Nicht ob, sondern wie es geht

Betriebliche Berufsbildungs bei der Hamburger Arbeitsassistenz

AutorIn: Grid Grotemeyer
Textsorte: Zeitschriftenartikel
Releaseinfo: Erschienen in: impulse, Magazin der Bundesgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung, Nr. 76/2016, S. 26-30; Schwerpunktthema Migration impulse (76/2016)
Copyright: Grid Grotemeyer 2016

Abbildungsverzeichnis

    Nicht ob, sondern wie es geht

    „Ich bin gern an der Spülmaschine“, sagt Cory Oberländer. Er sortiert Tassen aus den noch feuchten Geschirrkörben sorgfältig in die Regale. Immer zwei gleichzeitig nimmt er hoch und schaut hinein, ob auch keine Kaffeeränder oder Spülreste übrig geblieben sind. „Zuerst war ich in der Werkstatt, aber das war nicht mein Ding. Vor dem Praktikum hier war ich in einer Großküche in einem Hotel und in einer Produktionsküche“, erzählt er, „bis Ende April bleibe ich hier. Mit den Kollegen komme ich gut zurecht, auch mit Uli, meinem Arbeitsassistenten. Er hilft mir und zeigt, was ich falsch mache. Ich arbeite jeden Tag außer mittwochs, da bin ich in der Berufsschule.“ Der junge Mann absolviert zurzeit ein Praktikum bei der Cateringfirma „schuh’s food“, die die Betriebskantine von Data Port, einem Hamburger IT-Dienstleister, bewirtschaftet.

    Cory Oberländer ist seit August 2014 Teilnehmer in der Betrieblichen Berufsbildung bei der Hamburger Arbeitsassistenz (HAA). Denn er will auf einen festen, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz. Zurzeit erprobt er sich in verschiedenen Kurzzeitpraktika: Sie sollen zutage fördern, wo seine Fähigkeiten liegen. Von Anfang an wollte er in die Küche und am liebsten an die Spülmaschine. Ob das so bleibt, wird sich im Lauf der nächsten zwei Jahre zeigen, wenn er weitere, auch längere Praktika durchlaufen hat und Vergleiche ziehen kann. Dabei begleiten ihn zwei Arbeitsassistenten, abwechselnd und am Anfang täglich.

    Seit 1992 hat die HAA über 1.000 Menschen mit geistiger Behinderung/Lernschwierigkeiten in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt und zwar ausschließlich in Festanstellung und mit tariflicher Entlohnung. Das ist einzigartig in Deutschland: Die Vermittlungsleistung der Werkstätten liegt bei unter einem Prozent. Welches Konzept liegt diesem sensationellen Vermittlungserfolg der HAA zugrunde?

    Die Methode: Supported Employment

    Die Arbeitsassistenz adaptierte den aus den USA kommenden Ansatz des „supported employment“, die Methode der Unterstützten Beschäftigung: Für jeden Teilnehmer suchen Arbeitsassistenten eine geeignete betriebliche Tätigkeit, passen die Arbeiten an und entwickeln Nischenarbeitsplätze. Sie begleiten die Teilnehmer so lange vor Ort, wie es notwendig ist. „Jeder Mensch hat Entwicklungspotenzial, deshalb nehmen wir jeden auf, der motiviert ist und auf den ersten Arbeitsmarkt will“, sagt Achim Ciolek, Geschäftsführer der Hamburger Arbeitsassistenz.

    Kooperation mit der Werkstatt

    In der Betrieblichen Berufsbildung kooperierte die HAA seit 1996 mit den Hamburger Werkstätten:

    Abbildung 1. Abbildung 1: Cory Oberländer an seinem Arbeitsplatz

    Cory Oberländer ist in einer Küche und räumt Tassen in
eine Spülmaschine.

    Foto: HAA

    Sie übernahm als ihr Dienstleister die Begleitung von anfänglich auf betrieblichen Praktikumsplätzen. Nachdem die Werkstätten eigene Angebote entwickelten und die Kooperation 2005 kündigten, nutzten die Teilnehmer das Persönliche Budget für den betrieblichen BBB bei der HAA. „Die Umsetzung des Persönlichen Budgets hat bei uns sehr gut funktioniert, die Agentur für Arbeit hat den Zugang aktiv unterstützt: Es schaff t eine Alternative zur Berufsbildung in der Werkstatt“, meint Achim Ciolek.

