Kontinuität und Wandel

16 Jahre Hamburger Arbeitsassistenz - Was hat sich verändert - Unterstützte Beschäftigung im Wandel

AutorIn: Rolf Behncke
Themenbereiche: Arbeitswelt
Textsorte: Zeitschriftenartikel
Releaseinfo: erschienen in: impulse Nr. 49, 1/2009, Seite 28-31. Schwerpunkt: Unterstützte Beschäftigung. Konzept und Maßnahme. Der Artikel ist als Beitrag anlässlich der Tagung des Österreichischen Dachverbandes Berufliche Integration "Europäische Wege der beruflichen Integration" am 11./12.11.2008 in Wien gehalten worden. impulse (49/2009)
Copyright: © Rolf Behncke 2009

Erfolgreich arbeiten unter dem Eindruck verschärfter ökonomischer Rahmenbedingungen

Mit Berechtigung kann gefragt werden, ob Personen mit erheblichen behinderungsbedingten Einschränkungen, die Anfang der 90er Jahre mit Unterstützung der Hamburger Arbeitsassistenz vermittelt werden konnten, auch heute noch eine Integrationschance hätten. Die Skepsis ist schnell begründet: Unter dem Eindruck von Globalisierung vermittelte Verschärfung der Arbeitsbedingungen führt dazu, dass weniger Personal schneller und flexibler arbeiten muss. Unter diesen Veränderungen wird es für Integrationsfachdienste immer schwieriger, die für Menschen mit Lernschwierigkeiten erforderlichen Nischenarbeitsplätze zu finden/zu schaffen.

Eine Auswirkung davon ist, dass sich betriebliche Qualifizierungsphasen im Vorfeld einer Vermittlung deutlich verlängert haben. Arbeitsassistentinnen sind über lange Zeiträume in den Betrieben präsent und in hohem Maße mit den betrieblichen Abläufen vertraut. Dadurch sind die ArbeitsassistentInnen mit den betrieblichen Bedingungen sehr vertraut, haben vertrauensvolle Kooperationsbeziehungen aufbauen können und somit auch den Rückhalt und das Standing, mit den Betrieben Veränderungen im Sinne geeigneter Beschäftigungsmöglichkeiten zu besprechen. Über lange Jahre erworbene Branchenkenntnisse ermöglichen es ArbeitsassistentInnen in Kenntnis auch der zu vermittelnden Personen, in den Betrieben Gestaltungsspielräume auszunutzen, geeignete Arbeitsplätze zu identifizieren, zu schaffen, bzw. zu verändern, um beispielsweise eine Verlangsamung kompensieren können (hohe Paßgenauigkeit).

Auf Grund der langfristigen Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Hamburger Arbeitsassistenz stellen Betriebe mittlerweile auch mehr als nur eine Person mit Behinderung ein. Daraus erwächst kein Widerspruch zum Prinzip der individuellen Integration, es entstehen dadurch keine Gruppenarbeitsplätze. In der Folge entwickelt sich mit der erhöhten Präsenz eine noch höhere Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit mit dem Betrieb. In der Konsequenz entstehen dadurch weitere Einstellungsoptionen und gleichzeitig eine gute Reputation des Fachdienstes in der spezifischen Unternehmensöffentlichkeit.

Verändert hat sich auch die Struktur der einstellenden Unternehmen und der Beschäftigungsverhältnisse. Partner der Hamburger Arbeitsassistenz sind zunehmend Dienstleistungsunternehmen, die die "klassischen" Beschäftigungsmöglichkeiten für diesen Personenkreis dominieren (Reinigung, Küche, Altenpflege, etc.); Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse und befristete Arbeitsverträge werden häufiger. Ohnehin geprägt (und auch qualifiziert) durch eine sehr diversifizierte (multikulti) Arbeitnehmerschaft sind die Barrieren, auch Personen mit sehr speziellen Fertigkeiten zu beschäftigen, niedriger. Das Unternehmen bietet Beschäftigungsmöglichkeiten für einen befristeten Zeitraum und ist auch bereit, den frei werdenden Arbeitsplatz erneut mit einer behinderten Person zu besetzen.

