Was ist Demenz?

AutorIn: Gerhart Hofer
Schlagwörter: Neurologie, Krankheit, Alte Menschen
Textsorte: Masterarbeit
Copyright: © Gerhart Hofer 2011

Information von bidok:

Dieser Text ist ein Teil von einer wissenschaftlichen Arbeit.

Die ganze Arbeit finden Sie in unserer Bibliothek in Schwerer Sprache.

Hier kommen Sie zum Text in Schwerer Sprache:

http://bidok.uibk.ac.at/library/hofer-demenzstudien-dipl.html

Was ist Demenz?

Peter ist schon ein alter Mann.

Ilse ist eine alte Frau.

Der Arzt sagt, beide haben Demenz.

Demenz ist eine Krankheit, die manche Leute bekommen

wenn sie älter werden.

Demenz ist eine Krankheit im Gehirn.

Sie wirkt sich auf das ganze Leben aus.

Am meisten wirkt Demenz sich auf das Erinnern aus.

Demenz zeigt sich auch beim Verhalten von Ilse und Peter.

Was macht unser Gehirn eigentlich?

Unser Gehirn hilft uns alles zu machen.

Es sagt unserem Körper, was zu tun ist.

Ein paar Beispiele:

  • Wenn du läufst

  • Wenn du über etwas redest

  • Wenn du Suppe isst

  • Wenn du dich anziehst

  • Wenn du dich an deine Schulklasse erinnerst

  • Wenn du nachdenken willst

Was kann passieren, wenn Demenz das Gehirn schädigt?

Das Verhalten von Ilse und Peter hat sich sehr verändert.

Sie haben vergessen, was sie immer gemacht und gewusst haben.

Zum Beispiel:

Früher ist Peter selbstständig mit dem Bus zur Arbeit gefahren.

Jetzt will er nicht mehr.

Es ist ihm zu schwierig geworden.

Ilse steht mitten in der Nacht auf.

Sie denkt, es ist schon Morgen.

Dann läuft sie lange herum.

Peter kennt Leute nicht mehr.

Er vergisst Namen und Gesichter, die er gut kennt.

Er könnte auch dich nicht mehr kennen.

Beide sind im Alltag langsam geworden:

beim Kaffee trinken, im WC oder beim Anziehen.

Man muss ihm jetzt viel mehr helfen.

Ilse will plötzlich nicht mehr in einen Raum gehen, den sie gut kennt.

Peter will nichts essen.

Am Tisch will er keinen Teller nehmen.

Manchmal können Menschen mit Demenz oft rufen, schreien oder Sachen herumwerfen.

Es gibt viele Gründe, warum sie das machen. Wir wissen dann nicht warum.

  • Vielleicht sind sie verärgert

  • Sie haben Angst vor etwas

  • Sie sind traurig oder einsam

  • Vielleicht haben sie Schmerzen

Wenn man Demenz hat, vergisst man oft wichtige Wörter.

Es sind Wörter, die man braucht um zu sagen

wie man sich fühlt oder was man denkt.

Das ist doch zum Schreien.

Ilse läuft immer im Raum herum, als ob sie etwas sucht.

Peter ist hier zuhause.

Aber er fragt immer wieder: Wann gehen wir nach Hause?

Ilse muss ziemlich oft weinen.

Das ist, weil sie so Angst hat und verwirrt ist.

Wie können wir helfen?

Am besten können wir helfen, wenn wir ruhig und friedlich bleiben.

Denk dran:

Wenn Menschen mit Demenz etwas falsch verstehen,

streite nicht mit ihnen.

Menschen mit Demenz brauchen helle, ruhige Räume.

Lärm macht ihnen Stress.

Was hilft Menschen mit Demenz ruhig zu bleiben?

Sie können in aller Ruhe Fotos, Zeitschriften und Bilder betrachten.

Sie dürfen Musik hören, die sie mögen. Entspannende Musik hilft.

Man muss ihnen erlauben Aufgaben langsam zu erledigen.

Manche Leute mögen es,

wenn man ihre Hand hält oder sanft streichelt.

Man sollte mit ihnen langsam und ruhig sprechen.

Denke gut über sie.

Wenn du dir Sorgen machst,

rede mit jemandem, zu dem du Vertrauen hast.

Wen könntest du fragen?

- - - - - - - - - - - - - - - - -

Quelle:

Gerhart Hofer: Was ist Demenz?

bidok - Internetvolltextbibliothek. Erstveröffentlichung im Internet.

Stand: 22.08.2012

zum Textanfang | zum Seitenanfang | zur Navigation