"Wer ist denn hier behindert?"

Arbeitsgruppenbericht

AutorIn: Benno Kapelari
Themenbereiche: Schule
Textsorte: Referat
Releaseinfo: Referat am 11. Österreichischen Symposium für die Integration behinderter Menschen "Es ist normal, verschieden zu sein". Veranstaltungszeitraum: 6. - 8. Juni 1996 in Innsbruck; Veranstalter: "Tafie - Tiroler Arbeitskreis für integrative Erziehung" in Zusammenarbeit mit der "Tiroler Vereinigung zugunsten behinderter Kinder" und dem "Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck".
Copyright: © Benno Kapelari 1996

"Wer ist denn hier behindert?"

Mit diesem Satz eines zwölfjährigen Mädchens wurden wir in der Lernwerkstatt Herzogenburg konfrontiert, als wir anläßlich einer Aufforderung des Landes Niederösterreich die Anzahl der in unserer Einrichtung integrierten behinderten Kinder bekanntgeben sollten.

Kurze Zeit später gestalteten wir in der Lernwerkstatt eine Zeitung, für die wir den Titel "Jenseits von Integration" wählten.

Diese beiden Dinge fielen mir zuallererst ein, als ich vom Organisationsteam des Integrations-symposiums in Innsbruck die Einladung bekam, zusammen mit Anna Messmer eine Arbeitsgruppe zu gestalten. Der Satz dieses Mädchens hat für mich deswegen heute noch Bedeutung,, weil er den Alltag des gemeinsamen Lebens und Lernens in der Lernwerkstatt, einer Elterninitiativenschule in Herzogenburg, Niederösterreich treffend beschreibt.

Der Titel "Jenseits von Integration" hingegen umschreibt für mich den Zustand des Unwohlseins der sich in mir ausbreitet, wenn ich dem Begriff "Integration" begegne und vor allem eröffnet er die Möglichkeit, mich dem Gedanken zuzuwenden, wie ein Leben ohne Integration aussehen kann.

Um jemanden zu integrieren muß ich ihn zu allererst ausgrenzen, oder ihn als ausgegrenzt wahrnehmen. Mit diesem Tatbestand beginnt für mich bereits das allgemeine Dilemma jeglicher Integrationsmaßnahmen oder Überlegungen in diese Richtung. Sogar das Schreiben dieses Artikels zu diesem Thema manifestiert zu einem Teil die Existens der Ausgrenzungen und des damit verbundenen Übels der Integration eines Menschen.

Wenn ich zurückdenke an meine Ausbildung zum Volksschullehrer, in der ich mich unter anderem ausführlich mit schulischer Integration beschäftigte und diese auch in verschiedensten Ausprägungen miterlebte, beschleicht mich ein unangenehmes Gefühl. Damals wie heute hat es mit dem ursächlichen Zustand und mit meinem Empfinden zu tun, wenn ich jemanden integriere oder integrieren soll. Die Frage, die sich zuallererst aufwirft ist: Will der oder die zu integrierende überhaupt integriert werden? Oder will er/sie einfach als Mensch, so wie er/sie ist, einfach wahrgenommen werden?

Grundsätzlich stellt sich für mich diese Situation folgendermaßen dar: Je näher wir einen Menschen kennenlernen umso mehr verschwinden unsere, im Laufe unseres sozialen Werdens erworbenen Unterscheidungskriterien. In der direkten, ganz persönlichen Begegnung und der ganzen liebevollen Annahme z.B. in einem anregenden Gespräch oder einem gemeinsamen, ganz entspannten Erlebnis (ohne Ziel) wird mein Gegenüber durch mich zum respektierten DU.

Erst wieder in dem umgekehrten Vorgang, dem "sich Entfernen" (räumlich und zeitlich) kann ein einteilendes, wertendes Unterscheiden Platz greifen. Nur wenn ich auch in der Erinnerung und im Gespräch mit anderen in der liebevollen Annahme bleibe, bleibt das DU aufrecht, sonst verschwindet es hinter Bewertungen. Dies erscheint mir als die Kraft des Nicht-Unterscheidens auf die ich in der Beschreibung des Alltags in der Spiel- und Lernwerkstatt noch eingehen möchte. In diesem "ganz da sein", in den Begegnungen miteinander fühlen wir uns als Menschen wohl und geborgen und können uns entspannen. Was es dazu braucht ist das Freimachen von Zielvorgaben.

