Das bisschen Hüfte, meine Güte

Kurzfassung in Einfacher Sprache

AutorIn: Renate Bergmann
Schlagwörter: Lebenswelt
Textsorte: Buch
Releaseinfo: Herausgegeben vom Spaß am Lesen Verlag
Copyright: © Spaß am Lesen Verlag 2016

Informationen von bidok

Renate Bergmann hat ein Buch geschrieben.

Oder eigentlich Torsten Rohde.

Torsten Rohde hat sich Renate Bergmann ausgedacht.

Das Buch heißt: Das bisschen Hüfte, meine Güte.

Das Buch gibt es jetzt auch in Einfacher Sprache.

In unserer Bibliothek können Sie

in das Buch hinein-lesen.

Sie finden hier die ersten Seiten von dem Buch.

Das ganze Buch können Sie für 12,50 Euro bestellen.

Hier können Sie das Buch bestellen:

Spaß am Lesen Verlag.

Sie können das Buch auch in einer Buch-Handlung bestellen.

Das Buch ist vom Spaß am Lesen Verlag.

Einige Wörter sind fett geschrieben.

Das sind schwere Wörter.

Die schweren Wörter werden in einer Wörter-Liste erklärt.

Die Wörter-Liste finden Sie am Ende von diesem Text.

Vorwort

Guten Tag,

hier schreibt Ihre Renate Bergmann. Vielleicht

wissen Sie ja schon, wer ich bin? Ich habe Ihnen

schon mal ein paar Geschichten aufgeschrieben.

Also, kennen Sie mich nun schon, oder nicht?

Ich will Sie nicht langweilen und alles noch mal

erzählen. Aber ich glaube, ich stelle mich doch

besser kurz vor.

Ich bin 82, Rentnerin und wohne in Berlin-Spandau.

Ich bin vierfach verwitwet. Meine Ehemänner sind

alle gestorben.

Früher hatte ich große Probleme mit dem

Computer-Zeug. Aber mein Neffe Stefan hat mir das

alles erklärt. Jetzt komme ich ganz gut zurecht.

Schauen Sie mal:

Ich kann die GRO?MACH-TASTE EINSCHALTEN.

Und ich kann sie wieder ausschal

ten.

Huch! Sehen Se, da muss ich trotzdem aufpassen.

Sonst komme ich auf die Taste mit dem Pfeil. Und

dann hopse ich einfach so eine Zeile tiefer.

Ich war gerade fertig mit diesem Büchlein

und wollte auf eine Busfahrt gehen.

Ich komme ja kaum raus, wenn ich den ganzen Tag

mit dem Klapp-Computer am Tippen bin! Da ruft

das Fräulein vom Verlag an und sagt:

„Frau Bergmann, am Anfang des Buches müssen wir

noch die Figuren vorstellen.“

Damit meint sie die Leutchen, über die ich so

erzähle. Sie meinte:

„Das war im letzten Buch so nett. Und jetzt gibt

es bestimmt ein paar neue Leser. Die wissen noch

nicht, um wen es hier geht.“

Das Fräulein gibt ja doch keine Ruhe, bevor ich

gehorche. Und ich erzähle Ihnen ja auch gerne, mit

wem Sie zu tun haben werden.

Also, passen Se gut auf:

Meine Leutchen

Gertrud Potter

Das ist meine Freundin. Wir kennen uns seit der

Schulzeit. Gertrud hält immer treu zu mir. Und das

ist, was zählt im Leben: dass man sich auf jemanden

verlassen kann. Ja, sie hat Probleme mit dem Darm.

Und sie kratzt sich mit der Gabel das Essen aus den

Zähnen. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn sie

dabei die Zähne im Mund behalten würde. Aber

wenn ich sie brauche, ist sie da. Ach, meine Gertrud.

Jetzt hat sie einen neuen Mann in ihrem Leben.

Und einen Hund. Ich weiß gar nicht, ob wir

dann noch zusammen in den Urlaub fahren

können. Sehen Se, das muss ich unbedingt mit ihr

besprechen. Ich schreib mir das gleich auf. Sonst

vergesse ich das wieder. Wo war ich? Ach ja.

Ilse Gläser

Ilse ist auch 82, wie ich. Sie hat es manchmal am

Rücken. Aber sonst ist sie noch tipptopp. Sie ist eine

ganz zarte, kleine Frau. Ihre Mutter war auch so.

Die hat auch ständig geweint und gerufen:

„Mach bloß vorsichtig!“ Ilse kommt aus einer guten

Familie. Ihr Mann heißt Kurt. Die beiden wohnen

gleich bei mir um die Ecke.