Verlagerung und Ausweitung der Unterstützungsangebote der Hamburger Arbeitsassistenz

Während in den ersten Jahren vorwiegend Personen aus der WfbM im Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt unterstützt wurden, hat sich der Schwerpunkt jetzt auf Angebote für SchulabgängerInnen aus Sonderschulen und Integrationsklassen im Übergang von der Schule in den Beruf verlagert. Nach wie vor werden aber auch MitarbeiterInnen der WfbM unterstützt. Die berufliche Integration von beiden Personengruppen ist durch erheblich längere Qualifizierungs- und Orientierungsphasen vor einer Vermittlung gekennzeichnet.

Im sinnvollen Zusammenhang mit diesem Schwerpunkt liegen auch Aktivitäten der Hamburger Arbeitsassistenz, die berufliche Orientierungsprozesse bereits in der Schule zu unterstützen. Hier verstehen sich die Angebote der Hamburger Arbeitsassistenz als Beitrag zur Stärkung der Berufswahlkompetenzen, zur Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen, Kompetenzen und Einschränkungen sowie als Entscheidungshilfe hinsichtlich einer Tätigkeit in der WfbM oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Zusätzlich zur Kernaufgabe der betrieblichen Qualifizierung werden auch außerbetriebliche Bildungsangebote gemacht, die die betrieblichen Qualifizierungs- und Orientierungsprozesse unterstützen: die Auseinandersetzung mit beruflichen Schlüsselqualifikationen, Bildungsangebote im Bereich der Kulturtechniken (Lesen/Schreiben/Rechnen), kleine Forschungsprojekte der TeilnehmerInnen zu unterschiedlichen Berufsfeldern, besondere Angebote der beruflichen Orientierung für Frauen mit Behinderung, Angebote der Persönlichen Zukunftsplanung.

Veränderungen in der Arbeitsweise

Wie bereits angeführt befinden sich die meisten der von der Hamburger Arbeitsassistenz unterstützten Personen in längeren (mitunter mehrjährigen) Qualifizierungsphasen (im Übergang von der Schule oder aus der WfbM auf den allgemeinen Arbeitsmarkt). Dadurch wird der unmittelbare Vermittlungsdruck genommen und eine allmähliche Heranführung an betriebliche Standards sowie Schaffung von Nischenarbeitsplätzen ermöglicht. Gerade bei Personen mit einem höheren Unterstützungsbedarf gelingt kaum noch die "schnelle Vermittlung".

Job Coaching/ Arbeitsassistenz bezieht sich auf den ganzen Betrieb. Dazu gehört auch möglicherweise eine Veränderung betrieblichen Strukturen und nicht nur Qualifizierung der behinderten Personen. Branchenkenntnis und vertrauensvolle, auf Langfristigkeit angelegte Kooperationen mit den Betrieben ermöglicht es den ArbeitsassistententInnen, betriebliche Abläufe zu analysieren, zu bewerten und Entscheidungen der Betriebsleitung zu beeinflussen. ArbeitsassistentInnen sind SpezialistInnen für die betriebliche Integration. Diese Erfahrung vor Augen verwundert es immer wieder, wenn mitunter auch in der Fachöffentlichkeit diskutiert wird, gerade diesen Bereich in die Hände von weniger qualifizierten Aushilfskräften ("Rentner, Studenten, Hausfrauen") zu legen, wie es in der Diskussion immer einmal wieder in Unkenntnis der Herausforderungen dieses spezifischen Arbeitsfeldes der betrieblichen Arbeit vorgebracht wird.

Nicht allzu weit von dieser Diskussion sind auch Ansätze zu bewerten, die dem Instrument des sog. "natural support" - also die tragende Einbindung des betrieblichen Umfeldes (KollegInnen und Vorgesetzte) in den Integrationsprozess - den Nimbus der eigentlichen Integrationsstrategie verleihen wollen. Selbstverständlich sind auch in der Integrationsstrategie der Hamburger Arbeitsassistenz diese KollegInnen und Vorgesetzten wichtige Elemente der beruflichen Eingliederung besonders auch in Hinblick auf eine langfristige Stabilität. Aber auch diese KollegInnen benötigen ein intensives Coaching. Auch muss man sich nichts vormachen, dass mit den heutzutage in den Betrieben zur Verfügung gestellten Zeitbudgets gerade in den Tätigkeitssektoren der "einfachen" Arbeiten kaum Spielraum für eine intensive Einarbeitung bereit gestellt wird. Hinter dem Konzept der "natürlichen Unterstützung" steht in erster Linie ein Kosteneinsparungsmodell.

