Disability Studies in Education

AutorIn: Swantje Köbsell
Themenbereiche: Schule, Disability Studies
Textsorte: Zeitschriftenartikel
Releaseinfo: Erschienen in: Zeitschrift für Inklusion, Ausgabe 02/2015 Zeitschrift für Inklusion (02/2015)
Copyright: © Swantje Köbsell 2015

Abstract:

Vom deutschen Inklusionsdiskurs weitgehend unbemerkt hat sich in den USA ein Diskursstrang entwickelt, der sich auf dem Hintergrund der theoretischen Grundlagen der Disability Studies kritisch mit dem vorherrschenden Pädagogik- und Behinderungsverständnis der (Sonder-)Pädagogik auseinandersetzt: Disability Studies in Education (DSE). Vorgestellt werden der Ansatz, seine Geschichte und seine Potenziale, den Inklusionsdiskurs um eine kritische Perspektive auf (Nicht-)Behinderung und den Umgang mit Verschiedenheit zu bereichern. Ein zentraler Aspekt des kritischen Umgangs mit Verschiedenheit ist neben einem Verständnis von Behinderung als sozialer Konstruktion die kritische Reflektion von Ableism in pädagogischen Kontexten allgemein sowie im Hinblick auf eigene Einstellungen, Vorurteile und Umgangsweisen damit. Da sich die anderen Beiträge dieser Ausgabe ausführlich mit dem Thema Ableism beschäftigen, erfolgt hier keine vertiefende Auseinandersetzung damit. Der hier verwendete Ableism-Begriff orientiert sich an Campbells Definition: „(A) network of beliefs, processes and practices that produces a particular kind of self and body (the corporeal standard), that is projected as the perfect, species-typical and therefore essential and fully human. Disability then is cast as a diminished state of being human.” (Campbell 2001, in Campbell 2009: 5)

Es gibt inzwischen auch deutschsprachige Beiträge zum Themenbereich Disability Studies und Inklusion; allerdings befassen sich diese nicht mit der praktischen Umsetzung im Unterricht, auch zeichnet sich hier bis jetzt keine „Strömung“ und auch keine Organisations- und Netzwerkstruktur der Vertreter_innen ab. Anliegen des Beitrages ist nicht, einen Überblick über deutschsprachige oder internationale Beiträge zu geben, die sich aus einer Disability-Studies-Perspektive mit schulischer Inklusion befassen, sondern die Vorstellung der US-amerikanischen Disability Studies in Education.

1. Hintergrund

Im Zuge der Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention (UN BRK) und des Inklusionsdiskurses wird in öffentlichen Äußerungen in diesem Kontext zunehmend auf einen Begriff von Behinderung Bezug genommen, der diese nicht mehr essenzialisierend als Teil „des Wesens“ der Betroffenen sieht, sondern als gesellschaftliche Konstruktion. In der Präambel der UN BRK wird definiert, „dass Behinderung aus der Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und einstellungs- und umweltbedingten Barrieren entsteht, die sie an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern“. In dieser Definition werden die individuelle („Beeinträchtigungen“) und gesellschaftliche Ebene (einstellungs- und umweltbedingte Barrieren) getrennt betrachtet und damit verdeutlicht, dass Behinderung – im Sinne einer gesellschaftlichen Konstruktion – keine zwangsläufige Folge einer vorliegenden Beeinträchtigung sein muss, sondern von den gesellschaftlichen Bedingungen abhängig ist. Diese Sichtweise von Behinderung wurde bereits 1976 von der britischen Union of the Physically Impaired Against Segregation (UPIAS), einem Zusammenschluss von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, formuliert. Ziel der UPIAS war, gegen die allgegenwärtige Ausgrenzung behinderter Menschen und für ein selbstbestimmtes Leben zu kämpfen. Grundlage für die Forderung nach Gleichstellung war diese Definition von Behinderung: „In our view, it is society which disables (...) Disability is something imposed on top of our impairments, by the way we are unnecessarily isolated and excluded from full participation in society. Disabled people are therefore an oppressed group in society“ (UPIAS, 1976; zit. n. Priestley 2003, S. 26). Diese erste Definition des sozialen Modells von Behinderung, das Mike Oliver später ausformulierte (Oliver 1996), wurde grundlegend für die britischen Disability Studies.