Kurt Gläser

Kurt ist der Mann von Ilse. 87 Jahre alt und noch

rüstig. Nur die Augen ... Er sieht nicht mehr so gut.

In den Ferien sollte er den Hamster der Nachbarn

füttern. Nur hat er das Futter nicht dem Hamster

gegeben. Sondern den Kiwis in der Obstschale.

Der arme Hamster. Kurt und Ilse haben schnell

einen neuen gekauft. Die Nachbarn haben nichts

gemerkt, als sie aus dem Urlaub kamen.

Trotz der Sache mit den Augen fährt Kurt noch

Auto. Aber vorsichtig. Und immer schön auf der

gestrichelten Linie in der Mitte. Winken Sie uns,

wenn Sie uns in Kurts blauem Koyota sehen?

Kirsten von Morskötter

Das ist meine Tochter. Auch schon 50 Jahre alt

inzwischen. Sie wohnt nicht bei mir, sondern in

einem Dorf im Sauerland. Da gibt es kein Onlein.

Kirsten ist Therapeutin für Tiere. Und sie isst nur

so Zeug vom Kompost-Haufen. Nichts von Tieren

eben. Sie liest aus allem die Zukunft: Karten,

Handflächen, Kaffeesatz. Es ist nicht leicht mit ihr.

Aber sie hat ein gutes Herz. Sie pflegt angefahrene

Kätzchen gesund. Und wenn ich sie brauche, ist sie

für mich da.

Stefan Winkler

Stefan ist mein Neffe. Oder irgendwie so was. Er ist

ein guter Junge und hilft mir immer mit dem Händi.

Stefan ist jetzt 30. Langsam mache ich mir Sorgen,

ob er noch eine Frau findet. Früher hatten wir

Probleme, junge Männer zu finden. Die waren alle

im Krieg gestorben. Heute finden die Männer keine

jungen Frauen. Weil die alle zum Studieren rennen.

Und weil die Männer lieber mit dem Computer

spielen als mit ... na, Se wissen schon.

Ich muss mich da mal drum kümmern.

Ariane von Fürstenberg

Zu Ariane darf ich noch nicht so viel schreiben.

Sonst ist ja die Überraschung weg. Lesen Se mal

schön selbst. Ach, ein feines Mädchen ist das. Im

Haushalt hat sie noch viel zu lernen. Aber das wird

schon. Sie studiert Computer und fährt selbst Auto.

Und sie kennt sich prima mit den Königshäusern

aus. Wann wo welche Prinzessin Skifahren geht.

Aber das darf ich nicht aufschreiben, hat sie gesagt.

Hihi.

Frau Berber

Die Frau Berber wohnt mit ihrem Sohn bei mir im

Haus. Jeremy-Elias heißt der Bengel. Viel von sich

aus erzählen tut die nicht. Zum Glück behalte ich

die Post im Auge. Sonst wüsste ich bis heute nicht,

wer der Vater von dem Bengel ist.

Frau Meiser

Die Meiser wohnt auch mit im Haus. Ende 40.

Kurzes, dunkles Haar. Eine merkwürdige Person.

Trägt immer Schuhe, in denen sie nicht laufen

kann. Und sie hat auch so einen Bengel. Aber ihrer

ist schon 16 und heißt Jason-Madox. Die Meiser ist

ganz dick mit der Berber befreundet.

So. Dann wollen wir mal loslegen, nicht wahr?

Ein guter Junge

Der Stefan ist ein ganz lieber Junge. Er ist ein Neffe

von meinem ersten Mann Otto. Nee, Großneffe.

Oder so. Ist auch egal. Mir ist nur wichtig, dass

jemand ein gutes Herz hat.

Auf Feiern war Stefan immer allein. Ich hätte schon

vor Jahren gerne zwei Gedecke für ihn aufgelegt.

Aber er fand und fand einfach keine Freundin.

Wir haben schon mal junge Damen eingeladen.

So dass er beim Feiern nicht so allein ist. Aber das

hat Stefan nicht gefallen. Er schimpfte und fluchte.

Nee, das war nicht der richtige Weg.

Aber es ließ mir keine Ruhe. Stefan ging auf die 30

zu. Und er wurde immer blasser. Nächtelang saß

er an seinen Computern. Ja, er hat mehrere davon.

Die ganze Wohnstube voll. Überall Kabel, Staub

und leere Pizza-Kartons. Sie machen sich kein Bild!