Veränderungen beim unterstützten Personenkreis

In der Praxis werden zunehmend eher kognitiv leistungsstärkere Personen unterstützt und vermittelt, dieses ist auch den verschärften Anforderungen in der Arbeitswelt geschuldet. Allerdings ist dann häufig ein Unterstützungsbedarf in anderen Bereichen festzustellen, der sich auf unangemessene Verhaltensweisen im Betrieb, auf Motivationseinbrüche, bzw. auf das Erlernen von Motivation, sowie das Einüben einer Arbeitnehmerrolle bezieht.

Dies zieht auch Veränderungen in der Arbeitsweise und damit auch geänderter Qualifikationen der ArbeitsassistentInnen nach sich: der Anteil "sozialer" Arbeit im Unterstützungsprozess nimmt gegenüber den "berufspädagogischen" Anteilen zu.

In der Konsequenz steigen Anforderungen an die ArbeitsassistentInnen: neben berufspädagogischen Kompetenzen, einer schnellen Auffassung von Arbeitsabläufen, der Fähigkeit der flexiblen Einfühlung in betriebliche Strukturen und Betriebskulturen, sind mehr und mehr auch sozialarbeiterische Kompetenzen gefordert.

Mit der Verlagerung des Arbeitsschwerpunktes auf den Personenkreis der SchulabgängerInnen werden zunehmend jüngere Personen unterstützt. Für das pädagogische Handeln ist dieses mit der Konsequenz verbunden, dass auch Aspekte der Persönlichkeitsbildung eine erheblich größere Rolle spielen. ArbeitsassistentInnen sind mit der Anforderung konfrontiert, neben der beruflichen Integration auch Probleme, die mit Übergang von Jugend zum Erwachsensein verbunden sind, in die Unterstützungsarbeit mit einzubeziehen.

Das Konzept der Unterstützung am betrieblichen Arbeitsplatz wird zunehmend auch von anderen Bereichen der Integration übernommen, in denen es vorwiegend nicht um Menschen mit Behinderung, sondern um Personen mit anderen Formen der Benachteiligung geht.

Konzeptionelle Weiterentwicklungen von Unterstützter Beschäftigung

Mit den in den letzten Jahren festzustellenden Veränderungen in der Arbeitswelt haben sich auch die Qualifizierungsanforderungen an die ArbeitnehmerInnen deutlich erweitert: die Zurücknahme der Arbeitsteilung, die Bewältigung der Aufgaben durch weniger Personal erhöhen die Bedeutung übergeordneter Qualifikationsmerkmale, die unter dem Begriff Schlüsselqualifikationen zusammengefasst werden. Diese stehen mittlerweile im Vordergrund der Qualifizierungsunterstützung durch die Hamburger Arbeitsassistenz.

Damit verbunden ist auch eine Erweiterung des Qualifizierungsangebotes. Es wird nicht mehr ausschließlich durch ein "Training on the job", also im betrieblichen Umfeld durchgeführt. Diese werden ergänzt durch Qualifizierungsangebote außerhalb des Betriebes, beispielsweise in Form von Seminaren. Die Seminarinhalte stehen allerdings in einem engen Zusammenhang mit dem jeweiligen betrieblichen Qualifizierungsprozess.

Dahinter steht auch eine differenzierte Vorstellung von Lernen: Auch wenn die Verwendung von Schlagworten wie "Erst platzieren dann trainieren" ein wesentliches Element ist, zum Paradigmenwechsel in der beruflichen Bildung beizutragen (mit Erfolg) und dem betrieblichen Anteil in der beruflichen Bildung zu einem angemessenen Stellenwert zu verhelfen - so war doch dem Lernkonzept der Hamburger Arbeitsassistenz nie eine Lernvorstellung entsprechend der Konditionierung einer "black box"unterlegt. Immer war für die Qualifizierungsarbeit ein Lernkonzept bestimmend, dass auch bei Menschen mit Lernschwierigkeiten ("mit geistiger Behinderung") Fähigkeiten zur Übertragung von Erlerntem auf andere Situationen und Anforderungen bestehen. Demzufolge besteht ein großer Anteil des Job Coachings in der Unterstützung von Reflexionsprozessen. Diese zeigen sich durchaus in Lernzuwächsen am Arbeitsplatz und Verhaltensänderungen.