Was geschieht, wenn die einteilende Unterscheidung in der Nähe der Begegnung nicht verschwindet, wenn wir sie aufrechterhalten? Wir sind dann ganz einfach nicht in der Lage den anderen, so wie er ist, als ganzen Menschen, als unserer DU, mit allen Fähigkeiten und Unfähigkeiten wahrzunehmen. Diese Begegnung kann uns dann nicht ganz erfüllen, und den anderen auch nicht. Wir bleiben unbefriedigt, im Suchen von Lösungen für neue Begegnungen, zurück. Anstelle des DU tritt die Vorstellung vom DU. Und wie das Wort "vorstellen" es schon ausdrückt: Wir stellen etwas in Gedanken vor die Person. Das Ausgrenzen kann für mich nur aus der Distanz heraus entstehen. Ich meine hier räumlich, zeitlich oder persönlich im augenblicklichen Zusammensein. Das Ausgrenzen kann in den unmittelbaren Begegnungen verschwinden. Dies hängt von der Annahme, die wir leben, ab. Jede Vorstellung und Erwartung, jede Zielvorgabe, die wir dem anderen in uns auferlegen, führt unmittelbar in einen Zustand des nicht Annehmens und in die Ausgrenzung.

Der unmittelbare Gradmesser für mich persönlich ist, ob ich aus einer Begebnung erfüllt und entspannt hervorgehe.

Ich will hier natürlich keineswegs romantisch sein oder den Kopf in den Sand stecken. Wir leben in einer Gesellschaft in der ausgrenzen, abgrenzen, verteidigen, überzeugen, rechthaben usw. gang und gäbe sind. Es gibt also immer und überall Ausgegrenzte und somit als solche sofort auch gleich wieder zu integrierende oder solche im Zustand des Ausgegrenzt sein bleibende und auch Leidende. Mein Ansinnen ist aber nicht gesellschaftskritisch zu sein, sondern eine mögliche lebbare andere Weise zu beschreiben und welche Rahmenbedingungen diese braucht.

Das behindert sein oder wie immer man es nennen will, kann als Wahrnehmung für mich als Mensch immer nur in der nicht annehmenden Begegnung entstehen. Überspitzt ausgedrückt entsteht die Behinderung in meinem Kopf durch meine wertende Unterscheidung und manifestiert sich erst in der Begegnung. Dies ist, so vermute ich, sicher nicht das erste mal daß dies gesagt oder geschrieben wurde.

Worum es mir im weiteren Verlauf dieses Artikels geht, ist der Versuch herauszuarbeiten, inwieweit das Leben in der Spiel- und Lernwerkstatt Herzogenburg und der Lindenschule in Innsbruck eine veränderte Sichtweise im Sinne der obengenannten Aussage des Mädchens ("Wer ist denn hier behindert") ermöglicht und auch meine Wahrnehmung nachhaltig im Laufe der Zeit veränderte.

Ich beginne damit, indem ich den Weg neuer Kinder in die Lernwerkstatt beschreibe.

1. Nicht zu unterscheiden im Sinne von nicht einteilen.

Jedes Kind , jeder Erwachsene, der die Entscheidung trifft, am Leben in der Lernwerkstatt, einer von Eltern getragenen Schulinitiative, teilzunehmen ist gleich(wertig). Bei der Aufnahme neuer Kinder geht es darum, den Eltern und dem Kind die Möglichkeit zu einer (ersten) Entscheidung zu geben, um sonst nichts. Die weiteren Gespräche im Zuge einer Aufnahme dienen dem Kennenlernen in Form von Beschreibungen über den bisherigen Lebensweg des Kindes und auch der Eltern. Es gibt keine Kriterien, die die Person des Kindes bewerten könnten und eine Aufnahme aus diesem Grund verhindern könnten.