Ab und zu habe ich da mal saubergemacht. Aber

wissen Se ... ich bin nun über 80. Da komme ich

nicht mehr in alle Ecken. Und Stefan hat keinen

Staubsauger. Da muss ich immer mit meinem in

die U-Bahn. Nee.

Aber wenn Händi oder Computer verrücktspielen,

brauche ich Stefan nur anzurufen.

Dann kommt er sofort. Auch Ilse und Kurt hilft er gern.

Die beiden haben einen neuen Fernseher.

Beim alten musste man mit einem Zahnstocher die

Knöpfe festklemmen. Sonst konnte man kein MDR

sehen. Die beiden haben eine gute Rente. Da habe

ich ihnen gut zugeredet zu einem neuen Gerät.

Stefan hat ihnen beim Aussuchen geholfen. Er hat

alles aufgestellt und den beiden alles erklärt. Wir

haben eine Liste gemacht mit den Sendern drauf.

Und auf die Fernbedienung haben wir Klebeband

raufgeklebt. Darauf haben wir groß geschrieben:

AN, AUS, LAUT, LEISE.

Erst ging alles gut. Ach, es war ein klares, großes

Bild. Und der Ton war auch prima. Zwei Tage später

rief Ilse an. Im Hintergrund dröhnte es so laut, ich

verstand sie kaum. Sie schrie:

„Stefan muss kommen!!“

Denken Sie nur, sie hat fast geweint am Telefon!

Und Stefan kam. Nach dem Notfall berichtete er mir,

was passiert war: Kurt wollte umschalten. Dabei

hat er den falschen Knubbel auf der Fernbedienung

erwischt. Auf dem Bildschirm wurde der Balken von

der Lautstärke länger und länger. Bis er fast in den

Gummibaum reichte, der neben dem Fernseh-Gerät

steht. Dann hat Kurt das Ding fallen lassen.

Dabei ist die Batterie rausgeplumpst. Ilse hat es

irgendwann nicht mehr ausgehalten. Sie hat den

Stecker gezogen. Das mache ich auch manchmal,

wenn es zu gruselig wird. Das machen meine

Nerven sonst nicht mit.

So ein guter Junge ist der Stefan. Nur das Problem

mit den Frauen … Aber Renate Bergmann ist

eine Frau der Tat. Darum habe ich einen Brief an

„Schwiegertochter gesucht“ geschrieben. Das ist

eine Sendung von RTL. Stefan ist zwar nicht mein

Sohn. Aber egal. So genau nehmen die das ja nicht.

Ich habe Stefan genau beschrieben. Und ein Foto

mitgeschickt. Das, wo er den schönen Strickpulli

trägt. Mit dem Pandabären. Das Bild hat Kurt

gemacht. Nicht mit dem Tomaten-Telefon, so wie

ich. Sondern mit so einem altmodischen Ding.

Wo man Filme reinlegen muss. Leider sieht Kurt so

schlecht, dass die Bilder oft verschwommen sind.

Oder ohne Kopf. Aber dieses Bild war wirklich in

Ordnung.

Dann rief so eine Dame von RTL an.

Die wollte mit Stefan sprechen. Ich habe gesagt:

„Dann ist es doch keine Überraschung mehr!“

Aber nein, sie wollten ihn unbedingt selbst sprechen.

Ach, ich meinte es doch nur gut.

Ich konnte es nicht mehr mit ansehen:

Immer nur Fertigessen und diese Ballerspiele

am Computer. Und dann dieser Dreck!

Bei Stefan sah es aus wie bei der Berber. Denke ich.

Ich war zwar noch nie in ihrer Wohnung. Aber man

hört doch, wenn jemand Staub saugt oder wischt.

Bei der Berber ist es immer still!

Drei Tage darauf hopste mein Tomaten-Telefon über

den Tisch. „STEFAN“ stand auf der Glasscheibe. Ich

hatte gleich ein mulmiges Gefühl. „Nicht rangehen,

Renate“, dachte ich bei mir. Kurz darauf läutete aber

das Post-Telefon. „Festnetz“ sagt man wohl heute.

Dabei hat das auch kein Kabel mehr. Das ist ja dann

wie ein Händi. Nur ohne Twitter und Fäßbock.

Fragen Se mich nicht. Ich verstehe den Kram auch

nicht. Es ist mir bis heute ein Rätsel, wie das ganze

Internetz in so ein kleines Telefon passt.