    Inzwischen gibt es kaum noch Anträge auf ein Persönliches Budget im BBB, denn: „Seit 2008 kooperieren wir wieder mit einer Werkstatt im Betrieblichen BBB, dieser Weg erweist sich weniger aufwendig und schaff t eine unbürokratische Durchlässigkeit zwischen den Angeboten von Werkstatt und HAA.“ Das Kontingent ist variabel, durchschnittlich durchlaufen 40 Teilnehmer den BBB bei der HAA. Für den Verwaltungsaufwand behält die Werkstatt einen geringen Betrag des Kostensatzes pro Teilnehmer ein, der Rest geht an die HAA – ein Vorteil für beide. Die Teilnehmer sind in der Werkstatt angemeldet und damit sozialversichert, erhalten ebenso wie ihre Kollegen in der Werkstatt Ausbildungs- oder Übergangsgeld, ihre berufliche Bildung aber organisiert ausschließlich die HAA.

    Der Einstieg in den Betrieblichen BBB

    Teilnehmer kommen meist auf Empfehlung der Schule oder ihres Reha-Beraters in der Agentur für Arbeit zur HAA. Die Nachfrage nach Plätzen in der Betrieblichen Berufsbildung ist hoch. Nach einer zweiwöchigen Informationsphase zu Beginn des betrieblichen BBB begleiten die Jobcoachs ihren Teilnehmer in Kurzpraktika, die der ersten Orientierung dienen und klären, wie das betriebliche Setting für ihn aussehen sollte und wie viel Unterstützung er braucht. Nach der ersten Orientierungsphase folgen drei- bis viermonatige Praktika und der Teilnehmer lernt möglichst viele Arbeitsbereiche kennen. „Je sicherer wir werden, dass der Bereich als solches richtig ist, rückt statt der Orientierung die vertiefte fachliche Qualifizierung in den Vordergrund und die Praktika werden länger“, erklärt Achim Ciolek.

    Individuell in der betrieblichen Praxis lernen

    Tests wie Melba oder Hamet, wie sie im Eingangsverfahren einiger Werkstätten verwendet werden, setzt die HAA nicht ein: „Wir sind keine grundsätzlichen Kritiker diagnostischer Verfahren. Aber wir begreifen das Thema ‚Fähigkeitsprofil erstellen‘ als einen längeren Prozess und nicht statisch. Fähigkeiten und Kenntnisse der Teilnehmer verändern sich in jedem Praktikum. Statt mit festen Lerneinheiten unterstützen wir die Praxis in den Betrieben mit individuellen Lernstrukturen“, meint der Geschäftsführer. An die Stelle der Fachcurricula in Werkstätten setzt die HAA inhaltliche Flexibilität und orientiert sich am konkreten Bedarf des Teilnehmers an seinem Arbeitsplatz. Als Methode nutzen die Jobcoachs das „Training on the Job“ und die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen. Dafür entwickelte die HAA eigene Qualifizierungsmaterialien wie bEO oder kukuk und auch ein spezielles Angebot für Frauen mit Behinderung unter dem Namen Talente.

    „Längst überfällig, dass die Politik den dauerhaften Vermittlungserfolg zur Kenntnis nimmt und die Diskussion um die Reform der Eingliederungshilfe in andere Bahnen lenkt.“

    Ziel ist immer die Vermittlung

    Am Ende des betrieblichen BBB steht sehr häufig die Übernahme des Teilnehmers aus dem Praktikum in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Achim Ciolek: „Die Arbeitsassistenten haben den Auftrag, sofort zu reagieren, wenn in einem Betrieb zwar alle mit dem Praktikanten zufrieden sind, aber schnell klar ist, einen festen Arbeitsvertrag wird es hier nicht geben: Dann akquirieren wir sofort einen neuen Platz für den Teilnehmer und ziehen ihn am alten ab. Ziel ist immer die Vermittlung auf einen festen Arbeitsplatz, niemals ein ‚dann schauen wir mal‘.“ Orientierung, Qualifizierung, Stabilisierung, Festanstellung und nachfolgende Begleitung: Das ist, kurz gesagt, das Rezept, mit dem die HAA ihre Teilnehmer mit Werkstattstatus zu Arbeitnehmern mit Tariflohn entwickelt.

