslosen Lehrern. |
|
25. |
34 |
14/475 Direktoren oft von Behörde zur I. gezwungen, Überzeugung fehlt. |
|
26. |
34 |
12/2 Einzige Jobchance für PÄDAK- Absolventen ist I. |
|
27. |
34 |
12/44 Viele nicht freiwillig in I. |
|
28. |
34 |
12/128 Real selten zwei Lehrer in der I., die es wollen. |
|
29. |
34 |
12/129 Die meisten Lehrer in der I. müssen. |
|
30. |
34 |
12/292 Viele Lehrer machen I. aus Jobmangel nicht aus Interesse. |
|
31. |
34 |
10/462 I. Bereitschaft steigt durch Betroffenheit im engeren u. weitern Kreis. |
|
32. |
34 |
10/464 I. Bereitschaft vieler Lehrer aus eigener Betroffenheit in Familien- od. Freundeskreis. |
|
33. |
34 |
10/470 Persönliche Betroffenheit u. Kontakt lässt Hürden für I.- Bereitschaft kleiner werden. |
Merkmal 35: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die sich auf die Situation von Menschen mit Behinderung allgemein u. im Speziellen auf Nichtakzeptanz u. Diskriminierung beziehen.
|
1. |
35 |
11/41 Therapien für behinderte Kinder aus Geldgründen verhindert. |
|
2. |
35 |
11/42 Inhalt des Therapieansuchens muss primär Förderbereich des Geldgebers entsprechen, weniger den Bedürfnissen. |
|
3. |
35 |
11/77 Eltern von behinderten Kind Angst vor Schülerreaktionen in der HS. |
|
4. |
35 |
11/248 Trotz Erfahrung traut man behinderten Menschen weniger zu. |
|
5. |
35 |
11/249 Umgang mit behinderten Menschen trotz Erfahrung erschwert. |
|
6. |
35 |
11/286 Verhalten von behinderten Kindern oft durch ihr Leben in einer für uns fremden Welt erklärt. |
|
7. |
35 |
4/97-98 "Du Behinderter", bei Jugendlichen als gegenseitiges Schimpfwort im Gebrauch. |
|
8. |
35 |
4/110 Positive Überraschung der anderen Eltern bei Erfolgen der Integrationskinder impliziert skeptische Grundhaltung. |
|
9. |
35 |
4/118 Behindertes Kind wird entmenschlicht, indem es zum Fall gemacht wird, solche Fälle in ASO besser aufgehoben. |
|
10. |
35 |
8/146-147 Teilweise ASO- Kinder im SPZ bis 18 mit Volksschülern in gleicher Schule. |
|
11. |
35 |
8/247 Sprache u. Denken stehen in Wechselwirkung, daher wichtig wie Dinge benannt werden. |
|
12. |
35 |
8/251 Begriffswahl ausschlaggebend für das Denken. |
|
13. |
35 |
8/245 Behinderung oft als Seinszustand der Person, nicht nur als Teil neben anderen Teilen gesehen. |
|
14. |
35 |
9/206 Vielerorts noch die Meinung behinderte Kinder gehören separat gefördert. |
|
15. |
35 |
9/207 Gleichstellung aller Menschen fehlt, Mensch mit Behinderung kein gleichwertiger Mensch. |
|
16. |
35 |
9/208 Behinderte häufig in der Rolle des Staatsschmarotzers. |
|
17. |
35 |
9/209 Nicht Mensch, sondern Handicap primär gesehen. |
|
18. |
35 |
9/211 Mensch mit Behinderung weniger wert. |
|
19. |
35 |
9/268 Inspektor geht davon aus, dass I. nicht funktioniert. |
|
20. |
35 |
9/305 Unbekannte reduzieren behinderte Menschen eher auf Behinderung in der Begegnung. |
|
21. |
35 |
9/311 Behinderung ist für Betroffene nicht primäres Problem, sondern wie sie von anderen gesehen werden. |
|
22. |
35 |
9/329 Loslassen der behinderten Kinder in die Autonomie für Eltern sehr schwer. |
|
23. |
35 |
9/368 Pränataldiagnostik verhindert bei 90% der Down Syndrom Kinder das Leben. |
|
24. |
35 |
9/394 Lebenswert - Leben Diskussion erlebt durch intensivierte Pränataldiagnostik Revival. |
|
25. |
35 |
6/370 Behinderte Menschen keinen Platz in unserem Denken. |
|
26. |
35 |
6/371 Geburt eines behinderten K. löst viel Verzweiflung u. häufig Todeswunsch des Kindes aus. |
|
27. |
35 |
6/380-381 Behinderung soll weitgehend ausgeschalten werden. |
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28. |
35 |
6/385 Lebensrecht wird behinderten Menschen immer mehr aberkannt. |
|
29. |
35 |
1/45 Behinderte Menschen so gut wie keine Rechte. |
|
30. |
35 |
1/53-54 Ständige Diskriminierung von Behinderten wegen fehlender Rechte. |
|
31. |
35 |
1/55 Österreich u. Griechenland einzigen EU- Länder ohne Antidiskriminierungsgesetz. |
|
32. |
35 |
1/61 Im Jahr der Behinderten werden "brave" Behinderte gezeigt, die schnell wieder vergessen werden. |
|
33. |
35 |
1/62 Behinderte brauchen keine Aktionen sondern Respekt. |
|
34. |
35 |
1/63 Behinderte oft wie eigene Rasse behandelt. |
|
35. |
35 |
1/64 Behindertenumgang häufig nicht authentisch. |
|
36. |
35 |
1/77 Bekannter Klinikprofessor für behindertes Kind keinen Termin. |
|
37. |
35 |
1/88 Behindertes Kind in eigener Familie oft nicht akzeptiert. |
|
38. |
35 |
1/89 Ältere Menschen kaum Akzeptanz für Behinderung. |
|
39. |
35 |
1/89 Manche Familienmitglieder erleben behindertes Kind als Schande. |
|
40. |
35 |
1/89 Behindertes Kind als geschäftsschädigend erlebt. |
|
41. |
35 |
1/91-93 Behindertes Kind oft mit Ablehnung innerhalb der Familie konfrontiert. |
|
42. |
35 |
1/205 Nur Profit u.. Geschäft durch Behinderte von Interesse. |
|
43. |
35 |
1/201 Situation eines schwerstbehinderten Menschen zur Geldmaximierung missbraucht. |
|
44. |
35 |
1/208 Behinderte keine gleichberechtigten Bürger. |
|
45. |
35 |
1/215 Behinderte werden wie eigene Rasse behandelt. |
|
46. |
35 |
1/274 Solidarität innerhalb der "Behindertenwelt" fehlt. |
|
47. |
35 |
1/281 Behinderte Menschen haben keine Rechte. |
|
48. |
35 |
1/361 Innerhalb der behinderten Menschen oft zwischen förderwürdigen u. weniger förderwürdigen unterschieden. |
|
49. |
35 |
1/458 Licht ins Dunkel für I. kontraproduktiv. |
|
50. |
35 |
13/156 Lehrer skeptisch, ob normale Schule für behinderte Kinder richtiger Platz ist. |
|
51. |
35 |
13/157 Aufgrund des Leistungsziels für behinderte Kinder kein Platz in der Regelschule. |
|
52. |
35 |
13/491-492 An ASO angegliederte VS lehnt behindertes Kind total ab. |
|
53. |
35 |
13/505 Akzeptanz bei Verhaltensauffälligkeit reduziert. |
|
54. |
35 |
7/187 Keine prinzipielle Bereitschaft zur Auflösung der klar definierten Unterschiede zwischen Behinderten u. nicht Behinderten. |
|
55. |
35 |
7/225 Das behinderte Kind versucht man mittels Therapiedruck den normalen Kindern anzunähern, es ist aber ganz klar anders. |
|
56. |
35 |
7/227-229 Expertengläubigkeit erübrigt die eigene Auseinandersetzung mit Behinderung. |
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57. |
35 |
7/233 Durch behindertes Kind schlagartige Veränderung des Lebens, außer man weiß es durch Pränataldiagnostik. |
|
58. |
35 |
7/236-238 Die Folge von Pränataldiagnostikberatung ist bei 95% der Abbruch, aus mangelnder Perspektive. Es wird ein Leben prognostiziert, von dem niemand was hat. Diese Argumente drängen zur Abtreibung. |
|
59. |
35 |
7/240-241 Ein behindertes Kind freiwillig kriegen, stößt auf Unverständnis. |
|
60. |
35 |
7/10 Therapien werden oft zu unpassenden Zeitpunkten bewilligt u. letztlich sind sie eine Aktion gegen Behinderung. |
|
61. |
35 |
7/252-254 Jeder hat ein Recht auf Sexualität, bei behinderten Menschen verbindet man es mit etwas Schmutzigem. |
|
62 |
35 |
7/401-404 Die individuellen Bedürfnisse der behinderten Kinder werden nicht ernst genommen. Wenn ein behindertes Kind kleine Gruppe bevorzugt, müssen die restlichen es auch vorziehen. |
|
63 |
35 |
7/465 Behinderte sollen durch Pränataldiagnostik verhindert werden. |
|
64 |
35 |
7/497 Einsatz für Behinderte wird häufig zum Akt der Nächstenliebe u. nicht weil es ihm als Mensch zusteht, impliziert Missachtung des behinderten Menschen. |
|
65 |
35 |
5/223-224 Kinder übernehmen oft Vorurteile der Erwachsenen bzgl. Behinderten, diese zu entkräften bedeutet viel Arbeit. |
|
66 |
35 |
2/85 Es ist toll, wenn Mütter sich nicht alles gefallen lassen u. auch ein behindertes Kind annehmen. |
|
67 |
35 |
2/174 Nicht alle Eltern sind mit I. einverstanden. |
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68 |
35 |
2/428-429 Ungeeignete Baulichkeiten hindern Rollstuhlfahrer am Regelschulbesuch. |
|
69 |
35 |
14/39 Kinder mit Behinderung werden oft in der I. durch Hänseln eingeschüchtert. |
Merkmal 36: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die darauf hinweisen, dass inadäquater Unterricht u. nicht stimmige Rahmenbedingungen in der Integration zu Lasten der Kinder gehen.
|
1. |
36 |
11/196 I.- Unwillen der Lehrer am Rücken der Kinder ausgetragen. |
|
2. |
36 |
11/331 Aussonderung für Kinder psychisch schwer verkraftbar. |
|
3. |
36 |
9/148 Viele Professionelle orientieren sich primär am Programm u. weniger an den Bedürfnissen. |
|
4. |
36 |
6/518 Eltern entscheiden nach gescheiterter I. oft bewusst für ASO. |
|
5. |
36 |
1/122 Kindergartenkonferenz beschließt aufgrund fehlender Ausbildung, behindertes Kind darf nur 2h/Woche in den I.- Kindergarten. |
|
6. |
36 |
1/235 Ablehnung von Behinderten unpopulär, daher I.- Zustimmung, jedoch mit erwartetem Scheitern aufgrund mangelnder Rahmenbedingungen. |
|
7. |
36 |
1/472 I.- scheitert nicht an den Kindern sondern an den inadäquaten Rahmenbedingungen. |
|
8. |
36 |
13/454 Ungeeignete I.- Strukturen zwingen schwer behindertes Kind in die ASO. |
|
9. |
36 |
7/59 Schlechter Unterricht hat für normales Kind kein adäquates Angebot zur Folge, für ein behindertes Kind den Schulwechsel. |
|
10. |
36 |
7/61 Bei Scheitern verliert behindertes Kind den Platz an der Schule. |
|
11. |
36 |
7/219 Wenn I. scheitert, liegt es nicht an den Rahmenbedingungen, sondern am Kind. |
|
12. |
36 |
7/221-222 Defekt liegt beim Kind, also versucht man mit Reparatur, nicht mit adäquaten Rahmenbedingungen beizukommen. |
|
13. |
36 |
7/269-271 Schule trifft trotz mehrfacher Problemvorankündigung keine Vorbereitung, sondern wartet bis es scheitert u. spricht Suspendierung aus. Nur an eigener Problemlösung interessiert, nicht am Kind. |
|
14. |
36 |
7/272-274 Schulen nehmen schwierige Kinder auf, schaffen keine Rahmenbedingungen u. lassen Unterschriftaktionen gegen das Kind entstehen, entkräften keine Ängste u. sammeln so systematisch Argumente für Suspendierung, da Ablehnung überhand genommen hat. |
|
15. |
36 |
7/325-328 Kinder, die SPF brauchen, aber aufgrund der Weisung keinen bekommen, schulen normal ein, müssen dort scheitern u. hoffen, dass es bald wieder Stunden für SPF gibt. Spiel mit der Psyche des Kindes wird betrieben, um ein paar Stunden zu sparen. Bürokratie steht über dem Menschen. |
|
16. |
36 |
7/393 Kind von der Schule verweisen löst das Problem weder für Kind noch für Schulamt. Sinnvoll wären adäquate Bedingungen von Anfang an, damit das Kind bleiben kann, diese Variante kostet auch nicht mehr. |
|
17. |
36 |
7/426 Zu wenig Personal u. Stunden in der I. werden am Rücken der Kinder ausgetragen. |
|
18. |
36 |
7/429 Kinder werden aus schlecht laufender I. genommen, weil sie entweder geistig verhungern od. so stark unter Druck stehen. |
|
19. |
36 |
7/430-431 Kinder, die aus der I. in die ASO wechseln, sind die glücklichen Kinder in der ASO, die so gerne als Argument für ASO verwendet werden. Niemand will den eigentlichen Grund des Scheiterns wissen, der in Ermangelung passender Rahmenbedingungen zu finden ist. |
|
20. |
36 |
2/393 Verhaltensprobleme häufig bedingt durch inadäquate Lernbedingungen. |
|
21. |
36 |
3/151 Kinder müssen sich dem Rahmen, in dem der Lehrer gut arbeiten kann anpassen. |
|
22. |
36 |
3/304 Wenn Kinder nicht wissen, warum sie Sonderschüler sind, hilft Konfrontation mit HS- Test. |
|
23. |
36 |
3/342 Mangelnde Kapazitäten durch Stützlehrersystem bringt Kind um adäquate Förderung u. lässt es lediglich anwesend sein. |
|
24. |
36 |
10/198 Rahmenbedingungen rigide, lassen sich den Bedürfnissen der Kinder nicht anpassen. |
|
25. |
36 |
14/119 Hohes Leistungsniveau negative Auswirkungen auf Selbstwert der Integrationskinder. |
|
26. |
36 |
14/368 Unter gegebenen Bedingungen ASO besser als I. |
|
27. |
36 |
14/382 Rahmenbedingungen oft nicht mit Bedürfnisse der I. kompatibel. |
|
28. |
36 |
14/492-493 Häufiger Lehrerwechsel geht auf Kosten der Integrationskinder. |
|
29. |
36 |
12/39 I. muss für das Kind passen. |
|
30. |
36 |
12/78 Bei gleicher Anforderung unterschiedliche Benotung z.B. Turnen, Zeichnen usw. |
|
31. |
36 |
12/131 Unfreiwilligkeit bedingt auf Kosten der Integrationskinder; hohe Lehrer- Fluktuation. |
|
32. |
36 |
12/132 Integrationskind oft in 4 Jahren, 4 verschiedene Lehrer. |
|
33. |
36 |
12/133 Häufiger Integrationslehrerwechsel verunmöglicht adäquate Förderung. |
|
34. |
36 |
12/135-136 Häufiger Lehrerwechsel gefährdet Erreichtes der Integrationskinder. |
Merkmal 37: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, in denen es um Aussagen bzw. Forderungen hinsichtlich Inklusion geht.
|
1. |
37 |
4/120 Einschulung in wohnortfremde ASO entfremdet Kind in eigener Umgebung. |
|
2. |
37 |
4/136 Positiver Umgang mit Behinderung erleichtert durch Trennungsvermeidung von Anfang an. |
|
3. |
37 |
4/336 Gleiche Schule für alle Kinder von klein auf. |
|
4. |
37 |
8/28 Schulrecht in Sprengelschule ermöglicht mehr soziale Kontakte außerhalb der Schule. |
|
5. |
37 |
8/45 Alle Menschen gemeinsam ins Leben hinein. |
|
6. |
37 |
8/54 Zurechtfinden der behinderten Kinder im eigenen Ort, bedingt dortiges Aufwachsen. |
|
7. |
37 |
8/156 Ideal wäre Implementierung der ASO- Ressourcen u. Know-how in die Regelschule. |
|
8. |
37 |
9/2 I. muss von klein auf stattfinden u. mitgedacht werden. |
|
9. |
37 |
9/118-119 Einschulung in Sprengelschule bahnt weitere I. (Jungschar, Ministranten) an. |
|
10. |
37 |
9/119 Dauerpräsenz der behinderten Kinder steigert Akzeptanz allgemein. |
|
11. |
37 |
9/252 Gleiche Rechte für alle Menschen, intellektunabhängig. |
|
12. |
37 |
9/297 Gemeinsames Aufwachsen lässt Fremdes zu Bekanntem werden. |
|
13. |
37 |
9/306 Jeder Mensch will normal sein u. dazugehören. |
|
14. |
37 |
9/3 I. funktioniert nur wenn sie frühzeitig angebahnt wird. |
|
15. |
37 |
9/93 I. muss nach der VS in der HS weitergehen. |
|
16. |
37 |
6/12 I. muss da sein wo Kinder leben. |
|
17. |
37 |
6/12 In I. sollten keine Unterschiede zwischen Kinder gemacht werden. |
|
18. |
37 |
6/343-344 Alle Kinder müssen in der I. gleichen Wert haben. |
|
19. |
37 |
1/247 Kinder können unterschiedliche Sachen machen, sollen jedoch in gleiche Schule gehen. |
|
20. |
37 |
7/20 Kein Recht auf I. im Sprengel. |
|
21. |
37 |
7/6-8 Kein Rechtsanspruch auf I. im Sprengel. |
|
22. |
37 |
7/120-122 I. Befürworter fordern Behinderung als Querschnittthema, dass in allen schul. Belangen automatisch mitgedacht wird. |
|
23. |
37 |
7/124 Es ist normal verschieden zu sein, gesamte Bandbreite muss mitgedacht werden, derzeit noch nicht der Fall. |
|
24. |
37 |
7/383-384 Recht auf inklusiven Unterricht würde Platz in der Sprengelschule u. bedürfnisorientiertes Angebot für alle Kinder implizieren. |
|
25. |
37 |
7/387 Gaststatus der Integrationskinder, den sie unter gewärtigen Bedingungen haben, würde sich mit inklusivem Unterricht verändern. |
|
26. |
37 |
7/389-391 Erstrebenswert wäre für jedes Kind ein bedürfnisorientierter Platz in der Sprengelschule, egal welche Problematik, denn Problematik ändert sich auch in der ASO nicht automatisch. |
|
27. |
37 |
7/408 Die ASO abschaffen allein ist noch nicht die Lösung. I. braucht Konzepte, die die gesamte Gruppe mitberücksichtigen. |
|
28. |
37 |
7/412 Qualität entsteht nicht allein durch das Dabei sein, jede Gruppenzusammensetzung braucht Gruppenkonzepte. |
|
29. |
37 |
7/414-415 Inklusiver Ansatz würde mehr Vielfalt u. Individualität zulassen u. Schule würde als weitläufigeres System gedacht werden. Jedes K. würde adäquaten Platz kriegen, den es braucht. |
|
30. |
37 |
7/508 Bestrebungen hinsichtlich inklusiven Unterrichts werden derzeit von der Ministerin blockiert. |
|
31. |
37 |
7/509 Inklusiver Unterricht würde die Loslösung alter Feindbilder u. das Begehen neuer Wege voraussetzen. |
|
32. |
37 |
7/521 Wenn I. nicht in der Sprengelschule stattfindet u. sei sie noch so gut, bringt sie die Kinder um ihr soziales Umfeld u. damit um Lebensperspektiven. |
|
33. |
37 |
7/522 Kinder, die nicht mit den anderen Kindern aus der Umgebung aufwachsen, finden kaum Freunde u. werden häufig gehänselt. |
|
34. |
37 |
2/250-253 Behindertengerechtes Bauen müssten bei jeder Schule mitberücksichtigt werden, wird aber nicht. Rampen, Lifte etc. fehlen. |
|
35. |
37 |
14/114 Gemeinsame I. von klein auf begünstigt Klassengemeinschaft u. Umgang. |
|
36. |
37 |
12/36 Bei Nichteinschulung in Sprengelschule Verlust des soz. Anschlusses. |
Merkmal 38: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, in denen Aussagen über Charakteristika der Integrationskinder getroffen werden u. welches Verhalten integrationsfördernde od. integrationshemmende Konsequenzen nach sich zieht.
|
1. |
38 |
4/122 I.- Bereitschaft steigt durch Aufgeschlossenheit u. Freundlichkeit des Integrationskindes. |
|
2. |
38 |
4/123 Angepasstes, nicht aggressives Verhalten der Integrationskinder wird extra erwähnt, signalisiert gewisse Wichtigkeit. |
|
3. |
38 |
4/127 I. impliziert vielerorts Anpassungsleistungen, Integrationskinder müssen mehr lernen u. haben weniger Freizeit. |
|
4. |
38 |
9/99 Integrationskinder wollen kein Sonderprogramm, sondern mit den anderen Kindern mitmachen. |
|
5. |
38 |
9/134 Wenn I. funktioniert liebt Integrationskind die Schule. |
|
6. |
38 |
6/332 Integrationskind sollten auch bei Aufgaben gleich behandelt werden. |
|
7. |
38 |
6/479-480 Schwieriges Verhalten der Kinder erschwert I. |
|
8. |
38 |
6/552 I. bei Kindern mit Verhaltensproblemen schwerer. |
|
9. |
38 |
6/553 Kind mit Verhaltensproblemen noch schneller Recht auf I. aberkannt. |
|
10. |
38 |
1/161 Verhalten behinderter Kinder häufig Antwort auf vorherrschende Atmosphäre. |
|
11. |
38 |
1/258-259 Behinderte Kinder häufig mit eigenen Defiziten konfrontiert u. zu wenig positive Verstärkung durch Lehrer. |
|
12. |
38 |
1/433 Umgang ausschlaggebend für Verhalten von behinderten Kindern. |
|
13. |
38 |
13/500 Verständnis u. Akzeptanz bei Verhaltensproblemen in der I. kaum gegeben. |
|
14. |
38 |
13/504 Anpassungsgrad des Behinderten bestimmt Akzeptanz. |
|
15. |
38 |
5/130-131 Leistungsunterschied zwischen Regel- u. Integrationskindern häufig nur marginal. |
|
16. |
38 |
5/135 Kaum Unterschiede zw. einem guten ASO- u. einem schwachen HS-Kind. |
|
17. |
38 |
5/164 Integrationskinder lernen gerne im Klassenverband, solange nicht die Unterschiede im Zentrum sind. |
|
18. |
38 |
5/165 I.-Kinder wollen nicht durch segregierten Unterricht "verbesondert" werden. |
|
19. |
38 |
5/172 Integrationskinder haben Schwierigkeiten im schulischen Belangen, jedoch Stärken in anderen Bereichen, darauf müssen andere Kinder hingewiesen werden. |
|
20. |
38 |
3/237 Bei ASO- S- Kind kann man vom Verhalten auf Behagen u. Unbehagen schließen. |
|
21. |
38 |
3/282-283 Integrationskinder wissen um ihre Andersartigkeit u. können auch dazu stehen, wenn ausreichend Selbstbewusstsein entwickelt wurde. |
|
22. |
38 |
10/271-272 Pflegeleichte Kinder ohne Verhaltensauffälligkeiten erleichtern unerfahrenen Lehrern Einstieg. |
|
23. |
38 |
14/17 Therapie für Integrationskind dringend nötig, jedoch kaum bewilligt. |
|
24. |
38 |
14/175 Unterschied zwischen Regel- u. ASO- Kind oft nicht groß. |
|
25. |
38 |
12/32 Integrationskinder rechnen mit Hilfe der anderen u. strengen sich weniger an. |
|
26. |
38 |
12/67 Lernbehinderung beeinträchtigt gesamtes Verhalten des Kindes. |
Die 1677 Reduktionen wurden gruppiert u. 38 Merkmalen zugeordnet. Nachdem das Datenausmaß sehr umfangreich ist, wurde zur rascheren Überblicksgewinnung, von allen Reduktionsgruppen eine kurze Inhaltszusammenfassung erstellt.
Merkmal 1: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die darauf hinweisen, dass schulische Integration trotz Recht kein Selbstverständnis ist, sondern Kampf, Glück u. Erfüllung diverser Kriterien voraussetzt u. keine Rückschlüsse auf Durchführungsqualität zulässt.