Jedes Kind und jeder Erwachsene hat den gleichen Zugang zur Lern- und Spielwerkstatt und jeder bringt das gleiche mit: seine eigene bisherige Lebensgeschichte und seine/ ihre Möglichkeit sich in der neuen Umgebung und in der Begegnung mit den Menschen zu verwirklichen.

Der Besuch der Lern- und Spielwerkstatt beruht letztendlich und dies geschieht im Laufe der Zeit hier, aufgrund der eigenen Entscheidung der Kinder und Jugendlichen. Dies hat eine sehr umfassende Auswirkung auf die Qualität der Auseinandersetzung der Kinder und Jugendlichen, ihr selbstbestimmtes Tun in einer vorbereiteten Umgebung. Es bedarf in erster Linie der Möglichkeit, diese Entscheidung treffen zu können, vor allem aber den Mut der LehrerInnen ( wir verwenden den Ausdruck BetreuerInnen oder BegleiterInnen) und Eltern, daß die Kinder und Jugendlichen den Besuch des Kindergartens und der Schul selbst entscheiden. Für den Einzelnen ist dies in der Art der gelebten Beziehungen erfahrbar. Die Entscheidung zum Leben in der Spiel- und Lernwerkstatt und der damit verbunden unzähligen täglichen Entscheidungsmöglichkeiten heißt ja auch eine Entscheidung für die Menschen, denen ich hier begegnen kann.

2. Selbstbestimmte Tätigkeiten

Ein zweiter wesentlicher Punkt im Leben der Lern- und Spielwerkstatt ist das Fehlen jeglicher Zielvorgaben, denen der Einzelne unterworfen wird. Dies ist eine elementare Grundlage, die einem wertendem Vergleichen entgegenwirkt.

Die Kinder und Jugendlichen, die die Lern- und Spielwerkstatt besuchen, müssen zu keinem Zeitpunkt eine bestimmte Fertigkeit oder ein bestimmtes Wissen beherrschen. Dafür gibt es eine Vielzahl unterschiedlichster Bereiche,und Materialien die jederzeit zugänglich sind. Diese erlauben unzählige konkrete Tätigkeiten und Auseinandersetzungen.

Im Laufe des Lebens in der Spiel- und Lernwerkstatt gibt es aber bestimmte "Hindernisse oder Hürden". z.B. sollten Kinder, die ein Praktikum ausserhalb der Lernwerkstatt absolvieren wollen, Grundfertigkeiten in den Kulturtechniken Lesen und Schreiben und Rechnen haben, eigenverantworlich öffentliche Verkehrsmittel benutzen oder andere Möglichkeiten organisieren können und Verantwortung im gemeinsamen Leben in der Lernwerkstatt übernehmen.