    Verlängerung mit dem Integrationspraktikum

    „Wir machen bei den Teilnehmern in der Betrieblichen Berufsbildung immer wieder die Erfahrung, dass 24 Monate zu kurz sind, um Fähigkeiten voll zu entfalten und einen passenden Arbeitsplatz zu finden“, sagt Achim Ciolek. Deshalb nutzen viele anschließend ein Integrationspraktikum, um mit einer längerfristigen Erprobung die Vermittlungschancen zu erhöhen und doch erfolgreich zu sein: „Unsere Zielsetzung ist, den Teilnehmer nach drei Jahren vermittelt zu haben.“ Das Integrationspraktikum finanziert sich, wie der Arbeitsbereich der Werkstatt, aus Mitteln der Eingliederungshilfe und ist - mit einer guten Begründung - de facto unbefristet. Klienten, die ihren BBB bereits in einer Werkstatt durchlaufen haben, sich dann aber im ersten Arbeitsmarkt erproben wollen, nimmt die HAA auch im Integrationspraktikum auf.

    Rund 40 Teilnehmer durchlaufen die Betriebliche Berufsbildung pro Jahr und 40 ein Integrationspraktikum. Rund 30 Prozent der Teilnehmer verlassen am Ende oder kurz vorher die Betriebliche Berufsbildung mit einem festen Arbeitsvertrag. Nach fünf Jahren, also nach zwei Jahren BBB und drei weiteren Jahren Integrationspraktikum, liegt die Vermittlungsquote bei 70 Prozent. Achim Ciolek: „Die anderen Teilnehmer brechen entweder krankheitsbedingt ab oder sie gehen in die Werkstatt.“ Nach einer erfolgreichen Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt finanziert das Integrationsamt für zwei Jahre die weitere Begleitung.

    Die Arbeitsassistenten

    60 Arbeitsassistenten – Sozialpädagogen, Erzieher, Arbeitstherapeuten, Ergotherapeuten und Lehrer – begleiten die Teilnehmer im Tandem während des gesamten Berufsbildungsprozesses. Koordinatoren unterstützen die Jobcoachs in kollegialen Fallberatungen alle drei, vier Monate und arbeiten selbst in der Begleitung. Arbeitsassistent Norbert Ganter über seine Arbeit: „Mir macht es Spaß, Kompetenzen und Fähigkeiten, die wir durch individuelle Trainings- und Unterstützungseinheiten fördern, wachsen zu sehen. Den Menschen tatsächlich eine Chance zu geben, Alternativen zu entdecken und Dinge für sich zu bewegen.“

    Die Jobcoachs der HAA arbeiten mit einem Betreuungsschlüssel von 1 : ca. 3,5. Das sieht nur scheinbar nach einer besseren Finanzierung aus als in Werkstätten mit ihrem BBB-Schlüssel von 1:6. Die Erklärung liegt vor allem in deutlich geringeren Overheadkosten bei der HAA: Über 90 Prozent des Personals sind Arbeitsbegleiter und sie hat geringe Raum- und Investitionskosten.

    An jedem Arbeitstag beginnt ein Praktikum

    Die Akquise von Arbeits- oder Praktikumsplätzen ist Aufgabe von vier spezialisierten Mitarbeitern der HAA. „Die Arbeitsassistenten informieren uns darüber, welche speziellen Praktika sie für welchen Teilnehmer suchen. Inzwischen haben wir aber auch eine umfangreiche Datenbank mit einem großen Pool an Praktikumsplätzen aufgebaut, in der die Arbeitsassistenten auch selbst suchen können.“ Betriebe, in denen die HAA immer wieder Kurzzeitpraktika besetzen kann, „lernen, wie wir ticken: Das ist ein großer Vorteil. Ich habe ursprünglich gedacht, nach ein paar Jahren kennen uns alle Hamburger Arbeitgeber und dann wird es schwierig, Praktikumsstellen zu finden. Falsch. Je länger man drin ist, desto mehr Ressourcen entdeckt man.“ Stefan Schuh, der Chef der Betriebskantine des IT-Dienstleisters, bestätigt das: „Ich arbeite seit zehn Jahren mit der HAA zusammen. Die Arbeitsassistenten gehen hier ein und aus, arbeiten mit den Praktikanten, wissen, wie mein Betrieb funktioniert und agieren selbstständig. Unser Verhältnis ist entspannt, vieles sprechen wir zwischen Tür und Angel ab.“ Für neue Praktikanten ist er immer offen, sein Betrieb ein guter Einsatzort für Teilnehmer in der Erprobungsphase. Fünf seiner insgesamt 24 Mitarbeiter sind ehemalige HAA-Praktikanten, die er auf einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz übernommen hat.