Auch in den Disability Studies ist Inklusion ein zentrales Thema (Barton & Armstrong 2001), allerdings gibt es kaum Arbeiten, die sich mit der pädagogischen Umsetzung in inklusiven Unterricht befassen (Köbsell 2012). Die schulische Situation von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen wird überwiegend im gesamtgesellschaftlichen Rahmen betrachtet; dabei geht es vor allem um die Analyse der Strukturen und Bedingungen, die Behinderung im Bildungswesen bzw. -prozess herstellen (z.B. Pfahl 2011). Damit verbunden ist oft eine grundlegende Kritik an Sonderbeschulung und Sonderpädagogik, die als zentrale Bestandteile des Behinderungsprozesses angesehen werden. Die langjährige Praxis des schulischen „Besonderns“ gilt als zentral für die Hervorbringung separierender Denk- und Handlungsstrukturen und deren fortlaufende Rechtfertigung und Fortschreibung (Goodley 2011, 138).

2. Entstehung, Strukturen und Schwerpunkte der Disability Studies in Education

Vermutlich liegt es an dieser vehementen Kritik der Disability Studies an der aussondernden traditionellen Pädagogik, dass es (international) wenig gegenseitige Wahrnehmung von Disability Studies und (Sonder)Pädagogik gab. Dies ändert sich seit einiger Zeit im Kontext des Inklusionsdiskurses. In diesem Zusammenhang begannen sich in den USA kritische Sonderpädagog_innen für die Disability Studies zu interessieren. Ihr Anliegen dabei war, Behinderung anders zu denken und zu konzeptionalisieren als innerhalb der defizitorientierten Sonderpädagogik üblich (Connor 2014). Seit 2000 gibt es in der American Educational Research Association (AERA) eine “Special Interest Group (SIG) Disability Studies in Education”, die jedes Jahr eine Tagung an unterschiedlichen Orten durchführt. Dabei werden jeweils herausragende Wissenschaftler_innen, die durch kritische Beiträge zum Verständnis von Behinderung beigetragen haben, ebenso ausgezeichnet wie Nachwuchswissenschaftler_innen in diesem Bereich. Bei der bisher einzigen Tagung, die in Europa (2010 in Gent/Belgien) stattfand, wurden die deutschen Inklusionsforscher_innen Ines Boban und Andreas Hinz (beide Universität Halle) ausgezeichnet (Connor et al 2010).

Die Kritik am Konservatismus der sonderpädagogischen Diskurse in den USA weckte das Interesse der kritischen Sonderpädagog_innen an den Disability Studies. Innerhalb der Sonderpädagogik wurden aktuelle, kritische Diskurse ignoriert; eine kritische Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Behinderung und Normalität (Valle & Connor 2011, 43ff) fand genauso wenig statt wie die Hinterfragung der eigenen Rolle als Sonderpädagog_innen (Connor 2014). Auf diesem Hintergrund entstand der Kontakt zur US-amerikanischen Society für Disability Studies, in die sich Vertreter_innen der Disability Studies in Education seit den 1990ern aktiv einbringen. Leitend war dabei die Frage, wie Behinderung – insbesondere im Kontext Schule – konstruiert wird und wie ein Verständnis von Behinderung im Sinne der Disability Studies pädagogische Theorie, Forschung und Lehre sowie pädagogische Interaktionen beeinflussen kann (Baglieri et al. 2011, 268).

Unter dem Dach der DSE versammelt sich ein breites Spektrum an Akademiker_innen und Praktiker_innen unterschiedlichster fachlicher Herkunft und theoretischer Prägung. Auf diese Pluralität, wie auch auf Interdisziplinarität, wird großer Wert gelegt. Beides soll sicherstellen, dass man sich außerhalb der traditionellen sonderpädagogischen „Pfade“ bewegt. Die gemeinsame Grundlage ist ein Verständnis von Behinderung als gesellschaftliche Konstruktion und die getrennte Betrachtung von individueller und gesellschaftlicher Ebene mit konkretem Bezug auf das soziale Modell von Behinderung: “Furthermore, we make a distinction between impairment and disability” (Baglieri et al. 2011, 270), denn “(s)ocial models of disability (…) provide theories of practice that disrupt much that we have taken for granted in education.” (Ebd., 273) Auch die Auseinandersetzung mit Ableism und seinen Auswirkungen – insbesondere im Bildungsbereich – spielt eine wichtige Rolle (Gabel o.J.). Behinderung wird nie „an sich“ betrachtet, sondern in einen politischen, historischen und gesellschaftlichen Kontext gestellt. Die Interessen, Erfahrungen, Ansichten und Stimmen behinderter Menschen i.S. von “Expert_innen in eigener Sache“ dienen als Bezugspunkt von Forschung und Lehre. So sollen Defizitmodelle von Behinderung zurück gedrängt und Gerechtigkeit, Bildungsgerechtigkeit sowie die volle gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen unter Beteiligung dieser als Expert_innen in eigener Sache gefördert werden.