42 Reduktionen finden sich in 9 Interviews aus denen hervorgeht, dass schulische Integration für Eltern mit Kampf, intensivem Engagement u. Förderbereitschaft verbunden ist u. nicht selbstverständlich stattfindet, sondern trotz Recht ausbleibt, wenn Eltern u. Kinder die erforderlichen Kriterien nicht erfüllen.
6 Reduktionen in 5 Interviews weisen darauf hin, dass schulische Integration speziell im Sekundarbereich für betroffene Eltern mit großen Ängsten verbunden ist, einerseits ob I. stattfinden kann u. auch ob sie weitergeführt wird. Laufende Integration ist keine Gewähr, dass sie auch zu Ende geführt wird, für Eltern Abbruchgefahr während des ganzen Integrationsprozesses latent gegeben.
11 Reduktionen in 6 Interviews beziehen sich darauf, dass Integration vom Glück u. von der Bereitschaft der ausführenden Personen abhängig ist u. Eltern es als Privileg erachten wenn Integration funktioniert, informelle Kanäle bewirken Integrationserleichterung.
3 Reduktionen in einem Interview unterstreichen die Wichtigkeit des I. - Rechts für Eltern bei der Durchsetzung der Integration.
Merkmal 2: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die belegen, dass schulische Integration nichts Einheitliches ist, sondern unterschiedlich definiert, interpretiert u. praktiziert wird.
28 Reduktionen in 10 Interviews weisen darauf hin, dass schulische Integration ganz unterschiedlich definiert u. umgesetzt wird. Integration könnte als Regenschirmkonstrukt umschrieben werden, unter dem so manche Auslegungen u. Umsetzungen Platz finden. Beispielsweise Kooperative Klassen werden unter dem Deckmantel der Integration als dislozierte Sonderschulklassen geführt. Die Praxis von Integration klafft weit auseinander, da Konzeptübereinstimmungen u. Vorgaben fehlen u. die Umsetzung stark durch den Kostenfaktor bestimmt wird.
11 Reduktionen in 5 Interviews lassen den Rückschluss auf große Uneinigkeit bzgl. der Umsetzungsprioritäten schulischer Integration zu. Häufig wird darunter lediglich soziales Dabei sein verstanden, dass oftmals primär den Regelkindern zu Lerneffekten verhelfen soll u. erst sekundär den Integrationskindern.
6 Reduktionen aus 5 Interviews weisen auf das Nichtfunktionieren, bzw. massive Umsetzungsschwierigkeiten, bis hin zum Scheitern der schulischen Integration hin.
5 Reduktionen aus 3 Interviews vermerken, dass schulische Integration am Land mit Bedingungen im städtischen Bereich nicht vergleichbar ist. Ländliche Strukturen erschweren Integration.
11 Reduktionen verweisen auf unterschiedliche Integrationsschwierigkeiten in Volksschulen, Sonderpädagogische Zentren (SPZ)u. Hauptschulen hin. SPZ werden aufgrund der Ressourcenvielfalt als sehr integrationstauglich beschrieben. Im Hauptschulbereich findet Integration u. a. wegen der unterschiedlichen Lehrpläne, Leistungsgruppen u. Fachlehrersysteme unter erschwerten Bedingungen statt. Erfahrungen aus der Volksschule prägen die Erwartungen der Volksschullehrer u. Eltern an die Hauptschulintegration.
Merkmal 3: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die Rückschlüsse auf Integrationshemmnisse zulassen, die sich durch die Doppelfunktion u. einseitige Beratung der SPZ ergeben.
43 Reduktionen in 8 Interviews bringen das Unverständnis über die Doppelfunktion der SPZ- Leitung u. ihre massiv integrationshemmenden Folgen zum Ausdruck. Die Autorisierung der SPZ -Leitung zum Integrationsberater hat eindeutig einseitige Beratung in Richtung Sonderschule zur Folge, denn das Füllen des eigenen Hauses steht im Vordergrund. Eltern, die Integration wollen, werden durch die Idealisierung der Sonderschule u. I.- Degradierung ausgehend von der SPZ- Leitung stark verunsichert. Die implizit aussondernde Haltung ermöglicht keine neutrale, objektive u. glaubwürdige Beratung. Eltern werden in der Beratung häufig wichtige Informationen bzw. Möglichkeiten vorenthalten u. teilweise bewusst falsche Informationen zu ungunsten der I. weitergegeben. Eltern müssen ihre Informationen aus anderen Quellen beziehen, denn Uninformiertheit u. Kampfhemmungen der Eltern erleichtern die Überzeugungsarbeit der SPZ- Leitung in Richtung Sonderschule. Eltern, die trotz der Beratung auf I.- Kurs bleiben, werden häufig mit Schuldgefühlen u. Druckausübung konfrontiert. Eltern fühlen sich teilweise vom SPZ übergangen u. ignoriert.
1 Reduktion verweist auf die Tatsache, dass ein Gutachten, bei Anfechtung desselben durch die Eltern, in gefälschter bzw. korrigierter Form der höheren Instanz vom SPZ vorgelegt wurde.
2 Reduktionen aus einem Interview beziehen sich auf die mangelnde Hilfestellung der SPZ für Integrationslehrer.
Merkmal 4: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die belegen, dass Eltern vor u. im Integrationsprozess nicht würdig behandelt werden u. massiven Kränkungen ausgesetzt sind.
55 Reduktionen in 9 Interviews weisen darauf hin, dass der nötige Kampf für Integration von Eltern fast nicht durchzustehen ist, da er durch massive Kränkungen, Verletzungen, Vorwürfe, Stolpersteine u. Diskriminierungen ihnen u. ihren Kindern gegenüber gekennzeichnet ist, die teilweise offen u. teilweise verdeckt ausgetragen werden. Eltern fühlen sich trotz Recht als Bittsteller, die gegen die Mächte einer ganzen "Experten u. Zuständigenmaschinerie" ankämpfen u. sich durchsetzen müssen. Teilweise wird versucht, Eltern das Recht auf Integration abzusprechen. Eltern erleben im I. Prozess viel Widerstand, den sie oft nur mit externer Unterstützung aushalten können. Bei ihrem I.- Wunsch werden sie oft nicht ernst genommen, sondern Entscheidungen werden oft über sie hinweg getroffen u. sind wenig transparent. Eltern empfinden ihr Recht zwar als Recht, jedoch mit einem sehr breiten Interpretationsrahmen, der keinen gesicherten Anspruch auf Integration per se beinhaltet u. noch weniger ein Recht auf qualitative Durchführung. Eltern sehen sich auch oft mit sehr defizitorientierten Zugängen u. Beschreibungen ihrer Kinder in diversen Gutachten konfrontiert, für die ihnen auch noch häufig widerrechtlich der Einblick verwehrt wird. Der Druck, der durch ungeeignete I.- Rahmenbedingungen entsteht, wird unvermindert von oben auf Eltern u. Kinder abgewälzt, anstatt geeignete Rahmenbedingungen von oben einzufordern. Mit legalen Mitteln, wie massiven Stundenkürzungen, versucht man die Integration für Kinder u. Eltern so unattraktiv zu machen, dass eher Sonderschulentscheidung getroffen wird. Eltern, die für ihre Kinder Qualität wollen, wird dadurch ein schlechtes Gewissen gemacht, dass ihre Zusatzstunden jemanden anderem entzogen werden müssen. Eltern werden dadurch instrumentalisiert sich gegenseitig auszuspielen, was primär Eltern von schwer behinderten Kindern trifft.
Merkmal 5: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die Rückschlüsse zulassen, dass die Elternberatung u. Beeinflussung hinsichtlich Allgemeiner Sonderschule (ASO) variiert, je nach Herkunft, Schichtzugehörigkeit u. Wissensstand.
22 Reduktionen aus 5 Interviews lassen den Rückschluss zu, dass es Unterschiede im Umgang mit Eltern aus der sozial schwächeren Schicht, bzw. mit niedrigerem Wissenstand oder anderer Herkunft, im Vergleich zu Akademikereltern gibt. Aus niederer sozialer Schicht wird von vornherein mangelnde Unterstützung der Kinder abgeleitet u. dadurch wesentlich schneller u. intensiver hinsichtlich ASO beraten u. beeinflusst. Ähnlich ist es auch bei Eltern anderer Herkunft, dort werden sprachliche Barrieren u. eigene Fremdheit ebenfalls zu Gunsten der ASO genutzt. Ausländische Kinder kommen häufig wegen mangelnder Sprachkenntnisse in die ASO. Insgesamt geht man bei der SPZ- Beratung davon aus, dass funktionierende Integration intensive Förderung durch das Elternhaus impliziert, die jedoch von ausländischen Familien u. sozial schwächeren Schichten nicht geleistet werden kann. Akademikereltern haben aufgrund ihres Status u. der meist besseren Informiertheit bessere Chancen auch die I.- Möglichkeit bei der Beratung eröffnet zu bekommen, was aber noch nicht heißt, dass bei ihnen Integration automatisch forciert bzw. ohne Kampf ermöglicht wird. Da Akademikereltern meist kritischer sind, wird lediglich aufwändiger informiert, jedoch auch ihnen wird ASO als Mittel der Wahl nahe gelegt. Ausländischen u. sozial schwächeren Familien werden unreflektierte Zuschreibungen bzw. Unzulänglichkeiten entgegengebracht, die dann zur ASO- Rechtfertigung herangezogen werden. Beratungsart u. Qualität leitet sich vom jeweiligen Status ab.
Merkmal 6: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die darauf hinweisen, dass Eltern von Schule u. Umfeld nicht zugetraut wird, für ihre behinderten Kindern richtige Entscheidungen treffen zu können u. sich oft mit Vorwürfen u. Sündenbockrolle konfrontiert sehen.
41 Reduktionen aus 10 Interviews verweisen darauf, dass Eltern in der Beratung nicht zugetraut wird, das richtige Gefühl für die Bedürfnisse ihrer Kinder zu haben. Häufig werden ihre Kompetenzen hinsichtlich der richtigen Entscheidungen angezweifelt. Wenn Eltern für ihre Kinder I. wollen, müssen sie sich oft den Vorwurf gefallen lassen, dass ihr Bestehen auf I. dem Selbstzweck, der eigenen Sturheit, der Behindertennegierung, dem Status oder der Selbstverwirklichung dient u. nicht den Bedürfnissen der Kinder, denn diese erfahren die adäquatere Förderung in der ASO. Weiters sehen sie sich mit dem Vorwurf konfrontiert, Integration auf Biegen u. Brechen durchsetzen zu wollen, nicht zuletzt deshalb, weil ASO negativ behaftet ist u. Integration besser klingt. Eltern wird auch vorgeworfen, dass sie oft die Untragbarkeit ihres Kindes in der Integration nicht sehen u. nur auf ihr Recht pochen u. Lehrer zu Projektionsflächen werden lassen, wenn Kind nicht in die Integration passt. Außerdem liegt der Vorwurf der unrealistischen Erwartungen von Eltern bzgl. Integration vor. Lehrer müssen sich gegen die hohen Ansprüche der Eltern wehren, da diese die Grenzen der Integration aus eigenen Stücken nicht erkennen u. wahrhaben wollen. Eltern werden von Medien hinsichtlich I. aufgeschaukelt. Gelegentlich sind Interventionen des Schulinspektors nötig, wenn Eltern nicht selber die richtige Entscheidung aus der Sicht der Schule treffen können. Eltern werden häufig mangelnde Unterstützungsbereitschaft ihrer Kinder, bzw. Überforderungen, die sie in weiterer Folge auf die Schule abwälzen, angelastet. Lehrer fühlen sich machtlos gegenüber Eltern, die Integration unbedingt wollen u. erachten es auch für die Kinder nicht positiv. ASO muss für Eltern weniger negativ behaftet dargestellt werden.
14 Reduktionen aus 8 Interviews stellen klar, dass die letztendliche Entscheidung den Eltern vorbehalten bleiben muss u. die Bildungswünsche für ihre Kinder ernst genommen u. akzeptiert werden müssen. Eltern dürfen in ihren Rechten nicht beschnitten werden, sondern sie müssen wertfrei akzeptiert werden. Integration soll auch nicht als einzige Möglichkeit dargestellt werden, sondern wählbar bleiben. Eltern muss auch wertfreie Entscheidung über die Geburt eines möglicherweise behinderten Kindes ohne Rechtfertigungserwartungen zugestanden werden.
Merkmal 7: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Elternaussagen zugeordnet, die dem derzeitigen Stand der schulischen Integration nicht zur Weiterentwicklung verhelfen, sondern ihn als gegeben hinnehmen.
26 Reduktionen aus 7 Interviews weisen darauf hin, dass Eltern tunlichst alles vermeiden (verweigern Interviews, distanzieren sich von I. -Kämpfern, gehen schlechte Kompromisse ein) was den Stand des eigenen Kindes in der Integration gefährden könnte, tragen dadurch aber indirekt zur Stagnation der Integration bei. Mit der Ansicht der ASO- Notwendigkeit für schwer behinderte Kinder, sowie der teilweisen nötigen räumlichen Trennung der Integrationskinder tragen betroffene Eltern nicht zur Weiterentwicklung des derzeitigen I.- Standes bei. Die deutliche Bittstellerposition hält Eltern von Qualitätsforderungen u. Kritikäußerungen ab. Manche Eltern sind bereit Integrationskinder, die nach Aussagen der Lehrer stören, aus der Integration zu nehmen, ohne Abklärung der Störungsursachen u. Forderungen nach veränderten Rahmenbedingungen. Nicht alle betroffenen Eltern legen gleich großen Wert auf Integration u. stellen gleich hohe Ansprüche an sie. Manche Eltern sehen Integration als nicht honorierte Mehrarbeit der Lehrer, fühlen sich denen sehr zu Dank verpflichtet u. sind einverstanden, wenn Kind anwesend sein darf, ohne Lernerwartungen zu stellen. Uneinigkeit bzgl. der I.- Grenzen (kaum Verständnis für Integration von schwer behinderten Kindern u. Kindern mit kombinierten Behinderungen) u. teilweise Konkurrenz unter den betroffenen Eltern wirken sich nicht I.- fördernd aus. Eltern von schwer behinderten Kindern haben nicht immer I.- Verständnis von anderen betroffenen Eltern zu erwarten. Der höhere Stundenbedarf bei schwer behinderten Kindern schürt gegenseitige Ausspielungen der betroffenen Eltern, welche indirekt durch das System gefördert werden. Bessere Zusammenarbeit der Eltern könnte I.- Weiterentwicklung vorantreiben.
Merkmal 8: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die Hinweise liefern bzgl. der Erwartungshaltung u. persönlichen I.- Prämissen von Eltern gegenüber Integrationslehrern.
33 Reduktionen in 7 Interviews liefern den Hinweis, dass Eltern sich von Schule bzw. Lehrer gute Vernetzungs- u. Zusammenarbeitsbereitschaft wünschen. Weiters sollten Lehrer Offenheit u. Einlassbereitschaft, Flexibilität u. passende Grundmotivation hinsichtlich Integration mitbringen. Die Basis für gelungene Integration stellt für Eltern primär die Lehrerpersönlichkeit, Haltung, Menschenbild u. Einstellung dar; weniger das Alter u. die vorhandenen Ressourcen. Lehrer sollten auf Vielfalt eingestellt u. vorbereitet sein. Den individuellen Bedürfnissen sollten sie mit einer breiten Angebotspalette begegnen können. Integration verlangt von Lehrern Kooperation mit Kollegen, Loslösung von herkömmlichem Unterricht, Aufgeschlossenheit u. einen auf Ressourcen u. Individualität geschärften Blick, weiters die Bereitschaft zur Reflexion der eigenen Arbeit. Wünschenswert wäre mehr Erfahrung der Lehrer mit Behinderung bereits in der Ausbildung. Eltern erachten in die Integration gezwungene Lehrer als contraproduktiv.
Merkmal 9: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die Hinweise über freiwillige Maßnahmen u. Haltungen von Lehrer u. Direktoren liefern, die sie unabhängig von Systemvorgaben erbringen können u. so integrationsförderlichen od. bei Unterlassung integrationshemmenden Einfluss erwirken.
31 Reduktionen in 13 Interviews lassen auf einen gewissen Spielraum von Schulen schließen, dessen Nutzung sich positiv auf Integration u. dessen Unterlassung negativ auswirkt. Positive Grundhaltung u. Klassenklima überträgt sich auch auf Regeleltern u. lässt Zweifel u. Kritik schwinden. Direktoren können durch positive u. engagierte Ressourcenbeschaffung, Team u. Stundeneinteilung, Flexibilität u. Strukturveränderungsbereitschaft (Kleingruppen, offene Strukturen, Aufhebung der Leistungsgruppen etc.) eine gute Integrationsbasis erwirken. Insgesamt ein sehr positiver Effekt für die Durchführung, wenn Direktoren dahinter stehen u. überlegte Umsetzungsvorstellungen haben. Das Engagement von Lehrern u. Direktoren, ermöglicht indem sie aufgeschlossen nach Lösungen suchen auch ganz schwierige Integrationen. Persönliche Grenzen von Lehrpersonen u. Direktoren werden unmittelbar zu den Grenzen der Kinder, die nicht selten unreflektiert der Behinderung des Kindes angelastet werden u. so Integration verhindern.
Kindeswohl steht ganz oft nicht im Vordergrund wie beispielsweise bei Sonderpädagogischen Förderbedarf (SPF)- Aufhebung, die von manchen Schulen verhindert wird, da sie keine Stunden verlieren möchten. Wichtig u. effizient wären geschlossene Forderungen von Lehrern, Direktoren etc. an die nächste höhere Instanz, hinsichtlich Ressourcen u. Rahmenbedingungen. Integrationsfördernd ist die frühzeitige Vernetzung der Lehrer beim Schulübergang.
Merkmal 10: Diesem Merkmal wurden Reduktionen zugeordnet, die Hinweise auf individuelle Persönlichkeitsmerkmale u. Lehrverhalten (von Direktoren, Integrationslehrern u. in der Integration eingesetzten Klassen- u. Fachlehrern), u. deren Auswirkungen auf die Integration beinhalten.
72 Reduktionen in 13 Interviews verweisen darauf, dass die Lehrerpersönlichkeit für die Integration ausschlaggebend u. Eltern von der Umsetzung der Lehrer abhängig sind. Wenige Lehrer sind bereit, die Verantwortung in der Integration zu übernehmen. Integrationsabwehrende Haltung des Direktors verunmöglicht adäquate Umsetzung auch bei integrationsbereiten Lehrern. Lehrerhaltung hat Modellcharakter für die ganze Klasse u. darüber hinaus. Lehrern, denen die Erfahrung fehlt, od. die schon lange konventionell unterrichtet haben, fehlt oftmals die Bereitschaft für Integration, sie geben gerne Verantwortung an ASO ab. Grundlegende Veränderungen in der Integration werden die Zeitspanne einer Generation dauern. Engagierte Lehrer haben häufig kein großes Verständnis im Kollegium zu erwarten, sondern werden eher belächelt, da Konkurrenz recht groß ist, jeder will der bessere Lehrer sein, außerdem wird kein Wert auf regelmäßigen Austausch gelegt. Schwierigkeiten werden häufig als persönliche Schwäche gewertet, daher ist die Annahme von Hilfeleistungen für viele schwierig. Regellehrer haben selten Verständnis für die Leistungsgrenzen der Integrationskinder. Wenige Lehrer sind aus Überzeugung gegen Integration, sondern aus Überforderung u. Unkenntnis. Regellehrer können mit abgeänderten Zugängen wie Freiarbeit, Spielen etc. oft nichts anfangen u. lehnen sie deshalb ab. Zweitlehrer wird oft als Kontrollfaktor missinterpretiert u. daher Zusammenarbeit abgelehnt.
Umstellung auf Integration fällt Volksschullehrern, da sie niedrigen Wissensstand u. Materialeinsatz gewohnt sind, leichter. Nicht alle Lehrer bringen nötige Offenheit für Neues mit u. können sich von alten Methoden distanzieren. Skepsis der Lehrer lässt sich nicht immer durch positive Erfolge dezimieren. Die Erfolge der Kinder u. ihre Beurteilung hängen von der Lehrerpersönlichkeit ab. Nicht allen Lehrern gelingt es in der Integration die Grenzen zwischen Regel u. Integrationskindern aufzulösen, um so ein adäquates Modell zu bieten. Der Blick der Lehrer variiert sehr stark je nach Ausbildung.
Merkmal 11: Diesem Merkmal wurden Reduktionen zugeordnet, die Hinweise auf Erwartungen von Seiten des Direktors u. der Lehrer gegenüber Eltern von Integrationskindern beinhalten.
10 Reduktionen aus 6 Interviews verweisen darauf, dass sich Schule bzw. Lehrer gute Zusammenarbeit u. Unterstützung erwarten. Integrationserfolge können durch funktionierende Kommunikation maximiert werden. Lehrer erleben den unbedingten Integrationswunsch bzw. das Insistieren der Eltern als sehr belastend, sie erwarten sich Kompromissbereitschaft, außerdem Verständnis, wenn Integration oftmals nicht möglich ist u. nur ASO in Frage kommt.
Merkmal 12: Diesem Merkmal wurden Reduktionen von Aussagen, über den Stellenwert von Team- teaching u. der Wichtigkeit von Zusammenarbeit in der Integration zugeordnet.
13 Reduktionen aus 7 Interviews liefern den Hinweis, dass Team- teaching den wesentlichsten Faktor in der Integration darstellt.
73 Reduktionen in 8 Interviews beziehen sich darauf, dass die Bereitschaft zur Zusammenarbeit jedoch nicht in jedem Fall gegeben ist. Nichtbereitschaft primär weil Zusammenarbeit in der Ausbildung nicht vermittelt wurde u. erst langsam berücksichtigt wird, weil Lehrer autonomes Arbeiten gewohnt sind u. oftmals keine Vernetzungsbereitschaft aufbringen können. Funktionierendes Team- teaching bietet Modell an dem die Kinder lernen können. Nur erfolgreiches Team- teaching vermag die Grenzen zwischen den Kindern in der Integration aufzulösen. Vermeintliche Zusammenarbeit kann auch nicht vorgetäuscht werden, Kindern merken ob Authentizität vorhanden ist, da gegebene Konflikte nonverbal ausgetragen u. auf die Kinder übertragen werden. Team- teaching ist für Lehrer am Beginn große Umstellung, bietet jedoch zunehmende Arbeitserleichterung durch gemeinsame Vorbereitung u. Verantwortungsaufteilung. Nicht alle Lehrer verstehen darunter gemeinsame Zuständigkeit für alle Kinder, Funktion des Zweitlehrers wird manchmal als Handlangertätigkeit fehl interpretiert. Durch Zusammenarbeit kann intensiver auf die individuellen Bedürfnisse aller Kinder eingegangen werden. Funktionierende Zusammenarbeit ist jedoch nicht die Regel, sondern Glückssache. Junge Lehrer praktizieren Team- teaching teilweise in der Ausbildung, was ihnen die Praxis erleichtert. Ältere Kollegen können u. wollen sich nicht mehr umstellen. Oftmals wird Team- teaching eher als Belastung u. weniger als Bereicherung u. Entlastung erlebt. Hohe Fluktuation in Integrationsklassen vermindert die Bereitschaft zur Z0usammenarbeit. Regellehrer setzen meist die Initiative der Integrationslehrer zur Zusammenarbeit voraus. Erfolge werden durch gelungenes Team- teaching bei Lehrern u. Kindern maximiert u. können fehlende Materialien u. Ressourcen kompensieren. Lehrer fürchten aus Kostengründen um Team- teaching.
Merkmal 13: Diesem Merkmal wurden Reduktionen von Aussagen bzgl. Wertigkeit der Integrationslehrer innerhalb des Kollegiums u. unter den Regelschülern zugeordnet.
37 Reduktionen aus 5 Interviews beziehen sich auf die unterschiedliche Wertigkeit der Regel- u. Integrationslehrer.
28 Reduktionen davon verweisen darauf, dass Integrationslehrer bzw. Stützlehrer unabhängig von ihrem Lehramt, nicht als gleichwertige Lehrer im Kollegium u. in weiterer Folge bei den Kindern gelten. Sie fühlen sich häufig (um Originalaussagen zu verwenden) als "Beiwagerl, Außenseiter od. Depp für die schwachen Kinder oder bunter Hund im Kollegium.
9 Reduktionen verweisen darauf, dass sie als minderwertigere Lehrer behandelt werden u. sehr häufig ihre Arbeit rechtfertigen, sich stets auf Kollegen einstellen u. um Zusammenarbeit bemüht sein müssen. Der Unterricht von "Außenseitern" lässt sie selbst zum "Außenseiter" werden. Integrations- u. Stützlehrer müssen stets um Anerkennung u. Gleichstellung bei Kollegen u. Kindern kämpfen. Anerkennung ist höher, wenn sich alle in der Integration Tätigen als Team formieren u. gemeinsam auftreten. Teilweise herrscht im Lehrkörper die Meinung vor, dass jeder integrieren kann u. so kommt es, dass nicht alle Integrationsstunden an Integrationslehrer, sondern an Lehrer, die Stunden brauchen, vergeben werden od. dass Integrationslehrer dauernd zur Vertretung fehlender Kollegen eingesetzt werden.