    An jedem Arbeitstag beginnt die HAA rein rechnerisch mindestens einen Praktikumsplatz, entweder einen neu akquirierten oder einen aus dem der Bestandskunden. Vor allem kleinere und mittlere Betriebe sind den Praktika gegenüber aufgeschlossen. „Mit unseren zwangsläufig unorthodoxen Bewerbungsverfahren haben wir bei großen Unternehmen keine Chance. Personaler in Großbetrieben haben feste Kriterien, nach denen sie Bewerber auswählen, da fallen unsere Lebensläufe einfach durch.“

    HENDRIK HEINSOHN

    Langen Atem haben

    „Zur Arbeitsassistenz kam ich im Oktober 2011 durch die Agentur für Arbeit. Zuerst war ich in der Maßnahme Unterstützte Beschäftigung, aber der Druck war zu groß. Also habe ich in die Betriebliche Berufsbildung gewechselt. Das war genau richtig“, erzählt Hendrik Heinsohn. Begleitet von Norbert Ganter, schnupperte er in viele Branchen, machte Praktika bei Globetrotter, der IKK, der Harburger Handwerkskammer, arbeitete in Poststellen, am Empfang und mit SAP. Bei der Suche nach Praktikumsplätzen erwies sich die fehlende Barrierefreiheit als größtes Handicap: Oft erreichte er Firmen wegen fehlender Zuwege mit seinem Rollstuhl erst gar nicht. Im April 2013 begann er schließlich ein Praktikum im Amalie Sieveking-Krankenhaus in Hamburg-Volksdorf. Das hatte Erfolg: Im Oktober erhielt er einen Zwei-Jahres-Vertrag. „Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt und wollte gern hierbleiben, mein Chef konnte sich das auch gut vorstellen.“ Die Chancen stehen gut, dass sein Vertrag entfristet wird. Vor allem mache er PC-Arbeit, beschreibt er seine Aufgaben. „Ich gebe die Befunde aus dem Herzkatheter- Labor in den PC ein, unterstütze bei den Leistungsabrechnungen mit den Krankenkassen, bringe Blutproben ins Labor und betreue die Poststelle.“ Längst hat er sich von seinen Arbeitsassistenten abgenabelt und boxt sich allein durch oder fragt Kollegen. Sein großes Ziel, im ersten Arbeitsmarkt anzukommen, hat er erreicht, das erfüllt ihn mit Stolz. „Es waren auch harte Monate für Hendrik, immer wieder die Frage, vier, sechs Monate Praktikum und dann? Wir haben ihm immer gesagt, beiß die Zähne zusammen, wir kriegen das hin“, sagt Norbert Ganter, und zu Hendrik: „Mit deiner lebendigen Art und deiner Freundlichkeit steckst du alle an. Wenn du durch die Flure heizt, stehen bleibst und mit allen sprichst, sieht man, du bist hier angekommen.“ – „Das geht runter wie Butter“, gibt Hendrik Heinsohn zurück.

    Attraktiv für Arbeitgeber

    Als taugliches Instrument bei der Vermittlung aus dem Betrieblichen BBB erweist sich das Hamburger Budget für Arbeit. „Seit 2012 haben wir 54 Teilnehmer über das Budget in sozialversicherungspflichtige Festanstellung vermittelt. Die Betriebe erhalten dauerhaft bis zu 70 Prozent Lohnkostenzuschuss, die Teilnehmer können, sollte der Arbeitsvertrag beendet werden, entweder in die Werkstatt oder in ein neues Praktikum gehen. Die Arbeitgeber sind jetzt schneller bereit, einen festen Arbeitsvertrag abzuschließen“, meint Achim Ciolek. Das Budget ist genau da erfolgreich, wo die bisherige Förderungsstruktur – zwei Jahre Eingliederungszuschuss der Agentur für Arbeit – scheiterte. Was allerdings nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass die HAA 20 Jahre lang auch ohne Budget erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt vermittelte.