Jetzt musste ich rangehen. Es konnte ja auch Ilse

dran sein. Oder Gertrud. Oder jemand vom Witwen-

Club. „Bergmann, Berlin 68-90-34“, meldete ich

mich. Stefan rief gleich, ob ich wohl spinne. Kein

„Hallo, Tante Renate“. Er wollte Kirsten einschalten,

meine Tochter. Entmündigung, Heim, solche Sachen

sagte er. Ich kam gar nicht zu Wort.

„Stefan, mein Junge“, sagte ich. „Ich komme am

besten nach dem Mittags-Schlaf auf eine Tasse Tee

vorbei. Tante Renate meint es nur gut!“

Stefan überlegte. Dann sollte ich kurz dranbleiben.

Er stellte mir Wartemusik auf die Ohren! Ich bin 82,

da muss ich nicht warten. Außer auf den Tod. Ich

habe aufgelegt. Fünf Minuten später klingelte es

wieder.

„Warum legst du auf? Ich musste nur kurz

nachfragen, ob das passt mit dem Kaffee ...“

„Tee!“, rief ich. „Ich bin um drei Uhr bei dir. Aber sag

mal: Bei wem musstest du denn nachfrag...?“

Da hat der doch einfach aufgelegt! Der Lauser!

Einfach so! Da stimmte doch was nicht. So war

Stefan sonst nie.

Von Haushalt keine Ahnung

Ich war so neugierig, dass ich gar nicht schlafen

konnte. Ich wälzte mich auf dem Sofa hin und her.

Mittags schlafe ich auf dem Sofa, müssen Se wissen.

Das würde ja zu viel Arbeit machen, Tagesdecke und

Paradekissen vom Bett räumen. Mittags brauche

ich auch keine Heizdecke. Da ziehe ich nur den Rock

aus und lege Brille und Schuhe ab. Und die Zähne

kommen raus. Sonst verrutschen die nur. Ich will

mich ja nicht verschlucken!

Da kam mir plötzlich ein Gedanke: Vielleicht hatte

er ja eine Freundin …? Mir wurde ganz warm ums

Herz. Ach, wenn es doch nur so wäre! Mich hielt

es nicht mehr auf dem Sofa. Ich stand auf, frisierte

mich und zog eine besonders hübsche Bluse an.

Und ich packte ein paar Stück Streusel-Kuchen aus

dem Frierer ein. Beim Bäcker wollen die 1,80 Euro

für so ein schmales Stückchen haben. Ich bitte Sie.

Da mache ich nicht mit. Das sind ja fast vier Mark,

beinahe acht Ostmark!

Ich machte noch zwei Spritzer Parföng hinter die

Ohren. Dann machte ich mich auf den Weg. Nur

zwei Stunden zu früh, hihi.

Nachdem ich bei Stefan geklingelt hatte, öffnete er

die Tür. Die Hand um die Hüfte einer jungen Frau

gelegt! Sie können sich nicht denken, wie sehr ich

mich freute. Ich musste die Brille abnehmen und

ein Tränchen abwischen. Nach all den Jahren!

„Das ist Ariane“, stellte Stefan mir das Mädchen vor.

Er zupfte sich ein bisschen schüchtern am Hemd.

„Die ist jetzt meine Freundin.“ Typisch Stefan. Kein

Wort zu viel. Sie streckte mir die Hand hin. Dann

lächelte sie und sagte freundlich:

Tach, Frau Bergmann. Wollen wa ‚Du‘ sagen,

Tante Renate?“

Also so was! Wissen Se, in meinem Alter geht man

nicht so leicht zum Du über. Manche Damen aus

meiner Senioren-Gruppe kennen sich seit 60 Jahren.

Und die siezen sich noch immer. Mein Blick hat

Ariane wohl eingeschüchtert. Über das „Du“ haben

wir jedenfalls lange nicht mehr gesprochen.

Ich schaute mich in der Wohnung um. Da hatte

sich nichts geändert. Sie war weder aufgeräumt

noch geputzt. Der Tisch war auch nicht gedeckt.

Ich sah schon: Hier muss ich was tun. Nicht nur

saubermachen. Sondern auch dem Fräulein Ariane

was über den Haushalt erklären.

Ich ließ mir eine Mülltüte geben.

„Nicht, Tante Renate“, rief Stefan ständig

dazwischen. „Nicht DEN Karton! Das ist ein Router!

Und das ist eine Verteiler-Dose!“

Solche Sachen eben. Aber ich stellte mich taub.