Merkmal 14: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen von Textstellen zugeordnet, die Hinweise liefern ob u. inwiefern Lehrer sich durch die Arbeit in der Integration verändern.
6 Reduktionen aus 3 Interviews beziehen sich auf Veränderungen bei Lehrern, die durch die Integrationstätigkeit erwirkt wurden. Integration verändert Arbeits- u. Sichtweise der Lehrer, außerdem werden eigenen Grenzen bewusster u. Reflexionsbereitschaft steigt. Nicht alle Lehrer lassen sich durch positive Erfahrungen die Vorbehalte gegen Integration nehmen, teilweise fühlen sich Lehrer durch die Arbeit in der Integration ausgebrannt.
Merkmal 15: Diesem Merkmal wurden Reduktionen von Aussagen zugeordnet, aus denen hervorgeht, was ein Integrationslehrer aus subjektiver Sicht für die Integration an Erfahrungen, Bereitschaft, Sichtweisen u. Fähigkeiten mitbringen soll u. was als zweckdienlich erachtet u. genützt wird.
34 Reduktionen aus 6 Interviews beschreiben ein für die Integration nützliches Lehrerprofil.
Lehrer beschreiben aus subjektiver Sicht Einlassbereitschaft, Flexibilität, Bereitschaft zu Mehrarbeit, Kooperations- u. Austauschbereitschaft, Kompromiss- u., Reflexionsfähigkeit, Bereitschaft zu Eltern- u. Öffentlichkeitsarbeit u. Fortbildungswillen als wichtige Voraussetzungen in der Integration. Weiters ist wichtig, dass Lehrer den Mut u. die Fähigkeit für neue Ansätze bzw. Veränderung mitbringen u. selbständig Dinge erarbeiten können. Zusammenarbeit mit Kollegen erfordert sehr viel Diplomatie u. Teamfähigkeit. Hilfreich empfinden Lehrer den regelmäßigen Austausch mit Kollegen, spezielle interne u. externe Fortbildungsangebote, funktionierende Teams u. Supervision. Wünschenswert wäre eine Materialleihstelle.
Merkmal 16: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen von Aussagen zugeordnet, die auf Überforderungen u. fehlender Unterstützung von Lehrern u. Direktoren hinweisen.
27 Reduktionen aus 9 Interviews weisen darauf hin, dass sich Lehrer in der Integration überfordert fühlen. Überforderung korreliert einerseits mit den mehr od. weniger speziellen Bedürfnissen der Kinder u. den fehlenden Rahmenbedingungen.
5 Reduktionen verweisen darauf, dass sich Lehrer durch mangelnde Unterstützung u. alleinige Verantwortlichkeit überfordert fühlen. Überforderungen führen zu hohen Fluktuationen u. mitunter zum Burnout.
Merkmal 17: Diesem Merkmal wurden Reduktionen von Aussagen zugeordnet, die Aufschluss geben über den Wunsch u. die Bereitschaft von Lehrern in die Integration zu gehen u. die vorstellbare Verweildauer thematisieren.
12 Reduktionen aus 4 Interviews lassen den Rückschluss zu, dass Lehrer nicht gerne in die Integration gehen, viele sich strikt dagegen wehren u. es lieber Kollegen überlassen. Die Bereitschaft älterer Lehrer ist geringer als die der jüngeren. Viele Lehrer nehmen Integrationsstelle an, da Jobalternativen fehlen u. lassen sich oft schon nach erstem Jahr versetzen. Fluktuation in der Integration sehr hoch. Die meisten Lehrer können sich Integrationstätigkeit zeitlebens nicht vorstellen, sondern erhoffen baldige Regelstelle. Integrationslehrer werden manchmal wegen der besseren Rahmenbedingungen beneidet, an Tausch jedoch kein Kollege interessiert. Integrationstätigkeit wird aufgrund massiver Frustration u. Belastung meist nur temporär ausgeübt, Engagement kippt häufig ins Gegenteil um u. zieht Sparten- od. Berufswechsel od. Wiederaufnahme des konventionellen Unterrichts nach sich.
Merkmal 18: Diesem Merkmal wurden Reduktionen aus Aussagen über die Beurteilung der Pädagogischen Akademie (PÄDAK) allgemein, Ausbildungsbeurteilung u. Ausbildungswünsche der Lehrer u. Eltern zugeordnet.
61 Reduktionen aus 13 Interviews geben Aufschluss über die weitgehende Unzufriedenheit mit der Ausbildung. Lehrer fühlen sich nicht gut auf die Praxis vorbereitet bzw. keine adäquate Basis für die Praxis wird durch die Ausbildung vermittelt. Wünschenswert wäre eine gemeinsame Ausbildungsbasis für alle Lehrer, da Wahrscheinlichkeit des Einsatzes in der Integration für alle sehr hoch ist. Mehr Praxisimplementierung in der Ausbildung wird gefordert, weiters die Forcierung des Team- teachings. Insgesamt reagiert die PÄDAK auf die Tatsache der Integration viel zu wenig, da sie immer noch, wenn überhaupt, ein Randthema darstellt. Übungsschulen der PÄDAK müssten in jedem Fall Integration anbieten, was leider nicht der Fall ist. Viele Lehrer, die Integration ablehnen, argumentieren dies mit mangelnder Ausbildung. Sonderpädagogikinhalte werden teilweise als veraltet angesehen. Ausbildung sollte weiters Menschenbildauseinandersetzung, Umgang mit Ängsten u. reflexive Zugänge beinhalten. Gute Ausbildung u. regelmäßige Fortbildung schaffen Basis für Individualität u. lassen Lehrer weniger schnell an Grenzen stoßen, die häufig in weiterer Folge auf die Kinder projiziert werden. In fundierten Ausbildungsangeboten wird eine große Chance der Einstellungsveränderung hinsichtlich Integration bzw. Pädagogik der Vielfalt gesehen.
Merkmal 19: Diesem Merkmal wurden Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die I.- Hemmnisse durch Haltungen u. nicht Bereitstellung von adäquaten Rahmenbedingungen, ausgehend vom System, beschreiben. Unter System werden alle Instanzen von der Direktorenebene aufsteigend verstanden. (Direktoren, Bezirks u. Landesinspektoren, Ministerium, Politiker etc.)
In 125 Reduktionen aus 13 Interviews wird der Unmut über gewisse systemgesteuerte Regelungen laut. Konstatiert wird eine Schwerpunktsetzung auf organisatorische Belange u. Kosten u. nicht auf die Bedürfnisse u. Bildungsrechte der Kinder. Durch die Nichtbereitstellung adäquater Rahmenbedingungen, wie ausreichend Stützstunden, Überdenken der uneinheitlichen Lehrpläne, Notengebung, Auflösung der Leistungsgruppen zu Ungunsten der Integration, Nichtakzeptanz von bereits erfolgreich evaluierten Umstrukturierungen u. Zugängen u. Festhalten an konservativen Strukturen wird indirekt Integration gehemmt bzw. kontrolliert dosiert. Obwohl die parallele Aufrechterhaltung von ASO u. Integration laut Wirtschaftsexperten die teuerste Variante darstellt, sieht sich das System keineswegs zur Fusionierung der Sonder u. Regelschule veranlasst, sondern perpetuiert den Fortbestand der beiden Schienen, wobei ASO eindeutig, zuungunsten der Integration verstärkt gefördert wird. Rigide Systemvorgaben nach dem Alles- od. Nichtsprinzip verhindern individuelle, auf Bedürfnisse abgestimmte Angebote u. Zugänge. Durch die gezielte Aufrechterhaltung der Doppelrolle von SPZ- Leitern wird indirekt Integrationszensurierung u. Dosierung betrieben, was im Widerspruch zur nach außen signalisierten Offenheit der Zuständigen bzgl. Integration steht. Die Umsetzung wird durch nicht Bereitstellung der nötigen Ressourcen verhindert. Systemschwächen werden am Rücken der Kinder u. Lehrer ausgetragen. Lücken im System verhindern bedürfnisfokussierte Vorgangsweisen, beispielsweise bei SPF- Aufhebungen, muss sich der Lehrer entscheiden wer wichtiger ist, sein Job od. die Bedürfnisse des Kindes, beides lässt sich kaum vereinbaren. Nicht verstanden wird auch die Vorgangsweise bei der Vergabe von Integrationsklassen. Schulen, die sich für Integration freiwillig melden, werden ignoriert u. andere, die sich weigern werden zwangsverpflichtet. Bewährte Teamzusammensetzungen werden beim gemeinsamen Versetzungsgesuch nicht berücksichtigt. Vorwiegend junge, unerfahrene Lehrer werden in der Integration eingesetzt, was die Qualität nicht unbedingt fördert. Überforderungen aufgrund mangelnder Rahmenbedingungen führen zu hoher Lehrerfluktuation in der Integration, was zulasten der Kinder geht. Integrationskinder u. Lehrer erfahren viel zu spät ihren Schulort, dies ermöglicht kein angemessenes Kennen lernen u. Vorbereiten. Vorgangsweise des Systems wenig transparent für Eltern, die gerne in der Bittstellerrolle gehalten werden. Integrationsklassen werden im städtischen Bereich gerne als Auffangklassen für schwierige u. schwache Kinder verwendet, ausbleibende Erfolge werden der Integration, nicht den mangelnden Rahmenbedingen angelastet. Kinder, die SPF brauchen, müssen wegen Ministeriumsweisung teilweise auf wieder vorhandenes SPF- Stundenkontingent warten. Lehrer, die sich öffentlich für Integration einsetzen, haben mit negativen Konsequenzen zu rechnen. Hartnäckig nicht veränderbare Rahmenbedingungen lassen häufig Lehrer in der Integration resignieren. Haltung des Systems hinterlässt den Eindruck, dass zu umfangreiche Integrationsimplementierung, durch gezielte Maßnahmen, verdeckt verhindert werden muss.
Merkmal 20: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, aus denen hervorgeht, dass Integration per se verhindert wird.
92 Reduktionen aus 10 Interviews beziehen sich darauf, dass Integration auf mehreren Ebenen nicht gewollt wird. Eltern bekommen in erster Linie die Empfehlung für ASO, Integration muss schwer erkämpft werden. Hartnäckige Nichtbereitstellung der nötigen Rahmenbedingungen u. Vorenthaltung wichtiger Informationen bzw. Weitergabe falscher Informationen, sollen Eltern von Integration abhalten. Eltern sehen sich sehr häufig mit nicht integrationswilligen Schulen konfrontiert. Bei ASO werden aus Kostengründen viel weniger Abstriche gemacht, Integration hingegen scheitert oft an fehlenden finanziellen Mitteln. Ermöglichte Rahmenbedingungen verschlechtern sich jährlich u. nehmen so den zuständigen Lehrern jegliche Motivation. Das Engagement einiger Lehrer, hinsichtlich besserer Bedingungen, wird von oben her sanktioniert. Viele der Interviewpartner haben den Eindruck, dass sich zwar niemand laut gegen Integration zu positionieren wagt, es den Verantwortlichen jedoch kein Anliegen ist, im Gegenteil, die Umsetzung soll so breit wie möglich, auf verschiedenen Ebenen, mit System boykottiert werden.
51 Reduktionen von 92 beziehen sich auf Aussagen, die belegen, dass Integration vom System her mit allen Mitteln verhindert werden soll.
Merkmal 21: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die auf Grenzen u. Grenzfälle der Integration hinweisen.
52 Reduktionen aus 10 Interviews weisen darauf hin, dass Integration nicht in jedem Fall möglich bzw. passend ist. Lehrer erwarten sich von Integrationskindern gute Anpassungsleistungen, d.h. die Unterschiede zu den Regelkindern dürfen nicht zu groß sein. Verhaltensprobleme u. schwere bzw. kombinierte Behinderungen passen nicht in die Integration. Sie werden als Störfaktor erlebt. Weiters dürfen die Unterschiede im kognitiven- u. Verhaltensbereich, im Vergleich zu den Regelkindern nicht zu groß sein, der Förderaufwand einzelner Kinder darf ebenfalls nicht zu hoch sein. Lehrer halten nichts von Integration auf Biegen u. Brechen. Einige Lehrer würden sich klar definierte Kriterien bzgl. passender Integrationskinder wünschen. Integration von leichten Lernbehinderungen erscheint allen als praktikabel. Eltern sehen die Grenzen der Integration dann gegeben, wenn Lehrer nicht integrationsbereit sind oder Rahmenbedingungen nicht tragbar sind.
Merkmal 22: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die Aussagen über persönliche Erfahrungen, Sichtweisen, Copingstrategien u. Unterstützungshilfen der Eltern von behinderten Kindern beinhalteten.
42 Reduktionen aus 8 Interviews beschreiben Erfahrungswerte, Sichtweisen u. Handlungsstrategien im Umgang mit ihren behinderten Kindern. Manche Eltern sehen es als strafendes Schicksal, die Kompensationshoffnungen durch div. Therapien sind in der Regel sehr groß. Eltern fühlen sich in dem Prozess ganz oft allein gelassen u. überfordert, sie werden bei der Geburt eines behinderten Kindes ohne Perspektive entlassen. Eltern fühlen sich oft den Meinungen der verschiedenen Experten ausgeliefert u. haben oft keine Möglichkeit, eigene Zugänge zum Kind zu finden. Eltern wünschen sich mehr Unterstützung von Menschen, die sie stärken u. nicht nur ihre Fehler vorhalten u. Schuldgefühle schüren. Als großen Rückhalt erleben Eltern die Unterstützung von Familie u. Freunden u. den Austausch mit Betroffenen. Eltern fühlen sich oft verpflichtet, das Verhalten ihrer Kinder zu rechtfertigen u. Daseinslegitimationen zu suchen. Manche Eltern vertreten die Sichtweise, dass Integration nur funktionieren kann, wenn sie bereits bei der Geburt beginnt u. lückenlos, primär in der Familie u. später im weiteren Umfeld fortgesetzt wird. Mangelnde Integration nach innen, sprich Familie, Freunde, erschwert Integration nach außen, im Sinne von Integration beginnt im kleinen Kreis u. zieht immer weitere Kreise.
Merkmal 23: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die darauf hinweisen, dass in der Integration Segregation praktiziert wird.
16 Reduktionen aus 8 Interviews lassen den Rückschluss zu, dass in der Integration Segregation stattfindet. Argumente dafür sind die kognitiven Unterschiede u. dass das Unterrichten für beide Lehrer leichter separat praktizierbar ist. Häufig findet sowohl getrennter, als auch gemeinsamer Unterricht in der Integration statt.
Merkmal 24: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die sich auf die Nichterfüllung des Bildungsauftrages in der Integration beziehen.
20 Reduktionen aus 8 Interviews weisen darauf hin, dass der Bildungsauftrag in Integrationsklassen häufig nicht ernst genommen wird u. sie nur zu Orten der Aufbewahrung werden. Es wird immer wieder angezweifelt, ob fünf Kinder einen eigenen Lehrer brauchen, außerdem versteht man vielerorts unter Integration soziales Dabei sein ohne Bildungsanspruch. Behinderte Kinder werden häufig in ihrem Bildungsrecht, das ein Menschenrecht ist, beschnitten, da viele von einer mangelnden Bildbarkeit ausgehen. Integrationskinder werden häufig nur beschäftigt u. nicht gefördert.
Merkmal 25: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die, die Situation von Menschen mit schwerer, geistiger bzw. kombinierter Behinderung beschreiben.
74 Reduktionen in 13 Interviews beziehen sich auf Aussagen über schwere Behinderung. Grundsätzlich löst schwere Behinderung mehr Ängste u. Unsicherheiten u. Überforderungen aufgrund mangelnder Kontakte aus. Schwer behinderte Kinder sind immer noch nur vereinzelt im öffentlichen Leben zu sehen. Kinder mit schwerer Behinderung bekommen kaum Chancen auf Integration, außerdem haben sie kein Recht auf reguläre Schulbücher u. auf Englischunterricht, häufig wird Recht auf Bildung insgesamt angezweifelt u. abgesprochen. Schwer behinderte Kinder überfordern Lehrer mehr, speziell wenn sprachliche Fähigkeiten fehlen u. Sinnesbehinderungen vorhanden sind. Schwer behinderte Kinder werden häufig als Hemmschuh u. Störfaktor in der Integrationsklasse erlebt u. bleiben dort oft Außenseiter. Eltern von schwer behinderten Kindern haben häufig das Gefühl für alles, was man für ihr Kind tut, dankbar sein zu müssen, adäquate Hilfe ist also keine Selbstverständlichkeit. Schwer behinderte Kinder u. ihre Eltern sind aufgrund mangelnder Integrationsbereitschaft von Einsamkeit u. Isolation bedroht u. teilweise Anfeindungen ausgesetzt. Für geistig behinderte Menschen wird im Vergleich zu anderen Behinderungen viel weniger Geld für Therapien u. Förderungen bereitgestellt, was eine antizipierte Förderunwürdigkeit impliziert. Regelmäßige Kontakte helfen die Ängste abzubauen u. das Bild über geistige Behinderung zu verändern.
27 Reduktionen von den 72 weisen direkt od. indirekt darauf hin, dass ASO die bessere Lösung für schwer behinderte Kinder ist.
Merkmal 26: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die sich auf die Beschreibung von ASO als solche beziehen u. auf Pro u. Contra eingehen.
54 Reduktionen aus 12 Interviews beziehen sich auf Aussagen über Vor u. Nachteile der ASO. Für viele birgt ASO eine gewisse Ghettogefahr u. eine Lebensweltentkoppelung in sich. Viele Eltern sehen im Gegensatz zu manchen Lehrern in der ASO keine Alternative zur Integration, ihnen fehlen Heterogenität, Realitätsbezug u. adäquate Förderung der Kinder. Einige Lehrer sind der Meinung, dass ASO zu unrecht einen negativen Touch hat, wo sie doch die geschaffene Schulform mit adäquaten Ressourcen für behinderte Kinder ist. Nachdem ASO meist mit Ortswechsel verbunden ist, werden Kinder ihrer Umgebung entfremdet u. dadurch droht massive Isolationsgefahr. Lehrer können sich Fusionierung der ASO in die Regelschule nicht vorstellen, da es immer wieder Fälle gibt, die nur in die ASO passen, außerdem sehen sie in den mannigfachen Angeboten der ASO eine Erleichterung für die Eltern. Die meisten Eltern erachten für ihr eigenes Kind Integration, wenn sie funktioniert, als den geeigneteren Weg, sind jedoch nicht sicher, ob es nicht doch Kinder gibt, speziell schwerer behinderte, die besser in die ASO passen. Für viele wäre eine räumliche Ankoppelung der ASO an die Regelschule, die temporäre Kontakte zulassen würde, erstrebenswert.
Merkmal 27: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die auf die Wichtigkeit u. Chancen der Integration u. ihre Folgewirkungen eingehen.
84 Reduktionen aus 14 Interviews beziehen sich auf die Chancen u. Möglichkeiten, die sich durch erfolgreiche Integration eröffnen. Durch veränderte Zugänge u. Team- teaching profitieren alle Kinder in der Integration, ein individueller Zugang für alle wird so leichter ermöglicht. Nachdem Kinder am meisten von Kindern lernen, ist die Möglichkeit der Integration von ungeahnter Wichtigkeit für beide Teile. Gekonntes Team- teaching vermag Grenzen zw. Regel- u. Integrationskindern aufzulösen u. dieses Modell überträgt sich auf die Kinder. Sie lernen einen unbefangenen Umgang mit Behinderung, Ängste u. Vorbehalte werden durch regelmäßigen Kontakt dezimiert, außerschulische Kontakte u. Freundschaften können angebahnt werden. Integration birgt die große Chance einer allmählichen Haltungs- u. Menschenbildveränderung, sie lässt Fremdes allmählich zu Bekanntem werden. Behinderten Kindern bietet Integration die Chance der Teilhabe am alltäglichen Leben u. motiviert sie dadurch in ihrem Lernen, in der Autonomieentwicklung u. Verantwortungsübernahme. Integration ist kein leichter, jedoch lohnenswerter Weg. Viele Regeleltern sind auch daran interessiert, dass ihre Kinder einen vorurteilsfreieren Umgang mit behinderten Kindern lernen. Durch gelungene Integrationen wird eine gute Basis für mehr Aufgeschlossenheit gegenüber "Andersartigkeit" u. Gleichberechtigung aller Menschen geschaffen.
Merkmal 28: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, aus denen hervorgeht, dass der Umgang mit behinderten Menschen u. deren Umfeld durch Unsicherheiten, Fremdheit u. Ängste geprägt ist.
56 Reduktionen aus 14 Interviews beschreiben den durch Angst u. Fremdheit geprägten Umgang mit behinderten Menschen u. deren Umfeld. Behinderung ist vielen weitgehend fremd u. erzeugt dadurch in der Begegnung Angst, Unsicherheit, Überforderung etc. Kontakt zu Behinderten wird oft aus Angstabwehr gemieden. Eigene Anteile, die durch Reflexion erkannt werden können, bestimmen sehr stark den Umgang mit dem Fremden. Mitleid ist eine gängige Strategie um Ängste zu überdecken. Die Angst steigt mit der Behinderungsschwere, sichtbare Behinderung erzeugt primär mehr Angst u. wirkt abschreckender. Das Fremde kann durch den Kontakt zu Bekanntem werden u. so dem Angstabbau dienen. Die Ängste u. das Vermeidungsverhalten beschränken sich meist nicht nur auf die Begegnung mit dem behinderten Menschen selber, sondern gelten auch für dessen Umfeld. Häufigster Integrationsablehnungsgrund von Lehrern sind Ängste u. Überforderungen. Erfahrung erleichtert den Umgang mit Ängsten u. dem Fremden, jedoch jede neue Integration impliziert neue Ängste.
Merkmal 29: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die explizit od. implizit auf Menschenbilder eingegangen sind. Unter Menschenbild wird in diesem Zusammenhang ein vorgefertigtes, unreflektiertes Bild von einem Menschen verstanden, durch das eine gewisse Erwartungshaltung bzgl. Verhalten, Handeln, Ressourcen u. Grenzen des jeweiligen Menschen bzw. der Gruppe entsteht.
25 Reduktionen aus 11 Interviews beschreiben explizite u. implizite Aussagen über das Menschenbild u. seine Auswirkungen hinsichtlich Behinderung. Behinderten Menschen werden gerne generalisierte Charakterzüge u. Verhaltensweisen zugeschrieben, die den Blick auf die Individualität der Betroffenen verstellen. Behinderte Menschen werden häufig undifferenziert in einen Topf geworfen. Meist steht Behinderung im Vordergrund u. der Mensch dahinter wird kaum registriert. Fest steht, dass das jeweilige Menschenbild des Gegenübers den Zugang u. Kontakt zu dem behinderten Menschen stark prägt u. sich seine Entwicklungschancen davon ableiten. Behinderte Menschen werden häufig als bemitleidenswerte, abhängige, hilfsbedürftige Wesen dargestellt, die Traurigkeit aufkommen lassen. Speziell beim Down Syndrom existieren ganz konkrete Bilder (Sonnenblumen, Engel etc.). Insgesamt sind die Sichtweisen über behinderte Menschen sehr einseitig, mit Schwerpunkt auf tristen Bedingungen. Betroffene Eltern versuchen durch Hervorhebung der positiven Eigenschaften ihrer Kinder ihre Daseinsberechtigung zu schaffen. Behinderung ist häufig durch einen hohen Reparaturanspruch des Umfeldes geprägt, was indirekt einen Mangel bzw. eine Unvollkommenheit impliziert. Behinderten Menschen werden oft keine unvorhergesehenen Entwicklungen zuerkannt, Diagnose beinhaltet oft fixe Prognose.
Merkmal 30: Diesem Merkmal wurden Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die paradoxe Inhalte transportieren bzw. im Widerspruch zu sich selbst stehen.
14 Reduktionen aus 5 Interviews beziehen sich auf Aussagen, die sich in sich widersprechen.
Einerseits wird Offenheit gegenüber behinderten Menschen signalisiert, andrerseits versucht man ihr auf die Welt Kommen bereits im Keim zu ersticken. Weiters wird ein Wahlrecht postuliert, das im Endeffekt keines bzw. nur ein theoretisches ist, denn wenn ich 5 Stunden für ein Kind bekomme, die nicht ausreichen u. Integration verunmöglicht wird, wo bleibt dann die Wahl? Das System erwartet in der Integration individuelle, auf das Kind abgestimmte Zugänge, stellt selbst jedoch nur rigide Rahmenbedingungen parat, die genau das verhindern. Schulen die zur Integration freiwillig bereit sind, bekommen keine, andere wiederum werden dazu gezwungen. SPZ- Leitung ist theoretisch für Integration zuständig, Doppelrolle hindert sie jedoch am aktiven Einsatz für Integration. Lehrerkollegen beneiden oft Integrationslehrer um ihre idealen Rahmenbedingungen, sind jedoch keineswegs zum Rollentausch bereit.