    Auch der Arbeitsplatz von Hendrik Heinsohn läuft über das Hamburger Budget für Arbeit. Jürgen Johannsen, der Logistikleiter des Krankenhauses, sieht es so:

    Abbildung 2. Abbildung 2: Hendrik Heinsohn an seinem Arbeitsplatz

    Hendrik Heinsohn sitzt am Computer.

    Foto: HAA

    „Ich kam auf die Zusammenarbeit mit der Arbeitsassistenz, weil ich ausprobieren wollte, ob wir so Abteilungen entlasten können. Das klappt mit Hendrik super. Das Hamburger Budget ist dabei eine große Hilfe, denn Krankenhäuser stehen betriebswirtschaftlich ja immer schlecht da. So haben alle einen Gewinn davon, Hendrik sowieso, die Arbeitsassistenz und wir auch. Hendrik ist ein Glücksgriff für uns.“

    Warum funktioniert die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt bei der HAA trotz niedrigerer Kostensätze pro Teilnehmer dennoch erfolgreicher als bei den Werkstätten? Gründe sieht Achim Ciolek vor allem in der höheren Betreuungsintensität, der stärkeren Zugriffsmöglichkeit auf Betriebe des ersten Arbeitsmarkts und in der Qualifikation, Erfahrung und Haltung der Kollegen: „Arbeitsassistenten sind stark auf die Übernahme des Teilnehmers in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis fokussiert. Statt von Werkstätten zu verlangen, Parallelstrukturen aufzubauen, vernetzen wir uns sinnvoll mit ihnen: Und das verlangt vielleicht auch, den einen oder anderen Beschäftigten zu ermutigen, eine berufliche Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu erproben.“

    Fazit

    70 Prozent ihrer Teilnehmer – alle werkstattberechtigt – vermittelt die HAA in Festanstellungen auf den ersten Arbeitsmarkt. Das widerspricht allen „gesicherten Erkenntnissen“ über die „(Un)Vermittelbarkeit von Werkstattbeschäftigten“ und lässt die Unterscheidung „werkstattfähig“ versus „arbeitsmarktfähig“ obsolet erscheinen. Arbeiten, wo andere auch arbeiten, ist keine Frage des Ob und auch keine des Wie mehr: Wie es funktioniert, Menschen mit geistiger Behinderung/Lernschwierigkeiten in sozialversicherungspflichtige Arbeit zu vermitteln, zeigt die HAA seit 23 Jahren jeden Tag aufs Neue: Arbeit inklusive. Längst überfällig, dass die Politik den dauerhaften Vermittlungserfolg zur Kenntnis nimmt und die Diskussion um die Reform der Eingliederungshilfe in andere Bahnen lenkt.

    Die Autorin:

    Abbildung 3. Abbildung 3: Grid Grotemeyer

    Ein Portraitfoto von der Autorin Grid Grotemeyer.

    Grid Grotemeyer ist Chefredakteurin der Zeitschrift KLARER KURS. Das Magazin für berufliche Teilhabe erscheint im Verlag 53° Nord, einem Geschäftsbereich der GDW Hessen Thüringen eG.

    Kontakt und nähere Informationen

    Adresse: 53° Nord Agentur und Verlag Frankfurter Straße 227b, 34134 Kassel

    Tel.: 0561 / 47 59 66 53

    Mail: grotemeyer@53grad-nord.com

    Internet: www.53grad-nord.com

    Der Artikel erschien bereits 2015 im Klaren Kurs. Wir danken für die Überlassung!

    Quelle

    Grid Grotemeyer: Nicht ob, sondern wie es geht. Betriebliche Berufsbildungs bei der Hamburger Arbeitsassistenz. Erschienen in: impulse, Magazin der Bundesgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung, Nr. 76/2016, S. 26-30.

    bidok - Volltextbibliothek: Wiederveröffentlichung im Internet

    Stand: 21.08.2018

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