Auch der intersektionalen Betrachtung menschlicher Diversität wird für die Veränderung der (schul-)pädagogischen Praxis große Bedeutung beigemessen: „(..) our intention is to question conventional and naturalized ways of thinking about difference to bring greater balance to the intellectual grounding for understanding and responding to school failure. We are interested in generating knowledge about how macrolevel processes – such as societal attitudes about diversity – intersect with disability issues as well as how better to understand the ways that race, class, gender, language, culture, and sexual orientation shape the experience of disability.” (Baglieri et al. 2011, 270)

Disability Studies in Education möchte einen Organisationsrahmen für Zusammenarbeit und Austausch bieten, innerhalb dessen Fragen von sozialer Gerechtigkeit im Bildungswesen allgemein aber vor allem im Hinblick auf den Umgang mit Verschiedenheit und insbesondere Behinderung im inklusiven Unterricht kritisch diskutiert werden. Dazu gehört „disseminating information about disability studies, encouraging educational researchers to become interested in and use disability studies, and providing alternative ways to think and talk about disability in educational research” (Gabel o.J.). Anliegen ist, den Einfluss und die Sichtbarkeit der Disability Studies in Education im Inklusionsdiskurs zu erhöhen.

Disability Studies in Education soll auch Eingang in die Curricula der Lehrer_innenausbildung finden: Behinderung soll hier nicht mehr als Defizit, sondern als Teil menschlicher Vielfalt unter Einbezug der Geschichte und Kultur behinderter Menschen vorgestellt werden. Ferner soll Ableism in seinen zahlreichen Facetten thematisiert, Normalitätskonzepte hinterfragt und zukünftige Lehrer_innen befähigt werden, Schüler_innen mit Beeinträchtigungen bei der Entwicklung einer positiven „disability identity“ zu unterstützen. Auch sollen angehende Lehrer_innen befähigt werden, die eigene Rolle als (i.d.R.) selbst nicht beeinträchtigte Pädagog_in kritisch zu reflektieren und zu hinterfragen. Dies sei “crucial because special education enculturates all educators who work within it to be unquestioning of its own practices and the status quo it helps maintain.” (Connor 2014) Über das Reflektieren der eigenen Rolle hinaus – auch im Hinblick auf die eigene Vorbildfunktion – bedürfe es jedoch auch einer kritischen Auseinandersetzung mit institutionalisierter Bildung und ihren Verwobenheiten mit gesellschaftlichen Machtstrukturen: „The Behemoth of institutionalized special education that exists, reified through interlocking ideas, systems, institutions, disciplines, is formidable” (ebd.) und stelle – unhinterfragt weiterpraktiziert – ein großes Hindernis für gelingende Inklusion dar.

3. Disability Studies in Education als kritische Begleiterin der Inklusion

Soweit feststellbar, gibt es in Deutschland derzeit keinen etablierten Diskurs „Disability Studies in Education“, obwohl es dafür gute Gründe gäbe: Auch hier gibt es in vielen Lehrer_innenköpfen noch die vom medizinischen Modell geprägten Sichtweisen von Behinderung, wonach Behinderung vor allem ein individuelles Defizit und tragisches Schicksal, jedoch keine Menschenrechtsfrage ist. Auswirkungen von Ableism in Schule und Klassenzimmer, in der Interaktion zwischen Schüler_innen, Lehrer_innen und anderen Mitarbeiter_innen werden nicht erkannt, problematisiert oder produktiv hinterfragt und damit reproduziert und fortgeschrieben. Inwieweit es in Zeiten des „flexiblen Kapitalismus“ (Becker 2015) bzw. einer zunehmenden Neoliberalisierung des Bildungsdiskurses möglich sein wird, Behinderung im Sinne der UN BRK abzubauen, wird sich zeigen müssen. Unabhängig davon, ob bzw. in welchem Maße der Abbau von Teilhabebarrieren gelingen wird, wird es weiterhin Schüler_innen mit Beeinträchtigungen unterschiedlichster Art geben, und auch der kulturell tief sitzende Ableism mit seinen Normalisierungsanforderungen wird uns noch lange erhalten bleiben. Deshalb ist es, wenn Inklusion gewollt ist, mehr denn je notwendig, sich mit Beeinträchtigung, Behinderungs- und Normalitätskonstruktionen auseinanderzusetzen.