Merkmal 31: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die, die Wirksamkeit von Bildern beschreiben u. implizieren.
57 Reduktionen aus 14 Interviews beschreiben explizit od. implizit die Wirksamkeit u. das Vorhanden sein von Bildern. Die Begegnung mit Behinderten ist häufig durch vorgefertigte, einseitige Bilder gekennzeichnet. Behinderung wird oft mit Leid, Hilflosigkeit, Abhängigkeit u. anderen negativen Zuschreibungen assoziiert. Die vorhandenen Bilder werden durch Medien u. Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, transportiert u. gefestigt, beispielsweise das durch Licht ins Dunkel transportierte Bild tut der Weiterentwicklung u. Gleichstellung nicht gut. Der Einsatz von Bildern verdeckt häufig eigene Hilflosigkeit. Bilder können sich durch Kontakte verändern, darin liegt die Chance der Integration. Das Bild der Eltern von ihren eigenen behinderten Kindern unterliegt einem sehr starken gesellschaftlichen Einfluss. Der Politik wird vorgeworfen, kein Interesse an der Veränderung des "Behindertenbildes" zu haben. Bilder sind immer im gesamtgesellschaftlichen Kontext zu sehen, sie sollen nicht entkräftet werden, denn sie erfüllen eine wichtige Funktion in der Gesellschaft. Bilder beinhalten immer die Gefahr der Vereinheitlichung u. Schubladisierung. Umgang mit behinderten Menschen ist stark von ihrem äußeren Erscheinungsbild mitgeprägt. Ungewöhnliches Erscheinungsbild ängstigt u. verunsichert mehr u. führt häufiger zu Kontaktvermeidung.
Merkmal 32: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die belegen, dass jede neue Integration Lehrer einen neuen, individuellen Prozess abverlangt.
5 Reduktionen aus 3 Interviews bestätigen, dass jede neue Integration neue Herausforderungen in sich birgt, für die man sich nicht im Voraus wappnen kann, sondern immer aufs Neue einstellen muss.
Merkmal 33: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die auf gesellschaftliche Maßstäbe, Normvorstellungen u. Erwartungshaltungen hinweisen.
33 Reduktionen aus 8 Interviews beschreiben die gesellschaftliche Beteiligung an Integration bzw. im Umgang mit Behinderung. Der Umgang mit Behinderung muss ein gesellschaftliches Anliegen sein, sie stellt die Weichen dazu. Gesellschaft definiert Wert häufig über Leistung u. entwertet dadurch Menschen, deren Leistung nicht mit gesellschaftlichen Maßstäben gemessen werden kann. Gesellschaft muss dafür Sorge tragen, dass ein behindertes Kind nicht zum alleinigen Problem der Eltern wird, wenn sie sich für ein Leben mit einem behinderten Kind gegen gesellschaftliche Tendenzen entscheiden. Behinderung hat nach Auffassung Vieler, in unserer Gesellschaft u. in unserem Denken kaum Platz. Die Aufrechterhaltung der Unterscheidung zw. Behinderten u. nicht Behinderten wird bislang nachhaltig betrieben, das Zweigruppendenken soll nicht aufgelöst werden. Behinderte Menschen werden gerne gemeinsam mit Ausländern zu gesellschaftlichen Sündenböcke degradiert. Es werden hinsichtlich Integration viele Zugeständnisse gemacht, die nicht umgesetzt werden. Gesellschaftliche Ansprüche u. Vorgaben prägen das Bild u. den Wert von behinderten Menschen nachhaltig.
Merkmal 34: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die sich auf Bereitschaft versus Nichtbereitschaft, Freiwilligkeit versus Unfreiwilligkeit der Lehrer, in die Integration zu gehen, beziehen.
33 Reduktionen aus 10 Interviews geben darüber Aufschluss, inwieweit Integrationsbereitschaft u. Freiwilligkeit bei Lehrern gegeben ist od. nicht. Der Großteil, der in der Integration befindlichen Lehrer, macht es nicht freiwillig, sie werden häufig unfreiwillig dazu verdammt. Viele machen Integration nicht aus Überzeugung u. Interesse, sondern aus Ermangelung an Jobalternativen. Teamarbeit in der Integration leidet häufig an der nicht frei wählbaren Teamzusammensetzung. Der häufig praktizierte Integrationszwang für Lehrer geht auf Kosten der Umsetzungsqualität. Lehrer, die im engeren od. weiteren Kreis mit Behinderung konfrontiert sind, sind in der Regel integrationsbereiter.
Merkmal 35: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die sich auf die Situation von Menschen mit Behinderung allgemein u. im Speziellen auf Nichtakzeptanz u. Diskriminierung beziehen.
69 Reduktionen aus 11 Interviews beziehen sich auf allgemeine Akzeptanz bzw. Nichtakzeptanz von behinderten Menschen. Menschen mit Behinderung sind nicht gleichgestellt, sie werden oft als Mängelwesen dargestellt, für die der Staat aufkommen muss. Behinderte Menschen werden in ihrem Sosein häufig nicht akzeptiert, sie werden in ihren Rechten beschnitten u. sehen sich Diskriminierungen ausgesetzt. Behinderung wird selten als Teil neben anderen Teilen eines Menschen gesehen, sondern als unveränderlicher Seinszustand. Die Behinderung, nicht der Mensch steht im Vordergrund. Entmenschlichung findet statt in dem von Fällen od. Diagnosebezeichnungen die Rede ist u. nicht von den betroffenen Menschen. Geburt eines behinderten Kindes löst Angst, Verzweiflung u. oft auch Todeswunsch aus, da Perspektiven, der Platz in der Gesellschaft u. die Akzeptanz in der eigenen Familie oft fehlen. Durch Pränataldiagnostik versucht man Behinderung auszumerzen, 90% der diagnostizierten Down Syndrom Kinder kommen nicht auf die Welt. Die Gesellschaft hat kein wirkliches Interesse, an der Situation u. Akzeptanz behinderten Menschen gegenüber, etwas zu verändern. Behinderten Menschen traut man vieles nicht zu, sie werden oft ein Leben lang bevormundet u. als Kinder behandelt. Häufig wird ihnen Bildungsrecht abgesprochen u. für segregierte Beschulung plädiert. Nicht die Behinderung als solche ist für die Betroffenen das Problem, sondern wie sie dadurch gesehen u. behandelt werden. Behinderte Menschen müssen mehr Rechte bekommen. Therapiegenehmigungen sind oft letztendlich Maßnahmen gegen Behinderung. Behinderte Menschen werden eher akzeptiert, wenn sie Anpassungsleistungen erbringen können. Eltern sind durch den klaren gesellschaftlichen Auftrag der Anpassung u. Behinderungskompensation gezwungen, jede erdenkliche Therapie über behinderte Kinder ergehen zu lassen. Einsatz für behinderte Menschen basiert häufig auf einem Akt der Nächstenliebe u. nicht weil es ihnen als Menschen zusteht.
Merkmal 36: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die darauf hinweisen, dass inadäquater Unterricht u. nicht stimmige Rahmenbedingungen in der Integration zu Lasten der Kinder gehen.
34 Reduktionen aus 10 Interviews lassen den Rückschluss zu, dass ungeeignete Rahmenbedingungen auf Kosten der behinderten Kinder gehen u. Integration verunmöglichen. Integration scheitert oft an nicht vorhandenen bedürfnisorientierten Rahmenbedingungen, die in weiterer Folge der Behinderung des Kindes angelastet werden. Schulen bereiten sich oft trotz Vorankündigung der Eltern nicht ausreichend auf Bedürfnisse schwieriger Kinder vor, sondern das Scheitern wird passiv abgewartet, da sie an keiner kindgerechten Lösung interessiert sind. Oftmals entscheiden sich Eltern, mangels geeigneter Bedingungen u. Förderangeboten, Integration abzubrechen. Für Kinder stellt die Aussonderung eine starke psychische Belastung dar. Oft treten Verhaltensprobleme aufgrund der ungeeigneten Rahmenbedingungen bei behinderten Kindern auf, die meist der Behinderung u. weniger den unpassenden Bedingungen zugeschrieben werden. Häufiger Lehrerwechsel wirkt sich auf die Weiterentwicklung der Kinder ebenfalls contraproduktiv aus.
Merkmal 37: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, in denen es um Aussagen bzw. Forderungen hinsichtlich Inklusion geht.
36 Reduktionen aus 9 Interviews beinhalten Textstellen, in denen es um Aussagen bzw. Forderungen hinsichtlich Inklusion geht. Die Forderungen gehen primär in Richtung Recht auf Einschulung in der Sprengelschule, unabhängig von Intellekt u. Behinderung, da es sonst zu Lebensweltentkoppelungen u. Entfremdungen im eigenen Umfeld kommt. Alle Kinder sollen das Recht auf eine gemeinsame, kindgerechte Schule in ihrem Wohnort erhalten, die darüber hinaus Kontakte u. Freundschaften zulässt. Integration muss von Anfang an mitgedacht u. praktiziert werden u. darf nicht am Schultor enden. Es darf keine unterschiedliche Wertigkeit zwischen Regel- u. Integrationskindern geben. Behinderung sollte als Querschnittthema von Vornherein mitgedacht werden u. es sollte normal sein, verschieden zu sein. Inklusion braucht Konzepte, die den verschiedenen Ansprüchen einer heterogenen Gruppe gerecht wird, ohne selektieren zu müssen. Inklusion würde eine Loslösung von alten Feindbildern u. das Einschlagen von neuen Wegen voraussetzen; im Moment noch sehr schwer umsetzbar, da dies den Entscheidungsträgern kein wirkliches Anliegen ist.
Merkmal 38: Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, in denen Aussagen über Charakteristika der Integrationskinder getroffen werden u. welches Verhalten integrationsfördernde od. integrationshemmende Konsequenzen nach sich zieht.
26 Reduktionen aus 10 Interviews beschäftigen sich mit Aussagen über Charakteristika von Integrationskindern bzw. Verhaltensweisen, die integrationsfördernd sind. Kinder, die zu freundlichem, unauffälligem Verhalten u. hohen Anpassungsleistungen im Stande sind, haben die besten Chancen in der Integration. Die Infragestellung der Integrationssinnhaftigkeit beginnt für Lehrer häufig bei schwierigem Verhalten, das oft nur die Antwort auf inadäquate Angebote ist. Zu große kognitive Unterschiede im Vergleich zu den Regelkindern, lässt bei Lehrern die Frage nach dem Sinn der Integration auftauchen. Integrationskinder mögen den gemeinsamen Unterricht im Klassenverband u. lehnen "Verbesonderung" durch getrennte Förderung u. Sonderprogramme ab. Leistungsunterschiede zw. Regel- u. Integrationskindern sind häufig nur marginal. Integrationskinder fühlen sich am wohlsten, wenn keine Unterschiede zw. ihnen u. Regelkinder gemacht werden u. nicht immer ihre Schwächen im Vordergrund stehen, sondern wenn es normal ist, dass jeder Schwächen u. Stärken hat.
Nachdem die 1677 Reduktionen den 38 inhaltscharakterisierenden Merkmalen zugeordnet wurden, bestand der nächste Schritt in einem Gruppierungsversuch einzelner Merkmale, der in weiterer Folge die Basis für die Kategorienbildung darstellt.
Nahe liegend war nun die Kategorienzuordnung der Merkmale mittels beteiligter Ebenen vorzunehmen.
Ebene 1: Systemebene
Unter Systemebene werden alle Merkmale gruppiert, die eine Beteiligung des Systems (umsetzungsverantwortliche Personen von der Direktorenebene aufsteigend) implizieren. Zugeordnete Merkmale: 1, 2, 3, 5, 18, 19, 20, 26
Ebene 2: Elternebene
Unter Elternebene werden alle Merkmalgruppen, die sich auf Integrationseltern beziehen od. von ihnen ausgehen, zugeordnet. Zugeordnete Merkmale: 4, 6, 7, 8, 22
Ebene 3: Lehrerebene
Unter Lehrerebene werden alle Merkmalgruppen zugeordnet, die sich auf Integrations- u. Regellehrer beziehen od. von ihnen ausgehen. Zugeordnete Merkmale: 9,10, 11, 12, 13, 14,15, 16, 17, 32, 33, 34
Ebene 4: Kinderebene
Unter Kinderebene werden alle Merkmalgruppen zugeordnet, die sich auf Aussagen über od. Zuschreibungen auf Integrationskinder beziehen. Zugeordnete Merkmale: 23, 24, 36, 38
Ebene 5: Gesellschaftsebene
Unter Gesellschaftsebene werden alle Merkmalgruppen zugeordnet, die sich auf allgemeine Zuschreibungen, Sichtweisen u. Haltungen beziehen, die sich im Handeln od. im Denken (Bildern) zeigen. Zugeordnete Merkmale: 21, 25, 26, 27,28, 29, 30, 31, 35, 37
Die nachstehende Darstellung soll einen Überblick erleichtern.
|
Nr.: |
Merkmale |
Anzahl der Reduktionen |
Anzahl der Interviews |
Ebene |
|
19 |
Diesem Merkmal wurden Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die Integrations- Hemmnisse durch Haltungen u. nicht Bereitstellung von adäquaten Rahmenbedingungen ausgehend vom System beschreiben. Unter System werden alle Instanzen von der Direktorenebene aufsteigend verstanden. (Direktoren, Bezirks u. Landesinspektoren, Ministerium, Politiker etc.) |
125 |
13 |
1.Ebene |
|
20 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, aus denen hervorgeht, dass Integration per se verhindert wird. |
89 |
10 |
1.Ebene |
|
1 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die darauf hinweisen, dass schulische Integration trotz Recht kein Selbstverständnis ist, sondern Kampf, Glück u. Erfüllung diverser Kriterien voraussetzt u. keine Rückschlüsse auf Durchführungsqualität zulässt. |
62 |
10 |
1.Ebene |
|
2 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die belegen, dass schulische Integration nichts Einheitliches ist, sondern unterschiedlich definiert, interpretiert u. praktiziert wird. |
61 |
13 |
1.Ebene |
|
18 |
Diesem Merkmal wurden Reduktionen aus Aussagen über die Beurteilung der PÄDAK allgemein, Ausbildungsbeurteilung u. Ausbildungswünsche der Lehrer u. Eltern zugeordnet. |
61 |
13 |
1.Ebene |
|
3 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die Rückschlüsse auf Integrationshemmnisse zulassen, die sich durch die Doppelfunktion u. einseitige Beratung der Sonderpäda- gogischen Zentren ergeben. |
46 |
8 |
1.Ebene |
|
5 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die Rückschlüsse zulassen, dass die Elternberatung u. Beeinflussung hinsichtlich Allgemeiner Sonderschule variiert je nach Herkunft, Schichtzugehörigkeit u. Wissensstand. |
22 |
6 |
1.Ebene |
|
Merkmale 1.Ebene |
466 |
|||
|
6 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die darauf hinweisen, dass Eltern von Schule u. Umfeld nicht zugetraut wird, für ihre behinderten Kinder richtige Entscheidungen treffen zu können u. sich oft mit Vorwürfen u. Sündenbockrolle konfrontiert sehen. |
55 |
12 |
2.Ebene |
|
4 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die belegen, dass Eltern vor u. im Integrationsprozess nicht würdig behandelt werden u. massiven Kränkungen ausgesetzt sind. |
55 |
9 |
2.Ebene |
|
22 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die Aussagen über persönliche Erfahrungen, Sichtweisen, Copingstrategien u. Unterstützungshilfen der Eltern von behinderten Kindern, beinhalteten. |
42 |
7 |
2.Ebene |
|
8 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die Hinweise liefern bezüglich der Erwartungshaltung u. persönlichen Integrationsprämissen von Eltern gegenüber Integrationslehrern. |
33 |
7 |
2.Ebene |
|
7 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Elternaussagen zugeordnet, die dem derzeitigen Stand der schulischen Integration nicht zur Weiterentwicklung verhelfen, sondern ihn als gegeben hinnehmen. |
26 |
7 |
2.Ebene |
|
Merkmale 2.Ebene |
211 |
|||
|
12 |
Diesem Merkmal wurden Reduktionen, von Aussagen über den Stellenwert von Team- teaching u. der Wichtigkeit von Zusammenarbeit in der Integration zugeordnet. |
86 |
11 |
3.Ebene |
|
10 |
Diesem Merkmal wurden Reduktionen zugeordnet, die Hinweise auf individuelle Persönlichkeitsmerkmale u. Lehrverhalten (von Direktoren, Integrationslehrern u. in der Integration eingesetzten Klassen- u. Fachlehrern), u. deren Auswirkungen auf die Integration beinhalten. |
72 |
13 |
3.Ebene |
|
13 |
Diesem Merkmal wurden Reduktionen von Aussagen bezüglich Wertigkeit der Integrationslehrer innerhalb des Kollegiums u. unter den Regelschülern zugeordnet. |
37 |
5 |
3.Ebene |
|
15 |
Diesem Merkmal wurden Reduktionen von Aussagen zugeordnet, aus denen hervorgeht, was ein Integrationslehrer aus subjektiver Sicht für die Integration an Erfahrungen, Bereitschaft, Sichtweisen u. Fähigkeiten mitbringen soll u. was als zweckdienlich erachtet u. genützt wird. |
34 |
6 |
3.Ebene |
|
34 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die sich auf die Bereitschaft versus Nichtbereitschaft, Freiwilligkeit versus Unfreiwilligkeit der Lehrer, in die Integration zu gehen, beziehen. |
33 |
10 |
3.Ebene |
|
33 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die auf gesellschaftliche Maßstäbe u. Normvorstellungen u. Erwartungshaltungen hinweisen. |
33 |
8 |
3.Ebene |
|
9 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen zugeordnet, die Hinweise über freiwillige Maßnahmen u. Haltungen von Lehrern u. Direktoren liefern, die sie unabhängig von Systemvorgaben erbringen können u. so integrationsförderlichen, od. bei Unterlassung, integrationshemmenden Einfluss erwirken. |
31 |
13 |
3.Ebene |
|
16 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen von Aussagen zugeordnet, die auf Überforderungen u. fehlender Unterstützung von Lehrern u. Direktoren hinweisen. |
27 |
9 |
3.Ebene |
|
17 |
Diesem Merkmal wurden Reduktionen von Aussagen zugeordnet, die Aufschluss geben über den Wunsch u. die Bereitschaft von Lehrern in die Integration zu gehen u. die vorstellbare Verweildauer thematisieren. |
12 |
4 |
3.Ebene |
|
11 |
Diesem Merkmal wurden Reduktionen zugeordnet, die Hinweise auf Erwartungen von Seiten des Direktors u. der Lehrer gegenüber Eltern von Integrationskindern beinhalten. |
11 |
6 |
3.Ebene |
|
14 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen von Textstellen zugeordnet, die Hinweise liefern, ob u. inwiefern Lehrer sich durch die Arbeit in der Integration verändern. |
6 |
3 |
3.Ebene |
|
32 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die belegen, dass jede neue Integration Lehrern einen neuen, individuellen Prozess abverlangt. |
5 |
3 |
3.Ebene |
|
Merkmale 3.Ebene |
387 |
|||
|
36 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die darauf hinweisen, dass inadäquater Unterricht u. nicht stimmige Rahmenbedingungen in der Integration zu Lasten der Kinder gehen. |
34 |
11 |
4.Ebene |
|
38 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, in denen Aussagen über Charakteristika der Integrationskinder getroffen werden u. welches Verhalten integrationsfördernde od. integrationshemmende Konsequenzen nach sich zieht. |
26 |
10 |
4.Ebene |
|
24 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die sich auf die Nichterfüllung des Bildungsauftrages in der Integration beziehen. |
20 |
8 |
4.Ebene |
|
23 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die darauf hinweisen, dass in der Integration Segregation praktiziert wird. |
16 |
8 |
4.Ebene |
|
Merkmale 4.Ebene |
96 |
|||
|
27 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die auf die Wichtigkeit u. Chancen der Integration u. ihre Folgewirkungen eingehen. |
84 |
13 |
5.Ebene |
|
25 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die, die Situation von Menschen mit schwerer, geistiger bzw. kombinierter Behinderung, beschreiben. |
74 |
13 |
5.Ebene |
|
35 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die sich auf die Situation von Menschen mit Behinderung allgemein u. im Speziellen auf Nichtakzeptanz u. Diskriminierung beziehen. |
69 |
11 |
5.Ebene |
|
31 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die, die Wirksamkeit von Bildern beschreiben u. implizieren. |
57 |
14 |
5.Ebene |
|
28 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, aus denen hervorgeht, dass der Umgang mit behinderten Menschen u. deren Umfeld durch Unsicherheiten, Fremdheit u. Ängsten geprägt ist. |
56 |
14 |
5.Ebene |
|
26 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die sich auf die Beschreibung von ASO als solche beziehen u. auf Pro u. Contra eingehen. |
54 |
11 |
5.Ebene |
|
21 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die auf Grenzen u. Grenzfälle der Integration hinweisen. |
52 |
10 |
5.Ebene |
|
37 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, in denen es um Aussagen bzw. Forderungen hinsichtlich Inklusion geht. |
36 |
9 |
5.Ebene |
|
29 |
Diesem Merkmal wurden alle Reduktionen aus Textstellen zugeordnet, die explizit od. implizit auf Menschenbilder eingegangen sind. Unter Menschenbild wird in diesem Zusammenhang ein vorgefertigtes, unreflektiertes Bild von einem Menschen verstanden, durch das eine gewisse Erwartungshaltung bzgl. Verhalten, Handeln, Ressourcen u. Grenzen des jeweiligen Menschen bzw. der Gruppe entsteht. |
25 |
10 |
5.Ebene |
|
30 |
Diesem Merkmal wurden Reduktionen aus Aussagen zugeordnet, die paradoxe Inhalte transportieren bzw. im Widerspruch zu sich selbst stehen. |
10 |
5 |
5.Ebene |
|
Merkmale 5.Ebene |
517 |
|||
|
Summe der Reduktionen gesamt: |
1677 |
Die meisten Reduktionen fallen auf die Ebene, die als gesellschaftliche Ebene beschrieben wird. Dies ist vermutlich auch der Grund, warum sich schulische Integration bzw. deren Qualität auch nach so vielen Jahren der Erprobung kaum od. wenig zufrieden stellend umsetzen lässt. Diese hohe Reduktionsmenge ist ein Indiz, dass schulische Integration nicht alleinige Angelegenheit der unmittelbar Betroffenen, sprich Eltern, Lehrer u. Kinder ist u. sein kann, sondern eben der Beeinflussung einer ganzen Gesellschaft (in kultureller, historischer, politischer etc. Hinsicht) in Form von Haltungen, Einstellungen, Menschenbildern u. Bildern als solchen, die sich von den Selbstbildern ableiten, unterliegt. Vermutlich ist der Einfluss auf gesamtgesellschaftlicher Ebene zu wenig berücksichtigt worden u. diejenigen, die für die unmittelbare Umsetzung der Integration verantwortlich sind, zu wenig auf die Hemmnisse bzw. Fantasmen (wie sie Erdheim 8.3 beschrieben hat), die sich aus diesem Kontext ergeben, vorbereitet worden. Erst wenn die Hemmnisse in ihren (großteils auch unbewussten) Dimensionen erkannt u. zugelassen werden, können sie langsam überwunden bzw. verhindert werden, dass sich dadurch wieder weitere Hemmnisse ergeben.
Die nächste Ebene, die die meisten Reduktionen aufzuweisen hat, ist die Systemebene. Natürlich kann die Systemebene nicht ohne gesellschaftliche gedacht werden, insofern muss davon ausgegangen werden, dass sie sich gegenseitig bedingen, was jedoch häufig nicht berücksichtigt wird. Die Systemebene wird von den Interviewpartnern eher isoliert u. als die mächtigere erlebt u. definiert, sie gilt verantwortlich für die Bereitstellung der nötigen Ressourcen u. Rahmenbedingungen. Systeme repräsentieren immer auch gesellschaftliche Strukturen u. umgekehrt. Daher ist wohl unklar von wem die Macht de facto ausgeht. Die nachstehende Darstellung soll die unauflösbare Wechselwirkung zw. Gesellschaft u. einzelner Individuen verdeutlichen, die teils bewusst, teils unbewusst von Statten geht.