Auch wenn die Vermittlung in Arbeit im Vordergrund steht - und von den Kostenträgern auch zum Berechtigungsmaßstab unseres Ansatzes angesehen wird - so werden die Qualifizierungsangebote immer auch durch einen umfassenderen Bildungsbegriff und unterstützenden Elementen zur Entwicklung der Persönlichkeit differenziert.

Weiterentwicklung fachdienstinterner Strukturen

Angesichts des Umstandes, dass im Rahmen der längerfristigen Qualifizierungsangebote das Erfordernis besteht, auf Grund der individuellen Anforderungen der TeilnehmerInnen immer wieder neue betriebliche Praktikumsplätze zu finden, ist die Akquisition von Betrieben professionalisiert worden durch eigens dafür geschaffene Stellen. Damit verbunden auch die Hoffnung auf Entwicklung kreativer Strategien, neben dem veröffentlichten Stellenmarkt zusätzliche Einstellungspotentiale zu erschließen.

Zu Beginn der Tätigkeit der Hamburger gab es eine Arbeitsteilung zwischen ArbeitsassistentInnen (zuständig für Fähigkeitsprofil, Krisengespräche, AnsprechpartnerInnen für Job Coaches) und Job Coaches (zuständig für die Qualifizierung im Betrieb). Diese Arbeitsteilung findet sich andernorts zum Teil wieder in den Strukturen der IFD mit der Position der vermittelnden IntegrationsberaterInnen und der Position der berufsbegleitenden KollegInnen. Diese Arbeitsteilung ist aufgehoben worden, weil sie fachlich nicht sinnvoll ist und weil im Lauf der Zeit sehr deutlich wurde, dass die Arbeit im Betrieb die Ausschlag gebende Qualität des Fachdienstangebots ausmacht.

Die Qualität der betrieblichen Arbeitsbegleitung ist durch Einführung eines Patensystems erhöht worden. Immer zwei ArbeitsassistentInnen/Job Coaches sind für ein Begleitverhältnis zuständig. Dieses ermöglicht die Vertretung in Krankheits- und Urlaubssituationen, sowie eine Qualitätssteigerung durch erhöhte Reflexionsmöglichkeiten unter den Paten. Darüber hinaus lässt diese Personalstruktur zu, dass ArbeitsassistentInnen für mehrere TeilnehmerInnen zuständig sein können.

Die Weiterentwicklung des Konzepts der Unterstützten Beschäftigung sowie die Entwicklung zusätzlicher Angebote lässt sich nur begrenzt im Rahmen des Alltagsgeschäfts durchführen. Deshalb ist eine auch personell abgesicherte spezielle Abteilung für das regelhaft vorgehaltene Angebot von außerbetrieblichen Bildungsangeboten, Projektentwicklung und Weiterentwicklung von Unterstützter Beschäftigung aufgebaut worden.

Der allgemeine Arbeitsmarkt - Beschäftigungsformen für Menschen mit Behinderung

Grundsätzlich ist eine generelle Tendenz einer größeren Nähe zum allgemeinen Arbeitsmarkt bei allen Anbietern von Leistungen der beruflichen Rehabilitation festzustellen. Das gilt für Werkstätten, Berufsbildungswerke, Berufsförderungswerke, Maßnahmen der beruflichen Vorbereitung der Agentur für Arbeit bis hin zu den Schulen, in denen Praxistage einen hohen Stellenwert einnehmen.

Im Wirkungskreis der beruflichen Rehabilitation von Menschen mit Behinderung, insbesondere geistiger Behinderung, wird die Diskussion, vor allem wenn es um die Integration in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse geht, zunehmend unübersichtlicher.

Da ist die eine Position zu vernehmen, die vertritt, dass Menschen mit Behinderung durchaus eine Chance haben, dauerhaft in sozialversicherungspflichtiger Arbeit integriert zu werden (Fachdienste, Kostenträger). Eine zweite Position, die häufig in Werkstattkreisen zu vernehmen ist, behauptet, dass der allgemeinen Arbeitsmarkt auf Grund der verschärften Anforderungen keine Perspektive mehr im Sinne einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung für Menschen mit Behinderung bietet.