Da Beeinträchtigungen auch durch Inklusion nicht verschwinden werden, bedarf es einer Sprache, die aktiv mit Beeinträchtigung und Behinderung umgehen kann ohne zu bemitleiden, zu stigmatisieren, zu bevormunden. Kinder mit Beeinträchtigungen müssen mit diesen ernst genommen werden – das bedeutet aber, dass darüber gesprochen werden muss, dass mit einer Beeinträchtigung aufzuwachsen bedeuten kann, damit verbundene Entwicklungsaufgaben bewältigen zu müssen: Manche Kinder müssen lernen mit Schmerzen umzugehen, andere ermüden leicht, wieder andere sind bei alltäglichen Verrichtungen auf Assistenz angewiesen, brauchen mehr Zeit für viele Dinge, können aufgrund eines höheren Organisationsaufwandes nicht so spontan sein wie andere und vieles anderes mehr muss ggf. in respektvoller, anerkennender Weise angesprochen werden, um die Entwicklung zu einem selbstbewussten Mensch, der mit einer Beeinträchtigung lebt, zu unterstützen. Cook et al bringen dies auf den Punkt: „Inclusion cannot be realised through the denial of disability.“ (2001, 308) Vielmehr werden durch Verschweigen bzw. Negieren von Beeinträchtigung und Behinderung gerade die Bilder transportiert, die Inklusion eigentlich überwinden will: „Why is there silence around disability? If inclusion is about embracing diversity, why are we afraid to talk about disability in the classroom? It is sobering to acknowledge just how much our students reflect what we project as teachers. Children get messages about disability from somewhere, and that somewhere includes teachers. If we are uncomfortable about disability, it stands to reason that students with and without disabilities will be too.“ (Valle/Connor 2011, 191)

Die Disability Studies können im Bildungsbereich auf dem Weg zur Inklusion als kritische Begleiterin, als „critical watchdog“ (Danforth/Gabel 2008, 1), agieren und dafür sorgen, dass für gelingende Inklusion zentrale Themen und Fragen tatsächlich berücksichtigt werden, die sonst im (Schul-)Alltag unter dem Druck der Alltagsverhältnisse schnell „unter den Tisch fallen“ oder nur oberflächlich „abgehandelt“ werden. „DSE reminds us to always be vigilant to the pull of powerful normalizing discourses“ (Morton 2012 in Connor 2014). Schule als wichtige Sozialisierungsinstanz und zentraler gesellschaftlicher Ort kann zur Veränderung von z. B. ableistischen Sicht- und Verhaltensweisen beitragen, wenn die scheinbare Naturhaftigkeit von Behinderung ebenso wie Normalitätskonstruktionen hinterfragt, Ableism entlarvt und Umgangsweisen entsprechend verändert werden. Dazu gehört z. B. für Lehrer_innen und andere am Bildungsprozess Beteiligte das Hinterfragen der eigenen Rolle und der eigenen Privilegien als (i.d.R.) nichtbehinderte Akteur_in im Bildungssystem. Die Konstruktion von Nicht-/Behinderung im Bildungssystem müsste ebenso zum Thema gemacht werden wie die Fragen danach, wie Behinderung und Ableism von den Betroffenen erlebt werden und schließlich auch, wie das veränderte Denken über Behinderung sich in pädagogische Handlungen im Klassenzimmer überführen lässt. So zeigen Valle & Connor in ihrem Buch von 2011 anhand ihrer „eight basic elements of a lesson“ (108ff.) auf, was die Umsetzung von Disability Studies in Education im Klassenraum bedeuten kann. Vieles was dort angeführt wird, findet sich auch in neuerer deutscher pädagogischer Literatur und beschreibt letztendlich Elemente guten Unterrichts (vgl. Meyer 2004) wie auch die positiven Effekte von Teamteaching, wie von Feuser bereits in den 1980er Jahren beschrieben (vgl. Feuser 1987). Neu und spannend ist jedoch, dass sich Disability Studies als Roter Faden durch das gesamte Curriculum ziehen, um behinderte Menschen und ihre Beiträge zur Gesellschaft dort sichtbar zumachen: „Much like the missing contributions of women and people of color in school curricula of years past, so it remains for people with disabilities. Just as girls and children of color once saw few and/or stereotypical representations of themselves in school curricula, so it remains for children with disabilities.” (Valle/Connor 2011, 195) Tradierte Repräsentationsweisen sollen ebenso hinterfragt werden wie ableistische Sprachbilder, gleichzeitig wird eine Strategie der Entmystifizierung von Behinderung einerseits und des Empowerments beeinträchtigter Schüler_innen verfolgt, indem sie erfahren, dass sie Träger_innen von Bürger_innenrechten sind: „Open discussions about disability dispel its mystery. (…) Students with disabilities speak for themselves rather than having other people speak for them. And part of being able to speak for themselves has to do with understanding the laws that protect them. Thus development of self-advocacy skills becomes an integral aspect of an inclusive classroom.” (ebd. 194f.)