Der Wechsel der Kinder von einer Gruppe zur nächsten innerhalb der Spiel- und Lernwerkstatt erfolgt aufgrund der Entscheidung der Kinder und Jugendlichen. Das geht im Falle eines Wechsels von der Kindergruppe z.B. so vor sich, daß Kinder ab dem 5. Lebensjahr einmal die Woche zu Besuch in die Lernwerkstatt kommen und somit langsam diesen Bereich kennenlernen können. Ab dem sechsten Lebensjahr können die Kinder dann, wann immer sie wollen, am Geschehen der Lernwerkstatt teilnehmen bis sie genug Sicherheit gewonnen haben. Zum einen erlaubt dies, im Vertrauten genug Geborgenheit zu haben, zum anderen im Neuen langsam sich orientieren zu können bis der Wechsel ein endgültiger wird und die meiste Zeit im Neuen zugebracht wird. Ähnlich gestaltet sich der Wechsel von der Primarstufe in die Sekundarstufe. Dieser Wechsel wird zum einen durch die Grenze bestimmt, die die Sekundarier in ihrer Versammlung festsetzen, zum anderen durch die Entscheidung der Jugendlichen vollinhaltlich und verantwortlich das Leben in der Sekundarstufe mitzutragen. Wenn das Leben und die Entscheidungen einzelner Kinder oder Jugenlicher andere Rahmenbedingungen braucht, so folgen die Entscheidungsprozesse und Grenzen wieder diesen neuen Bedingungen. Die Aufgabe von uns Erwachsenen liegt darin, die Kinder und Jugendlichen in diesen für sie manchmal schwierigen Zeiträumen zu begleiten, ihnen möglichst klar zu begegnen, den Älteren auch in Form von Rückmeldungen, jedem einzelnen Geborgenheit im Vertrauten und die Begleitung im Neuen zu geben. Da diese Wechsel nicht zu einem von aussen bestimmten Zeitpunkt stattfinden müssen, können sie aufgrund der eigenen Entscheidung geschehen. Kinder, die z.B. von einem anderen Kindergarten oder von zu hause in die Lernwerkstatt eintreten, haben manchmal einige Schwierigkeiten bis sie sich in der für sie neuen Umgebung orientiert und eingelebt haben, alles neue aufgearbeitet und zu ihrem eigenen gemacht haben. Dies kann manchmal ein ganzes Jahr in Anspruch nehmen. Kinder, die diesen Wechsel über längere Zeit selbst gestalten können, nehmen sich die dafür nötige Zeit, sind in beiden Bereichen unterwegs bis sie im Neuen genug Sicherheit gewonnen und sie sich vom Alten, Vertrauten lösen können. Dies dauert so lange, bis alles was es dort an Bedürfnissen noch nachzuholen gab (so weit dies geht) erfüllt ist.

Es gibt in der Lernwerkstatt als Schule keinen Lehrplan im herkömmlichen Sinn. Um aber als öffentliche Schule anerkannt zu werden haben wir einen Lehrplan verfa3t. Diese unsere Beschreibungen dienen keinen zu erfüllenden Zielen sondern geben, gleich einem möglichen Weg, Entwicklungschritte wieder, die sich aus bisherigen Beschreibung der menschlichen Entwicklung bis zur Adoleszenz ergeben. Wir haben dabei einerseits auf den Beschreibungen der Entwicklung von Verständnisstrukturen von Jean Piaget und anderen aufgebaut und diese durch unsere eigenen Erfahrungen ergänzt. Die unentwegte Reflexion im Team der BetreuerInnen der Spiel- und Lernwerkstatt und im Austausch mit den Eltern erlaubt ein beständiges Driften mit dem fortlaufenden Leben der Heranwachsenden. Fixe Zielvorgaben würden dieses Prozeß des Lebendigen nur behindern.

Die Auswirkungen dieser Rahmenbedingung auf die gelebten Beziehungen innerhalb unserer Einrichtungen sind deutlich wahrnehmbar. Desweiteren ergibt sich daraus auch ein breites Feld an möglichen zwischenmenschlichen Kontakten mit den damit einhergehenden Entscheidungen, der Möglichkeit zum gegenseitigen Respekt und zur Annahme. Der Einzelne kann sich innerhalb der Gemeinschaft nach seinen inneren Möglichkeiten entfalten und Entscheidungen in seinem Leben treffen.

3. "Jedem ist sein Schicksal zuzumuten"

Dieser Satz mag auf den ersten Blick sehr hart erscheinen, aber vielleicht hilft er eine neue Sichtweise zu entfalten.

"Wer ist denn hier behindert?" ist eine wunderbare Frage, weil sie auch ein reflexives Element beinhaltet, die den Fragenden sofort mit einbezieht und zu meinem oben geschriebenen Satz "Die Behinderung entsteht im Kopf des Anderen" oder eben in diesem Zusammenhang ganz eindeutig im eigenen Kopf führt.

Was mit dem Entstehen der Behinderung (im eigenen Kopf) mit einhergeht ist die Erfindung der Hilfsbedürftigkeit und damit verbunden der Schonung. Wie schwer fällt es uns doch, allgemein gesprochen, einem Menschen, den wir als behindert einstufen, zu konfrontieren. Wir umschreiben, vermeiden die Begegnung, übersehen Dinge, die uns stören und anderes mehr. Was aber dabei geschieht ist, wir geben dem anderen einen Sonderstatus und damit grenzen wir ab, schaffen Ausgrenzung. Das Leben in der Spiel- und Lernwerkstatt zeigt ganz deutlich wie wichtig es ist, nicht von vornherein zu unterscheiden. Die Kinder und Jugendlichen leben ganz selbstverständlich in einem gegenseitigen respektieren unterschiedlichster Fertigkeiten und Fähigkeiten. Das soll nicht heißen, daß es nicht auch zu Verletzungen anderer in der Spiel- und Lernwerkstatt kommt. Kinder, die dies leben brauchen die annehmende Begleitung.