Abbildung 8: Wechselwirkung zwischen Gesellschaft und Individuum
Die dritte Ebene ist die Ebene der Lehrer, auch diese kann nur im Kontext der gesamtgesellschaftlichen gedacht werden. Lehrer hören ganz oft, dass mit ihrer Person die gesamte Integration steht od. fällt.
Die Verantwortung wird meist aus dem Gesamtgesellschaftlichen Kontext genommen u. allein an der Lehrerpersönlichkeit festgemacht, was zwangsläufig zu Überlastungen führt.
Einerseits sind sie sozialisierter Teil der Gesellschaft u. andererseits sollen sie mit den bewussten u. unbewussten gesellschaftsbedingten Haltungen, die in Summe nicht sehr integrationsfördernd sind, umgehen bzw. sich von diesen distanzieren können. Ihr sozialisiertes Selbstbild ist letztlich ausschlaggebend für Haltung, Menschenbild u. konstruierte Grenzen der Integration.
Auch auf der Ebene der Eltern ist es so, dass sie unter Gesamtgesellschaftlichem Einfluss steht, denn Behinderung sucht sich Eltern nicht aus. D.h. welche Bilder Eltern über sich bzw. ihre Situation u. ihre Kinder haben, hängt primär von ihrer Sozialisation u. den Haltungen ihres Umfeldes ab. Eltern werden ebenfalls für das Scheitern von Integration verantwortlich gemacht, zumal man ihnen unterstellt, dass sie Integration für sich wollen, nicht für ihr Kind, also dass Selbstzweck u. nicht Kindeswohl hinter ihrem beharrlichen Integrationswunsch stecken. Sie stellen genauso wie Lehrer u. Kinder, eine Projektionsfläche, für verdrängte Traumen u. Ängste des gesellschaftlichen Umfeldes dar. Im Gegensatz zu Lehrern müssen sie diese einfach aushalten, da sie nicht den "Job" wechseln können. Eltern stellen jedoch auch gelegentlich die Frage, ob Integration für gewisse, meist schwer behinderte Kinder, überhaupt das Richtige sei, speziell dann, wenn ihr Kind eine Lernbehinderung hat. D.h. auch Elternhaltungen korrelieren mit Gesellschaftshaltungen u. umgekehrt.
Die wenigsten Reduktionen fallen auf die Ebene der Kinder. Sie sind die Leidtragenden, der kaum stimmigen Rahmenbedingungen u. Ressourcen. Doch auch sie haben eine Sozialisation vor u. während der Schule durchgemacht u. so ein Bild über sich u. die anderen gewonnen. Oft wird alles daran gesetzt, dem eigenen Bild, das ja ursprünglich mehr ein fremdes, also durch die Umgebung vermitteltes war, zu entsprechen. Dabei wird zum Leidwesen der Lehrer so manches in Szene gesetzt, was für sie, wenn sie es in ihrer Ursächlichkeit nicht verstehen u. deuten können, auf Dauer untragbar wird. Als Konsequenz verlässt entweder der Lehrer durch ein Versetzungsgesuch od. was häufiger der Fall ist, das Kind aus Gründen der Nichtintegrierbarkeit, welche letztlich von der jeweiligen Sichtweise des Beurteilers abhängig ist, vorzeitig das Feld.
|
Ebene |
Beschreibung: |
Reduktionen |
|
Ebene 5 |
Unter Gesellschaftsebene werden alle Merkmalgruppen zugeordnet, die sich auf allgemeine Zuschreibungen, Sichtweisen u. Haltungen beziehen, die sich im Handeln od. im Denken (Bildern) zeigen. |
517 |
|
Ebene 1 |
Unter Systemebene werden alle Merkmale gruppiert, die eine Beteiligung des Systems (Umsetzungsverantwortliche Personen von der Direktorenebene aufsteigend) implizieren. |
466 |
|
Ebene 3 |
Unter Lehrerebene werden alle Merkmalgruppen zugeordnet, die sich auf Integrations- u. Regellehrer beziehen od. von ihnen ausgehen. |
387 |
|
Ebene 2 |
Unter Elternebene werden alle Merkmalgruppen, die sich auf Integrationseltern beziehen od. von ihnen ausgehen, zugeordnet. |
211 |
|
Ebene 4 |
Unter Kinderebene werden alle Merkmalgruppen zugeordnet, die sich auf Aussagen über od. Zuschreibungen auf Integrationskinder beziehen. |
96 |
Die Ausführungen machen deutlich: Wenn Integration qualitativ langfristig funktionieren soll, muss die vielschichtige Beteiligung der beschriebenen Komponenten beachtet werden. Lehrer, als primär Zuständige, müssen mit sozialisationsbedingten Problemfeldern in ihrer Ausbildung vertraut gemacht u. auf einen adäquaten Umgang damit vorbereitet werden. Dies verlangt unweigerlich Veränderungen in der Ausbildung, da dieser Zugang nur durch intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Person u. den eigenen unbewussten Anteilen, in Form von selbstreflexiven Prozessen u. laufender Supervision angebahnt werden kann. Äußere Integration kann nur zufrieden stellend von Statten gehen, wenn ihr eine innere vorausgegangen ist. Die vertiefte psychoanalytische Auseinandersetzung dazu folgt im letzten Teil dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
Die Fragestellung der Arbeit bezog sich primär auf die Erhebung aller Facetten u. Aspekten der schulischen Integration, um in weiterer Folge eventuelle Hemmnisse extrahieren zu können. Der zweite Schritt bestand darin, die erhobenen Hemmnisse mittels psychoanalytischen Blicks besser verstehbar zu machen, in ihrer Ursächlichkeit, Wirkung u. Funktion. Zu der Relevanz der Erhebungsergebnisse ist folgendes zu sagen:
Durch die offene, nicht direktive u. nicht inhaltsstrukturierte Durchführung der narrativen Interviews, kann davon ausgegangen werden, dass die von den Interviewpartnern selbst gewählten Themen zwar nicht als repräsentativ im statistischen Sinne, doch durch die hohe Übereinstimmung in den einzelnen Interviews, als sehr bedeutungsvolle u. wesentliche Kernpunkte der schulischen Integration angesehen werden können. Nach Hemmnissen wurde nicht explizit gefragt, sondern diese wurden wie bereits erwähnt, in einem zweiten Schritt, von den frei gewählten Erzählungsinhalten extrahiert.
Im nachstehenden Teil werden unter teilweiser Einbeziehung von Interview-Originaltexten, Querverbindungen zwischen den Erhebungsergebnissen u. den Postulaten von Feyerer, unter Berücksichtigung einiger Studien hinsichtlich Integration u. dem aktuellen Weißbuch Integration herzustellen versucht.
Die detaillierte Einbeziehung aller Ergebnisse würde den Rahmen dieser Arbeit bzw. Zusammenfassung sprengen, daher wird lediglich auf das jeweilige übereinstimmende Merkmal inkl. der Reduktions- u. Interviewzahl auf dem es basiert, verwiesen u. gelegentlich werden Beispiele angeführt. (Detaillierte Darstellung der Ergebnisse siehe 11.6)
Der beim Praktikerforum (Mai 2003) in Linz gewählte Titel "Qual-I-tät u. Integration" verweist mit Nachdruck auf die Qualitätseinflussfaktoren der Integration. Dabei ist nicht zu übersehen, dass Qualität hart zu erarbeiten ist u. sich keinesfalls von selbst einstellt. Sie wird von der bereits im Wort steckenden "Qual" u. den allzu oft verwendeten "I-tät`s Floskeln", die nicht mehr als Lippenbekenntnisse sind, mitbestimmt. (vgl. Feyerer 2004, 4)
Die Lippenbekenntnisse beziehen sich meist auf Rahmenbedingungen, die jedoch kaum in ausreichendem Maß bereitgestellt werden.
Mangelnde Rahmenbedingungen stellten auch in dieser Erhebung ein Kernthema dar. (125 Red./13Int./Merkm.19) belegen, dass Integration vielerorts durch fehlende Rahmenbedingungen gehemmt od. sogar verhindert wird.
Evaluierungsergebnisse u. Integrationserfolge werden hartnäckig ignoriert u. der Fortbestand konservativer Strukturen systematisch gesichert. "Und man weiß es ja auch, dass diese Zugänge erfolgreicher sind, nur die Schulbehörde weigert sich immer gegen Neuerungen, weil sie sehr strukturkonservativ ist, obwohl schon viele Studien existieren, die diese Zugänge als sinnvoll bestätigen." Int.7/50)
Feyerer postuliert, dass sich Menschen mit Behinderung u. deren Angehörige nach wie vor häufig mit unzähligen Barrieren u. Hemmnissen konfrontiert sehen u. auch keine zugestandene gleichberechtigte Teilnahme am sozialen Leben haben. (vgl. Feyerer 2004, 3)
(74Red./13Int./Merkm.25) beziehen sich auf die Situation von schwer behinderten Menschen, die noch weit eingeschränkter ist, als es bei Behinderung allgemein der Fall ist. Schwere Behinderung löst mehr Angst, Unsicherheit u. Überforderung aus; der Kontakt wird deshalb weitgehend vermieden. Bildungsfähigkeit wird ihnen häufig abgesprochen, überdies hinaus haben sie kein Recht auf regulären Unterricht u. Schulbücher. "Genau so in Englisch, da sagt die Lehrerin auch, er merkt sich genau so viel wie die anderen Kinder in der 3. Leistungsgruppe und das, obwohl er nicht einmal das Recht auf Englisch als schwerbehindertes Kind hat." (Int.8/117-118)
Schwer behinderte Menschen haben insgesamt viel seltener die Chance auf Integration, wenn doch, werden sie häufig als Hemmschuh od. Störfaktor beschrieben u. kommen in der Integration selten aus der Außenseiterposition heraus. "Was will ich als Integrationslehrer mit einem schwer behinderten Kind in der Klasse, da bin ich fehl am Platz, da bin ich u. das Kind Störfaktor."(Int.2/250)
Schwer behinderte Kinder u. deren Angehörige sind viel öfter Anfeindungen ausgesetzt, ihr Leben ist häufig durch Isolation gekennzeichnet. "Von: Die bräuchte einen Exorzisten, und für so was zahlen wir unsere Steuern, also, was da die Leute, die vorbeigehen an Meldungen abgeben, das ist wirklich schlimm. " (Int.13/497) "Das nächste Problem ist, er ist wahnsinnigeinsam u. er hat so viel Charakter u. Lust aufs Leben." (Int.1/158-159) Für Menschen mit schwerer Behinderung ist der Weg in die ASO meist von vornherein vorgezeichnet.
27 Red. weisen direkt darauf hin, dass die Sonderschule die bessere Lösung für schwer behinderte Kinder ist. "Sonderschulen muss es immer geben, weil es gibt so viele Syndrome. Ich kann nicht ein Kind, das weder sprechen oder schwerstbehindert, das kann ich nicht, das geht nicht, das geht wirklich nicht." (Int.2/314-315)
"Und wenn ich das diplomatisch u. gescheit formuliere, verstehen sie mich, dann fühlen sich diese Eltern von diesen Schwerstbehinderten, wo es wirklich nicht geht, gar nicht angesprochen."(Int.2/381)
"Ich denke die Sonderschule sollte es auf jeden Fall weiter geben, für solche Fälle, also schwere Fälle". (Int.11/142)
Die Situation von schwer behinderten Menschen ist gewiss um ein Vielfaches schwieriger. Sie haben noch unzählige Hürden zu überwinden u. mit nicht stimmigen Bilder über sich umzugehen, jedoch auch der Umgang mit behinderten Menschen, die nicht als schwer behindert gelten, ist in vielen Dingen ebenfalls problematisch.
(56Red./14Int./Merkm.31) beziehen sich darauf, dass der Umgang mit Behinderten u. ihrem Umfeld durch Unsicherheiten, Ängste u. Fremdheit geprägt ist. Angst wird vorrangig durch Kontaktvermeidung od. Mitleid abgewehrt. (55Red./14Int./Merkm.4) belegen, dass Eltern vor u. im Integrationsprozess nicht würdig behandelt werden, sondern oft massiven Kränkungen ausgesetzt sind. "Ich habe weiter darauf bestanden u. habe mir vom Direktor einiges anhören müssen, wie er sagt, habe er nicht Pädagogik studiert, um dann behinderte Kinder zu unterrichten." Int.11/11 "Bei dem zweiten Elternabend wars so schlimm, ich hab den ganzen Abend, als ich zurückkam geheult. Geheult, geheult, ich konnte mich nicht beruhigen, weil es so schrecklich war zu erleben, wie über mein Kind geredet wurde." (Int.6/164-165) Die Informationen fallen oft einseitig, meist zu ungunsten der Integration aus. Alle interviewten Eltern haben einhellig wahrgenommen, dass man sie primär in Richtung ASO zu beraten versuchte u. Integration als die weit schlechtere Variante abgetan hat. Eltern werden oft auch wichtige Informationen vorenthalten, sie werden gerne in der Bittstellerrolle gehalten. Großes Unverständnis (46Red./8Int./Merkm.3)kam von allen Eltern hinsichtlich der nicht vereinbaren Doppelrolle der SPZ- Leitung. "Sie will ja, dass die Kinder in die ASO gehen, die wird ja nie positiv über Integration reden, das ist ja ein Wahnsinn finde ich." (Int.4/324) "D.h. eine SPZ- Leitung, die gut arbeitet, sperrt bald ihre eigene Schule zu u. daher ist es auch nicht zu erwarten, dass das gut laufen kann." (Int.7/138) Eltern beschreiben, dass sie immer latente Angst haben, dass die Integration nicht bis zum Schulaustritt ihres Kindes fortgeführt, sondern aus nicht vorhersehbaren Gründen plötzlich eingestellt wird. (22Red./6Int./Merkm.5) verweisen auf Unterschiede in der Beratung u. Beeinflussung hinsichtlich ASO je nach Herkunft, Wissenstand u. Schichtzugehörigkeit. "Ich habe den Eindruck, das ist ein Machtmittel gegenüber sozial Schwächeren, die man gerne noch weiter weg schiebt, weil man mit ihnen eigentlich nichts zu tun haben will, ob ich richtig liege weiß ich nicht." (Int.4/184)
"Es gibt da Unterschiede in der Aufklärung zw. z.B. Akademikereltern u. halt Eltern, die nicht so gebildet sind."Int.7/351 "Bei Kindern nicht deutscher Muttersprache u. auch sonst bei sozialen Randgruppen, wird ganz eindeutig u. schnell in Richtung ASO verwiesen." (Int.7/354)
Die Sichtweise hinsichtlich Sonderschule (ASO) kennzeichnet sich durch große Unterschiede zwischen Eltern u. Lehrern. Eltern sehen in der ASO eine gewisse Ghettogefahr u. Lebensweltentkoppelung, sie stellt für sie keine wirkliche Alternative dar. Einige Lehrer haben jedoch den Eindruck, ASO ist zu Unrecht so negativ behaftet, sie wäre die geschaffene Einrichtung für behinderte, speziell für schwer behinderte Kinder. Was schwer behinderte Kinder anbelangt, kommen auch von Eltern Appelle in Richtung Sonderschule, speziell von solchen, deren Integrationskind nicht als schwer behindert gilt. Viele Eltern u. auch einige Lehrer halten eine Ankoppelung der ASO an die Regelschule für wünschenswert.
(55Red./12Int./Merkm.26) deuten darauf hin, dass Eltern, speziell von der Schule, nicht zugetraut wird, die richtige bzw. passende Entscheidung für ihre Kinder treffen zu können. Wenn sie hartnäckig auf Integration bestehen, wird das ihrem Drang nach Selbstverwirklichung, Sturköpfigkeit etc. zugeschrieben u. nicht dem Wunsch, für ihr Kind das Beste zu wollen.
Die größte Barriere verortet Feyerer in den Bildern, die sich die Gesellschaft von behinderten Menschen macht, sie gehen häufig mit Mitleid, Vorurteilen u. einer Haltung einher, die entmündigend u. degradierend ist. Diese Tatsache betrifft die Bildungspolitik ebenso wie die allgemeine Beteiligung am gesellschaftlichen u. kulturellen Leben. (vgl. Feyerer 2004, 3)
(57Red./14Int./Merkm.31) Es gibt große Übereinstimmung darüber, dass in der Begegnung mit behinderten Menschen vorgefertigte Bilder wirksam sind bzw. den Umgang lenken u. Kontakte oft verhindern.
Mit Behinderung in Verbindung gebrachte Attribute sind insgesamt sehr negativ, vorurteilsbeladen u. schwer korrigierbar. Darüber hinaus finden sie ihre Absicherung in den unterschiedlichsten Bereichen, sie werden so gut wie nie, einer bewussten Reflexion unterzogen. K21 nennt sich eine Kampagne von Integration Österreich (I:Ö), die sich zur Aufgabe gemacht hat, die vorgefertigten Bilder durch neue, von betroffenen Personen selbst gewählte, zu ersetzen u. ein anderes Bewusstsein für den Umgang mit Bilder über behinderte Menschen zu schaffen. Medien sind beispielsweise durch die Aktion "Licht ins Dunkel" u. andere, meist sehr einseitig gestalteten Präsentationen von Menschen mit Behinderung, maßgeblich am festgefahrenen "Behindertenbild" beteiligt. (siehe 7.4) "Ich denk das Gesamtbild ist nicht sonderlich gut u. ich denk mir, da bringt "Licht ins Dunkel" ein Bild, das nicht gut tut." (Int.7/68) Der Politik wird ebenfalls in den Interviews vorgeworfen, kein Interesse an der Veränderung des "Behindertenbildes" zu haben. "Da ist wirklich das Bild da, dass man sich anmaßt, zu entscheiden was u. wie viel das Kind mit bekommt. Es ist das Bild, das offiziell bestätigte Bild." (Int.2/198-199)
Der im Theorieteil (6-6.17) durchgeführte internationale Vergleich lässt den Schluss zu, dass sich alle Länder auf den Weg zu mehr Integration gemacht haben od. im Begriff sind ihn zu gehen. Einige haben Integration bereits durch Inklusion, zumindest in öffentlichen Papieren, ersetzt, od. forcieren dies. Aus dem internationalen Vergleich geht trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen u. Strukturen hervor, dass alle Länder ähnliche Probleme bei der Umsetzung, weniger von quantitativer jedoch von qualitativer Integration haben. Dies trifft auch auf Länder, die als integrationsfortschrittlich gelten, wie z.B. die skandinavischen Länder u. Italien zu. Auch sie stoßen an Qualitätsgrenzen u. Hemmnisse, speziell wenn es um die Integration von schwer behinderten od. mehrfach behinderten Kindern geht. Diese Tatsache verweist auf den Umstand, dass Integrationsqualität nicht durch alleiniges, wenn auch rechtlich geregeltes Dabei sein in Regelschulen gewährleistet werden kann. Auch die Abschaffung der Sonderschule allein, ist noch kein Garant für Integrationsqualität.
Feyerer kommt unter Berücksichtigung einiger Studien, die sich mit der Umsetzung von Integration u. deren Qualität befassen zum Schluss, dass ..."An Stelle von förderlichen Rahmenbedingungen findet man heute immer öfter hemmende Rahmenbedingungen." (Feyerer 2004, 164). Dieser Eindruck wird auch von den Ergebnissen dieser Erhebung bestätigt.
(34Red./11Int./Merkm.36) weisen darauf hin, dass inadäquater Unterricht u. nicht stimmige Rahmenbedingungen zulasten der Kinder gehen. Meist werden die Probleme jedoch nicht dem Mangel an geeigneten Rahmenbedingungen angelastet, sondern der Behinderung des Kindes. Schlechte Rahmenbedingungen führen neben anderen Faktoren zu hoher Lehrerfluktuation, die sich wiederum sehr negativ auf die Kinder auswirkt. Nicht zuletzt entscheiden sich auch einige Eltern, aufgrund der unsicheren Rahmenbedingungen in der Integration, für die "sichere ASO."
Die Rahmenbedingungen werden zunehmend mehr von den zuständigen Politikern durch fehlende Ressourcenbereitstellung massiv beschnitten.
"Wenn es jemand vorantreiben kann, dann sind es die Eltern, weil das Amt ist es sicher nicht. Bei denen habe ich sogar das Gefühl, sie würden es gerne wieder zurücknehmen, so als ob es ihnen schon wieder Leid täte, dass sie sich so weit vorgewagt haben."(Int.10/538-539) "Ich kann mir nicht vorstellen ein Leben lang so zu unterrichten, nicht weil es keinen Sinn macht od. anstrengend ist, sondern weil es Kampf ist u. weil sich Bedingungen so hartnäckig nicht ändern." Int.14/356-357) "Die Rahmenbedingungen stimmen schon lang nicht mehr."(Int.12/147)
Feyerer kritisiert in Zusammenhang mit inadäquaten Rahmenbedingungen vielerorts:
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die Nichtberücksichtigung der Notwendigkeit der kleineren Klassengrößen in der Integration
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Missbrauch von Integrationsklassen als Sammelbecken für schwierige Schüler
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Mangelnde Vorbereitung der Lehrer u. teamunterstützende Maßnahmen
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Nach wie vor Differenzierung zw. Haupt- u. Hilfslehrer
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Kaum gemeinsame Planungen der Lehrer
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Mangelnde Unterstützung der Lehrer durch Eltern, Direktoren, Bezirks- u. Landesschulinspektor u. dem Bundesministerium
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Fehlende Unterstützung u. Beratung vor Ort
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Fehlende Integrationsbereitschaft der Gymnasien
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Wenig Angebote für integrative Nachmittagsbetreuung
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Keine Aussicht auf Integration in Berufsschulen
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Ganz allgemein ein stärker werdender gesellschaftspolitischer Neoliberalismus (vgl. Feyerer 2004, 164)
Ein ähnliches Fazit geht aus dem aktuellen Weißbuch Integration von "Integration Österreich" hervor, dessen Anliegen es ist, einen aktuellen theoretischen u. praktischen Stand der Integration in Österreich aufzuzeigen:
"Dennoch war die Ernüchterung groß, als die einlangenden Beiträge und Kommentare zu Best Practice deutlich machten, wie problem-, ja krisenhaft in vielen Bereichen die Situation ist." (Weißbuch Integration 2004, 5ff)
Dieses Zitat basiert auf der Gesamtheit von Kommentaren, die aus den diversen Beiträgen hervorgegangen sind u. folgendermaßen beschrieben werden können:
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Auf den ersten Blick wurde in Österreich viel für Integration getan, ein zweiter Blick liefert jedoch fundierte Hinweise auf fortwährende Aussonderung auf breiter Basis gegen den Willen der Betroffenen. (vgl. Weißbuch Integration 2004, 6f)
Integration ist in Österreich keinesfalls Standard, sondern letztlich mit permanenter intensiver Überzeugungsarbeit, besonderem Engagement u. Kampf, meist durch die Eltern u. wenigen anderen Integrationskämpfern verbunden. (vgl. ebd.) Die Schulbehörde will die Integration nicht u. die zuständigen Bildungspolitiker auch nicht. Int.7/37)
In der gegenwärtigen Erhebung beziehen sich (62Red./10Int./Merkm.1)darauf, das Integration trotz Recht kein Selbstverständnis ist, sondern vom Kampfgeist, Engagement der Eltern, weiters vom Glück u. der Erfüllung von inhärenten Kriterien abhängig ist u. keinerlei Rückschlüsse auf Durchführungsqualität zulässt. (16Red./8Int./Merkm.23) beziehen sich auf den Umstand, dass in der Integration Segregation betrieben u. der Bildungsauftrag oft nicht erfüllt wird. (20Red./8Int./Merkm.24) beziehen Stellung zur Nichterfüllung des Bildungsauftrages in der Integration. Für viele behinderte Kinder wird die Integration oft nur zum Ort der Aufbewahrung. Teilweise entsteht der Eindruck, dass soziale nicht parallel zu kognitiver Integration statt finden kann; entweder das eine od. das andere. Vermutlich steht das Entweder- Oder- Prinzip mit der häufigen Unbildbarkeitsannahme (auch unter den Lehrern) von behinderten, speziell schwer behinderten Kindern, in Beziehung.
Das gesetzlich geregelte Wahlrecht der Eltern, erweist sich in der Praxis häufig als Farce, da es an Rahmenbedingungen geknüpft ist, die funktionierende Integration verunmöglichen; verstärkt trifft dies Kinder mit schwerer Behinderung, für die dementsprechend der Weg in Sondereinrichtungen vorgezeichnet ist. (vgl. Weißbuch Integration 2004, 6f)
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Mit Integration wird vielerorts Etikettenschwindel in großem Stil betrieben, da so vieles unter dem Deckmantel der Integration über die eigentlichen Inhalte u. Intentionen hinweg täuscht. Diese Tatsache gilt als Hinweis, dass Integration in Österreich kein Thema für vertiefte Auseinandersetzung auf breiter, öffentlicher Basis darstellt, sondern immer noch Problem u. Anliegen zwar vieler, doch letztlich einzelner ist. Der Beitrag von Politikerseite bzw. Systemseite geht nicht weit über viel versprechende Lippenbekenntnisse, die ihren Gipfel im Jahr der Behinderung haben, hinaus.