In Ansätzen ist ein allgemeiner Deinstitutionalisierungsprozess erkennbar: Einrichtungen verlassen ihr eigenes Haus und gehen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, Stichwort "Virtuelle Werkstatt". Dies geschieht allerdings in der Logik der eigenen Institution. Beispielsweise endet in der Regel der Übergang aus der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf den allgemeinen Arbeitsmarkt bei ausgelagerten Werkstattplätzen. Der Übergang in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wird nur selten systematisch weiter verfolgt.

Das Moment der Sozialversicherungspflichtigkeit - mit seiner Arbeit sich selbst zu ernähren oder einen Beitrag zur materiellen Selbständigkeit zu leisten - verliert zunehmend seinen Status als heraus gehobenes Qualitätsmerkmal.

In der Praxis existieren mittlerweile unterschiedliche Formen der Integration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt: Reguläre Beschäftigung, ausgelagerte WfbM-Plätze, oder das, was modern als "virtuelle Werkstatt" bezeichnet wird. Es macht wenig Sinn, diese Positionen polarisierend gegenüber zu stellen, zumal die "Fronten" nicht zwischen eindeutigen "Lagern" verlaufen. Werkstätten schließen selbstverständlich eine mögliche Option des Übergangs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht grundsätzlich aus. Wie auch andererseits sinnvolle Tätigkeiten unterhalb des regulären Beschäftigungsverhältnisses auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gerade von sehr integrationsbewußten Eltern-Zusammenschlüssen favorisiert werden. Bedenklich wird es allerdings, wenn die Durchlässigkeit zwischen den Angebotsformen sowie der Anspruch, durch optimale Förderung eine weitestgehende Selbständigkeit zu erzielen, vorschnell durch eine resignative Bewertung des Arbeitsmarktes, durch Institutionsinteressen oder eine sozialpolitische Selbstbeschränkung (Widerstände gegen eine innovative Verwendung der Eingliederungshilfe im Sinne der Förderung regulärer Beschäftigung) verhindert wird.

In diesem Sinne war es seit jeher Interesse der Hamburger Arbeitsassistenz zu sinnvollen Kooperationen und Vernetzungen mit anderen Anbietern der beruflichen Rehabilitation zu kommen.

Veränderungen in der Reha-Landschaft durch Unterstützte Beschäftigung

Die auch von der Hamburger Arbeitsassistenz mitgetragene Eröffnung von erhöhten Wahlmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung hinsichtlich ihrer beruflichen Perspektiven schlägt sich auch in der rehabilitationspolitischen Gesetzgebung nieder. Beispielsweise soll das Persönliche Budget Wahlmöglichkeit zwischen institutioneller Versorgung und individueller Eingliederung eröffnen.

Ebenso beruft sich die neue Leistung "Unterstützte Beschäftigung" ausdrücklich auf die Erfolge des Ansatzes der Hamburger Arbeitsassistenz (auch wenn dieses Leistungsangebot in vielerlei Hinsicht hinter den erheblich weiter gefassten Ansprüchen von Unterstützter Beschäftigung zurück bleibt).

Rolf Behncke ist seit 1992 einer der Geschäftsführer der Hamburger Arbeitsassistenz. Er gehört zu denjenigen, die die Hamburger Arbeitsassistenz aufgebaut haben. Er ist Mitbegründer der BAG UB und war 1994 bis 2003 deren Vorsitzender.

Kontakt und nähere Informationen

Rolf Behncke - Hamburger Arbeitsassistenz

Schulterblatt 36, 20357 Hamburg

Tel.: 040 / 431339-0; Fax.: 040 / 431339-22

E-Mail: info@hamburger-arbeitsassistenz.de

Quelle:

Rolf Behncke: Kontinuität und Wandel. 16 Jahre Hamburger Arbeitsassistenz - Was hat sich verändert - Unterstützte Beschäftigung im Wandel.

Erschienen in: impulse Nr. 49, 1/2009, Seite 28-31. Schwerpunkt: Unterstützte Beschäftigung

bidok - Volltextbibliothek: Wiederveröffentlichung im Internet

Stand: 09.08.2011

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