Wissen Se, es musste sein. Dann kam Fräulein

Ariane wieder ins Zimmer. Mit drei Tellern und drei

Löffeln. Keine Kuchen-Gabeln. Keine gestärkten

Servietten.

„Nee, Fräulein. Jetzt holen Se mir erst mal

handwarmes Wasser. Und einen Wischlappen.

Der Tisch ist ja ganz verdreckt.“

Da entgegnete sie mir:

„Wir essen doch von den Tellern. Nicht vom Tisch.“

Mir blieb die Luft weg. Das Fräulein Ariane

murmelte schnell ein „Entschuldigung“. Zum Glück.

Sonst hätte wohl die Frau Doktor kommen müssen

wegen Blutdruck. Die junge Dame brachte mir dann

doch den Lappen und Wasser. Na also.

Es wurde Zeit, das Mädel mal genauer anzusehen.

Sie war um die 30 und hatte blasse, etwas trockene

Haut. Ihr Haar war dunkel und gelockt, und sie

trug eine schwarze Brille. Ich muss sagen, sie hatte

eine hübsche Figur. Und ein breites Becken, das

mit dem Kinderkriegen wäre also kein Problem.

Ihre Fingernägel waren kurz und abgeknabbert.

Und ihre Hände waren eindeutig nicht oft im

Spülwasser drin.

Beim Saubermachen konnte ich sie unauffällig

ausfragen. Über ihre Familie und so. Sie kam aus

gutem Hause. Über ihre Tisch-Manieren schweige

ich lieber. Sie setzte sich im Schneidersitz auf den

Sessel. Und beim Essen leckte sie sich die Finger ab!

„Ach Stefan“, dachte ich. „Was hast du dir da nur

ausgesucht ...“

Beim Abschied habe ich die beiden gleich zum

Gegen-Besuch eingeladen. Die Ausbildung zur

guten Hausfrau konnte nicht schnell genug

beginnen.

Wörterliste

verwitwet

Der Ehepartner ist gestorben. Renate Bergmann

hatte vier Ehemänner. Sie ist viermal verwitwet.

Das bedeutet: Alle vier Männer sind tot.

Se

Berlinerisch für „Sie“

Klapp-Computer

Anderes Wort für Laptop. Ein Computer zum

Aufklappen.

tipptopp

In Ordnung, sehr gut, ausgezeichnet.

Hier: noch ganz gesund.

Onlein

Frau Bergmann meint Online, also im Internet.

Koyota

Frau Bergmann meint die Automarke Toyota. Ein

Koyote ist ein Raubtier. Sie vermischt beide Wörter.

Händi

Frau Bergmann meint das Handy.

Bengel

Ungezogener Junge

MDR

Abkürzung für Mittel-Deutscher Rundfunk. Ein

Fernseh- und Radiosender im Osten Deutschlands.

RTL

Abkürzung für Radio Television Luxemburg.

Ein privater Fernsehsender.

Tomaten-Telefon

Frau Bergmann hat für ihr Handy eine Hülle mit

einer Tomate drauf. Darum nennt sie es

Tomaten-Telefon.

Ballerspiele

Spiele auf dem Computer, bei denen man viel

schießen muss

Berlin 68-90-34

So meldeten sich früher manche Menschen am

Telefon: Ortsname + Telefonnummer. Damals waren

die Nummern noch kürzer. Es gab einfach nicht so

viele Telefone.

Entmündigung

Wenn jemand nicht mehr selbst wichtige

Entscheidungen treffen darf. Zum Beispiel, weil er

zu krank ist.

Fäßbock

Frau Bergmann meint Facebook. Ein Programm

im Internet, in dem man Neuigkeiten mit Freunden

teilen kann.

Internetz

Frau Bergmann meint Internet.

Frierer

Gefrierschrank

vier Mark, beinahe acht Ostmark

Erst seit 2002 ist der Euro die Währung in vielen

Ländern Europas. Davor zahlte man mit der

Deutschen Mark, kurz: Mark. Bis 1990 gab es die

Deutsche Demokratische Republik (DDR). Dort

gab es die Ostmark. Die war weniger wert als die

Deutsche Mark.

Parföng

wird eigentlich „Parfüm“ geschrieben. Parfüm ist

eine teure, stark duftende Flüssigkeit.

Tach

Berlinerisch für „Guten Tag“

wa

Berlinerisch für „wir“

Quelle

Renate Bergmann: Das bisschen Hüfte, meine Güte. Spaß am Lesen Verlag. Münster 2016.

bidok - Volltextbibliothek: Wiederveröffentlichung im Internet

Stand: 24.10.2018

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