Diese aktive Auseinandersetzung mit Fragen der (Herstellung von) Normalität und Behinderung machen das Besondere des Ansatzes Disability Studies in Education aus, der der deutschen Diskussion um schulische Inklusion hier wertvolle Denkanstöße geben kann. Darüber hinaus könnte eine Auseinandersetzung mit den Disability Studies dabei helfen, exkludierende Praktiken entlarven, die sich unter dem Begriff ‚Inklusion’ ein fortschrittliches Mäntelchen umhängen wollen und so dazu beitragen, dass inklusive Bildungsangebote erfolgreich im Sinne der gelungenen Berücksichtigung der Bedürfnisse beeinträchtigter Schüler/innen – ohne Reproduktion behindernder Strukturen und Verhaltensweisen oder gar neuer Ausgrenzungserfahrungen – sein können.

4. Literatur

Baglieri, Susan, Valle, David W., Connor, David J. & Gallagher, Deborah J. (2011), Disability Studies in Education: The need for a Plurality of Perspectives on Disability. In: Remedial and Special Education 32(4), S. 267-278.

Barton, Len & Armstrong, Felicity (2001), Disability, Education and Inclusion: Cross-cultural Issues and Dilemmas. In: Albrecht et al., Handbook of Disability Studies, London, S. 693-710.

Becker, Uwe (2015), Die Inklusionslüge. Behinderung im flexiblen Kapitalismus, Bielefeld.

Connor, Davis J. (2014), The Disability Studies in Education Annual Conference: Explorations of Working Within and Against, Special Education. In: Disability Studies Quarterly, Vol 34, No 2 (2014), http://dsq-sds.org/article/view/4257/3597 (17.02.2015).

Connor, David, Peters, Susan, Gabel, Susan & Owen, Valerie (2010): History of Disability Studies in Education, http://www.hunter.cuny.edu/conferences/dse-2012/history-of-disabilitystudies-in-education (27.02.2015).

Connor, David J., Gabel, Susan L., Gallagher, Deborah J. & Morton, Missy (2008), Disability studies and inclusive education – implications for theory, research, and practice. In: International Journal of Inclusive Education, Vol. 12, Nos. 5-6, S. 442-457.

Cook, Tina, Swain, John & French, Sally (2001): Voices from Segregated Schooling: towards an inclusive education system. In: Disability & Society. 16, 2: 293-310.

Danforth, Scot & Gabel, Susan L. (Eds.) (2008): Vital Questions Facing Disability Studies in Education, New York etc.

Feuser, Georg (1987), Integrativer Unterricht in der Grundschule. Solms-Oberbiel

Gabel, Susan (o.J.), Disability Studies in Education, http://edr1.educ.msu.edu/dseconf/SusanGabel.htm (19.06.2014)

Goodley, Dan (2011), Disability Studies. An interdisciplinary introduction, Thousand Oaks/London

Köbsell, Swantje (2012), Integration/Inklusion aus Sicht der Disability Studies: Aspekte aus der internationalen und der deutschen Diskussion. In: Rathgeb, Kerstin (Hg.), Disability Studies. Kritische Perspektiven für die Arbeit am Sozialen, Wiesbaden, 39-54.

Meyer, Hilbert (2004), Was ist guter Unterricht, Berlin.

Priestley, Mark (2003), Worum geht es bei den Disability Studies? Eine britische Sichtweise. In: Waldschmidt, Anne, Kulturelle Perspektiven der Disability Studies. Tagungsdokumentation, Kassel.

Oliver, Mike (1996): Understanding Disability. From Theory to Practice, Houndsmill, Basingstoke.

Pfahl, Lisa (2011), Techniken der Behinderung. Der deutsche Lernbehinderungsdiskurs, die Sonderschule und ihre Auswirkungen auf Bildungsbiografien, Bielefeld.

Valle, Jan D. & Connor, David, J. (2011), Rethinking Disability. A Disability Studies Approach to Inclusive Practices, New York.

Quelle

Swantje Köbsell: Disability Studies in Education Erschienen in Inklusion, Ausgabe, 02/2015, https://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/275/258 , ISSN 1862-5088

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Stand: 21.02.2019

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