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Finanzielle Ressourcen, die letztlich die Bedingung für Weiterentwicklung sind, werden trotz der vielen Zugeständnisse für integrative Ansätze (einseitig), immer knapper. Einseitig deshalb, da segregierende Einrichtungen im Gegensatz zu integrierenden aus finanziellen Gründen noch nie um ihren Fortbestand bangen mussten. (vgl. Weißbuch Integration 2004, 6f)
In den letzten Jahren haben sich die meisten Integrationserfolge in quantitativer Hinsicht ergeben, (Zahlenmäßig schneidet Österreich im Internationalen Vergleich gut ab) was jedoch noch nichts über die Durchführungsqualität aussagt. Nach einer Studie von Feyerer, welche sich vornehmlich auf Oberösterreich bezieht, wurden 2003 65,5% aller Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf integriert. (vgl. Feyerer 2004, 157)
Die noch zu bewerkstelligende Aufgabe stellt die Durchführungsqualität dar. Sie ist, neben den Rahmenbedingungen, primär abhängig von den involvierten Persönlichkeiten, respektive ihrer Haltung, Selbst- u. Menschenbild u. der Reflexion darüber. (61Red./13Int./Merkm.2) gehen darauf ein, dass schulische Integration nichts Einheitliches ist, sondern einem sehr breiten Interpretationsrahmen unterliegt, wie auch die beschriebenen I.- Modelle (4.1-4.5) in Österreich belegen. (72Red./13Int./Merkm.10) beziehen sich auf die befruchtenden od. hemmenden Auswirkungen hinsichtlich Integration, bedingt durch diverse Persönlichkeitsmerkmale der zuständigen Lehrer u. Direktoren. (34Red./6Int./Merkm.15) gehen auf Verhaltensweisen, Ansichten, Erfahrungen u. Fähigkeiten ein, die Lehrer aus subjektiver Sicht als gute Basis für Integration empfinden.
31Red./13Int./Merkm.9) belegen einen gewissen individuellen Spielraum für Lehrer, unabhängig von den Systemvorgaben; je nach Nutzung wirkt sich dies förderlich od. hemmend auf die Integration aus. Die persönliche Einstellung der Lehrer beeinflusst in hohem Maße die Grenzen der Integration. (52Red./10Int./Merkmal21) beziehen sich auf gegebene Grenzen der Integration. Die Beurteilung bzw. Auffassung von "Grenzfällen" in der Integration, variiert von Lehrer zu Lehrer, d.h. sie ist mehr vom Maßstab der Lehrer abhängig u. weniger von den Behinderungen der Kinder. "Bei A. geht es halbwegs aber ist schon ein Grenzfall, weil von den Schaltungen in seinem Gehirn her schaltet er zuviel aus, er ist brav u. alles aber"(Int.2/23) "Und das klappt wunderbar u. auch da drüben in der Parallelklasse, außer wo ich halt eher Schwierigkeiten hätte mit dem einen Buben, den man immer nachrennen muss. Das ist für mich schon sehr ein Grenzfall, der die Kriterien meiner Meinung nach nicht erfüllt"(Int.2/357-358)
(89Red./10Int.Merkm.20) bezogen sich darauf, dass ihrer Meinung nach Integration per se verhindert wird. Besonders massiv ist dies dann der Fall, wenn es um die Integration von so genannten geistig behinderten Kindern od. kombiniert behinderten Kindern geht.
"Durch die Unterstützung von ExpertInnen und ausgestattet mit einem fundierten sonderpädagogischen Know-how scheint die Integration von Kindern mit anderen Behinderungen, auch die von schwerbehinderten, weniger problematisch zu sein. (Specht 1993, Thomann 1995 zit. in Feyerer 2004, 160)
An anderer Stelle führt Feyerer nach (Lingenauber 2003, Mader 1999, Specht 1993) an, dass die Voraussetzung für das Gelingen des integrativen Unterrichts die Einstellung der Lehrer, ihr Menschenbild u. im Besonderen ihre Sichtweise von Normalität ist. (vgl. Feyerer 2004, 159)
Die Verfasserin geht davon aus, dass fundierte sonderpädagogische Ausbildung, wie sie derzeit angeboten wird, noch wenig Einfluss auf das Menschenbild bzw. auf dem Umgang mit normal u. anormal hat. Da dies immer in Bezug auf das individuelle Selbstbild (vgl.7.1-7.3) zu setzen ist u. dies stark von unbewussten Prozessen geleitet wird. Nach Meinung von Fr. Dr. Niedecken wurden unbewusste Prozesse bzw. innere Integration von allem Anfang an bei Prozessen der Integration nicht mitgedacht u. stellen somit wohl das größte Hemmnis dar. Der absoluten Notwendigkeit von verstärkten selbstreflexiven Komponenten wird in der Integration nach wie vor, weder in den Forderungen noch in den Angeboten Rechnung getragen. (vgl. Niedecken Interview im Anhang) Supervision wird primär dort gefordert, wo es um Teamungereimtheiten geht, jedoch nicht als unabdingbarer Bestandteil der Ausbildung u. Praxis. (vgl. Bews in Feyerer 2004, 160)
Die Präsenz von Hemmnissen in der Integration dürfte nun hinreichend geklärt u. belegt sein, im nächsten Teil gilt es dem "Warum" auf dem Grund zu gehen. Der psychoanalytische Blick soll zu einem besseren Verstehen der Hemmnisse hinsichtlich ihres Ursprungs, ihrer Wirkung u. Funktion beitragen.
Die Ergebnisse sind beispielgebend für die vielen Ebenen, auf denen sich die bereits nach Niedecken beschriebenen Fantasmen, (vgl. 8.3) meist unbemerkt, absichern u. so der Institution "Geistigbehindertsein" (vgl.8.5-8.6)Tür u. Tor öffnen.
Die Ergebnisse wurden mit Fr. Dr. Niedecken in einem Experteninterview unter psychoanalytischen Gesichtspunkten reflektiert. Diese Reflexion soll nun in die Interpretation einfließen.
Dr. Niedecken sieht ebenfalls ein weitgehendes Scheitern der Integration, nicht nur aus materiellen Gründen, sondern auch dadurch, dass Lehrern etwas abverlangt wird, dem sie nicht gewachsen bzw. auf das sie nicht vorbereitet sind. (33Red./10Int./Merkm.34) beziehen sich auf Aussagen über die Freiwilligkeit od. Unfreiwilligkeit von Lehrern in die Integration zu gehen. Der Großteil gibt an nicht freiwillig in der Integration zu sein, sondern vielmehr aus Ermangelung an Jobalternativen. Die vom System nicht gesicherte u. ermöglichte Freiwilligkeit hat unweigerlich Konsequenzen für die Qualität bzw. Bereitschaft, hohen Anforderungen zu entsprechen. Niedecken verweist in diesem Zusammenhang auf das, was am System bereits bei seiner Einführung falsch war.
"Ist diese Art von Integration vielleicht nur aufgesetzt, eine Abwehr von unbewussten Wünschen? Darauf verweist so manches." (Interview Textst.29-31 im Anhang)
Niedecken verortet in der beleidigenden Formulierung: "I-Kind" einen Ausdruck, der möglicherweise der Unbewusstmachung von Tötungsfantasien an dem Projekt der schulischen Integration dient. Weiters stellt sich für sie die Frage, welche Fantasmen mit der Einführung der Integration ausagiert, statt kritisch reflektiert worden sind? Die bereits mehrfach beschriebene mangelnde Qualität in der Integration, führt mitunter zu mehr Aussonderung, als dies unter Umständen in der Sonderschule der Fall ist. Als generelles Problem der Integration sieht sie, dass Integration immer äußerlich betrieben wird. (vgl. Interview im Anhang Texstst. 32-42)
"Allein die Annahme, es sei Integration, wenn ein Kind in der Regelklasse ist, ist naiv- das Gegenteil kann der Fall sein. Unter Umständen passiert mehr Integration bei fünf Kindern in einer Sonderschulklasse, weil dort mehr Platz ist, für das Kind, dafür, mit seinen Fantasien, ausgeschlossen zu sein und nicht dazuzugehören, überhaupt umzugehen. Wenn es demgegenüber in eine Klasse mit 20 anderen Kindern geht, wo ein Lehrer ganz für es zuständig ist, und wo die anderen Kinder ihren Neid abwehren, indem sie (meist nicht offen) sagen, "das ist der Lehrer für die Doofe", erfährt es einen erneuten Ausschluss, statt über sein Gefühl des Ausgeschlossenseins in eine Auseinandersetzung gehen zu können." (Interview im Anhang Textst.66-80)
Das heißt es passieren Traumatisierungen, die das System als solches bereits impliziert. Die naive Annahme, dass Integration bereits durch das gemeinsame Unterrichten angebahnt werden kann, täuscht über die systematischen Schwierigkeiten hinweg, sie erfahren dadurch Ausblendung. Für die gesamte Integrationsbewegung bedeutet dies, dass noch so gut gemeinte Aktionen, die jedoch Grundsätzliches nicht berücksichtigen, über kurz od. lang nur scheitern können. Integration muss zu allererst in den Köpfen der Lehrer geschehen u. dies kann nur durch Bewusstmachung der je eigenen Ausschlusstendenzen eingeleitet werden. Dieser Anspruch findet sich jedoch in keiner Forderung od. Voraussetzung für Integration; auch in der Ausbildung ist Selbstreflexion so gut wie kein Thema. (vgl. ebd.)
"Radikal betrachtet, ist beim Projekt "schulische Integration" etwas ganz anderes passiert, als intendiert war, nämlich, dass man sich nur ein Etikett, eine Art Feigenblatt für unbewusste Tötungsfantasien, verschafft hat, sozusagen ein Schildchen: "Ich bin fortschrittlich!" mit dem dann der alte Wein in neuen Schläuchen verpacktwar."(ebd. Textst. 95-100)
In der Integration wurde verabsäumt zu bedenken, dass Kinder, wenn sie zur Schule kommen, bereits ihre Nichtdazugehörigkeit internalisiert haben u. diese zwangsläufig aufgrund ihrer Sozialisation in Szene setzen müssen, dies oft so massiv, dass Lehrer spätestens nach drei Jahren das Handtuch aus Überforderung werfen. (27Red./9Int./Merkm.16) beziehen sich auf Überforderungen von Lehrern. Aus einer Untersuchung der Universität Hamburg geht hervor, dass im Zeitraum von 4 Jahren 20 von insgesamt 99 Lehrern die Integration verlassen haben. 16 von 33 Teams waren somit vom Ausscheiden eines Kollegen betroffen. 20, 2 % was umgelegt etwa jeder 5 Pädagoge ist, hat die Arbeit, die er vermutlich am Beginn mit Überzeugung u. Engagement verrichtet hat, aufgegeben. (vgl. Wocken et al. 1988, 275ff)
(12Red./4Int./Merkmal17) beziehen sich explizit auf Vorstellungen bzgl. Integrationswunsch u. Verweildauer in der Integration. Sie lassen den Rückschluss zu, dass Lehrer nicht gerne in der Integration tätig werden, viele sich sogar strikt weigern u. sie lieber anderen Kollegen überlassen. Viele werden dazu gezwungen u. suchen oft schon nach einem Jahr um Versetzung an. Das heißt jedoch nicht, dass dies unfähige, schlechte Lehrer sind, sondern, dass ihnen etwas abverlangt wird, auf das sie nicht vorbereitet sind. Lehrer sind vordergründig nicht auf die zwangsläufige Wiederholung einer Zerstörung vorbereitet, die ihren Ursprung bereits in der primären Sozialisation der Kinder hat. Das heißt, um erfolgreich integrieren zu können, müssen Lehrer solche Phänomene zuerst erkennen u. verstehen können. Sonst findet ein Ausschlussmechanismus, der sich beim Kind bereits durch die Sozialisation eingeschliffen u. verfestigt hat, seine Wiederholung.
"Integration heißt, den Ausschlussmechanismus zu bemerken u. erstmals zu ertragen, dass er da ist u. nicht so zu tun, als ob er jetzt automatisch abgeschafft ist, nur weil man "schulische Integration" betreibt. (Interview im Anhang Textst.115-118)
Ausschlussmechanismen sind in unserer Gesellschaft so sehr verwurzelt. Ihnen ist auch mit Etikettenwechsel nicht beizukommen, wenn man sie nicht in ihrer Grundsätzlichkeit benennt u. anerkennt u. dies die Basis für jedes weitere Handeln darstellt. Vermutlich gilt das auch für den angestrebten u. bereits eingeleiteten Etikettenwechsel von der Integration hin zur Inklusion. Es muss als Etikettenwechsel angesehen werden, da sich an der Grundsätzlichkeit auch durch Inklusion nichts ändert.
"Das Auftreten von Unvermögen, Behinderung und behindernder Prozesse ist so schmerzhaft, dass jede Kultur und jedes historische Zeitalter versucht hat, dem Problem durch einen häufigen Wechsel der Bezeichnungen auszuweichen." (Sinason 2000, 11)
Niedecken bezieht auch dazu in ihrem Gemeinschaftsbuch: "Psychoanalytische Reflexion in der pädagogischen Praxis" Stellung. In Zusammenhang mit den Spaltungsmechanismen, die in der Psychoanalyse als Abwehr gegen archaische Impulse u. Ängste gesehen werden, schreibt sie:
"Ein typischer Ausdruck einer solchen Spaltung kann die Einführung neuer Sprachregelungen sein." (Niedecken 2003, 21)
Vermutlich werden auch bei Inklusion die nötigen basisbildenden Änderungen der Ausbildung hin zu mehr selbstreflexiven Inhalten u. Supervision, nicht mitgedacht u. wirksam umgesetzt.
"Für die Art, wie wir unsere Subjektivität konstituieren, sind wir darauf angewiesen, dass wir Projektionsfiguren haben, diejenigen eben, die an dem Projekt "Subjektautonomie" scheitern. Für das Gegenbild der Autonomie, die Abhängigkeit, sind geistig Behinderte als Projektionsfiguren sehr geeignet u. sie lernen schon von Geburt an, sich darauf einzurichten." (Interview im Anhang Textst.152-157)
Diese Mechanismen wirken unterschiedlich je nach Person, die ihnen ausgesetzt ist. Die Basis für solche Mechanismen sind unsere internalisierten Auffassungen von Autonomie u. Selbstständigkeit, dabei ist es nahe liegend, dass Abhängigkeit, Hilfsbedürftigkeit etc. Angst machen. Geistig behinderte Menschen dienen als Projektionsfläche für diese unsere Angst. So kommt es, dass allein ihre Gegenwart unsere Angst auslöst. Die Projektionsfläche variiert nach Niedecken möglicherweise mit dem äußeren Erscheinungsbild, denn wenn jemanden offen behindert aussieht, sind die Differenzen offensichtlich u. es können die Ängste offen projiziert werden. Wenn jemand aber "nicht behindert" aussieht u. dies erst nach u. nach erkennbar wird, werden meist Wut u. Hass geschürt, da es abzuwehren gilt, dass man die Person als seinesgleichen angesehen u. dadurch die nötige Distanz verkürzt hat. (vgl. ebd. Textst.179-192) "Nein, ich denke mir, dass witzigerweise eben so Behinderungen, die man nicht sieht äußerlich, dass praktisch am Anfang leichter ist, mit solchen Behinderungen umzugehen u. später dann schwerer, finde ich. Für mich ist das jetzt schwerer mit einem Kind zu arbeiten, das so unsichtbar behindert ist, sozusagen."(Int.10/242-243) Der Gedanke, dass die Verweigerung vom Kind absichtlich gemacht wird liegt nahe, die Phantasie, der Schüler bringt mich absichtlich zum Scheitern, macht ohnmächtig wütend. (vgl. Interview im Anhang Textst.200-203)
"Von Seiten der Kinder spielt oft der Gedanke mit: "Ich flieg ja sowieso raus, du findest mich ja sowieso doof u. ich werde es dir beweisen, du wirst es noch rausfinden, du kannst dich anstrengen wie du willst." So versuchen sie, ihr eigenes Gefühl, blöde zu sein, in den Lehrer zu verlagern, sodass der am Ende mit seinem Latein ist u. sich als absoluter Versager fühlt u. dann das Kind nur noch hassen kann, das ihn so "vorführt." (ebd.Textst.204-212)
Lehrer müssen auf diese Mechanismen vorbereitet werden. Die Basis für das Handeln der Lehrer sind die vermittelten Ausbildungsinhalte, diese müssten vielmehr den unbewussten Prozessen u. Mechanismen Rechnung tragen. (61Red./13Int./Merkm.18) beziehen Stellung zur Ausbildung. Die Auffassung, dass die Pädagogische Akademie keine gute Basis für die Praxis darstellt, ist sehr einheitlich, wobei zu sagen ist, dass die Interviewpartner nur sehr marginal zu selbstreflexiven Inhalten Stellung bezogen haben.
Viele Lehrer verorten ihre Hauptprobleme hinsichtlich Team- teaching. Es wird von allen Lehrern als wichtigste Voraussetzung für funktionierende Zusammenarbeit in der Integration genannt. (86Red./11Int./Merkm.12) beziehen sich auf die absolute Notwendigkeit von guter Zusammenarbeit. 73 Red. davon, beklagen jedoch große Probleme u. aus div. Gründen kaum funktionierende Zusammenarbeit. (37Red./5Int./Merkm.13) beziehen sich auf die unterschiedliche Wertigkeit der Integrationslehrer im Kollegium u. bei den Regelschülern. Integrationslehrer fühlen sich als Lehrer zweiter Klasse. "Da sind wir schon ein bisschen die> bunten Hunde< an der Schule" (Int.10/393) "Das Ganze noch einmal kann ich mir nicht vorstellen, weil du wirst wie ein Trottel dargestellt, der halt die >Lappelen< unterrichtet u. selber nicht so viel im Hirn hat."(Int.14/359)
Das Gefühl von minderwertiger Tätigkeit kommt erstmals von innen u. wird durch Haltungen außen bestätigt, also doppelte Wirkung des Fantasmas.
Niedecken ist der Meinung, dass dies nicht so sein müsste, wenn Lehrer ihre Arbeit als hochqualifizierte seelische Arbeit begreifen würden u. sich selber entsprechende Wertschätzung entgegen bringen könnten, anstatt die entwertende Auffassung "Lehrer für die Blöden etc." in sich zu haben. (vgl. Interview im Anhang Textst.368-373) Weiters ist sie der Auffassung, dass die Ausbildung dringend den Raum u. die Zeit für Selbstreflexion, wo genau diese Themen Platz finden könnten, zur Verfügung stellen müsste. Selbstreflexion wäre der erste Schritt in Richtung Qualitätssicherung. Ernüchternd stellt sie jedoch fest, dass wir von diesem Anspruch Lichtjahre, wirklich Lichtjahre entfernt sind, was auch damit zu tun hat, dass die Psychoanalyse selbst nicht gerade sehr gefragt ist u. eher eine Außenseiterposition innehat. (vgl. ebd. Textst.392-397)
Feyerer hat an anderer Stelle das Menschenbild als wesentlichste I.- Prämisse genannt. (25Red./10Int./Merkm.29) gehen auf explizite u. implizite Aussagen bezüglich Menschenbilder ein. Dr. Niedecken geht davon aus, dass sich Bilder insgesamt u. das Menschenbild von dem ableiten, was jeder einzelne glaubt sein u. darstellen zu müssen. Für all dies, was wir an uns selbst ausschließen müssen, dafür muss es dann Projektionsflächen geben. Wie bereits erwähnt sind Behinderte als Projektionsfigur prädestiniert. Dem Fantasma zugrunde liegende Vorstellungen von Autarkie, Freiheit, Unabhängigkeit etc. zwingen uns all das, was uns auf unsere verdrängten Abhängigkeiten, Hilflosigkeiten, Unzulänglichkeiten aufmerksam macht, einfach nicht wahrzunehmen. Auch Wahrnehmungen, die uns an unsere Triebhaftigkeit u. Sehnsüchte erinnern, werden abgewehrt. Behinderte Menschen sind oft Projektionsfiguren für genau diese Sehnsüchte, mit ihnen wird häufig Triebhaftigkeit, Enthemmtheit bis hin zu potentieller Triebtätigkeit, assoziiert. (vgl. ebd. Textst.240-284)
"Unsere Körperlichkeit wird eingekerkert u. aufs Funktionale reduziert, wir projizieren unsere Sehnsucht, selbst enthemmt unsere Triebhaftigkeit leben zu können, in geistig behinderte Menschen. Sehnsüchte, die wir bei uns bekämpfen, projizieren u. auslagern, können wir dann dort noch einmal bekämpfen. So lange dieses nicht in irgendeiner Weise aufgearbeitet werden kann, solange kann sich auch an der Projektionsfläche nichts ändern, u. alles, was sich "Integration" nennt, ist zum Scheitern verurteilt.
So hat die Intgrationspädagogik, wie sie vielfach stattgefunden hat, eigentlich das alte Fantasma nur auf eine neue Weise umgesetzt." (ebd. Textst.277-287)
Bildlich gesprochen ist die Integrationsbewegung auf einen fahrenden Zug aufgesprungen, der leider in die falsche Richtung fuhr u. fährt.
Die zuwenig in Bedacht genommenen Aspekte der "inneren Integration", die durch den psychoanalytischen Blick deutlich wurden, sollen nicht als Schuldzuweisungen, sondern als produktive Impulse u. Ergänzungen zu den innovativen Konzepten, die bereits entwickelt wurden, gesehen werden. Vermutlich ist die Synthese zwischen innerer u. äußerer Integration der Schlüssel zu nachhaltiger Integrationsqualität u. Zufriedenheit. Natürlich soll dies nicht nur ein Impuls für jene sein, die sich wissenschaftlich mit den Konzepten beschäftigen, sondern vielmehr für jeden einzelnen. Wirkliche innere Integration ist weniger abhängig von guten Konzepten, sondern von der Bereitschaft, der Verantwortung u. letztlich dem Mut jedes einzelnen, sich seinen verdrängten, abgespaltenen Seiten bewusst stellen zu wollen u. die mit diesem Prozess einhergehenden schmerzlichen Erfahrungen zu durchleben. Integration, wenn sie erfolgreich u. nachhaltig sein soll, kann nicht das Anliegen einiger Einzelkämpfer sein, sondern muss durch die Verantwortung aller, ein gesamtgesellschaftliches werden.
"Es lässt sich eine Geschichte ablesen, die es gilt, von einem psychoanalytischen Blickwinkel her zu verstehen. Sonst werden wir uns selbst weiterhin behindern." (Sinason 2000, 11)
An dieser Stelle sollen die Ausführungen mit dem Verweis beendet werden, dass das Interview von Fr. Dr. Niedecken nur auszugsweise in die Arbeit eingeflossen ist u. sich das vollständige Interview im Anhang befindet.
Der Verfasserin ist es an dieser Stelle noch wichtig, offene Fragen u. Zugänge zu benennen, die diese Arbeit nicht berücksichtigen konnte. Wegen nicht vorhandener Kompetenzen u. Ressourcen ist der tiefenhermeneutische Zu- u. Umgang mit den Interviews offen geblieben. Nach Ansicht der Verfasserin würde diese Zugangsweise die Beteiligung der unbewussten, integrationshemmenden Prozesse noch um einiges deutlicher machen können.
Weiters wäre es spannend, den durch die Interviews aufgetauchten Aspekt des unterschiedlichen Umgangs mit Eltern in der Beratung u. in weiterer Folge im Integrationsprozess, der je nach Herkunft, sozialem Status u. Bildungsstand variiert, genauer zu erforschen. Die Frage wäre inwieweit wirklich Unterschiede gemacht werden u. was mögliche Gründe dafür sein könnten.
Ein wichtiger Bereich wäre ebenfalls die vertiefte Auseinandersetzung mit der Internalisierung von Bildern. Welche u. wie internalisieren behinderte Menschen Bilder über sich u. die anderen u. umgekehrt. Was sind die wesentlichen Faktoren, die zur Internalisierung bestimmter Bilder führen?
Nicht hinreichend erhoben werden konnten in dieser Arbeit die subjektiven Ausbildungsvorstellungen der Lehrer u. der Stellenwert, den sie selbstreflexiven Inhalten u. Supervision beimessen.
Den Schluss bilden die zukunftsvollen Worte von Erich Fried:
"Die Zukunft liegt nicht darin,
dass man an sie glaubt
oder nicht an sie glaubt,
sondern darin,
dass man sie vorbereitet."