Die unterschiedlichen Tätigkeiten der Menschen in der Lernwerkstatt werden meiner Erfahrung nach weitgehend im Zusammenleben anerkannt. Die Wahrnehmung der Heranwachsenden ist hier, wie wir in Gesprächen oft erleben sehr genau und von oft erstaunlicher Annahme geprägt. Die Unmittelbarkeit in den Begnungen im Zusammenleben unterschiedlichster Menschen ist für die Mitlebenden etwas zutiefst erfüllendes, für manche (vor allem auch Erwachsenen) Heilendes. Der Eindruck von Besuchern bestätigt dies immer wieder.

4. "Die Autopoietische Einheit"

Nun möchte ich noch zu einem ganz wesentlichen letzten Punkt gelangen. Wenn es in der Spiel- und Lernwerkstatt keine vorgebenen Ziele für alle und für den Einzelnen gibt, muß dem doch etwas gegenüberstehen.

Wir beziehen uns in unserer Arbeit unter anderem auf die Definition des Lebendigen von Humberto R. Maturana und Francisco Varela [1]. Deren Definition von Lebewesen als autopoietische Einheiten (und als Menschen sind wir ebensolche) zu deutsch "sich selbst schaffende Einheiten" ist unheimlich vertrauen stiftend im Zusammenleben mit Menschen allen Alters und unterschiedlichster Entwicklung. Der Impuls zu leben, zu lernen wohnt in jedem Menschen. Nichts kann ohne eine Entscheidung dieser sich selbst machenden Einheiten in diese Hineingeben werden. Auf dieser Grundlage, die im Zusammenleben mit Kinder tausendfach Bestätigung findet, läßt sich eine gänzlich andere Sichtweise des menschlichen Lernens erfahren.

Wie bereits oben angeführt geschieht dies in der Spiel- und Lernwerkstatt in einer vielfältigst strukturierten "vorbereiteten Umgebung", die zusammen mit den Betreuern der selbstbestimmten Aktivität der Heranwachsenden dient. Dieses zusammen Tun, Entscheidungen treffen zu können, angenommen zu werden (als sich selbst machendes Lebswesen) und dem Lernen anhand konkreter Materialien und Situationen erlaubt den Heranwachsenden die Kompetenz zu entwickeln sich in einer beständig verändernden Welt zu verwirklichen. Und dies in einer gemeinsam erfahrenen und erlebten Verantwortung

Diese Art des "Schule machens" erlaubt für mich einen weiterführenden Schritt in die Richtung von "Nicht-Unterscheiden" ( im Sinne von nicht wertend unterscheiden) und somit ein "Nicht-entstehen- können" von Ausgrenzung . Es erscheint mir eine legitime Fortsetzung des Selbverständnisses eines geliebten Kindes sich als gleichwertig empfinden zu dürfen, so wie es dies im Zusammenleben mit seinen liebenden Eltern bisher schon erlebt hat - ohne "institutionellen" Bruch.

Verfasser: Benno Kapelari, Schulleiter und Betreuer in der Lernwerkstatt Herzogenburg

Quelle:

Benno Kapelari: "Wer ist denn hier behindert?" Arbeitsgruppenbericht

Referat am 11. Österreichischen Symposium für die Integration behinderter Menschen "Es ist normal, verschieden zu sein", Innsbruck, 6.-8. Juni 1996

bidok - Volltextbibliothek: Wiederveröffentlichung im Internet

Stand: 24.05.2005



[1] Der Baum der Erkenntnis; H.R.Maturana, F.J.Varela; 1987 Bern u. München

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