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Inhaltsverzeichnis
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I: Integration
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I.-K: Integrationskinder
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I.-L: Integrationslehrer
-
L: Lehrer
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K: Kind/Kinder
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Kiga: Kindergarten
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VS: Volksschule
-
HS: Hauptschule
-
ASO: Allgemeine Sonderschule
-
ASO-S: Schwerstbehinderten Klasse der allgemeinen Sonderschule
-
LG: Leistungsgruppen
-
I:T: Integration Tirol
-
I:Ö: Integration Österreich
-
Päd.: Pädagogik
-
Kog.: Kognitiv
-
Soz.: Sozial
-
PÄDAK: Pädagogische Akademie
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UNI: Universität
-
Dir. : Direktor, Direktorin
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Insp.: Inspektor, Inspektorin
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SPF: Sonderpädagogischer Förderbedarf
-
SPZ: Sonderpädagogisches Zentrum
-
I: Interviewer
-
IP: Interviewpartner
Weibliche Formen wurden wegen der besseren Lesbarkeit nur dort angeführt, wo ausschließlich weibliche Personen gemeint waren. Ansonsten sind (z. B. mit Lehrer od. Eltern etc.) beide Geschlechter gemeint.
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I: Ist es Ihrer Meinung nach zulässig
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anhand dieser erhobenen Daten
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Rückschlüsse auf unbewusste Anteile zu ziehen
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bzw. sie mit Fantasmen u. der von Ihnen beschriebenen
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Institution "Geistigbehindertsein" in Verbindung zu bringen?
-
IP: Es kommt natürlich darauf an,
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was Sie mit zulässig meinen,
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natürlich ist das Unbewusste an all solchen Vorgängen beteiligt,
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aber von derart Allgemeinem auf das spezifisch Unbewusste zu schließen
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ist problematisch.
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Ich denke man müsste, was die Integration betrifft,
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noch sehr viel weiter hinterfragen.
-
Was ist das für ein System,
-
das als Integrationsschule gilt
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u. das weitgehend zum Scheitern gebracht wird
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durch materielle Bedingungen;
-
aber eben auch dadurch,
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dass es die Lehrer Anforderungen aussetzt,
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denen sie nicht gewachsen sind? (..)
-
Woran liegt es, dass die Lehrer mit dem,
-
was gefordert ist, nicht fertig werden?
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In Deutschland sieht es so aus,
-
dass das Projekt der schulischen Integration
-
weitgehend gescheitert ist,
-
Sonderschulen sind wieder im Vormarsch.
-
Daran sind nicht nur materielle Dinge schuld.
-
Man muss sich fragen, was war an dem System schon falsch,
-
als es eingeführt wurde?
-
Ist diese Art von Integration vielleicht nur aufgesetzt,
-
eine Abwehr von unbewussten Wünschen?
-
Darauf verweist so manches:
-
Ich weiß nicht ob man hier auch von I.- Kindern spricht,
-
bei uns spricht man von I.- Kindern, da, finde ich, deutet sich etwas an.
-
Ich würde ein Kind, mein Kind nicht I.- Kind nennen wollen,
-
denn ich empfinde das als eine beleidigende Formulierung,
-
mit der etwas von dem zum Ausdruck kommt,
-
was möglicherweise an dem Projekt der schulischen Integration
-
der Unbewusstmachung von Tötungsphantasien dient.
-
Meine Frage wäre:
-
welche unbewussten Fantasmen
-
sind mit der Einführung der integrativen Klassen
-
ausagiert, statt kritisch hinterfragt worden?
-
I: Aber sind nach Ihrer Meinung bereits Fantasmen wirksam,
-
die gar nicht in eine andere Richtung (...)
-
es erscheint so als Halbherzigkeit,
-
denn einerseits tut man nach außen so,
-
als ob man total offen wäre u. es verändern möchte,
-
also gleiche Rechte für alle u. nach innen wird jedoch alles verhindert
-
u. es stellt sich manchmal wirklich die Frage,
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wo passiert mehr Aussonderung,
-
weil man muss ehrlich gestehen,
-
manchmal passiert in der Integration mehr Aussonderung
-
als in der Sonderschule.
-
IP: In der Tat, ja.
-
I: Aber das heißt es sind auch Ihrer Meinung sehr wirksame Fantasmen,
-
(IP: mhm.)
-
denn ich denke es gibt genügend Beispiele u. Konzepte,
-
(IP: mhm)
-
die belegen u. zeigen wie es gehen könnte.
-
Also das Werkzeug hätte man u. das könnte man auch beibringen,
-
wenn man will.
-
IP: Ja u. Nein, das Werkzeug hätte man, das ist aber natürlich
-
auf einer ganz anderen Ebene zu suchen als es gesucht wird.
-
Ich denke, das Problem an der Integration war u. ist,
-
dass sie immer äußerlich betrieben wird.
-
Allein die Annahme, es sei Integration,
-
wenn ein Kind in einer Regelklasse ist,
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ist naiv - das Gegenteil kann der Fall sein.
-
Unter Umständen passiert mehr Integration
-
bei fünf Kindern in einer Sonderschulklasse,
-
weil dort mehr Platz ist für das Kind, dafür,
-
mit seinen Fantasien, ausgeschlossen zu sein
-
und nicht dazuzugehören, überhaupt umzugehen.
-
Wenn es demgegenüber in eine Klasse mit 20 anderen Kindern geht,
-
wo ein Lehrer ganz für es zuständig ist,
-
und wo die anderen Kinder ihren Neid abwehren,
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indem sie (meist nicht offen) sagen, "das ist der Lehrer für die Doofe",
-
erfährt es einen erneuten Ausschluss,
-
statt über sein Gefühl des Ausgeschlossenseins
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in eine Auseinandersetzung gehen zu können.
-
So passieren Traumatisierungen, die eben in dem System schon angelegt sind.
-
In der naiven Vorstellung,
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man könne durch einfaches zusammen Unterrichten
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schon Integration betreiben, werden solche systematischen Schwierigkeiten
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einfach ausgeblendet.
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Es gab da so etwas wie eine große Aufbruchstimmung,
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in der Meinung, jetzt machen wir es richtig,
-
jetzt haben wir das politisch Korrekte gefunden.
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Wahrnehmungen davon, dass das politisch Korrekte das Falsche war
-
oder das Falsche sein konnte, wurden unterdrückt.
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Hinzukommt, dass Integration zuallererst in den Lehrern stattfinden müsste,
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und zwar als Bewusstmachung von deren eigenen Ausschluss-Tendenzen.
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Es reicht da nicht, einfach irgendein Zusatzmodul
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innerhalb einer normalen Lehrerausbildung zu belegen.
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Radikal betrachtet, ist bei dem Projekt "schulische Integration"
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etwas ganz anderes passiert, als intendiert war,
-
nämlich, dass man sich nur ein Etikett,
-
eine Art Feigenblatt für unbewusste Tötungsphantasien,
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verschafft hat, sozusagen ein Schildchen: "Ich bin fortschrittlich!",
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mit dem dann der alte Wein in neuen Schläuchen verpackt war.
-
Zum Beispiel wurde nicht mitbedacht,
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dass die Kinder, die zur Schule kommen, bereits internalisiert haben,
-
dass sie nicht dazugehören u. dass sie das in Szene setzen,
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und zwar oft so massiv,
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dass die Lehrer völlig überfordert sind u. nach drei Jahren spätestens aufgeben
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u. sagen: "Das mach ich nicht weiter, das bringt ja nichts",
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und dies, weil das Kind nicht umhin kann,
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ihnen seine "Nichtintegrierbarkeit" zu beweisen,
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aufgrund seiner bestimmten Sozialisation.
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D.h. da ist schon in der primären Sozialisation etwas zerstört worden
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u. die Lehrer müssten ausgebildet sein dafür,
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solche Phänomene verstehen zu können;
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erkennen zu können, dass hier ein Ausschlussmechanismus
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nicht neu gemacht, sondern wiederholt wird, der schon im Kind installiert ist.
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Integration heißt, den Ausschlussmechanismus zu bemerken
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u. erstmals zu ertragen, dass er da ist
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u. nicht so zu tun, als ob er jetzt automatisch abgeschafft ist,
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nur weil man "schulische Integration" betreibt.
-
I: Aber an was machen Sie das fest,
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warum hat man das von vornherein nicht mitberücksichtigt,
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es gibt ihr Buch u. wenige andere, die genau darauf hinweisen,
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viele PÄDAK- Direktoren u. andere Zuständige werden ihr Buch kennen,
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denn es ist ja nicht vollkommen neu,
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warum werden diese Ansätze trotzdem nicht mitberücksichtigt?
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IP: Zum einen ist es natürlich eine historische Sache,
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dass mein Buch etwas später kam,
-
oder mit hinein kam in die Integrationsbewegung,
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ich weiß die zeitlichen Verhältnisse nicht ganz genau
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aber jedenfalls war es am Anfang nicht bekannt
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u. ich habe mich da nicht gerade angeschlossen an diese Bewegung,
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weil ich von Vornherein skeptisch war angesichts des integrativen Aktionismus.
-
Ich hatte mein Augenmerk auf etwas ganz Anderem:
-
mir ging es darum zu verstehen, was die seelische Konstruktion
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einer geistigen Behinderung sei.
-
Ich fasse es als ein seelisches Konstrukt auf,
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wenn man nicht denken od. nur sehr eingeschränkt denken kann
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od. wenn die Sprache auf eine falsche Weise zur Verfügung steht,
-
wenn überhaupt.
-
Das ist natürlich ein ganz anderer Blickwinkel,
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als wenn ich auf die politische Ebene gehe
-
und dort einem Aktionismus verfalle,
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in dem die längst internalisierten Ausschlussmechanismen
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nicht reflektiert werden.
-
Beides, die politische und die psychoanalytische Reflexion,
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müssten sich ergänzen - aber bisher ist diese Ergänzung eher Wunschdenken.
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Weil die Ausschlussmechanismen in unserer Gesellschaft
-
so tief verankert sind,
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kann man sie nicht einfach übergehen
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indem man die Etiketten ändert,
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sondern muss sie anerkennen und benennen in ihrer Grundsätzlichkeit,
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und erst auf der Grundlage eines solchen Verständnisses handeln.
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Für die Art, wie wir unsere Subjektivität konstituieren,
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sind wir darauf angewiesen, dass wir Projektionsfiguren haben,
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diejenigen eben, die an dem Projekt "Subjektautonomie" scheitern.
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Für das Gegenbild der Autonomie, die Abhängigkeit, sind geistig Behinderte
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als Projektionsfiguren sehr geeignet,
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sie lernen oft schon von Geburt an, sich darauf einzurichten.
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I: An dieser Stelle muss ich nachfragen,
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sind Sie der Meinung, dass das vornehmlich geistig Behinderte betrifft,
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wobei man sagen muss, dass geistige Behinderung
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ohnedies ein Gesellschaftskonstrukt ist
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aber was ist mit denen,
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die als die so genannten Grenzfälle bezeichnet werden?
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Macht das einen Unterschied
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od. handelt es sich um die gleichen Mechanismen bzw. Projektionsflächen?
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IP: Die Mechanismen wirken natürlich unterschiedlich
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je nach der Person, die ihnen ausgesetzt ist.
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Aber die Grundlage ist erstmal, dass wir Vorstellungen wie Autonomie,
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von in sich abgeschlossen sein etc., internalisiert haben
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u. daher das Erlebnis, auf Hilfe angewiesen
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u. eben nicht autonom zu sein, Angst macht.
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Geistig Behinderte dienen als Projektionsfläche für diese Angst,
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und so lösen sie selbst durch ihr pures Dasein Angst aus.
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I: Welche Verbindungen gibt es Ihrer Ansicht nach zum Bild,
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also zum äußeren Erscheinungsbild,
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spielt das eine Rolle, ob ein Mensch sehr schwer behindert ausschaut
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od. eben verdeckt behindert ist?
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IP: Entschieden.
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Wenn jemand ganz offen behindert aussieht,
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dann kann ich offen meine Ängste in ihn projizieren,
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dann ist es aber u. U. nicht so verunsichernd,
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weil ich dann klar "weiß", ich bin anders,
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während wenn jemand so auf der Kippe agiert
-
u. ich erstmal denke, das ist jemand meinesgleichen u. erst nach und nach
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etwas bemerke, dann wird der Affekt eher Wut oder Hass sein,
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weniger Angst.
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Der eine, der ganz klar behindert ist,
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für den empfinde ich Mitleid, aber jemand, der mir zu nahe kommt
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u. eben dann trotzdem scheitert,
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der greift mich auf untergründige Weise an,
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und ich muss mich mit Wut oder Hass dagegen verwahren,
-
mich ihm ähnlich zu fühlen.
-
I: Das haben Lehrer auch genauso beschrieben,
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dass es am Anfang zwar hilfreich ist,
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wenn die Behinderung nicht so sichtbar ist,
-
da es dann weniger Angst bzw. weniger hilflos macht,
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in weiterer Folge erweist es sich jedoch als großes Problem,
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wenn jemand doch nicht so funktioniert
-
wie erwartet, u. das ohne offensichtlichen Grund.
-
IP: Der Gedanke, es sei eine absichtliche Verweigerung,
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liegt nahe, die Fantasie, der Schüler, die Schülerin bringe mich absichtlich
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zum Scheitern od. lasse mich auflaufen.
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Das macht ohnmächtig wütend.
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Von Seiten der Kinder spielt oft der Gedanke mit:"
-
Ich flieg ja sowieso raus, du findest mich ja sowieso doof
-
u. ich werde es dir beweisen,
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du wirst es noch raus finden,
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du kannst dich anstrengen wie du willst".
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So versuchen sie, ihr eigenes Gefühl, blöde zu sein,
-
in den Lehrer verlagern,
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sodass der am Ende mit seinem Latein ist u. sich als absoluter Versager fühlt
-
u. dann das Kind nur noch hassen kann, das ihn so "vorführt".
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Es muss ganz grundsätzlich über das Unterrichten nachgedacht werden,
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über das was Lernen ist und sein könnte.
-
Auch in der Regelschule wird mit Lernen unangemessen umgegangen,
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auch da passieren Ausschlüsse, auch da fallen Kinder durch,
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die eben mit der Art Lernen nicht umgehen können,
-
wie sie die Schule aufzwingt - einem entfremdeten,
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nicht an individuellen Sinngebungen orientiertem Lernen.
-
Wenn man anfängt, schulisch zu integrieren,
-
muss man zu allererst darüber nachdenken,
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was ist Lernen u. auf welcher Grundlage findet es statt?
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Was hat es mit Integrieren und Ausschließen ganz allgemein zu tun?
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Und das ist meines Wissens in der Integrationspädagogik nicht passiert,
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darüber hat man nie nachgedacht, man hat offenbar geglaubt,
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dass die Regelschule vielleicht nicht ideal ist, aber dadurch,
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dass sie zur Integrationsschule deklariert wird, sozusagen ideal wird.
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Wenn die Regelschule ist an sich
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schon eine problematische Einrichtung ist,
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wird sie nicht besser dadurch,
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dass man jetzt ein oder zwei "I-Kinder" mit hinein nimmt.
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I: Also bildlich gesprochen ist man auf einen fahrenden Zug aufgesprungen,
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IP: der schon in die falsche Richtung fuhr,
-
I: also muss man davon ausgehen,
-
dass die gesamte Integrationsbewegung dies mit verursacht hat,
-
dass es eben in diese Richtung gegangen ist u. noch geht.
-
Welche Rolle spielt dabei das Menschenbild,
-
also das Bild, die Bilder, die wir internalisiert haben,
-
in Bezug auf behinderte Menschen?
-
IP: Ich meine, die entscheidende Rolle spielt,
-
was wir selbst glauben sein und darstellen zu müssen.
-
All das, was wir von uns selbst ausschließen,
-
dafür müssen wir uns dann Behinderte zur Projektionsfläche einrichten.
-
Das Bild, das wir uns von uns selbst machen,
-
von einem autonomen, möglichst autarken Dasein,
-
ist in "Robinson Crusoe" dargestellt,
-
das ja nicht umsonst ein so bekanntes Buch ist.
-
Dieses Buch beschreibt eine Figur,
-
ein Subjekt, das sich die gesamte Natur unterwirft,
-
u. sich ganz autonom eine kleine Welt aufbaut.
-
Es zeigt exemplarisch, welches Fantasma von Autonomie
-
wir unserem Dasein zugrundelegen.
-
Dieses Fantasma von Autonomie, Autarkie, zwingt uns,
-
bestimmte Wahrnehmungen bzw. Selbstwahrnehmungen auszuschließen,
-
die uns zeigen würden, wie wenig autonom oder autark wir sind.
-
Selbstwahrnehmungen von dem, wo wir behindert sind,
-
wo wir eben nicht autark sind, wo wir andere brauchen
-
u. in unserer Umwelt Geborgenheit suchen.
-
Und da unsere Umwelt diese Geborgenheit nicht so sehr selbstverständlich
-
bereitstellt, sind die Bedürfnisse, die bei wirklich integrativen Prozessen
-
nicht mehr projiziert werden könnten
-
und also zu Bewusstsein kommen müssten,
-
geeignet, Angst auszulösen.
-
I: Wenn ich Sie richtig verstanden habe,
-
geht es primär um uns selber, eben das, was wir meinen sein zu müssen,
-
auf dieser Basis projizieren od. konstruieren wir ein Menschenbild,
-
das wir dann anderen überstülpen.
-
Sind das dann bereits die verpackten Fantasmen,
-
wenn ich sage Geistig behinderte sind hilflos,
-
bemitleidenswert, triebhaft etc.?
-
IP: Ja, es kommt noch als ganz zentraler Aspekt hinzu
-
unser Umgang mit unserer Triebhaftigkeit hinzu.
-
Fantasmen, wie "die sind total enthemmt,
-
ihrer Körperlichkeit ausgeliefert"
-
potentielle "Triebtäter", dienen uns dazu,
-
unsere eigene Triebhaftigkeit im erlaubten Rahmen zu halten.
-
Unsere Körperlichkeit wird eingekerkert
-
und aufs Funktionale reduziert u. wir projizieren unsere Sehnsucht,
-
selbst enthemmt unsere Triebhaftigkeit leben zu können,
-
in geistig behinderte Menschen.
-
Sehnsüchte, die wir bei uns bekämpfen u. projizieren u. auslagern,
-
können wir dann dort noch einmal bekämpfen.
-
Solange dieses nicht in irgendeiner Weise aufgearbeitet werden kann,
-
solange kann sich auch an der Projektionsfläche nichts ändern,
-
und alles, was sich "Integration" nennt, ist zum Scheitern verurteilt.
-
So hat die Integrationspädagogik, wie sie vielfach stattgefunden hat,
-
eigentlich das alte Fantasma nur auf eine neue Weise umgesetzt.
-
I: Kann das damit übersetzt werden,
-
dass nur neue Tapeten in einem baufälligen Haus angebracht wurden?
-
Welche Auswegchancen sehen sie da,
-
wo müsste man da Ihrer Meinung wirklich ansetzen?
-
Ist es die Ausbildung od. ist es etwas noch viel Prinzipielleres?
-
IP: Ja, natürlich müsste man in der Ausbildung ansetzen,
-
die müsste grundsätzlich anders sein.
-
Und noch grundlegender: zuallererst müsste die Wertschätzung
-
für die Arbeit mit geistig behinderten Menschen geändert werden.
-
Schlechte Ausbildung und schlechte Bezahlung
-
sind da noch an der Tagesordnung, und es wird gar nicht erkannt,
-
was die eigentliche Arbeit ist.
-
Es wird gar nicht wahrgenommen,
-
dass diese Arbeit eine ungeheure Beanspruchung der eigenen Psyche ist
-
ähnlich, aber noch viel weitgehender, wie im Beruf der Psychoanalytikerin.
-
Daran müsste man gesamtgesellschaftlich und innerhalb der Ausbildung
-
arbeiten.
-
Es müsste deutlich werden, dass in jeder Arbeit mit Menschen,
-
aber noch viel spezieller in der Arbeit mit Menschen,
-
die auf die beschriebene Weise uns als Projektionsfläche dienen,
-
der Umgang mit der eigenen Affektivität die zentrale Schwierigkeit darstellt.
-
Wer diese Arbeit macht, stellt sich mit Haut u. Haar zur Verfügung.
-
Das gilt es nicht zu verleugnen,
-
sondern wahrzunehmen und wertzuschätzen.
-
Wer diese Arbeit macht, kann sich besser schützen,
-
wenn er oder sie sich dies bewusst macht; kann sich dann bewusst fragen,
-
"was kann ich aushalten u. was kann ich eben auch nicht aushalten",
-
ohne stattdessen die gewohnten Abwehren hochfahren zu müssen.
-
Ich habe Visionen davon, wie eine solche Ausbildung vor sich gehen sollte,
-
aber das sind Visionen,
-
die in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation
-
nicht den Hauch einer Chance haben:
-
Ich denke, alle, die mit Menschen arbeiten,
-
und ganz besonders diejenigen,
-
die mit geistig behinderten Menschen arbeiten,
-
müssten von vornherein psychoanalytische Supervision haben.
-
Sie müssten in ihrer täglichen Praxis psychoanalytisch supervidiert werden,
-
damit sie merken, was mit ihren Gefühlen passiert
-
u. dass nicht spurlos an ihnen vorüber geht,
-
was sie täglich erleben,
-
und zwar schon in den ausbildungsbegleitenden Praktika.
-
Es muss klar sein,
-
dass die Selbstreflexion des eigenen Tuns
-
und ein Hinterfragen von selbstverständlich erscheinenden Aktionen
-
integraler Bestandteil einer verantwortlichen,
-
integrativen Arbeit ist - sei es in integrativen Klassen,
-
sei es in der Sonderschule.
-
Nehmen wir zum Beispiel die Betreuungsarbeit:
-
Viele wissen nicht, was sie getan haben,
-
wenn sie am Abend Schweiß gebadet nach Hause kommen
-
u. den ganzen Tag nichts anderes als "Mensch ärgere dich nicht"
-
gespielt haben od. ähnliches- wenn dann von außen gesagt wird:
-
"Ihr spielt ja den ganzen Tag nur Mensch ärgere dich nicht",
-
dann wissen sie sich nicht zu verteidigen,
-
weil ihnen nicht klar ist, das die seelische Arbeit,
-
die eben auch und gerade bei solchen banalen Aktivitäten
-
aufgebracht werden muss, das ist,
-
was eigentlich zählen müsste.
-
Dafür müsste eine Ausbildung ein Bewusstsein schaffen.
-
Darüber hinaus müsste die Ausbildung psychoanalytische Zugänge lehren:
-
Ein psychoanalytisch reflektiertes Verständnis
-
von Subjektkonstituierung allgemein,
-
und im Falle von geistiger Behinderung etc.
-
Dem allen sind die Zeichen der Zeit nicht gerade gewogen.
-
In der Regel wird heute ein sich Zurücksetzen
-
und rezeptives Dinge auf sich wirken lassen
-
als Untätigkeit angesehen, dabei wäre genau dieses das wichtigste Moment
-
an der integrativen Arbeit, wie sie mir vorschwebt.
-
Nun kenne ich mich aufgrund meiner beruflichen Erfahrung
-
sehr viel mehr aus im Bereich der Erwachsenenbetreuung
-
in integrativen Wohngruppen
-
als in der schulischen Integration aber ich denke,
-
dass es dort im Prinzip das Selbe ist.
-
I: Ja dort wurde mir sehr ähnliches beschrieben,
-
dass es dort nur eine Frage der Zeit ist,
-
bis man wirklich ausgebrannt ist u. dann zieht man sich zurück,
-
entweder man wechselt den Beruf
-
od. man geht auf den herkömmlichen Unterricht zurück
-
u. wird gleichgültig u. muss sich so nicht mehr so schützen,
-
daher auch die sehr hohe Fluktuation in der Integration.
-
IP: Ja u. das müsste aber nicht so sein,
-
wenn die Leute ihre Arbeit als hochqualifizierte seelische Arbeit begreifen
-
würden u. sich dabei selber auch wertschätzen können,
-
anstatt, als "Lehrer für die Blöden" diese Entwertung selbst in sich zu tragen.
-
Es ist ja nicht so, dass das nur von außen kommt,
-
das denken ja die Lehrer von sich selbst.
-
I: Also wirkt in diesem Fall das Fantasma doppelt,
-
einerseits von innen, andrerseits von außen,
-
also es wird noch einmal bestätigt von außen.
-
IP: Ja, und das könnte vermieden werden,
-
indem man in der Ausbildung einfach auf andere Dinge achtet,
-
eben auf die Möglichkeit zur Selbstreflexion od. auch darauf,
-
dass menschliche Begegnungen als solche wahrgenommen wird,
-
dass gezeigt wird, dass wunderschöne Situationen
-
auch mit Schwerstbehinderten entstehen können,
-
wenn diese sich verstanden und "erkannt" fühlen.
-
In solchen Momenten der Begegnung spielt "Behinderung"
-
überhaupt keine Rolle.
-
Wenn ein auf mich angewiesener Mensch
-
sich von mir verstanden fühlt,
-
wenn sich etwas lösen kann in der Interaktion u. wenn ich dann weiß,
-
das war meine Arbeit, es war anstrengend, es hat mich viel Kraft
-
u. viel Ausbildung gekostet, und nun ist es einfach gut:
-
das ist dann wirklich Integration.
-
Doch leider sind wir davon Lichtjahre, wirklich Lichtjahre entfernt.
-
Denn die Psychoanalyse ist ja auch nicht gerade in Mode,
-
gegenüber der Psychoanalyse kommen im Prinzip
-
ja die ähnliche Mechanismen des Ausschließens zum Tragen,
-
und auf der anderen Seite gibt es da einen Zirkel,
-
der sich in einem elfenbeinernen Turm selbst ausschließt.
-
I: Aber muss das nicht auch vom Prinzip her so sein,
-
denn die unbewussten Prozesse erfüllen ja gewisse Funktionen,
-
muss ich dann nicht den, der mich auf die Abläufe aufmerksam macht,
-
nicht schon aus reinem Schutz bei Seite schieben?
-
IP: Ja das spielt eine entscheidende Rolle.
-
Vielleicht kann man da sogar eine Art Komplementarität sehen:
-
Den einen wird dann seelische Macht,
-
eine Art omnipotentes Durchschauen, zugeschrieben,
-
u. gleichzeitig wird die Möglichkeit dieser Macht geleugnet;
-
und den anderen wird eben die geistige Ohnmacht zugeschrieben.
-
I: Im Moment passieren sehr viele sehr gut gemeinte Aktionen
-
an der Oberfläche, jedoch die unteren Schichten bleiben unberücksichtigt.
-
Jene die auf die Notwendigkeit aufmerksam machen,
-
werden eher belächelt, da kein unmittelbarer Zusammenhang erkannt
-
od. zugelassen wird.
-
Doch Ihrer Ansicht nach kann sich ohne konsequente Berücksichtigung
-
der unbewussten Prozesse langfristig bzw. tiefenwirksam nichts ändern kann?
-
IP: Ich denke, das sich abzeichnende Scheitern
-
der schulischen Integrationsbewegung weist darauf hin.
-
Wenn man nicht die Grundlagen reflektiert,
-
dann sind das einfach Schönheitsreparaturen,
-
die letztlich nur in sich zusammenfallen können.
-
Ich halte für ausgeschlossen,
-
dass man mit Aktionismus etwas Grundlegendes erreicht.
-
Vielfach war die schulische Integration eben Aktionismus,
-
blinder Aktionismus.
-
I: Und das geht natürlich über die Schule hinaus
-
u. setzt sich dort in der Arbeit, beim Wohnen etc. genau so fort.
-
Also ist der Angelpunkt der, sich primär der unbewussten Prozesse
-
bzw. deren Existenz u. Nachhaltigkeit bewusst zu werden
-
u. bewusst den Blick darauf zu schärfen;
-
so lange das nicht passiert, kann sich nichts daran ändern?
-
IP: Ja Was sich grundsätzlich ändern müsste,
-
ist, dass man nicht handelt, bevor man denkt.
-
Möglicherweise hätte man mehr erreicht,
-
wenn man zuallererst in die Sonderschulen gegangen wäre,
-
dort in Ruhe geschaut hätte, was findet hier statt,
-
was ist daran schlecht, was ist daran vielleicht auch gut,
-
dass man die Möglichkeit genützt hätte,
-
sich das entwickeln zu lassen, hin zu integrativen Möglichkeiten.
-
Anstatt dessen hat man die Sonderschule pauschal ausgeschlossen,
-
zum Teufel gewünscht,
-
ihr alles Schlechte u. Böse zugeschrieben
-
u. sich gesagt "das ist unintegrativ u. wir machen es besser."
-
I: Die nächste Spaltung bahnt sich bereits zwischen den Integrierern
-
u. denen die Integration als überholt erachten u. Inklusion fordern an.
-
IP: Das sind die Sonderschulklassen in der Regelschule?
-
I: Nein als Inklusion bezeichnet sich ein neuer Ansatz,
-
denn viele sehen die Integration als gescheitert
-
u. favorisieren einen neuen Ansatz, der sich Inklusion nennt,
-
d. h. dass wirklich jedes Kind gleiche Rechte hat,
-
unabhängig von Behinderung, Herkunft, Sprache etc.
-
Es soll ein Ansatz der Vielfalt werden.
-
IP: Wie soll das denn praktisch aussehen?
-
I: Das ist eben die große Frage
-
aber das kommt mir wieder so als blinder Aktionismus vor,
-
denn man stellt sich nicht den gegenwärtigen Probleme,
-
sondern ändert das Etikett,
-
erhebt noch höhere Ansprüche u.
-
stellt damit das ungelöste "Alte" zur Seite.
-
Innerhalb der fachlichen Bewegung gibt es diesbezüglich
-
große Differenzen z. B. Feuser hat sich sehr vehement dazu geäußert,
-
dass es den Eindruck macht, dass die, die nach Inklusion streben,
-
die besseren Integrierer wären als die,
-
die sich der Integration verpflichtet fühlen.
-
IP: Ich denke das ist auch (...)
-
es klingt für mich erst einmal befremdlich.
-
Wenn man etwa sagt,
-
ein Blinder hat auch das Recht einen Film zu sehen,
-
dann ist das nicht menschenfreundlich, sondern widersinnig.
-
Natürlich kann er das "Recht" haben, aber davon wird er nicht sehen können.
-
I: Es geht natürlich schon so weit, dass man sagt,
-
es muss individuell angesetzt werden,
-
es muss für jeden ein maßgeschneidertes Angebot geben
-
u. jeder hat das Recht auf ein maßgeschneidertes Angebot.
-
IP:. Ich kann mir noch nicht vorstellen, was das heißen soll.
-
Es klingt erst mal schön....
-
I: Aber wenig praktikabel?
-
IP: Ja nun die Praktikabilität ist eine Sache
-
u. die andere Sache ist die, an welcher Stelle nimmt man Maß,
-
wo guckt man, was das maßgeschneiderte Angebot wäre.
-
Und außerdem: woran muss man Maß nehmen.
-
Man muss auch an gesellschaftlichen Realitäten Maß nehmen.
-
Es ist nicht so, dass so viel Geld für die Schule da ist,
-
dass 25 Kinder 25 Lehrer haben können -
-
wahrscheinlich selbst dann nicht,
-
wenn wir eine wesentlich bessere Gesellschaft hätten, als es der Fall ist.
-
Bei manchen Kindern ist es eben so,
-
die brauchen einen Lehrer allein für sich, und es muss gefragt werden,
-
wie dies ermöglicht werden kann -
-
vielleicht geht das einfach nicht im Rahmen der Regelschule,
-
weil es zu viel Neid produzieren würde,
-
der mit den gegebenen Möglichkeiten nicht aufzufangen wäre.
-
Man muss sich die Realitäten ansehen,
-
und mit den vorhandenen Möglichkeiten auf eine bewusste
-
und kreative Weise umgehen
-
u. eben nicht nur schöne Forderungen aufstellen,
-
die sich auf Dauer nicht realisieren lassen.
-
I: Und im Prinzip vom eigentlichem Problem ablenken?
-
IP: Ja, eben von dem, was man nur erkennen kann,
-
wenn man einmal aufs Handeln verzichtet
-
und die Dinge auf sich wirken lässt, wie sie eben sind.
-
I: Und das ist natürlich auch genau der Punkt,
-
der sich mit der Lehrerrolle sehr spießt,
-
weil Lehrer verstehen sich großteils als jemanden,
-
der immer eine Antwort parat hat, als jemanden, der sofort wissen muss,
-
was Sache ist (..) zu dem passt das gar nicht (..),
-
also ein Interviewpartner hat zu mir gesagt,
-
ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen,
-
jemanden um Hilfe od. eine andere Sichtweise zu fragen,
-
aber nicht weil er sich nicht traut,
-
sondern weil es mit der internalisierten Rolle nicht kompatibel ist.
-
Das ist bei Lehrern schon noch einmal schwieriger,
-
weil die Lehrerrolle auch zu großem Teil gesellschaftlich definiert wird.
-
Das eigene Rollenbild ist nicht ein frei erfundenes,
-
sondern ein durch die Gesellschaft konstruiertes.
-
Das ist in dieser Hinsicht schon problematisch,
-
denn von ihm wird erwartet,
-
dass er der Allwissende ist u. nicht der,
-
der sich zurücklehnt u. einmal schaut
-
welche Rolle spiele ich in dem ganzen Prozess.
-
IP: Und wo habe ich Angst?
-
Angst ist ja bei Lehrern ein ganz tabuiertes Thema.
-
I: Aber das müsste ganz konkret ein Thema in der Ausbildung sein,
-
dass man auch als Lehrer Angst haben darf u. diese auch artikulieren darf.
-
IP: Ja, noch mehr:
-
dass man sie hat, dass sie da ist, immer, und warum.
-
I: Aber die Gesellschaft will natürlich keine Lehrer,
-
die Angst haben, sondern denen wird ja genau das Gegenteil beigebracht,
-
dass sie die Mächtigen sind, also da spießt sich Gesellschaft u. Psyche.
-
IP: Das Ohnmachtsgefühl der Lehrer ist tabuisiert.
-
Und natürlich wird das alles verschärft, wenn geistig behinderte Kinder da sind.
-
Dadurch bekommen die Ohnmachtsfantasien viel mehr Nahrung
-
bzw. noch viel mehr Notwendigkeit besteht, sie zu projizieren.
-
I: Welche Auswirkungen hätte das auf das Studium der Pädagogik,
-
Ihrer Meinung nach müsste viel mehr psychoanalytisches Denken
-
u. mehr psychoanalytische Supervision in die Ausbildung implementiert werden.
-
IP: Selbstreflexion, selbstreflexive Prozesse des Unterrichtens,
-
des pädagogischen Arbeitens, welcher Art auch immer.
-
Es müsste eine Selbstverständlichkeit sein,
-
dass die Studierenden in Praktika sind
-
u. diese während der Ausbildung einer psychoanalytischen Reflexion
-
unterzogen werden.
-
Dass sie da über ihre Gefühle reden können,
-
u. nicht nur über pädagogische Maßnahmen u. Programme.
-
Fragen wie: Was habe ich zum ersten Mal gefühlt,
-
als ich einem schwerstbehinderten Menschen gegenübergestanden bin,
-
müssten von Bedeutung sein.
-
Habe ich vielleicht etwas gedacht,
-
das nicht sein darf, etwa: den will ich nicht sehen, etc.
-
Es müsste Platz sein, dass so etwas gedacht werden darf,
-
Platz auch für diese "bösen" Gefühle, die der Integration zuwider sind.
-
Eine Integrationsbewegung od. auch Inklusionsbewegung,
-
die auf der Illusion gründet "ich bin gut, ich habe diese Gefühle nicht"
-
die kann nur scheitern.
-
I: Aber ich denke Fantasmen u. die "Institution Geistigbehindertsein"
-
erfüllen gewisse Funktionen in der Gesellschaft.
-
Daher kann es gar kein großes Anliegen sein dies aufzulösen od.
-
diese Menschen besser zu verstehen,
-
die ich eigentlich beiseite schieben will
-
bzw. die ich als Projektionsfläche brauche?
-
IP: Nun ja wir leiden alle an der Gesellschaft,
-
manche mehr manche weniger,
-
aber im Prinzip ist es auch für die Lehrer,
-
die eine schlechte Lehrerarbeit machen
-
eine leidvolle Erfahrung, dass sie diese schlechte Arbeit machen.
-
Es muss dem Leiden einfach mehr Raum gegeben werden.
-
Es ist ein Leiden, wenn ich in eine Institution komme
-
u. erschlagen werde vor Schreck.
-
Dieser Schreck muss sein dürfen,
-
und darf nicht aus politischer Korrektheit unterdrückt werden.
-
Wenn ich das Gefühl nicht haben darf,
-
weil es "böse u. unintegrativ" ist, und es daher abwehren muss,
-
dann reproduziere ich die Situation unbewusst.
-
Ich denke es wäre genügend Interesse gegeben,
-
dieses Leiden aufzulösen.
-
Ob die gesamtgesellschaftlichen Bedingungen, die dem entgegen sind,
-
änderbar sind od. ob der ganze Laden auffliegt,
-
natürlich das kann man nicht voraussehen,
-
ich gehe eher von letzteren aus - aber wenn man das Leiden ernst nimmt
-
u. an dem ansetzt u. eine Kultur dafür entwickelt
-
das Leiden ernst zu nehmen, dann gibt es vielleicht eine Chance.
-
Für die Frage wie man den Raum dafür auf institutioneller Ebene einrichtet,
-
bin ich die falsche Person, das weiß ich nicht.
-
I: Und das Ausmaß an Leiden,
-
das ein behindertes Gegenüber auslösen kann od.
-
die Angst die ein behindertes Gegenüber od. überhaupt ein Gegenüber
-
bei mir auslösen kann, womit hat das zu tun?
-
Es ist ja nicht so, dass bei jedem das Gleiche ausgelöst wird,
-
bei manchen mehr, bei manchen weniger.
-
IP: Das hat damit zu tun,
-
in welchem Ausmaß wir in unserer jeweiligen Sozialisation
-
Ausschlüssen unterworfen waren u. darunter gelitten haben.
-
I: Also aufgrund unserer Traumata?
-
IP: Ja, aber weniger der je individuellen, sondern der systematischen.
-
Auch die Art, wie wir in dieser Kultur bestehen können,
-
schränkt uns ein u. verursacht Leiden -
-
eben das "Unbehagen in der Kultur", dem niemand entkommt.
-
Die Gesellschaft ist so eingerichtet,
-
dass das Leiden an ihr, gerade dieses systematische Leiden,
-
projiziert werden kann u. deswegen nicht gefühlt wird.
-
D.h. wir müssen Orte schaffen, wo es wieder gefühlt werden kann
-
u. ein solcher Ort könnte schon die Ausbildung sein, oder sollte sie sein.
-
Nicht umsonst wird in der psychoanalytischen Ausbildung verlangt,
-
dass jeder, der später einmal einen Patienten behandelt,
-
erstmal sich selbst behandeln lässt u. sein eigenes Leiden
-
u. sich selbst ganz ernst nimmt.
-
Es sollte eigentlich der Weg grundsätzlich sein,
-
in jeder Arbeit mit Menschen, dass man erstmal bei sich selbst anfängt.
-
I: In der Praxis steckt das noch sehr in den Kinderschuhen.
-
Psychoanalyse, wird noch sehr selten mit pädagogischer Praxis
-
in Verbindung gebracht bzw. für die päd. Praxis urbar gemacht.
-
Wie schätzen Sie das ein, wie wird sich die Implementierung
-
der Psychoanalyse in die Päd. Praxis weiterentwickeln?
-
IP: Ich hoffe, das Scheitern dieser Integrationsbewegung
-
lässt vielleicht auch manche Leute nachdenken.
-
I: Also, dass es auch aufgrund des Leidensdrucks
-
vielleicht zu mehr Reflexionsbereitschaft führt.
-
IP: Meine Erfahrung ist hier natürlich
-
von meiner persönlichen Situation gefärbt.
-
Ich werde doch recht häufig wegen Supervision gefragt u. merke,
-
wie begierig die Leute in unterschiedlichsten Institutionen sind,
-
mehr über ihre Arbeit zu erfahren, wenn man Respekt vor ihrer Arbeit zeigt
-
und nicht mit dem Finger auf sie zeigt,
-
weil sie etwa in der bösen nicht-integrativen Sonderschule arbeiten.
-
Ich habe erfahren, dass etwa auch LehrerInnen
-
in der Sonderschule durch eine Supervision die Erfahrung machen können,
-
wie sie ihre Affekte zur Verfügung stellen u. wie schwer ihre Arbeit ist
-
und welche Möglichkeiten sie doch auch bietet dafür,
-
dass etwas wie Integration, eben auf seelischer Ebene, stattfindet.
-
Allerdings fürchte ich, dass solche Art integrativen Bemühens
-
noch arg an mich als Einzelperson gebunden ist.
-
Ich hoffe, dass sich das allmählich ändert.
-
Da sehe ich aber die meisten Widerstände
-
bei meinen Psychoanalysekollegen,
-
bis die ein Buch über Geistigbehinderte lesen.
-
Meine Bücher über geistige Behinderung
-
werden in diesem Rahmen nicht rezipiert.
-
Es gibt auf beiden Seiten noch großen Bedarf an Integration:
-
auf derjenigen der Psychoanalytiker als auch derjenigen
-
der pädagogischen Ausbildung.
-
Hier an der Innsbrucker Universität,
-
wo ja auch meine Arbeit eine gewisse Rolle spielt,
-
ist, oder vielmehr: war eine Keimzelle für wirklich integratives Denken -
-
die aber leider gerade zerschlagen wird.
-
Ein Nest der Reflexion, das es wohl bald nicht mehr geben wird.
-
Ich weiß nicht, ob ich dann aufgeben soll,
-
ich bin nicht eine die aufgibt aber ich sehe: die Chancen sind klein.
-
Eine Seite von mir würde sagen,
-
wir können im Kleinen vielleicht noch was Schönes schaffen,
-
aber die politische Lage, die in alle diese Dinge mit rein spielt,
-
ändert sich nicht zum Guten.
-
Eine andere Seite in mir sagt: man muss klein anfangen.
-
Freud hat vor hundert Jahren klein angefangen
-
u. mittlerweile ist der deutsche Sprachgebrauch durchtränkt
-
mit psychoanalytischen Vokabular,
-
das ist natürlich noch nicht psychoanalytisches Denken,
-
aber immerhin: das ist doch ein ermutigendes Vorbild,
-
welchem wir im Kleinen nachstreben könnten.
-
I: Die Zeit wird es weisen, vielleicht ist der Leidensdruck
-
wirklich groß genug um einmal genauer hinzuschauen,
-
in Innsbruck wird es einige geben,
-
die es kennen gelernt haben u. es auch in ihrer Arbeit fortsetzen.
-
IP: Für mich war es sehr wichtig,
-
zusammen mit Irene Sailer- Lauschman u. Marlies Pötzl gemeinsam
-
ein Buch zu schreiben u. nicht mehr allein.
-
Es sind zwei Kolleginnen,
-
die nicht die theoretischen Bezüge herstellen können,
-
wie ich es kann, aber in ihrer Arbeit arbeiten sie psychoanalytisch,
-
sie wissen wie es geht, und zwar besser als ich.
-
Mit ihnen habe ich erfahren, es müssen nicht alle
-
diese teure psychoanalytische Ausbildung machen,
-
man kann es auch irgendwie anders lernen,
-
es gibt viele Wege, die nach Rom führen.
-
Ich hoffe, dass diese Art, sehr eng an der Praxis u. theoretisch
-
trotzdem differenziert zu denken, Schule machen wird.
-
IP: Ich habe jetzt noch eine praktische Frage,
-
ich bin mir sehr unschlüssig,
-
ich würde die 38 Merkmale noch gerne Kategorien zuordnen,
-
meine Eindruck ist, dass sich Fantasmen auf ganz vielen
-
verschiedenen Ebenen absichern müssen,
-
es wäre daher nahe liegend die gewonnen Merkmale,
-
den charakterisierenden Ebenen zuzuordnen?
-
IP: Das ist gewiss so.
-
Fantsmen, mhm das ist sowieso immer nur ein Versuch,
-
wir können ja nicht sagen, das ist das Fantasma,
-
sondern hier zeichnet sich was ab,
-
ich nehme das wahr u. dann ist es eine Deutung,
-
die Sie in die Welt stellen.
-
Wenn das, was Sie wahrgenommen und benannt haben,
-
irgendwie etwas lösen, irgendjemandem in seiner Praxis weiterhelfen kann,
-
dann haben Sie ein Fantasma erfasst.
-
I: Aber es wäre Ihrer Ansicht nach legitim
-
Rückschlüsse zu den erhobenen Daten zu ziehen?
-
IP: mhm
-
I: Eine ganz andere Frage noch,
-
besteht ein Zusammenhang zwischen Behinderten- u. Feindbild?
-
IP: Mmm da würde ich eher sagen,
-
wir brauchen sie als abschreckende Bilder,
-
weniger im Sinne von Feindbildern.
-
Die Hauptgefahr, denke ich, die in geistig Behinderten bekämpft wird,
-
ist immer das Triebhafte.
-
Dieses kann ich in geistig Behinderte projizieren,
-
aber ich kann nicht ganz darauf verzichten,
-
und so sind die Projektionen nicht nach Art von Feindbildern,
-
eher nach Art negativer Vorbilder eingerichtet.
-
I: Aber es gibt beides, Eltern beschreiben das auch gar nicht so selten,
-
dass es schon so Auffassungen gibt od. auch entgegengebracht werden wie:
-
" So etwas hätte man früher vergast od. nicht groß gezogen etc."
-
IP: Nein das sind Aspekte ein u. derselben Ausschlussfigur,
-
das eine, dass es Geistigbehinderte geben muss und wir sie brauchen
-
wie wir unsere Triebhaftigkeit brauchen u. das andere,
-
das wir uns wünschen, dass es sie nicht gibt,
-
und also auch die uns gefährdende Triebhaftigkeit nicht.
-
Das sind einfach zwei Seiten eines fantasmatischen Komplexes.
-
I: Ihr Flugzeug wartet nicht, daher vielen Dank für die Bereitschaft
-
u. die aufgewendete Zeit.
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|
20.01.1972 |
In Lienz geboren |
|
1978-1982 |
Besuch der VS Berg/Drau |
|
1982-1986 |
Besuch der HS Greifenburg |
|
1986-1987 |
Besuch der HHS St. Georgen/Längsee |
|
1987-1991 |
Lehre zur Köchin u. Kellnerin in Berg/Drau u. Lech/Arlberg |
|
1991-1992 |
Ausübung der Lehrberufe in Berg/Drau u. Lech/Arlberg |
|
Mai 92-Aug.92 |
Erwerb von Sprachkenntnissen an der Universita per stranieri in Perugia |
|
Sept.92-Juni 96 |
Lehranstalt für heilpädagogische Berufe in Klagenfurt |
|
1996-1997 |
Ausbildung zur dipl. Legasthenikertrainerin in Wien |
|
1998-2000 |
Zusatzqualifikation Motopädagogik in Wien |
|
1999-2000 |
Studienberechtigungsprüfung |
|
2000-2004 |
Studium der Erziehungswissenschaft in Ibk. |
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seit Juli 1996 |
Dipl. Behindertenpädagogin beim Verein Heilpädagogische Familien in Ibk |
Inhaltsverzeichnis
Wege entstehen indem man sie geht...
In diesem Sinne möchte ich mich bei all meinen Wegbegleitern u. Wegbereitern, die mich ein Stück meines Weges begleitet haben oder mich ermutigt haben neue Wege einzuschlagen, recht herzlich bedanken.
Besonderer Dank gilt meinen Interviewpartnern, die ihre Erfahrungen, die letztlich die Basis für diese Arbeit darstellen, in eindrucksvoller Weise geschildert haben.
Herzlicher Dank gilt Fr. Prof. Dr. Ziemen für die wissenschaftliche Betreuung der Arbeit u. Fr. Dr. Niedecken für die besonders anregende u. befruchtende Auseinandersetzung mit den Ergebnissen. Ihr Psychoanalytischer Blick erwies sich als enorme Bereicherung für diese Arbeit.
Besonderer Dank gebührt auch Gabi, die ihre Zeit für das Korrekturlesen zur Verfügung gestellt hat.
Nicht zuletzt bedanken möchte ich mich bei meinem Freund Walter, der während der Arbeit stets ein geduldiger u. kritischer Zuhörer war u. mich in technischen Belangen tatkräftig unterstützt hat. Außerdem sich während der Entstehungsfase überaus nachsichtig gezeigt hat.
Hiermit erkläre ich, dass ich diese Diplomarbeit selbstständig verfasst und alle verwendeten Hilfsmittel in der Diplomarbeit angeführt habe.
Innsbruck, am........................ .......................................
Quelle:
Irmgard Franziska Reiter: Psychoanalytischer Blick auf die Hemmnisse der schulischen Integration
Diplomarbeit aus der Studienrichtung Pädagogik eingereicht von:Irmgard Franziska REITER eingereicht bei: Gast.- Prof. Dr. Kerstin ZIEMEN Geisteswissenschaftliche Fakultätder Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Innsbruck, Dezember 2004
bidkok - Volltextbibliothek: Wiederherstellung im Internet
Stand: 06.06.2005